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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kirchenaustritte


glasperlenspielerin
10.02.2005, 15:16
wie denken die empfindsamen über das thema? :D -kleine umfrage. ;)

ich hab gehört, dass das 2000-seelen-kaff, wo ich früher gewohnt habe, sich mittlerweile den pastor mit der nachbargemeinde zahlen muß. die kirchengelder gehen aus, aber warum auch nicht endlich mal kosten sparen?? ich komme ursprünglich aus einer gegend, wo selbst ein besiedelter flurstreifen mit 200 einwohnern eine eigene kleine kirche hatte, aber lebensmittel nur am autobus verkauft wurden.

hier ein paar statistiken dazu:

mittlerweile scheinen die austritte ja wieder rückläufig zu sein..

http://www.kirchensteuern.de/Texte/AustrittZahlen.htm

http://www.bfg-bayern.de/tatsachen/kirchenaustrittetop.htm

und für euch österreicher:
http://derstandard.at/?url=/?id=1921438

;-))

Eiskristallin
10.02.2005, 15:20
für uns österreicher gilt ja, daß wir eine super-mega-austrittswelle haben, seit mal wieder ein paar skandale öffentlich wurden. sehr fein. :hurra: :hurra: am liebsten wär mir, ALLE treten aus der kriche aus. ich selbst hab es längst gemacht. welch gute entscheidung :jubel:

glasperlenspielerin
10.02.2005, 15:24
für uns österreicher gilt ja, daß wir eine super-mega-austrittswelle haben, seit mal wieder ein paar skandale öffentlich wurden. sehr fein. :hurra: :hurra: am liebsten wär mir, ALLE treten aus der kriche aus. ich selbst hab es längst gemacht. welch gute entscheidung :jubel:

ich habe mich gerade über die formalitäten erkundigt:

bei interesse hilft das standesamt weiter: mit personalausweis, geburtsurkunde antanzen und für 20 euro verwaltungsgebühr hat man seine seele freigekauft!! :D

fragile
10.02.2005, 16:56
ich habe mich gerade über die formalitäten erkundigt:

bei interesse hilft das standesamt weiter: mit personalausweis, geburtsurkunde antanzen und für 20 euro verwaltungsgebühr hat man seine seele freigekauft!! :D

hmmm ... bei mir ging's viel einfacher und schneller: bin beim amtsgericht angetanzt, mit personalausweis ... das haben die ruckzuck erledigt. ohne gebühr!

jetzt bin ich endlich aus der kirche ausgetreten, und sehr glücklich damit ... aber noch viel, viel glücklicher darüber, dass ich meine seele bei Jesus in guten händen weiß (eigentlich sogar in besten händen) ... :tanz:

glasperlenspielerin
10.02.2005, 17:00
hmmm ... bei mir ging's viel einfacher und schneller: bin beim amtsgericht angetanzt, mit personalausweis ... das haben die ruckzuck erledigt. ohne gebühr!

jetzt bin ich endlich aus der kirche ausgetreten, und sehr glücklich damit ... aber noch viel, viel glücklicher darüber, dass ich meine seele bei Jesus in guten händen weiß (eigentlich sogar in besten händen) ... :tanz:


jetzt bin ich verdutzt!

mein vater erwähnte nämlich auch das amtsgericht. diese information von oben stammt aber aus dem internet...(von einem ort "reilingen"-hört sich etwas schwäbisch an... vllt bundeslandverschieden..mal dort, mal amtsgericht..? :traurig: )

ode geht beides? -

Almase
10.02.2005, 18:20
Ich bin ausgetrete und glücklich.
D.h, meine Ma hat's gemacht - vor vielen, vielen Jahren schon.
Da ging es um Kirchensteuer und deren Verwendung und Gebühren,
bzw. Mitgliedsbeiträge für den Kirchenchor.
Der Pastor wollte von den SängerInnen Mitgliedsbeiträge mtl. für die
Nutzung eines Raumes, Heizung und Licht.
Das sie ihre schönen Stimmen zur Verfügung gestellt habe, Weihnachten,
Gottesdiensten, Konfirmationen etc. - DAS war dann auf einem Mal nicht
wichtig.
"Ja," stöhnte er, "die Kirch ist halt pleite!"
"Ja, und das ist kein Wunder bei diesen beschissenen, veralteten Ansichten und
Gottesdiensten. So eine Anbetung voller Trauer und Sünden hat Gott nicht verdient!" hat meine Ma gesagt, ihre Sachen genommen und ist gegangen.
Das war dann "unser" Erlebnis mit der Kirche.
Und ich kann hingehen, wann ich will und etwas in die Kollekte geben....
Ich glaube, ich würde auch nicht wieder eintreten wollen.

Josi
10.02.2005, 18:52
Ich gehöre wohl wieder mal zu den Exoten - bis jetzt jedenfalls. Vielleicht ändert sich das ja noch.

Ich bekenne mich dazu, auch auf die Gefahr hin, ausgelacht oder nicht für voll genommen zu werden: Ich bin Mitglied der Kirche, und will es nicht nur bleiben, sondern werde es bleiben. Bis an mein Lebensende.

Für mich gibt es keinen Grund zum Austritt. Wirklich keinen. Und um Steuern zu sparen schon gar nicht. Und ich bitte darum, mir zu glauben: Das hat nichts, rein gar nichts, damit zu tun, daß ich bei einem kirchlichen Arbeitgeber angestellt bin. Das ist eine sehr starke innere Überzeugung. Das alles, obwohl ich sehr wohl weiß, daß es auch im kirchlichen Bereich sehr oft "menschelt", und ich längst nicht mit allem einverstanden bin, was das "Bodenpersonal" so alles verzapft.

Exotische Grüße,
Josi

zenzero nero
10.02.2005, 20:26
Auch ich bin "Exot", ohne wenn und aber.
Renate Schmidt sagte einmal dazu: "Ich will meinem Denken einen Rahmen geben".
Und wenn, dann muss es für mich zwangsläufig einer mit bedingungslosem Ja zum Leben sein.
Beliebigkeit ist nicht mein Ding.

Dreamingcat
10.02.2005, 21:26
Auch ich bin "Exot", ohne wenn und aber.
Renate Schmidt sagte einmal dazu: "Ich will meinem Denken einen Rahmen geben".
Und wenn, dann muss es für mich zwangsläufig einer mit bedingungslosem Ja zum Leben sein.
Beliebigkeit ist nicht mein Ding.

Ist, wer aus der Kiche austritt, beliebig? Hat, wer mit der Amtskirche nichts mehr zu tun haben will, keinen Rahmen? :confused:
Ich habe mit der Kirche, dem Gott meiner Jugend, nix mehr zu tun. Ausgetreten bin ich noch nicht. Ich schiebe das vor mir her.
Es gibt andere Möglichkeiten, bedingungslos für das Leben zu sein. Ich brauche dafür nicht den Christengott. Weder Gott noch Jesus haben die Menschlichkeit gepachtet.
Ich akzeptiere jeden, der den christlichen Glauben als seinen Weg wählt. Ich erwarte von jedem Christen, daß er auch andere Wege akzeptiert.
Auf den Gipfel führen viele Pfade.
Entscheidend ist letztendlich, ob der Gipfel erreicht wird.
"Tu was Du willst, solange es keinem schadet" Ein Credo, daß schon vor Christus bekannt war. Und dem viele Christen leider aber so gar nicht folgen.
Das war aber jetzt nicht auf Dich gemünzt, zenzero! Ich hoffe, Du verstehst.

Laßt uns gemeinsam arbeiten. Jeder wie er kann und wie er glaubt. Aber sprecht dem, der anders entschieden hat, nicht ab, nachgedacht und "seinen Rahmen " gefunden zu haben.

lg
Dreamingcat
Und gute Nacht @ all!

voyager
10.02.2005, 21:27
jetzt bin ich verdutzt!

mein vater erwähnte nämlich auch das amtsgericht. diese information von oben stammt aber aus dem internet...(von einem ort "reilingen"-hört sich etwas schwäbisch an... vllt bundeslandverschieden..mal dort, mal amtsgericht..? :traurig: )

ode geht beides? -
Schau mal hier (http://www.kirchenaustritt.de/) . Wenn du den nervigen Jamba-Vogel weggeklickt hast, kannst du alle wichtigen Infos abrufen.

Die Regelungen sind in jedem Bundesland anders.

Zitat: Der Austritt muss persönlich beim Amtsgericht erklärt werden. Gebühren fallen nicht an. Sie benötigen einen gültigen Ausweis oder Reisepass. Verheiratete oder Geschiedene benötigen zusätzlich das Familienstammbuch.(NRW)

Dreamer
10.02.2005, 22:26
Ist, wer aus der Kiche austritt, beliebig? Hat, wer mit der Amtskirche nichts mehr zu tun haben will, keinen Rahmen? :confused:
Ich habe mit der Kirche, dem Gott meiner Jugend, nix mehr zu tun. Ausgetreten bin ich noch nicht. Ich schiebe das vor mir her.
Es gibt andere Möglichkeiten, bedingungslos für das Leben zu sein. Ich brauche dafür nicht den Christengott. Weder Gott noch Jesus haben die Menschlichkeit gepachtet.
Ich akzeptiere jeden, der den christlichen Glauben als seinen Weg wählt. Ich erwarte von jedem Christen, daß er auch andere Wege akzeptiert.
Auf den Gipfel führen viele Pfade.
Entscheidend ist letztendlich, ob der Gipfel erreicht wird.
"Tu was Du willst, solange es keinem schadet" Ein Credo, daß schon vor Christus bekannt war. Und dem viele Christen leider aber so gar nicht folgen.
Das war aber jetzt nicht auf Dich gemünzt, zenzero! Ich hoffe, Du verstehst.

Laßt uns gemeinsam arbeiten. Jeder wie er kann und wie er glaubt. Aber sprecht dem, der anders entschieden hat, nicht ab, nachgedacht und "seinen Rahmen " gefunden zu haben.

lg
Dreamingcat
Und gute Nacht @ all!

Genauso sehe ich das auch. Ein Jeder hat das Recht in seinem Glauben akzeptiert zu werden, aber ein Jeder hat auch die Pflicht andere Menschen in ihrem Glauben zu akzeptieren.

Auch meine Entscheidung gegen die Kirche ist ein Ergebnis reichlicher Überlegung. Auch ich hab meinem Denken einen Rahmen gegeben und Beliebigkeit ist auch nicht mein Ding. Dieser Spruch den Zenzero postete kann jeder für sich in Anspruch nehmen sowohl der Christ als auch der Nicht Christ.

Der Papst ist nebenbei ein Beispiel für einen Menschen den ich nicht akzeptieren kann. Er lebt seinen Glauben auf eine unakzeptable falsche Art aus, Er versucht seine eigene Moralvorstellungen allen Aufzuzwingen indem er ihre Gesetzwerdeung fordert. Glauben hat ein Recht darauf akzeptiert zu werden, aber all jene verlieren ihr Recht akzeptiert zu werden, die anderen ihren Glauben aufzwingen.

Eiskristallin
10.02.2005, 22:26
Auch ich bin "Exot", ohne wenn und aber.

Renate Schmidt sagte einmal dazu: "Ich will meinem Denken einen Rahmen geben".
Und wenn, dann muss es für mich zwangsläufig einer mit bedingungslosem Ja zum Leben sein.
Beliebigkeit ist nicht mein Ding.


denkst du denn, daß die aus der kriche ausgetretenen nicht bedingungslos "ja" zum leben sagen :confused:

Dreamer
10.02.2005, 22:29
denkst du denn, daß die aus der kriche ausgetretenen nicht bedingungslos "ja" zum leben sagen :confused:

Das bedingungslose "Ja" zum Leben sage auch ich. Es gibt verschieden Wege ja zum Leben zu sagen. Für die einen ist es der Weg der Kirche, für die andere der Weg ohne die Kirche.

Eiskristallin
10.02.2005, 22:30
Das bedingungslose "Ja" zum Leben sage auch ich. Es gibt verschieden Wege ja zum Leben zu sagen. Für die einen ist es der Weg der Kirche, für die andere der Weg ohne die Kirche.
das weiß ich ja, dreamer. ich wollte wissen, was zenzero dazu meint.

sibel
10.02.2005, 22:36
Ich habe mit 14 Jahren beschlossen,aus der evangelischen Kirche auszutreten,weil ich über meinem Konfirmationsunterricht ,der in der Haupsache Sexualkunde zum Thema hatte ,abgrundtief enttäuscht war.Der Pfarrer hat sich auch nicht die Mühe gemacht,den Konfirmationsspruch passend zu seinen Schäfchen,die den ja auch fürs ganze Leben haben sollten,auszusuchen.So blätterten wir im Neuen Testament herum,fanden eine annehmbare Zeile und das wars dann.Dieser wurschtige Umgang mit mir heiligen Dingen (wie zum Beispiel das "Vater-Unser" als Beathymne gesungen-was mir als Blasphemie erschien)war für mich ausschlaggebend,diesen Entschluß dann auch mit 18 in die Tat umzusetzten.Das tat man bei mir auf dem Amtsgericht und es hieß,wenn der Pfarrer davon erfährt,dann würde man zur Rede gestellt werden.Ich habe mich 4 Jahre (von 14-18)auf diesen Tag vorbereitet,alle Argumente gesammelt ect....und was geschah:Nichts. Das war die größte Enttäuschung.
Ich ging zum Amtsgericht ,unterschrieb und fertig!
Also:meine große,kindliche Religiosität war der Grund,diese Kirche zu verlassen...ich fühlte mich nicht genährt....
Noch heute bin ich ein stark religiöser Mensch,ohne einer Kirche anzugehören....
Für mich war es die richtige Entscheidung.
Auch ich will meinem Denken einen Rahmen geben,dazu scheint mir für mich kein Kirchenchristentum nötig.

zenzero nero
11.02.2005, 07:41
Laßt uns gemeinsam arbeiten. Jeder wie er kann und wie er glaubt. Aber sprecht dem, der anders entschieden hat, nicht ab, nachgedacht und "seinen Rahmen " gefunden zu haben.

Habe ich das denn getan? Ich habe doch nur gesagt, das dies ein "Denk-Rahmen" für mich ist. Das ein solcher Rahmen ein bedingungsloses Ja zum Leben (sollte eine Anspielung auf andere Threads der letzten Zeit sein) beinhalten muss und das er nicht beliebig sein darf war vielleicht ein bisschen falsch ausgedrückt.
Mit "Beliebig" meine ich zB Positionen wie(Vorsicht, krasses Beispiel) die eines Vegetariers, der für Abtreibung votiert.

Dreamer
11.02.2005, 07:46
Habe ich das denn getan? Ich habe doch nur gesagt, das dies ein "Denk-Rahmen" für mich ist. Das ein solcher Rahmen ein bedingungsloses Ja zum Leben (sollte eine Anspielung auf andere Threads der letzten Zeit sein) beinhalten muss und das er nicht beliebig sein darf war vielleicht ein bisschen falsch ausgedrückt.
Mit "Beliebig" meine ich zB Positionen wie(Vorsicht, krasses Beispiel) die eines Vegetariers, der für Abtreibung votiert.

