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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zwänge


fragile
11.12.2004, 15:28
hatte schon seit langem vorgehabt, euch zu diesem thema zu befragen ... da ich mich allerdings nicht mehr erinnern kann, so einen thread eröffnet zu haben - voilà! (vergessliche fragile ... :p)

zwangsneurosen gehören ja, wie so vieles andere, was hier schon bis ins detail ausdiskutiert wurde, zu den "sensiblen syndromen" (s. pfeiffer). daher interessiert es mich brennend, ob sich womöglich auch unter euch welche befinden, die mit zwangshandlungen, -gedanken oder lästigen angewohnheiten zu tun haben, bzw. betroffene personen kennen ...
was sind die hintergründe? was kann man dagegen tun? solche fragen beschäftigen mich.
um euch zu beruhigen: nein, ich bin keine "richtige" zwangsneurotikerin, habe aber eine gewisse tendenz dazu bei mir festgestellt. als kind hatte ich sogar richtig schlimme zwänge - man mag sie auch rituale nennen, aber es war schon ziemlich übel. mit zwangsgedanken hatte ich noch vor gar nicht allzu langer zeit einschlägige erfahrungen gemacht. *brrr*

Eros
11.12.2004, 15:41
Hallo,


ich hatte mal die ganze Zeit den Zwang, wenn ich Brötchen gegessen hatte und es fielen Krümel auf den Boden, diese daraufhin gleich aufzukehren mit dem Besen.

Das empfand ich schon ehrlich gesagt als Zwang. Was Frauen anbelangt, glaube ich mal, die leiden mehr und eher unter Dingen wie Waschzwang. Was jetzt überwiegt weiß ich nicht.

glasperlenspielerin
11.12.2004, 20:41
ich komme aus ner regelrechten "zwängefamilie"...-wenn man das so sagen kann..

bei mir sind auch tendenzen da (vor allem mein perfektheitswahn.. ich habe ständig angst was zu verpassen.. -ich möcht das jetzt auch nicht weiter ausführen, weils sehr schwer zu erklären ist u. sehr belastend für mich;...


mein bruder ist zwangskrank u. war u.a. deswegen schon in der psychiatrie. er hat u.a. einen waschzwang und steht teilweise sogar nachts um 4h aus heitrem himmel aus, um sich die hände zu waschen. er hatte phasenweise schon gar keine obere hautschichten mehr und währen dseines letzten psychiatrieaufenhaltes, wo die pfleger nicht ganz so genau auf ihn achteten..stand er mit blutigen händen im waschzimmer und seine hände sahen aus wie verbrannt, waren k0mplett auf, zerfurcht, teilweise entzündet.. sehr schlimm anzusehen.....


eine meiner tanten (die ich auch als HSP einstufen würde) litt zu ende der pubertät/ anfang der zwanziger an einem reinlichkeitszwang -also praktisch fast dasselbe wie bei meinem bruder...

achjaa.. mein bruder hat auch noch den zwang, alles mehrmals zuzumachen und wieder auf und wieder zu usw. -braucht deswegen stunden fürs anziehen oder auch nen halben tag, wenn man ihm nicht hilft. usw.

und meine mutter hat nen leichten kontrollzwang (kontrolliert alle herdplatten/ schalter) immer zw. 5-10 mal. aber das hat sie seit ich klein bin..und es wurd auch nicht schlimmer seitdem. denke, "akut behandlungswürdig" ist es noch nicht..... aber in anderen bereichen ist sie auch zwanghaft..bis ins krankhafte. kann das jetzt aber nicht alles ausführen..


...

buntschatten
12.12.2004, 00:02
Als Kind hatte ich einige Zwänge....

Zuerst aus Angst etwas falsches oder böses zu tun. Da war ich noch echt klein, so etwa 3, denke ich. Da ist alles noch schwarz-weiss.
Ich habe mir damals eine Bibel gewünscht, denn irgendwo hatte ich gehört, dass in diesem Buch steht, wie man ein gutes und richtiges Leben führt. Und das war mein Hauptthema.

