PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 1984


Dreamer
13.01.2005, 23:13
Beunruhigen euch auch diese zunehmenden Überwachungstendenzen. Neusprech setzt sich durch (siehe Kolateralschaden). Biometriedaten und Fingerabdrücke auf Reisepässen gespeichert (die nebenbei bemerkt 130 Euro kosten sollen). Chips zur Datenerfassung in Konsumprodukten und Geldscheinen. "Data Mining". Videoüberwachung. Hamburger Polizeigesetz und vieles mehr. Ich finde diese ganzen Tendenzen sehr beunruhigend. Was hält ihr von all diesen Neuerungen?

saiotek
13.01.2005, 23:49
schön ist das ganze auf keinen fall und ob es dadurch sicherer ist... ich weiß ja nicht... aber 130 wird so ein reisepass sicher nicht kosten. Mehr als 40 EUR sind schon zu viel.

Dreamer
13.01.2005, 23:52
schön ist das ganze auf keinen fall und ob es dadurch sicherer ist... ich weiß ja nicht... aber 130 wird so ein reisepass sicher nicht kosten. Mehr als 40 EUR sind schon zu viel.

Laut diversen Informationsquellen (Zeitungen, Net etc) soll er tatsächlich 130 Euro kosten und die Regierung plant dem Antragsteller diese Kosten im vollen Umfang aufzubrummen.

saiotek
13.01.2005, 23:59
ja die medien... wer bitte schön bezahlt 130 EUR für seinen Reisepass?? Das in Deutschland wo die Deutschen doch die Reiseweltmeister sind... wenn dann der Reisepass teurer ist als so mancher Flug. Die Fingerabdrucksache will doch niemand und dann soll man auch noch so viel Geld dafür bezahlen... ne das trauen die sich nicht! :cool:

Dreamer
14.01.2005, 00:03
ja die medien... wer bitte schön bezahlt 130 EUR für seinen Reisepass?? Das in Deutschland wo die Deutschen doch die Reiseweltmeister sind... wenn dann der Reisepass teurer ist als so mancher Flug. Die Fingerabdrucksache will doch niemand und dann soll man auch noch so viel Geld dafür bezahlen... ne das trauen die sich nicht! :cool:

In die USA wird man künftig nicht mehr ohne einen Reisepass mit Fingerabdrücken und Biometrie Daten einreisen dürfen. Ich wäre mir nicht so sicher das die sich das nicht trauen. Das wurde schon über vieles gesagt was die dann durchgesetzt haben.

Diana
14.01.2005, 00:08
In die USA wird man künftig nicht mehr ohne einen Reisepass mit Fingerabdrücken und Biometrie Daten einreisen dürfen. Ich wäre mir nicht so sicher das die sich das nicht trauen. Das wurde schon über vieles gesagt was die dann durchgesetzt haben.

Die USA stehen schon länger auf meiner Liste der Länder, die ich zukünftig nicht mehr bereisen werde.

Zur Entwicklung insgesamt in Sachen "Überwachung" - das bereitet mir auch Unbehagen ... Dass sich Fiktion wie 1984 (oder auch der Film "Das Netz" mit Sandra Bullock - auch wenn's jetzt Populärkultur ist :D ) so übel bewahrheiten muss ... :rolleyes:

saiotek
14.01.2005, 00:10
ja, es wird den pass ja auch geben nur nicht für 130€... aber abwarten ;)

Dreamer
14.01.2005, 00:11
Die USA stehen schon länger auf meiner Liste der Länder, die ich zukünftig nicht mehr bereisen werde.

Zur Entwicklung insgesamt in Sachen "Überwachung" - das bereitet mir auch Unbehagen ... Dass sich Fiktion wie 1984 (oder auch der Film "Das Netz" mit Sandra Bullock - auch wenn's jetzt Populärkultur ist :D ) so übel bewahrheiten muss ... :rolleyes:

dito. Laut Definition des FBI gelte ich in den USA wahrscheinlich eh schon wie jeder Freidenker als Terrorist. ;)

saiotek
14.01.2005, 00:14
Die USA stehen schon länger auf meiner Liste der Länder, die ich zukünftig nicht mehr bereisen werde.

mmhhh ich lass mich von sowas nicht einschränken und werde auch die USA immer noch bereisen... allerdings ist es schon ein komisches gefühl... als ich 99 in NY war und natürlich auch im WTC wurde man da schon wie am Flughafen durchsucht.

