Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Studiengebühren
glasperlenspielerin
04.02.2005, 16:22
mich würde mal gerne eure meinung zum thema "studiengebühren" interessieren.
mittlerweile sind wir so weit, dass die ersten CDU-regierten bundesländer BaWü und bayern studiengebühren schon für das erststudium veranschlagen. die kosten belaufen sich auf etwa 100 euro pro semester. wenn man bedenkt, dass ein studium (auch wenn man zuhause wohnt und keine unkosten mit miete, krankenversicherung hat) sich schon mit ausgaben für lernmittel, kopierkosten, anschaffung von medien etc. auf einige hundert euro pro jahr beläuft (insbesondere wenn man medizin oder naturwissenschaftliche fächer studiert und sich die teure fachliteratur / CD-Roms, Software anschaffen muß), ist das ein dicker hammer. jetzt ganz zu schweigen von den personen, die sich wohnung etc. finanzieren oder sogar selber krankenversichern müssen.
übrings leistet jeder eingeschriebene student grundsätzlich einen "sozialbeitrag", der an das studentenwerk geht und mit dem semesterticket, mensa und bestimmte einrichtungen wie hochschulsport, kinderkrippe u.ä. finanziert werden.
je nach hochschule fallen die gebühren sehr unterschiedlich aus. einige hochschulen "kosten" pro semester nur 80 euro, ich bezahle knapp 120 euro pro semester (zusätzlich einer studiengebühr würde ich also rund 800 euro pro semester zahlen müssen). wenn man bedenkt, dass ein universitätsstudium bis zum abschluß der prüfungen im schnitt mind. 5 jahre (=10 semester) dauert, in denen man eingeschrieben ist, kommt dabei eine nicht unerhebliche stange an geld zusammen.
ich finds eine ziemliche katastrophe -der beste weg zur zwei-klassengesellschaft.
für einigermaßen angebracht und sinnvoll halte ich allerdings die einführung von gebühren bei langzeitstudenten und leuten, die ein zweitstudium beginnen.
aber auch hier gibt es grenzfälle: was ist, wenn jemand aufgrund einer psychischen erkrankung (wie depression etc.) zum langzeitstudenten wird? ..oder was ist mit lehramtsanwärtern, die freiwillig ein zusatzstudium aufnehmen, um z.b. einen besonderen nachweis für "medienbildung" oder "interkulturelle pädagogik/ deutsch als zweitsprache" zu erwerben? die schulen brauchen händeringend lehrer mit solchen zusatzqualifikationen. aber viele personen wird es nun abschrecken neben referendariat oder fester stelle abends noch in die uni zu laufen und für die 1,2 seminare, die sie neben schule und/oder ausbildung noch terminlich unter einen hut bekommen, 800 euro pro semester zu berappen.
lost in everybody
04.02.2005, 17:10
Also ich halte das für sinnvoll, wenn das Geld dann auch für die Uni (Gebäude, Professoren, Lehrmittel) verwendet würde und nicht um die Staatskasse zu füllen.
Ok, vielleicht habe ich zu hohe Ansprüche als Kind einer Gesellschaft die die Einstellung hat etwas vom Staat fordern zu können und kann froh sein, dass es nix kostete bis jetzt. In anderen Ländern ist das ja nicht so. Aber für mich geht dieser Weg auch geradewegs in eine 2-Klassengesellschaft...
Gegen einen zusätzlichen Betrag von bis 100 Euro hätte ich nix, aber so 650 Euro ab dem 14./15. Semester find ich schon krass....
Endlich frische Luft!
Die Unis werden sich in ziemlich kurzer Zeit sehr unterscheiden. Eliten werden künftig weniger gemobbt werden.
zenzero nero
04.02.2005, 17:54
Standesunterschiede, die ein Relikt alter Zeit schienen, wie zB eine gute Ausbildung werden damit wieder aus der verdienten Versenkung geholt. Künftig zählt also nicht mehr das Können, sondern der Geldbeutel der Eltern.
Feine Zukunft.
zenzero nero
04.02.2005, 17:59
@ Clown
welche Eliten werden denn wo gemobbt?
Das führt nur dazu das Bildung ein Luxusgut für Reiche wird. Viel Potenzial wird einfach verschwendet werden, weil kein Geld fürs Studium da ist.
Ich bin nicht grundsätzlich gegen die Einführung von Studiengebüren. Ein Erststudium, das in angemessener Zeit beendet wird, sollte aber nicht mit Studiengebüren belegt werden.
Es wäre eine soziale Härte. Nicht alle Eltern können sich die Studiengebüren für ihre Kinder leisten, und eine Arbeitstätigkeit neben den Studium ist nur bedingt möglich. Sie führt nur zur Verlängerung der Studienzeiten.
Studiengebüren für Langzeitstudenten finde ich gerechtfertigt, denn ich kenne genügend Studenten, die in einem Studium parken, aber einer geregelten Berufstätigkeit auf Honorarbasis nachgehen.
Sicher gibt es Ausnahmefälle, wo durch psychische Belastungen/ Erkrankungen, ein Studium in der Regelzeit nicht zu bewältigen ist, glaube aber, dass es sich dabei um Ausnahmen handelt.
Ich bin für eine differenziertere Studienberatung und eine gute Vorbereitung auf das Studieren in der Oberstufe . Auf diese Weise könnten möglicherweise Fehlentscheidungen bezüglich des Erststudiums reduziert werden.
Viele Jugendliche müssen bereit in der 9. Klasse eine Ausbildungsentscheidung treffen, also sollte es auch möglich sein, dass Abiturienten eine fundierte Entscheidung für ein passendes Studienziel treffen können.
Dreamingcat
04.02.2005, 19:47
Ich habe nicht mit abgestimmt, weil ich mich nicht wiederfand bei den Antwortmöglichkeiten.
Meiner Meinung nach wird das Pferd vom Schwanz her aufgzäumt, wenn jetzt schon Studiengebühren eingeführt werden. Zunächst gehörten die Unis umgestaltet. Wenn ich für einen Service Geld will, dann muß ich optimalen Service leisten. Findet das schon statt? Wenn ich meinen beiden großen "Kindern" (Studenten) so zuhöre, nicht. Überfüllte Vorlesungen, gestreßte Seminarleiter und, und und.
Oft hilft Intelligenz nix, aber auch gar nix, weil man keinen Platz findet. Einschreiben für ein Seminar zwischen 8 Uhr und 10 Uhr, wehe, wer nicht ab 6 Uhr da ist. Einschreiben für ein Seminar nur online möglich. Wehe, wer auf Internetcafes angewiesen ist. Die Liste ist lang.
Dazu kommt, daß schon heute viele nebenbei jobben müssen, um das Studium zu finanzieren.
Außerdem müßte ein sehr faire Darlehensregelung gefunden werden. In Holland soll es so etwas geben. Nagelt mich nicht fest, ich habe das nur in einem Interview gelesen, weiß nix genaues.
Sind diese Eckdaten geregelt: 1.) Service stimmt
2.) Darlehen für finanziell nicht Gutgestellte stimmen
dann könnte man drüber nachdenken. Und dann gehört das Geld den Unis, und nur denen. Und darf nicht Löcher verzweifelter Finanzminister stopfen.
Studiengebühren ja, wenn sie für sehr guten Service bezahlt werden und alle, aber auch alle, die studieren wollen, weil sie die Voraussetzungen auf intelektuellem, sozialem Niveau erfüllen, eine faire Chance erhalten.
Außer meinen Großen habe ich noch 2 "kleine" Kids, die den Weg zum Abitur gehen. Ich hoffe, sie werden, wenn sie dann noch wollen, studieren können.
Sorry, recht lang geworden.
lg
Dreamingcat
Wenn der Betrag innerhalb eines bestimmten Bereichs bleibt und auch wirklich zu 100% meiner eigenen Hochschule zugute kommt - dann halte ich eine solche Gebühr für sinnvoll.
Es wäre nur mit einer sehr großzügigen Darlehensregelung akzeptabel. Das Darlehen müßte meiner Meinung nach zinlos bleiben und es dürfte keinerlei Druck gemacht werden, d.h. es wird erst zurückgezahlt wenn einem das wirklich finanziell möglich ist.
Generell bleibe ich aber dabei. Das Erststudium muß kostenlos bleiben.
zenzero nero
04.02.2005, 20:53
@ Dreamingcat
Ich habe auch nicht abgestimmt, kann Deine Position nur bestätigen. Ich komme selber aus einer großen Familie, die ohne Vater auskommen musste, er starb früh.In der es daher finanziell sehr knapp war weil meine Mutter wegen Krankheit nicht arbeiten konnte. Einige meiner Geschwister haben studiert und das wäre mit Gebühren nicht möglich gewesen.