Ich weiß das es nur ein überzogenes Beispiel war. Möchte dennoch was dazu sagen. Dem Vegetarier der für Abtreibung votiert würde ich nicht beliebigkeit vorwerfen, ehr ein differenziertes Denken. Das sind einfach zwei verschiedene paar Schuhe. Ich schreibe dazu aber noch was im Abtreibungsthread

Dreamingcat
11.02.2005, 08:58
Habe ich das denn getan? Ich habe doch nur gesagt, das dies ein "Denk-Rahmen" für mich ist. Das ein solcher Rahmen ein bedingungsloses Ja zum Leben (sollte eine Anspielung auf andere Threads der letzten Zeit sein) beinhalten muss und das er nicht beliebig sein darf war vielleicht ein bisschen falsch ausgedrückt.
Mit "Beliebig" meine ich zB Positionen wie(Vorsicht, krasses Beispiel) die eines Vegetariers, der für Abtreibung votiert.
Das ist die Crux mit online-Diskussionen. Es fehlt das Nonverbale ;) . Da ist schnell etwas falsch verstanden. Interpretiert.
Bei mir kams so rüber, als gäbe es nur einen Denkrahmen und alles andere ist beliebig.
Wenns so nicht gemeint war, dann ist ja alles ok. :)

lg
Dreamingcat

zenzero nero
11.02.2005, 09:34
Weiter gehts hier (http://www.empfindsam.de/showpost.php?p=33619&postcount=81)

Eiskristallin
11.02.2005, 12:44
Mit "Beliebig" meine ich zB Positionen wie(Vorsicht, krasses Beispiel) die eines Vegetariers, der für Abtreibung votiert.
hm, nur zur sicherheit, falls damit ganz leise ich angesprochen werde: ich finde dies 1. nicht beliebig, 2. "votiere" ich nicht dafür (sosehr begeisert mich abtreibung ja grad wieder nicht!) und 3. bin ich keine vegetarierin.

glasperlenspielerin
11.02.2005, 14:02
hm, nur zur sicherheit, falls damit ganz leise ich angesprochen werde: ich finde dies 1. nicht beliebig, 2. "votiere" ich nicht dafür (sosehr begeisert mich abtreibung ja grad wieder nicht!) und 3. bin ich keine vegetarierin.

ich empfinde es ebenfalls nicht als "beliebig", ebenfalls votiere ich nicht für abtreibung, weil ich ein kind, das ich mit einem lieben, sensiblen menschen gezeugt immer behalten würde, wenn ich mich gesund fühlen würde, aber ich fühle mich ganz tief dazu bewegt, solchen frauen kein unrecht zu unterstellen, sondern diese frauen in ihren individuellen notlagen, die ich erläuerte habe (vergewaltigung, überfoderung, erkrankungen, behindertes kind..) zu verstehen und man sieht nicht zuletzt an der deutschen gesetzeslage, dass solche frauen und männer einen "unterschlupf" und "fürspruch" finden, wenn sie in eine solche not geraten. das sehe ich als einen humane regelung unseres staates an.

ich plädiere nicht für abtreibung, aber diese frauen haben mein verständnis. sie dürfen sich nicht alleine fühlen und ausgegrenzt werden, als "unmoralisch" geschimpft werden, wenn sie diese entscheidung treffen.

ich akzeptiere dies aus gründen der toleranz bzw. ich empfinde es schlicht und einfach als human, so etwas anzuerkennen.

das ist meine meinung und überzeugung. damit vertrete ich keine fundamentalistische, sondern eine sehr pluralistische haltung.

damit ist keiner ausgeschlossen und angegriffen, der sich dennoch (trotz z.b. psychischer erkrankung und überforderung) ein (behindertes) kind auflädt.

Gertrud
11.02.2005, 14:47
Ich bin 1992 aus der röm.kath.Kirche ausgetreten!
Bei uns in Österreich dürfte das auch viel einfacher sein als in Deutschland; da brauchte ich nur meinen Taufschein, mit dem ging ich zum Bezirksamt, die gaben mir einen Stempel drauf, ohne Gebühren, und damit war die Sache erledigt.
Wie ihr ja wisst, bin ich dennoch keineswegs ungläubig; im Gegenteil - m.E. bin ich seitdem erst so richtig zum Glauben gekommen.
Nachdem in der röm.kath. Kirche alles andere wichtig geworden ist: Maria, Heilige, Rituale, Litaneien, prunkvolle Gebäude, prunkvolle Statuen und Bilder, u.v.a.m., aber Jesus praktisch nur noch unter "ferner liefen" mitläuft, also nicht der Mittelpunkt ist, war es für mich logische Konsequenz, mich einer Glaubensgemeinschaft anzuschließen, die diese wichtige Voraussetzung beinhaltet, nämlich Jesus Christus.
M.E. gibt es natürlich keine perfekte Kirche oder Glaubensgemeinschaft, das ist auch meine Gemeinde nicht; aber da wo ganz grundlegende Dinge völlig aus dem Ruder laufen kann ich das absolut nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren; und ich bin froh, dass ich diesen Schritt schon getan habe, lange bevor so viele Skandale offenbar wurden. Mir kann niemand erzählen, dass da noch irgendwer an Jesus gedacht hat, denn da ist der Karren schon eine ganze Weile lang verfahren gewesen, bevor diese ausufernden furchtbaren Dinge passieren konnten.

glasperlenspielerin
11.02.2005, 14:57
Ist, wer aus der Kiche austritt, beliebig? Hat, wer mit der Amtskirche nichts mehr zu tun haben will, keinen Rahmen? :confused:
Ich habe mit der Kirche, dem Gott meiner Jugend, nix mehr zu tun. Ausgetreten bin ich noch nicht. Ich schiebe das vor mir her.
Es gibt andere Möglichkeiten, bedingungslos für das Leben zu sein. Ich brauche dafür nicht den Christengott. Weder Gott noch Jesus haben die Menschlichkeit gepachtet.
Ich akzeptiere jeden, der den christlichen Glauben als seinen Weg wählt. Ich erwarte von jedem Christen, daß er auch andere Wege akzeptiert.
Auf den Gipfel führen viele Pfade.
Entscheidend ist letztendlich, ob der Gipfel erreicht wird.
"Tu was Du willst, solange es keinem schadet" Ein Credo, daß schon vor Christus bekannt war. Und dem viele Christen leider aber so gar nicht folgen.
Das war aber jetzt nicht auf Dich gemünzt, zenzero! Ich hoffe, Du verstehst.

Laßt uns gemeinsam arbeiten. Jeder wie er kann und wie er glaubt. Aber sprecht dem, der anders entschieden hat, nicht ab, nachgedacht und "seinen Rahmen " gefunden zu haben.

lg
Dreamingcat
Und gute Nacht @ all!

mir geht es da genauso wie dir. ich stehe der christlichen (neutestamentlichen!) ethik nah (ausgenommen dem glauben an ein "geistwesen" und dem "ewige himmelreich").
weil ich einen sehr tollen und sehr lieben religionslehrer hatte, habe ich auch bis ans ende meiner schulzeit nie den religionsunterricht abgewählt, wobwohl ich das -weil ich gleichzeitig einen philosophiekurs hatte- jederzeit hätte tun können.

aber der ganze vatikan und "blasebalg", der sich "kirche" nennt mit seinen priestern und oberpriestern, der ist für mich überflüssig wie ein kropf bzw. gehört ordentlcih generalüberholt.


meine erfahrungn mit der kirche als kind und schülerin (ich komme aus einer ländlichen, urkatholischen religion sind absolut negativ.

ich kann das kurz umreissen, aber ich hab schon bedenken, obs mir überhaupt jemand glauben würde, wenn ich sowas erzähle, weil es einfach ungalublich ist.

ich habe in einem kleinen dorf gelebt und meine mutter kommt aus einer flüchtlingsfamilie, mein bruder ist zudem durch einen geburtsschaden behindert (was man ihm äußerlich, da es eine geitsige behinderung ist, nicht ansieht). meine schwester ist dagegen sehr intelligent und war schon in der grundschule klassenbeste. genau deswegen wurde sie auch gemobbt. die bauernfrauen schienen irgendwie eifersüchtig, dass eine "russenmutter" wie meine, die ihren garten nicht pflegt und ungepflegt durch die gegend läuft, so ein gescheites kind hat -zudem ihre anderen alle so "mißraten" waren (ich war als kind sehr verhaltensauffällig..). als meine schwester dann zur kommunion gehen sollte, fand die vorbeiretung jeweils bei bestimmten müttern zuhause statt, die regelmäßig in die kriche gingen und die der pfarrer persönlich kannte.
als die kommunion vorbereitet werden mußte, kam meine mutter auf den abend und die gruppen wurden verteilt. aber der name meiner schwester blieb unerwähnt! darauf fragte meine mutter, was denn mit meiner schwester sei. darauf "zickte" eine mutter vor augen und ohren des pfarrers: "y-was sollen wir denn mit DER???" und der pfarrer: "das ist ihr problem. da sind sie selber schuld, wenn sie keine kontakte zu anderen dorfbewohnern haben!" mehr nicht. meine mutter ist daraufhin heulend nach hause gekommen und mußte tagelang rumtelefonieren, bis sich doch jemand noch "erbarmte". aber meine schwester wurde von diesen anderen müttern wie eine aussätzige behandelt und bekam am tage der kommunion nicht mal einen glückwunsch oder eine karte der anderen eltern!

ein pfarrer, der sich so parteiisch und unmenschlich verhält (und ich würde auch klipp und klar sagen: "fremdenfeindlich" -nichtzuletzt, weil sich unter den skinheads bei uns im dorf, die mich als "russin" beschimpften, auch messdiener waren ) -da frage ich mich, wozu hat der sich zu diesem "beruf" entschieden??

ich könnte noch zig andere beispiele nennen.. wie z.b. meine mutter schikaniert wurde vor der taufe, indem der herr pfarrer sich bei ihren eltern erkundigte, ob sie regelmäßig in die kirche ginge in der nachbargemeinde, weil sie nie zu ihm hinkäme.. (dazu muß ich sagen: meine mutter wurde noch als 16/17jährige, wenn sie am wochenende ihre eltern besuchte, von ihrem abergläubisch katholischen vater mit einem ledergürtel geschlagen und gedemütigt, wenn sie nicht in die kriche mitgehen wollte...).

das sind meine erfahrungen mit kirche und katholizismus. ich habe nichts als diskrimierung und menschenfeindlichkeit erfahren.

als 8järhige wurde ich z.b. von meiner mutter verdroschen, weil ich zuvor zu schüchtern war, die beichte zu sprechen (ich war damals "stumm"). der pfarrer hatte kein verständnis für mich, schikanierte nur meine mutter und stellte sie bloß. er meinte, ein kind, dass nicht die beichte spreche, würde nicht zur kommunion zugelassen..

ich hab die kirche als kind gehaßt wie sonstwas. sowas brandmarkt fürs leben. und ich werde mir deswgene gut überlegen, wem ich meine steuern gebe. ich weiß mein geld besser investiert, als in pfarrers haushälterin und alle paar jahre neuen audi .....ich gebs lieber an bedürftige als an die kirche. :traurig:

ich will aber auch nicht den ganzen krichenapparat verturteilen-ich kann mir durchaus vorstellen, dass es unterschiede im städtischen und ländlichen bereich gibt und großstädtische gemeinden , wo die menschen "aufgeklärter" und etwas "weltoffener" sind, toleranter sind.

da ich aber mit dem "geistigen überbau" genauso wenig am hut habe, werde ich keinen versuch mehr starten. das thema "kirche" ist für mich wohl ein für alle mal gegessen.

Eiskristallin
11.02.2005, 16:10
meine erfahrungen mit der röm.kath. kirche sind ebenfalls allesamt negativ.
zum glück ist niemand in meiner familie religiös, als man mich in den ersten schultagen in der schule fragte, ob ich römisch-katholisch oder evangelisch sei, wußte ich zum glück, daß ich röm.kath. sagen muß - was auch immer das bedeuten sollte. zuhause fragete ich dann meine mutter, für welche sportart ich denn nun zu sein hätte *gg*.

meine beste freundin kam aus einer rehr religiösen bzw. pseudoreligiösen familie. sonntags brav kirche gehen und auf heile welt machen, und den rest der woche mußte sie schon als kleines kind den haushalt schmeißen udn wurde mit dem ledergürtel geschlagen wenn sie nicht spurte. meine frühesten assoziationen zur kirche waren daher schon mit "heuchelei" und ähnlichem verbunden.

als dann auch noch der pfarrer, der zugleich mein religionslehrer in der volksschule war, einen buben immer auf seinen schoß holte, der ihm dann seine ersten grauen haare auszupfen durfte, wuchs mein sehr ungutes gefühl.

im gymnasium dann wagte ich es nicht, mich vom religionsunterrciht abzumelden, obwohl das erlaubt war, weil usner klassenvorstand uns gleich mal hinter vorgehaltener hand mitteilte, daß die in dieser klasse "ganz bestimmt keiner wagen wird". also bin ich widerwillig in diesem sagenhaft langweiligen schwafelstunden gesessen und hab mit meiner besten freundin, einer atheistin, schifferlversenken gespielt.

noch später dann erfuhr ich den glauben als die kath. kirche als etwas menschentrennendes, das selbst einer großen liebe nur hinderlich im weg steht.

daher mein fazit nach jahrelanger intensiver beschäftigung mit den themen "kirche, glaube und co": wers braucht oder will, bitte. mich bitte damit in ruhe lassen. danke.

glasperlenspielerin
11.02.2005, 16:50
was steht eigentlich hinterher auf der steuerkarte anstelle von "römisch-katholisch" -"konfessionslos" oder gar nichts??#

in meiner familie sind übrings einige aus der kirche ausgetreten. ich denke, es kam auch gerade durch diese ungemeine "unterdrückung". meine großeltern sind vollkommen ungebildete leute, eben landbevölkerung. bei ihnen stehen papst, pfarrer vor jeder anderen "autorität" wie bundeskanzler, arzt usw.

@keetah: ich finde es übrings sehr markant, dass sich gerade in diesen katholischen sippschaften so viel heuchelei verbirgt.

ich kannte einen bauern bei uns auf dem lande, bei dem ich pferde putzte. in der küche wurde vor jeder stulle gebetet..und er fragte mich, ob ich in die kirche ginge.. ich fand ihn so widerlich. er hat ständig so anspielungen gemacht, ob ich schon einen freund hätte, mich angegafft usw. -ich fand das so ekelhaft. dieses "perverse" und "katholische getue" geht für mich schon irgendwie einher. ich denke, dass es häufig vorkommt, dass gerade solche leute mit "verbotenen neigungen und gelüsten" sich nach außen gerne "moralisch" tarnen..
in meinem familiären umfeld habe ich dieses "perverse" ja auch mitbekommen..

meine mutter ist dagegen so extrem mit schuldgefühlen belastet, dass sie trotz ihrer schlechten erfahrung niemals aus der kirche austreten würde -auch wenn das geld knapp ist und wir nichts zu essen hätten (was früher schon mal der fall war).
auch mein vater hat hemmungen. so tief stecken diese gewissenskonflikte bei den "älteren" noch drin. und dabei sind sie beide nicht "religiös". wir sind (zum glück) nie in die kirche gegangen. nur "kommunion" , "firmung" mußten wir mitmachen... aber meine kleine schwester hatte da auch schon ihren eigenen kopf und hat als einzige der eingeladenen jungen gemeindemitglieder den firmunterricht geschwänzt. auch vom religionsunterricht hat sie sich schon ab der 9. klasse befreien lassen.

Eiskristallin
11.02.2005, 17:03
dieses "perverse" und "katholische getue" geht für mich schon irgendwie einher. ich denke, dass es häufig vorkommt, dass gerade solche leute mit "verbotenen neigungen und gelüsten" sich nach außen gerne "moralisch" tarnen...
ja. das ist für mich einer erklärungsmöglichkeit für die kinderschändenden priester. sie merken, es ist etwas nicht ok mit ihnen, aber verdrängen es und wollen es "heilbeten", werden vielleicht sogar deshalb priester um durch den perfekten lebenswandel eines priesters all dies zu übertünchen was in ihnen wabert, - oft auch in der hoffnung, es so zu schaffen, "gut" zu leben und "brav zu bleiben". und irgendwann bricht es dann aus und sie vergehen sich an minstranten. oder ihre nie gelebte weil als schlecht empfundene homosexualität läßt sich nicht mehr verleugnen....hinterher wird wieder auf den knien rumgerutscht und um vergebung gefleht...

Anna
11.02.2005, 17:05
Hallo Zusammen,

auch ich habe keine gute Erfahrung mit der Kirche. Ich bin schon seit Jahren ausgetreten, nachdem ich mich intensiv damit auseinandergesetzt habe. Unter anderem auch mit Bibelexegese, denn was dabei herumkommt ist nicht gerade als wahrhaftig zu bezeichnen.

Ich habe alle meine Kinder nicht getauft (Asche auf mein Haupt) und dennoch sind meine Kinder in Religionsfragen und Ethik fitter als manch Erwachsener. Sicher wurde ich schräg angeguckt und mit Dünkeln und Vorurteilen zugeschüttet, aber ich bin sicher, dass es richtig ist, Kinder dann wählen zu lassen, wenn sie mit diesen Themen wirklich etwas anfangen können.

Auch wenn ich Vegetarier bin hätte ich abgetrieben. Als mein Mann und ich wußten, dass ich schwanger bin haben wir eine Fruchtwasseruntersuchung machen lassen. Schließlich war ich bei meinem letzten Kind schon 38 Jahre alt. Wir haben uns lange überlegt was wir machen falls das Ergebnis negativ ist (Trisomie 21 / Spina Bifida ). Denn es war uns klar, dass wir dann auch schon vor dem Ergebnis eine Entscheidung treffen müssen.