Martin_
14.01.2005, 14:20
Aus Ökotest:

"(...) Nunmehr werden von den Telekommunikationsanbietern neben den persönlichen Daten grundsätzlich die vollständigen gewählten Nummern gespeichert (bislang wurden die letzten drei Ziffern nicht gespeichert). Das Gleiche gilt für Passwörter/PINS für Mailboxen von Handys und Webmail-Accounts. Die gewonnenen Daten können von Gerichten, Staatsanwaltschaften, Polizei- und Ordnungsbehörden, dem Zollkriminalamt und den Zollfahndungsämtern, den Verfassungsschutzbehörden sowie dem Bundesnachrichtendienst, Notrufstellen, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und den zuständigen Behörden zur Bekämpfung von Schwarzarbeit abgefragt werden, ohne dass man vorher hierüber einen Beschluss durch einen Richter einholen müsste. (...)"

Nur zur Einordnung: Damit sich solche Behörden für einen interessieren, reicht es schon, an einem Unistreik mitzuwirken. Absoluter Überwachsungsstaat. 1984 is now. :mad:

Zusätzlich dürfen in Hessen Autokennzeichen automatisch eingelesen werden und Handys von der Polizei grundsätzlich in "Gefahrensituationen" (absolut dehnbar, der Begriff) Handys geortet und Telefonate mitgehört werden.

melusine
14.01.2005, 14:28
An meiner früheren Uni wurden neue Studentenausweise, auch im Scheckkartenformat ausgegeben, zumindest an die jüngeren Jahrgänge.

Das ist so ein alles-in-einem-Ausweis: Bibliothekenkarte, Computerraumkarte, Mensakarte in einem. Außerdem soll in Zukunft an jedem Saal ein "elektronisches Schloß" angebrahct werden, so dass man immer erst Zutritt hat, wenn man die Karte durch den Schlitz gezogen hat (wie bei der Bank).

So wird man nicht nur wissen, wer welche Bücher liest und welches Essen jemand konsumiert, sondern auch wo sich wer aufhält "falls mal was wegkommt" (Zitat des Rektors- ich habe in der Pressestelle dieser Uni gearbeitet). Die Angaben könnten angeblich auch dazu dienen, Terroristen, aufzuspüren.

Matt_kirsche
14.01.2005, 17:52
Ich sehe das Ganze ein wenig weniger kritisch. Ich hätte z.B. auch nichts dagegen und würde es sogar befürworten, wenn bei der Geburt eines Kindes immer eine DNA-Probe genommen würde. So würde das ewige Rätselraten aufhören, wer der Täter denn sein könnte, wenn mal wieder ein Kind tot aufgefunden,und man später feststellen muss, dass es vergewaltigt wurde... nur als Beispiel.. Da finde ich Meldungen aus der Wissenschaft, Forscher wären dabei, eine Pille herzustellen, die nicht abhängig macht und die Menschen glücklicher werden lässt, viel bedenklicher.. So etwas ruft bei mir eher ein ungutes Gefühl hervor (denke hierbei mehr an 1984...)...

Bezüglich der Biometrie-Daten: wer sich nicht zu Schulden kommen lässt, hat auch nichts davon zu befürchten, ich hätte auch nichts gegen ein Chipimplantat unter meiner Haut einzuwenden, selbst wenn die Regierung mich dadurch jederzeit finden könnte, was solls... Ist außerdem ein zweischneidiges Schwert so etwas (hat sein Gutes und Schlechtes), ist zwar auf der einen Seite Überwachung pur, auf der anderen Seite wären Entführungen bei so etwas logischerweise auch nicht mehr möglich... Viele Verbrechen würden gar nicht erst passieren, weil z.B. ein Psychotiker nicht mehr sein Opfer tagelang in seinem Kellerverlies quälen könnte(krasses Beispiel, ich weiß)

saiotek
14.01.2005, 18:07
puhhh... also ich mag meine freiheit und wo ich mich aufhalte geht nun wirklich niemanden was an schon gar nicht den staat... was du da schreibst finde ich schon mehr als bedenklich.

der alles-in-einem Ausweis hätte den vorteil das man nicht mehr tausend karten brauch... was man natürlich sicherstellen muss ist das die daten nicht zum zweck der überwachung genutzt werden. Das mit dem elektronischen Schloß find ich dagegen wieder etwas bedenklich...

problem bei der ganzen sache ist ja wie so etwas genutzt wird... und da ist einfach die Gefahr des Missbrauchs viel zu groß wenn die Überwachung zu stark ist.