Das was da schleichend unter dem Deckmäntelchen der besseren Austattung der Unis eingeführt werden soll ist ein Versuch die Chancengleichheit, die in den 70er/80er Jahren existierte wieder auszuhebeln. Wir brauchen bessere Universitäten, aber Bildung kostet Geld, Geld, das sich erst in der Zukunft bezahlt macht und die Gesellschaft darf es nicht von denen nehmen, die eh (zu) wenig haben.
Ich könnte damit leben, wenn es wie Bafög am Einkommen der Eltern hängt und dann direkt bei denen eingezogen wird. Das wäre in meinen Augen fair.
Qualitätsunterschiede zwischen den Unis gibt es heute schon, sie sind bekannt. Das was sich jetzt abspielt ist eine Hinwendung zu Massenfächern. Die "kleinen" Fachbereiche mit wenigen Studenten werden mehr und mehr abgeschafft. Auch eine Art unser Land zu normieren. Es wird nur dort investiert, wo in Geld messbare Resultate produziert weren. Philosophie, exotische Sprachen u.ä. werden im Land der Dichter und Denker zu den ersten Fächern gehören, die verschwinden. Und täuscht euch nicht, diese Entwicklung läuft schon, weil die Universitäten knapp gehalten werden und das Geld selber verteilen können, aber niemand da ist der der Verwaltung der Uni sagt: Diese Fächer müssen bleiben.
Es wäre nur mit einer sehr großzügigen Darlehensregelung akzeptabel. Das Darlehen müßte meiner Meinung nach zinlos bleiben und es dürfte keinerlei Druck gemacht werden, d.h. es wird erst zurückgezahlt wenn einem das wirklich finanziell möglich ist.
Das wäre dann aber auch kein Darlehen mehr, sondern ein Geschenk, dass man zurückgeben darf, wenn man mag... ;) ... und das macht dann so gut wie keiner. Insofern wäre man dann wieder da, wo man angefangen hat...
Das wäre dann aber auch kein Darlehen mehr, sondern ein Geschenk, dass man zurückgeben darf, wenn man mag... ;) ... und das macht dann so gut wie keiner. Insofern wäre man dann wieder da, wo man angefangen hat...
Hm, ist doch der beste Lösungsweg. Die Bundesländer wollen Studiengebühren haben, dann sollen sie sie auch zahlen. Eigentlich doch nur gerecht. ;) :p
Hallo,
@ zenzero
hälst Du es auch für möglich, dass in Deutschland die geringe Geburtenrate auch zusammenhängt mit unserem Bildungsstandard/Bildungsniveau?? Sorry dass ich darauf kam, aber wie siehst Du das?? so dass sich durch so etwas wie Bildung nur noch reiche bekommen
Sternenfee
04.02.2005, 21:47
Hallo,
ich kann die Aufregung nicht wirklich verstehen. Ich komme aus einer finanziellen schwachen Familie, meine Familie besteht aus noch weiteren vier Geschwistern, und wir haben alle unsere Ausbildungen selbst finanziert, und haben alle vier eine sehr gute Ausbildung genossen. Mein Vater konnte uns nicht helfen und ab dem 18. Lebensjahr war klar, dass wir für alles selber aufkommen mussten, was wir uns zusätzlich wünschten. Wir haben alle unseren Führerschein und Auto selbst finanziert. Einer meiner Brüder hat studiert und er hat sehr viel bezahlt und sein Studium war ihm heilig und er wollte es durchziehen, ohne ein Semester zu verlieren. Meine Schule kostete umgerechnet auf Euro bestimmt 80,- Euro im Monat, und zusätzlich brauchte ich Bücher und alles weitere. Ich habe eine Vollzeitausbildung gemacht, und nebenbei in einem Supermarkt Regale eingeräumt, gelernt, während ich babygesittet habe, und beim Partyservice gejobbt. Ich kann es echt nicht verstehen. 100,- Euro im Semester, wie lang dauert ein Semester, drei oder sechs Monate? Das finde ich nur fair. Ich musste für alles andere aufkommen, mich auch versichern, Miete und Fahrtkosten zahlen und ich zahle heute noch mein Bafög zurück. Ich bekam Bafög, 300,- Euro und davon zahlte ich 150,- Euro für mein Zimmer im Wohnheim, da waren aber keine Lebensmittel mit drin. Man kann es schaffen, wenn man will. Und ich bin der Meinung, dass es nicht schlecht ist. Auf alle Fälle fallen bestimmt alle die weg, die sich nur einschreiben, um finanzieller günstiger dazustehen, z. B. bei Eintritten in diverse Einrichtungen und Partys, oder dergleichen. Von meinem Ex-Freund weiß ich, dass es das nicht wenig gibt. Er hat sich noch lange nach seiner Diplom-Arbeit eingeschrieben, um in seinem günstigen Wohnheimzimmer wohnen bleiben zu dürfen. Und aus bayern weiß ich, dass das Geld zum größten Teil zur besseren Ausstattung der Unis fliessen soll. Man muss mal bedenken, was dies alles kostet und was so alles gestellt wird. Ich finde es anderen Ausbildungseinrichtungen nur gegenüber fair. Sternenfee
zenzero nero
04.02.2005, 21:48
Nein, da sehe ich nicht so. Ich sehe, das in diesem Land die Bedingungen nicht so sind wie sie sein könnten. Ganztagskindergarten, Ganztagsschule usw. da bleibt viel zu tun.
Sternenfee
04.02.2005, 22:05
Es geht aber nicht nur um die Einrichtungen, sondern und auch um die pädagogischen Mittel. In Bayern dauert die Ausbildung zuer Erzieherin 5 Jahre. In den ersten zwei Jahren ist das Praktikumsgeld bestimmt nicht höher, wie 350,- Euro und während der Ausbildung (ich habe es ja oben beschrieben) und im Anerkennungsjahr bekommt man grade mal so 700,- Euro, wenn überhaupt. Und wenn ein mann die Erzieherausbildung macht, fünf Jahre kämpft und keine stelle, wie z. B. Heimleitung bekommt, dann kann er mit seinem Gehalt KEINE Familie ernähren. Jeder schreit nach Ganztagskindergärten und ja lange Öffnungszeiten, aber keiner kuckt, wie es einem Kind geht, wenn es um sieben Uhr gebracht wird und um 17 Uhr geholt wird. Klar, dem Kind geht es in der Einrichtung gut, aber die pädagogische Erziehung liegt bei den Erzieher/Innen und den pädagogischen fAchkräften. Ich arbeite in einem Kindergarten und übernehme die Sauberkeitserziehung eines Kindes und lerne ihnen die Sprache, wenn Kleine noch kaum reden,...ich hoffe, dass eine Form gefunden wird, wo nicht eine Familien- und KultusministerIn alleine entscheidet, wie es laufen soll, ohne die extremsten Bedingungen zu kennen. Und das aller schlimmste, was ich befürchte, dass an der Ausbildung von pädagogischen fAchkräften gedreht wird und ihnen das genommen wird, was sie in der Ausbildung lernen müssen, üben müssen, um für die Kinder da zu sein und sie unterstützen zu können. Wird daran gedreht oder am Gehalt, befürchte ich, dass der Kindergarten, wie anno dazumal wieder zu einer Aufbewahrungsstätte wird. sternenfee
zenzero nero
04.02.2005, 22:29
In einigen anderen Länder ist Erzieherin sogar ein Fachhochschulstudium, und es geht und das nicht so schlecht wie es uns hier in D glauben gemacht wird. Es kostet Geld. Das ist der Punkt. Jeder Politiker in D scheut sich davor in Bildung das Nötige zu investieren.
Sternenfee
04.02.2005, 23:07
In einigen anderen Länder ist Erzieherin sogar ein Fachhochschulstudium, und es geht und das nicht so schlecht wie es uns hier in D glauben gemacht wird. Es kostet Geld. Das ist der Punkt. Jeder Politiker in D scheut sich davor in Bildung das Nötige zu investieren.
Ja, das stimmt, wenn ich so sehe, dass in unsrer Einrichtung darum gekämpft werden muss, für Kisten, wo ich die diversen bausteine sortieren könnte, damit die Kinder ein wenig Ordnung lernen können, frage ich mich, warum läuft es z. B. in England so gut, warum funktioniert es da? Da geht es um Arbeitlsose und Hartz IV, ich denke, keiner bzw. wenige bedenken, dass sie vielleicht ihr Geld ganz früh wo investieren müssen, von Anfang an in Bildung und in Kultur und in Verständnis und Toleranz...und in Förderung, Förderung auch für schwache Kinder. So wie z. B. auch in Schweden, die haben ein sehr gutes System und die Kinder kommen mit. Es heißt, das wäre hier nicht umsetzbar, weil wir mehr Kinder haben. Aber sie könnten es zumindest versuchen. denn, wenn es so weiter geht, haben wir auch bald so weinige Kinder, weil ein Kind ein "Luxusgut" wird. Sternenfee
melusine
05.02.2005, 12:16
Ich bin auf ein Pilotprojekt meiner Uni reingefallen. Es wird jetzt wieder eingestellt.