Abtreibung und Vegetarismus gehören nicht zusammen. Eine Mißbildung oder Vergewaltigung ist etwas anderes als das vorsätzliche Aufziehen von Tieren um sie zu essen. Zumal sich da der Mensch also wirklich nicht gerade mit Ruhm bekleckert, wenn ich mir das unsagbare Grauen des Menschen gegenüber den Tieren angucke.

Im übrigen war nicht nur Jesus Vegetarier sondern es wurden auch systematisch alle Stellen aus den Schriften getilgt, die es hätten belegen können.

Gruß

Anna

zenzero nero
11.02.2005, 17:22
.....
M.E. gibt es natürlich keine perfekte Kirche oder Glaubensgemeinschaft, das ist auch meine Gemeinde nicht; aber da wo ganz grundlegende Dinge völlig aus dem Ruder laufen kann ich das absolut nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren;......


Das unterschreibe ich genauso wie es da steht. Und bitte, ich habe mit der katholischen Kirche nichts zu tun.
Der Großteil der hier geäußerten Kritik geht eindeutig gegen den Katholizismus.

glasperlenspielerin
11.02.2005, 18:08
@anna & zenzero:

in der tat gehts mir vor allem um dieses scheinheilige im "katholizismus". ich kann da aboslut nichts gutes erkennen.

ich kann jetzt übrings auch noch einen draufsetzen-dieser pastor, von dem ich erzählt hat, wollte zu meiner zeit auch keine mädchen als meßdiener haben, owbohl einige es sehr gerbne geworden wären. erst als ein jahrgang keine entsprechend große meßdienergruppe merh bilden konnten (das war 7 jahre später bei meiner jüngsten schwester) da ließ er sich drauf ein-aus angst, die nachwuchsschäflein ghingen im aus.

ich muß noch mal betonen-eine christliche erziehung lehne ich nicht ab. und wenn ich mal mutter sein sollte, so würde ich mein kind auch grundsätzlich erst mal zum religionsunterricht in der schule schicken (wenn es denn dann überhaupt dazu berechtigt wäre) -schon weil ich "bibelkenntnisse" als grundlegendes kulturgut halte, aber zur kirche werde ich ganz sicher nicht mitkommen.. und zu einer taufe kann es sich auch später (im religionsmündigen zustand) als erwachsener entscheiden.

Anna
11.02.2005, 18:50
... und wenn man dann bedenkt was das Wort "Religion" eigentlich aussagt, nämlich Rückbindung (aus dem griechischen), dann kann man sich denken wie wichtig es ist, diese erstmal zu sich selber zu haben.

Meine Kinder konnten sich auch aussuchen wo sie mitmachten, manchmal setzten sie sich in den katholischen Unterricht - manchmal in den evangelischen. Zwei meiner Töchter drücken noch die Schulbank und haben sogar jahrelang eine 1 in Werte und Normen gehabt.

Meine jüngere Tochter will sogar Philosophie/ Schwerpunkt Ethik studieren (wie ich vor Jahren - aber ohne meinen Einfluß in Form von Druck ), das ist ja auch mal positiv.

Gruß

Anna

Dreamer
11.02.2005, 19:26
ich empfinde es ebenfalls nicht als "beliebig", ebenfalls votiere ich nicht für abtreibung, weil ich ein kind, das ich mit einem lieben, sensiblen menschen gezeugt immer behalten würde, wenn ich mich gesund fühlen würde, aber ich fühle mich ganz tief dazu bewegt, solchen frauen kein unrecht zu unterstellen, sondern diese frauen in ihren individuellen notlagen, die ich erläuerte habe (vergewaltigung, überfoderung, erkrankungen, behindertes kind..) zu verstehen und man sieht nicht zuletzt an der deutschen gesetzeslage, dass solche frauen und männer einen "unterschlupf" und "fürspruch" finden, wenn sie in eine solche not geraten. das sehe ich als einen humane regelung unseres staates an.

ich plädiere nicht für abtreibung, aber diese frauen haben mein verständnis. sie dürfen sich nicht alleine fühlen und ausgegrenzt werden, als "unmoralisch" geschimpft werden, wenn sie diese entscheidung treffen.

ich akzeptiere dies aus gründen der toleranz bzw. ich empfinde es schlicht und einfach als human, so etwas anzuerkennen.


das ist meine meinung und überzeugung. damit vertrete ich keine fundamentalistische, sondern eine sehr pluralistische haltung.

damit ist keiner ausgeschlossen und angegriffen, der sich dennoch (trotz z.b. psychischer erkrankung und überforderung) ein (behindertes) kind auflädt.

Gehört zwar nicht zum Thema, aber ähnlich geht es mir auch. Ich würde mich soweit es mir zusteht ehr für das Kind entscheiden. Aber mir ist es sehr wichtig, das jemand der eine solche Entscheidung aus verständlichen Gründen getroffen hat nicht verurteilt wird.

FrauMahlzahn
12.02.2005, 16:53
Hallo zusammen,
ach, es hätte noch "Bin ausgetreten und wieder eingetreten" geben müssen - so habe ich mich mal unter "Bin Mitglied der Kirche und möchte es bleiben" verewigt...
Irgendwann in jungen Jahren dachte ich, es ginge auch ohne, hatte dann aber festgestellt, dass mein Glauben mir sehr wichtig ist und den teile ich gerne mit anderen Menschen in der evangelischen Landeskirche. Ich mag Orgelmusik, aber auch modernere Lobpreislieder, das gemeinsame Vaterunser und das Glaubensbekenntnis... mir gefällt es, das Kirchenjahr mit seinen ganzen Ritualen zu erleben - dazu gehört nicht nur Ostern/Weihnachten. Die sonntäglichen Gottesdienste sehe ich als echte Bereicherung - geht mir immer richtig gut, wenn ich mir wieder den fetten Segen für die kommende Woche da abgeholt habe. So, wie andere sonntags was im Fitness-Studio für ihren Körper tun, mache ich halt was für die Seele.
Mmh, ich überfliege gerade nochmal so die anderen Postings... irgendwie geht's jetzt mehr um Abtreibung, ja?
Bis dahin, liebe Grüße
Frau Mahlzahn

Peaceful Warrior
13.02.2005, 14:38
Also mit den Römern habe ich seit meiner frühen Kindheit denkbar schlechte Erfahrungen gemacht und bin deshalb auch früh ausgetreten. Dieser ganze Schuld und Angst Schwachsinn, der einem da (äußerst effektiv ! - dagegen sind moderne Sekten Anfänger, denen fehlen ja auch 2000 Jahre....:-) eingetrichtert wird, ist menschenverachtend.

Kulturell sehe ich mich als Mitteleuropäer schon christlich geprägt, aber die einzige Kirche die ich politisch akzeptieren könnte, wäre die Anglikanische. Dort findet sich im Klerus z.B. jede Form des Lebens und Zusammenlebens einer postindustriellen Gesellschaft.

melody
13.02.2005, 20:49
...

Peaceful Warrior
21.02.2005, 09:18
bin nirgends aus- oder eingetreten *g*...bin freikirchlich aufgewachsen, also in keiner landeskirche, gehe seit 1 oder 2 jahren aber auch in keine gemeinde (oder kirche) mehr, aber gott und der christl. glauben sind mir trotzdem sehr wichtig geblieben...
was das katholische angeht, finde ich, daß man da schon ein bischen differenzieren und nicht alles über einen kamm scheren sollte...eine gute freundin ist katholikin, und hat einfach eine wirklich gesunde sichtweise in bezug auf glauben und leben - nix mit schuldkomplexen, obrigkeitshörigkeit, oder was sonst mit katholisch assoziiert wird...und ich kenne einige sehr gute schriftsteller, die ebenfalls katholisch sind, und deren gedanken mir schon oft weiter geholfen haben...auch bei ihnen spüre ich nichts negatives, sondern wirklich gesundes mensch-sein und gesunde lebenseinstellungen...von daher, kann ich die verdammung des katholizismus nicht so ganz nachvollziehn...hat wohl was damit zu tun, "in welchen hals" jemand bestimmte dinge kriegt..

Na ja, wenn man aber jahrzentelang "mea culpa" heruntersagen muß, wirkt das wie eine formelhafte Affirmation im Autogenen Training...........

Lilli
21.02.2005, 12:56
Ich bin nicht gläubig - zwar getauft ("dank" meiner Oma) aber aus der Kirche ausgetreten. Hier in Bayern war das nicht ganz so einfach.
Mir wurde ein ellenlanger Text vorgelesen und dann mußte ich vor zwei Menschen einen Eid schwören dass ich mir im Bewussten darüber bin dass ich aus der Kirche austreten will blablabla. Mit Hand heben und so.
Ich bin da weg weil ich's mit denen noch nie hatte; es hat einfach nur einen Haufen Geld gekostet. Obwohl ich - welch Wunder - teilweise ähnlich radikale Ansichten zu bestimmten Themen habe wie die Kirche, habe ich mit ihr selbst nichts gleich oder gemein. Ich habe eben einfach keinen Glauben.

Meine Oma hat nach ihrem Tod der Kirche in ihrem Ort ein Vermögen vermacht (und es war wirklich ein Vermögen). Das wurde damals nicht publik gemacht weil ihr Wille war dass es so wenig Leute wie möglich wissen. Gut, wir als Familie wussten es.
Sie wollte dass damit etwas für die Obdachlosen in ihrer Stadt getan wird. Die kamen klingeln und meine Oma hat denen immer 2 Mark, ein Stück Brot und 'ne Tasse Kaffee in die Hand gedrückt.

Sie ist jetzt sieben Jahre tot und es wurde NiCHTS getan. Ich wünschte im Nachhinein Jemand hätte es publik gemacht. Das Geld wurde definitiv nicht nach dem Willen meiner Oma eingesetzt. Wo es ist, das weiß keiner. Mein Vater und seine Brüder wollen jetzt klagen. Ob es etwas bringt ist wohl fraglich. :(

Etosha
21.02.2005, 20:58
Ich bin Mitglied der evangelischen AB Kirche, und bin damit eigentlich recht zufrieden. Ich habe kirchlich geheiratet und fand das sehr schön. Es gibt da natürlich auch Dinge, die ich nicht so schön finde, ich denke auch, dass mein 'Glaube' sich insgesamt doch zu sehr vom bekannten kirchlichen unterscheidet.
Aber als Gemeinde, wo man auch mal hingehen kann, wenn man Sorgen hat, finde ich einen solchen 'Verein' durchaus ok. Wenn auch die Kinder dort in erster Linie Spaß haben und auch noch ein wenig Ethik beigebracht bekommen, umso besser.

Womit ich wenig anfangen kann, ist der Todesernst, mit der da vieles angegangen wird, diese elends langen Predigten in einer längst vergangenen Sprache; mir ist alles eher suspekt, was zu ernsthaft und zu halsstarrig betrieben wird.
Wenn Jesus uns gerettet hat, uns von unseren Schulden erlöst, so ist das für mich ein Grund zum Feiern. Natürlich ist da auch mal Andächtigkeit angesagt, aber doch auch Freude, Tanz und Ausgelassenheit wären da nicht fehl am Platze!? Wo ist das alles? Wenn Jesus um seine Auferstehung wusste, so hat er bei seinem Tode zwar sicher gelitten, aber im festen, sicheren Wissen um seine Auferstehung zu seinem Vater. Ist also die Anbetracht dieses Opfers so immens, dass wir uns ständig in starrer Andacht und Demut befinden müssen?

Die Halsstarrigkeit und Doppelmoral der katholischen Kirche gibt mir oft zu denken. Es ist eben institutionalisiert wie vieles Andere auf der Welt.

Ich glaube, dass diese Freudengefühle (wie oben beschrieben) nicht aufkommen dürfen, weil sie als gotteslästerlich empfunden werden; viele Gottesdiener dürften sich von einem vielleicht einstmals tief empfundenen Glauben schon ziemlich weit entfernt haben, sonst hätten sie dieses Bedürfnis zur Freude doch auch!? Sie sagen "Fürchtet Euch nicht" und "Freuet euch", aber sie meinen es irgendwie nicht so.

Oft hat die Kirche auch mit Nächstenliebe, Toleranz und Menschenwürde nicht mehr viel zu tun.

Doppelmoral meine ich auch im Hinblick auf das Dogma der Nächstenliebe, wo dann doch Menschen ausgegrenzt werden, sei es, weil sie weiblich sind, weil sie Empfängnis verhüten, abtreiben, anderen Glaubens sind, suspekte Fähigkeiten haben oder sonstwas. Die Geschichten der lieben Glasperlenspielerin haben mich da auch sehr betroffen gemacht.

Von Vergangenem wie den Kreuzzügen und Hexenverfolgung brauche ich hier ja wohl nicht anzufangen, da sind wir uns bestimmt einig, dass es hier viele Misstritte gegeben hat und Missinterpretationen in Bezug auf die Bibel gegeben haben muss.

Ich bin der Meinung, eine Wortmeldung zu aktuellen Themen sei jedem unbenommen, eine Gesetzgebung durch den Papst ist aber mE mit äußerster Vorsicht zu genießen.
Zu allem bereits gesagten kommt diese extrem patriarchalische Ausrichtung (vor allem) in der katholischen Kirche (bei uns Protestanten gibt's auch Pfarrerinnen), die mir nicht gefällt.

Die Kirche könnte viel mehr für notleidende Menschen tun, wenn sie nicht so auf ihrem Geld und ihren Besitztümern sitzen würde. Hat Jesus nicht seine Schäfchen diesbezüglich zu Mäßigung ermahnt?

Den katholischen Religionsunterricht habe ich in der Volksschule oft mitmachen müssen, weil wir insgesamt nur fünf oder sechs evangelische Schüler an der Schule waren. Was da besprochen wurde, hat mir sehr große Angst gemacht. Diese ganze Beichte-Geschichte war schon ziemlich gruselig, und alle hatten Angst davor. Die katholischen Kinder haben sich schon im Schulbus zur Schulkirche krampfhaft Sünden ausgedacht, damit sie irgendwas zu sagen haben. Das fand ich ziemlich krank, und war heilfroh, dass ich evangelisch bin :)

Ist jetzt alles ein bisschen durcheinander, ich hoffe, Ihr könnt damit trotzdem etwas anfangen.

LiGrü
Eto

Peaceful Warrior
22.02.2005, 10:58
Glücklicherweise gibt´s ja im Christemtum für jeden Menschen, der sich religiös, politisch oder kulturell als Christ sieht, eine passende Kirche.

Von Altkatholiken, Römern, Orthodoxen, Protestenaten, Evangelikalen, Feministische Ausrichtungen bis hin zu charismatischen Bewegungen. ;)

Clown
22.02.2005, 11:44
schlimm fand ich einiges, was ich (einst ev.-luth.) bei meinem Kirchenaustritt vor mehr alos 30 Jahren festellte.
Nicht die Kirche nahm meinen Austritt entgegen, sondern der Staat (Ortsamt).
Die Kirche führt überhaupt keine Verzeichnisse ihrer kirchensteuerzahlenden Mitglieder.
Niemand von der Kirche hat sich nach meinem Austritt bei mir gemeldet.
Der Wiedereintritt war bis vor kurzem äußerst schwierig und für den Antragsteller peinlich.

Bei der Konfirmation meiner Tochter erlebte ich Haarsträubendes (keine innere Bindung der Theologen zu ihrer Aufgabe und zu ihrem Glauben erkennbar).