Irgendjemand hätte mir damals erklären müssen, dass jeder Mensch fehlbar ist, Graustufen sind Realität und das ist so völlig in Ordnung. Stattdessen bekam ich nur dieses kindgerechte "dies ist das richtige Verhalten und das ist falsch" zu hören. Und ich machte diese Forderungen zu meiner Messlatte und ich konnte nicht immer z.B. 100% die Wahrheit sagen.

Ich habe es so versucht.... In allen Kleinigkeiten...
So fing es nach meiner Erinnerung an mit Ticks, Zwängen und Ängsten....

Heute spüre ich unter Stress meine Anfälligkeit, ohne dass ich noch einmal damit zu kämpfen gehabt habe. Ist seit der Pubertät nicht wieder vorgekommen.

sternenschnee
12.12.2004, 13:36
ich hatte früher ebenfalls einige zwänge, wobei sich das duch viele jahre meiner kindheit zog und ein zwang den anderen abwechselte, falls man das so sagen kann.
eine lange zeit habe ich mir verboten, auch nur einen einzigen schlechten, negativen gedanken zu haben (ich dachte ernsthaft, dann würde etwas ganz schlimmes passieren. wenn wirklich etwas passierte, war ich allein daran schuld), wenn ich sie doch hatte, musste ich das irgendwie wieder gut machen, da gab es dann auch mehrere "rituale". aus angst, etwas falsches zu sagen, falsch und böse zu sein, konnte ich in vielen situationen überhaupt nicht sprechen, egal wie oft man mich angesprochen hat und egal wie nett die betreffende person war und egal wie harmlos die frage.
dann, ich war elf, musste ich alles zwei mal machen. bloß keine ungerade zahl entstehen lassen, ungerade zahlen waren das böse, gerade das gute. ich war also den ganzen tag damit beschäftigt, zwei mal zu zwinkern, zwei mal meinen arm in der gleichen art und weise zu bewegen, zwei mal zu blinzeln, zu atmen, türen aufzumachen usw.
danach bildete sich ein waschzwang aus, der sich allerdings glücklicherweise auf das haarewaschen beschränkte.
einige zeit ein putzzwang, so dass ich nicht selten morgens um fünf mein zimmer sauber gemacht habe und in völlige verzweiflung geraten bin, wenn ich irgendwo noch einen einzigen staubfussel entdeckte.

meine "zwangzeit" fing irgendwann in der kindheit an (in der grundschule war es auf jeden fall schon da), verstärkte sich dann bis ich ungefähr dreizehn/vierzehn war. danach folgten bis ich siebzehn war einige physisch schmerzhafte und durchaus auch irgendwie zwanghafte "ersatzhandlungen", die ich seitdem aber glücklicherweise allesamt losgelassen habe.

die hintergründe von diesem verhalten sehe ich eigentlich in meiner kindheit, die einfach zu viel für mich war, mit der ich allein zurechtkommen musste. die zwänge waren mein weg, damals. außerdem war da das nagende gefühl, anders zu sein, nicht in die welt, die sich die menschen um mich herum erschaffen, hineinzupassen, grundsätzlich fehlerhaft und einsam zu sein und das auch ständig bestätigt zu bekommen.
um die frage, was man gegen zwänge tun kann, zu beantworten: ich habe mit siebzehn eine therapie begonnen, die mir sehr geholfen hat. aber die eigentliche prävention wäre natürlich hilfe von außen gewesen, weniger menschen um mich herum, die mich traumatisierten. und eine, was andersartigkeit angeht, tolerantere und einfühlsamere umgebung.

soviel zu den zwängen in meiner vergangenheit. heute kann ich zum glück zwangsfrei leben. :huepfer:

alles liebe,
sternenschnee

Eros
12.12.2004, 17:52
Hallo,


hatte mal eine Zeit lang, den Zwang daß ich jeden Tag in die Schublade schauen musste um zu schauen, ob noch mein Geld da ist.

fragile
12.12.2004, 18:13
außerdem war da das nagende gefühl, anders zu sein, nicht in die welt, die sich die menschen um mich herum erschaffen, hineinzupassen, grundsätzlich fehlerhaft und einsam zu sein und das auch ständig bestätigt zu bekommen.

aber die eigentliche prävention wäre natürlich hilfe von außen gewesen, weniger menschen um mich herum, die mich traumatisierten. und eine, was andersartigkeit angeht, tolerantere und einfühlsamere umgebung.


