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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ungewollte oder/und unpassende Schwangerschaft?!


Sternenfee
27.01.2005, 23:19
Hallo,
ich möchte hier ein brisantes Thema ansprechen, weil ich einfach gerne mal erfahren würde, was ihr so machen würdet, wenn ihr ungewollt schwanger werden würdet, wenn es z. B. überhaupt nicht in eure Lebensplanung passen würdet? Würdet ihr es abtreiben, austragen und zur Adoption freigeben oder einfach nur austragen und als euer Kind akzeptieren? Und dann habe ich noch eine zusätzliche Frage, was wäre, wenn ihr während eurer Schwangerschaft erfahren würdet, dass euer Kind vermutlich behindert ist, z. B. mongoloid? Ich bin ja im pädagogischen Bereich und arbeite mit behinderten Kindern, ein Down_kind habe ich nun schon seit dem 4. Lebensjahr und es ist ein wahrer Engel, wenn sie auch manchmal ganz schön stur sein kann. Mittlerweile geht sie in die dritte Klasse und geht gern in die Schule, in einer sehr gute Schule mit wertvollen pädagogischen Ansatz. Die Familie wohnte ursprünglich auf dem Land und zog wegen der Behinderung ihres Kindes in die Stadt, weil hier mehr Förderung möglich ist. ich bewundere die Eltern und bin oft erstaunt, mit welchen Elan sie jeden Morgen in den Tag starten. Ich kann aufgrund meiner MB-GEschichte keine Kinder mehr bekommen, ausser ich würde neun Monate nur liegen, wovor ich ehrlich gesagt, sehr viel Angst hätte. Würde ich allerdings schwanger werden, würde ich diese Hürde auf mich nehmen. Ich freue mich auf eure Meinung. Sternenfee

Wichtiger Zusatz:
Es geht hier nicht um Schuldzuweisung oder Bewertungen oder dergleichen, ich möchte nur sehen, wie andere denken und ob sie sich mit dieser frage schon beschäftigt haben oder nicht. Und was da für Gefühle da sind....

Eiskristallin
27.01.2005, 23:22
ich tu alles, um nicht ungewollt schwanger zu werden. denn schließlich fände ich es schlimm, wenn ich es würde und das kind nicht bekäme. dennoch würde ich es so machen, da ich keine kinder haben möchte. ich würde also weder ein behindertes, noch ein gesundes kind bekommen. ich weiß, das macht unsympathisch.

Sternenfee
27.01.2005, 23:28
ich tu alles, um nicht ungewollt schwanger zu werden. denn schließlich fände ich es schlimm, wenn ich es würde und das kind nicht bekäme. dennoch würde ich es so machen, da ich keine kinder haben möchte. ich würde also weder ein behindertes, noch ein gesundes kind bekommen. ich weiß, das macht unsympathisch.

Liebe keetah,
warum macht das unsympathisch? Das verstehe ich nicht. Wenn du etwas dafür tust, um nicht schwanger zu werden, dann ist es doch vollkommen in Ordnung. Meine Frage ist nur, wenns denn tatsächlich passieren würde...meine Mutter lies sich nach der geburt meiner schwester eine Spiralle einpflanzen, und nach fünf Jahren ging die Kraft dieses Dings anscheinend zur Neige (das war 1970 noch so) und sie wurde schwanger und das war dann ich. Sie wollte mich nicht und sie war aber sehr gläubig und Abtreibung käme für sie nicht in Sinn, deswegen versuchte sie es so, dass es wie ein Unfall aussehen sollte, aber ich hielt mich tapfer und mein papa freute sich auf mich, auch meine restlichen vier Geschwister, und das habe ich wohl gemerkt und ich wurde ca. vier Wochen zu spät geboren (wobei ich glaube, der Doc hat sich einfach nur verrechnet). Was würde passieren, wenn es passieren würde? Sternenfee

Dreamer
27.01.2005, 23:29
ich tu alles, um nicht ungewollt schwanger zu werden. denn schließlich fände ich es schlimm, wenn ich es würde und das kind nicht bekäme. dennoch würde ich es so machen, da ich keine kinder haben möchte. ich würde also weder ein behindertes, noch ein gesundes kind bekommen. ich weiß, das macht unsympathisch.

Wieso macht das unsympathisch? Jeder muß für sich entscheiden. Ob man Kinder haben will oder nicht ist eine persönliche Entscheidung und hat für mich nichts mit sympathisch oder unsympathisch zu tun.

Dreamer
27.01.2005, 23:32
kleine zwischenfrage:
Gilt diese Frage auch für Männer? Wie sie es sehen würden wenn sie ungewollt Vater würden?

schneeprinzessin
28.01.2005, 12:34
Tach zusammen...

Ich bin ehrlich und weiß nicht was ich tun würde. Vom Kopf her würde ich natürlich sagen wenns gar nicht geht weil Ausbildung/fehlende finanzielle Mittel oder ähnliches, Abtreibung. Wie das natürlich von meiner Gefühlslage geht ist natürlich eine andere Frage.
Was eine Behinderung des Kindes angeht weiß ichs auch nicht. Ist natürlich auch ne Frage was das für eine Behinderung ist. Wenn ich ein Kind durch viele Medikamente und vielleicht auch andere Hilfsmittel zum Leben zwingen müsste wäre es vielleicht besser wenn es garnicht auf die Welt kommen würde und sei es nur um ihm ein Leben voller Leid zu ersparen.

Liebe Grüße,

Schneeprinzessin

Vicky
28.01.2005, 12:44
Hallo. Ich habe schon bei: ein gedicht zum Nachdenken, mich geoutet. Ich hatte zwei ungewollte schwangerschaften und die beiden wurden unter zwang gezeugt. die erste war mit gerade 13 die zweite mit 15. ich hätte die kinder auch ausgetragen weil ich mir sage was können sie dazu??
Mein Körper war da anderer meinung. ich hatte in dem dritten monat die fehlgeburten. es kann durch wiederholte gewalteinwirkung passiert sein oder vllt auch durch die gedanken( große angst kann auch abtreibend wirken!). ich weiß es nicht.
Im moment habe ich keine angst vor einer schwangerschaft...weil wo nichts ist kann auch nichts werden,sprich ich habe keinen partner!
ich bewundere menschen die ein behindertes kind auf die welt bringen, ob ich es könnte weiß ich nicht. würde ich es frühzeitig erfahren würde ich jetzt sagen das ich es abtreiben würde. wie es nacher wirklich aussieht weiß ich nicht. ich hätte im moment nicht die kraft es auf mich zu nehmen.
aber die wahrscheinlichkeit einer schwangerschaft ist laut meines FA recht gering durch wiederholte verletzung der gebährmutter. irgendwann möchte ich aber gerne kinder haben vllt klappt es ja doch.
liebe grüße raven

Sternenfee
28.01.2005, 12:49
kleine zwischenfrage:
Gilt diese Frage auch für Männer? Wie sie es sehen würden wenn sie ungewollt Vater würden?

Klar doch

Sternenfee
28.01.2005, 12:59
Hallo. Ich habe schon bei: ein gedicht zum Nachdenken, mich geoutet. Ich hatte zwei ungewollte schwangerschaften und die beiden wurden unter zwang gezeugt. die erste war mit gerade 13 die zweite mit 15. ich hätte die kinder auch ausgetragen weil ich mir sage was können sie dazu??
Mein Körper war da anderer meinung. ich hatte in dem dritten monat die fehlgeburten. es kann durch wiederholte gewalteinwirkung passiert sein oder vllt auch durch die gedanken( große angst kann auch abtreibend wirken!). ich weiß es nicht.
Im moment habe ich keine angst vor einer schwangerschaft...weil wo nichts ist kann auch nichts werden,sprich ich habe keinen partner!
ich bewundere menschen die ein behindertes kind auf die welt bringen, ob ich es könnte weiß ich nicht. würde ich es frühzeitig erfahren würde ich jetzt sagen das ich es abtreiben würde. wie es nacher wirklich aussieht weiß ich nicht. ich hätte im moment nicht die kraft es auf mich zu nehmen.
aber die wahrscheinlichkeit einer schwangerschaft ist laut meines FA recht gering durch wiederholte verletzung der gebährmutter. irgendwann möchte ich aber gerne kinder haben vllt klappt es ja doch.
liebe grüße raven

Bei mir ist es ähnlich, zwei Schwangerschaften unter gewalt erzeugt, eine mit 16 und eine mit 21 und ich durfte sie nicht behalten, da sie mit Gewalt (ohne Arzt) abgetrieben, ich würde sagen, ermordet wurden (steht auch in dem genannten Gedich, was Raven erwähnt hat). Mir wurde bestätigt, dass ich nie mehr Kinder haben werde, und wenn, dann nur, wenn ich 9 Monate liege. Und ich weiß nicht, ob ich das will. Was hilft es einem Kind, wenn ich am Ende Depressionen habe, weil ich so lang lag. Ich wurde noch mal schwnager von einem sehr guten Freund (1000mal berührt, 1000mal ist nix passiert, aber beim 1001mal dann doch...) und prompt war ich schwnager, ganze drei Monate, ohne liegen. Ich freute mich so sehr, aber die Natur entschied gegen mich und ich verlor sie leider. Und letztes Jahr wollte mein damaliger Freund ein Kind auf jeden Fall, wenn möglich auch unter Gewalt, er meinte, eine Frau tut das, wenn ich den Mann liebe...naja, ich hoffte, ich könnte ein Kind bekommen, und ich würde auch ein behindertes Kind aufziehen,...dennoch weiß ich, mein biologische Uhr tickt und ich möchte grad keine Beziehung, so wird es nicht mal zu einem Versuch kommen. Sternenfee

angie
28.01.2005, 13:07
Aber natürlich ist es eine Frage, die das Leben besonders von Frauen begleitet. Jede muss darauf eigene Antworten finden. Deshalb ist das, was ich hier schreibe auch nur meine ganz persönliche Meinung.

Für mich ist das Thema ;Abtreibung
; keines gewesen. Ich hätt nie ein Kind abtreiben lassen, hätte es nicht verkraftet, eine solche Entscheidung zu treffen. Es war schon schlimm für mich, mein erstes Kind zu verlieren.

Zwei meiner Kinder habe ich mit ende dreißig und Anfang Vierzig geboren, das letzte war kein Wunschkind und hat meine Pläne ziemlich durchkreuzt, aber Abtreibung war auch da kein Thema. Während der Schwangerschaft mit dem vierten Kind entschloss sich mein Mann zur Sterilisation. Das war für uns eine gute Lösung.

Als Spätgebärende von zwei Kindern, bin ich natürlich sehr mit dem erhobenen Zeigefinger vieler Menschen (auch Ärzten) konfrontiert worden. Ich wurde gedrängt, doch wenigstens eine Fruchtwasseruntersuchung vornehmen zu lassen.

Ich habe das abgelehnt, und mir wurde Verantwortungslosigkeit vorgeworfen. Nur was hätte sie bringen sollen? Meine Ablehnung einer Abtreibung gegenüber stand ja bereits fest. Hätte ich diese Untersuchung durchführen lassen, und es wäre dabei heraus gekommen, dass das Kind behindert ist, ich wäre in Gewissenskonflikte geraten. Auch war ich sicher, dass meine Kinder gesund sind (waren sie auch).

Ich denke weiter. Was passiert mit Kindern, die durch Komplikationen bei der Geburt eine Behinderung davon tragen? Was geschieht, wenn sich meine Zweijährige von meiner Hand reißt und vor ein Auto läuft und anschließend mit einer Behinderung leben muss? Die kann ich auch nicht einfach abgeben.

Keiner weiß, was im Leben passiert, unvorgesehene Schicksalsschläge können mich treffen. Ich kann im Grunde vieles nicht verhindern.

Eiskristallin
28.01.2005, 13:15
Was passiert mit Kindern, die durch Komplikationen bei der Geburt eine Behinderung davon tragen? Was geschieht, wenn sich meine Zweijährige von meiner Hand reißt und vor ein Auto läuft und anschließend mit einer Behinderung leben muss? Die kann ich auch nicht einfach abgeben.
natürlich nicht. der knackpunkt ist die frage, ob man einen embryo schon als "gleichwertig" mit einem bereits geborenen kind betrachtet.

angie
28.01.2005, 13:19
Für mich ist das so, keetha, das beginnende Leben mit seinen bereits angelegten Möglichkeiten, ist für mich Leben. Und wer mag denn letztendlich entscheiden, ob dieser Keim bereits eine Seele trägt oder nicht.

Ich würde nie jemanden in eine Entscheidung für oder gegen Abtreibung hineinreden. Nur ich selbst kann letztendlich entscheiden, mit welchen Konsequenzen ich leben kann und möchte.