Martin_
14.01.2005, 18:41
@ Matt_kirsche

Es ist einfach total bekloppt, zu sagen, wer nicht schuldig sei, müsse nichts befürchten. Denk einfach mal darüber nach, dass Überwachungstechnik nicht demokratisch ist, also von jeder neuen Regierung und von jedem neuen Regime für ihre jeweiligen Zwecke benutzt wird. Denk außerdem mal darüber nach, dass auch so genannte "demokratische Staaten" auf der Gewalt des wirtschaftlichen Systems basieren. Wenn sich eine Mehrheit der Bevölkerung für ein anderes, z.B. ein sozialistisches, System entscheiden würde - der Staat würde das zu verhindern wissen. Z.B. mit Bespitzelung und Überwachung. Siehe DDR. Ich habe neulich einen ehemaligen Insassen eines Stasi-Gefängnisses gesprochen und der war massiv besorgt wegen des Abbaus von Bürgerrechten in Deutschland. Im übrigen kann es absolute Sicherheit niemals geben. Im Gegenteil: Jeder Überwachungs- und Unterdrückungsapperat hat immer auch Seiten, die unerwünscht sind und an die naive Leute wie Du nicht denken. Das ist Macht- und Gewaltpotential. Im übrigen würden alle Morde und Sexualstraftaten, die nicht auf Berechnung basieren, dennoch geschehen. Und es gibt immer auch einen Bereich, der nicht Kameraüberacht ist.

Übrigens: Jeder Überwachungsmaßnahme, jede Kamera und jeder Polizist assoziiert beim Betrachter immer die Regelüberschreitung. Sollte man sich auch mal Gedanken drüber machen, inwiefern Repression und Regelabweichung vielleicht sogar in einem Verhältnis zueinander ansteigen.

Es mag ja einfach sein, zu glauben, dass man mit immer mehr Polizei, Überwachung und Mißtrauen Verbrechen in den Griff bekommen würde, also auch die eigene Angst. Die Wahrheit ist, dass wir mit einem Risiko leben müssen und dass viele kleine Maßnahmen einem demokratischen Gemeinwesen sehr viel mehr Sicherheit bringen als diese brachiale Scheiße. Erzieh´ Kinder so, dass sie sich an der richtigen Stelle wehren (sage nicht "Gib dem Onkel die Hand" bei Begrüßungen mit Verwandten z.B.), bilde ein Gemeinwesen, dass auf Offenheit basiert und auf Vertrauen. Lass die Schwachen nicht im Straßengraben liegen.
Die Leute pflegen, wovon sie gerne ein Teil sind. Möglichst viele Menschen in einer möglichst freiwilligen, angenehmen Gesellschaft - das ist die beste Sicherheit. Starke Menschen, selbstbewußte, konfliktfähige Menschen. Law and order ist das Gegenteil von Konfliktfähigkeit. Law and order ist "friß oder stirb". Asoziale Scheiße. Von gestern, echt!

Matt_kirsche
14.01.2005, 18:47
Ich finde es interessant, wie du meinst dir rausnehmen zu können, ohne mich zu kennen, mich als naive Person hinzustellen. Vielleicht ist man aber als Hochbegabter ein wenig entrückt (Vorsicht: Sarkasmus). Noch eine kleine Warnung an dieser Stelle: ich kann es überhaupt nicht haben, wenn man mit mir spricht, als ob ich dumm wäre. Das ist der einzige Punkt, wo ich richtig wütend werde :mad: , also vielleicht solltest du ein wenig an deinen Umgangsformen feilen, in diesem Sinne.. ich bin den Rest des Abends nicht mehr zu Hause

Martin_
14.01.2005, 18:51
@ Matt:

Kann ich verstehen, dass Dir das nicht gefällt. Ich habe mich aber bewußt entschieden, es so zu schreiben, wie ich es denke. Und zwar vor allem deshalb, weil Leute wie Du mit ihrer Zustimmung dafür sorgen, dass unsere Lebensverhältnisse unerträglich werden. Das macht mich wütend, sehr sogar! Und das sollst Du ruhig spüren. Ich wüßte im übrigen (Sarkasmus hin oder her) nicht, was das mit Hochbegabung zu tun haben soll. Ich habe davon nichts erwähnt und finde es etwas stigmatisierend, dass Du das (haha, natürlich nur sarkastisch) einführst.
Ich wollte übrigens nicht den Eindruck erwecken, als hielte ich Dich für dumm. Ich wollte nur meinen ehrlichen Ärger ausdrücken.

Tiefseetaucher
14.01.2005, 19:00
Wahrscheinlich würden wir kleinen Bürger vollkommener Überwachung ausgesetzt sein,aber wer überwacht uns?
Vielleicht würde alles über diese im Chip gespeicherten Daten laufen und jeder hat diese Daten,aber die Politiker,die Leute,die das entwickelt haben,hätten bestimmt für sich selbst ein Schlupfloch gebaut und hätten dann erst recht freie Bahn und könnten ihre eigen kriminelle Energie ausleben.
Also diese extreme Tendenz und die Beweisführung mittels des Chips,irgendwelcher gespeicherter Daten ist schon eine gefährliche Sache.
Und wegem dem Preis muß man mal überlegen,der Staat sollte Sicherheit gewähren und die sollte den Bürgern nicht so an die Tasche gehen.