Unsere Bischöfin, Frau Jepsen, mischt sich in alles ein, - nur die Verkündigung liegt ihr nicht.
Heute steht in unserer Tagezeitung ein Wort von Reinhold Schneider -

"Ich glaube, man versteht eine Kirche nur, wenn man in ihr kniet."

fragile
22.02.2005, 18:23
Wenn Jesus uns gerettet hat, uns von unseren Schulden erlöst, so ist das für mich ein Grund zum Feiern. Natürlich ist da auch mal Andächtigkeit angesagt, aber doch auch Freude, Tanz und Ausgelassenheit wären da nicht fehl am Platze!? Wo ist das alles? Wenn Jesus um seine Auferstehung wusste, so hat er bei seinem Tode zwar sicher gelitten, aber im festen, sicheren Wissen um seine Auferstehung zu seinem Vater. Ist also die Anbetracht dieses Opfers so immens, dass wir uns ständig in starrer Andacht und Demut befinden müssen?
[...]
Ich glaube, dass diese Freudengefühle (wie oben beschrieben) nicht aufkommen dürfen, weil sie als gotteslästerlich empfunden werden; viele Gottesdiener dürften sich von einem vielleicht einstmals tief empfundenen Glauben schon ziemlich weit entfernt haben, sonst hätten sie dieses Bedürfnis zur Freude doch auch!? Sie sagen "Fürchtet Euch nicht" und "Freuet euch", aber sie meinen es irgendwie nicht so.


oh mann, das sieht alles meinen eigenen ansichten sehr, sehr ähnlich ...
ich meine: Jesus lebt! warum begreift das denn keiner? aber nein ... viel zu oft wird mit kirche immer diese 'grabesstimmung' assoziiert, die ja auch tatsächlich vorherrscht, aus welchen gründen auch immer. im laufe der jahrhunderte hat sich die menschheit so sehr von dem wegbewegt, was eigentlich den ursprünglichen, lebendigen glauben ausmacht.
die ersten christlichen gemeinden waren - so stelle ich es mir zumindest vor - noch feuer und flamme für Jesus Christus, und nicht so erstarrt und weltfremd, wie es viele sogenannte christen heutzutage sind. ehrfurcht und freude schließen sich aber genauso wenig wie gefühl und verstand aus ...

Eiskristallin
22.02.2005, 18:28
oh mann, das sieht alles meinen eigenen ansichten sehr, sehr ähnlich ...
ich meine: Jesus lebt! warum begreift das denn keiner? aber nein ... viel zu oft wird mit kirche immer diese 'grabesstimmung' assoziiert, die ja auch tatsächlich vorherrscht, aus welchen gründen auch immer. im laufe der jahrhunderte hat sich die menschheit so sehr von dem wegbewegt, was eigentlich den ursprünglichen, lebendigen glauben ausmacht.
die ersten christlichen gemeinden waren - so stelle ich es mir zumindest vor - noch feuer und flamme für Jesus Christus, und nicht so erstarrt und weltfremd, wie es viele sogenannte christen heutzutage sind. ehrfurcht und freude schließen sich aber genauso wenig wie gefühl und verstand aus ...
ich denke zwar nicht, daß jesus lebt, wenn ich mich aber mal reinversetze in jemanden, der daran glaubt, dann würde mich genau das, diese grabesstimmung etc., auch seeehr irritieren.

Dreamer
22.02.2005, 19:11
Ich schließe mich euch an. Die heutige Kirche hat nicht mehr viel mit einer Glaubensgemeinschaft zu tun. Sie ist ein riesiger Machtapparat mit weitreichenden Kontakten zu organisierten Kriminalität (Mafia).

Dreamingcat
23.02.2005, 06:24
Den katholischen Religionsunterricht habe ich in der Volksschule oft mitmachen müssen, weil wir insgesamt nur fünf oder sechs evangelische Schüler an der Schule waren. Was da besprochen wurde, hat mir sehr große Angst gemacht. Diese ganze Beichte-Geschichte war schon ziemlich gruselig, und alle hatten Angst davor. Die katholischen Kinder haben sich schon im Schulbus zur Schulkirche krampfhaft Sünden ausgedacht, damit sie irgendwas zu sagen haben. Das fand ich ziemlich krank, und war heilfroh, dass ich evangelisch bin :)

Ist jetzt alles ein bisschen durcheinander, ich hoffe, Ihr könnt damit trotzdem etwas anfangen.

LiGrü
Eto

Mit dem Abschnitt hast Du Erinnerungen geweckt! :)
Ich bin katholisch getauft und aufgewachsen, wenn auch als "Bastard" (jawohl, so wurden damals Kinder genannt, die einen evangelischen Elternteil hatten :confused: ) In der Kommunionvorbereitung erhielten wir lange Listen, was alles Sünde ist und gebeichtet werden mußte.Unter anderem:
- Ich habe zu oft in den Spiegel geschaut (galt nur für Mädchen! sic! )
- Ich habe mich unkeusch berührt
a) zu Hause
b) in der Schule
c) im Schwimmbad
Nunja, wer von uns wußte mit damals 8 Jahren schon, was unkeusch war ? Aufklärung wie heute gabs ja nicht. Also habe ich sicherheitshalber Punkt a gebeichtet. Damit ich auch nix falsch mache. Denn es war uns angedroht worden, wenn wir eine Sünde unterschlagen, gilt die ganze Beichte nicht!

Heute kann ich drüber schmunzeln. Und da hat sich ja auch zum Glück einiges geändert.
Aber damals war das eine furchterregende Angelegenheit.

lg
Dreamingcat

Etosha
23.02.2005, 11:49
Meinem Papa haben sie als Kind eingetrichtert, wenn er nackt schläft, dann fliegt ihm sein Schutzengerl davon... :yahoo:

Heute können wir darüber lachen!

glasperlenspielerin
23.02.2005, 14:29
ich habe gestern abend im ZDF einen bericht über einen schwer zwangserkrankten gesehen. in der therapie ist wohl auch herausgekommen, dass eine ursache für seine zwänge in einer "strengen religiösen erziehung" liegt, die ihm ängste und schuldgefühle eingeflößt hat (er rennt heute noch in die kirche aus diesem grund!).. wundert mich überhaupt nicht. :rolleyes:

FrauMahlzahn
23.02.2005, 23:11
in der therapie ist wohl auch herausgekommen, dass eine ursache für seine zwänge in einer "strengen religiösen erziehung" liegt, die ihm ängste und schuldgefühle eingeflößt hat (er rennt heute noch in die kirche aus diesem grund!).. wundert mich überhaupt nicht. :rolleyes:

Oh,
den Bericht habe ich auch gesehen, meine mich aber daran zu erinnern, dass er ausdrücklich gesagt hat, dass manche religiösen Rituale (z.B. Reihenfolge der Gebete) ihn in seiner Zwangsneurose unterstützt haben könnten, aber nicht, dass sie explizit die URSACHE waren. Außerdem hat er auch noch hervorgehoben, dass ihm sein Glaube sehr hilft - besonders, wenn er gerade in einer sehr schlechten Phase ist.
Viele Grüße
Frau Mahlzahn

glasperlenspielerin
24.02.2005, 00:39
Oh,
den Bericht habe ich auch gesehen, meine mich aber daran zu erinnern, dass er ausdrücklich gesagt hat, dass manche religiösen Rituale (z.B. Reihenfolge der Gebete) ihn in seiner Zwangsneurose unterstützt haben könnten, aber nicht, dass sie explizit die URSACHE waren. Außerdem hat er auch noch hervorgehoben, dass ihm sein Glaube sehr hilft - besonders, wenn er gerade in einer sehr schlechten Phase ist.
Viele Grüße
Frau Mahlzahn

ich hab leider nicht alles akustisch mitbekommen, weil meine mutter die ganze zeit im hintergrund herumgeschrieen hat.. dann hab ich das falsch verstanden..

glasperlenspielerin
24.02.2005, 00:43
gerade in den RTL-nachrichten habe ich wieder was tolles gehört: der papst hat schon wieder ein neues buch auf den markt geschmissen. darin denunziert er abermals homosexuelle ehen als "werk des bösen" und abtreibungen werden mit der judenvernichtung gleichgesetzt..

ich könnt kotzen...

wer hat hier wohl die faschistoide einstellung? ..mr bush ..äh papst .. :schubs:

Dreamer
24.02.2005, 07:12
gerade in den RTL-nachrichten habe ich wieder was tolles gehört: der papst hat schon wieder ein neues buch auf den markt geschmissen. darin denunziert er abermals homosexuelle ehen als "werk des bösen" und abtreibungen werden mit der judenvernichtung gleichgesetzt..

ich könnt kotzen...

wer hat hier wohl die faschistoide einstellung? ..mr bush ..äh papst .. :schubs:

Es wird wirklich Zeit das dieser Mann abtritt. So ein Mensch hat nichts in einer Machtposition zu suchen. Leider wird sein Nachfolger möglicherweise ein genauso miserabel.

glasperlenspielerin
24.02.2005, 11:03
hier:

http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID4096654_REF1,00.html

für mich hat diese meldung nun endgültig das faß zum überlaufen gebracht. spätestens in zwei monaten bin ich ausgetreten..

Eiskristallin
24.02.2005, 12:16
für mich hat diese meldung nun endgültig das faß zum überlaufen gebracht. spätestens in zwei monaten bin ich ausgetreten..
willkommen im club :hurra:

glasperlenspielerin
24.02.2005, 13:58
willkommen im club :hurra:

ich hoffe, mich fragt auch einer beim gericht, warum ich austrete. direkt jetzt nach der pressemeldung dahinzugehen, wäre ja auch irgendwie süß.. :D

das einzige, was mich überhaupt etwas ins grübeln bringt, ist eine spätere arbeitslosigkeit..wenn mir praktisch nichts anderes übrig bliebe als mich bei einem kirchlichen träger zu bewerben.. wenn man dann vorher aus der kirche ausgetreten war und wieder rein geht aus pragmatischen überlegungen: machen die da wohl nachforschungen????

also..ich will um gottes willen nicht bei einem kirchlichen träger eingestellt sein..(morgengebet, gottesdienst, zwangsfürbittenvorlesen..*bah, nee.. das fand ich schon als kind altraumhaft. weil ich so schüchtern war, habe ich nie gelesen.. das gab natürlich ärger bei den mitschülern, die das auch nicht lieber machten..

nee, das gefüjhl will ich nie wieder haben..

Eiskristallin
24.02.2005, 14:45
idas einzige, was mich überhaupt etwas ins grübeln bringt, ist eine spätere arbeitslosigkeit..wenn mir praktisch nichts anderes übrig bliebe als mich bei einem kirchlichen träger zu bewerben.. wenn man dann vorher aus der kirche ausgetreten war und wieder rein geht aus pragmatischen überlegungen: machen die da wohl nachforschungen????

also..ich will um gottes willen nicht bei einem kirchlichen träger eingestellt sein..(morgengebet, gottesdienst, zwangsfürbittenvorlesen..*bah, nee.. das fand ich schon als kind altraumhaft. weil ich so schüchtern war, habe ich nie gelesen.. das gab natürlich ärger bei den mitschülern, die das auch nicht lieber machten..

nee, das gefühl will ich nie wieder haben..
genau diese gedanken hatte ich vor dem austritt auch. schließlich gehören viele verlage der kirche, und ich dachte, wer weiß: vielleicht arbeite ich mal bei einem verlag...NUR: wenn man das eh mit seiner eigenen ethik etc nicht vereinbaren kann, würde man dort ohnehin niemals glücklich werden.

Dreamer
24.02.2005, 19:39
Ein Sturz des Papstes wäre nach diesen Äußerungen wünschenswert. So ein Mensch darf keine Macht besitzen.

Clown
24.02.2005, 22:27
Gibt es da keine Reihenfolge? Wäre nicht zuerst Fidel Castro dran?

Dreamer
24.02.2005, 22:35
Gibt es da keine Reihenfolge? Wäre nicht zuerst Fidel Castro dran?

Nein, beide gleichzeitig am besten.

glasperlenspielerin
25.02.2005, 20:08
wißt ihr, was mich am allermeisten ärgert? ich habe gestern die "lokalzeit" auf WDR gesehen (den NRW'lern wird es ein begriff sein..).

die erste meldung des tages in den nachrichten war der papst und ein sondergebet im dom!! ich dachte ich spinne. die welt trauert um den papst?? ist es denn nicht ein natürlicher prozess, dass man als 84jähriger gesundheitlich an kräften verliert und langsam aber sicher auch der tod näher tritt???

in der welt sterben täglich abertausende säuglinge und kinder, die nicht mal 8 tage oder 8 jahre alt sind, aber denen wird nicht mal einer minute gedacht....

Malanja
25.02.2005, 22:09
Der Papst, liebe Glasperlenspielerin, ist nicht irgendein Mann, der zuweilen von einem Balkon winkt.

Der Papst ist nach katholischer Tradition und nach der Auffassung einiger anderer christlichen Kirchen Nachfolger des Apostel Petrus, der von diesen Kirchen als erster Bischof von Rom angesehen wird und vermutlich um das Jahr 67 in Rom den Märtyrertod erlitten hat.

Begründet wird dieser Anspruch mit einer Stelle aus dem Matthäus- Evangelium der Bibel (Kapitel 16, Vers 18- 19)

Tu es Petrus et super hanc petram aedificabo Ecclesiam meam et portae inferi non praevalebunt adversum eam.
Et tibi dabo claves regni coelorum.
Quodcumque ligaveris super terram, erit legatum et in coelis.
Et quodcumque solveris super terram, erit solutum et in coelis.

Zu deutsch:

Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.
Und dir will ich geben die Schlüssel über das Himmelreich.
Was du auf Erden bindest, soll im Himmel gebunden sein.
Und was du auf Erden lösest soll im Himmel gelöst sein.

Katholische Christen verehren den Papst als Stellvertreter Gottes auf Erden
und sie empfinden (auch) eine tiefe emotionale Beziehung zu ihm.
Sorge um seine Gesundheit, Angst vor seinem besorstehenden Tod lässt gläubige Menschen in Gotteshäusern zusammenkommen und beten.
Das....ist ihr gutes Recht und ihre Pflicht.
Genauso, wie es Meinungsfreiheit gibt, gibt es ein Recht auf Ausübung der Religion.
Und Du wagst es...Dich öffentlich (wenn auch nur in diesem Forum) darüber aufzuregen?
Noch einmal: Mehr Demut und Verständnis bitte!

PS:...woher weißt Du denn, wieviele Christen (!) täglich beten und anderes tun, um das Leid in der Welt zu lindern?
Was...tust Du?

zenzero nero
25.02.2005, 22:50
Ein Sturz des Papstes wäre nach diesen Äußerungen wünschenswert. So ein Mensch darf keine Macht besitzen.

Hat er denn Macht ? Und Castro, da gibt es Schlimmere als ihn. Er ist bisher das Beste was die Kubaner je hatten. Es kann alsp noch besser werden, aber ich zweifle daran, beim Nachbarn Bush.

zenzero nero
25.02.2005, 22:58
wißt ihr, was mich am allermeisten ärgert? ich habe gestern die "lokalzeit" auf WDR gesehen (den NRW'lern wird es ein begriff sein..).

die erste meldung des tages in den nachrichten war der papst und ein sondergebet im dom!! ich dachte ich spinne. die welt trauert um den papst?? ist es denn nicht ein natürlicher prozess, dass man als 84jähriger gesundheitlich an kräften verliert und langsam aber sicher auch der tod näher tritt???

in der welt sterben täglich abertausende säuglinge und kinder, die nicht mal 8 tage oder 8 jahre alt sind, aber denen wird nicht mal einer minute gedacht....

Wie würdest Du denn reagieren, wenn jemand, der Dir nahestehend ist, im Sterben liegt ? Dann wird auch für Dich die Welt voller Trauer sein, jedenfalls dann wenn dieser Mensch Dir wirklich wichtig ist oder war.
Wenns keine Meldung wert wäre, es also niemmand wissen wollte, wär es nie gesendet worden. Ich reg mich ja auch nicht über Big Brother in diesem Maße auf.
In einem Punkt gebe ich Malanja Recht, es muss auch für religiöse Themen ein Mindestmaß an Toleranz gelten.

Bevor jetzt gleich Nanook mit seiner obligatorischen Katholikenschelte kommt:
Ich bin kein Katholik.

Dreamer
25.02.2005, 23:07
Um nochmal zu den Äußerungen des Papstes zurück zu kommen.

Besonders viel Kritik kam auch von jüdischer Seite. Meiner Meinung nach zu recht. Der Papst hat die Abtreibung eines Kindes mit der systematische fabrikmäßigen Massenvernichtung von 6 Millionen Menschen verglichen. Dadurch wird dieser beispielose Massenmord bagatellisiert. Zu Recht reagieren die Opfer des NS Regimes und ihre Angehörigen mit Wut. Leider wird oftmals das Thema drittes Reich nicht mit dem nötigen Feingefühl behandelt. Oft wird es instrumentalisiert um die eigenen Ansichten zu unterstreichen oder einfach nur für Aufsehen und Publicity zu sorgen. Die Politik macht es ja oft genug vor. Aus reinem Kalkül werden oft Vergleiche zum dritten Reich angestellt. Solche Vergleiche sind immer unpassend und zeigen mangelnden Respekt und Sensibilität den Opfer gegenüber. Er darf ja gerne Position gegen Abtreibung beziehen. Jeder Mensch hat das Recht auf eine eigene Meinung und darf diese auch äußern. Dieser Vergleich war allerdings eine unerträgliche Entgleisung, der Papst wird für diese Ohrfeige in das Gesicht aller Opfer des NS Regimes zu Recht kritisiert.