Vicky
28.01.2005, 13:38
Hallo Angie. ich kann zwar in punkto kinder nicht mitreden aber das was du gesagt hast: was wäre wenn?: möchte ich kurz was anderes sagen. erstens:
wenn ein kind geboren wurden ist und durch etwas( unfall etc: ) behindert wird würde ich es närütlich auf mich nehmen mein kind zu pflegen!
Was anderes aber eigentlich gehört es hierher weil das meine kinder sind:
Ich habe vor zwei Jahren ein Vierjähriges pferd gekauft. selbst eingeritten, dann stand er auf der weide. beim toben ist er gestürzt und hat sich eine rückenmarksverletzung zugezogen. jetzt ist er ein sechsjäriges beistellpferd. ich wurde aufgefordert ihn einzuschläfern, aber warum? er nimmt niemanden platz weg. ihnm gehts gut nur kann er nicht mehr geritten werden. wer würde denn sein kind einschläfern nur weil es nicht mehr hundertprozentik normal ist?? ich jedenfalls nicht!

zenzero nero
28.01.2005, 15:40
"Die Welt wird jedesmal neu erschaffen, wenn ein Kind geboren wird.
Geboren zu werden bedeutet, dass uns eine ganze Welt geschenkt wird."
Jostein Gaarder, "Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort"

Bedingungslos ja zum Leben, das ist meine Entscheidung.
Es mag sicherlich in extremen Situationen Gründe geben anders zu entscheiden, das kann und will ich niemandem nehmen, für mich aber gilt nur dieses. Und für mich fängt menschliches Leben bei der Zeugung an.
Ist es nicht einer der Unterschiede zwischen uns und der Tierwelt, das wir uns um die, die es schwerer haben, die alleine nicht lebensfähig sind, kümmern können?
Eine meiner Horrorvorstellungen bei weiterer Überalterung unserer Gesellschaft ist der "Gnadenschuss" für Pflegebedürftige Alte.
In meiner Vorstellungswelt ist beides nicht weit voneinander entfernt.

glasperlenspielerin
28.01.2005, 16:47
ich tu alles, um nicht ungewollt schwanger zu werden. denn schließlich fände ich es schlimm, wenn ich es würde und das kind nicht bekäme. dennoch würde ich es so machen, da ich keine kinder haben möchte. ich würde also weder ein behindertes, noch ein gesundes kind bekommen. ich weiß, das macht unsympathisch.


keetah, ich empfinde das ebenfalls nicht als unsympathisch.

ich empfinde es hingegen als 'inhuman', wenn man menschen wie dich "egoistisch" schimpfen würde..-denn schließlich mal ernsthaft drüber nachgedacht: warum wünscht man sich kinder, wenn nicht aus egoistischen gründen?? (stichworte: lebensbereicherung, festigung der partnerschaft, "stammhalter"..usw.)..

@sternenfee: das tut mir wirklich sehr leid zu lesen, dass du keine kinder mehr bekommen kannst; man merkt ja, dass dies ein thema ist, dass dich innerlich sehr beschäftigen zu scheint und dass du wohl auch alles tun würdest, dass ein kind es gut bei dir hätte..

glasperlenspielerin
28.01.2005, 16:55
hallo angie!

Als Spätgebärende von zwei Kindern, bin ich natürlich sehr mit dem erhobenen Zeigefinger vieler Menschen (auch Ärzten) konfrontiert worden. Ich wurde gedrängt, doch wenigstens eine Fruchtwasseruntersuchung vornehmen zu lassen.

was genau heißt "spätgebärend"?? dein jüngstes kind ist doch schon 11 oder 12, oder?? ich kenne mehrere frauen, die mit 39 ihre erste geburt hatten. mittlerweile sind die krankenhäuser ganz gut darauf eingestellt. ich weiß auch, dass es hier in der ecke so ist, dass die jüngeren mütter (unter 30) sich eher allein und verlassen in den mutter-kind-gruppen vorkommen, weil der schnitt der frauen dort wirklich 35 und älter ist.. (möglicherweise ist das auch eine regionale besonderheit, da hier in der stadt, wo ich wohne, das bildungsniveau relativ hoch ist..).

und ganz nebenbei: eine nachbarin und freundin meiner oma (eine bodenständige schlesierin ;) ) bekam mit 52 (!) ihr 5. kind. sie war damals sogar schon oma und hat die verhütung da auch nicht mehr so ernst genommen.. schwupps war der kleine da (heute so alt wie ich :o ;) ) und übrings absolut komplikationslose schwangerschaft und gesundes kind... ich glaub, numero 4 hat sie auch erst mit 43 oder so bekommen.. ---das ergibt nebenbei sehr lustige generationsverhältnisse: der enkel älter als der sohn... der onkel jünger als der neffe..... (einer der neffen ist schließlich auch patenonkel vom onkelchen ;) ..*grins*)

zenzero nero
28.01.2005, 17:13
Frauen, die ab Ende der 30iger gebären, vor allem auch Erstgebärende, gehen ein statistisch erhöhtes Risiko einer Behinderung ein und sind im medizinisch biologischen Sinne "spätgebärend". Die erhöhte Möglichkeit ist belegbar und deshalb wird vielen Müttern auch zu einer nicht risikoarmen Fruchtwasseruntersuchung geraten.
Diese kann selber eine Behinderung verursachen.
PS, der Jüngste ist Neun.

glasperlenspielerin
28.01.2005, 17:14
Als Spätgebärende von zwei Kindern, bin ich natürlich sehr mit dem erhobenen Zeigefinger vieler Menschen (auch Ärzten) konfrontiert worden. Ich wurde gedrängt, doch wenigstens eine Fruchtwasseruntersuchung vornehmen zu lassen.

Ich habe das abgelehnt, und mir wurde Verantwortungslosigkeit vorgeworfen. Nur was hätte sie bringen sollen? Meine Ablehnung einer Abtreibung gegenüber stand ja bereits fest. Hätte ich diese Untersuchung durchführen lassen, und es wäre dabei heraus gekommen, dass das Kind behindert ist, ich wäre in Gewissenskonflikte geraten. Auch war ich sicher, dass meine Kinder gesund sind (waren sie auch).

Ich denke weiter. Was passiert mit Kindern, die durch Komplikationen bei der Geburt eine Behinderung davon tragen? Was geschieht, wenn sich meine Zweijährige von meiner Hand reißt und vor ein Auto läuft und anschließend mit einer Behinderung leben muss? Die kann ich auch nicht einfach abgeben.

ich hätte diese untersuchungen an deiner stelle auch nicht durchführen lassen. in dem bereich "vorsorgeuntersuchungen" regiert eine einzige panikmache, die schon 25jährigen ein schlechtes gewissen einredet, wie ich mal in einem fernsehbericht hörte. abgesehen davon sind sie für sich schon nicht risikolos.

und wie du schon richtig sagtest: was ist, wenn komplikationen bei der geburt auftreten (wie im falle meines behinderten bruders) oder das kind später durch einen unfall behindert wird?? :traurig:

Josi
28.01.2005, 17:16
Bedingungslos ja zum Leben, das ist meine Entscheidung.
Es mag sicherlich in extremen Situationen Gründe geben anders zu entscheiden, das kann und will ich niemandem nehmen, für mich aber gilt nur dieses. Und für mich fängt menschliches Leben bei der Zeugung an.
Ist es nicht einer der Unterschiede zwischen uns und der Tierwelt unterscheidet, das wir uns um die, die es schwerer haben, die alleine nicht lebensfähig sind, kümmern können?
Eine meiner Horrorvorstellungen bei weiterer Überalterung unserer Gesellschaft ist der "Gnadenschuss" für Pflegebedürftige Alte. In meiner Vorstellungswelt ist beides nicht weit voneinander entfernt.
@ Zenzero
vertrete absolut dieselbe Ansicht wie Ihr! Aber ich glaube, für jemand, der ungewollt kinderlos geblieben ist und 20 Jahre (bis die biologische Uhr abgelaufen war) darunter gelitten hat wie ein Tier, stellt sich die Frage nicht.
Deine Horrorvorstellung "Gnadenschuß für plegebedürftige Alte" macht auch mich schier wahnsinnig. Und ich bin verzweifelt über meine Ohnmacht, wirksam dagegen anzugehen. Wenn wir erst einmal soweit sind, ist es nur noch ein kleiner Schritt bis sich dieses Verfahren auf Behinderte, Kranke, "Asoziale" und ... und ... und (auf das sog. "lebensunwerte Leben") ausdehnt. Merke (und hüte dich davor): Die Dritte-Reich-Gesinnung feiert fröhliche Urständ. (Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich kotzen möchte!)

@ Angie
Deine Entscheidung, eine Fruchtwasser-Untersuchung abzulehnen, weil eine Abtreibung für Dich nicht in Frage käme, findet meinen höchsten Respekt. Ich erlebe es immer wieder, daß Frauen zu solchen Untersuchungen gedrängt werden und dann mit dem Ergebnis allein gelassen oder zu einer Abtreibung genötigt werden.

@ Keetah
Auch Deine ganz bewußte Entscheidung gegen ein Kind respektiere ich vollkommen. Es gibt Hunderte von Gründen dafür. Aber Du schützt Dich und verhinderst eine ungewollte Schwangerschaft von vornherein, das ist ok.
Wo ich nur sauer werde, ist wenn der in den ersten drei Monaten "legale" Schwangerschaftsabbruch als Mittel zur Familienplanung genutzt wird. (Ich weiß nicht, wie die GesetzesLage in Österreich ist.)

Das einzige, wobei ich für mich keine Hand ins Feuer legen würde, ist, wenn die Schwangerschaft auf einer Vergewaltigung beruht. Ich habe immer wieder darüber nachgedacht, bin aber zu keinem Ergebnis gekommen. Ich glaube, das ist eine Frage, die ich erst entscheiden kann, wenn die Situation da ist. Meine Angst wäre dabei, daß ich dem Kind nicht gerecht werden würde, ihm nicht die Liebe geben könnte, die es verdient und auf die es einen Anspruch hat. Und ich finde nichts grauenvoller als ein Kind spüren zu lassen, daß es nicht gewollt ist und ihm die Liebe zu versagen, ohne die es seelisch verkrüppeln muß.

Ambivalente Grüße,
Josi

zenzero nero
28.01.2005, 17:21
Rein statistisch betrachtet ist die Geburt der gefährlichste Augenblick im Leben eines Menschen. An keinem anderen Tag gibt es so viele Todesfälle oder Verletzungen die Behinderungen hervorrufen.

zenzero nero
28.01.2005, 17:29
.....Das einzige, wobei ich für mich keine Hand ins Feuer legen würde, ist, wenn die Schwangerschaft auf einer Vergewaltigung beruht. Ich habe immer wieder darüber nachgedacht, bin aber zu keinem Ergebnis gekommen. Ich glaube, das ist eine Frage, die ich erst entscheiden kann, wenn die Situation da ist. Meine Angst wäre dabei, daß ich dem Kind nicht gerecht werden würde, ihm nicht die Liebe geben könnte, die es verdient und auf die es einen Anspruch hat. Und ich finde nichts grauenvoller als ein Kind spüren zu lassen, daß es nicht gewollt ist und ihm die Liebe zu versagen, ohne die es seelisch verkrüppeln muß....


Deshalb habe ich auch gesagt, das es Situationen gibt in denen Andere sich anders entscheiden können. Ich selber bin gottseidank nie in die Situation gekommen eine solche Entscheidung treffen zu müssen. Eine Abtreibung, an der ich beteiligt gewesen wäre hätte mich auch als Mann in heftigste Konflikte gestürzt.

Vicky
28.01.2005, 17:31
Hallo Josi. sei froh das diese überlegung für dich noch nie in frage kam ob du ein kind aus einer vergewaltigung behalten würdest. ich respektiere die meinung es abzutreiben aber andererseits ist das kind nur 50% vom erzeuger. die andere hälfte ist von mir. ich würde damit also auch einen teil von mir töten. nach einer(oder vielen ) vergewaltigungen stirbt meist eh ein teil von dir. warum also mich nochmehr strafen?

glasperlenspielerin
28.01.2005, 17:32
Frauen, die ab Ende der 30iger gebären, vor allem auch Erstgebärende, gehen ein statistisch erhöhtes Risiko einer Behinderung ein und sind im medizinisch biologischen Sinne "spätgebärend". Die erhöhte Möglichkeit ist belegbar und deshalb wird vielen Müttern auch zu einer nicht risikoarmen Fruchtwasseruntersuchung geraten.
Diese Untersuchung kann selbst eine Behinderung verursachen.
PS. Der Jüngste ist Neun.


yepp, das weiß ich, zenzero.. also gefährlichkeit der untersuchung /hatte ja bio in der schuel ;-))).

mit den "spätgebärend" und "risikoschwangerschaft" das hatte ich jetzt nur etwas in frage gestellt, weil ich vor kurzem mal auf einer gynäkologischen seite was zum thema "schwangerschaft" gelesen hatte. demnach definiert man (zumindest der autor des artikels) "risikoschwangerschaft" etwas differenzierter, viele der älteren schwangeren wehren sich heute gegen diese etikettierung und die mediziner haben das mittlerweile auch erkannt..das ganze ist viel mehr ein zusammenspiel aus mehreren faktoren..eine gesunde 39jährige mit ausgeglichenem hormonspiegel ist weitaus weniger risikopatientin als eine 25jährige, übergewichtige raucherin usw. ...

