Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : deutschsprachige Liedermacher
In meiner Schallplattensammlung finden sich viele von Andre Heller bis Konstantin Wecker. Es gab eine Zeit, in der ich sie fast ausschließlich hörte. Im Augenblick entdecke ich sie neu. Teilweise haben sie eine sehr poetische Sprache. Ich mag die Verbindung von gehobenen Text mit musikalischer Ausgestaltung. Vielleicht gibt es ja noch andere hier, die mein Interesse an den deutschsprachigen Liedermachern teilen. Ich werde hier ab und zu entsprechende Texte posten.
Wenn du nichts hast als die Liebe
zu dem Menschen, von dem du träumst
dann gib acht, dass du den Zug
In dem der Mensch sitzt, nicht versäumst
Wenn du nichts hast als die Liebe
die die Nächte dir erfüllt
brauchst du Antwort auf die Frage
was bei Tag den Hunger stillt
Wenn du nichts hast als die Liebe
bist du zwar immer noch ein König
doch ein König, der ein Schloss hat
und kein Land, der hat zuwenig
Im Frühling bin ich dir begegnet
Im Sommer war die Landschaft grün
der Herbst war fruchtbar und gesegnet
Nur der Winter, - der war kühl!
Ich kenne deine Hände, deinen Atem
dein Gesicht
dein Parfum und deine Freunde
nur, dein Wesen kenn ich nicht
Wenn du nichts hast als die Liebe
zu der Frau, von der du träumst
dann gib acht, dass du den Zug
in dem die Frau sitzt, nicht versäumst
Wenn du nichts hast als die Liebe
die die Nächte dir erfüllt
brauchst du Antwort auf die Frage
was bei Tag ihren Hunger stillt
Wenn du nichts hast als die Liebe
und das Herz dir überläuft
lehre deinem Herzen schwimmen
damit es nicht im Glück ersäuft
Im Frühling pflanzten wir Narzissen
aus den Blüten wuchsen Rosen
und ehe wir die Wahrheit wissen
werden sie zu Herbstzeitlosen
Du weißt meinen Namen
kennst meine Haut bei jedem Licht
weißt von allen meinen Fehlern
nur, wer ich bin, das weißt du nicht
Wenn du nichts hast als die Liebe
zu dem Mann von dem du träumst
dann gib acht, dass du den Zug
indem der Mann sitzt, nicht versäumst
Wenn du nichts hast als die Liebe
hast das Netz du voller Fische
und wenn du sie nicht an Land ziehst
sitzt du bald vor leerem Tische
Du brauchst mehr als nur die Liebe
dein Herz braucht den Verstand
denn sonst ist die größte Liebe
wie ein Zimmer ohne Wand
Und wenn alles so gebaut ist
wie es dir im Traum gefiel
dann brauchst du nichts mehr - außer Liebe
denn dann bist du - am Ziel
Am Morgen als die Vögel nicht mehr sangen
und die Sonne ganz allein die Schwingen hob
als keine zarten Silberlieder klangen
und kein Laut den letzten Traum in Seide wob
da hat es still zu regnen angefangen
am Morgen als die Vögel nicht mehr sangen
Am Morgen als die Vögel mit mir schwiegen
und die Spinne ihre Netze nicht mehr fand
da wollt ich mit dem Mittag mich begnügen
als ich sah, dass meine Uhr auf Abend stand
da hab ich zu verstehen angefangen
am Morgen als die Vögel nicht mehr sangen
Am Morgen als der Wind mit beiden Händen
das Herz mir nahm und in die Sonne trug
da wußte ich, dahin muss ich mich wenden
und an jenem Morgen wußte ich genug
Am Morgen als die Nebelgeister gingen
da ließ ich meine Zauberflöte klingen
da habe ich zu leben angefangen
am Morgen als die Vögel wieder sangen
Manchmal möcht i dir schreiben,
dass d mir fehlst und dass i wart.
Aber dann lass ichs bleiben,
jammern, des is net mei Art.
Ich hätt mir das nie gedacht,
dass i dich einmal verlier,
wie mei Herzschlag ghörst zu mir.
wie mei Herzschlag ghörst zu mir.
Vielleicht war ich ein Blinder,
der kein Unglück kommen sieht,
oder wir warn wie Kinder,
denen alls beim Spielen zerbricht.
An was soll i denn glauben,
außer an das, was i gspür
wie mei Herzschlag ghörst zu mir.
wie mei Herzschlag ghörst zu mir.
Langsam, langsam geh i unter so alaan,
wundern, wundern derf sie niemand, wenn i waan
An was soll i denn glauben
ausser an das, was i gspür,
wie mei Herzschlag ghörst zu mir.
wie mei Herzschlag ghörst zu mir.
Komm großer schwarzer Vogel, komm jetzt!
Schau, das Fenster ist weit offen,
schau, ich hab´Dir Zucker auf´s
Fensterbrett g´straht.
Komm großer schwarzer Vogel, komm zu mir!
Spann´Deine weiten, sanften Flügel aus
und leg´s´auf meine Fieberaugen!
Bitte, hol´mich weg von da!
Und dann fliegen wir rauf,
mitten in Himmel rein,
in a neue Zeit, in a neue Welt,
und ich werd´singen, ich werd´lachen,
ich werd´"das gibt´s net",schrei´n,
weil ich werd´auf einmal kapieren,
worum sich alles dreht.
Komm großer schwarzer Vogel, hilf mir doch!!
Press Dfeuchten, kalten Schnabel
auf meine wunde, auf meine heiße Stirn!
Komm großer schwarzer Vogel,
jetzt wär´s grad günstig!
Die anderen da im Zimmer schlafen fest
und wenn wir ganz leise sind,
hört uns die Schwester nicht!
Bitte, hol mich weg von da!
Und dann fliegen wir rauf,
mitten in Himmel rein,
in a neue Zeit, in a neue Welt,
und ich werd´singen, ich werd´lachen,
ich werd´"das gibt´s net",schrei´n,
weil ich werd´auf einmal kapieren,
worum sich alles dreht.
Ja, großer schwarzer Vogel, endlich!
Ich hab´Dich gar nicht reinkommeng´hört,
wie lautlos du fliegst
mein Gott, wie schön du bist!
Auf geht´s, großer schwarzer Vogel, auf geht´s!
Baba, ihr Lieben daheim!
Du mein Mädel, und du Mama, baba!
Bitte, vergeßt´s mich nicht!
Auf geht´s, mitten in den Himmel eine,
nicht traurig sein, na,na,na
ist kein Grund zum Traurigsein!
Ich werd´singen, ich wer´lachen,
ich werd´"das gibt´s net", schrei´n
Ich werd´endlich kapieren,
ich werd´glücklich sein......
Und wann amal
Mei Stimm vablüht,
Kann sein schon morgn,
Wie Löwenzahn vablüht.
Ziagt´s ma mei Fell ab
Spannt´s es auf a Tromml
Und laßt´s klingen, klingen,klingen
Weit über Wasser, Feuer, Erd und Luft:
Der Zauberer ist tot
Der Zauberer ist tot.
Der Spiegelnarr,
der Schwierige,
Der Märchenhund ist tot.
Und tot sein heißt:
Er lebt
Er wechselt nur die Gestalt
Er geht von sich, durch sich zu sich.
Der Zauberer ist tot.
Das grelle Licht vom Wolkenplatz
Legt Feuer ins Getreide
Ich seh´, ich seh´,was Du nicht siehst
Und seh´es
Für uns beide.
Die Hiobsbotin aus Peru
Mit Nattern in den Wangen
Ich seh´, ich seh´, was Du nicht siehst
Darin bist Du gefangen.
Die Kleinmut ist ein Stück vom Dreck
Die schneidet Dir die Aussicht
Die schneidet Dir die Einsicht
Die schneidet Dir die Zukunft weg.