Dreamer
25.02.2005, 23:17
Hat er denn Macht ? Und Castro, da gibt es Schlimmere als ihn. Er ist bisher das Beste was die Kubaner je hatten. Es kann alsp noch besser werden, aber ich zweifle daran, beim Nachbarn Bush.

Sicher, das was du sagst ist nicht von der Hand zu weisen. Glücklicherweise gibt es bei uns die Trennung von Staat und Kirche, wodurch die Kirche eine ehr passive Machtposition besitzt.

Fidel Castro ist ein Thema für sich. Es gibt sicher schlimmeres als ihn auf dieser Welt und sein Vorgänger Fulgencio Batistas war sicherlich schlimmer. Ein Sturz Castros müßte vom Volk ausgehen. Würde Amerika ihn stürzen, hätten wir nur einen weiteren Kolonie Amerikas.

zenzero nero
26.02.2005, 00:21
Sicher, das was du sagst ist nicht von der Hand zu weisen. Glücklicherweise gibt es bei uns die Trennung von Staat und Kirche, wodurch die Kirche eine ehr passive Machtposition besitzt.

Fidel Castro ist ein Thema für sich. Es gibt sicher schlimmeres als ihn auf dieser Welt und sein Vorgänger Fulgencio Batistas war sicherlich schlimmer. Ein Sturz Castros müßte vom Volk ausgehen. Würde Amerika ihn stürzen, hätten wir nur einen weiteren Kolonie Amerikas.

Und vielleicht einen weiteren Batista, denn der wurde von den USA favorisiert und Cuba war zu dieser Zeit das Bordell und das Las Vegas der USA. Alles was da verboten war "ging" dort.
Aber, ich stelle in der Nachschau fest, das GWBush sich, zwar mit den falschen Mitteln, aber immerhin, bemüht im Irak eine Demokratie zu installieren. DAS ist ein Fortschritt, setzten die USA bisher immer auf Diktatoren und sonstige "starke brutalste Männer".

Dreamer
26.02.2005, 00:23
Und vielleicht einen weiteren Batista, denn der wurde von den USA favorisiert und Cuba war zu dieser Zeit das Bordell und das Las Vegas der USA. Alles was da verboten war "ging" dort.
Aber, ich stelle in der Nachschau fest, das GWBush sich, zwar mit den falschen Mitteln, aber immerhin, bemüht im Irak eine Demokratie zu installieren. DAS ist ein Fortschritt, setzten die USA bisher immer auf Diktatoren und sonstige "starke brutalste Männer".


Die USA fahren seit geraumer Zeit eine andere Taktik. Araber aus amerikanischen Firmenvorständen werden an die Macht gesetzt. So hat man Geschäftsfreunde in den Regierungen.

glasperlenspielerin
26.02.2005, 00:28
:traurig: wißt ihr, was mich am allermeisten ärgert? ich habe gestern die "lokalzeit" auf WDR gesehen (den NRW'lern wird es ein begriff sein..).

die erste meldung des tages in den nachrichten war der papst und ein sondergebet im dom!! ich dachte ich spinne. die welt trauert um den papst?? ist es denn nicht ein natürlicher prozess, dass man als 84jähriger gesundheitlich an kräften verliert und langsam aber sicher auch der tod näher tritt???

in der welt sterben täglich abertausende säuglinge und kinder, die nicht mal 8 tage oder 8 jahre alt sind, aber denen wird nicht mal einer minute gedacht....

das eigentlich abstruse habe ich noch vergessen zu erwähnen: nach aussendung des beitrags meinte die moderatorin sinngemäß (es handelt es sich dabei um eine 30 minütige sendung): "..über evtl. veränderungen halten wir sie während der sendung auf dem laufenden.."..

und heute nachmittag schaltet man das radio ein und hört meldungen wie "der papst hat heute morgen schon eine tasse milchkaffee und ein joghurt verputzt" -ist das nicht absurd? kennt die welt keine anderen probleme? ..für wen diese sensationslust?

(es folgte übrings nach der papst-meldung gestern ein beitrag über einen mord an einem ukrainer in NRW, der in kriminellen menschenhandel verwickelt ist......

was ist das für eine welt? ich versteh sie nicht... :traurig:

zenzero nero
26.02.2005, 11:39
@ GPS, Zitierst Dich im selben Thema selber ???
Ich wünschte mir etwas mehr Sensibilität mit Andersgläubigen.
Und nochmal, MICH ärgert es mehr wenn Nachrichtenzeit für etwas so belangloses wie Big Brother, Modeschauen und ähnliche wichtig gemachte Events draufgeht.
Deshalb höre ich auch, ausser im Auto, und da auch nur wenn es keinen anderen Sender gibt, der mich interessiert, keinen Sender mit Werbeblöcken. Es würde nicht gesendet, wenn es niemanden interessiert. Es gibt noch viele vor allem ältere Hörer, die das hören wollen, sollen die nicht mehr informiert werden, nur weil unsere Welt dem Jugendwahn frönt und nur alles, was neu ist als Sensation betrachtet?

zenzero nero
26.02.2005, 15:24
Mich ärgert an der ganzen von GPS beschriebenen Sache, das die Medien effekthascherisch und auf Einschaltquoten bedacht einen alten Mann nicht in Ruhe und Würde sterben lassen.
Sollen sie sich doch zB auf Karl von Wales oder dessen Mutter Lisbeth stürzen. Die können sich noch effektiv dagegen wehren.

tsurani
26.02.2005, 17:13
Glücklicherweise gibt es bei uns die Trennung von Staat und KircheSo weit her ist es mit der Trennung ja nun auch wieder nicht. Schließlich nimmt nicht die Kirche die Kirchensteuer ein, sondern erst mal das Finanzamt, und Religion ist immer noch (Pflicht)fach in der Schule. Zustände, über die man in Frankreich den Kopf schüttelt!!!

Eiskristallin
26.02.2005, 17:15
was da in österreich alles läuft möcht ich erst recht nciit wissen. die katholisch theologische unifakultät hat im zb im verglich zu etwas der human- und sozialwissenschaftlichen ganz offensichtlich nicht nur doppelt soviel budget zur verfügung, sondern schätzungsweise ganz locker das zehnfache!!! (wenn nicht noch weit mehr)

Malanja
26.02.2005, 18:25
Religion ist in Deutschland kein Pflicht-Schulfach.
Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland
Artikel 7/Absatz 2
"Die Erziehungsberechtigten haben das Recht, über die Teilnahme des Kindes am Religionsunterricht zu bestimmen."
Wird das Kind vom Religionunterricht befreit, so muß es selbstverständlich diese Unterrichtsstunde mit einem anderen Fach verbringen, z.b. mit dem Fach "Ethik".

Malanja
26.02.2005, 18:34
Ich habe den Eindruck, dass sich diese Diskussion zu sehr am Katholizismus festmacht.
Es gibt in diesem Land eine Vielzahl an Glaubensgemeinschaften, die aber, zugegeben, weniger Angriffsfläche für Kritiker bieten.

Die Präambel unseres Grundgesetzes beginnt mit den Worten: "Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen". Unser Schöpfungs- und Weltverständnis, unser Menschenbild und unsere Wertauffassungen sind in so entscheidender Weise vom Christentum geprägt worden, daß eine Verständigung über zentrale gesellschaftliche Fragen nur dann möglich ist, wenn die christlichen Wurzeln mit einbezogen werden. Die abendländische Ethik, auf der wir aufbauen, ist christliche Ethik.
Meine Meinung!
Übrigens...sogar unsere Zeitrechnung beruht auf einem Ereignis zentraler Bedeutung für das Christentum.

Eiskristallin
26.02.2005, 19:12
Die Präambel unseres Grundgesetzes beginnt mit den Worten: "Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen".
ja. eh eine frechheit diese vermischung von kirche und staat. gottesbezüge sind aus sämtlichen gesetzen herauszuhalten.

Eiskristallin
26.02.2005, 19:14
Religion ist in Deutschland kein Pflicht-Schulfach.
Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland
Artikel 7/Absatz 2
"Die Erziehungsberechtigten haben das Recht, über die Teilnahme des Kindes am Religionsunterricht zu bestimmen."
Wird das Kind vom Religionunterricht befreit, so muß es selbstverständlich diese Unterrichtsstunde mit einem anderen Fach verbringen, z.b. mit dem Fach "Ethik".
in österreich kann man aber einer bestimmten schulstufe auch entscheiden, ob man den religionsunterricht besuchen will oder nicht. an meiner schule war das alelrdings reine theorie. uns wurde schnell bei vertschlossenen türen klargemacht, daß wir gefälligst alle im religionsunterricht zu hocken hätten.

Dreamer
26.02.2005, 19:15
Ich habe den Eindruck, dass sich diese Diskussion zu sehr am Katholizismus festmacht.
Es gibt in diesem Land eine Vielzahl an Glaubensgemeinschaften, die aber, zugegeben, weniger Angriffsfläche für Kritiker bieten.

Die Präambel unseres Grundgesetzes beginnt mit den Worten: "Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen". Unser Schöpfungs- und Weltverständnis, unser Menschenbild und unsere Wertauffassungen sind in so entscheidender Weise vom Christentum geprägt worden, daß eine Verständigung über zentrale gesellschaftliche Fragen nur dann möglich ist, wenn die christlichen Wurzeln mit einbezogen werden. Die abendländische Ethik, auf der wir aufbauen, ist christliche Ethik.
Meine Meinung!
Übrigens...sogar unsere Zeitrechnung beruht auf einem Ereignis zentraler Bedeutung für das Christentum.

Das mag ja wohl stimmen, aber dennoch, eine Verantwortung gegenüber dem christlichen Gott kann es ja nur geben, wenn man an dem christlichen Gott glaubt. Meine Wertauffassungen (Was das menschliche Miteinander betrifft) sind teilweise wirklich sehr ähnlich wie die von Jesus Christus, aber dennoch bin ich kein Anhänger seiner Religion und werde es auch nie sein. Zudem lassen sich einige Wertauffassungen von Jesus Christus nicht mit denen der Kirche vereinbarren. Christentum ist nicht gleich Kirche.

Dreamer
26.02.2005, 19:30
ja. eh eine frechheit diese vermischung von kirche und staat. gottesbezüge sind aus sämtlichen gesetzen herauszuhalten.

Der Meinung bin auch.

FrauMahlzahn
26.02.2005, 19:55
ja. eh eine frechheit diese vermischung von kirche und staat. gottesbezüge sind aus sämtlichen gesetzen herauszuhalten.

Ähm, in welchem Gesetz haben wir denn noch einen Gottesbezug? :confused: Ich meine, in welchem Gesetz ist konkret von Gott die Rede? Zwar liegen einigen unserer Gesetze so verschrobene Ansichten wie "Du sollst nicht töten", "Du sollst nicht stehlen" zugrunde, aber ansonsten hat unser Staat doch herzlich wenig mit Gott zu tun. Leider.

Dreamer
26.02.2005, 19:57
Ähm, in welchem Gesetz haben wir denn noch einen Gottesbezug? :confused: Ich meine, in welchem Gesetz ist konkret von Gott die Rede? Zwar liegen einigen unserer Gesetze so verschrobene Ansichten wie "Du sollst nicht töten", "Du sollst nicht stehlen" zugrunde, aber ansonsten hat unser Staat doch herzlich wenig mit Gott zu tun. Leider.

Wäre es nicht fatal, wenn ein Gottesbezug bestände, dann könnte ein ungläubiger Mensch ihnen doch die Bedeutung absprechen, weil er zu Bedenken gibt, das sie sich auf etwas stützen was es seiner Meinung nach nicht gibt?

Eiskristallin
26.02.2005, 20:07
Ähm, in welchem Gesetz haben wir denn noch einen Gottesbezug? :confused: Ich meine, in welchem Gesetz ist konkret von Gott die Rede? Zwar liegen einigen unserer Gesetze so verschrobene Ansichten wie "Du sollst nicht töten", "Du sollst nicht stehlen" zugrunde, aber ansonsten hat unser Staat doch herzlich wenig mit Gott zu tun. Leider.
sogar ins neue eu-gesetz solld as kommen. da gab es doch schon diese ewigen diskussionen darüber.

Dreamer
26.02.2005, 20:36
sogar ins neue eu-gesetz solld as kommen. da gab es doch schon diese ewigen diskussionen darüber.

In der EU Verfassung gibt es keinen Gottesbezug. Es wurde drüber diskutiert ob einer rein soll, aber in der aktuellen Fassung gibt es keinen Gottesbezug. Dabei wird es wohl auch bleiben.

Eiskristallin
26.02.2005, 21:37
In der EU Verfassung gibt es keinen Gottesbezug. Es wurde drüber diskutiert ob einer rein soll, aber in der aktuellen Fassung gibt es keinen Gottesbezug. Dabei wird es wohl auch bleiben.
ja. ich wollte "sollte das kommen" schreiben, statt "soll". sorry.

Malanja
26.02.2005, 22:25
Frau Mahlzahn zitiert zwei der zehn Gebote, nennt sie "verschrobene" Ansichten und erntet Zustimmung von Dreamer und Keetah.
Obwohl ich weiß, dass hier Dünnbrettbohrer am Werk sind, die sich alles so zurecht legen, wie sie es brauchen, folgendes:
Religionsgeschichtlich und auch Malanja-persönlich sind die zehn Gebote die Spielregeln, durch die freie Menschen in die Lage versetzt werden, gewissenhaft miteinander umzugehen.
Mose erhielt die Gebote auf dem Berg Sinai, nach einer 40jährigen Wanderung der Israeliten (Juden) nach der Flucht aus Ägypten, wo sie in Sklaverei lebten.
Sieht man diesen Hintergrund, so können wir die zehn Gebote nur dann richtig beurteilen, wenn wie sie als eine Absage an die Sklaverei (und auch an die Herabsetzung der Frau) sehen.
Die Zehn Gebote
(nach Martin Luther)
[Bei der Zählung der Gebote gibt es im Judentum und in den christlichen Kirchen unterschiedliche Traditionen. Die hier wiedergegebene Fassung folgt der lutherischen und römisch-katholischen Tradition. Eine andere Zählung ergibt sich dort, wo das Bilderverbot - "Du sollst dir kein Bildnis machen" - gesondert als zweites Gebot geführt wird.]

Das erste Gebot
Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

Das zweite Gebot
Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen.

Das dritte Gebot
Du sollst den Feiertag heiligen.

Das vierte Gebot
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.

Das fünfte Gebot
Du sollst nicht töten.

Das sechste Gebot
Du sollst nicht ehebrechen.

Das siebte Gebot
Du sollst nicht stehlen.

Das achte Gebot
Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

Das neunte Gebot
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

Das zehnte Gebot
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat.


(Die ausführliche Fassung der Zehn Gebote steht in der Bibel an zwei Stellen: 2. Mose 20 und 5. Mose 5)

Ich fühle mich in meinem Mensch-Sein, in meinen Überzeugungen und Werten in diesem Thread, aber auch in diesem Forum ausgegrenzt.
Nicht ein persönlicher Angriff lässt mich so empfinden....sondern geschwätziges, unvorsichtiges und unwissendes Verhalten anderer.

Eiskristallin
26.02.2005, 22:32
Frau Mahlzahn zitiert zwei der zehn Gebote, nennt sie "verschrobene" Ansichten und erntet Zustimmung von Dreamer und Keetah.
mir ging es in meinem post lediglich um das thema "gottesbezug in der verfassung".

"Dünnbrettbohrer" bin ich sicher keiner. aber es hat ja auch viel aussagekraft, wenn das jemand schreibt.

(zu den geboten: das 1., 2. und 3: ohne die kann man genauso gut sein.
das 4.: manche väter und mütter sind nicht ehrenswert, sorry. im allgemeinen aber natürlich eine feine idee. bei den anderen gibt es immer ausnahmen: aber freilich sind das frühe "gesetze", die die menschheit im zaum hielten - und es noch tun)

"geschwätziges, unvorsichtiges und unwissendes Verhalten anderer."
1. ich bin nicht geschwätzig. ich sage meine meinung, wie du.
2. ich bin nicht unvorsichtig. ich denke, bevor ich tippe.
3. und unwissend bin ich schon gar nicht. erst recht nicht auf diesem gebiet, - das kannst du mir ruhig glauben.