melusine
14.01.2005, 20:07
Ich hätte z.B. auch nichts dagegen und würde es sogar befürworten, wenn bei der Geburt eines Kindes immer eine DNA-Probe genommen würde.
Das kann man doch schon, dachte ich. Ich habe eine Freundin im Geburtsvorbereitungskurs begleitet, da gab es ein paar Eltern, die aus der Nabelschnur Stammzellen entnehmen lassen wollten. Das ist doch auch DNA-haltiges Material, oder?

melusine
14.01.2005, 20:09
Ich habe auch ein komisches Gefühl, wenn ich Berichte über die neuen Krankenkassenkarten lese, auf denen alle Berichte, Rezepte etc. gespeichert werden können. Angeblich darf der Patient entscheiden, was darauf gespeichert wird und was nicht.

Matt_kirsche
15.01.2005, 03:14
@martin: Der Punkt ist, dass ich einfach keine Lust habe, mich weiter auf dieser Ebene zu unterhalten. Du wirfst mir Naivität vor, ich halte es für genauso naiv und weltfremd, wenn jemand von einem Staat ohne Kontrolle träumt, in dem jeder Bürger für den anderen da ist, und wo sich somit alles prima von alleine regelt, weil ja alle Menschen sooooo nett sind. Das ist genau so an der Realität vorbei, wie vielleicht meine Meinung bezüglich der von dir gesehenen Problematik.. Da ich aber wirklich keine allzu große Lust habe, noch mehr Zeit an Diskussionen auf "boah ey, was du sagst, ist doch total bekloppt" Niveau zu verschwenden, beenden wir das hiermit, ok?

@melusine: das ist DNA-haltiges Material, nur wird es zu anderen Zwecken "gesammelt", man hofft, mit den Stammzellen in 10-20 Jahren (vielleicht auch früher) z.B. Organe klonen zu können, die logischerweise keine Abstoßungsreaktionen hervorrufen würden, weil sie aus "Eigenmaterial" gezüchtet worden wären. Das wäre ein riesiger Schritt nach vorn für die Transplantationsmedizin!

Martin_
15.01.2005, 08:12
@ Matt

Natürlich steht es Dir frei, meine Sprache zu hart zu finden. Aber zu behaupten, ich hätte auf dem Niveau "Boa ey Du bist bekloppt" geschrieben ist doch einfach gelogen. Ich habe argumentiert.

Naiv finde ich meine Argumentation nicht. Ich weiß auch nicht, wo ich in meinen Worten versteckt haben sollte, dass ich gleich den ganzen Staat abschaffen will. Aber es gibt schon sowas wie soziale Kontrolle - wer sie ausübt, hat eben keine Uniform an und keine Knarre dabei und videoüberwacht auch nicht. Aber wenn Du keine Lust hast, über Alternativen zu sprechen -bitteschön.

Matt_kirsche
15.01.2005, 10:45
Es ist einfach total bekloppt, zu sagen....



soviel dazu... jetzt können wir natürlich hergehen und mit Haarspalterei anfangen ("jaaaaa, aber ich hab nicht gesagt, *du* wärst bekloppt"), nur musst du dann nicht mehr unbedingt mit einer Reaktion rechnen

Martin_
15.01.2005, 12:43
Du scheinst einen sehr formalen Höflichkeitsbegriff zu haben. Ich finde es z.B. unhöflich, mich so aus dem Zusammenhang gerissen zu zitieren.

saiotek
15.01.2005, 13:51
@Martin_ & Matt_kirsche: Bloß nicht nachgeben und immer schön drauf schlagen! :ichnicht:

Also ich denke einfach der ansatz mehr überwachung = mehr sicherheit ist falsch...
Wenn man mal überlegt wir könnten ja dann alles super überwachen und z.b. in jedem zimmer eine Kamera installieren so das wir totale überwachung haben. Dann kann man sagen jetzt kann nichts mehr passieren. Aber wer will so leben?? Ich nicht...

Man sollte lieber nach den Ursachen suchen und diese bekämpfen...

Dreamer
15.01.2005, 14:15
Um mal zum Thema zurück zu kommen.

Ich sehe das Ganze ein wenig weniger kritisch. Ich hätte z.B. auch nichts dagegen und würde es sogar befürworten, wenn bei der Geburt eines Kindes immer eine DNA-Probe genommen würde. So würde das ewige Rätselraten aufhören, wer der Täter denn sein könnte, wenn mal wieder ein Kind tot aufgefunden,und man später feststellen muss, dass es vergewaltigt wurde... nur als Beispiel.. Da finde ich Meldungen aus der Wissenschaft, Forscher wären dabei, eine Pille herzustellen, die nicht abhängig macht und die Menschen glücklicher werden lässt, viel bedenklicher.. So etwas ruft bei mir eher ein ungutes Gefühl hervor (denke hierbei mehr an 1984...)...