hm, interessant ... da finde ich mich auf jeden fall wieder.
ich wurde erst vor kurzem mit der frage nach dem hintergrund, dem zweck meiner zwänge, konfrontiert. all die jahre lang hatte ich nie wirklich darüber nachgedacht, warum ich überhaupt dieses verhalten entwickelte. ich denke jetzt, es war wohl eine übermäßige sehnsucht nach sicherheit, nach halt ... die irgendwie in die falsche richtung führte.

das mit dem gefühl von falschheit und fehlverhalten kenn ich auch: aus angst, möglicherweise mit einer ungenauen aussage zu lügen (was für mich fatal gewesen wäre!), schob ich immer ein "glaub ich" in meine sätze. ich kann mich nicht mehr genau erinnern, aber ich schätze mal, ich habe den ausdruck verflucht oft benutzt ...

shadow of light
12.12.2004, 20:09
ich leide unter verschiedenen "zwängen" oder vielleicht sind es nur nervige angewohnheiten...
ich muss zb wenn ich mir die frage stelle wer das gerade gespielte lied singt sofort in erfahrung bringen wer das ist, oder wenn ich merke ich weiß zb die hauptstadt von einem land nicht etc für meine mitmenschen ist das nervtötend, aber ich habe das gefühl dass wenn ich es nicht weiß ein unglück geschieht (rational weiß ich dass es nicht so ist)
früher in der schule musste ich immer die treppen hochrennen und oben angekommen sein bevor die tür ins schloss fiel sonst hatte ich zb bezüglich arbeiten ein sehr schlechtes gefühl
ich habe eine art zählzwang (wenn ich gummibärchen esse müssen es immer vielfache von fünf sein zb) und phasenweise auch das problem nicht auf die fugen zwischen den steinen am boden treten zu dürfen.... so könnte ich wohl noch einige zeit weiter machen... insgesamt schränken mich diese macken manchmal schon sehr stark ein, aber irgendwie gehören sie auch zu mir

sternenschnee
12.12.2004, 23:23
@ fragile
die suche nach sicherheit und halt sehe ich auch als wesentliche gründe für die ausbildung von zwängen; da stimme ich dir also völig zu.
außerdem glaube ich, dass es bei zwängen auch wesentlich ist, dass man das gefühl bekommt, die welt beinflussen zu können, macht über etwas zu haben - ein bestimmtes verhalten ist schlecht, ein bestimmtes verhalten ist gut, die und die folgen werden geschehen, wenn ich das und das tue usw.
deshalb ist es vielleicht auch so, dass sehr häufig menschen, die sich eigentlich recht hilflos, allein und/oder jemandem oder etwas ausgeliefert fühlen, was stärker und mächtiger ist als man selbst, zwänge entwickeln. denn in der "zwangwelt" ist man eigentlich oft der mensch, der den weltlauf beeinflusst; zum positiven und zum negativen.
was auch noch wichtig sein könnte, ist dass man bei manchen zwängen (wie bei meinem zwang, alles zwei mal machen zu müssen) sehr auf das, was man tut, konzentriert ist, es bleibt kaum zeit für andere gedanken oder dafür, über etwas genauer nachzudenken, weil man so beschäftigt ist. somit könnten zwänge sicher auch eine ablenkung von gedanken und gefühlen und erinnerungen sein, die man nicht sehen und fühlen möchte. und man ist oft sogar so beschäftigt, dass man sich auch nicht die frage stellt, warum man überhaupt so handelt.
... ich hatte noch einen gedanken dazu, aber jetzt ist er weg. wenn er mir wieder einfällt, werde ich ihn noch ergänzen.