Malanja
26.02.2005, 22:35
Das Apostolische Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn,
unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische (oder: christliche / allgemeine christliche [1]) Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.

Amen.



Das apostolische Glaubensbekenntnis wird von evangelischen und katholischen Christen gesprochen, nicht jedoch von orthodoxen Christen. Diese verwenden nur das Glaubensbekenntnis von Nizäa und Konstantinopel.


[1] Das Wort "katholisch" bedeutete ursprünglich so viel wie "allgemein", "allumfassend". Die römisch-katholische Kirche lehrt, dass sie mit der "einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche" identisch ist, oder (seit Vaticanum II) dass sie zumindest deren Mitte und Kern ist. Deshalb nennt sie sich "katholisch".
Die anderen Kirchen betonen dagegen, dass Christen aller Konfessionen zu der im Glaubensbekenntnis genannten "katholischen" Kirche gehören. Evangelische Christen sagen darum oft lieber "allgemein christlich" oder "christlich" statt "katholisch".

Ich bin katholisch getauft, 1981 zum evangelischen Glauben konvertiert
und das aus voller Überzeugung.

Und nun....ein Punkt unter diese unsäglich flach geführte Diskussion und Moderation.

Dreamer
26.02.2005, 22:35
@Malanja

Du müßtest einfach nur akzeptieren das es auch Leute gibt die eben nicht an Gott glauben. Ein wenig gegenseitige Akzeptanz wäre angebracht dazu gehört auch das Gesetze frei von religiöser Ausrichtung sind.

Sieht man diesen Hintergrund, so können wir die zehn Gebote nur dann richtig beurteilen, wenn wie sie als eine Absage an die Sklaverei (und auch an die Herabsetzung der Frau) sehen.

Im zehnten Gebot wird die Frau als Besitz herabgewertet auch an anderen Stellen der Bibel wird die Frau herabgewertet. Die Frauen haben sich die Gleichstellug hart erkämpft. Das hat wenig mit Glauben zu tun.

Wenigstens weißt du worüber wir reden das du über die unterschiedliche Zählung der Gebote bescheid weißt, zeigt mir das du dich mit dem Thema auseinandergesetzt hast. Oftmals diskutiere ich mit gläubigen und bemerke das sie sich nicht mal die Mühe gemacht haben die Bibel zu lesen.

Eiskristallin
26.02.2005, 22:38
Das Apostolische Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn,
unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische (oder: christliche / allgemeine christliche [1]) Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.

Amen.



Das apostolische Glaubensbekenntnis wird von evangelischen und katholischen Christen gesprochen, nicht jedoch von orthodoxen Christen. Diese verwenden nur das Glaubensbekenntnis von Nizäa und Konstantinopel.


[1] Das Wort "katholisch" bedeutete ursprünglich so viel wie "allgemein", "allumfassend". Die römisch-katholische Kirche lehrt, dass sie mit der "einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche" identisch ist, oder (seit Vaticanum II) dass sie zumindest deren Mitte und Kern ist. Deshalb nennt sie sich "katholisch".
Die anderen Kirchen betonen dagegen, dass Christen aller Konfessionen zu der im Glaubensbekenntnis genannten "katholischen" Kirche gehören. Evangelische Christen sagen darum oft lieber "allgemein christlich" oder "christlich" statt "katholisch".
das weiß ich alles längst. aber bitte.

Malanja
26.02.2005, 22:39
Ich akzeptiere Andersgläubige und Atheisten.
Kein Problem.
Ich akzeptiere kein populistisches Geplapper gespickt mit Vorurteilen und Unwissenheit!

Dreamer....danke für Dein Wohlwollen, aber Du übersiehst das Wesentliche.

Eiskristallin
26.02.2005, 22:41
Ich akzeptiere kein populistisches Geplapper gespickt mit Vorurteilen und Unwissenheit!
hör doch erstmal auf, mich mit solchen worten zu beleidigen, bevor zu von akzeptanz sprichst.

Malanja
26.02.2005, 22:41
@Keetah
Das....ist auch mein(!) Glaubensbekenntnis! Deshalb....kann man es hier lesen.

Malanja
26.02.2005, 22:42
@Keetah
Womit habe ich Dich beleidigt?
Kurze Zündschnur?

Dreamer
26.02.2005, 22:43
@Malanja

Das ist kein Wohlwollen. In meinen Augen hat jeder Mensch das Recht zu Glauben was er will. Das ist nichts von dem Wohlwollen anderer Menschen abhängig. Ich respektiere das du deinem Weg im christlichen Glauben gefunden hast und es freut mich wenn Menschen für sich den richtigen Weg gefunden haben, allerdings ist der Gottesbezug ein Thema für sich der ja auch überall kontrovers diskutiert wird.

Eiskristallin
26.02.2005, 22:44
@Keetah
Womit habe ich Dich beleidigt?
Kurze Zündschnur?
mit wörtern wie
geplapper
unwissenheit
geschwätziges, unvorsichtiges und unwissendes Verhalten

Eiskristallin
26.02.2005, 22:45
@Keetah
Das....ist auch mein(!) Glaubensbekenntnis! Deshalb....kann man es hier lesen.
klang für mich so, als hieltest du mich für so doof, daß ich das alles jetzt hier zum ersten mal lese, darum mußte ich klarstellen, daß dem sicher nicht so ist.

Dreamer
26.02.2005, 22:53
@Malanja

Ein derartige Diskussion ist immer schwierig. Ich hab schon viele derartige Diskussionen geführt und so manches mal wurden meine Ansichten auch von Gläubigen sehr geschätzt. Ich mache es mir nicht leicht und habe mich durchaus mit dem Thema beschäftigt.

Generell ist es oft nicht sehr hilfreich über dieses Thema zu diskutieren, weil hier einfach zwei Weltsicheten aufeinander prallen. Wenn es aber wie bei einem Gottesbezug im Gesetz oder die Forderung homosexuelle Lebensgemeinschaften zu verbieten in das Leben anderer eingreift muß es diskutiert werden. Ein Jeder Mensch hat das Recht zu Glauben was er will und sein Leben zu führen wie er will, aber niemand hat das Recht jemanden vorzuschreiben sein Leben nach den Glaubensgrundsätzen einer anderen Religion zu führen. Gerade dieser Vorstoß gegen homosexuelle Lebensgemeinschaft ist ein unertäglicher Versuch in das Recht dieser Menschen einzugreifen ihr Leben so zu führen wie sie es möchten. Zum Vergleich mit dem dritten Reich hab ich weiter oben schon was geschrieben.

Malanja
26.02.2005, 22:58
Ach Dreamer.....
...die Kraft und die Ausdauer, gegen Windmühlen zu kämpfen, möchte ich mir für andere Lebesfelder aufheben.
Nur soviel:
Du pauschalisierst schon wieder.
Die evangelische Kirche (z.B.) hat große, auch gesellschaftlich relevante Anstrengungen unternommen, gleichgeschlechtliche Beziehungen zu ihrem legitimen Daseins-Recht zu verhelfen.
Wo endet nur Euer Tellerrand?
*ratlos*
Malanja

Dreamer
26.02.2005, 23:05
Ich schaue immer über meinen Tellerrand drüber weg. Kannst du das auch von dir behaupten? Meine Sicht der Dinge ist Gewiß nicht pauschalisierend. wir haben hier vor allem über das Buch des Papstes und die katholische Kirche diskutiert. Die evangelische Kirche ist ein Thema für sich. Ich bin selbst evangelisch lutherisch und muß sagen das meine Konfirmation Recht angenehm ablief. Es war nicht so gezwungen und im Unterricht war der Pator durchaus bereit kontrovers zu diskutieren. Die evangelsche Kirche ist für mich persönlich auch wesentlich anehmbarer als die katholische auch wenn ich den Glaueben nicht teile.

Malanja
26.02.2005, 23:12
Das Thema diese Threads lautet :"Seid Ihr in der Kirche?"
...natürlich in eine ganz bestimmte Richtung impliziert.
Themenvielfalt....garantiert.
Es ging kurz um den Papst....auf mein Posting dazu hat niemand reagiert....dann ging es um Glaubensfragen im Allgemeinen.
Auf Aktion folgt Reaktion.
Ich streiche die Segel....und hisse die weiße Fahne.

FrauMahlzahn
26.02.2005, 23:33
Frau Mahlzahn zitiert zwei der zehn Gebote, nennt sie "verschrobene" Ansichten und erntet Zustimmung von Dreamer und Keetah.

Aber das hatte ich natürlich zynisch gemeint... hat das denn hier niemand verstanden? :confused:

Religionsgeschichtlich und auch Malanja-persönlich sind die zehn Gebote die Spielregeln, durch die freie Menschen in die Lage versetzt werden, gewissenhaft miteinander umzugehen.

Sehe ich ganz genauso. Danke auch, dass Du die Gebote sowie das Glaubensbekenntnis nochmal gepostet hast... habe ich jetzt ein für alle mal kopiert und in meine Textsammlung übernommen, sowas kann man immer gut gebrauchen... ;)

Clown
27.02.2005, 10:03
möglicherweise rühren Glaubensfragen, auch die Frage nach Gott, an eine tief nach hinten ausgelagerte Sphäre des modernen Menschen. Wer heikle Dinge, die mit Werden und Vergehen, mit Schicksal, Fügung, Prädestination, Fatum zu tun haben, auch der Tod und die Frage nach dem Lebensziel, dem Zweck oder die Erträglichkeit des Daseins stehen im Raum - wer alles dies nur mit Kinkerlitzchen und die Lust am vielleicht rechtbehalten beantwortet, der hat einen steinigen Weg vor sich bis vielleicht hin zum Licht am Ende des Tunnels.

tsurani
27.02.2005, 12:47
Religion ist in Deutschland kein Pflicht-Schulfach.
Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland
Artikel 7/Absatz 2
"Die Erziehungsberechtigten haben das Recht, über die Teilnahme des Kindes am Religionsunterricht zu bestimmen."
Wird das Kind vom Religionunterricht befreit, so muß es selbstverständlich diese Unterrichtsstunde mit einem anderen Fach verbringen, z.b. mit dem Fach "Ethik".Genau um letzteres gehts doch. Ein Moslem musste an unserer Schule keinen Ethik-Unterricht besuchen, und auch keinen Islamunterricht o.ä., sondern bekam eben frei. Jemand, der nicht religiös war, musste in Ethik (wenn er Reli nicht wollte).
Begründet wurde das damit, dass auch in Ethik christlich geprägtes Gedankengut vermittelt werden sollte, und das sei mit dem Islam nicht vereinbar.
Mit Nicht-Religiösität aber scheinbar schon, und das find ich das freche an der Sache!!!
Warum schaffen es die Franzosen, die doch sonst so einen konservativen Ruf haben, Kirche und Staat zu trennen? Warum sind wir in dieser Hinsicht Entwicklungsland?
Und warum gilt man sofort als intolerant gegenüber Christen, wenn man eine strikte Trennung von Staat und Kirche fordert - das ist zumindest mein unterschwelliger Eindruck.

Eiskristallin
27.02.2005, 14:45
Und warum gilt man sofort als intolerant gegenüber Christen, wenn man eine strikte Trennung von Staat und Kirche fordert - das ist zumindest mein unterschwelliger Eindruck.
meiner auch. beängstigend eigentlich.

Anna
27.02.2005, 15:12
... und das nicht wirklich eine Trennung stattgefunden hat- sieht man daran, dass bei Menschen die aus der Kirche ausgetreten sind - und arbeitslos werden - das Arbeitsamt KIRCHENSTEUER abführt und zwar gleich mit dem Hinweis "dagegen könne man kein Widerspruch einlegen". Ich bin aus allen Wolken gefallen als mir das berichtet wurde.

Gruß

Anna

Dreamer
27.02.2005, 15:20
... und das nicht wirklich eine Trennung stattgefunden hat- sieht man daran, dass bei Menschen die aus der Kirche ausgetreten sind - und arbeitslos werden - das Arbeitsamt KIRCHENSTEUER abführt und zwar gleich mit dem Hinweis "dagegen könne man kein Widerspruch einlegen". Ich bin aus allen Wolken gefallen als mir das berichtet wurde.

Gruß

Anna

Es wäre doch eine interessante Frage ob das nicht anfechtbar wäre. Schließlich ist es ein schwerer Eingrif in die Selbstbestimmungsrechte. Ein Jurist müßte das natürlich genauer wissen, aber ich kann mir gut vorstellen, das man diese Praxis durchaus kippen könnte.

Anna
27.02.2005, 15:58
Das haben schon welche versucht ( soweit ich weiß ). Es ist glaube ich nichts dabei rausgekommen. Ich finde es krass. Selbsbestimmungsrecht - das sehe ich in diesem Land leider nicht.

Gruß

Anna

Sensibler
01.03.2005, 10:07
Und warum gilt man sofort als intolerant gegenüber Christen, wenn man eine strikte Trennung von Staat und Kirche fordert - das ist zumindest mein unterschwelliger Eindruck.Ich denke, man gilt dann nicht als intolerant gegenüber Christen, sondern als tolerant gegenüber Andersdenkenden und Andersgläubigen. Genau das ist es, was die sog. gläubigen Christen stört. Die Verbindung von Staat und christlicher Religion ist so eine Art Mobbing- und Missionierungswerkzeug der Christen.

FrauMahlzahn
01.03.2005, 10:19
Die Verbindung von Staat und christlicher Religion ist so eine Art Mobbing- und Missionierungswerkzeug der Christen.

Kannst Du das bitte näher begründen? Was haben sie "sog. gläubigen" Christen Dir denn Böses angetan?

fragile
01.03.2005, 16:06
Die Verbindung von Staat und christlicher Religion ist so eine Art Mobbing- und Missionierungswerkzeug der Christen.

bitte waaas? wo kämen wir denn hin, wenn wir eine schlichtweg 'wert-lose' gesellschaft hätten?
den menschen- und grundrechten liegt zum glück (!) die bibel zugrunde.

Sensibler
01.03.2005, 18:56
Kannst Du das bitte näher begründen? Was haben sie "sog. gläubigen" Christen Dir denn Böses angetan?Ich habe nicht behauptet, dass mir persönlich in direkter Weise die Christen etwas Böses angetan haben.

Übrigens habe ich nichts speziell nur gegen das Christentun etwas einzuwenden. (Vielleicht habe ich hier fälschlicherweise diesen Eindruck erweckt. Ich bezog mich nur deswegen auf die christliche Religion, weil wir uns hier auf Deutschland beziehen und unsere "Staatsreligion" nun mal das Christentum ist.) Es gibt meiner Meinung nach sogar noch weitaus schlimmere Glaubensgemeinschaften. Ich habe grundsätzlich etwas gegen irrationalen Glauben und sonstigen Aberglauben. Dazu zähle ich keineswegs nur das Christentum, sondern auch den Islam, Hinduismus, Buddhismus, das Judentum sowie die Weltanschauungen vieler Sekten, Astrologen und sonstiger Esoteriker.

bitte waaas? wo kämen wir denn hin, wenn wir eine schlichtweg 'wert-lose' gesellschaft hätten?
den menschen- und grundrechten liegt zum glück (!) die bibel zugrunde.Jaja, und die Moslems werden sagen, dass ihren Rechten zum Glück der Koran zugrundeliegt... Jeder Anhänger einer Glaubensgemeinschaft hält seine Religion natürlich für die richtige. Und die Behauptung, dass man ohne eine Bibel keine Werte erhalten könnte, an denen man sich orientieren kann, ist nun wirklich nicht haltbar.

Jetzt könnte ich das noch weiter ausführen, werde es aus Zeitgründen aber nicht tun und weil ich es für sinnlos halte. Ich werde mich aus dem Forum jetzt sowieso wieder zurückziehen. Somit werde ich die Gruppendynamik eurer Glaubensgemeinschaft nicht mehr durch meine zum Nachdenken anregenden Beiträge stören.

Eiskristallin
01.03.2005, 19:08
Ich werde mich aus dem Forum jetzt sowieso wieder zurückziehen. Somit werde ich die Gruppendynamik eurer Glaubensgemeinschaft nicht mehr durch meine zum Nachdenken anregenden Beiträge stören.
na geh...schade....wir anderen bösen ungläubigen sind doch auch noch da.....*sensiblerzurücklock*

fragile
01.03.2005, 19:55
Jaja, und die Moslems werden sagen, dass ihren Rechten zum Glück der Koran zugrundeliegt... Jeder Anhänger einer Glaubensgemeinschaft hält seine Religion natürlich für die richtige.
[...] Somit werde ich die Gruppendynamik eurer Glaubensgemeinschaft nicht mehr durch meine zum Nachdenken anregenden Beiträge stören.

erstens: ich bin kein 'anhänger'.

zweitens: wir gläubigen wesen laufen auch nicht völlig blind und meinungslos irgendeinem 'guru' oder einer lehre hinterher ... ich für meinen teil bin immer offen für gute diskussionen und 'zum nachdenken anregende beiträge'.