Kummt´s meine Freund
Meine Musikanten, spielt´s,
Dass alle hörn können,
Dass alle hören müssen,
Weit über Wasser, Feuer, Erd und Luft:
Der Zauberer ist tot.
Refrain
Und i steig
Und i fall
Wie der Herr von Albatros
Wie die Wasserkunst
im Garten von Hellbrunn.
Unter mir brennen Felder
Brennt ein Hirte,
Brennt ein Lamm.
Über mir, seine Herrlichkeit,
Der erste Maschinist
Und sein Zögern
Das sind Bänder aus Messing
Und sein handeln ist ein Aeroplan.
Blitze, blitzender Blitz!
Wirf die elektrischen Schlangen!
Blitze, blitzender Blitz
Nimm die Beruhigten
in d
Deine Zangen.
u.s.w
Eiskristallin
09.12.2004, 17:41
das ist ja heftig österreich-lastig hier. :hurra:
Am Busbahnhof, in der Bonhöferallee,
hinter Mauern, wo die Irren sind,
in diesen Häusern lebt sie Tag für Tag
als schweigend altes Kind.
Sie trägt eine Krone aus Papier,
ihren Bademantel schleppt sie nach,
die andern haben sie so ausstaffiert,
zur Königin gemacht.
Refrain:
Hann, Königin der Staunenden,
du lebst in deinem Innern,
hängst deinen Träumen nach.
Hanna, die Haben dich dort abgestellt,
du träumst in deiner eignen Welt,
doch lebensfähig bist du nicht
Sie hatte Mescalin geschluckt,
war einmal völlig durchgedreht,
da wurde sie dort eingelocht,
und für verrückt erklärt.
Jetzt hockt sie da als Irre
und weiß überhaupt nichts mehr,
sie hatte keine eignen Werte mehr.
Trittst du einmal aus der Reihe aus,
willst nicht weiter, bist verwirrt,
schlägt deine Umwelt zu,
die sauber ist und niemals irrt,
denn aus der Reihe treten, Fragen stellen,
heißt allein, unbequem sein.
Refrain:
Hanna, Königin der Staunenden.....
Der Vogelmensch in den Städten:
Mit lautlosen Schwingen gleitet er
Durch das Dickicht der nächtlichen
Stimmen und Lichter
Wo zwischen Kneipen und U-Bahnhöfen
Ein irrer Tanz entfacht wird:
Ein Taumeln zwischen Aufschwung und Absturz
Lust und Illusion,
Rausch und Verzweiflung
Er zerschellt nicht mehr in griechischen Meeren,
Rast nicht mehr gegen antike Sonnen
Seine Flugbahnen sind
Die leuchtenden Riesenräder
Die ihre jauchzende Fracht
Gegen den dunklen Himmel schleudern,
Oder auch
Sprünge in die Tiefe
Von einsamen Brückengeländern
Mit lautlosen Schwingen gleitet er
Über den wirbelnden Tanz
Der Verführungen, Sehnsüchte, Ängste, Phantasien,
Die wie Nachttiere aufflattern
Aus Höhlen und Schattenländern
Wenn das Tageslicht der Dämmerung weicht.
nach einem portugiesischen Volkslied, erstklassig bearbeitet und vertont und gemeinsam mit dem Contratenor "Micea Mihalache" gesungen:
Ein Schnitter kommt gezogen
Weit aus der Mandschurei,
Der hat von Apfelschalen
Hosen und Rock dabei,
Sein Lachen, das ist Thymian,
Sein Lieben, Rosmarin.
Es heißt: Er bringt Erbarmen
Für New York und Berlin.
Für all die Menschenorte
Mit ihrer Lügennot
Den Ängsten der Verzweiflung,
Dem Leugnen von Alter und Tod.
Dieses kleine Lied habe ich schon unzählige Male gehört. Ich werde es nicht satt. Immer berührt es mich neu und verursacht Gänsehaut. Man muss es einfach hören in dieser besonderen Kombination aus Gesang, Musik, Stimmen und Text. Heller hat mit seinen (immer) exzellenten Musikern ein Meisterwerk daraus arrangiert.
shadow of light
10.12.2004, 15:56
das einzig deutsche was ich mir anhöre sind die ärzte, wobei ich sie aber wohl kaum in die genannten liedermacher einordnen möchte :D
shadow of light
Siehst du, so unterschiedlich sind die Vorlieben. Die "Ärzte" würde ich mir nicht freiwillig antun , die deutschen Schlager im Allgemeinen ebenfalls nicht.
Es gibt darüber hinaus eine hochdifferenzierte Musikszene mit deutschsprachigen Texten und die ist interessant und bietet eigentlich für jeden Geschmack etwas an. ;)
Leider habe ich keine Texte parat, weiß auch nicht, wo ich sie auftreiben könnte.
Auf jeden Fall haben mich Liedermacher immer sehr angesprochen, ganz im Gegensatz zu dem faden Schlager-Gedudel. Dabei fällt mir auf, daß es um meine Favoriten inzwischen ziemlich still geworden ist. Woran das wohl liegen mag??? ;)
Franz-Josef Degenhardt
Ulrich Roski
Reinhard Mey
Insterburg & Co
und da ist noch einer von der Waterkant, leider fällt mir der Name grad nicht ein...
Roski, Mey und Ingo Insterburg sind natürlich eine Berliner Klicke. Wen wundert's also?
Engagierte, widerborstige Grüße,
Josi
zenzero nero
10.12.2004, 20:58
Element Of Crime (http://lyrics.rare-lyrics.com/E/Element-Of-Crime.html)
» Text und Musik: Sven Regener, (der, der das Buch
"Herr Lehmann" schrieb) Nur So
(http://lyrics.rare-lyrics.com/E/Element-Of-Crime/Nur-So.html)
Und falte mir daraus ein schönes Boot ("]Ich schreibe deinen Namen auf Papier[/url]
Das saugt sich voll, bis es im Bier zu sinken droht
Ich schreibe deinen Namen auf Papier
Der wird so groß, daß er mich zu beschützen droht
Ich male dein Gesicht auf meine Hand
Das schnappt nach allem, was mich zu verführen droht
Ich schneide deinen Namen in ein Herz
Das wird so groß, daß es mich zu berühren droht
[url=")
glasperlenspielerin
10.12.2004, 21:45
das einzig deutsche was ich mir anhöre sind die ärzte, wobei ich sie aber wohl kaum in die genannten liedermacher einordnen möchte :D
*g.. mir gehts da ähnlich.. wenn ich auch nicht die ärzte sonderlich mag.. da sind mir die "liedermacher " doch noch sympathischer -auch wenns musikalisch-textlich auch nicht mein fall ist.. aber ich glaub, da steckte auch noch mehr ein non-kommerzieller-idealistischer gedanke dahinter.. (zumindest bei biermann & co)..
wenn deutsch, dann höre ich z.b. gerne die live-stücke von
ton-steine-scherben.
http://www.riolyrics.de/macht72.html
mag die melancholische sängerstimme von dem toten reiser (auch wenn ich meine zeit brauchte, mich dran zu gewöhnen.. weil sie mir ein bißchen zu "reibig", rauh.. klingt... :rolleyes:
(ist auch nicht alles mein fall...)
und ich hab bis vor zwei jahren ungefähr auch ziemlich viel von grönemeyer gehört *schäm....
ansonsten habe ich einen ziemlich konträren geschmack.. steh mehr auf progressives..