---


Zwei meiner Kinder habe ich mit ende dreißig und Anfang Vierzig geboren, das letzte war kein Wunschkind und hat meine Pläne ziemlich durchkreuzt, aber Abtreibung war auch da kein Thema. Während der Schwangerschaft mit dem vierten Kind entschloss sich mein Mann zur Sterilisation. Das war für uns eine gute Lösung.

ich habe ürbings vor gut zwei wochen in meiner tageszeitung von einem fall im ruhrgebiet gelesen, wo eine 45jährige ungewollt das vierte kind erwartete, -zu einem zeitpunkt, wo sie sich sehr überlastet fühlte und mit der kinderplanung schon abgeschlossen hatte. sie hatte es schließlich sogar geschafft, die ganze schwangerschaft zu verheimlichen und hat das kind schließlich anonym in einer klinik zur welt gebracht und zur adoption od. pflege freigegeben. der fall wird jetzt gerichtlich verhandelt, da die klinik mit diesem angebot sich juristisch offenbar in einer grenzzone bewegt hat. -eigentlich war das ganze gedacht, den müttern den weg der abtreibung zu ersparen....

übrings bin ich mir ganz sicher, dass das für oder wider in erster linie von den lebensumständen der frau anhängt und psychosozialen faktoren (soziales umfeld, unterstützung, finanzen, psychische belastbarkeit der frau). ohne dass diese bedingungen erfüllt sind, ist es ja praktisch gar nicht möglich, ein kind (gesund) großzuziehen.

von daher -finde ich- sollte man auch jedem menschen seine entscheidung lassen. ich verurteile weder abtreibungen, noch die "abschiebung" an pflege- oder adoptiveltern. dazu steht mir gar nicht das recht zu.

zenzero nero
28.01.2005, 17:38
-eigentlich war das ganze gedacht, den müttern den weg der abtreibung zu ersparen....

Hier in CCAA und wohl mittlerweile auch in anderen Orten gibt es die "Babyklappe", in der Mann/Frau ungwollte Kinder sicher und anonym abgeben kann.

glasperlenspielerin
28.01.2005, 17:43
Hier in CCAA und wohl mittlerweile auch in anderen Orten gibt es die "Babyklappe", in der Mann/Frau ungwollte Kinder sicher und anonym abgeben kann.

sowas gibt es hier in der nähe auch in einem (katholischen) krankenhaus. man hat das ganze sehr begrüßt und von der stadt seinen segen bekommen, aber in den 5 jahren, seit diese klappe existiert, hat tatsächlich noch keine frau ihr kind dort abgegeben.. (wie auch immer man das jetzt deuten mag).

zenzero nero
28.01.2005, 17:44
Noch zwei "feministische" Denkanstöße:



"Es muss übrigens darauf hingewiesen werden, dass die Gesellschaft, die so heftig bestrebt ist, die Rechte des Embryos zu verteidigen, sich um die Kinder nicht kümmert, sowie sie auf der Welt sind."
"Jedes Kind, das zur Welt kommt, ist ein Mensch gewordener Gott."



Simone de Beauvoir - Das andere Geschlecht

Eiskristallin
28.01.2005, 17:53
"Es muss übrigens darauf hingewiesen werden, dass die Gesellschaft, die so heftig bestrebt ist, die Rechte des Embryos zu verteidigen, sich um die Kinder nicht kümmert, sowie sie auf der Welt sind."
exakt meine ansicht.

Kristallwind
29.01.2005, 10:04
Ich weiß nicht ob die Trennung so einfach ist, wann ein Schwangerschaftsabbruch gerechtfertigt ist. Vorallem bei jungen Menschen die sich in der Ausbildung befinden oder ähnlichem denk ich das man nicht einfach sagen kann das in einem solchen Fall eine Abtreibung zu veruteillen ist. Man sollte nicht vergessen das eine abgebrochene Ausbildung, egal aus welchen Gründen, sich im Lebenslauf nicht gut macht und die betreffenden jungen Damen sichdamit von anderen abhänig machen.
Man könnte jetzt natürlich argumentieren, dass es Verhütungsmittel gibt und so weiter. Aber kein Verhütungsmittel ist 100% sicher, passieren kann immer was, auch wenn die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist.
Ich denke ebenfalls, dass es eine Frage von eigener Kraft und psyschicher Belastbarkeit ist ob man ein Kind behalten will oder nicht. In erster Linie würde ich natürlich auch sagen ich würde ein Kind behalten und aufziehen, aber letztendlich ists eine Frage der Umstände.

Lieben Gruß,

Kristallwind

angie
29.01.2005, 10:24
@kristallwind

ich habe bisher nicht den Eindruck, dass in diesem Thread jemand gepostet hat, der Abtreibung grundsätzlich verurteilt! Die Frage, wann ein Schwangerschaftsabbruch gerechtfertigt ist, kann ja nur jede einzelne Frau für sich entscheiden. Die individuellen Gegebenheiten sind sicher wichtige Aspekte.

Was ich allen Frauen in einer solchen Situation wünsche , sind weise Menschen, die ohne Vorurteil fähig sind, den Rücken zu stärken und zu begleiten.

Dreamer
29.01.2005, 10:30
@Kristallwand

Ich sehe es genauso. Niemand hat das Recht sich als moralische Instanz zu erheben und zu entscheiden was verurteilenswert ist und was nicht. Ich find es einfach nur wiederlich wie werdenden Müttern eingeredet wird sie begingen Mord bzw töten damit ein Leben. Für mich ist die Frage nur auf folgende Weise lösbar. Die Mutter hat die alleinige Entscheidung, frei von jeglicher moralischer Vorwürfen oder Interessen anderer. Sie ist diejenige die 9 Monate lang diese enorme Belastung für Körper und Seele ertragen muß, deshalb ist auch nur sie diejenige, die, die entscheiden kann und darf. Kein anderer nicht einmal der Vater hat ein Recht das zu entscheiden.

Würde ich ungewollt Vater werden, würde ich die Entscheidung der Mutter überlassen, frei von jeglicher Empfehlung. Würde sie sich für das Kind entscheiden würde ich alles tun, um dem Kind ein Vater zu sein. Wenn man Sex hat besteht auch immer das Risiko, das es zu einer Schwangerschaft kommt, mit diesem Wissen muß man als Mann leben. Wenn die Mutter sich gegen das Kind entscheidet, würde ich auch voll hinter ihr stehen, denn allein sie muß entscheiden, was das richtige ist. Es ist einfach wichtig in jeden Fall hinter die Entscheidung der Frau zu stehen.

Vicky
29.01.2005, 11:06
@dreamer
Es ist schön wie du das ausdrückst. ich wünschte nur mehr männer würden es so sehen.
@kristallwind: kein verhütungsmittel ausser abstinenz ist 100% scher, stimmt. aber es ist doch recht selten das die pille versagt oder das kondom platz. aber dann gibt es noch leute wie ich die gegn die pille allergisch sind( habe vier verschiedene sorten schon ausprobiert) und eine latexallergie haben. gott sei dank gibt es mittlerweile für solche fälle latexfreie, wenn ich sex denn wünschen würde.

melusine
29.01.2005, 11:59
Ich wurde gedrängt, doch wenigstens eine Fruchtwasseruntersuchung vornehmen zu lassen.

Ich habe das abgelehnt, und mir wurde Verantwortungslosigkeit vorgeworfen. Nur was hätte sie bringen sollen? Meine Ablehnung einer Abtreibung gegenüber stand ja bereits fest. Hätte ich diese Untersuchung durchführen lassen, und es wäre dabei heraus gekommen, dass das Kind behindert ist, ich wäre in Gewissenskonflikte geraten. Auch war ich sicher, dass meine Kinder gesund sind (waren sie auch).

Ich denke weiter. Was passiert mit Kindern, die durch Komplikationen bei der Geburt eine Behinderung davon tragen? Was geschieht, wenn sich meine Zweijährige von meiner Hand reißt und vor ein Auto läuft und anschließend mit einer Behinderung leben muss? Die kann ich auch nicht einfach abgeben.

Keiner weiß, was im Leben passiert, unvorgesehene Schicksalsschläge können mich treffen. Ich kann im Grunde vieles nicht verhindern.

Dieser Meinung bin ich auch. Für mich gesprochen bin ich prinzipiell gegen eine Abtreibung.
Mein Bruder hat auch eine Behinderung, die man durch eine Fruchtwasseruntersuchung hätte gar nicht feststellen können (Autismus).

Ich wurde zwar schon vergewaltigt, hatte auch große Angst schwanger zu sein, aber dem war zum Glück nicht so. Ich kann nicht sagen, wie ich entschieden hätte.

Wovor ich Angst habe: dass es immer mehr pränatale Tests gibt, die Definition für Behidnerung immer enger gezogen wird. Dass dann nicht mehr nur ein nicht lebensfähiges oder Kind mit Down-Syndorm abgetrieben wird, sonder die Grenzen immer enger gezogen werden; das Kind hat schlechte Augen, wird eine Zahnspange brauchen, etc. weg damit.
Und damit stiegt natürlich auch der gesellschaftliche Druck und die Anfeindungen, wenn man ein derartig "behindertes" Kind zur Welt bringt.
Da fällt mir auch ein Zitat dazu ein: "Behindert ist man nicht, behindert wird man (von der Gesellschaft)."

Dreamer
29.01.2005, 12:23
Dieser Meinung bin ich auch. Für mich gesprochen bin ich prinzipiell gegen eine Abtreibung.
Mein Bruder hat auch eine Behinderung, die man durch eine Fruchtwasseruntersuchung hätte gar nicht feststellen können (Autismus).

Ich wurde zwar schon vergewaltigt, hatte auch große Angst schwanger zu sein, aber dem war zum Glück nicht so. Ich kann nicht sagen, wie ich entschieden hätte.

Wovor ich Angst habe: dass es immer mehr pränatale Tests gibt, die Definition für Behidnerung immer enger gezogen wird. Dass dann nicht mehr nur ein nicht lebensfähiges oder Kind mit Down-Syndorm abgetrieben wird, sonder die Grenzen immer enger gezogen werden; das Kind hat schlechte Augen, wird eine Zahnspange brauchen, etc. weg damit.
Und damit stiegt natürlich auch der gesellschaftliche Druck und die Anfeindungen, wenn man ein derartig "behindertes" Kind zur Welt bringt.
Da fällt mir auch ein Zitat dazu ein: "Behindert ist man nicht, behindert wird man (von der Gesellschaft)."

Dem Zitat kann ich nur zustimmen, wann ist ein Leben lebenswert, wer kann das beurteilen. Generell bin ich deshalb gegen derartige Untersuchungen. Die zur Zeit möglichen Test sind ok. Alles weitere sollte man mit gesunder Skepsis betrachten. Solche Entwicklungen können dazu führen das selektiert wird. Und irgendwann statt Menschen nur noch genetisch manipulierte, gleichgeschaltet "Maschinen" geboren werden.

Vicky
29.01.2005, 12:27
Zu diesem thema gibt es doch auch einen film. ich meine cattaga oder so ähnlich über menschen normal geboren die in der gesellschaft keine möglichkeiten haben oder genetisch aufgewertete die in allem besser sind. traurig!

zenzero nero
29.01.2005, 13:02
Dem Zitat kann ich nur zustimmen, wann ist ein Leben lebenswert, wer kann das beurteilen. Generell bin ich deshalb gegen derartige Untersuchungen. Die zur Zeit möglichen Test sind ok. Alles weitere sollte man mit gesunder Skepsis betrachten. Solche Entwicklungen können dazu führen das selektiert wird. Und irgendwann statt Menschen nur noch genetisch manipulierte, gleichgeschaltet "Maschinen" geboren werden.

Du schreibst das die jetzt möglichen Tests ok sind und weiter, das eine weitere Entwicklung dazu führen KÖNNTE, das selektiert wird. Ich muss Dir sehr energisch widersprechen:
Es wird jetzt schon selektiert!

Selektion ist - Einverständnis der Eltern vorrausgesetzt - gängige Praxis. Wann soll denn sie "gesunde" Skepsis einsetzen?
Ich sehe in unserer Gesellschaft eine fatale Tendenz, alles was belasten könnte, alles was die Gesellschaft Geld kostet und vielleicht der Allgemeinheit "nichts bringt", explizit sogenannte Behinderte, im vornhinein zu eliminieren, und das unter einem kleinen Deckmäntelchen: "Dieser Mensch hätte ja eh nichts vom Leben gehabt". Wer weiss denn was dieser Mensch vom Leben haben würde? Wo ist da die Grenze?
Haben, um es nochmal aufzugreifen, demente Alte noch etwas vom Leben? Wird denen eine Gnadenspritze gewährt? Und wer will die setzen?