Einen ersten Abschluss habe ich in der Tasche, den Bachelor.
Aber qualifiziert fühle ich mich auf keinen Fall, was der Meinung der Wirtschaft zu diesem
Abschluss entspricht.
Der Bachelor sollte dem FH-Abschluss gleichgestellt werden, was aber bislang nur auf dem Papier so ist.
Während meines Erststudiums bekam ich Bafög. Nun setzte ich ein Staatsexamen drauf,
um mich höher zu qualifizieren.
Ich habe also 7 Semster Bachelor-Studium hinter mir und nun kommt noch das Staatsexamen dazu,
was ich hoffentlich erheblich straffen kann, da mir ja Studienvorleistungen anerkannt wurden.
Also werde ich hoffentlich nach insgesamt ca. 13 Semstern fertig mit dem Studium sein.
Als Langzeitstudent fühle ich mich trotzdem nicht. Ich habe eine Fehlentscheidung getroffen,
mein Studium nicht abgebrochen, sondern mich durchgebissen.
Gründe für die Fehlentscheidung waren mein mangelndes Selbstbewusstsein-
ich habe mir ein Studium im sozialen Bereich nicht zugetraut, von meinen Eltern auch ausgeredet bekommen.
Die finanzielle Situation belastet mich auch.
Nicht nur, dass die Hiwi-Gehälter gekürzt wurden, ich muss mich dieses Jahr,
ab meinem 25 Lebensjahr auch selbst versichern.
Damit bekomme ich dann nur noch 2/3 meines Lohns.
Ich könnte es mir gar nicht leisten, dann noch Studiengebühren zu zahlen.
Da kommen bei mir schon Zukunftsängste auf.
zenzero nero
05.02.2005, 12:19
Die Schere wird nicht größer
VON CHRISTIAN HÜMMELER, 04.02.05, 18:22h
http://www.ksta.de/ks/images/stat/spacerblack.gif
http://www.ksta.de/ks/images/mdsBild/1107445098975s.jpg (http://www.ksta.de/html/bildpopup/1107445098975.shtml)
Studiengebühren in Europa
http://www.ksta.de/ks/images/stat/spacerblack.gif
http://www.ksta.de/ks/images/stat/artikel_mailen.gifArtikel mailen (http://www.ksta.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/ksArtikel/Art_mailen&aid=1107443129896)
http://www.ksta.de/ks/images/stat/druckfassung.gifDruckfassung (http://www.ksta.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/XPage&atype=ksArtikel&aid=1107443129896&template=Druckfassung)
http://www.ksta.de/ks/images/stat/forum.gifZum KSTA-Forum (http://forum.ksta.de/) http://www.ksta.de/ks/images/stat/spacerblack.gif Was in Deutschland zurzeit heftig diskutiert wird, ist in anderen Ländern längst Realität: Studiengebühren werden in 14 von 25 EU-Staaten fällig, auch außerhalb Europas muss häufig für das Studium gezahlt werden. Die Summen reichen dabei von 400 Euro pro Jahr in Portugal bis hin zu den fünfstelligen Beträgen, die renommierte US-Universitäten von ihren Studenten verlangen. Genau so weit auseinander wie die Summen liegen auch die Ziele, die durch Gebühren erreicht werden sollen. Zum einen sollen den Hochschulen - sofern in staatlicher Hand - in Zeiten knapper Kassen zusätzliche Mittel zufließen. Gleichzeitig aber soll die Höhe der Gebühren niemand vom Studium abschrecken - vor allem nicht die Jugendlichen aus Elternhäusern, in denen das Geld nicht so locker sitzt.
Dass gerade jene aber Opfer von Gebühren werden, ist eine der Hauptbefürchtungen der Gebührengegner auch in Deutschland. Im Nachbarland Österreich, wo zum Wintersemester 2001 / 2002 erstmals eine Studiengebühr von 363 Euro pro Semester zu zahlen war, ging zwar die Zahl der Studenten insgesamt prompt um 20 Prozent zurück, die Zahl der Studienanfänger um 14 Prozent. „Doch die soziale Zusammensetzung der Anfänger hat sich dabei im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert“, sagt Mathias Unger vom Institut für Höhere Studien in Wien. Den auffälligen Rückgang bei den Studentenzahlen erklärt sich der Forscher damit, dass sich vor allem Scheinstudenten nach der Gebühren-Einführung exmatrikuliert hätten. Weder in der Prüfungsstatistik noch in Umfragen zu Studienaktivitäten habe sich in Österreich ein Rückgang der wirklich aktiv Studierenden gezeigt.
Das Problem dabei: Wie in Deutschland stellen in Österreich Kinder aus finanziell eher bescheiden ausgestatteten Schichten eine deutliche Minderheit dar. Immerhin habe sich diese Quote seit Einführung der Gebühren nicht verschlechtert, so Unger. „Die Schere ist nicht noch weiter aufgegangen.“ Das liege aber auch am gut ausgebauten Studienförderungssystem Österreichs, meint er. Fast 40 Prozent der Studienanfänger erhalten ein Stipendium oder eine Rückerstattung. „Ein nicht unbeträchtlicher Teil der Studenten muss also gar keine Gebühren zahlen.“
Auch in den USA ist die Unterstützung groß: Mehr als die Hälfte aller Studenten bekommen finanzielle Hilfen. Die sind umso erforderlicher, je besser der Ruf der gewählten Universität ist. Mehr als 30 000 Dollar im Jahr an den Elite-Universitäten, immerhin noch 2000 Dollar am einfachen Community College - ohne Stipendien wäre vielen der Weg zu höherer Bildung schlicht versperrt. Das soll er aber nicht sein, und so ermöglichen selbst die Renommier-Unis mit Hilfe der so genannten „need-blind admission“ auch schlechter gestellten Bewerbern den Zugang: Erst muss die Aufnahmeprüfung bestanden werden, dann erst wird die finanzielle Lage des Bewerbers überprüft und im Zweifelsfall auf das seit langer Zeit etablierte, breit gefächerte Stipendiensystem zurückgegriffen.
Zwar ist der Anteil der sozial schwächeren Studenten auch in den USA nicht übermäßig groß, allerdings immer noch weitaus größer als in Deutschland. Erst in den vergangenen Jahren ging die Zahl der Studienanfänger aus Familien mit niedrigem Einkommen trotz der umfangreichen Unterstützung leicht zurück - ein Phänomen, das Experten darauf zurückführen, dass die Jugendlichen über das Ausmaß der finanziellen Hilfen nicht Bescheid wissen. Ein Phänomen im übrigen, das auch in Österreich beobachtet wird: Gebühren seien für weniger gut betuchte Familien trotz eines Stipendiensystems eine Zugangsbarriere, meint der Wiener Soziologe Franz Kolland. Da ein Stipendium immer aufwändig zu beantragen und zudem mit Behördengängen verbunden sei, würden viele schon dadurch abgeschreckt.
(KStA)
melusine
05.02.2005, 12:25
Wir zahlen im Moment pro Semster 100 Euro, das ist Verwaltungsbeitrag und Sozialbeitrag zusammen.
Laut Aussagen des Kultusministeriums von Baden-Württember würden die erhobenen Studien-Gebühren keinesfalls direkt an die Hochschule fließen, sondern sollen Löcher
im Landeshaushalt stopfen.
Das macht mich wirklich ärgerlich, denn die Situation an den Hochschulen,
an denen ich bisher studiert habe, ist wirklich nicht gut.
Während meines Studiengangs, der medienwissenschaftlich war, hatten wir für 180
Studenten meines Jahrgangs nur 8 Computer mit Filmschnittprogrammen,
8 Kameras und 8 Tonbandgeräte.
Wer da nicht das Geld hatte, sich privat so auszurüsten, der kämpfte so manche Tage
mit den ständig abstürtzenden Rechnern, den defekten Kameras und Tonbandgeräten;
- von den total überfüllten Seminarräumen, der schlecht ausgerüsteten Bibliothek und
dem Mangel an Dozenten mal abgesehen.
Eine Bekannte von mir hat sich bei der Privatuniveristät Witten-Herdecke für ein Medizinstudium
beworben. Diese Universität bietet alle Vorzüge einer Privatuni (kleine Gruppen, gute technische
Ausrüstung etc.), die Gebühren können auch nach dem Studium, wenn man berufstätig ist,
bezahlt werden.