Eiskristallin
10.12.2004, 22:59
das einzig deutsche was ich mir anhöre sind die ärztedie ärzte sind zwar überhaupt nicht meins. aber ein einziges lied von ihnen finde ich genial, und zwar "schrei nach liebe".
glasperlenspielerin
11.12.2004, 01:02
die ärzte sind zwar überhaupt nicht meins. aber ein einziges lied von ihnen finde ich genial, und zwar "schrei nach liebe".
das gefällt mir auch als eines der wenigen total gut :)
zenzero nero
11.12.2004, 20:45
dürfte ziemlich unbekannt sein, hat aber ein paar sehr schöne Lieder geschrieben, mit Chello und Klavier instrumentiert.
Ballon
Steig zu mir, in meinen Ballon
Wir fliegen weit davon
Häng Deine Träume in den Wind
Bis wir ganz oben sind
Alles, was uns hielt, das wird ganz klein
Denn wir sind schon weit
Wir fliegen über der Vergangenheit
Wir haben keine Angst vorm Fliegen
Und sehn der Tiefe ins Gesicht
Die Vögel zeigen uns den Süden
Wir fliegen durch die Zeit,......
Steig zu mir in mein Ballon
Wir fliegen weit davon
Häng`Deine Träume in den Wind
Bis wir ganz oben sind
Alles was uns hielt , das wird ganz klein
Denn wir sind schon weit , fliegen über der Vergangenheit
Der Süden liegt bereits im Norden
Die Sonne frisst die Träume auf
Sie wird uns sicher bald ermorden
Dazu sind wir bereit
Steig zu mir in meinen Ballon
Wir fliegen weit davon
Häng Deine Träume in den Wind
Bis wir ganz oben sind
Alles, was uns hielt das wird ganz klein
Denn wir sind schon weit
Wir fliegen über der Vergangenheit
Der Liedermacher von der Waterkant, der mir nicht eingefallen ist....
Hab ihn eben im Radio gehört und sofort war der Name wieder da:
Es ist Knut Kiesewetter.
Fröhliche Adventsgrüße,
Josi
Liebe Josi,
von dem hatte ich auch mal Schallplatten. Ich muss mal schauen, aber ich meine, ich hätte zumindest eine im letztem Jahr verschenkt an eine Freundin, die ein ganz bestimmtes Stück von ihm suchte.
l.G. Angie :)
shadow of light
12.12.2004, 20:40
die ärzte sind zwar überhaupt nicht meins. aber ein einziges lied von ihnen finde ich genial, und zwar "schrei nach liebe".
"ein sommer nur für mich" ist ein sehr schönes lied
und zum abreagieren definitiv "ohne dich"
...noch ein Österreicher :D
ACHTUNG SARTIRE
Tauben vergiften
Schatz, das Wetter ist wunderschön,
Da leid ich's net länger zu Haus!
Heute muß man ins Grüne gehn,
In den bunten Frühling hinaus!
Jeder Bursch und sein Mädel
Mit einem Freßpaketel
Sitzen heute im grünen Klee,
Schatz, ich hab eine Idee!
Schau, die Sonne ist warm und die Lüfte sind lau,
Geh mer Tauben vergiften im Park!
Die Bäume sind grün und der Himmel ist blau,
Geh mer Tauben vergiften im Park!
Wir sitzen zusmam' in der Laube
Und a jeder vergiftet a Taube,
Der Frühling, der dringt bis ins innerste Mark
Beim Tauben vergiften im Park.
Schatz, geh bring das Arsen gschwind her,
Des tut sich am besten bewährn,
Streus auf a Graubrot kreuz über quer,
Nimms Scherzel, des fressens so gern.
Erst verjag mer die Spatzen,
Denn die tun eim alles verpatzen,
So a Spatz ist zu gschwind, der frißt's Gift auf im Nu,
Und des arme Tauberl schaut zu.
Ja, der Frühling, der Frühling, der Frühling ist hier,
Geh mer Tauben vergiften im Park!
Kanns geben im Leben ein größres Plaisier
Als das Tauben vergiften im Park?
Da Hansel geht gern mit der Mali,
Denn die Mali, die zahlt's Zynkali,
Die Herzen sind schwach und die Liebe ist stark
Beim Tauben vergiften im Park!
Nimm für uns was zu naschen
In der andern Taschen,
Geh mer Tauben vergiften im Park!
...ich setze noch einen drauf! Achtung ebenfalls Satire!
An Euch
Wenn ich im Kanal mit meinen besten Freud´
das sind die Ratten, schwarze Messen lesen tu´,
dann bleibt´s oben liebe Leut´
und stört´s uns net
lass´s den Kanaldeckel g´fälligst zu
Und wenn ich mit an Schmetterlingsnetz
kleine Engerln fangen tu´, wenn ich sie rupf´
und mich mit ihren Federn schmück´
regt´s Euch net auf, es gibt eh no gnua.
Stellt´s Euch vor, ich hab´s mit 13 Hexen trieben
und jede hat mir ein kleines Teuferl geboren,
da könnt´s noch soviel Haken und
Kreuze schlagen
ich bin stolz auf meine Buben.
Und wenn ich einmal genug hab´und mir die
Zähnd mit einer Black und Decker putz´
und mir Piranhas ins Fussbad einehau,
merkt´s Euch, liebe Leut´, ich kann gehen, wann
und wie ich will, das geht Euch überhaupt nix an.
...ich setze noch einen drauf! Achtung ebenfalls Satire!
An Euch
Wenn ich im Kanal mit meinen besten Freud´
das sind die Ratten, schwarze Messen lesen tu´,
dann bleibt´s oben liebe Leut´
und stört´s uns net
lass´s den Kanaldeckel g´fälligst zu ...
Georg Kreisler ist ja schon schwarz, aber der Ludwig Hirsch übertrifft ihn um Klassen.
Das Kreisler-Lied stammt aus den 60er Jahren, da war er noch mit seiner Frau, Topsy Küppers, zusammen. Die beiden waren ein unschlagbares Paar. Ich mochte sie zusammen unheimlich gern. Von ihr habe ich gar nichts mehr gehört. Daß ich "Tauben vergiften im Park" nicht ganz so schlimm finde wie den "Kanaldeckel" mag wohl daran liegen: ich sehe Kreisler am Klavier sitzen, sehe seine Augen blitzen und höre seine Stimme. Ludwig Hirsch kenne ich dagegen nicht, vermute er hat den Text auch für ein Kabarett geschrieben. Aber ich habe keinen Eindruck dazu, nur den Text - und der ist echt gruselig.
Gänsehautgrüße,
Josi
Eiskristallin
16.12.2004, 22:51
Hier sind 3 Texte von Rainhard Fendrich,der meiner Meinung nach auch etliche sehr gute Texte geschrieben hat (vor allem früher, 80er Jahre, manchmal aber auch noch heute):
Leider sehr wahr dieser Text über Heuchelei etc.:
Menschen (R.Fendrich)
Dir dir ihre Hände drücken
und dann hinter deinem Rücken
sagen, was sie wirklich denken
lächelnd ihre Lügen lenken
Menschen
Die dir auf die Schulter klopfen
Worte in die Ohren stopfen
Wenn sie dich genug betrogen
spürst du ihren Ellenbogen
Menschen
Die mit blütenweißen Weste
deine Atemluft verpesten
die dir deine Fehler sagen
heimlich ihre Kinder schlagen
Die auf dicken Hintern sitzen
grinsend ihren Bleistift spitzen
dich mit ihren Reden lähmen
über deinen Wert bestimmen
Menschen
Die, die ihre Macht verteilen
vollgespickt mit Vorurteilen
die, die in den Händen schwitzen
ängstlich ihren Ruf beschützen
Menschen
Die gerecht in allen Sätteln
niemals um Vergebung betteln
die dir in die Augen seh'n
furchtlos über Leichen geh'n
Die sich deine Freunde nennen
weil sie deine Fehler kennen
und dann hinter deinem Rücken
lächelnd sich die Hände drücken
Menschen
Dann dieser Text, mit dem ich mich sehr gut identifizieren kann (glaube, ich werde ihn als Signatur nehmen…):
Ich wollte nie einer von denen sein (R. Fendrich)
Ich wollte nie einer von denen sein,
die sich von fremden Zungen ihre Weisheit stehlen,
dressierte Ohrenmit schlecht kopierter Klugheit quälen,
die in den Spiegeln der Vernunft sich selber seh'n
und Unzulänglichkeiten niemals eingesteh'n.