Vicky
29.01.2005, 13:04
@zenzero nero.
wenn ich sterbenskrank würde und mich nur noch quälen würde wäre ich dankbar für eine spritze und ich kenne viele ältere menschen die genauso denken. sie wollen in würde sterben wie du es auch einem tier ermöglichen kannst

zenzero nero
29.01.2005, 13:20
@zenzero nero.
wenn ich sterbenskrank würde und mich nur noch quälen würde wäre ich dankbar für eine spritze und ich kenne viele ältere menschen die genauso denken. sie wollen in würde sterben wie du es auch einem tier ermöglichen kannst

Aber ein Mensch der dement ist kann nicht mehr gefragt werden, er lebt in seiner Erinnerung, aber er lebt, und niemand weiss, ob er leidet, weil er dies nicht mehr mitteilen kann.

angie
29.01.2005, 13:20
@zenzero nero.
wenn ich sterbenskrank würde und mich nur noch quälen würde wäre ich dankbar für eine spritze und ich kenne viele ältere menschen die genauso denken. sie wollen in würde sterben wie du es auch einem tier ermöglichen kannst

@raven

das ist aber ein ganz anderes Thema: wenn jemand selbst über sein Leben oder Sterben entscheidet, trifft niemand für ihn die Entscheidung, sondern nur er selbst.

Es gibt heute eine ausdifferenzierte Palette vorgeburtlicher Diagnostik. Sicher ist es gut, sie in kritischen Fällen benutzen zu können (z.B. für eine pränatale Behandlung)

ABER, sie flächendeckend einzusetzen, schießt über das Ziel hinaus, verunsichert werdende Mütter und läßt die Geschehnisse um Schwangerschaft und Geburt zur Krankheit deformieren. Verlernen Frauen dadurch nicht auch, ihren Körpern und ihren eigenen Kräften zu glauben?

Frauen haben schon immer Kinder bekommen, auch ganz ohne Ärzte und medizinischer Diagnostik.

melusine
29.01.2005, 14:06
Zum Thema "lebenswertes Leben" ist sehr schwierig was zu sagen.

Zum Einen kann man eine Patientenverfügung machen. Aber ob die dann im Fall des Falles auch im Sinne des Patienten angewandt wird ist die andere Frage.

Zum Anderen: ich habe im Kindergarten für schwerst- und mehrfachbehinderte gearbeitet. Man kann das Leben der Kinder, die teilweise mit Sonden ernährt werden, nicht mal ihren eigenen Kopf halten können, deren Atmung im Schlaf immer überwacht werden muss, etc. nicht beschönigen.
Aber dennoch habe ich erlebt, dass auch diese Menschen Lebensfreude empfinden können.

Vicky
29.01.2005, 14:15
Es zweifelt auch keiner daran das selbst solche menschen lebensfreude empfinden. aber ich als (wenn) werdende mutter muß für mich doch entscheiden können ob ich mir sowas zu muten kann. ob ich die kraft habe nicht nur 18 jahre(als beispiel) mich intensiv um mein kind zu kümmern sondern vllt 30,40,50 und so weiter. wer kümmert sich liebevoll um mein "kind" wenn ich nicht mehr bin? will ich jemanden anderen diese dinge zumuten? ich möchte nicht denken wie es diesen menschen dann ergeht. deshalb finde ich die schwangerschaftsuntersuchungen sehr sinnvoll und wenn ich dann früh feststelle das das kind behindert wäre würde ich überlegen. etwas andres wäre es wenn es schon auf der welt ist.

zenzero nero
29.01.2005, 14:17
Zum Thema "lebenswertes Leben" ist sehr schwierig was zu sagen.

Zum Einen kann man eine Patientenverfügung machen. Aber ob die dann im Fall des Falles auch im Sinne des Patienten angewandt wird ist die andere Frage.

Zum Anderen: ich habe im Kindergarten für schwerst- und mehrfachbehinderte gearbeitet. Man kann das Leben der Kinder, die teilweise mit Sonden ernährt werden, nicht mal ihren eigenen Kopf halten können, deren Atmung im Schlaf immer überwacht werden muss, etc. nicht beschönigen.


Eine andere Frage ist, ob sie überhaupt angewendet werden kann kann, denn bei der Patientenverfügung geht es ja um das Abschalten sogenannter "Lebenserhaltender" Maschinen.
Das alles wirft so viele moralische Fragen auf bis hin zu der, ob ich einen potentiellen Selbstmörder nicht an seinem Tun hindern darf, es ist ja sein "freier" Wille zu sterben. So ein Thema kann man nicht losgelöst von der Frage, "Was ist Leben" betrachten.

[/QUOTE] Aber dennoch habe ich erlebt, dass auch diese Menschen Lebensfreude empfinden können.[/QUOTE]

Eine Abtreibung würde aber Lebensfreude gar nicht erst aufkommen lassen. Wer gibt mir das Recht über Leben von anderen zu Entscheiden?

Vicky
29.01.2005, 14:23
@zenzero nero:
Ich habe das recht zu entscheiden, weil es ein teil von mir(von jeder frau) wäre.

zenzero nero
29.01.2005, 14:34
Es ging aber nicht um die normalen Vorsorgeuntersuchungen, sondern um die aufwändigeren "prophylaktischen" Untersuchungen, die fast alleine dazu dienen einen Abbruch zu rechtfertigen. Medizinisch notwendig sind sie meistens nicht. Veilleicht spielt auch Angst der Ärzte vor einer Schadensersatzkage wegen Nichterkennung eine Rolle. Ich denke oft, das wir in einem perversen Rechtsssystem leben, wenn ein Arzt wegen Nichterkennung einer Behinderung oder dem Nichtdraufhinweisen auf weitere mögliche "Früherkennungsuntersuchungen" wegen Schadensersatz verklagt werden kann.
Ärzte haben den Eid des Hippokrates (http://www.heidemorgner.de/Wartezimmer/Lexikon/Hippokrates/hippokrates.html) abgelegt, der verlangt von ihnen das Leben zu schützen und verbietet ausdrücklich die Beendung des Lebens.

melusine
29.01.2005, 14:35
Und noch ein Aspekt, den ich zu bedenken gebe: Selbstmord unterliegt gesetzlich anscheinend nicht dem freien Willen, sprich, ich habe rein rechtlich noch nicht mal die Freiheit, mich selbst zu töten.

Ich habe das mal selbst erlebt. Ich habe im Rahmen meines Studiums einen Film gedreht und habe mir als Kulisse einen alten, maroden Güterbahnhof ausgesucht.
Die Bahnbeamten riefen die Polizei, weil ich angeblich Selbstmord begehen wollte.
Es kostete mich ein paar Worte, die Polizei davon zu überzeugen, dass ich nicht lebensmüde war und dass ich nicht in die geschlossene Anstalt zu meinem Selbstschutz möchte.

zenzero nero
29.01.2005, 14:36
@zenzero nero:
Ich habe das recht zu entscheiden, weil es ein teil von mir(von jeder frau) wäre.

Trotzdem entscheidest Du in diesem Moment über Dein und ein anderes Leben

zenzero nero
29.01.2005, 14:55
Ich zitiere mal aus der Diskussion einer Kommission über Ethik in der Stammzellenforschung:

Huber: Ein entscheidender Punkt bei der Entstehung des Lebens ist zweifellos der, an dem Informationssysteme zwischen den Zellen entstehen. Das passiert erst etwa in der achten oder neunten Woche. Ab diesem Zeitpunkt registriert der Embryo Schmerz bzw. Reize von außen. Ich bin ja eher konservativ. Doch halte ich die dogmatische Einstellung der römisch-katholischen Kirche in dieser Frage nicht für richtig, das Entstehen des Lebens mit der Empfängnis anzusetzen.

Herlinde Pauer-Studer (http://www.falter.at/heureka/archiv/01_2/03.php?SESSID=f0bd3a52ab2c2a2a129bbdc7f3891fa9#pau er) : In Großbritannien hat man bei der Zulässigkeit der Embryonenforschung den Zeitpunkt viel früher angesetzt: Da ist von Schmerzempfindung noch gar nicht die Rede gewesen. Dort hat man sich auf den 14. Tag nach der Empfängnis festgelegt; in der französischen Diskussion ist der 7. Tag zum Stichdatum erklärt worden. Der entscheidende Punkt besteht für mich aber darin, ob man diese Entscheidung nachvollziebar begründet - wie das in Großbritannien geschehen ist. Dort wurde argumentiert, dass mit dem 14. Tag eine Zäsur gegeben ist, da erstmals von einer Identität die Rede sein kann. Denn nach diesem Zeitpunkt ist es nicht mehr möglich, dass aus dem Zellgebinde ein Zwillingspaar entsteht.

Die ganze Diskussion kann man hier nachlesen (http://www.falter.at/heureka/archiv/01_2/03.php?SESSID=f0bd3a52ab2c2a2a129bbdc7f3891fa9)

Selbst die Experten wissen also nicht wo eigenständiges Leben anfängt, aber es beginnt eindeutig lange vor dem jetzigen Stichtag 3. Monat an.

Vicky
29.01.2005, 14:56
Ich dachte hier wird niemand für seine meinung verurteilt? haben nicht am anfang die meisten zu keetah gesagt sie wäre nicht egoistisch? ich entscheide über mein leben ganz alleine. so lange ich die möglichkeit eines abbruches habe und ihn vornehmen lassen will,dann habe ichdie vole entscheidungskraft. ich rede hier nicht von abtreibung in vorm von verhütung sondern von abbruch weil ich mir kein kind zutraue. du bist ein mann. du zeugst und meinst dann das du die rechte hast über das leben der frau zu entscheiden das sie es austrägt! wer ist hier egoistisch?!!

angie
29.01.2005, 15:05
@ raven

stimme dir zu!
Hier sollte niemand wegen seiner Meinung verurteilt werden. Allein die Frau, die das Leben schließlich in ihrem Körper austrägt und in den meisten aller Fälle wohl auch immer noch (Ausnahmen bestätigen die Regel) für Erziehung und Aufzucht zuständig ist, hat das Recht, darüber zu entscheiden, ob sie ein ungeborenes Kind austrägt oder nicht.

Ich habe noch nie eine Frau erlebt, die sich leichtfertig für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden hat.

fragile
29.01.2005, 15:11
Eine Abtreibung würde aber Lebensfreude gar nicht erst aufkommen lassen. Wer gibt mir das Recht über Leben von anderen zu Entscheiden?

so sehe ich das auch ...
abtreibung sehe ich schlichtweg als mord an einem unschuldigen lebewesen.
die erklärung, ein embryo bzw. fötus könne man erst ab dem 3. monat als menschliches wesen und als lebensberechtigt anerkennen, finde ich unsinnig und unlogisch und, und, und ....

zenzero nero
29.01.2005, 15:18
Ich dachte hier wird niemand für seine meinung verurteilt? haben nicht am anfang die meisten zu keetah gesagt sie wäre nicht egoistisch? ich entscheide über mein leben ganz alleine. so lange ich die möglichkeit eines abbruches habe und ihn vornehmen lassen will,dann habe ichdie vole entscheidungskraft. ich rede hier nicht von abtreibung in vorm von verhütung sondern von abbruch weil ich mir kein kind zutraue. du bist ein mann. du zeugst und meinst dann das du die rechte hast über das leben der frau zu entscheiden das sie es austrägt! wer ist hier egoistisch?!!

Ich will niemanden verurteilen, falls das so angekommen ist, sorry.
Es gibt aber Entscheidungen, die ich in keinem Fall mittragen würde. Ich war auch nie in einer solchen Situation.
Hier äussere ich meine Grundgedanken.
Ich habe selber 4 Kinder und weiss was Kinderhaben heisst, rede also nicht nur am grünen Tisch.

Eiskristallin
29.01.2005, 15:31
ich schweige dazu ab jetzt. (muß ich schließlich auch mal üben.)

Vicky
29.01.2005, 15:35
Das hab ich schon mitgekriegt mit deinen kindern, herzlichen glückwunsch :D . nur wie angie sagt: eine verantwortungsbewußte frau würde sich nie leichtfertig zu einem abruch wagen. Selbst ich habe für mich entschieden mit 13 und auch mit 15 das kind behalten zu wollen und das sogar obwohl es aus mb ist! es sollte aber nicht sein. und ob ich je kinder haben werde ist auch fraglich. ich fühle mich reif genug um eins zu bekommen aber nur unter meiner vorraussetzung.
LG raven

Vicky
29.01.2005, 15:36
so sehe ich das auch ...
abtreibung sehe ich schlichtweg als mord an einem unschuldigen lebewesen.
die erklärung, ein embryo bzw. fötus könne man erst ab dem 3. monat als menschliches wesen und als lebensberechtigt anerkennen, finde ich unsinnig und unlogisch und, und, und ....
bei dir gäbe es also keine ausnahmen????

fragile
29.01.2005, 15:55
bei dir gäbe es also keine ausnahmen????

strenggenommen ist das, was ich von mir gebe, nichts als 'theoretisches geschwafel', d.h.: wäre ich irgendwann einmal tatsächlich mit so einer situation konfrontiert - ich weiß nicht genau, was ich tun würde. von meinem jetzigen standpunkt aus würde ich sagen: nein, es gibt keine ausnahmen. doch wie will ich wissen, wie es sich anfühlt, unter wirklich üblen umständen ungewollt schwanger zu werden? das kann ich jetzt nicht beantworten.

Sternenfee
29.01.2005, 16:56
natürlich nicht. der knackpunkt ist die frage, ob man einen embryo schon als "gleichwertig" mit einem bereits geborenen kind betrachtet.