Das halte ich für einen guten Weg, denn da hätte ich auch das Gefühl, dass mein Geld der Uni
zugute kommt, ich eine qualifizierte Ausbildung bekomme.
zenzero nero
05.02.2005, 12:26
Was mich bedenklich stimmt an dieser ganzen Sache ist, das immer weniger Studenten aus "sozial schwachen" Familien kommen. Eine Tendenz die seit einigen Jahren zu beobachten ist. Viel weniger jedenfalls als in anderen Industrienationen und viel weniger als in den ersten Jahren nach Einführung des BAFöG. Man sollte jetzt nichts Schlecht reden, aber da ist enormer Handlungsbedarf. Gute Ausbildung darf kein Privileg sein. Das schadet der ganzen Gesellschaft. Es werden dann enorme Potentiale brach liegengelassen, Resourcen, die wir international nie wieder aufholen können.
Sternenfee
05.02.2005, 12:26
Ich bin auf ein Pilotprojekt meiner Uni reingefallen. Es wird jetzt wieder eingestellt.
Einen ersten Abschluss habe ich in der Tasche, den Bachelor.
Aber qualifiziert fühle ich mich auf keinen Fall, was der Meinung der Wirtschaft zu diesem
Abschluss entspricht.
Der Bachelor sollte dem FH-Abschluss gleichgestellt werden, was aber bislang nur auf dem Papier so ist.
Während meines Erststudiums bekam ich Bafög. Nun setzte ich ein Staatsexamen drauf,
um mich höher zu qualifizieren.
Ich habe also 7 Semster Bachelor-Studium hinter mir und nun kommt noch das Staatsexamen dazu,
was ich hoffentlich erheblich straffen kann, da mir ja Studienvorleistungen anerkannt wurden.
Also werde ich hoffentlich nach insgesamt ca. 13 Semstern fertig mit dem Studium sein.
Als Langzeitstudent fühle ich mich trotzdem nicht. Ich habe eine Fehlentscheidung getroffen,
mein Studium nicht abgebrochen, sondern mich durchgebissen.
Gründe für die Fehlentscheidung waren mein mangelndes Selbstbewusstsein-
ich habe mir ein Studium im sozialen Bereich nicht zugetraut, von meinen Eltern auch ausgeredet bekommen.
Die finanzielle Situation belastet mich auch.
Nicht nur, dass die Hiwi-Gehälter gekürzt wurden, ich muss mich dieses Jahr,
ab meinem 25 Lebensjahr auch selbst versichern.
Damit bekomme ich dann nur noch 2/3 meines Lohns.
Ich könnte es mir gar nicht leisten, dann noch Studiengebühren zu zahlen.
Da kommen bei mir schon Zukunftsängste auf.
Wenn du möchtest, kann ich dir beim Finanziellen helfen und dich beraten, schicke mir einfach eine PN. Sternenfee
zenzero nero
05.02.2005, 12:36
Zum Nebenjob muss man auch sehen, das aufgrund der neuen Gesetze (Hartz IV - Studenten haben jetzt größere Konkurrenz bei weniger Jobs) und der zunehmenden Rationalisierung (Mein Arbeitgeber stellt schon seit einigen Jahren kaum noch Werkstudenten in den Semesterferien ein, und das sehe ich auch in anderen Firmen) die Chance auf einen Job immer mehr schwindet.
Es ist auch erwiesen, das sich die Studienzeit durch Jobs erhöht.
Es ist auch erwiesen, das sich die Studienzeit durch Jobs erhöht.
Das kann ich bestätigen. Bei mir sind es schätzungsweise zwei Semester mehr gewesen durch jobben. :rolleyes:
melusine
05.02.2005, 12:45
Zum Nebenjob muss man auch sehen, das aufgrund der neuen Gesetze (Hartz IV - Studenten haben jetzt größere Konkurrenz bei weniger Jobs) und der zunehmenden Rationalisierung (Mein Arbeitgeber stellt schon seit einigen Jahren kaum noch Werkstudenten in den Semesterferien ein, und das sehe ich auch in anderen Firmen) die Chance auf einen Job immer mehr schwindet.
Es ist auch erwiesen, das sich die Studienzeit durch Jobs erhöht.
Ich bin aber auf meinen Nebenjob angewiesen.
Meiner Erfahrung nach kommt es ganz stark darauf an, was für eine Nebentätigkeit ein Student
ausführt. Bekannte von mir, die als Bedienung oder bei einer Firma am Band arbeiten (dauerhaft,
nicht nur in den Ferien) haben ihr Studium erheblich hinausgezögert.
Ich arbeite als Hiwi in einem studienverwandten Bereich, das heißt, mein Job bringt mir auch
was für meine berufliche Zukunft. Ich denke nicht, dass ich durch die 6-9 Stunden in der Woche
erheblich eingeschränkt werde.
Natürlich wäre es schön, wenn ich auch diese Zeit für mein Studium aufwenden könnte,
oder einfach mal Freizeit hätte, aber es geht nun mal nicht ohne.
zenzero nero
05.02.2005, 13:19
@ Melusine
Ich sehe, das viele Studenten, mehr als noch vor einigen Jahren, auf einen Job angewiesen sind. Hiwi Jobs gibt es ja auch nur für einige. Ich wollte damit sagen, das an der Förderung mehr gemachtwerden muss. Das würde die Studienzeiten als Nebeneffekt verkürzen und so auch die Universitäten.
Hallo,
was meint ihr mit Hiwi-Jobs??
melusine
05.02.2005, 13:43
Hallo,
was meint ihr mit Hiwi-Jobs??
Hiwi-Jobs sind Nebenjobs für Studenten. Sie werden an der Universität als sogenannte studentische Hilfskräfte oder "Hilfswissenschaftler" (=Hiwis) angestellt.
Diese Nebentätigkeiten umfassen je nach Vertrag 20 bis 60 Stunden im Monat.
hallo,
@ melusine
danke.....:)
Das hier http://www.empfindsam.de/showthread.php?t=1471 ist gerade sehr passend. Es wird hier wieder mal alles falsch gemacht. Anstatt ein Studium zu erschweren, sollte man es erleichtern. Nur wer investiert bekommt auch gut ausgebildetete Arbeitskräfte, wer sparen will hat keinerlei Recht mehr sich über schlecht ausgebildete Arbeitskräfte zu beschweren. Hier muß der Staat endlich lernen das Investition in Bildung, auch immer Investition in Zukunft heißt.
melusine
05.02.2005, 14:21
Das hier http://www.empfindsam.de/showthread.php?t=1471 ist gerade sehr passend. Es wird hier wieder mal alles falsch gemacht. Anstatt ein Studium zu erschweren, sollte man es erleichtern. Nur wer investiert bekommt auch gut ausgebildetete Arbeitskräfte, wer sparen will hat keinerlei Recht mehr sich über schlecht ausgebildete Arbeitskräfte zu beschweren. Hier muß der Staat endlich lernen das Investition in Bildung, auch immer Investition in Zukunft heißt.
Ich finde es sehr kurzsichtig, wenn an der Bildung gespart wird. Sie ist schließlich unser Kapital
für die Zukunft. Pisa, Universitätenrankings etc. sollten eigentlich alamierend genug sein.
Ich finde es sehr kurzsichtig, wenn an der Bildung gespart wird. Sie ist schließlich unser Kapital
für die Zukunft. Pisa, Universitätenrankings etc. sollten eigentlich alamierend genug sein.
Eben. Man hat das Gefühl die gesamte politische Riege im Bereich Bildung ist eine einzige Fehlbesetzung. Anscheinend nehmen die die Probleme gar nicht wahr oder wollen es schlichtweg nicht.
melusine
05.02.2005, 14:33
Eben. Man hat das Gefühl die gesamte politische Riege im Bereich Bildung ist eine einzige Fehlbesetzung. Anscheinend nehmen die die Probleme gar nicht wahr oder wollen es schlichtweg nicht.
Wie hat mein Politiker so treffend gesagt- "Politiker denken nicht langfristig, sie denken in Wahlperioden. Da zählt nicht Vorsorge für die Zukunft zu treffen, sonder ein paar Zahlen zu verschieben, um dann "gut" dazustehen und wiedergewählt zu werden."
Ich studiere ja auch und hier war in den letzten Wochen die Rede von
500 Euro pro Semester.
Wenn es denn auch dorthin fließt, wo es nötig ist.
Das Professoren dann auch mal etwas mehr Zeit haben als 5 Minuten auf
dem Gang - das ich in manchen Vorlesungen auch einen Sitzplatz bekomme.