Bezüglich der Biometrie-Daten: wer sich nicht zu Schulden kommen lässt, hat auch nichts davon zu befürchten, ich hätte auch nichts gegen ein Chipimplantat unter meiner Haut einzuwenden, selbst wenn die Regierung mich dadurch jederzeit finden könnte, was solls... Ist außerdem ein zweischneidiges Schwert so etwas (hat sein Gutes und Schlechtes), ist zwar auf der einen Seite Überwachung pur, auf der anderen Seite wären Entführungen bei so etwas logischerweise auch nicht mehr möglich... Viele Verbrechen würden gar nicht erst passieren, weil z.B. ein Psychotiker nicht mehr sein Opfer tagelang in seinem Kellerverlies quälen könnte(krasses Beispiel, ich weiß)

Hier muß ich ganz klar sagen, das ich es für höchst bedenklich halte.

DNA Material Erfassung
Man muß davon ausgehen, das es nicht nur bei der Verbrechensbekämpfung bleibt. Stichwort: Genetische Diskriminierung. Man könnte aufgrund genetischer Daten Menschen in bestimmten Bereichen ablehnen (Versicherungen, Jobs etc). Außerdem sehe ich kein Grund, warum jemand Information über soviele Aspekte meines Daseins (die im Genmaterial ersichtlich sind) haben sollte. In diesem Bereich stelle ich mich über den Staat. Über die Aspekte meines Daseins hab ich die alleinige und unanfechtbare Hoheitsgewalt. Ich spreche dem Staat das Recht ab hier Entscheidungen zu treffen, nur ich allein hab das Recht wer welche Daten meines Genmaterials einsehen darf und zu welchem Zweck.

Zur Überwachung schreibe ich später noch was

Matt_kirsche
15.01.2005, 15:49
@martin: was auch immer, um ein von mir sehr geschätztes Forumsmitglied zu zitieren "die Gedanken sind frei", in diesem Sinne, einen schönen Tag noch!

Martin_
19.01.2005, 15:22
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19262/1.html

Kristallwind
02.02.2005, 13:18
Hallo Leute.

Ich denke, dass eine Gesellschaft nicht funktioniert, in der nicht zumindest ein bestimmtes Maß an Überwachung gegeben ist. Das soll nicht heißrn, dass ich dafür bin überall Überwachungskameras und ähnliches auf zuhängen, sondern lediglich, ein gesundes Gleichgewicht an Überwachung und sozialen Regel zu finden.

Mich würde es auch stören wenn die Behörden sehen könnten, was ich so treibe, wenn ich mich im privaten Bereich bewege. Mich störts ja schon wenn mich jemand beim knutschen sieht...


Liebe Grüße,

Kristallwind

Dreamer
02.02.2005, 13:21
Hallo Leute.

Ich denke, dass eine Gesellschaft nicht funktioniert, in der nicht zumindest ein bestimmtes Maß an Überwachung gegeben ist. Das soll nicht heißrn, dass ich dafür bin überall Überwachungskameras und ähnliches auf zuhängen, sondern lediglich, ein gesundes Gleichgewicht an Überwachung und sozialen Regel zu finden.

Mich würde es auch stören wenn die Behörden sehen könnten, was ich so treibe, wenn ich mich im privaten Bereich bewege. Mich störts ja schon wenn mich jemand beim knutschen sieht...


Liebe Grüße,

Kristallwind

Ja, das mag durchaus sein, nur pfuscht hier auch die Unfähigkeit des Menschen hinein. Statt eine gesunde Überwachung in die Tat umzusetzen, wird ihre gier immer größer und sie schnüpfeln immer neugieriger in Dingen, die sie nichts angehen.

Dreamer
24.02.2009, 01:54
http://www.stern.de/wirtschaft/finanzen-versicherung/versicherung/:Kfz-Pr%E4miensystem-Spion-Motorhaube/655173.html

Wo Daten anfallen enstehen auch Begehrlichkeiten. Ich finde die neuen technischen entwicklungen zunehmend bedrohlicher.

*kügeli*
24.02.2009, 12:58
...aber es wird demnächst auch eine Krankenkasse-Karte geben, wo auf dem Chip abgespeichert ist, welchen Arzt ich besuche und warum, und 'angeblich' soll das dann nur der Arzt sehen können....das macht mir Angst, denn was machen dann Hacker, die einfach mal so dran kommen, also ich möchte nicht, dass mein arbeitgeber weiß, warum ich beim Psychologen war.