Für mich ist es so, dass ich das so sehe, dass jedes Leben was sich da in mir entwickelt ein Kind ist und ich sehe es als Menschenbaby, was ich zu würdigen habe.

Sternenfee
29.01.2005, 17:11
Ich habe nun einen Tag danach, alle Meinungen aufmerksam durchgelesen und ich finde es total intressant zu lesen. Nun, ich bin katholisch und würde NIEMALS ein Kind abtreiben, weil ich es schlichtweg als Mord sehe, wobei ich niemanden verurteile, der aus tiester Not dies tun würde, weil ich auch der Meinung bin, dass jede Frau und auch jedes paar für sich entscheiden muss, was da wichtig ist.
Ich betreue ja jeden Freitag drei Kinder in einer Familie, der älteste ist 10, dann die nächste 7 und der Jüngste so fast 6 und der ist auch behindert. Er kann nur an der Hand laufen und redet nicht und hat oft mals Spannungszustände, die er dann entladen muss, und ich liebe ihn. Er ist ein Junge, der alles mitkriegt und mit allen Sinnen sein Leben erfährt. Ich sehe aber auch die Probleme der Eltern, die manchmal nicht mehr können und auch die der anderen zwei Kinder, die einfach mal Zeit brauchen für sich um gesehen zu werden, um auch mal nur Zeit für sich haben zu können.
Gestern war das Mädchen nicht da, und der Älteste genoss ide Zeit mit mir, ich malte mit ihm und er fing an zu reden, was ihn beschäftigt, auch hinsichtlich seines behinderten Bruders. Er liebt ihn, aber manchmal hat er auch Angst, er könnte ihm weh tun, weil er grad keinen Bock auf ihn hat. Ziemlich menschlich, oder? Sein wichtigster Satz war aber: Er würde nie wollen, dass er nicht mehr da ist, denn er hat ihn doch unsäglich lieb.
Ich denke, das hat mich in meinen gEdanken und Gefühle bestätigt, ich liebe Kinder, egal welche Begabungen sie mitbringen, ob sie sprechen, laufen,... können, ob sie schwarz oder weiß sind. Sie sind Wesen von Gott erschaffen. Ich bin trotz meiner schweren Vergangenheit sehr froh, dass die Spiralle meiner Mutter nicht mehr standhielt und ich auf die Welt kommen durfte.
Sternenfee

Vicky
29.01.2005, 17:29
Ich bin auch froh das du auf die welt gekommen bist! :umarm:
Aber eine frage hät ich doch. wie kann man etwas vermissen was man nicht kennengelertnt hat?

Sternenfee
29.01.2005, 18:12
Ich glaube, es war eine komplizierte Schwangerschaft, und Geburt, d. h. die Mama war schwanger und erw war ja schon vier und hat sich auf das neue Baby gefreut und er meinte, wenn das baby tot gewesen wäre, hätte er viel weinen müssen...:knuddel:

Almase
29.01.2005, 18:54
Als ich 18 Jahre alt war, war ich schwanger. Ungewollt, trotz Pille.
Wie das so ist: Erbrechen und Druchfall und niemand warnte mich.
Mit dem Vater des Kindes bekam ich heftigen Streit. Er war ein
Klassenkamerad. Ich glaube nicht, das er es war, der so reagierte:
vielmehr reagierte seine "gutbürgerliche, fein situierte Familie" in ihm:
schwanger und die Mutter des Kindes einer Mulattin.
Das paßte nicht in das "deutsche Haus"...
So bitter es dann für mich war; ich habe das Kind nicht bekommen.
Mitten im Abitur - meine Ma vollzeit beschäftigt und nicht in der Lage
mich zu unterstützen.
Sie hat mich unterstützt - indem sie bei mir war, vorher, nachher...
Immer wieder, ich fühlte mich nicht alleine oder im Stich gelassen.
Wir haben nächtelang geredet und überlegt und dann habe ich den
Entschluß gefaßt.
Ich bereute es nicht - denn es hätte wirklich nicht gepaßt. Und mit
dem "Mann" wollte ich auch nichts mehr zu tun haben.
Ich wollte nichts von der Familie - keine Almosen, auch nicht das, was
mir zugestanden hätte.
Manchmal frage ich mich, ob sie wissen, das sie ihr Enkelkind getötet haben?
Ob sie sich überhaupt in ihrem Kopf darüber klar waren, was das bedeutet?
Ich habe keine Kontakt mehr zu ihm oder der Familie.
Manchmal sehe ich ihn - mit "Mama" beim Einkaufen.
Nicht mal ein Gruß.
Bitter.
Heute - nun, wo ich ganz alleine bin, da denke ich manchmal: was wäre wenn?

motherlesschild

Vicky
29.01.2005, 18:55
@sternenfee
Ok, das kann ich verstehen. Ich meine aber wenn eine frau still und leise abtreibt und nacher kommt es raus. wie kann man da sagen man würde etwas vermissen. meine mutter war mit 16 schwanger und hat abgetrieben. ich verurteile sie nicht weil ich meine(bruder/schwester) nicht vermisse weil ich ihn/sie nie kennengelernt habe

Vicky
29.01.2005, 18:59
Als ich 18 Jahre alt war, war ich schwanger. Ungewollt, trotz Pille.
Wie das so ist: Erbrechen und Druchfall und niemand warnte mich.
Mit dem Vater des Kindes bekam ich heftigen Streit. Er war ein
Klassenkamerad. Ich glaube nicht, das er es war, der so reagierte:
vielmehr reagierte seine "gutbürgerliche, fein situierte Familie" in ihm:
schwanger und die Mutter des Kindes einer Mulattin.
Das paßte nicht in das "deutsche Haus"...
So bitter es dann für mich war; ich habe das Kind nicht bekommen.
Mitten im Abitur - meine Ma vollzeit beschäftigt und nicht in der Lage
mich zu unterstützen.
Sie hat mich unterstützt - indem sie bei mir war, vorher, nachher...
Immer wieder, ich fühlte mich nicht alleine oder im Stich gelassen.
Wir haben nächtelang geredet und überlegt und dann habe ich den
Entschluß gefaßt.
Ich bereute es nicht - denn es hätte wirklich nicht gepaßt. Und mit
dem "Mann" wollte ich auch nichts mehr zu tun haben.
Ich wollte nichts von der Familie - keine Almosen, auch nicht das, was
mir zugestanden hätte.
Manchmal frage ich mich, ob sie wissen, das sie ihr Enkelkind getötet haben?
Ob sie sich überhaupt in ihrem Kopf darüber klar waren, was das bedeutet?
Ich habe keine Kontakt mehr zu ihm oder der Familie.
Manchmal sehe ich ihn - mit "Mama" beim Einkaufen.
Nicht mal ein Gruß.
Bitter.
Heute - nun, wo ich ganz alleine bin, da denke ich manchmal: was wäre wenn?

motherlesschild

Ich weiß nicht ob du die eltern deines damaligen freundes als töter deines kindes ansehen kannst. es war deine entscheidung. ich finde du hast verantwortungsbewußt gehandelt, auch wenn es von zeit zu zeit weh tut. und meinst du wirklich das es sie so gestört hat das du ein mischling bist? das kann ich nicht verstehen

Sternenfee
29.01.2005, 19:17
Als ich 18 Jahre alt war, war ich schwanger. Ungewollt, trotz Pille.
Wie das so ist: Erbrechen und Druchfall und niemand warnte mich.
Mit dem Vater des Kindes bekam ich heftigen Streit. Er war ein
Klassenkamerad. Ich glaube nicht, das er es war, der so reagierte:
vielmehr reagierte seine "gutbürgerliche, fein situierte Familie" in ihm:
schwanger und die Mutter des Kindes einer Mulattin.
Das paßte nicht in das "deutsche Haus"...
So bitter es dann für mich war; ich habe das Kind nicht bekommen.
Mitten im Abitur - meine Ma vollzeit beschäftigt und nicht in der Lage
mich zu unterstützen.
Sie hat mich unterstützt - indem sie bei mir war, vorher, nachher...
Immer wieder, ich fühlte mich nicht alleine oder im Stich gelassen.
Wir haben nächtelang geredet und überlegt und dann habe ich den
Entschluß gefaßt.
Ich bereute es nicht - denn es hätte wirklich nicht gepaßt. Und mit
dem "Mann" wollte ich auch nichts mehr zu tun haben.
Ich wollte nichts von der Familie - keine Almosen, auch nicht das, was
mir zugestanden hätte.
Manchmal frage ich mich, ob sie wissen, das sie ihr Enkelkind getötet haben?
Ob sie sich überhaupt in ihrem Kopf darüber klar waren, was das bedeutet?
Ich habe keine Kontakt mehr zu ihm oder der Familie.
Manchmal sehe ich ihn - mit "Mama" beim Einkaufen.
Nicht mal ein Gruß.
Bitter.
Heute - nun, wo ich ganz alleine bin, da denke ich manchmal: was wäre wenn?

motherlesschild

Ich finde es sehr mutig von dir, deine Geschichte hier reinzuschreiben und ich möchte mich von ganzem Herzen für dein Vertrauen bedanken. Und ich möchte dir, sagen ich bewundere deinen Schritt und du bist sehr wertvoll. NIE vergessen, gell? Danke. Sternenfee

Sternenfee
29.01.2005, 19:21
@sternenfee
Ok, das kann ich verstehen. Ich meine aber wenn eine frau still und leise abtreibt und nacher kommt es raus. wie kann man da sagen man würde etwas vermissen. meine mutter war mit 16 schwanger und hat abgetrieben. ich verurteile sie nicht weil ich meine(bruder/schwester) nicht vermisse weil ich ihn/sie nie kennengelernt habe

Ja, Raven, das kann ich verstehen. Ich habe auch noch zwei Geschwisterengel, die wurden zwar nicht abgetrieben, die hat meine Mutter in sehr frühen Stadien verloren und ich vermisse sie auch nicht, wenn ich mir auch manchmal vorstelle, die wären nicht so, wie meine Schwester, das wären bestimmt ganz liebe Geschwister. Aber vermissen, nee, das kann ich nicht sagen.

Josi
30.01.2005, 11:38
Ich haben diesen Thread hier von Anfang an mit großem Interese verfolgt, habe mich auch dazu geäußert.

Irgendwann hat Raven hier noch ein anderes - nicht minder brisantes Thema - hier einfließen lassen: sterbenskrank und Spritze. Auch die sehr dezidierten Äußerungen von Angie und Zenzero haben mich dazu veranlaßt, dieses wichtige Thema, das mich wirklich schwer umtreibt, in einem eigenen Thread (mit Umfrage) zur Diskussion zu stellen.

Ich sehe natürlich ein, das ist ein hochpolitisches Thema und hat nur mittelbar mit HS zu tun. Es hat eigentlich nichts zu suchen in diesem Forum, das für Diskussionen um HS-Fragen reserviert ist. Mein Thema:
Begleitung oder "Gnadentod"
ist deshalb in das Themenforum "Politik und Zeitgeschehen" verschoben (hoffe, nicht abgeschoben) worden. Dies nur als Hinweis für alle, die sich auch dazu äußern möchten.

An Eurer Meinung interessierte Grüße
Josi

Diana
30.01.2005, 12:10
Ich weiß nicht ob du die eltern deines damaligen freundes als töter deines kindes ansehen kannst. es war deine entscheidung.

Ich finde, dass man das nicht so einfach sagen kann. Gerade, wenn jemand noch so jung ist - erst 18 -, kann sehr viel Einfluss genommen werden. Wenn die Eltern des Jungen so viel Ablehnung und Druck aufbauen, tragen sie in meinen Augen auch einen Teil der Verantwortung für den Abbruch. Familiensysteme und ihre Auswirkungen ... ;)

und meinst du wirklich das es sie so gestört hat das du ein mischling bist? das kann ich nicht verstehen

Es gibt genug Leute, die sowas stört. Leider.

Vicky
30.01.2005, 12:13
Hallo diana. Ich hab auch schon über den einflus nachgedacht. du hast recht. wenn man jung ist ist man leichter beeinflußbar. :o hab wohl etwas voreilig geantwortet.
Ich habe bekannte aller hautfarben und religionsangehörigkeit. mich stören solche dinge nicht. ich kann nur nicht verstehen warum sich andere leute davon stören lassen. wir sind doch alle menschen! aber ich glaub meine eltern( eher mein vater) wäre doch ganz schön geschockt wenn ich ein kind von einem farbigen bekommen würde. stimmt.
LG raven

Almase
30.01.2005, 19:36
Ich habe mich fast nicht mehr getraut zu lesen; gut, das ich das dann
doch noch getan habe. :)

Der Vater meines damaligen Freundes arbeitet bei einem Ministerium, war
dort ein "hohes Tier" - da ging das nicht. Ich war nicht die standesgemäße
Mutter seine(r)s Enkels/in. Mit dem Sohn hatte er noch viel vor...
Deswegen war er mal bei mir - der Vater. Bot mir viel Geld.
Wißt Ihr, so wie in diesen Filmen, die man manchmal sieht :eek:
Ich habe ihm vor die Füße gespuckt. War mir eine Genugtuung.
Sohnemann "verschwand" dann 2 Jahre in den Staaten.