Dann - ja sofort.
Ich habe durch den Unfalltod meiner Ma keine finanziellen Probleme - da hat
sich mich gut abgesichert. Muss ich leider mal so sagen...
Wenn ich aber das ganze Drumherum lese: Schulen werden geschlossen,
Vorschule soll Gebühren kosten, Leihgebühren für Schulbücher etc. - und
im Grundgesetz ist verankert: Bildung darf nichts kosten.
Wie läßt sich das denn vereinbaren?
Ich habe eine Studien-Kollegin, die von zuhause weg mußte, weil sie keinen
Studienplatz bekam - in einem Rattenloch von WG-Zimmer haust - sich eine
3- Zimmer-Wohnung mit 5 Leuten teilt; abends in der Woche viermal bis spät
in die Nacht kellnert und mittags regelmäßig beim Essen einschläft.
Wie soll diese Frau noch 500 Euro Gebühren zahlen?
Ich würde ihr das Geld geben - ohne Frage.
Trotzdem paßt es für mich nicht zusammen, wenn überall gekürzt wird und
sich die Politiker dann aufregen, wenn es zu einer Pisa-Studie kommt und
wir superschlecht abschneiden...
Dreamingcat
05.02.2005, 20:32
Hat sich ja viel getan hier. Leider hatte ich wenig Zeit für Foren (oder zum Glück? War nämlich ein guter Tag, real)
Alles habe ich nicht gewissenhaft mitlesen können. Aber als Studentenmutter:
Studium kostet schon jetzt viel Geld. Und ohne Job nebenbei geht es bei vielen Studenten nicht. Jetzt schon.
Bezahlt werden müssen: Zimmermiete, Lebenskosten, Semesterkosten (ohne die es keine weitere Einschreibung gibt) von ca 145 Euro pro Semster, Fachbücher , PC-Zugang (wird vorausgesetzt, stillschweigend, übrigens auch schon bei Schülern), bei bestimmten Studiengängen Auslandsaufenthalt (Tochter war ein Jahr in Schweden, trotz Stipendium immense Kosten, da Schweden sehr teuer).
Meine Tochter putzt jeden Abend eine Arztpraxis, mein Sohn betreut Internetseiten von Kunden.
Jetzt noch ca 1000 Euro Gebühren? Pro Semster, also 2000 im Jahr? Da wirds eng. Auch wenn es Darlehen gibt. Meine Kids werden dann mit Schulden in einen unsicheren Arbeitsalltag starten. Keine motivierende Aussicht.
2 Kids sind noch in der Schule. Bücher müssen inzwischen immer mehr privat gekauft werden. Klassenfahrten kosten mindestens 250 Euro. Erwartet werden Spenden für Schulfeste und Projekttage. Eltern renovieren auf eigene Kosten Klassenräume und stellen ihren privaten PKW in den Dienst der Schule. Weil die kein Geld hat. Hat sie ja auch nicht.
Wann sehen sich Schulen und Unis endlich als das, was sie sind und werden von den Poltikern auch so gesehen? Sie sind Dienstleister, denen man nicht entgehen kann. Dann bitte auch Kundenservice.
Unsere Kinder sind die Zukunft. Unsere Zukunft wird mit Schulden ins Arbeitsleben starten. Und es gibt immer weniger junge Menschen und immer mehr alte. Die ihre Pensionen wollen. Auch mit Recht.
Und es gibt immer weniger Garantie, daß eine gute, fundierte Ausbildung auch in ein Arbeitsleben führt.
Sorry, klingt alles sehr erbost. Aber ich verstehe, wenn immer mehr junge Leute sagen: Kinder, nein danke.
Nix für ungut.
lg Dreamincat
zenzero nero
05.02.2005, 21:10
Eben. Man hat das Gefühl die gesamte politische Riege im Bereich Bildung ist eine einzige Fehlbesetzung. Anscheinend nehmen die die Probleme gar nicht wahr oder wollen es schlichtweg nicht.
Sie wollen und werden nicht, weil die Bildungspolitik ein Feld ist auf dem man sich Landespolitisch auch als Opposition im Bund UNTERSCHEIDEN kann. Vor über 20 Jahren sollte hier in NRW die Grundschule verlängert werden auf 6 Jahre. Eine Forderung die nach den Studien der letzten Jahre sinnvoll ist, Die Opposition hat dermassen dagegen Sturm gelaufen, das die Landesregierung keine Traute mehr hatt. Im selben Jahre wurde es genauso wie hier geplant in Niedersachsen durchgesetzt, von der hiesigen Opposition. Das ist reines Parteipolotisches Kalkül und es hat mit Bildung NICHTS zu tun. Andern kann sich da erst etwas, wenn dieser bereich zentral geregelt wird. Erst dann hat die Sachlichkeit und der Schüler wieder eine Chance.
Unterschiede wird es immer geben. Es sind nicht die Kinder aus sozial schwachen sondern aus sozial plus mental schwachen Familien, die es besonders schwer haben. Auch gibt es Studenten aus wohlhabenden Familien mit dem Hintergrund der Verwahrlosung.
zenzero nero
05.02.2005, 23:01
@ Clown
Sind denn deiner Meinung nach diese Familien in Deutschland häufiger vertreten als im Rest von Europa? Und was meinst Du mit "mental" schwach?
@Clown
Niemanden darf es schwer gemacht werden. Wer die Eltern des angehenden Studenten sind, spiel keinerlei Rolle. Intelligenz ist nicht von den Eltern abhängig. Auch "mental" schwache Eltern können mitunter ein hochbegabtes Kind bekommen. Die Realität zeigt es immer wieder. Es gibt viele Kinder die ihre Eltern um Längen übertreffen. Der soziale Status sollte keine Rolle spielen. Das Studium hätte unter solchen Umständen auch keinerlei wert mehr. Wenn jemand erfolgreich sein Studium geschafft hat, denkt man nur: Tja, der hatte reiche Eltern. Wie in einem anderen Thread schon von einer Userin erwähnt wurde ein Studium sagt eh nichts über Intelligenz aus.
Eiskristallin
06.02.2005, 01:55
in österreich hat unsere unmögliche regierung studiengebühren von über 360 euro pro semester eingeführt, von denen man nicht mal ansatzweise irgendetwas merken konnte/kann, das davon der uni zugute kommt (was allerdings versprochen wurde).
Dreamer, Deutschland hat lange genug die Bildung heruntergewirtschaftet. Ich meine doch nicht die begabten und die interessierten Studenten, sondern die Indifferenten, die nicht motivierten. Die Uni soll sich ihre Studenten aussuchen dürfen.
Dreamer, Deutschland hat lange genug die Bildung heruntergewirtschaftet. Ich meine doch nicht die begabten und die interessierten Studenten, sondern die Indifferenten, die nicht motivierten. Die Uni soll sich ihre Studenten aussuchen dürfen.
Sicher ist es wichtig Studenten auszusortieren, die das ganze nur als Vergünstigung, Zeitvertreib etc sehen. eine Interesse an Bildung sollte schon bestehen. Nur wer achtet darauf das die Unis nach diesem Kriterium entscheidet und es am Ende nicht eine rein finanziell bedingte Entscheidung wird. Ich verstehe was du meinst, frage mich halt nur wie man sowas bewerkstelligen könnte
in österreich hat unsere unmögliche regierung studiengebühren von über 360 euro pro semester eingeführt, von denen man nicht mal ansatzweise irgendetwas merken konnte/kann, das davon der uni zugute kommt (was allerdings versprochen wurde).
Ja, Keetah davon werden wir hier in Deutschland auch nichts merken. Dahinter steckt Gats.
Lieben Gruß
Anna
Ja, Keetah davon werden wir hier in Deutschland auch nichts merken. Dahinter steckt Gats.
Lieben Gruß
Anna
Das ist ein wichtiger Punkt. Wer mehr über Gats wissen will. findet es hier: http://www.stoppgats.at/
http://www.gats.de/
Das ist ein wichtiger Punkt. Wer mehr über Gats wissen will. findet es hier: http://www.stoppgats.at/
http://www.gats.de/
Danke, Dreamer.