Sensibler
01.03.2005, 20:24
na geh...schade....wir anderen bösen ungläubigen sind doch auch noch da.....*sensiblerzurücklock*Wenn ich keine Zeit habe zum Schreiben, so kannst du dir aber wenigstens sicher sein, dass ich bei solchen Themen gedanklich an deiner Seite bin. Wir kennen ja mittlerweile unsere Ansichten. :)

erstens: ich bin kein 'anhänger'.

zweitens: wir gläubigen wesen laufen auch nicht völlig blind und meinungslos irgendeinem 'guru' oder einer lehre hinterher ... ich für meinen teil bin immer offen für gute diskussionen und 'zum nachdenken anregende beiträge'.Das klingt schon viel besser. Ich hoffe, dass du mit deiner Selbsteinschätzung Recht hast. Ich wünschte, dass es auch auf die meisten anderen Menschen zutreffen würde, was du hier schreibst. Leider gibt es auf der Welt zu viele Menschen, die noch zu unkritisch sind und nicht einsehen wollen, dass Religion und sonstiger Aberglaube beseitigt werden muss.

Clown
01.03.2005, 22:05
es gibt auch eine Gruppendynamik die Substanz einer Aussprache immer weiter zu verdünnen.

Malanja
01.03.2005, 22:25
Sensibler nennt die fünf Weltreligionen in einem Atemzug mit "Sekten, Astrologen, Esoterikern". Nicht nur, dass er damit allen seriösen Bemühingen, astrologisch oder ersoterisch (auch forschend) tätig zu sein, die Daseinsberechtigung abspricht, nein, er setzt noch einen drauf: "Religion und sonstiger Aberglaube muß beseitigt werden."
Danke, Fragile, für Deine Beiträge, aber an dieser Stelle kann und darf es keine weitere "Diskussionen" mehr geben.
Toleranz für Andersdenkende....ja.
Aber....ein gewisses Maß an Toleranz, Wissen, Über- und Weitblick
darf auch ich einfordern.
Grüße (fassungslos)

zenzero nero
01.03.2005, 23:03
Wenn ich keine Zeit habe zum Schreiben, so kannst du dir aber wenigstens sicher sein, dass ich bei solchen Themen gedanklich an deiner Seite bin. Wir kennen ja mittlerweile unsere Ansichten. :)

Das klingt schon viel besser. Ich hoffe, dass du mit deiner Selbsteinschätzung Recht hast. Ich wünschte, dass es auch auf die meisten anderen Menschen zutreffen würde, was du hier schreibst. Leider gibt es auf der Welt zu viele Menschen, die noch zu unkritisch sind und nicht einsehen wollen, dass Religion und sonstiger Aberglaube beseitigt werden muss.

Und wieder blieb ein Aufruf zu Toleranz und sensiblem Umgang mit religiösen Gefühlen unbeachtet.
Meines Wissens nach wurde her nicht und von niemandem versucht, irgendjemand zu bekehren. Es wird aber dazu aufgerufen Andersgläubigen die Religion auszutreiben, denn "beseitigen" kann Mann/Frau nicht anders verstehen.
Provokation um der Provokation Willen?

glasperlenspielerin
02.03.2005, 01:18
@zenzero: dies war von vornherein ein kritischer thread-sonst hätte ich sicher nicht den titel "kirchen_austritte_" gewählt, sondern "-eintritte" oder "taufe" ;-). genauso habt ihr gläubigen ein recht dazu, einen eigenen thread zum thema "mein glaube" aufzumachen, wo ihr unter euresgleichen diskutieren könnt. solche threads (wie z.b. "thomasmesse" usw.) gibts hier und ich habe auch nicht das geringste interesse, mich dort einzumischen, weil es mich nicht im geringsten anspricht.

hat heute jemand "maischberger" gesehen? ich habe leider nur die letzten 20,30 minuten gesehen. das thema war "rebell". eingeladen waren heiner geißler, der prof. dietrich grönemeyer, daniel cohn-bendit und der in meinen augen vorbildiche kirchenmann eugen drewermann.

als ich einschaltete , diskutierte man just in dem moment über die kritischen stellen im neuen papst-buch. der mediziner und drewermann hatten genau meine einstellung. prof. grönemeyer (also ein intelligenter und gebildeter mensch) ist ebenfalls meiner ansicht , nämlich dass der NAZI-vergleich unhaltbar und ein schwerer fehlgriff ist und dass das leid, dass frauen durch verhinderte abtreibungen angetan wird, ins unermeßliche steigt (in afrika und vielena nderen ländern werden frauen massenweise vergewaltigt und zugleich mit HIV infiziert, gebären entsprechend infizierte kinder.. es fehlen medikamente, es fehlt an nahrung, es fehlt an allem, es herrscht gewalt, ein patriarchalisches system....... und gleichtzeitig haben wir einen "menschenfreund" in rom sitzen, der sich ziert, kondome als zeitgemäßes verhütungsmittel und krankheitsschutz zu akzeptieren..
besser als wie er es in worte gefasst hat, könnte ich mich nicht ausdrücken. hoffentlich hat die diskussion jemand verfolgt.. es war außerordentlich sehenswert...zumal mit drewermann als gast.

glasperlenspielerin
02.03.2005, 01:24
..oder wie drewermann einen kollegen zitierte:


"es ist UNGLAUBLICH einfach, katholik zu sein oder evangele, aber es ist UNGLAUBLICH schwer, ein christ zu sein."

ich identifiziere mich mit der christlichen lehre, bin ein spiritueller mensch (meiner definition nach), aber ich brauche dafür keine religion, geschweige denn eine kirche ..und erst recht keinen alten mann, der mir mit dem zeigefinger droht.

im übrigen macht sich der papst des braunen gedankensguts verdächtig, indem er von der "ideologie des bösen" spricht, wenn zwei gleichgeschlechtliche menschen sich lieben und einander das wort geben wollen.

zum nachlesen, was jeder eigentlich aus der schule wissen sollte:


Für die Nationalsozialisten war Homosexualität einer der "boshaften Triebe der Judenseele", homosexuelle Betätigung eine "Gefahr für Volk, Staat und Rasse", der mit "rücksichtsloser Energie und Entschiedenheit Einhalt geboten" werden müsse. Bereits 1935 wurde der Paragraph 175 des Reichsstrafgesetzbuches verschärft und durch einen Paragraphen 175a ergänzt.


http://www.gedenkort.de/hin-faz280199.htm

sowas ist für mich IN JEDER HINSICHT ABSOLUT indiskutabel...und diejeinigen, die sich berufen fühlen, hier fleissig den papst zu verteidigen, sollten bitte auch in der lage sein (hoffe ich) über dies und das zu reflektieren. genauso wie ihr euren glauben an kirche und papst gewahrt haben wollt, möchten andere menschen auf diesem board in ihren *grundrechten* (was anderes ist es nicht) als menschen akzeptiert werden, nämlich mit dem menschen zusammen zu leben, den sie lieben.

Josi
02.03.2005, 02:00
@zenzero: dies war von vornherein ein kritischer thread. genauso habt ihr gläubigen ein recht dazu, einen eigenen thread zum thema "mein glaube" aufzumachen, wo ihr unter euresgleichen diskutieren könnt. solche threads (wie z.b. "thomasmesse" usw.) gibts hier und ich habe auch nicht das geringste interesse, mich dort einzumischen, weil es mich nicht im geringsten anspricht....
Die Antwort ist zwar nicht an mich gerichtet, trotzdem fühle ich mich auch angesprochen.
Gegen einen von vornherein kritischen Thread ist überhaupt nichts einzuwenden.
Trotzdem finde ich es nett, daß Du "uns Gläubigen" einen eigenen Thread zubilligst, wo wir unter "unseresgleichen" diskutieren können. Das hört sich gerade an, als ob alle "Gläubigen" Verbrecher oder Primitivlinge wären.

Falls dieser Thread tatsächlich nur für Atheisten, Freidenker, Spötter oder Kirchenverächter gedacht war, geht die Umfrage natürlich am Thema vorbei. Die Fragen

1. Bin Mitglied der Kirche und möchte es bleiben
2. Denke über einen Kirchenaustritt nach
4. Bin ausgetreten und denke darüber nach, wieder einzutretenwären dann nämlich vollkommen überflüssig.

Ich will die ohnehin explosive Stimmungslage nicht noch weiter anheizen. Nur eins sei erlaubt zu sagen: Ich kann nicht verstehen, warum hier so erbittert gegeneinander gekämpft wird. :confused: Vermute mal, daß mit diesem Thema auch bei Zynikern und Verächtlichmachern ganz existentielle Fragen berührt werden, die u.U. sogar angstbesetzt sind. Und bei solchen Fragen kann man eine andere Überzeugung als die eigene noch schwerer stehen lassen als sonst. Manfrau braucht schließlich Ver- und Bestärkung. Es kommt mir manchmal so vor, als ob furchtsame Kinder, die in den dunklen Keller müssen, laut anfangen zu singen, um evtl. Einbrecher zu verscheuchen.

Versöhnliche, tolerante Grüße,
Josi

glasperlenspielerin
02.03.2005, 02:06
Die Antwort ist zwar nicht an mich gerichtet, trotzdem fühle ich mich auch angesprochen.
Gegen einen von vornherein kritischen Thread ist überhaupt nichts einzuwenden.
Trotzdem finde ich es nett, daß Du "uns Gläubigen" einen eigenen Thread zubilligst, wo wir unter "unseresgleichen" diskutieren können. Das hört sich gerade an, als ob alle "Gläubigen" Verbrecher oder Primitivlinge wären.


andersherum kann ich genauso sagen: das denkst du doch über mich bzw. über "ungläubige"...

was hat gott mit der kirche / papst zu tun, josi???

papst und kirche hatten ihre usprüngliche funktion in sozialer macht und kontrolle. die kleriker waren früher die "herrscherklasse" (behaupte ich jetzt mal mit meiner geschichtlichen unbildung.. :D ....naja, jeder wird schon wissen, wie ich das meine..)
diese strukturen sind obsolet geworden -spätestens seit es ein staatliches ordnungssystem in form der polizei und gewaltenteilung gibt... die frage nach einem gott ist hingegen nicht obsolet geworden, da der mensch sich nicht mit seiner unendlichkeit und begrenzheit abfinden will...das war immer so und wird immer so bleiben. aber dafür brauchen wir keinen papst mehr, wie diese umfrage im übrigen doch sehr eindrucksvoll zeigt..;-)

glasperlenspielerin
02.03.2005, 02:11
Die Antwort ist zwar nicht an mich gerichtet, trotzdem fühle ich mich auch angesprochen.
Gegen einen von vornherein kritischen Thread ist überhaupt nichts einzuwenden.
Trotzdem finde ich es nett, daß Du "uns Gläubigen" einen eigenen Thread zubilligst, wo wir unter "unseresgleichen" diskutieren können. Das hört sich gerade an, als ob alle "Gläubigen" Verbrecher oder Primitivlinge wären.

zw. "gläubige" und "kathole" usw. sei mal ein strich gezogen ein- für allemal (s.o.).

zenzero nero
02.03.2005, 09:04
@ Gps
Deine Antworten gehen am Thema der Diskussion hier vorbei. Es wird von Dir fast ausschliesslich der Papst zitiert, der als Oberhaupt der römisch katholischen Kirche eine unbestritten engstirnige Haltung vertritt, es wird darüber hinaus, und darum geht es mir, auch noch gefordert, das ALLE Religionsgemeinschaften, ja auch alle esotrisch- und weiss-nicht-wie-sonst-noch-alles angehauchten Glaubensrichtungen, ausser der Richtung der Nichtgläubigen natürlich, abgeschafft werden müssen.
Es wurde aber von Seiten der was-auch-immer "Glaubenden" keine Bekehrung betrieben. Das solcher Tonfall auch mich "auf die Palme" bringt, gibt mir zu denken. Es zeigt mir, das hier auf eine sehr unsensible Art und Weise versucht wird mit Totschlagargumenten zu missionieren.
Mit Toleranz hat es jedenfalls NICHTS zu tun.

Clown
02.03.2005, 11:17
1)
Wer nicht auf der Schwelle des Augenblicks, alle Vergangenheiten vergessend, sich niederlassen kann, wer nicht auf einem Punkte wie eine Siegesgöttin ohne Schwindel und Furcht zu stehen vermag, der wird nie wissen, was Glück ist, und noch schlimmer: er wird nie etwas tun, was andre glücklich macht.

[Nietzsche, Nutzen und Nachteil Historie für das Leben]

2)
es ist völlig verständlich, dass einige sich befreien möchten. Der Austritt aus der Kirche kann da allerdings etwas äußerliches sein. Der Spiegel-Herausgeber Augstein trat erst aus der kath. Kirche aus, nachdem seine Mutter gestorben war.

eine vorschnelle, eine nicht fundierte Befreiung kann böse Folgen haben, zum Beispiel, dass die Reizthemen durch die Hintertür wieder in das Haus des Ichs hineinschlüpfen

ein Papst ohne Gott? Nietzsche hat extremer gefragt - Jesus Christus ohne Gott?

Nietzsche schreibt (Jenseits von Gut und Böse]

Es ist möglich, daß unter der heiligen Fabel und Verkleidung von Jesu Leben einer der schmerzlichsten Fälle vom Martyrium des Wissens um die Liebe verborgen liegt, -:

das Martyrium des unschuldigsten und begehrendsten Herzens, das an keiner Menschen-Liebe je genug hatte, das Liebe, Geliebt-Werden und nichts außerdem verlangte, mit Härte, mit Wahnsinn, mit furchtbaren Ausbrüchen gegen die, welche ihm Liebe verweigerten; die Geschichte eines armen Ungesättigten und Unersättlichen in der Liebe, der die Hölle erfinden mußte, um die dorthin zu schicken, welche ihn nicht lieben wollten, - und der endlich, wissend geworden über menschliche Liebe, einen Gott erfinden mußte, der ganz Liebe, ganz Lieben-können ist, der sich der Menschen-Liebe erbarmt, weil sie gar so armselig, so unwissend ist!

Wer so fühlt, wer dergestalt um die Liebe weiß, sucht den Tod.

Josi
02.03.2005, 13:42
(Erwiderung auf meine Äußerung: "Das hört sich gerade an, als ob alle "Gläubigen" Verbrecher oder Primitivlinge wären.") andersherum kann ich genauso sagen: das denkst du doch über mich bzw. über "ungläubige"... ... genau das ist ein fundamentaler Irrtum. Ich habe schon eine ganze Menge hier geschrieben, aber ich kann mit Gewissheit sagen, dass es nicht eine Äußerung gibt, aus der Du eine solche Annahme ableiten könntest. Ich habe mehrfach betont, des für mich immer ausschlaggebend ist, was ich für einen Menschen vor mir habe. Erst sehr viel später rangieren für mich Unterschiede wie schwarz oder weiß, Männlein oder Weiblein, Akademiker oder Arbeiter, HSP oder HB, beides oder keins von beiden. Wobei ich natürlich verschämt einräume, dass es mir persönlich mehr bringt, mit einem Kunsthistoriker über Ästhetik oder Baukunst zu parlieren als mit einem Automechaniker über Motoren und Getriebe zu diskutieren (davon verstehe ich nämlich nicht die Bohne).

was hat gott mit der kirche / papst zu tun, josi???Ganz grundsätzlich gilt, dass Kirche nicht mit Papst gleichzusetzen ist. Für Katholiken ist der Papst der Stellvertreter Gottes auf Erden, für mich ist er ein Mensch in einer herausgehobenen Position. Ich selbst bin Protestantin, deshalb protestiere ich auch lauthals gegen die Form, in der nicht nur Papst und Kirche, sondern Gläubige allgemein und Katholiken im besonderen verächtlich gemacht werden.