alles liebe,
sternenschnee

lost in everybody
13.12.2004, 13:58
Also so direkt Zwänge hatte ich wohl selten weiß nicht...jedenfalls kein Wasch- oder Ordnungszwang. Das was ich habe sind eher Zwänge aus Angst und Unsicherheit. So Kontrollzwänge, die aber wohl nicht "ganz schlimm" ausgeprägt sind, d.h. gucken, ob die Tür zu ist, ob ich nichts vergessen habe, Sätze und Gespräche öfter im Kopf zu wiederholen bevor ich sie ausspreche und hinterher überlegen, ob man das "richtige" gesagt hat, überlegen, ob man jemanden mit seinen Handlungen/Aussagen verletzten könnte etc. Desweiteren habe ich wohl einen "Grübelzwang", ich muss über alles und jeden nachdenken...auch bevor ich handeln kann...oft handle ich dann aber trotzdem nicht, denn es könnte ja "falsch" sein. Kritik fürchte ich im Bereich der Arbeit, "Anständigkeit" und Benehmen...es könnte ja nicht gut oder unangebracht sein. Manchmal habe ich auch so "Zwangsimpulse" und Gedanken z.B. von einer Brücke springen zu wollen, jemandem mit einem Messer etc zu verletzten, unanständige Wöter auszurufen etc.
Ich glaub ich bin eher so zwanghaft irgendwie...will alles korrekt und gut machen etc. "Unanständigkeiten" etc. empfinde ich als schlecht. Rituale habe ich wenn, dann nur in Gedanken.

lost.

justCrazy
13.12.2004, 18:41
ich finde dieses Thema sehr interessant :)

@ shadow of light: ich habe auch einen Zählzwang!! Das bedeutet, wenn ich irgendwo auf der Straße herumgehe, beginne ich meine Schritte zu zählen. Oder ich zähle die Straßenlaternen an denen wir vorbeifahren. Oder alle roten Autos. Manchmal zähle ich die Fließen an der Wand, oder die Fugen am Boden, die Kalorien im Essen (obwohl ich nicht abnehmen will) oder ich rechne mit den Nummernschildern von Autos... das mit den Gummibärchen kommt mir auch bekannt vor :D usw. usf.

zum Glück schränkt mich das nicht im mindesten ein.

mfG justCrazy

Clown
13.12.2004, 19:02
Just Crazy,
mit dem Zählzwang bist du in "guter Gesellschaft". Napoleon, als er den König von Würtenberg besuchte, ging nicht gleich ins Schloß, er mußte vorher erst sämtliche Fenster durchzählen.

Putzig übrigens, wie er den König, der einen Riesen-Leibesumpfang hatte, begrüßte.
Napoleon sagte zu ihm

"Majestät, ich bewundere die Dehnungsfähigkeit der menschlichen Haut!"

shadow of light
13.12.2004, 22:24
oder ich rechne mit den Nummernschildern von Autos...

das mit den rechenspielen kenne ich nur zu gut

lost in everybody
14.12.2004, 16:49
Noch mal zu den Hintergründen. Habe mal gelesen, dass fordernde Eltern mit hohen (oder unerfüllbaren) Ansprüchen Zwänge etc. bei ihren Kindern verursachen können. Nichts ist gut genug...man kann sich nie sicher sein, ob man sich "korrekt" verhalten hat. Auch "prüde" Eltern können bestimmt zu soetwas beisteuern...wenn man ständi denkt man tut unanständiges etc. Auch setzten die Zwänge ein Mangel an Vertrauen und Selbstvertrauen vorraus "Bin ich so gut genug wie ich bin?" "Habe ich das Fenster zu gemacht?...ich kann mir nicht trauen..sehe immer und immer wieder nach", "Ich könnte etwas schlimmes verbrochen haben"....das alles kann vielleicht eine Rolle spielen. Auch Angst vor eigenen "Trieben" und Aggressionen...denn ist ist ja oft die Bewertung, die den Zwangsgedanken gefährlich macht...z.B. "ich könnte mein Kind umbringen"...dann denkt man "das ist schlecht". Wenn man jedoch Aggressionen hat und genervt ist könnte man das doch auch einfach so bewerten, dass man das vielleicht nur denket, weil man unter Stress steht und das nichts schlimmes ist, weil man es ja nicht tun wird (normalerweise).

Wie das mit den Zählzwängen etc. ist weiß ich nicht...sind die dazu da um Ängste zu verringern? Ist wahrscheinlich bei jedem unterschiedlich.

Naja, das kurz dazu. lost.

träumerle
14.12.2004, 18:47
Ich kann mich in einigen Dingen, die ihr erzählt, wiederfinden...