Habe diese Infos nur in Buchform. :)
Gruß
Anna
Eiskristallin
06.02.2005, 12:31
Das ist ein wichtiger Punkt. Wer mehr über Gats wissen will. findet es hier: http://www.stoppgats.at/
http://www.gats.de/
danke.
ich wäre übrigens für eine aufnahmeprüfung für ALLE studienfächer um die studentenzahlen zu senken. ich hab ja keine ahnung, ob das in deutschland mit dem numerus clausus trotzdem so schlimm ist, aber in österreich gibt es bei etlichen studien so viele studenten, daß sie wie legehennen aufeinanderkleben und sich bei lehrveranstaltungsanmeldungen fast gegenseitig abmeucheln...(ich hab ein solches studium studiert. ein wunder, daß ich nicht zermalmt wurde...)
glasperlenspielerin
06.02.2005, 13:00
Zum Nebenjob muss man auch sehen, das aufgrund der neuen Gesetze (Hartz IV - Studenten haben jetzt größere Konkurrenz bei weniger Jobs) und der zunehmenden Rationalisierung (Mein Arbeitgeber stellt schon seit einigen Jahren kaum noch Werkstudenten in den Semesterferien ein, und das sehe ich auch in anderen Firmen) die Chance auf einen Job immer mehr schwindet.
Es ist auch erwiesen, das sich die Studienzeit durch Jobs erhöht.
hallo zenzero, diese entwicklung ist in der tat schon in vollem gange! an unserer uni sollten bereits zu januar schon die studentenjobs innerhalb der uni ("hiwis") gestrichen werden und durch ein-euro-jobs ersetzt werden. ich hätte dadurch meinen job fast verloren, wenn meine chefin sich nicht in letzter hand für uns eingesetzt hätte und dem institutsleiter (von dem der vorschlag kam) erklärt hätte, was das überhaupt für eine arbeit ist, die wir hiwis machen (er selber hat diese räumlichkeiten überhaupt noch nicht mal je von innen gesehen..kennt weder unsere arbeit noch die zu betreuenden studierenden hier).
viele andere bereiche betrifft dies auch.
dass in anderen ländern bereits gebühren für ein studium erhoben werden, spiegelt sich übrings auch entsprechend wider. ich habe mit sehr vielen ausländischen studierenden aus aller herren ländern (korea bis portugal) kontakt und diejenigen, die sich hier ein studium erlauben können, kommen eindeutig aus den oberschichten (diplomatenkinder, professorenkinder usw. ), waren auf teuren internaten oder einem lyzeum mit exklusivem deutschunterricht und streben selbst entsprechend hohe posten an.
studierende mit psychischen erkrankungen im studium sind übrings absolut keine seltenheit! an unserer uni gibt es extra eine feste selbsthilfegruppe für studierende, die nach psychiatrieaufenthalten bzw. längeren aussetzern, die ins langzeitstudium geführt haben, wieder eine eingliederung ins studium suchen.
20% aller studierenden -habe ich in neuen umfrage gelesen- sollen an ernsthaften psychischen erkranungen leiden und *ich kenne* solche fälle, die im 20 semester oder höher sitzen, alle 20 minuten aus dem seminar rennen und sich die hände waschen können, ein mädchen, das im sommer bei 30° mit einer wattierten jacke durch die gegend läuft, weil sie so abgemagert ist, dass sie selbst dann noch friert..
glasperlenspielerin
06.02.2005, 14:11
man muß auch bedenken, was es für eine gesellschaft bedeutet, wenn z.b. nur noch solche zum arzt ausgebildet würden, die sich studium/abschluß bezahlen können..-unabhängig von eignung, können, motivation, schulnoten et cetera (der NC würde ja ganz sicher mit der zeit kippen-je nach gebührenhöhe).
die erhebung von hochschulgebühren ist ja ohnehin erst der anfang. in der letzten wochen machte eine politikerrunde bereits den vorschlag, eine zweiklasse-primarschule einzuführen: d.h. gebührenfreie standardschulen und elite-grundschulen für die zahlkräftige gesellschaft.
gleichzeitig propagiert man dafür, dass in deutschland mehr kinder geboren werden sollen. gut nacht.. :traurig:
glasperlenspielerin
06.02.2005, 14:18
Sicher ist es wichtig Studenten auszusortieren, die das ganze nur als Vergünstigung, Zeitvertreib etc sehen. eine Interesse an Bildung sollte schon bestehen. Nur wer achtet darauf das die Unis nach diesem Kriterium entscheidet und es am Ende nicht eine rein finanziell bedingte Entscheidung wird. Ich verstehe was du meinst, frage mich halt nur wie man sowas bewerkstelligen könnte
@dreamer: genau diesen einwand, den du hier bringst, der kommt auch von den studetenvertretungen und sozialdemokraten.
woran will man denn überhaupt im vorfeld _vor_ beginn eines studiums festmachen, dass jemand für ein studium geeignet ist bzw. über 5,6 jahre die motivation dafür aufrechterhalten kann??
sowas kann man unmöglich über einen standardisierten-IQ oder persönlichkeitstest ermitteln.
zenzero nero
06.02.2005, 20:46
Dreamer, Deutschland hat lange genug die Bildung heruntergewirtschaftet. Ich meine doch nicht die begabten und die interessierten Studenten, sondern die Indifferenten, die nicht motivierten. Die Uni soll sich ihre Studenten aussuchen dürfen.
..... und dann die Gelder nach der Zahl der Studierenden bekommen?
Was die Hochschulen wirklich brauchen sind verkürzte Studiengänge, ich könnte mir da auch Trimester vorstellen bei entsprechender finanzieller Förderung, und mehr Zeit für die tatsächliche Ausbildung - mehr festgeschriebene Lehrzeit für Professuren zB, und natürlich mehr Geld. Ein System wie zB in den USA setzt eine ganz andere Mentalität auch der Industrie vorraus, die sich dort wesentlich stärker engagiert.
Social Sponsoring zählt in D nicht zu den "Guten Sitten" in Industriellenkreisen.
..... und dann die Gelder nach der Zahl der Studierenden bekommen?
Was die Hochschulen wirklich brauchen sind verkürzte Studiengänge, ich könnte mir da auch Trimester vorstellen bei entsprechender finanzieller Förderung, und mehr Zeit für die tatsächliche Ausbildung - mehr festgeschriebene Lehrzeit für Professuren zB, und natürlich mehr Geld. Ein System wie zB in den USA setzt eine ganz andere Mentalität auch der Industrie vorraus, die sich dort wesentlich stärker engagiert.
Social Sponsoring zählt in D nicht zu den "Guten Sitten" in Industriellenkreisen.
Das alles gibt es auch in Deutschland:Uni Witten/Herdecke
zenzero nero
06.02.2005, 21:11
Das alles gibt es auch in Deutschland:Uni Witten/Herdecke
Ich weiss, aber das Social Sponsoring in D reicht nicht aus für viel mehr als diese Uni.
Es sollte zum guten Ton gehören, das die Industrie, oder besser gesagt, die, die viel Geld haben, mehr Geld für Bildung stiften.
Ich weiss, aber das Social Sponsoring in D reicht nicht aus für viel mehr als diese Uni.
Es sollte zum guten Ton gehören, das die Industrie, oder besser gesagt, die, die viel Geld haben, mehr Geld für Bildung stiften.
Ich widerspreche Dir ja nur ungerne,aber Social Sponsoring wird gerade von der Industrie (über Stiftungen) eifrig betrieben-aber alles ist natürlich steigerungsfähig........
hallo,
@ zenzero nero
weiß z. B. das General Motors der grösste Automobilkonzern der Welt zu dem auch OPEL zählt, der Universität von Detroit viel Geld spendet, die Summe jährlich kann ich nicht sagen, ist aber auf jeden Fall viel!! Also würde die Deutsche Bank anstatt zig tausend Arbeitsplätze, lieber mal ein paar Tausend Euro den Unis in Deutschland stiften, wie wäre es denn damit?? ;)
Wir sollten das System der USA nicht als Vorbild sehen, denn dort ist Studieren vor allem eine Frage des Geldes. Auch äußerst dumme Menschen können sich dort ein erfolgreiches Studium erkaufen (Es gibt Prominente Beispiele)
glasperlenspielerin
07.02.2005, 00:32
Wir sollten das System der USA nicht als Vorbild sehen, denn dort ist Studieren vor allem eine Frage des Geldes. Auch äußerst dumme Menschen können sich dort ein erfolgreiches Studium erkaufen (Es gibt Prominente Beispiele)
darin seh ich auch die allergrößte gefahr (s.o.).
in witten-herdecke wird übrings kein NC fürs medizin-studium verlangt, sondern ein auswahlgespräch geführt ..äh und natürlich muß man das studium finanzieren können. für meine eltern wäre das sicher immer noch zu viel gewesen. bei vier kindern hätten die das definitiv nicht mitgemacht.
glasperlenspielerin
07.02.2005, 00:37
was ich übrings gut finde (auch wenn das jetzt ein bißchen zynisch klingen wird, aber es beruht einfach auf meinen eindrücken) ist, dass die "studierenden im alter", die nur just for fun neben den regulären studenten die bänke drücken ..und somit teilweise zu 20 mann pro vorlesung die sitzplätze blockieren oder arbeitsblätter, die auf ausdrückliche bitte der professoren nur für die leute gedacht sind, die prüfung machen wollen, einstecken-dass diejenigen (zumeist übrings pensonierte lehrer, ärzte usw.) nun 650 euro gasthörergebühr bezahlen müssen, finde ich absolut berechtigt.
in witten-herdecke wird übrings kein NC fürs medizin-studium verlangt, sondern ein auswahlgespräch geführt ..äh und natürlich muß man das studium finanzieren können. für meine eltern wäre das sicher immer noch zu viel gewesen. bei vier kindern hätten die das definitiv nicht mitgemacht.