Ich habe es nie jemandem erzählt. Nicht einmal meiner Ma.
Meine Ma und ich, wir haben das ganz alleine geschafft.
Ich habe es alleine geschafft.

Vicky
30.01.2005, 19:41
@motherlesschild:
ich finde es aber sehr mutig von dir es hier zu erzählen.
Liebe Grüße Raven :knuddel:

Sternenfee
31.01.2005, 17:30
Ich habe mich fast nicht mehr getraut zu lesen; gut, das ich das dann
doch noch getan habe. :)

Der Vater meines damaligen Freundes arbeitet bei einem Ministerium, war
dort ein "hohes Tier" - da ging das nicht. Ich war nicht die standesgemäße
Mutter seine(r)s Enkels/in. Mit dem Sohn hatte er noch viel vor...
Deswegen war er mal bei mir - der Vater. Bot mir viel Geld.
Wißt Ihr, so wie in diesen Filmen, die man manchmal sieht :eek:
Ich habe ihm vor die Füße gespuckt. War mir eine Genugtuung.
Sohnemann "verschwand" dann 2 Jahre in den Staaten.

Ich habe es nie jemandem erzählt. Nicht einmal meiner Ma.
Meine Ma und ich, wir haben das ganz alleine geschafft.
Ich habe es alleine geschafft.

Und darauf kannst du MEGA stolz sein. Wow. Sternenfee

glasperlenspielerin
01.02.2005, 00:50
hallo!

ich habe heute im regionalfernsehen einen beitrag gesehen, der auch ganz gut zu denken gibt:

sozialarbeiterinnen haben festgestellt, dass viele sozialhilfempfängerinnen und vor allem asylantinnen kein geld haben, um sich die pille zu finanzieren. die ausgaben dafür müssen selbst getragen werden, das sozialamt trägt nur die kosten für die abtreibung. absurd!!
anonym konnte man die stelleungnahme einer 38jährigen betroffenen hören, die im letzten jahr gleich zwei mal ungewollt schwanger wurde und beide male abgetrieben hat, weil sie schon 4 kinder hat und ein 5. kind nicht mehr durchbringen könnte und möchte. :hmm:

Kristallwind
08.02.2005, 12:33
@Dreamer:

Jaja das kommt etwas spät aber....
Ich weiß nicht ob es richtig wäre die Entscheidung zu einer Abtreibung der Mutter allein zu überlassen. Für mich klingt das ein wenig nach Verantwortung abwälzen. Es ist schließlich leichter die Entscheidung jemande anderem zu überlassen.

Wenn man in eine solche Situation kommt, sollten beide Elternteile an der Entscheidung beteiligt sein. Beide tragen die Verantwortung. Zumindest müssen beide wissen wie der andere darüber denkt. Es muss verstanden werden warum der andere es lieber so oder so hätte, sonst kann dabei, denke ich, eine ganze Menge kaputt gehen.

Lieben Gruß,
Kristallwind

Sternenfee
08.02.2005, 12:53
@Dreamer:

Jaja das kommt etwas spät aber....
Ich weiß nicht ob es richtig wäre die Entscheidung zu einer Abtreibung der Mutter allein zu überlassen. Für mich klingt das ein wenig nach Verantwortung abwälzen. Es ist schließlich leichter die Entscheidung jemande anderem zu überlassen.

Wenn man in eine solche Situation kommt, sollten beide Elternteile an der Entscheidung beteiligt sein. Beide tragen die Verantwortung. Zumindest müssen beide wissen wie der andere darüber denkt. Es muss verstanden werden warum der andere es lieber so oder so hätte, sonst kann dabei, denke ich, eine ganze Menge kaputt gehen.

Lieben Gruß,
Kristallwind

Hallo, da gebe ich dir Recht, aber letztendlich entscheidet sich die Mutter sich entweder für oder gegen das kleine wesen in IHREM Körper, ob ise es abtreiben will, deshalb denke ich, dass sie das allerletzte Wort hat.

glasperlenspielerin
08.02.2005, 13:08
also bei mir wärs ohne frage, dass der vater zu 50% mitbestimmt. denn ich alleine würde mich nicht dazu in der lage fühlen, ein kind großzuziehen (ich rede unter berücksichtigung meiner aktuellen psyche und finanzlage). nur wenn er sich 60% sicher fühlen würde, würde ich es für die bessere entscheidung halten, das kind zu bekommen. außerdem ist es nicht nur mein kind, sondern genauso teil des vaters.. und nicht mein "physischer besitz", weil es in *meinem* körper wächst (das hat die natur nun mal so eingerichtet.. und ich konnte mir vorher auch nicht aussuchen, ob ich mann oder frau werden möchte, ob ich kinder bekommen kann oder nicht..-so denk ich zumindest).

und ich möchte auf keinen fall irgendwas wiederholen, was meine eltern bzw. urgroßeltern an ihren kindern verschrottet haben. kinder haben ein recht darauf, geliebt und umsorgt zu werden, *erwünscht* zu sein.
wenn man ein kind bekommt, dann ist das eine entscheidung, die konsequenzen bis ans lebensende hat. für ein (kleines) kind muß man bedingungslos da sein können. sowas kostet unheimlich kraft und energie, denn -was zu schnell vergessen wird- kindern sind nicht nur niedlich und wollen geknuddelt werden, sondern haben auch ihren eigenen kopf, der einen (ist man selbst überstreßt und überreizt) bis an den wahnsinn treiben kann. genau das ist der grund, warum so viele eltern aus überfoderung ausflippen und ihre kinder schlagen und verdreschen.

zenzero nero
08.02.2005, 14:49
aber....
Ich weiß nicht ob es richtig wäre die Entscheidung zu einer Abtreibung der Mutter allein zu überlassen. Für mich klingt das ein wenig nach Verantwortung abwälzen. Es ist schließlich leichter die Entscheidung jemande anderem zu überlassen.

Wenn man in eine solche Situation kommt, sollten beide Elternteile an der Entscheidung beteiligt sein. Beide tragen die Verantwortung. Zumindest müssen beide wissen wie der andere darüber denkt. Es muss verstanden werden warum der andere es lieber so oder so hätte, sonst kann dabei, denke ich, eine ganze Menge kaputt gehen.


Es geht eine Menge kaputt, bei einer Abtreibung. Die wenigsten Partnerschaften "überleben" in der Statistik diese Zäsur. Es scheint als würde mit dem Abtöten des Fötus auch die Trennung vom Partner eingeleitet.

Sendung vom 05.02.2005, 19:05 Uhr


Der Schmerz bleibt - Erinnerungen an eine Abtreibung.


Oft spielt das abgetriebene Kind im weiteren Leben der Frau noch eine gespenstische Rolle, auch viele Jahre nach dem Eingriff. Und die Details des Erlebnisses haben sich tief in die Seele eingegraben.
Die Entscheidung gegen eine Mutterschaft hängt häufig mit der Haltung des Partners zusammen, genau diesen Anteil der Frau nicht zu schätzen und zu schützen. Eva und Lilith, zwei mythologische Frauengestalten, verkörpern die zwei Seiten der Frau.

Gisela Kern hat mit Frauen gesprochen, die sich auch nach 10, 15 oder 20 Jahren schmerzhaft an die erfahrene Abtreibung erinnern.


AutorIn: Gisela Kern

Ich hörte diese Sendung im Radio, kann aber leider kein Script finden. Mich haben die Erlebnisse dieser Frauen - es kamen auch Therapeuten zu Wort - so berührt, das ich tränenüberströmt dastand. Für mich stellt sich diese Frage also gar nicht erst. Meine Antwort, wenn ich mitzuentscheiden hätte wäre: Nein.
Mal abgesehen davon, das ich für alles, was ich anrichte, eine Verantwortung habe.

Eiskristallin
08.02.2005, 15:59
Es geht eine Menge kaputt, bei einer Abtreibung. Die wenigsten Partnerschaften "überleben" in der Statistik diese Zäsur. Es scheint als würde mit dem Abtöten des Fötus auch die Trennung vom Partner eingeleitet.


was aber auch weniger an der abtreibung an sich liegen kann, sondern daran, daß eine partnerschaft, in der man ein entstehendes kind nicht möchte, wohl meist keine ideale partnerschaft war.

glasperlenspielerin
08.02.2005, 16:56
was aber auch weniger an der abtreibung an sich liegen kann, sondern daran, daß eine partnerschaft, in der man ein entstehendes kind nicht möchte, wohl meist keine ideale partnerschaft war.

genauso sehe ich das auch.

ich halte es für eine selbstverständlichkeit, dass, wenn man in einer glücklichen partnerschaft ist, sich seelisch gesund fühlt, das kind auch annehmen wird-ganz gleich, obs geplant war oder nicht. dann teile ich die ansicht von angie und zenzero oben.

aber wenn man sich nicht stabil fühlt, innerlich so schon zerrissen und völlig verzweifelt durchs leben stapft und glaubt, die verantwortung nicht tragen zu können-weder im einzelnen und erst recht nicht gemeinsam- halte ich eine abtreibung u. u. für besser...(bzw. "pille danach"-eigentlich sollte man sofort handeln).

(man bedenke übrings mal, warum die literatur des 18. jahrhunderts z.b. so übersät ist vom motiv der "kindsmöderin"..oder warum so viele "unterentwickelte" staaten überfüllte waisenhäuser haben... ).

Dreamer
08.02.2005, 19:41
@Dreamer:

Jaja das kommt etwas spät aber....
Ich weiß nicht ob es richtig wäre die Entscheidung zu einer Abtreibung der Mutter allein zu überlassen. Für mich klingt das ein wenig nach Verantwortung abwälzen. Es ist schließlich leichter die Entscheidung jemande anderem zu überlassen.

Wenn man in eine solche Situation kommt, sollten beide Elternteile an der Entscheidung beteiligt sein. Beide tragen die Verantwortung. Zumindest müssen beide wissen wie der andere darüber denkt. Es muss verstanden werden warum der andere es lieber so oder so hätte, sonst kann dabei, denke ich, eine ganze Menge kaputt gehen.

Lieben Gruß,
Kristallwind

Du hast schon Recht. Es ist sehr schwierig den richtigen Weg zu finden. Die endgültige Entscheidung liegt auf jeden fall bei der Mutter. Es ist schwierig seine eigene Meinung zu äußern ohne das Gefühl zu haben die Mutter damit unter Druck zu setzen.

glasperlenspielerin
09.02.2005, 12:05
Du hast schon Recht. Es ist sehr schwierig den richtigen Weg zu finden. Die endgültige Entscheidung liegt auf jeden fall bei der Mutter. Es ist schwierig seine eigene Meinung zu äußern ohne das Gefühl zu haben die Mutter damit unter Druck zu setzen.

man sollte aber auch bedenken, dass es genug frauen gibt, die "ungeplante schwangerschaften" nur vortäuschen, also z.b. extra die pille weglassen usw. und dann den freund mit ner abtreibung unter druck setzen -von wegen "mein körper" usw. , nur um ein kind zu bekommen.

ich les regelmäßig auf nem forum mit. deswegen weiß ich, dass sowas gang und gebe ist. in nem bestimmten alter spüren frauen (biologisch bedingt meist früher als männer) einfach ihren reproduktionstrieb.

ist nur ne beobachtung..

aus diesem grunde finde ich es unfair, wenn ich gegen den willen des "erzeugers" was entscheiden würde-schon als "vetrauensbeweis", dass es wirklich keine "panne" war. jeder mensch hat ein recht auf ehrliche und faire behandlung.

Dreamer
11.02.2005, 07:50
Hier wurde das gegen die Abtreibung mit einem Ja zum Leben gleichgesetzt. Es wurde aber nicht angesprochen, das es manchmal auch ein Nein zum Leben bedeutet. Zum Beispiel könnte es sein, das die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, das die Mutter oder Mutter und Kind bei der Geburt sterben würden (Es gibt Fälle in denen sogar Ärzte zur Abtreibung raten). In diesem Fall würde eine Abtreibung auch ein JA zum Leben bedeuten.

angie
11.02.2005, 09:11
Wer bitte Dreamer, hat das Recht darüber zu entscheiden, welches Leben Priorität hat? Fragen über Fragen...

zenzero nero
11.02.2005, 09:30
Hier wurde das gegen die Abtreibung mit einem Ja zum Leben gleichgesetzt. Es wurde aber nicht angesprochen, das es manchmal auch ein Nein zum Leben bedeutet. Zum Beispiel könnte es sein, das die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, das die Mutter oder Mutter und Kind bei der Geburt sterben würden (Es gibt Fälle in denen sogar Ärzte zur Abtreibung raten). In diesem Fall würde eine Abtreibung auch ein JA zum Leben bedeuten.

Hier geht es drum (http://www.empfindsam.de/showpost.php?p=33612&postcount=17)

...Dem Vegetarier der für Abtreibung votiert würde ich nicht beliebigkeit vorwerfen, ehr ein differenziertes Denken.....