Als Kind hatte ich einige Zwänge, wobei ich aber auch sagen muss, in einem gewissen Rahmen ist das vollkommen normal, gehört zur menschlichen Entwicklung dazu.

Beispiele: Nicht auf die Rillen auf dem Gehsteig treten. Immer rechts und links ausgleichen, d.h. wenn ich etwas mit der rechten Hand gemacht hab, musste die linke es auch machen - wenn ich gegessen hab, war ich immer sehr bedacht, rechts und links gleich viel zu kauen. Dann hatte ich irgendwann mal gelesen, dass es gesünder ist, die Dinge oft zu kauen und habe bei jedem Bissen immer bis 30 gezählt.
eine Zeitlang hatte ich auch Angst vor einem Kran, der auf dem Gelände eines Sägewerks stand, das auf meinem Schulweg war. Ich hatte das Gefühl, beobachtet zu werden und hatte Angst, von diesem Kran "geschnappt" zu werden. Hab mir da ne richtige Theorie zurechtgelegt - der Kran filmt alle, die vorbeigehen, und wenn er jemanden wiedererkennt, wird dieser geschnappt. Also musste ich jeden Tag anders dran vorbeilaufen. Mal hüpfend, mal gebückt, mal den Schal vorm Mund, mal ein Lied singend etc...

Heute sieht das anders aus, solche Zwänge habe ich nicht mehr, dafür aber andere.
So überprüfe ich immer alles 1000mal, z.B. ob ich wirklich den Schlüssel etc dabei hab, ob der Wecker auch wirklich gestellt ist etc.
Das sind aber Dinge, die mich nciht sehr stören. Chaotisch bin ich dennoch ;)

MMchen
14.12.2004, 18:48
Hallo, ich finde es gut, dass hier einmal das Thema Zwänge angesprochen wird. Zwänge begleiten mich seit meiner Grundschulzeit. Beim Schreiben musste ich bestimmte Buchstaben besonders "fettgedruckt" schreiben, die Kleidungsstücke mussten abends in einer bestimmten Reihenfolge hingelegt werden. Alles musste absolut seine Ordnung haben, ich war der Meinung, dass sonst meinen Eltern oder meinem Bruder etwas zustoßen würde, d.h. dass sie nicht wiederkommen würden. Auch solche Dinge wie an Holz klopfen (solange bis der Finger blutete) und dann hatte ich es immer noch nicht "richtig" gemacht. Besonders schlimm war es, wenn meine Eltern verreist waren, dann bin ich oft zu spät in die Schule gekommen, weil ich alle meine "Aufgaben" nicht in der zur Verfügung stehenden Zeit schaffte
Heute ist es etwas besser geworden, ich habe aber immer noch damit zu kämpfen.
Liebe Grüße MMchen

fragile
14.12.2004, 21:06
eine Zeitlang hatte ich auch Angst vor einem Kran, der auf dem Gelände eines Sägewerks stand, das auf meinem Schulweg war. Ich hatte das Gefühl, beobachtet zu werden und hatte Angst, von diesem Kran "geschnappt" zu werden. Hab mir da ne richtige Theorie zurechtgelegt - der Kran filmt alle, die vorbeigehen, und wenn er jemanden wiedererkennt, wird dieser geschnappt. Also musste ich jeden Tag anders dran vorbeilaufen. Mal hüpfend, mal gebückt, mal den Schal vorm Mund, mal ein Lied singend etc...


wirklich erstaunlich, dass ich mit den zwängen in "guter gesellschaft" bin ... aber irgendwann vor ein paar monaten gab es ja schon im thread "habt ihr ticks?" ein ergebnis, das auf so etwas schließen ließ.
die kran-theorie finde ich übrigens sehr originell, ich musste schmunzeln :D
ich hatte einen ähnlichen verrückten gedanken: man kann die zuschauer, die auf den tv-bildschirm schauen, durch eben diesen betrachten, à la "big brother is watching you" ... daher durfte ich mich nie vor dem fernseher umziehen, die leute auf der mattscheibe könnten mich ja schließlich sehen ... *lach*

ach ja, noch etwas zu deinem beitrag, lost:
du hast genau das angesprochen, was freud unter einem übermächtigen über-ich versteht (damit ist das mit den trieben + aggressionen gemeint). darunter leide ich auch, denke ich.