Die nie im Leben aufbegehren,
sich mit jedem arrangieren,
die verdammt in ihrer Mittelmäßigkeit,
die auf ausgetret'nen Wegen keinen Schritt zuweit bereu'n,
ich wollte nie einer von denen sein.
Ich wollte nie einer von denen sein,
die sich mit vorgewärmter Sicherheit begnügen
und überängstlich ihre dicken Häute pflegen,
verbittert lebenslänglich ihre Kreise zieh'n,
mit toten Augen ahnungslos im Dunkeln steh'n.
Die eingebettet in Schablonen
sich in Bequemlichkeiten sonnen,
ständig wiederkäuend, niemals hungrig sind,
die auf ausgetret'nen Wegen keinen Schritt zuweit bereu'n,
ich wollte nie einer von denen sein,
ich wollte nie einer von denen sein.
Dieser Text ist auch sehr schön. Inspiriert vom "Club der toten Dichter" (den Fendrich mal zu einem Musical umarbeiten wollte, was aber wohl (noch?) nichts geworden ist):
Tote Dichter (R. Fendrich)
An welche Wahrheit soll man Glauben?
Kann man das glauben, was geschieht?
Wenn wir den Kindern ihre letzten Märchen rauben,
dann gibt es keinen mehr, der noch die Wunder sieht.
Wir haben leider viel zu viele tote Dichter,
kaum mehr ein Mann, der träumen kann wie Don Quichote,
denn wir haben leider viel zu viele selbsternannte Richter
und einen heimatlosen Gott.
Wer hält noch fest an Idealen?
Wer pflanzt noch einen Apfelbaum?
Wer fängt sie ein, die letzten Sonnenstrahlen,
wenn's nicht die Dichter tun?
Die Lästerer wohl kaum.
Wir haben leider viel zu viele tote Dichter,
kaum mehr ein Mann aus Leidenschaft wie Lanzelot,
denn wir fürchten leider die Moral
der vielen heuchelnden Gesichter
vor einem alten heimatlosen Gott.
Die Fantasie stirbt in Sekunden
ein Traum wird mühelos zerstört,
ein fernes Ziel ist schnell verschwunden,
verliert die Freiheit der Idee an Stellenwert.
Ich will und kann mit den Gedanken
immer höher fliegen.
Wie Peter Pan steh' ich auch irgendwann
am Abschußplan,
Denn wir haben leider viel zu viele
hirnverbrannte Schlächter
und einen alten erbarmungslosen Gott.
Ja Josi, er ist rabenschwarz,die Texte haben es in sich. Er bringt seine Lieder mit einer samtweichen Schmeichelstimme. Der Kontrast ist grandios. Ich liebe seine Stimme und bekomme eine Gänsehaut, wenn ich ihn höre. l.G. an dich von Angie :)
Wie kannst du von dir sagen
nein, schön bin ich nicht?
Stell dich vor einen Spiegel
und hör, was er spricht.
Du hast Augen, die nicht tot sind,
nicht von Stumpfheit bedroht sind,
die vor Blendern nicht kneifen,
das Belangreiche begreifen
und den Rest glatt übersehn.
Du hast warme, wache Augen
die verwirren, manchmal irren
niemals einseitig betrachten
und statt blindlings zu verachten,
auch mal liebevoll verstehn.
Von solchen Augen
wird man gern gesehn.
Ein Foto aus dem Album
mit dir im Gegenlicht
für eine hundetstel Sekunde
erstarrt dein Gesicht.
Denn du hast Lippen, die sich sträuben
gegen ein aufgesetztes Lächeln,
die immer ehrlich bleiben
sich einfach zu verziehen
liegt ihnen fern,
von deinen Lippen ist dein Wesen
ungeschminkt abzulesen,
sie zeigen mir zumindest
was du zur Zeit empfindest,
ohne sich zu sperrn.
Wie kannst du von dir sagen
nein, schön bin ich nicht?
Stell dich vor einen Spiegel
und hör, was er spricht.
Du hast Augen, die nicht tot sind,
nicht von Stumpfheit bedroht sind,
die vor Blendern nicht kneifen,
das Belangreiche begreifen
und den Rest glatt übersehn.
...
Ein wunderschöner Text. Hermann van Veen ist ein Meister der leisen Töne, seine Texte sind es immer wert nicht nur gehört, sondern auch beachtet zu werden. Schade, daß es seit geraumer Zeit so still um ihn geworden ist. Liegt das am Alter, oder hat sich einfach der Musikgeschmack gewandelt? Den ultimativen Kick gibt es ja wohl nur noch, wenn es so laut hämmert, daß einem schier die Trommelfelle platzen. GsD brauche ich das nicht, um in zu sein.
Ganz leise, zarte Weihnachtsgrüße (still, still, weil's Kindlein schlafen will ...)
Josi
Zarazart
24.12.2004, 13:23
Genug ist nicht genug
Konstantin Wecker
Dass der Himmel heut' so hoch steht,
kann doch wirklich kein Versehen sein.
Und es ist bestimmt kein Zufall,
dass die Lichter sich vom Dunst befrei'n.
Ich sitz' regungslos am Fenster,
ein paar Marktfrau'n fangen sich ein Lächeln ein.
Irgendwo da draußen pulst es, und ich hab es satt,
ein Abziehbild zu sein.
Nichts wie runter auf die Strasse und dann renn' ich jungen Hunden hinterher.
An den Häusern klebt der Sommer und die U-Bahn-Schächte atmen schwer.
Dieser Stadt schwillt schon der Bauch, und ich bin zum großen Knall bereit.
Auf den Dächern hockt ein satter Gott und predigt von Genügsamkeit.
Ref.:
Genug ist nicht genug,
ich lass mich nicht belügen.
Schon Schweigen ist Betrug.
Genug kann nie genügen.
Viel zu lange rumgesessen, über'm Boden dampft bereits das Licht.
Jetzt muss endlich was passieren, weil sonst irgendwas in mir zerbricht.
Dieser Kitzel auf der Zunge, selbst das Abflusswasser schmeckt nach Wein.
Nochmal kurz den Mund geleckt, und dann tauch' ich ins Gewühl hinein.
Komm, wir brechen morgen aus, und dann stellen wir uns gegen den Wind.
Nur die Götter geh'n zugrunde, wenn wir endlich gottlos sind.
Auf den ersten Rängen preist man dienstbeflissen und wie immer die Moral.
Doch mein Ego ist mir heilig und ihr Wohlergehen ist mir sehr egal.
[Ref]
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Ich hab ein zärtliches Gefühl
Herman van Veen
Ich hab ein zärtliches Gefühl
für jeden Nichtsnutz, jeden Kerl,
der frei umherzieht ohne Ziel,
der niemands Knecht ist, niemands Herr.
Ich hab ein zärtliches Gefühl
für den, der seinen Mund auftut,
der Gesten gegenüber kühl,
und brüllt, wenn's ihm danach zumut.
Ich hab ein zärtliches Gefühl
für den, der sich zu träumen traut,
der, wenn sein Traum die Wahrheit trifft,
noch lachen kann - wenn auch zu laut.