Un noch was, im Zuge meiner Bewerbungen vor drei Jahren, stellte ich mich bei einer Krippe vor, die in ihrer Einrichtung überall Kameras installieren wollte, sogar in den Toiletten der Kids, und das wurde dann untersagt, weil es in weiter Hinsicht sich um 'Pornografie' handelt, wobei diese Bilder nur die eltern über ihren PC mit einemg eschützten Passwort hätten sehen können. Und da war ich erleichtert. Ich bin unmittelbar nach meinenm VS-Gespräch mit meinem Wissen ans zuständige amt gegangen,w eil mir das alles nicht geheur war.

Aisha
24.02.2009, 18:18
Un noch was, im Zuge meiner Bewerbungen vor drei Jahren, stellte ich mich bei einer Krippe vor, die in ihrer Einrichtung überall Kameras installieren wollte, sogar in den Toiletten der Kids, und das wurde dann untersagt, weil es in weiter Hinsicht sich um 'Pornografie' handelt, wobei diese Bilder nur die eltern über ihren PC mit einemg eschützten Passwort hätten sehen können. Und da war ich erleichtert. Ich bin unmittelbar nach meinenm VS-Gespräch mit meinem Wissen ans zuständige amt gegangen,w eil mir das alles nicht geheur war.

:eek: ist ja krass, auch wenn das "nur" die Eltern sehen könnten, total übergriffig. Finde es toll, bist Du zum zuständigen Amt :).

B.Smith
24.02.2009, 19:02
Ich sehe das Ganze ein wenig weniger kritisch. Ich hätte z.B. auch nichts dagegen und würde es sogar befürworten, wenn bei der Geburt eines Kindes immer eine DNA-Probe genommen würde. So würde das ewige Rätselraten aufhören, wer der Täter denn sein könnte, wenn mal wieder ein Kind tot aufgefunden,und man später feststellen muss, dass es vergewaltigt wurde... nur als Beispiel..
Das sehe ich genauso. Man muss halt darauf achten, dass dem jeweiligen Eingriff in das Leben des Bürgers ein angemessener Gegenwert entgegen steht. Die no-fly Liste in den USA ist ein Beispiel dafür, wie man es *nicht* machen sollte. Die Fragmentanalyse der DNA dagegen (als Beispiel) tut nicht weh, aus ihr resultieren keine medizinisch verwendbaren Daten. Es ginge nur um Identifikation, und nur die Kriminalistik hätte ein Interesse (und damit potentielle Opfer).

Da finde ich Meldungen aus der Wissenschaft, Forscher wären dabei, eine Pille herzustellen, die nicht abhängig macht und die Menschen glücklicher werden lässt, viel bedenklicher.. So etwas ruft bei mir eher ein ungutes Gefühl hervor (denke hierbei mehr an 1984...)...
In der Tat.

Bezüglich der Biometrie-Daten: wer sich nicht zu Schulden kommen lässt, hat auch nichts davon zu befürchten [...]
Das allerdings ist zu kurzsichtig. Grundsätzlich steht die Vorrats-Datenspeicherung einem möglichen zivilen Ungehorsam entgegen. Es kann durchaus sein, dass man sich gegen ein Regime wehren muss. Nichts ist so stabil, wie es scheint.

[...] ich hätte auch nichts gegen ein Chipimplantat unter meiner Haut einzuwenden, selbst wenn die Regierung mich dadurch jederzeit finden könnte, was solls...
Ja, das haben die meisten ja schon in der Tasche: Ihr Mobiltelefon. Und ganz freiwillig. Ebenso freiwillig nimmt man mit Begeisterung Einkaufs-Tracking Karten entgegen, um ein paar Prozent zu sparen.

B.Smith
24.02.2009, 19:07
DNA Material Erfassung
Man muß davon ausgehen, das es nicht nur bei der Verbrechensbekämpfung bleibt. Stichwort: Genetische Diskriminierung. Man könnte aufgrund genetischer Daten Menschen in bestimmten Bereichen ablehnen (Versicherungen, Jobs etc).

Das Thema ist in den nächsten Jahrzehnten nicht aktuell. Bei dem DNA Ding geht es um eine Art Fingerabdruck. Um medizinisch relevante Daten zu extrahieren, müsste man eine Sequenzanalyse machen. Weißt Du, wie lange das Human Genome Projekt lief? Das möchte niemand mit *vielen* Menschen machen. Viel zu teuer und zu zeitaufwändig. Die Technologie, um diese Art von Analysen tragbar zu machen, steht noch lange nicht ins Haus. Bis dahin werden sicher noch viele Frauen und Kinder von Wiederholungstätern ermordet werden.

*kügeli*
24.02.2009, 19:53
Das Thema ist in den nächsten Jahrzehnten nicht aktuell. Bei dem DNA Ding geht es um eine Art Fingerabdruck. Um medizinisch relevante Daten zu extrahieren, müsste man eine Sequenzanalyse machen. Weißt Du, wie lange das Human Genome Projekt lief? Das möchte niemand mit *vielen* Menschen machen. Viel zu teuer und zu zeitaufwändig. Die Technologie, um diese Art von Analysen tragbar zu machen, steht noch lange nicht ins Haus. Bis dahin werden sicher noch viele Frauen und Kinder von Wiederholungstätern ermordet werden.