Dreamer
14.12.2004, 21:49
Ich erkenne mich in vielem was hier geschrieben wurde wieder.


Heute sieht das anders aus, solche Zwänge habe ich nicht mehr, dafür aber andere.
So überprüfe ich immer alles 1000mal, z.B. ob ich wirklich den Schlüssel etc dabei hab, ob der Wecker auch wirklich gestellt ist etc.
Das sind aber Dinge, die mich nciht sehr stören. Chaotisch bin ich dennoch ;)

Genau diese Zwänge habe ich auch noch. Überrascht mich immer wieder hier zu lesen, das ich nicht der Einzige bin, der solche Eigenheiten hat.

whistle
14.12.2004, 23:21
Das ist ja wirklich beruhigend,zu wissen,dass es einer Menge Leute ähnlich geht ,wie mir.Mir fällt ein Stein vom Herzen. Hört ihr ihn plumpsen? Und ich dachte schon,ich stünde so ziemlich allein damit da.
Also,das kommt mir auch alles ziemlich bekannt vor . Als Kind habe ich ständig die Lichtschalter kontrolliert,ob sie auch wirklich aus sind . Aus Angst vor Feuer . Ich darf auch keinen Fernseher mit Digitalanzeige haben , dann zähl ich nämlich immer die Striche der Zahlen . Kann mich dann natürlich nicht auf´s Fernsehen konzentrieren . Oft muss ich die Ecken und Seiten von Fenstern zählen . Irgendwie total bescheuert . 1,2,3,4 Ecken .1,2,3,4 Seiten . Beim Autofahren achte ich ständig auf die Nummernschilder . Bei manchen Nummernschildern weiss ich genau , an welchem Auto sie vorher (vor Jahren!) waren . Dazu muss ich allerdings sagen,dass ich in keiner Großstadt wohne . Ich könnte noch mehr Beispiele nennen ... Ich habe aber gemerkt,dass es keinen Sinn hat dagegen anzukämpfen . Auch,wenn es nervt. Je lockerer man es nimmt,desto besser.
Liebe Grüße

justCrazy
15.12.2004, 13:18
@ whistle:

ja du hast recht, ich glaube, je weniger man über die Zwänge nachdenkt, desto besser. Gestern in der Schule hab ich zum Beispiel mitgezählt, wie oft ein bestimmter Lehrer von mir "öhm" oder "ähm" während einer Stunde sagt. Natürlich konnte ich dem Unterricht dadurch nicht wirklich folgen, aber es war lustig, das genau die Zahl 77 rauskommen ist :D

7+7 = 14... *g* und gestern war der 14.

Manchmal ist mein Zählzwang sogar nützlich. Wenn mir fad ist zum Beispiel. :rolleyes:


mfG justCrazy

shadow of light
15.12.2004, 16:19
mich beruhigt es zb wenn beim zählen zahlen mit doppelter ziffer rauskommen oder zueinander passende zahlen, weshalb ich ständig bemüht bin zb uhrzeiten einen sinnvollen zusammenhang zu geben

fragile
15.12.2004, 17:37
7+7 = 14... *g* und gestern war der 14.


so etwas kann natürlich nur einer sehr aufmerksamen, feinfühligen person auffallen :cool:
ich mach solche dinge aber auch ganz gerne, ab und zu ... schön zu sehen, dass auch professoren manchmal nicht besonders redegewandt sind. :D

whistle
15.12.2004, 19:52
Ja,also ich meine,wenn so ein Zwang wirklich so extrem ist,dass das ganze Leben beeinflusst wird (bei einem Waschzwang zum Beispiel) , kann man das wohl nicht so locker sehen . Ich habe bei mir halt festgestellt,dass es stärker auftritt,wenn ich besonders belastet bin.Viel grübel.Früher habe ich gedacht:Oh Gott,jetzt wirst du echt bekloppt . Jetzt versuch´ich mir zu sagen:Locker bleiben . Das hat sicher seinen Sinn ! Das klappt nicht immer,aber immer öfter . :)