Da kann ich Deinen Gedanken nicht mehr folgen: Differenziertes Denken inwieweit ?
Ich persönlich kann die Differenz nur darin sehen, das einmal Tiere gemeint sind und das andere Mal Menschen - Tieren ein Recht auf Leben zugestanden wird, Menschen nicht.
Und genau diese Position ist für mich beliebig, weil das "JA zum Leben" anstrengender ist, weil mit dem bedingungslosen JA unter Umständen lebenslange Verantwortung übernommen werden muss.

Kristallwind
11.02.2005, 12:43
womit wir wieder bei fragen der belastbarkeit wären.....

ich denke das dreamer durchaus recht haben könnte....
das mit dem differenzierten denken ist vielleicht etwas fragwürdig abersonst....

Eiskristallin
11.02.2005, 12:49
Differenziertes Denken inwieweit ?
Ich persönlich kann die Differenz nur darin sehen, das einmal Tiere gemeint sind und das andere Mal Menschen - Tieren ein Recht auf Leben zugestanden wird, Menschen nicht.
wichtig ist hierbei aber, daß man ein bereits auf der erde ganz fertig herumwandelndes tier nicht umbringen und verspeisen möchte. daß ein erst mit seiner entwicklung befindlicher fleisch- und blutklummpen im bauch einer frau schon genauso weit ist mit seinen rechten, das findet eben nicht jeder - auch nicht wenn der klumpen einmal ein mensch werden würde, der auch auf der erde rumwandelt.

glasperlenspielerin
11.02.2005, 13:17
@zenzero:

merkst du eigentlich nicht, wie egozentrisch und vereinnahmend du bist mit deiner ganz-oder-gar-nicht-argumentation? :rolleyes:

du gehst implizit nur von dir aus, von deiner privilegierten lage -du bist seit 25 jahren glücklich verheiratet mit ein und derselben frau, hast vier kinder..und -wie anzunehmen ist- eine gut funktionierende, stabile beziehung, die nicht zuletzt auch finanziell abgesichtert ist -deine frau und du, ihr seid beide berufstätig, sprich: ihr müßt euch um nichts sorgen machen. und: ihr seid psychisch gesund.


du siehst alles nur von diesem standpunkt aus.

bedinungslos JA zum leben? aha. dass anderes leben u. u. dafür drauf geht, dafür scheinst du sehr ignorant.

eine frau z.b. dazu zu zwingen, dass kind eines vergewaltigers auf die welt zu bringen -das würdest du auch ohne wenn und aber befürworten?? wie siehts da aus? bedingungsloses JA für das leben des vergewaltiger-sperma??? (ich bekomme ekelgefühle, wenn ich nur daran denke..)

dass die frau nach einem solchen vorfall erst mal mit sicher selber (eventuell bis ans ende ihrer tage) psychisch am ende ist und evtl. sogar an panikattacken leidet, wenn sie auf die straße geht, das interessiert dich nicht? oder wie denkst du darüber?
ich bin so einem schwein einmal begegnet. ich hatte aber das riesengroße glück, dass andere mächen/frauen in dieser lage nicht gehabt haben: ich konnte fliehen, weil mich meine riesengroße angst blitzschnell reagieren ließ und so konnte er nicht realisieren, was er mir damals mit worten ankündigte, an mir vornehmen zu wollen.
ich war damals junge schülerin, war hochängstlich und menschenscheu. war nachdenklich und stets alleine unterwegs. wegen meiner sozialen phobie nahm ich damals immer abkürzungen über
abgeschiedenen geländer und parkplätze, um keinen anderen menschen zu begegnen. genau dort traf er mich auch an und rieß mich aus meiner inneren schutzzone heraus.
ich hab mich damit niemals jemandem aus meiner familie anvertrauen können, wie auch nicht "sexuellen übergriffen" durch eine person in meinem umfeld. ich wurde nie vergewaltigt, aber ich hatte stets angst, dass es passiert. und wenn es passiert wäre, wäre niemand da gewesen. in meiner not hätte ich versucht, mit einer nadel in mir herumzuhantieren-da bin ich mir sicher. ich kann mich emotional sehr gut in frauen/mädchen hineinversetzen, die so etwas an sich anstellen. mein körper war damals etwas total abartiges für mich, ich habe ihn gehaßt und wenn da irgendwas drin gewachsen wäre-ein "fremdkörper" (denn NUR so hätte ich es empfunden, weil ich auch meine körper nur so stets empfunden habe) , dann hätte ich es versucht, "wegzumachen"...ja, in meiner not hätte ich eine nadel genommen. dass das da drin, was "lebendiges" sein könnte, wäre mir nie in den sinn gekommen, weil ich mich selber innerlich gar nicht gefühlt habe.
hätte ich in dieser schlimmen phase kein entrinnen mehr gesehen, hätte ich mich in meiner not sogar umgebracht..(der tod hätte mir quasi von innen zuvorgekommen, indem er mich aufgefressen hätte wie ein krebsgeschwür..)

ich empfände es als inhumanität, wenn nun irgendjemand daherkommen würde, um einem jungen mädchen einzureden, dass sie eine mörderin wäre/ist, wenn sie diesen zellhaufen in sich nicht in sich behalten wollte.

genauso empfinde ich es als eine zumutung, wenn man einer frau in beliebigem alter (meistens sind es aber die jüngeren) vorwürfe macht oder gar unterstellt, eine "mörderin" zu sein, wenn sie aus verantwortungsvollen gründen gegen ein kind entschieden hat. -es gibt die fälle von depression und überfoderung, für die ich mich oben eingesetzt habe. eine liebevolle , das leben achtende erziehung ist in so einer umgebung _nicht_ möglich. ich bin in sowas groß geworden.

genauso dürfen in einer humanen gesellschaft keine anschuldigungen gegenüber frauen laut werden, die behinderte kinder abtreiben.
die entscheidung gegen ein behindertes kind ist immer die richtige entscheidung. denn hätte man die frau dazu "gezwungen" gegen ihren willen dieses kind auszutragen, dass sie schon im vorfeld ablehnte, dann hätte dieses kind weitere behinderungen entwickelt. behinderte leiden noch stärker an einer unliebevollen umgebung als nicht-behinderte, da ihre verarbeitungsmechanismen und -filter nicht so funktioneren wie unsere (ich rede von geisig behinderten).
um dir eindruck davon zu verschaffen, würde ich dir name und station einer psychiatrie nennen, damit du mal einen einblick in die welt "abgeschobener menschen" machen kannst, auf welche art und weise diese menschen leiden, wenn sie nicht die zuwendung bekommen, die sie benötigen. diese menschen dort sind zu einem nicht geringen anteil von ihren müttern und vätern verstoßen worden. viele haben nicht mal eine sprache entwickelt. wenn man das nur einmal gesehen hat, wird man annähernd begreifen können, wieviel zuwendung und lebenslange betreuung so ein mensch benötigt. diese muß über den tod der eltern hinaus gewährleistet sein.


hinzu kommt, dass behinderte diskriminierungen in unserer gesellschaft ausgesetzt sind, die auch einer "psychisch stabilen" mutter (auch dafür kenne ich ein beispiel) sehr zusetzen können.

nur eine gute partnerschaft, emotionaler und sozialer rückhalt -wie bei dir evtl. gegeben- kann eine solche beanspruchung überhaupt auffangen.
das leid, das ein vater, eine mutter, ein gewister eines behinderten kindes durchmachen müssen, kann unermeßlich sein..und es gibt tage, wo man selber nicht mehr leben möchte (wie es mir auch schon ging; cih weiß, daß, wenn mein bruder sterben würde, ein teil von mir sterben würde..und ich in eine heftige lebenskrise geraten würde, die alles andere für jahre/jahrzehnte überschatten würde...
gerade weil ich meinen bruder lieb habe, würde ich mich in einer "durchschnittlichen" partnerschaft und bei emotionaler instabilität gegen ein behindertes kind entscheiden, weil ich zwei solcher schicksale nicht tragen könnte... mir kommen grad die tränen, weil mich das innerlich wirklich sehr berührt.. ich bin zu schwach dafür, zweifach davon betroffen zu sein... es ist eine emotionale belastung, die wirklich an den kräften zehrt, die überhaupt niemand verstehen kann, der selber nicht mutter/vater eines solchen kindes ist..oder solch ein geschwister hat, -man leidet -täglich, stündlich, minütlich... und dann kann man sich auch mal wochenlang nicht auf seine klausuren, seine arbeit konzentrieren.. dann ist man einfach mutterseelenallein mit sich und seiner trauer.

EINE FRAU UND AUCH EIN MANN MÜSSEN EIN RECHT HABEN, SELBSTSTÄNDIG ENTSCHEIDEN ZU KÖNNEN, OB SIE EINE SOLCHE VERANTWORTUNG TRAGEN _KÖNNEN_.

WENN EINE FRAU SICH GEGEN EIN KIND ENTSCHEIDET, SO IST DIES IMMER DIE BESSERE ENTSCHEIDUNG _FÜR_ DAS KIND.

Dreamingcat
11.02.2005, 13:34
So, jetzt stelle ich mal ein paar Tassen Kaffee und Tee ins Forum (_)° (_)° (_)° (_)°, bitte bedient euch und atmet tief durch. ;)

Ich glaube, hier muß man trennen inzwischen. Da gibt es eine Grundsatzdiskussion, die darum geht: Bedingungslose Ablehnung des Tötens,
nebenher schwingt mit: Wann beginnt Leben?
und es geht um die Belastungen der Frauen, die in einer (oder durch eine) schwer belasteten Situaition ungewollt schwanger werden.
Vielleicht sollte jemand (ich weiß im Moment nicht, was wichtiger ist) mal einen der Fäden aufnehmen und daran wird dann weitergesponnen.

Und eines gilt: Die Wahrheit, die einzig richtige Antwort auf all diese Fragen werden wir nicht finden. Da muß letztendlich jede/r nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden.

lg
Dreamingcat
wogenglättend

glasperlenspielerin
11.02.2005, 13:44
@zenzero: die anspielung auf den "wert" des tierischen lebens war meinerseits als provokation gedacht, um mal dazu anzuregen, wie verschwenderisch wir mit tierischem leben umgehen, dass daran herumexperimentiert werden darf, dass tiere massenweise küsntlich befruchtet werden, dass wir ihre nachkommen der muttermilch entziehen, sie wenige wochen auf unbelichteten betonböden dahinvegetieren und mästen lassen, um sie nachher ohne jeden gedanken in unseren ohnehin schon aufgedunsenen, westlichen wohlstands-überfluß-mägen zu verdauen.
um es auf den punkt zu bringen: ich empfinde es als pervers.. oder um nicht allzu beleidigend zu sein zumindest sehr "seltsam" und "abstrus", wenn auf der anderen seite ein tarra herscht um die "pille danach" und eine noch nicht mal befruchtete menschliche eizelle.

glasperlenspielerin
11.02.2005, 13:52
ich kann übrings nichts wirklich ernst nehmen, wo geistige haltung und tat nicht identisch sind. da fehlt für mich die authentizität. wer vegetarisch oder vegan lebt, der ist für mich zumindest authentisch, wenn er die moral, die er vertritt auch in die tat umsetzt und ergo auf fleisch oder tierirsche produkte verzichtet.


jemand, der vehement gegen abtreibung ist, der muß meiner meinung nach seinem denken auch taten folgen lassen -z.b. für einige stunden in der woche unentgeltlich in ein waisenhaus gehen, um sich dieser "ungeliebten" , verstoßenen kinder anzunehmen oder eines dieser kinder adoptieren, die von ihrern müttern nicht abgetrieben, sondern ausgetragen wurden, weil sie sich ins gewissen reden lassen haben.

alles andere empfinde ich als unauthentisch. gerade im den- worten-nicht-taten- folgen -lassen, sehe ich einen widerspruch in sich selbst. denn genau hier läge dann deine verantwortung.

Eiskristallin
11.02.2005, 14:11
@ glasperlenspielerin
ich stimme dir in allem zu 100% zu.

(und ich finde übrigens selbst, daß es zu dieser einstellung nicht paßt, fleisch zu essen und fühle mich dabei auch nicht gut. ich versuche auch, mich zu beherrschen und möglichst wenig fleisch zu essen, aber ich schaffe es nciht, ganz darauf zu verzichten. habe dabei aber stets ein schlechtes gewissen. - ok, das gehörte nicht so recht hierher...)

glasperlenspielerin
11.02.2005, 14:20
@ glasperlenspielerin
ich stimme dir in allem zu 100% zu.