Ich hab ein zärtliches Gefühl
für jede Frau, für jeden Mann,
für jeden Menschen, wenn er nur
vollkommen wehrlos lieben kann
zenzero nero
24.12.2004, 14:19
Geschichte von Gott
Als Gott nach langem Zögern wieder mal nach Hause ging, war es
schön ; sagenhaftes Wetter ! Und das erste was Gott tat, war :
die Fenster sperrangelweit zu öffnen, um sein Häuschen gut zu lüften.
Und Gott dachte : Vor dem Essen werde ich mir noch kurz die
Beine vertreten. Und er lief den Hügel hinab zu jenem Dorf,
von dem er genau wußte, daß es da lag.
Und das erste, was Gott auffiel, war, daß da mitten im Dorf
während seiner Abwesenheit etwas geschehen war, was er nicht
erkannte. Mitten auf dem Platz stand eine Masse mit einer
Kuppel und einem Pfeil, der pedantisch nach oben wies.
Und Gott rannte mit Riesenschritten den Hügel hinab, stürmte
die monumentale Treppe hinauf und befand sich in einem un-
heimlichen, naßkalten, halbdunklen, muffigen Raum.
Und dieser Raum hing voll mit allerlei merkwürdigen Bildern,
viele Mütter mit Kind mit Reifen überm Kopf und ein fast sadi-
stisches Standbild von einem Mann an einem Balkengerüst. Und
der Raum wurde erleuchtet von einer Anzahl fettiger, gelblich-
weißer, chamoistriefender Substanzen, aus denen Licht leckte.
Er sah auch eine höchst unwahrscheinliche Menge kleiner Kerle
herumlaufen mit dunkelbraunen und schwaren Kleidern und
dicken Büchern unter müden Achseln, die selbst aus einiger
Entfernung leicht modrig rochen.
"Komm mal her! Was ist das hier ?"
Was ist das hier ! Das ist eine Kirche, mein Freund.
Das ist das Haus Gottes."
"Aha ... wenn das hier das Haus Gottes ist, Junge,
warum blühen hier dann keine Blumen,
warum strömt dann hier kein Wasser
und warum scheint dann hier die Sonne nicht,
Bürschchen ?!"
"....das weiß ich nicht."
"Kommen hier viele Menschen her, Knabe?"
"Es geht in letzter Zeit etwas zurück."
"Und woher kommt das Deiner Meinung nach?
Oder hast Du keine Meinung?"
"Es ist der Teufel. Der Teufel ist in die Menschen gefahren.
Die Menschen denken heutzutage, daß sie selbst Gott sind
und sitzen lieber auf ihrem Hintern in der Sonne."
Und Gott lief fröhlich pfeifend aus Kirche auf den Platz.
Da sah er auf einer Bank einen kleinen Kerl in der Sonne sitzen.
Und Gott schob sich neben das Männlein, schlug die Beine über-
einander und sagte : ".... Kollege !"
Hermann van Veen (1974)
Eiskristallin
06.03.2005, 01:42
Dieses Lied hat uns unser Religionslehrer einmal in der Schule vorgespielt. Ich fand es so traurig, daß viel, viel Beherrschung notwendig war, damit ich nicht mitten im Unterricht losgeweint habe. Später kaufte ich mir die CD, weil ich den Text so wunderschön, treffend und tieftraurig, weil wahr empfand. Hier ist er:
Reinhard Mey
Der Bär, der ein Bär bleiben wollte
(Nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Jörp Müller und Jörg Steiner, erschienen imn Verlag Sauerländer, Aarau}
Er lebte in den Wäldern und lebte frei und allein,
Sein Reich ging von den Hügeln bis tief ins Land hinein.
Vom Bach bis an die Ufer seines Flusses und von da
Hinab bis in die Täler, soweit sein Auge sah.
Er kannte jede Höhle und fast jeden Blaubeerstrauch,
Die Lieblingsplätze der Forellen selbstverständlich auch.
Und abends liebte er es sehr, im hohen Gras zu stehn,
An einen Fels gelehnt zu denken, und ins Land hinauszusehn.
So stand der Bär auch an jenem Nachmittag auf dem Fels,
Recht deutlich spürte er den Herbstwind schon in seinem Pelz
Am Himmel sah er Wildgänse in Scharen südwärts ziehn,
Er gähnte oft, und er war müd', und es fröstelte ihn.
Er trottete zu seiner Lieblingshöhle durch das Laub,
Verscharrte noch den Eingang hinter sich und sprach: „Ich glaub'
Es riecht nach Schnee", während er letzte Vorkehrungen traf.
Legte sich auf sein Lager und begann den Winterschlaf.
Er sollte recht behalten, es begann noch nachts zu schnei'n.
Der Winter zog in seinen Wald, der Boden fror zu Stein.
Ein eis'ger Wind sang in den klaren Nächten im Geäst.
Dem Bär'n in seinem Unterschlupf war warm und er schlief fest.
Doch mit dem Winter kamen auch die Menschen in den Wald.
Sie fällten Baum um Baum, vermaßen, zäunten ein und bald
Brachten sie Kräne, Rohre, Bagger, Stahlbeton. Schon stand
Genau über der Höhle eine Fabrik im Land.
Der Frühling kam, und gut gelaunt erwachte auch der Bär
Tief unten in der Höhle, nur das Aufstehn fiel noch schwer.
Und als er dann schlaftrunken durch den engen Ausgang stieg,
Stand er ungläubig mitten auf dem Vorhof der Fabrik.
Da kam auch schon ein Pförtner brüllend auf ihn zumarschiert,
„Los Du da, an die Arbeit, statt hier 'rumzustehn, kapiert."
„Verzeihung", sprach der Bär verstört, „aber ich bin ein Bär."
„Jetzt reicht's mir", schrie der Mann, „zum Personalchef, kein Wort mehr!"
Der Personalchef war ein muffiger, verhärmter Mann.
„Ich bin ein Bär", sagte der Bär, „das sieht man mir doch an."
„Was ich sehe, ist meine Sache" sprach der Mann, „und Du
Bist ein dreckiger Faulpelz und noch unrasiert dazu."
Dann schubste er ihn zum Vizedirektor, der aktiv
Und sehr ergeben unterwürfig den Direktor rief.
Der sprach und ließ dabei seinen Managersessel drehn,
„Unser Herr Präsident wünscht das faule Subjekt zu seh'n."
„Soso", sagte der Präsident, „Sie sind also ein Bär."
Er hatte das größte Büro und langweilte sich sehr.
Er war so mächtig, daß er keinen Schreibtisch mehr besaß,
Keine Krawatte tragen mußte und nur Comics las.
„Wenn Sie ein Bär sind, bitte, dann beweisen Sie das auch."
Der Bär kratzte sich vor Verlegenheit über den Bauch.
„Nein, Bären gibt es nur in Zoo und Zirkus kurz und klein.
Genau dort hol'n wir jetzt ein Gutachten über Sie ein."
Die Präsidentenlimousine fuhr den Bär'n zum Zoo,
Und seine Artgenossen musterten ihn schadenfroh.
Und einstimmig erklärten sie, wer Auto fährt, und wer
Nicht hinter Gittern lebt, sei alles andere als ein Bär.
Die Tanzbären im Zirkus urteilten genauso prompt,
Weil wer nicht tanzt und radfährt, nicht als Bär infrage kommt.
Die Heimfahrt über dachte er „und ich bin doch ein Bär,
Ich weiß es doch, ich weiß es", doch er wehrte sich nicht mehr.
Er ließ sich Arbeitszeug anziehn, und als man ihm befahl,
Sich zu rasier'n, rasierte er sich seine Schnauze kahl.
Stempelte seine Stechkarte wie jeder andre Mann
Und lernte, daß der Tag mit einem Hupsignal begann.
Er ließ sich an eine Maschine setzen, wo ein Griff
Von rechts nach links zu dreh'n war, wenn eine Sirene pfiff.