Ganz schön hart, dein letzter Satz, finde ich. Ich lese irgendwie raus - weiß nicht, ob es so ist und möchte dir nichts unterstellen - dass du Ausweise mit Fingerabdruck und DNA gut heissen würdest. Ich bin da sehr zwiespältig. Dass Täter gefasst werden, dafür bin ich allemal, aber dass Jeder sich praktisch vor dem anderen 'auszieht', wenn er seinen Pass herzeigt, finde ich schon beunruhigend. Julie

*kügeli*
24.02.2009, 19:55
:eek: ist ja krass, auch wenn das "nur" die Eltern sehen könnten, total übergriffig. Finde es toll, bist Du zum zuständigen Amt :).

Ja, Aisha, die kuckten mich beim Amt an, ob ich denn auch nicht die Unwahrheit sage, um mich wichtig zu machen, aber als ich ihnen den Flyer zeigte und die Konzeption, da waren sie nur sprachlos. Mittlerweile ist klar, dass diese drei Krippen wohl einer Sekte angehören.

deepminder
24.02.2009, 19:58
Es ist überhaupt nicht möglich etwas zu schaffen was glücklich und nicht abhängig macht. Denn wenn du die Pille dann noicht nimmst hast du gleich das Bedürfniss dazu.

Die Tendenz in Richtung Überwachungsstaat finde ich allerdings weit weniger Bedrohlich als eine andere, auf die ich sofort zu sprechen komme. Denn dagegen kann man sich wehren.
Weit gefährlicher ist die Entwicklung der Selbstpräsentation, zB in Facebook, Youtube, MySpace, StudiVZ und ähnlichen Plattformen. Es scheint ein starker Trend zum Individualismus zu sein. Genau diese öffentliche zur-Schau-Stellung liefert aber die Informationen die eine Informationsgesellscahft fördert und aus ihr eine Überwachungsgesellschaft macht ohne das das von den meisten bemerkt wird. Der Bürger liefert Konzernen seine Infprmationen frei Haus, und die Konzerne brauchen sich die Daten nur anzueigenen und dann zu entscheiden, was auch schon gängige Praxis ist. Das sie dabei diese Daten vielleicht nicht berücksichtigen dürfen kann dem Personalchef doch egal sein, er kann ja jeden beliebeigen Grund aufführen. Die andere Geschichte ist die Mitarbeiterüberwachung, welche ja wie in letzter Zeit wieder bei die Bahn aufgetreten, auch Praxis ist.

Die Freiheit sich selbst darstellen zu dürfen wie man ist gibt damit auch immer jedem die Freiheit über einen urteilen zu dürfen wie er will. Er muss isch da auch nicht rechtfertigen, auch wenn er mich dann zB nicht einstellt, entlässt oder ähnliches, denn Gründe finden sich fast immer.

Die Masse ist selbst Schuld an der Misere. Die Wichtigkeit von Privatleben und "Dingen die man verschweigen möchte" sind wichtiger als die meisten denken. Die meisten denken "wenn er schweigt dann hat er was zu verbergen und das kann ja nur was schlechtes sein". Das dabei aber eine andere Meinung eine Rolle speilen könnte, daran denken die meisten nicht, weil allgemein gültige Normen gelten.

Informationen werden auch immer Missbraucht, weil der welcher Macht über andere hat sie gegen einen einsetzen kann.

In den USA ist es im moment "IN" seine DNA analysieren zu lassen. Mann muss sie natürlich nicht veröffentlichen. Aber man kann.

Wer hat noch nie erlebt dass man eigene Daten verschweigen wollte und das auf negative Resonanz gestoßen ist?

B.Smith
24.02.2009, 20:20
Ganz schön hart, dein letzter Satz, finde ich. Ich lese irgendwie raus - weiß nicht, ob es so ist und möchte dir nichts unterstellen - dass du Ausweise mit Fingerabdruck und DNA gut heissen würdest. Ich bin da sehr zwiespältig. Dass Täter gefasst werden, dafür bin ich allemal, aber dass Jeder sich praktisch vor dem anderen 'auszieht', wenn er seinen Pass herzeigt, finde ich schon beunruhigend. Julie
Mir ging's dabei nur um den Test an sich, nicht um den Perso. Aber dazu: Schon in den 80ern hat Zimmermann recht heftige Schelte für den "Fälschungssicheren" bekommen. Die Leute haben sich daran gewöhnt, wie sie sich an einen Fingerabdruck darauf auch gewöhnen werden. Ich finde nicht, dass etwas Negatives daraus erwächst, höre mir aber alles an, was dazu zu sagen ist.