(und ich finde übrigens selbst, daß es zu dieser einstellung nicht paßt, fleisch zu essen und fühle mich dabei auch nicht gut. ich versuche auch, mich zu beherrschen und möglichst wenig fleisch zu essen, aber ich schaffe es nciht, ganz darauf zu verzichten. habe dabei aber stets ein schlechtes gewissen. - ok, das gehörte nicht so recht hierher...)

das mit dem fleischessen ist jedem selbst überlassen. meine freundin ißt auch fleisch und ich mag sie dennoch nicht weniger.
ich vertrags von meinem gewissen/gefühlen her nicht. genauso würde ich das nicht ertragen, von einem lieben menschen schwanger zu sein und dann abtreiben zu müssen. aber genauo kann ich mit der anderen partei gut mitfühlen, die in dieser schlimmen lage ist, dass sie abbrechen müssen bzw. wollen (weil sie z.b. eine grauenhafte vergewaltigung mitgemacht haben) -und da sagt mir meine innere stimme, dass diese menschen nicht diskriminiert werden dürfen.

abgesehen vom thema "verantwortung"-
letztlich muß z.b. auch akzeptiert werden, wie jeder einzelne von uns "leid" und "lebenswertes leben" definiert.

es mag mütter geben, die sagen und fühlen, dass ihr lebenslang beatmetes und bewußtloses geistig und körperlich schwer behindertes kind sehr viel vom leben mitbekommt und dass es wertvoll ist, dieses leben zu haben, erleben und "zulassen" zu dürfen.
andererseits wird es aber auch menschen geben, die dies als zu leidvoll empfinden und die -wenn sie wüßten, dass sie so ein kind bekommen würden- dieses leben von vornherein lieber verhindern würden.

ich akzeptiere beides gleichermaßen.

zenzero nero
11.02.2005, 14:24
Um das jetzt mal ganz klar zu stellen, ich meine niemand bestimmten, wer auch immer sich auf die Füsse getreten fühlt, ist nicht gemeint, schlimm für mich ist, das dies in einer Diskussion immer wieder gesagt werden muss.
Ich betrachte dies als Diskussionsvorlage und ich kann und will niemanden Verurteilen wegen seiner Entscheidungen, die er vielleicht in der Tragweite vorher gar nicht abschätzen kann.

Um auf Dich zurückzukommen, GPS, Du greifst mich hier in einer schon sehr persönlich werdenden Art und Weise an. Warum?

Danke, Dreamingcat, für den Kaffee, ist dankbar angenommen worden.

glasperlenspielerin
11.02.2005, 14:25
@zenzero: ich würde dir mal empfehlen das buch "praktische ethik" von peter singer zu lesen.

ich habe es schon als schülerin kennengelernt, als wir genau diese dinge diskutierten, um die es hier geht.

mir hat es überhaupt erst den blick geöffnet für die multi-perspektivität von ethischen problemen.

und meine ethische haltung und toleranz auch für andersdenkende ist maßgeblich auf den gedanken dieses kritikers gewachsen.

glasperlenspielerin
11.02.2005, 14:28
Um das jetzt mal ganz klar zu stellen, ich meine niemand bestimmten, wer auch immer sich auf die Füsse getreten fühlt, ist nicht gemeint, schlimm für mich ist, das dies in einer Diskussion immer wieder gesagt werden muss.
Ich betrachte dies als Diskussionsvorlage und ich kann und will niemanden Verurteilen wegen seiner Entscheidungen, die er vielleicht in der Tragweite vorher gar nicht abschätzen kann.

Um auf Dich zurückzukommen, GPS, Du greifst mich hier in einer schon sehr persönlich werdenden Art und Weise an. Warum?

Danke, Dreamingcat, für den Kaffee ist dankbar angenommen worden.



ich mich dagegen von deiner pointierung "vegetarier" und "abtreibungs*befürworter*" (was mal sehr dahingestellt sei, eingeladen gefühlt, dir eine antwort zu schreiben.
für mich wars offensichtlich, dass ich damit gemeint ware. schließlich hatte ich auch den kirchenthread eröffnet und der letzte oder vorletzte kommentar bei den "abtreibungen" war auch von mir.

:traurig:

glasperlenspielerin
11.02.2005, 16:00
ich hab grad in einer zitatesammlung gestöbert. durch zufall fand ich da sogar was zum thema "abtreibung" (obwohl ich nach was anderem gesucht hatte.."A" wie "alleinsein"):



Inzwischen wimmelt das in den Slums aller Länder, die Knie der glücklichen Mütter werden von Geschöpfen umspielt, die später in den Kohlenbergwerken oder in den Ackergräben für den Profit der anderen verrecken dürfen... aber: es ist nicht abgetrieben worden. Der Kranz, der Kranz ist gerettet!
(Kurt Tucholsky, deutscher Schriftsteller, 1890-1935)

Wenn Männer Kinder bekämen, wäre die Abtreibung längst ein Sakrament.
(Lore Lorentz, dt. Kabarettistin, 1920-1994)

ich stell das jetzt nur hinein. sind nicht meine worte..und ich distanzier mich ausdrücklich davon. aber ist ja auch mal interessant, was manch "weiser" mann / frau so darüber denkt..

:schaf:

zenzero nero
11.02.2005, 17:29
ich mich dagegen von deiner pointierung "vegetarier" und "abtreibungs*befürworter*" (was mal sehr dahingestellt sei, eingeladen gefühlt, dir eine antwort zu schreiben.
für mich wars offensichtlich, dass ich damit gemeint ware. schließlich hatte ich auch den kirchenthread eröffnet und der letzte oder vorletzte kommentar bei den "abtreibungen" war auch von mir.

:traurig:

Da hast Du Dir wohl zu große Schuhe angezogen, denn auf so etwas achte ich nicht, da habe ich gar nicht genug Zeit, alles zu lesen und wenn ich gezielt auf ein anderes Posting antworte, dann zitiere ich mindestens den Teil auf den ich mich beziehe.
Mal ganz abgesehen davon, das ich hier in diesem Thread auf Dreamers Beitrag geantwortet habe, eine Antwort, die er von mir hier erwartet hat.

Dreamer
11.02.2005, 18:32
Hier geht es drum (http://www.empfindsam.de/showpost.php?p=33612&postcount=17)



Da kann ich Deinen Gedanken nicht mehr folgen: Differenziertes Denken inwieweit ?
Ich persönlich kann die Differenz nur darin sehen, das einmal Tiere gemeint sind und das andere Mal Menschen - Tieren ein Recht auf Leben zugestanden wird, Menschen nicht.
Und genau diese Position ist für mich beliebig, weil das "JA zum Leben" anstrengender ist, weil mit dem bedingungslosen JA unter Umständen lebenslange Verantwortung übernommen werden muss.

Es ist ganz einfach. Man hat hier zwei Personen die ein Recht auf Leben haben. Ich frage dich mal folgendes: Wenn die Mutter weiß, das sie wahrscheinlich bei der Geburt des Kindes Sterben wird, hat sie kein Recht ja zu ihrem Leben zu sagen, hat sie kein Recht sich für ihr Leben zu entscheiden?

Dreamer
11.02.2005, 18:47
Um das jetzt mal ganz klar zu stellen, ich meine niemand bestimmten, wer auch immer sich auf die Füsse getreten fühlt, ist nicht gemeint, schlimm für mich ist, das dies in einer Diskussion immer wieder gesagt werden muss.
Ich betrachte dies als Diskussionsvorlage und ich kann und will niemanden Verurteilen wegen seiner Entscheidungen, die er vielleicht in der Tragweite vorher gar nicht abschätzen kann.

Um auf Dich zurückzukommen, GPS, Du greifst mich hier in einer schon sehr persönlich werdenden Art und Weise an. Warum?

Danke, Dreamingcat, für den Kaffee, ist dankbar angenommen worden.



Meine Meinung begründet sich darauf das ich mir dioe Tragweite dieser Entscheidung bewußt mache. Man kann nicht immer einen unfertigen Menschen den Vortiritt geben. Wenn Gefahr für die Mutter besteht sei es psychischer (Vergewaltigungs Trauma) oder körperlicher (drohender Tod) Natur hat sie das Recht Ja zu ihrem Leben zu sagen. Hier ist das Leben des Kindes meiner Meinung nach an die Entscheidung der Mutter gekoppelt und sie hat ein Recht diese Entscheidung zu treffen. Man kann kein vorhandenes Leben zerstören um ein entstehendes eine Chance zu geben, Man kann Leben nicht gegeneinander aufwiegen. Und hier überwiegt das Recht des bestehenden vor einem was erst noch entstehen muß. Das ist meine Meinung zum Thema. Du kannst gern eine andere haben, nur solltest du schon wissen, das sich auch meine auf reichliche Überlegung und differenzierung begründet. Auch ich entscheide mich nicht leichtfertig.

Dreamer
11.02.2005, 19:06
So, jetzt stelle ich mal ein paar Tassen Kaffee und Tee ins Forum (_)° (_)° (_)° (_)°, bitte bedient euch und atmet tief durch. ;)

Ich glaube, hier muß man trennen inzwischen. Da gibt es eine Grundsatzdiskussion, die darum geht: Bedingungslose Ablehnung des Tötens,
nebenher schwingt mit: Wann beginnt Leben?
und es geht um die Belastungen der Frauen, die in einer (oder durch eine) schwer belasteten Situaition ungewollt schwanger werden.
Vielleicht sollte jemand (ich weiß im Moment nicht, was wichtiger ist) mal einen der Fäden aufnehmen und daran wird dann weitergesponnen.

Und eines gilt: Die Wahrheit, die einzig richtige Antwort auf all diese Fragen werden wir nicht finden. Da muß letztendlich jede/r nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden.

lg
Dreamingcat
wogenglättend

Du hast hier zwei wichtige Punkte angesprochen, die auch in meiner Entscheidungsfindung eine Rolle gespielt haben. Wann beginnt Leben? Und die Feststellung das dies jeder für saich entscheiden muß.

Anna
11.02.2005, 19:20
@ glasperlenspielerin
ich stimme dir in allem zu 100% zu.

(und ich finde übrigens selbst, daß es zu dieser einstellung nicht paßt, fleisch zu essen und fühle mich dabei auch nicht gut. ich versuche auch, mich zu beherrschen und möglichst wenig fleisch zu essen, aber ich schaffe es nciht, ganz darauf zu verzichten. habe dabei aber stets ein schlechtes gewissen. - ok, das gehörte nicht so recht hierher...)

... ist zwar nicht an mich, aber Keetah ich verstehe es sehr gut, da ich als Kind Fleisch bekam, weiß ich wie schwer es ist. Ich für mich habe vor Jahren rausgefunden das Geschmack eine
Prägung ist. Manchmal ist es ein Mangel (Vitamin B) der auch dahintersteckt (muß nicht aber kann). Auch wenn es hier nicht hergehört -finde ich es wichtig, weil es quälend ist.

Ich weiß genau wie das ist.

Lieben Gruß

Anna

Dreamer
11.02.2005, 19:40
Da hast Du Dir wohl zu große Schuhe angezogen, denn auf so etwas achte ich nicht, da habe ich gar nicht genug Zeit, alles zu lesen und wenn ich gezielt auf ein anderes Posting antworte, dann zitiere ich mindestens den Teil auf den ich mich beziehe.
Mal ganz abgesehen davon, das ich hier in diesem Thread auf Dreamers Beitrag geantwortet habe, eine Antwort, die er von mir hier erwartet hat.


In der Tat. Übrigens bin ich kein Abtreibungsbefürworter. Es ist für mich aber wichtig das die Entscheidung respektiert wird. Persönlich würde ich mich auch meistens (ausgenohmen drohender Tod der Mutter durch Geburt) für das Kind entscheiden, wobei die Entscheidung nicht wirklich bei mir liegt. Es wäre ja auch so das ich die Person die das Kind von mir erwartet Liebe, weil ich nur Sex mit einer Frau hätte, wenn ich diese auch Liebe, von daher wäre es leichter sich für das Kind zu entscheiden.

Kristallwind
21.02.2005, 12:51
@dreamer:

Ich kenne mich und ich weiß das man nie von vorne herein sagen kann das das tatsächlich so wäre. Viele Beziehungen halten auch nicht ewig. Was wäre wenn beispielsweise eine Beziehung nur 1 oder 2 Monate hält? Was passiert wenn die betreffende Dame aber trotzdem schwanger ist? Würdest du diese Frau dann noch lieben? Auch wenn die Beziehung beendet wäre? Und würde es dir dann genauso leicht fallen?

Was mich zu der Frage leitet ob Väter sich dadurch nicht sehr leicht aus der Verantwotung ziehen?
Ich meine ich könnte mir gut vorstellen das viele, wenn sie erst nach der Trennung von der Schwangerschaft erfahren, dies nutzen um sich aus der Verantwortung zu winden.

Sternenfee
01.03.2005, 23:42
Da habe ich ja wohl eine heftige Diskussion ausgelöst. Ich habe mich jetzt mühsam durchgelesen und ich bin zwar nicht in grad guter Verfassung, und da habe ich gemerkt, wie ich für einige Partei ergriff, und für einige nicht. Und ich habe es in mir gemerkt. Es ist eine Diskussion und jede/r hat seine eigene Meinung, die er/sie vertritt. Und ich denke, wir sollten gelernt haben, tolerant anderen Meinungen gegenüber zu sein. Trotzdem sollte der Satz nicht vergessen werden: Die Freiheit des einen hört da auf, wo die Freiheit des anderen anfängt. Oder: Die Freiheit des einen fängt da an, wo die Freiheit des anderen aufhört. Ich wünsche euch noch eine gute Diskussion und ab und zu mal ne Pause für eine Tasse Kaffee und Für raucher für eine Zigarette. Lieben Gruß, Sternenfee