Und wenn man das versäumte, leuchtete ein rotes Licht,
Das zeigte, ob der Mann daran grad' arbeitete oder ob nicht.
So stand er Tag für Tag an der Maschine, drehte stumm
Den Griff von rechts nach links und danach wieder rechts herum.
Nur in der Mittagspause mußt' er zum Fabrikzaun gehn,
Um durch Maschinen und Stacheldraht ins Land hinauszuseh'n.
Die Osterglocken blühten und verblühten vor dem Zaun.
Ein Sommer kam und ging, der Herbst färbte die Wälder braun.
Am Himmel sah er Wildgänse in Scharen südwärts ziehn.
Er gähnte oft, und er ward müd', und es fröstelte ihn.
Er gähnte immer mehr, je mehr er sich zusammennahm.
Er wurde immer müder, je näher der Winter kam.
Vom Wachen taten ihm oft mittags schon die Augen weh,
Er stand am Zaun und sagte vorsieh hin: „Es riecht nach Schnee."
An dem Nachmittag schlief er glatt an der Maschine ein,
Hörte nicht die Sirene, nur den Personalchef schrei'n,
„He, Du da, raus, Du bist entlassen, hier ist Dein Restlohn."
„Entlassen?",.jubelte der Bär und machte sich davon.
Sein Bündel auf der Schulter, wanderte er ohne Ziel
Einfach gradaus im Schnee, der schon in dicken Flocken fiel.
So ging er einen Tag, eine Nacht und noch einen Tag
Auf der Standspur der Autobahn, wo nicht so viel Schnee lag.
Mal zählte er die Autos, die er sah, doch ihm fiel ein,
Daß er nur bis fünf zählen konnte, und so ließ er's sein.
Und dann am zweiten Abend sah er in der ferne hell,
Im dichten Schneegestöber Neonbuchstaben: „Motel".
Durchfroren, naß und müde trat der Bär an den Empfang.
Der Mann hinter dem Tresen rührte sich nicht und schwieg lang.
Tat unheimlich beschäftigt, um beiläufig zu erklär'n:
„Wir haben keine Zimmer frei für Landstreicher und Bär'n.
„Habe ich das Wort ,Bär' gehört, sagten Sie ,Bär' vorhin?
Das heißt, Sie sind der Meinung, daß ich wirklich einer bin."
Der Mann griff kreidebleich zum Telefon, der Bär ging schnell
Zur Tür, und er verschwand im Wald, gleich hinter dem Motel.
Er stapfte durch den Wald, der ihm jetzt fremd und feindlich schien.
Er ging, und nach und nach verließen seine Kräfte ihn.
Ich muß jetzt darüber nachdenken, dachte sich der Bär,
Was mit mir werden soll, wenn ich nur nicht so müde war'.
Er setzte sich vor eine Höhle und starrte noch lang
Ins Leere, hörte, wie der Schneesturm in den Bäumen sang.
Er spürte ihn nicht mehr und ließ sich ganz und gar zuschnei'n,
Und vor dem dritten Morgen seiner Reise schlief er ein.
Sternenfee
20.03.2005, 17:22
Geh spuck den Schnuller aus,
die Mama is net zhaus,
geh zier di net,
komm mit in's Gitterbett.
Weisst wie schoen des is,
mach ma ein' Windelstriptease,
und dann zeig i dir meins
und du zeigst mir deins?
Ja es wird hoechste Zeit,
dass wir's endlich treiben
oder willst mit zweieinhalb noch Jungfrau bleiben?
Wir wern die Bilderbuecher alle beim Fenster aussehaun
ja wer glaubt denn den Dreck,
man muss dem Heute ins Auge schaun!
Weisst wie des wirklich war
vor hunderttausend Jahr
im Lebkuchenhaus -
du weisst es net, dann pass auf:
Haensel und Gretel san gangen,
sie war von ihm schwanger,
in den tiefen Wald,
es war so finster und auch so grimmig kalt.
"Hoer auf zum platzen!" sagt der Haensel
"es hat ja kein Sinn",
die Hex war naemlich a Engelmacherin.
Und die Micky Maus zieht die Minny Maus aus,
und der Dagobert Duck is nach'm Donald verruckt,
und klein Adlerauge sagt ganz befriedigt "Uff",
is ja kein Wunder, er kommt grad aus'm Disneylandpuff,
und wennst es noch net weisst, dann wirst es gleich wissen,
klein Bambi treibt's mit an Sodomisten!
Wer hat das Hoeschen vom Dornroeschen?
Und Schneewittchen haett's gern trieben mit allen sieben,
aber hinterm siebten Berg wohnen nur schwule Zwerg,
jedes Jahr im Mai laden's den Nurejew ein.
Und des Rotkaeppchen, des kleine, des hat's auch net leicht,
es stuerzt bei der Tuer, im Gsicht ganz bleich,
"Grossmutter", weisst, wer mir im Wald begegnet ist?
Es war der grosse boese Wolf, der ist ein Exhibitionist!"
Geh spuck den Schnuller aus,
die Mama is net zhaus,
geh zier di net,
komm mit in's Gitterbett.
Wir wern die Bilderbuecher alle beim Fenster aussehaun,
wir brauchen s'net,
jetzt tun wir Pornohefteln schaun,
dem Heut ins Auge schaun.
@sternenfee
uff, mehr fällt mir dazu nicht ein
Sternenfee
20.03.2005, 17:48
Leider habe ich keine Texte parat, weiß auch nicht, wo ich sie auftreiben könnte.
Auf jeden Fall haben mich Liedermacher immer sehr angesprochen, ganz im Gegensatz zu dem faden Schlager-Gedudel. Dabei fällt mir auf, daß es um meine Favoriten inzwischen ziemlich still geworden ist. Woran das wohl liegen mag??? ;)
Franz-Josef Degenhardt
Ulrich Roski
Reinhard Mey
Insterburg & Co
und da ist noch einer von der Waterkant, leider fällt mir der Name grad nicht ein...
Roski, Mey und Ingo Insterburg sind natürlich eine Berliner Klicke. Wen wundert's also?
Engagierte, widerborstige Grüße,
Josi
Hallo Josi,
kuck mal da...http://www.songtext-archiv.de
oder http://www.basc.de/gedichte/index.php?topicid=12
und http://www.lyrics-world.de/
oder noch http://www.lemvista.de/
Viel Spaß...Julie
zenzero nero
21.03.2005, 00:02
Der Ludwig Hirsch war immer schon bitterböse, Raven, legte den Finger in viele Wunden.
und - ich mag seine abgrundtiefen Lieder, auch seine Stimme.
Ich hörs immer wieder gern, werd dann auch ans Unheil erinnert.
Und - Uff, das oder so ähnlich, hab ich beim ersten Hören vor vielen, vielen Jahren auch gesagt, hab das Lied noch in Vinyl.
Eiskristallin
21.03.2005, 00:32
Dieses Lied hat uns unser Religionslehrer einmal in der Schule vorgespielt. Ich fand es so traurig, daß viel, viel Beherrschung notwendig war, damit ich nicht mitten im Unterricht losgeweint habe. Später kaufte ich mir die CD, weil ich den Text so wunderschön, treffend und tieftraurig, weil wahr empfand. Hier ist er:
Reinhard Mey
Der Bär, der ein Bär bleiben wollte
(Nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Jörp Müller und Jörg Steiner, erschienen imn Verlag Sauerländer, Aarau}
Er lebte in den Wäldern und lebte frei und allein,
Sein Reich ging von den Hügeln bis tief ins Land hinein.
Vom Bach bis an die Ufer seines Flusses und von da
Hinab bis in die Täler, soweit sein Auge sah.