Aber zurück zum Thema Sexualstraftat: *Das* ist wirklich wichtig. Es geht nicht um Strafverfolgung, sondern darum, die Täter zu schnappen, bevor sie sich das nächste Opfer greifen. Für das Leben anderer gebe ich meinen Fingerabdruck gerne. Und ein wenig zerschnipselte DNA darf der Staat auch haben.

Dreamer
25.02.2009, 01:12
Aber zurück zum Thema Sexualstraftat: *Das* ist wirklich wichtig. Es geht nicht um Strafverfolgung, sondern darum, die Täter zu schnappen, bevor sie sich das nächste Opfer greifen. Für das Leben anderer gebe ich meinen Fingerabdruck gerne. Und ein wenig zerschnipselte DNA darf der Staat auch haben.

Es ist leider eine Tatsache das die meisten Sexualstraftaten innerhalb der Familie stattfinden. Da hilft weder ein Fingerabdruck noch ein DNA Profil. Diese Fälle kommen sehr oft nicht zur Anzeige. Und wenn sie zur Anzeige kommen reichen meistens die gesetzlichen Möglichkeiten, um die Täter zu verurteilen.

Ich halte Verweise auf Sexualstraftaten für puren Populismus und Panikmacherei, um Überwachungsmöglichkeiten zu schaffen. Eine DNA-Datei in der die Daten verurteilter Sexualstraftäter gesammelt werden, ist ja noch Diskussionswürdig. Eine DNA-Datei aller Bundesbürger lehne ich ab. Dafür gibt es keine vernünftige Begründung.

Ebenso freiwillig nimmt man mit Begeisterung Einkaufs-Tracking Karten entgegen, um ein paar Prozent zu sparen.

Genau aus diesem Grunde lehne ich derartige Bonus-Systeme konsequent ab.

IULIUS
25.02.2009, 07:27
Bis dahin werden sicher noch viele Frauen und Kinder von Wiederholungstätern ermordet werden.

Es würde schon ausreichen, wenn man die gefaßten und verurteilten Wiederholungsstraftäter nicht wieder rauslassen würde.

Was wird denn mit einer DNA-Datenbank passsieren? Vor allem warum erstellen?
Zum ersten würde man schon einmal als potentieller Täter sich registrieren lassen. Zum zweiten, was geschieht mit den Daten? Wer kann garantieren, daß sich Hacker da nicht einhacken und die Daten verkaufen. Vor allem wer kann garantieren, daß die Daten nicht manipuliert werden?
Wer garantiert, daß diese Daten wirklich nur bei Schwerverbrechen genutzt werden. Im Laufe der Zeit werden Regelungen, was mit irgendwelchen Daten passiert immer mehr aufgeweicht. Warum soll man also die Daten nicht auch bei Einbrüchen nutzen? Schließlich sind sie ja vorhanden. Wer kan die Argumentation entkräften: Wer etwas dagegen hat hat wohl etwas zu verbergen.
Zum Schluß werden die Daten vielleicht noch genutzt, wenn jemand über die rote Ampel geht, oder als Umweltsünder entlarvt, weil er versehendlich ein Taschentuch neben den Mülleimer geworfen hat. Oder vermeintliche Systemgegner aussortiert. Neben den ehemaligen Ostblockländern haben insbesonder die Vereinigten Staaten grundlegende Erfahrungen wie so etwas geht.

B.Smith
25.02.2009, 08:19
Eine DNA-Datei in der die Daten verurteilter Sexualstraftäter gesammelt werden, ist ja noch Diskussionswürdig.
Wenn ich mich recht erinnere, hat man das in UK so beschlossen. Ich bin gespannt auf die Resultate.

Wer kann garantieren, daß sich Hacker da nicht einhacken und die Daten verkaufen.
Worin wäre ein wirtschaftliches Interesse begründet?

IULIUS
25.02.2009, 08:59
Worin wäre ein wirtschaftliches Interesse begründet?

Versicherungen: Mutmaßliche Krankheiten oder Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung der Versicherten.
Banken: Mutmaßliches Lebensalter ihrer Kunden.
Firmen allgemein: Krankheitsanfälligkeit der Mitarbeiter, Art deren Denkens,....
....

Jean
29.08.2009, 09:48
Hier ist die "Schöne neue Welt der Überwachung" ganz gut dargestellt:

Flashanimation auf spiegel.de (http://www.spiegel.de/flash/0,5532,15385,00.html)

http://www.cosgan.de/images/midi/konfus/a055.gif

Dreamer
08.10.2009, 16:18
Es fallen immer mehr Hemmungen bei der grenzenlosen Überwachung.

http://www.taz.de/1/leben/internet/artikel/1/verbrecherjagd-als-internetspiel/