Auch für Dich wäre es möglich gewesen,weil dort niemand vom Besuchen dieser Privatuni abgehalten wird,der nicht die finanz. Mittel hat.Es gibt dort viele Finanzierungsmodelle,so z.B. auch "Patenschaften"...(gerade von der Industrie finanziert in Form von Stiftungen)
Aber nun wieder zurück zum Thema...........
zenzero nero
07.02.2005, 14:48
Ich widerspreche Dir ja nur ungerne,aber Social Sponsoring wird gerade von der Industrie (über Stiftungen) eifrig betrieben-aber alles ist natürlich steigerungsfähig........
Aber leider gehört es nicht zum guten Ton. Es hat noch lange, lange nicht die amerikanischen Dimensionen erreicht. Das gilt aber auch für Privatpersonen. Ex-Studenten hier spenden auch seltenst an ihre Uni.
Eine der ersten Aktionen meiner Firma nach der Abspaltung vom Mutterkonzern war das Einstellen jeder Art von Social Sponsoring - Kostengründe.
zenzero nero
07.02.2005, 14:57
Wir sollten das System der USA nicht als Vorbild sehen, denn dort ist Studieren vor allem eine Frage des Geldes. Auch äußerst dumme Menschen können sich dort ein erfolgreiches Studium erkaufen (Es gibt Prominente Beispiele)
Naja, das will ich mal dahingestellt lassen. Es gibt aber auch dort gefördertes Studien bei guten Leistungen.
Wass mir zu denken gibt ist, das in D, schlimmer noch in den USA, der Anteil der Studenten aus Familien mit geringem Einkommen jetzt schon deutlich niedriger ist als in anderen Industrieländern. Ich kann an diesen Gebühren nichts anderes als eine Umverteilung einer für die gesamte Gesellschaft wichtigen Aufgabe auf die Schultern der Familien sehen. Kinderlose profitieren in der Konsequenz wieder mal, ohne entsprechende Aufwendungen zu haben, vom Einkommen das die Studenten nach dem Studium erzielen. Eine Familienpolitisch höchst brisante Sache.
glasperlenspielerin
08.02.2005, 11:33
Aber leider gehört es nicht zum guten Ton. Es hat noch lange, lange nicht die amerikanischen Dimensionen erreicht. Das gilt aber auch für Privatpersonen. Ex-Studenten hier spenden auch seltenst an ihre Uni.
Eine der ersten Aktionen meiner Firma nach der Abspaltung vom Mutterkonzern war das Einstellen jeder Art von Social Sponsoring - Kostengründe.
falls ihr sowas wie "drittmittel" meint. dazu kann ich sagen, dass von sowas nur oder hauptsächlich naturwissenschaftliche oder medizinische studiengänge profitieren.
mal ganz plakativ gefragt: welche industrie wäre so lustig oder -seien wir mal ganz ehrlich- "bescheuert", afrikanisten, byzanntisten oder philosophen zu sponsern? :traurig:
wie zenzero schon sagte-solche studiengänge stehen dann über kurz oder lang auf der strichliste.
und auch bei lehramtstudiengängen würde ich dann schwarz sehen, weil die lehrerausbildung nach wie vor noch staatssache ist und entsprechend wenig interesse von seiten der industrie dafür aufbringbar sein wird. dabei braucht deutschland angeblich doch noch so viel bildung.
de facto siehts aber genauso aus, wie melusine & dreamingcat das beschrieben haben: ein PC-platz für 3,4 leute pro seminar usw., anstehen für eine seminaranmeldung ab 7h morgens (wenn auch offiziell ab 10 h angegeben-yeppp!! ich habe genau im 8. semester meinen platz für das fuck--kotz-kack-rhetorik-seminar *heutenochwürg* :mad: bekommen, das man irgendwann im studium gemacht haben muß, aber wofür die leute mehrere semester über drei stockwerke auf der treppe anstehen (ich rede von der realität!!) , nur um irgendner studienordnung gerecht zu werden.
was bei uns an der uni auch vollkommen normal geworden zu sein scheint ist, dass "klausurplätze" z.b. verlost werden. d.h. in einer vorlesung (erziehungswissenschaften für diplomer und -hauptsächlich - lehrämter) sind 200 leute, aber der prof sagt: "mehr als 60 klausuren korrigiere ich nicht!" das habe ich letztes jahr hier erlebt, dass eine liste umging und -in einer just for fun- aktion (noch dazu zwei wochen vor dem termin!) spontan entschieden wurde, dass dann nur jeder zweite eingetragene klausur schreiben darf und die anderen halt draussen vor bleiben. zum glück war ich da schon scheinfrei. aber das sind ungefähr die studienbedinungen udn gerade in solchen studiengängen wird es eher schlimmer denn besser... (wenn man jetzt noch überlegt, dass man dafür im ernstfall noch gebühren zahlen müßte).
glasperlenspielerin
30.03.2005, 15:03
ich glaube, es wäre schon mal ein guter anfang, gelder einfach mal umzulagern: für bildung wird einerseits zu wenig, andererseits zu viel ausgegeben: weg zuallererst mit dem beamtenstatus für lehrer und professoren, bevor man mittel- und unterschichtsfamilien mit studiengeld für ihre kinder belastet!! der vorschlag, das lehrpersonal endlich mal nach leistung zu bezahlen, wäre eine gute maßnahme!
ich genug lumpen, die nur auf lehramt studieren, weil sie den beamtenstatus und einen guten gehalt anstreben. :traurig:
Übringens find' ich's erschreckend, wieviele Leute immer noch für Studiengebühren sind. Bildung ist keine Ware! Damit ist alles gesagt. Bloß weil der Staat finanzielle Probleme hat, darf er nicht seine Prinzipien über Bord werfen. Das wäre ja so, als würde man wegen überfüllter Gefängnisse die Todesstrafe wieder einführen. :( Weil es sich ja gerade anbietet... :mad:
Was viele nicht wissen: Ich muß als Student auch ohne Gebührenpflicht schon 130€ pro Semester an die Hochschule zahlen. Auch kein Pappenstiel!
indigoeyes
31.03.2005, 01:58
@Digger: Sehe ich genauso. Muss auch schon so 120 Euro pro Sem. bezahlen, nichtw enig wie ich finde. Da es mich ja auch betrifft, muss ich auch sagen, dass ich finde, dass der Staat an der falschen Stelle versucht zu sparen. Mich nervt auch diese Pseudo-Politik, von wegen, das Geld komme ja dann wieder konkret den Hochschulen zu gute. Genau das glaube ich eben nicht.
Außerdem führt es längerfristig dazu, dass sich wahrscheinlich weniger Leute zum Studium entschiließen werden, einfachw egen der finanziellen Belastung. Schlimm wird´s eben für den Mittelstand, denn für die ganz mittellosen Studenten oder für die hochbrillianten sind Förderungsmöglichektien vorgesehen (Bafög, Stipendien). Aber was ist mit uns traurigen "Normalos"? Obwohl meine Eltern zwar brutto genug verdienen, können sie mich z.B. nicht finanzieren, da Haus zu bezahlen, Oma pflegebedürftig etc. und Bafög bekomme ich wegen Bruttoeinkommen der Eltern eben auch nicht. Bleibt mir nix anderes übrig, als eine Doppelbelastung einzugehen, was aber im Fall von 500 euro zusätzlich pro Sem. echt happig werden wird...und die Qualität des studiums wird dadurch eben auch nicht besser, da man zunächst mal Angst ums eine Existenz haben muss.
Jedenfalls, langfristig wird das Ganze zu einer Art Geld-Elite führen, da meistens nur noch die Gutsituierten es ihren Kindern ermöglichen werden können, zu studieren, das ist nicht in Ordnung.