Er kannte jede Höhle und fast jeden Blaubeerstrauch,
Die Lieblingsplätze der Forellen selbstverständlich auch.
Und abends liebte er es sehr, im hohen Gras zu stehn,
An einen Fels gelehnt zu denken, und ins Land hinauszusehn.
So stand der Bär auch an jenem Nachmittag auf dem Fels,
Recht deutlich spürte er den Herbstwind schon in seinem Pelz
Am Himmel sah er Wildgänse in Scharen südwärts ziehn,
Er gähnte oft, und er war müd', und es fröstelte ihn.
Er trottete zu seiner Lieblingshöhle durch das Laub,
Verscharrte noch den Eingang hinter sich und sprach: „Ich glaub'
Es riecht nach Schnee", während er letzte Vorkehrungen traf.
Legte sich auf sein Lager und begann den Winterschlaf.
Er sollte recht behalten, es begann noch nachts zu schnei'n.
Der Winter zog in seinen Wald, der Boden fror zu Stein.
Ein eis'ger Wind sang in den klaren Nächten im Geäst.
Dem Bär'n in seinem Unterschlupf war warm und er schlief fest.
Doch mit dem Winter kamen auch die Menschen in den Wald.
Sie fällten Baum um Baum, vermaßen, zäunten ein und bald
Brachten sie Kräne, Rohre, Bagger, Stahlbeton. Schon stand
Genau über der Höhle eine Fabrik im Land.
Der Frühling kam, und gut gelaunt erwachte auch der Bär
Tief unten in der Höhle, nur das Aufstehn fiel noch schwer.
Und als er dann schlaftrunken durch den engen Ausgang stieg,
Stand er ungläubig mitten auf dem Vorhof der Fabrik.
Da kam auch schon ein Pförtner brüllend auf ihn zumarschiert,
„Los Du da, an die Arbeit, statt hier 'rumzustehn, kapiert."
„Verzeihung", sprach der Bär verstört, „aber ich bin ein Bär."
„Jetzt reicht's mir", schrie der Mann, „zum Personalchef, kein Wort mehr!"
Der Personalchef war ein muffiger, verhärmter Mann.
„Ich bin ein Bär", sagte der Bär, „das sieht man mir doch an."
„Was ich sehe, ist meine Sache" sprach der Mann, „und Du
Bist ein dreckiger Faulpelz und noch unrasiert dazu."
Dann schubste er ihn zum Vizedirektor, der aktiv
Und sehr ergeben unterwürfig den Direktor rief.
Der sprach und ließ dabei seinen Managersessel drehn,
„Unser Herr Präsident wünscht das faule Subjekt zu seh'n."
„Soso", sagte der Präsident, „Sie sind also ein Bär."
Er hatte das größte Büro und langweilte sich sehr.
Er war so mächtig, daß er keinen Schreibtisch mehr besaß,
Keine Krawatte tragen mußte und nur Comics las.
„Wenn Sie ein Bär sind, bitte, dann beweisen Sie das auch."
Der Bär kratzte sich vor Verlegenheit über den Bauch.
„Nein, Bären gibt es nur in Zoo und Zirkus kurz und klein.
Genau dort hol'n wir jetzt ein Gutachten über Sie ein."
Die Präsidentenlimousine fuhr den Bär'n zum Zoo,
Und seine Artgenossen musterten ihn schadenfroh.
Und einstimmig erklärten sie, wer Auto fährt, und wer
Nicht hinter Gittern lebt, sei alles andere als ein Bär.
Die Tanzbären im Zirkus urteilten genauso prompt,
Weil wer nicht tanzt und radfährt, nicht als Bär infrage kommt.
Die Heimfahrt über dachte er „und ich bin doch ein Bär,
Ich weiß es doch, ich weiß es", doch er wehrte sich nicht mehr.
Er ließ sich Arbeitszeug anziehn, und als man ihm befahl,
Sich zu rasier'n, rasierte er sich seine Schnauze kahl.
Stempelte seine Stechkarte wie jeder andre Mann
Und lernte, daß der Tag mit einem Hupsignal begann.
Er ließ sich an eine Maschine setzen, wo ein Griff
Von rechts nach links zu dreh'n war, wenn eine Sirene pfiff.
Und wenn man das versäumte, leuchtete ein rotes Licht,
Das zeigte, ob der Mann daran grad' arbeitete oder ob nicht.
So stand er Tag für Tag an der Maschine, drehte stumm
Den Griff von rechts nach links und danach wieder rechts herum.
Nur in der Mittagspause mußt' er zum Fabrikzaun gehn,
Um durch Maschinen und Stacheldraht ins Land hinauszuseh'n.
Die Osterglocken blühten und verblühten vor dem Zaun.
Ein Sommer kam und ging, der Herbst färbte die Wälder braun.
Am Himmel sah er Wildgänse in Scharen südwärts ziehn.
Er gähnte oft, und er ward müd', und es fröstelte ihn.
Er gähnte immer mehr, je mehr er sich zusammennahm.
Er wurde immer müder, je näher der Winter kam.
Vom Wachen taten ihm oft mittags schon die Augen weh,
Er stand am Zaun und sagte vorsieh hin: „Es riecht nach Schnee."
An dem Nachmittag schlief er glatt an der Maschine ein,
Hörte nicht die Sirene, nur den Personalchef schrei'n,
„He, Du da, raus, Du bist entlassen, hier ist Dein Restlohn."
„Entlassen?",.jubelte der Bär und machte sich davon.
Sein Bündel auf der Schulter, wanderte er ohne Ziel
Einfach gradaus im Schnee, der schon in dicken Flocken fiel.
So ging er einen Tag, eine Nacht und noch einen Tag
Auf der Standspur der Autobahn, wo nicht so viel Schnee lag.
Mal zählte er die Autos, die er sah, doch ihm fiel ein,
Daß er nur bis fünf zählen konnte, und so ließ er's sein.
Und dann am zweiten Abend sah er in der ferne hell,
Im dichten Schneegestöber Neonbuchstaben: „Motel".
Durchfroren, naß und müde trat der Bär an den Empfang.
Der Mann hinter dem Tresen rührte sich nicht und schwieg lang.
Tat unheimlich beschäftigt, um beiläufig zu erklär'n:
„Wir haben keine Zimmer frei für Landstreicher und Bär'n.
„Habe ich das Wort ,Bär' gehört, sagten Sie ,Bär' vorhin?
Das heißt, Sie sind der Meinung, daß ich wirklich einer bin."
Der Mann griff kreidebleich zum Telefon, der Bär ging schnell
Zur Tür, und er verschwand im Wald, gleich hinter dem Motel.
Er stapfte durch den Wald, der ihm jetzt fremd und feindlich schien.
Er ging, und nach und nach verließen seine Kräfte ihn.
Ich muß jetzt darüber nachdenken, dachte sich der Bär,
Was mit mir werden soll, wenn ich nur nicht so müde war'.
Er setzte sich vor eine Höhle und starrte noch lang
Ins Leere, hörte, wie der Schneesturm in den Bäumen sang.