Ich war immerm froh, dass D eben das Gut Bildung allen gleich zur Verfügung stellt. Aber gut, grundsätzlich sind wir in D auf direktem weg zu einer 2-Klassen-Gesellschaft,d aes dem mittelstand immer schwerer gemacht wird, da ist die Bildung nur ein Tropfen auf den heißen Stein...
glasperlenspielerin
31.03.2005, 16:04
gestern habe ich in den nachrichten gehört, dass, wenn die CDu in NRW das rennen macht, die ersten studiengebühren schon zum wintersemester 2005 eingezogen werden. zunächst beträgt die gebühr 500 euro und wird dann (davon ist auszugehen) über die jahre peu a peu angehoben (alleine der semesterbeitrag hat sich bei mir seit ich angefangen habe zu studieren, schlagartig erhöht. was früher 80 -100 mark gekostet hat, kostet heute 120 euro.
@indigo: die lage bei mir ist so ähnlich wie bei dir. ich habe auch finanzielle nachteile, habe nie bafög bekommen.. zusätzlich habe ich einen behinderten bruder, der ein pflegefall ist und insgesamt drei jüngere geschwister. meine mutter arbeite nicht und ist mittlerweile aufgrund einer erkrankung auch arbeitsunfähig in ihrem alten beruf, hat auch zu lange nicht gearbeitet. mit den abgaben fürs pflegeheim, in das mein bruder kommt, liegen wir auch unter der sozialhilfegrenze. :traurig: ..weil meine eltern immer extrem sparsam gelebt haben, wir nie im urlaub waren etc., haben wir ein paar rücklagen. allerdings werden die mit der zeit sicher für die pflege drauf gehen..und meine mutter wird sicher auch frühzeitig schwerbehindert...und auf hilfe angewiesen sein. ob meiner kleinen schwester dann noch das studium finanziert werden kann, sei dahingestellt.. bei ihr wärs wirklich ein jammer, da sie mathemat.-naturwiss. sehr begabt ist.
Eiskristallin
14.07.2005, 16:17
was haltet ihr davon?
ich stelle es mal absichtlich unkommentiert in den raum:
Artikel aus dem Österreichischen Wochenmagazin "News" vom 14.7.2005:
"Uni-Chaos wird zum EU-Skandal
Josef Votzi über Elisabeth Gehrers neuen Bildungs-Kannibalismus
Jetzt verstehen sie diese ganze neue EU-Welt nicht mehr, machen dieser Tage besorgte NEWS-Leser im Dutzend ihrem Ärger Luft - keine dumpfen Brüssel-Hasser, sondern politisch helle Bürger: „Wir zahlen die Unis, und jetzt schnappen uns die Deutschen die Studienplätze weg, unsere Kinder gehen leer aus."
Na ja, entgegnet - im ersten, politisch korrekten Reflex - der EU-Bürger in mir: Nach dem neuen EU-Urteil kann Ihr Kind ab sofort im Gegenzug überall in Europa studieren. In Berlin - wenn es die hohen Hürden des Super-Notendurchschnitts („Numerus clausus") überspringt. In Rom oder Paris - wenn die Familienkasse für einen Auszug aus dem „Hotel Mama" reicht. In Madrid, wenn ... „Na sehen Sie", sagt mein Gegenüber, „da soll ich beim besten Willen nicht zum EU-Muffel werden?"
Statt entspannter Ferienstimmung beginnt sich mitten im Sommer eine Empörungswelle gegen das täglich unfassbarer werdende Uni-Chaos aufzubauen: Da wissen Bildungspolitiker, Uni-Rektoren und Professoren seit Monaten, dass das Machtwort aus Brüssel droht, unsere Unis für Studenten aus ganz Europa zu öffnen. Sie wissen auch, dass in Deutschland allein rund 63.000 Studenten (alles Opfer des lokalen Numerus clausus) zum Run auf die raren Studienplätze in den heiß umkämpften Fächern wie Medizin, Pharmazie & Psychologie in den Startlöchern scharren.
Und haben nicht mehr zu bieten als ein einfallsloses „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" - wie diese Woche dramatisch an der Medizin-Uni Wien zu sehen. Das Jungmediziner-Boot war so binnen weniger Tage voll, die Studienplätze mehrfach überbucht - zum überwiegenden Teil von Deutschen. Die Österreicher bleiben draußen vor der Uni-Tür.
Das ist EU-Kannibalismus pur: Die großen EU-Staaten mit vielen bildungshungrigen Studenten fressen die knappen Bildungsressourcen der kleinen Länder. Und zurück bleiben immer mehr ratlose und hilflose Bürger, über die das alles überfallsartig hereinbricht. Da können dann Politiker, Leitartikler & Co zehnmal täglich politisch korrekt deklamieren: „Na ja, aber die EU bietet doch so viele Chancen ..."
Frau Minister Gehrer und ihre verschnarchten Uni-Funktionäre haben es fertig gebracht, dass das Uni-Chaos jetzt zum EU-Skandal wird..."
Et is soweit, zumindest in Bayern.
Ab Sommersemester 2007 zahlt man 500 Euro Studiengebühren plus 85 Euro Verwaltung- und Studentenwerksbeitrag pro Semester.
Befreit wird man,
- wenn man ein Kind erzieht oder pflegt, das das 10. Lebensjahr noch nicht erreicht hat oder behindert ist.
- wenn die Unterhaltsverpflichteten Kindergeld für drei oder mehr Kinder erhalten
- wenn der Beitrag eine unzumutbare Härte darstellt (diese ist nicht gegeben, wenn die Möglichkeit eines Darlehens besteht; finanzielle und wirtschaftliche Gründe sind grundsätzlich nicht geeignet eine unzumutbare Härte zu begründen); (chronische Krankheit, die sich nachgewiesenermassen studienerschwerend auswirkt, zählt als Härte)
- wenn man zu den besten 5% seines Prüfungsjahrgangs gehört.
Habe kürzlich im Fernsehen von einem Modell der Uni Augsburg (glaube, dass es die war) gehört. Studenten die jede Woche drei Stunden gemeinnützig arbeiten, dazu gehört z.B. auch Zeit verbringen mit alten einsamen Menschen, haben sich ihre Gebühren abgearbeitet. Das find ich super! Denn so eine soziale Arbeit bewirkt soviel.
Man kann natürlich sagen, dass es trotzdem unfair ist, dass die reichen Söhnchen und Töchterchen dazu nicht gezwungen sind. Aber ich meine, dass soziale Arbeit im Lebenslauf ihre Würdigung bei Bewerbungsverfahren erhalten sollte, so dass manchen dieser Vorteil dann eben fehlt, geschweige denn die Erfahrung zur persönlichen Weiterentwicklung.
Als ich davon gehört hatte, war ich das erstemal nicht so wütend wegen den Studiengebühren. Eigentlich bin ich nämlich dagegen, obgleich ich selber drumrum komme.
Ergänzung: Ich glaube, dass solche Jobs auch so gestaltet werden können, dass keine Arbeitsstellen kaputt gehen. Woher die Unis dann das Geld kriegen, für das die Gebühren angeblich sind, ist natürlich ne andere Geschichte.
Für das übernächste Semester soll ich nun tatsächlich 656,35 € zahlen. Frechheit! :mad:
lost in everybody
20.08.2006, 15:14
Kann mir jemand ne Info geben...ich habe ein Guthaben von 7,6 SWS auf meinem Studienkonto....muss ich jetzt im WS schon bezahlen??
Zumindest in NRW sind Studienkonten gestrichen, die gibt's nicht mehr. Die Guthaben wurden ebenso gestrichen, d.h. man kann gar nichts mehr geltendmachen. Die Studiengebühren werden ja jetzt auch nicht mehr vom Land (wie bei den Studienkonten), sondern von den Hochschulen erhoben.
lost in everybody
20.08.2006, 17:18
Bei uns (?an der Uni?) erst ab SS07. Die Regelungen gelten bis zu diesem Semester für Leute, die schon eingeschrieben sind.
Ich versteh das aber mit den SWS nicht.
Ich bin dann jetzt demnächst im 15 Semester (bis zum 14. ist alles gebührenfrei)...angeblich wurden mir 3 Semester angerechnet...und ich habe mich nicht "einstufen" lassen...obwohl ich im Fach geblieben bin, d.h. nur den Studiengang gewechselt habe...trotzdem wird da einem da wieder Guthaben aufgeladen....das Ganze nannte sich Orientierungsphase....
Das Blöde find ich, dass ich in meinem Account nicht einsehen konnte, ob ich bezahlen muss...bzw. verstehe ich deren Rechnung nicht....das erst nach Rückmeldung und Überweisung de Studibeitrages von 166 Euro nochwas....die Spinner...
Ich hatte ne Regelabbuchung von 14, soundso SWS...dawürden 7 SWS ja irgendwie nicht reichen???
lost in everybody
22.08.2006, 14:10
Puuh...anscheinend wurde mir ein Semester angerechnet...muss noch nicht bezahlen.
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