Er spürte ihn nicht mehr und ließ sich ganz und gar zuschnei'n,
Und vor dem dritten Morgen seiner Reise schlief er ein.
finde diesen text eigentlich nur ich so unglaublich berührend? *vorsichtignachfrag*
zenzero nero
21.03.2005, 00:47
Die beiden Autoren, Jörg Müller und Jörg Steiner, haben noch ein paar andere, auch von meinen Kindern, heißgeliebte Bücher "verbrochen". Alle mit einer ähnlichen Thematik, immer geht es um die Industrialisierung unserer Umwelt/Landschft, und ALLE sind gleichermassen fast dokumentarisch in ihrem nicht verniedlichendem Realismus und an- und aufrührend in der Darstellung der Verhältnisse so wie sie sind. Da bist Du nicht allein.
alfred212
21.03.2005, 01:11
Liebe Keetah,
ich habe das Lied vom Bären gerade durchgelesen und finde es auch sehr ergreifend. Es ist wirklich traurig zu sehen, wie im Getriebe von Konvention und Kommerz der Blick blind wird für die innere Wirklichkeit eines Wesens – gleich ob Bär oder Mensch. Die allgemeine Symbolik dieser Geschichte ist unübersehbar. Und mit dem ungewissen Ausgang krallt sich diese Symbolik gleichsam in der Seele des Lesers fest, lässt ihn hoffentlich nicht mehr los und hält ihn wach, damit er einen offenen Blick für das Eigentliche im Menschen behält oder wenn nötig allmählich wieder gewinnt.
Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Lied gerade auch einen jungen Menschen zutiefst ergreift, der – reich ausgestattet mit vielfältigen und viel versprechenden Gaben – um Verständnis und Heimatrecht auf dieser Welt ringt, der aber seine Eigenart gefährdet sieht und doch – wie der Bär – werden und bleiben möchte, was er wirklich ist.
Schön, dass Du dieses Erlebnis mit uns geteilt hast. Danke.
Eiskristallin
21.03.2005, 01:11
das freut mich, zenzero. werde mich mal nach den büchern umsehen.
Hallo Josi,
kuck mal da...http://www.songtext-archiv.de
oder http://www.basc.de/gedichte/index.php?topicid=12
und http://www.lyrics-world.de/
oder noch http://www.lemvista.de/
Viel Spaß...Julie
Danke für Deine Links.
Knut Kiesewetter war's, der mir nicht eingefallen ist.
Liebe Güße,
Josi
@ keetah: ich finde dieses gedicht auch furchtbar traurig...
überhaupt mag ich reinhard mey...
Eiskristallin
21.03.2005, 21:41
Liebe Keetah,
ich habe das Lied vom Bären gerade durchgelesen und finde es auch sehr ergreifend. Es ist wirklich traurig zu sehen, wie im Getriebe von Konvention und Kommerz der Blick blind wird für die innere Wirklichkeit eines Wesens – gleich ob Bär oder Mensch. Die allgemeine Symbolik dieser Geschichte ist unübersehbar. Und mit dem ungewissen Ausgang krallt sich diese Symbolik gleichsam in der Seele des Lesers fest, lässt ihn hoffentlich nicht mehr los und hält ihn wach, damit er einen offenen Blick für das Eigentliche im Menschen behält oder wenn nötig allmählich wieder gewinnt.
Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Lied gerade auch einen jungen Menschen zutiefst ergreift, der – reich ausgestattet mit vielfältigen und viel versprechenden Gaben – um Verständnis und Heimatrecht auf dieser Welt ringt, der aber seine Eigenart gefährdet sieht und doch – wie der Bär – werden und bleiben möchte, was er wirklich ist.
Schön, dass Du dieses Erlebnis mit uns geteilt hast. Danke.
danke. jemand, der mich versteht...:tanz:
auch einer, den ich mag:
Wenn der Sommer nicht mehr weit ist
Wenn der Sommer nicht mehr weit ist
und der Himmel violett,
weiß ich, daß das meine Zeit ist,
weil die Welt dann wieder breit ist,
satt und ungeheuer fett.
Wenn der Sommer nicht mehr weit ist
und die Luft nach Erde schmeckt,
ist´s egal, ob man gescheit ist,
wichtig ist, daß man bereit ist
und sein Fleisch nicht mehr versteckt.
Und dann will ich, was ich tun will, endlich tun.
An Genuß bekommt man nämlich nie zuviel.
Nur man darf nicht träge sein und darf nicht ruhn,
denn Genießen war noch nie ein leichtes Spiel.
Wenn der Sommer nicht mehr weit ist
und der Himmel ein Opal,
weiß ich, daß das meine Zeit ist,
weil die Welt dann wie ein Weib ist,
und die Lust schmeckt nicht mehr schal.
Wenn mein Ende nicht mehr weit ist,
ist der Anfang schon gemacht.
Weil´s dann keine Kleinigkeit ist,
ob die Zeit vertane Zeit ist,
die man mit sich zugebracht.
Und dann will ich, was zu tun ist, endlich tun.
An Genuß bekommt man nämlich nie zuviel.
Nur man darf nicht träge sein und darf nicht ruhn,
denn Genießen war noch nie ein leichtes Spiel.
Wenn der Sommer nicht mehr weit ist
und der Himmel violett,
weiß ich, daß das meine Zeit ist,
weil die Welt dann wieder breit ist,
satt und ungeheuer fett.
EV: Weckerleuchten (1976), Live in Muenchen (1981), Live in Austria (1988), Konzert 90 (1990), Uferlos in Salzburg Live (1994), live ´98 (1998)
Studioversion 1976 auf CD Das Beste - Zeitlos (1993) und auf CD Das pralle Leben (1997)
ganz neu!
All die unerhörten Klänge ...
Tief zermürbt vom Weltgeschehen
flog ich südwärts und ans Meer,
wollte mich nicht mehr verstehen,
trug an Selbstmitleid so schwer.
Hatte selbst vom Musizieren
ausnahmslos die Schnauze voll.
Ängstigte mich vor Klavieren,
pflegte meinen Menschheitsgroll.
Doch kaum war ich angekommen,
lag ein Rhythmus überm Land.
Und der machte mich benommen,
hat sich bei mir eingebrannt.
Ein paar Musikanten spielten
selbstvergessen nur für sich.
Ohne es genau zu wollen,
zielten sie genau auf mich.
All die unerhörten Klänge,
dieses Frohsein, diese Lust,
all das weckt in mir Gesänge,
die ich lang nicht mehr gewusst.
Diese unverstellte Freude,
dieses unverblümte Sein,
alles was ich jetzt vergeude,
hol ich nie mehr wieder ein.
Noch liegt mir der Frust im Magen,
Totentanz und Weltenbrand.
Doch ich will ein Tänzlein wagen -
unbeschuht, auf heißem Sand.
Und mein Leib fängt an zu beben.
Die Musik strömt in den Bauch,
lässt mich alten Trottel schweben,
und die Wampe wackelt auch.
Selbstverloren hingegossen -
alles in mir tanzt und singt.
Zeit und Raum sind längst verflossen,
weil es wieder in mir klingt.
All die unerhörten Klänge ...
EV: Am Flussufer (2005)
zenzero nero
10.05.2005, 02:10
(http://www.wecker.de/cgi-bin/cgi_lieder1)
Liebesdank (http://www.wecker.de/cgi-bin/cgi_lieder1)
Jetzt möchte ich dir endlich einmal danken
Daß du mich schon so lang ertragen hast
Meine Zerrissenheiten und mein Schwanken
Und den Ballast
Den ich so einfach auf dich wälzte, um befreit
Mein Menschsein männlich zu vollenden.
Wie oft lag diese Heldenhaftigkeit
In deinen lieben Händen.
Oft fände ich mich in dir gerne wieder
Doch immer wieder finde ich nur dich
So atmest du in jedem meiner Lieder
So lieb ich dich.
Vielleicht stand es in den berühmten Sternen,
Daß ich dich traf, doch das stand nicht darin
Ich habe noch so viel von dir zu lernen
Bis ich dir nahe bin.
Du hast geweint wenn ich mich selbst beweinte
Du warst bei mir wenn ich mich nicht mehr fand
Du warst es, die das Ungereimte
In mir zu einem Vers verband.
Oft fände ich mich in dir gerne wieder
Doch immer wieder finde ich nur dich
So atmest du in jedem meiner Lieder
So lieb ich dich.
EV: Liebeslieder (1999), Vaterland (2001), Vaterland live (2002)
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