Und die Kirche? Sie ist das verfasste Organ der Christen - unabhängig vom Staat, auch wenn sie in unseligen Zeiten zusammen paktiert haben. Mir ist durchaus bewusst, dass sich die Kirche im Laufe der Jahrhunderte nicht immer mit Ruhm bekleckert hat. Das haben die Staaten auch nicht getan. Auch sind die Regierung eines Landes und die Menschen, die dort wohnen, zwei Paar Stiefel. In unserer heutigen Zeit, sollte die Funktion der Kirchen als "soziales Gewissen" nicht unterschätzt werden. Die vielgeschmähte Kirchensteuer dient auch nicht nur dazu, den Kirchen-Oberen die Taschen zu füllen, sondern ganz wesentlich auch dazu, soziale Aufgaben zu erfüllen, da sich der Staat leider immer mehr seiner sozialen Verantwortung entzieht.

... die frage nach einem gott ist hingegen nicht obsolet geworden, da der mensch sich nicht mit seiner unendlichkeit und begrenzheit abfinden will...das war immer so und wird immer so bleiben. aber dafür brauchen wir keinen papst mehr, wie diese umfrage im übrigen doch sehr eindrucksvoll zeigt..;-) Na, war das ein Freud'scher Verschreiber?
Wenn Dus sagst, dass für Dich die Frage nach einem Gott nicht obsolet geworden ist, ist das ein Bekenntnis. Ein Statement, das hier vermutlich auch niedergemacht wird.

zw. "gläubige" und "kathole" usw. sei mal ein strich gezogen, ein- für allemal Dass Du zwischen "Gläubige" und "Katholiken" ("Katholen" hört sich für mich ein bisschen nach "Kanaken" an) einen Strich ziehen willst, kommt meiner Auffassung sehr entgegen. Denn "Gläubige" umfasst mehr als nur Christen verschiedener Ausprägung, nämlich auch Juden, Moslems, Buddhisten, Hindi, Taoisten und was es sonst noch alles gibt. Und wenn hier alles (nicht von Dir, versteht sich) in einen Topf geworfen und pauschal als Aberglauben, der beseitigt oder ausgemerzt gehört, abqualifiziert wird, dann ist das ein Vokabular, das mich schon etwas befremdet. Solche Beiträge regen auch keineswegs zum Nachdenken an. Mich jedenfalls nicht.

Protestierende protestantische Grüße,
Josi

glasperlenspielerin
03.03.2005, 01:31
@josi: ich habe ehrlich den eindruck, dass wir oft ziemlich aneinander vorbeireden, obwohl wir teilweise sogar schnittpunkte haben, allerdings kreuzen sich die beiden geraden dann (naturgegeben ;-)) in entgegengesetzten himmelsrichtungen.

du sagst z.b. bzw. deutest an, wir, die wir nicht an das "himmelreich" (ich drücks jezt mal pauschal aus) glauben, uns fehle was im leben, wir trieben sinnentleert, schreiend durch die gegend, wenn wir mit dem tod konfrontiert würden.

dazu muß ich sagen:

ich habe einen glauben, meinen eigenen "zusammengebastelten"....ich war seit jeher ein mensch, der nach sich gedanken um leben und tod gemacht hast. die kübler-ross-interviews mit sterbenden, die du z.b. in einem anderen thread als "gelesen" voraussetzt, habe ich schon mit 16 mit großem eifer gelesen und auch sehr viel literatur über hospiz und sterbebegleitung....niemand hatte mich dazu angehalten oder mich d arauf aufmerksam gemacht. ich ging damals einfach in der stadtbücherei an den regalen entlang und fischte mir das heraus, was mich interessierte (wohlgemerkt: ich war damals noch nicht depressiv und eine der wenigen jugendlichen überhaupt, die während ihrer ganzen pubertätszeit sich nicht mit selbstmord auseinandergesetzt hatte.. das kam alles viel später bei mir und ist eine andere geschichte. interessanterweise schwand mein interesse an dieser literatur parallel zu meinen späteren problemen.....

ja, ich habe einen glauben..meine vorstellung von "leben", "tod" und "sinn"... aber ich habe diesen halt nicht in der bibel gefunden, nicht im firm- und kommunionsunterricht, der absolut nur negativ war.. damals auf dem land, sondern ich habe ihn gefunden bei philosophen und autoren..menschen, von deren schicksalsschlägen ich gelesen und gehört habe ..und die sich mir einprägten und an die ich mich erinnere, wenn es nötig ist, wenn ich kraft brauche... .. für mich ist DAS der halt in meinem leben und er gibt mir so viel kraft, dass ich den tod nicht fürchte... den tod selbst betrachte ich als einen nüchternen prozeß..als ein großes rad, das sich wieder mit dem leben schließt. keine zelle geht je verloren. jedes knochenmehl nährt den erdboden und bringt neues leben hervor. wir bleiben auf diese weise immer teil des großen ganzen.

ich kann damit gut leben.

Kerry
28.03.2008, 09:15
Ich gehöre wohl wieder mal zu den Exoten - bis jetzt jedenfalls. Vielleicht ändert sich das ja noch.

Ich bekenne mich dazu, auch auf die Gefahr hin, ausgelacht oder nicht für voll genommen zu werden: Ich bin Mitglied der Kirche, und will es nicht nur bleiben, sondern werde es bleiben. Bis an mein Lebensende.

Für mich gibt es keinen Grund zum Austritt. Wirklich keinen. Und um Steuern zu sparen schon gar nicht.

........................

Das alles, obwohl ich sehr wohl weiß, daß es auch im kirchlichen Bereich sehr oft "menschelt", und ich längst nicht mit allem einverstanden bin, was das "Bodenpersonal" so alles verzapft.

Exotische Grüße,
Josi

Das kann ich auch so unterschreiben. :)

tibidabo
28.03.2008, 23:30
Ich bin vor einigen Jahren ausgetreten und ich bin immer wieder froh, diesen Schritt getan zu haben.... Irgendwie bin ich nicht für die Kirche geeignet...

Anevay
28.03.2008, 23:40
Hallo,

mal eine Frage, wurdet ihr alle wirklich zwangszugewiesen?

Denn mir fehlt ein Punkt in der Umfrage: war nie drin.

Lieben Gruß
Susann

Kerry
28.03.2008, 23:41
An alle Ausgetretenen und Nicht-Ausgetretenen! :)

Hier könnt ihr erklären, wo ihr (noch) seid, oder früher mal wart: :)

http://www.empfindsam.de/showthread.php?p=328254#post328254

tibidabo
28.03.2008, 23:42
Hallo,

mal eine Frage, wurdet ihr alle wirklich zwangszugewiesen?



Ja, ich z.B. bin per Geburt katholisch geworden... Ich habe mich nie dafür entschieden...

Kerry
28.03.2008, 23:44
Tja ... wir wurden auch nicht gefragt, ob wir leben wollen .... :cool:

Anevay
28.03.2008, 23:45
Hallo tibidabo,

meine Tochter habe ich z.B. aus dem Grund nie taufen lassen, weil ich möchte das sie selbst entscheiden soll, wohin sie - wenn - gehören möchte. :)

Lieben Gruß
Susann

Zamis
28.03.2008, 23:45
Ja, ich z.B. bin per Geburt katholisch geworden... Ich habe mich nie dafür entschieden...

Ab Vollendung des 14. Lebensjahres wird in Deutschland eine uneingeschränkte Religionsmündigkeit erworben. Diese Religionsmündigkeit beinhaltet sowohl das Recht, aus der bisherigen Religionsgemeinschaft auszutreten als auch das Recht, sich einer anderen Religionsgemeinschaft anzuschließen. Auch eine Abmeldung vom schulischen Religionsunterricht ist ab diesem Zeitpunkt (außer in Bayern und dem Saarland) möglich.

http://de.wikipedia.org/wiki/Religionsm%C3%BCndigkeit

tibidabo
29.03.2008, 00:00
Nun, das klingt einfacher als es ist. Aber mit 14 oder 15 Jahren tritt man nicht so einfach aus, wenn man als Katholik sozialisiert wurde, und wenn das gesamte Umfeld katholisch ist...

Zamis
29.03.2008, 00:04
Nun, das klingt einfacher als es ist. Aber mit 14 oder 15 Jahren tritt man nicht so einfach aus, wenn man als Katholik sozialisiert wurde, und wenn das gesamte Umfeld katholisch ist...

Ja, das stimmt, das wollte ich nicht damit gesagt haben. Verzeih, wenn es so klang.

Ein Grund mehr die Kindstaufe als daß, was sie sie ist, abzulehnen, als einen Übergriff.
Das sehen ja selbst einige Christen (ich glaube die Baptisten) so, sie lehnen die Kindstaufe als Sünde ab...

Peaceful Warrior
29.03.2008, 11:36
Ich bin aus der röm.-kath. Kirche vor 25 Jahren ausgetreten und letztes Jahr wieder eingetreten:

1. aus gesellschaftspolitischen und kulturellen Gründen

2. weil ich - geprägt von Geburt an - kirchliche Werte mehr oder weniger :D
verinnerlicht habe ohner das es mir in jungen Jaren bewuß war.

Natürlich hat die Kirche nichts mit echter Spiritualität zu tun - dafür braucht man nur sich selbst :)

Velvet
29.03.2008, 11:55
ich bin schon so gut wie ausgetreten, d.h. ich muß am montag endlich meinen hintern ins kreisverwaltungsreferat schleppen, das geht leider nur persönlich und kostet ausserdem 31€, die ich ja noch verkraften könnte, aber nciht persönlich ins kvr... kennt jemand bei asterix und obelix das haus das verückte macht? passierschein a38 und so... :rolleyes:

ich wurde auch getauft, als ich noch keine wirklichen wiederspruchsmöglichkeiten hatte. aber meine mutter hat mir auf die frage, ob sie dann die 31 euro austrittsgebühr bezahlt, nur den vogel gezeigt :p
bis jetzt hab ich als student ja nicht wirklich kirchensteuer gezahlt, aber der beitrag bewegt sich in zukunft schon bei um die fünfzig euro, und das seh ich nicht ein. lieber spende ich dann wieder monatlich was für ne andere hilfsorganisation oder ähnliches. mich verbindet mit dem christlichen glauben auch gar nichts, obwohl ich ein sehr gläubiger mensch bin inzwischen. aber ich kann mich keiner religion zuordnen, ich hab mir da mein eigenes bild gemacht :o

Zamis
29.03.2008, 13:49
@Velvet
Wenn Du möchtest, kannst du nicht die Austrittsgebühr selbst, jedoch deine über das Jahr gezahlte Kirchensteuer von der Lohnsteuer absetzen.
"Zahlungen an Religionsgemeinschaften, die Kirchensteuer erheben" sind erstattungsfähig... (die Crux ist, jedoch nicht rückwirkend, sondern nur für das selbe Jahr).

Für die Beendigung einer Mitgliedschaft, der man gar nicht außdrücklich zugestimmt hat, die andere für einen abgeschlossen haben,
soviel Geld abzuknöpfen, ist die Höhe... Wegelagerermentalität... :mecker:

Velvet
29.03.2008, 14:06
was heißt von der steuer absetzen? :o
bis jetzt als student hab ich ja keine gezahlt, und hab lohn und kirchensteuer am jahresende wieder bekommen. hab aber auch nie viel kirchensteuer gezahlt bis jetzt, geht ja nach höhe des verdienstes, vll 10 euro im jahr :rolleyes:

wobei mich die zeit, die ich dafür verbrate ja echt mehr ärgert. da steht auch noch ausdrücklich persönlich, so schwer wie nur irgendwie möglich machen sies :rolleyes: erstmal das standesamt in dem scheiß kreisverwaltungsreferat finden.. ich hasse dieses gebäude.

Zamis
29.03.2008, 14:19
was heißt von der steuer absetzen? :o
Es gibt bestimmte Ausgaben, die man von der Lohnsteuer absetzen kann, d.h. man gibt sie an, bei der Lohnsteuererklärung, und sie werden gegengerechnet, also mindern die zu zahlenden Lohnsteuer.

wobei mich die zeit, die ich dafür verbrate ja echt mehr ärgert. da steht auch noch ausdrücklich persönlich, so schwer wie nur irgendwie möglich machen sies :rolleyes: erstmal das standesamt in dem scheiß kreisverwaltungsreferat finden.. ich hasse dieses gebäude.
Ist aber glaube ich, ein bayrischer Sonderfall, es so umständlich zu gestalten...
Vielleicht steckt da wirklich etwas Kalkül hinter, daß man es sich zwei oder dreimal überlegen soll, wahrscheinlich sogar einen freien Tag haben muss, etc.pipapo...

Velvet
31.03.2008, 13:50
so, habs heut an meinem letzten freien tag gemacht. warum allerdings die angabe des berufs in bayern bei einem kirchenaustritt pflicht ist :mad:
geht die ja wohl mal gar nichts an, leider war ich noch nciht wach genug, einfach dachdecker oder sowas zu sagen :rolleyes:
und hat tatsächlich 31 euro gekostet. und wien schwerverbrecher bin ich mir auch vorgekommen :rolleyes: oder die gute frau, die den antrag ausgefüllt hat, hatte einfach nur keine lust.

loewemondin
31.03.2008, 15:09
@velvet, mach dir nix draus!

in nächster zeit wirst du auch noch einen "liebesbrief" deines bisher zuständigen pfarramts/pfarrers bekommen, der dir verspricht, auf alle zeit die türe der rückkehr für dich offen zu halten. :rolleyes:

AleXander70
31.03.2008, 15:26
Natürlich bin ich aus der Kirche ausgetreten. Zum einen kann mir die Kirche nicht das geben, was ich brauche, zum anderen sehe ich es nicht ein, für meinen Glauben zu bezahlen.

Ich glaube aber trotzdem an Gott. Und ganz ehrlich? Ich habe Gott häufiger außerhalb der Kirche gefunden. ;)

Lg Alex

Velvet
31.03.2008, 15:42
@loewemondin: schön, hab schon lang keine liebesbriefe mehr bekommen :p die GEZ lässt nach.

Kerry
01.04.2008, 21:52
Natürlich bin ich aus der Kirche ausgetreten.

Wieso ist das "natürlich"? :confused: :rolleyes:


Ich habe Gott häufiger außerhalb der Kirche gefunden. ;)





Wo zum Beispiel? Auf dem Fundbüro ... oder so? ;) :cool:

Kannst mir mal nen heißen Tip geben? :)

AleXander70
01.04.2008, 22:15
Hi Kerry,

Natürlich... weil ich bin trans und für Katholiken bin ich vom Teufel besessen und die evangelische Kirche äußert sich nicht dazu... :rolleyes: Natürlich auch, weil ich andere doofe Erfahrungen machen musste. :p

Du findest Gott überall dort, wo du im Einklang mit dir selbst bist. :)

Lg Alex

Kerry
01.04.2008, 22:25
und für Katholiken bin ich vom Teufel besessen ....

Wer hat dir denn das gesagt? Hast du es schriftlich?

Takatalvi
03.04.2008, 20:15
eine Auswahl fehlt: ich war nie in der Kirche und will da auch nicht rein

Pauli
18.05.2008, 22:47
Ich bin Mitglied der evangelischen Kirche und werde da aller Voraussicht nach bleiben, auch wenn ich nicht mit allem einverstanden bin. Trotzdem fühle ich mich dort zu Hause, liebe es, am Sonntag morgen die Gottesdienste zu besuchen und mit Gleichgesinnten Gemeinschaft zu haben. :)

Kerry
17.07.2008, 14:09
ich komme ursprünglich aus einer gegend, wo selbst ein besiedelter flurstreifen mit 200 einwohnern eine eigene kleine kirche hatte

Man kann das ja auch anders sagen:

Ein schönes schmuckes kleines Barock-Kapellchen am Waldesrand. :)

Ich finde das schöööööön.

Für mich ist das ein Stück Kultur. :)

Wells
17.07.2008, 14:24
Man kann das ja auch anders sagen:

Ein schönes schmuckes kleines Barock-Kapellchen am Waldesrand. :)

Ich finde das schöööööön.

Für mich ist das ein Stück Kultur. :)

Den Erhalt von historischen Gebäuden halte ich auch für sehr wichtig. Das hat dann aber nichts mit Glauben zu tun. Es wäre schade, wenn die Kirchenaustritte einen Verfall historischer Gebäude zur Folge hätten. Wie wird deren Erhalt eigentlich gesichert? Sind da auch Kirchen selber involviert?

Gruß
Wells

Lady Chatterley
17.07.2008, 14:29
.

stardust
17.07.2008, 14:34
Die sakrale Architektur hat es mir auch angetan gerade die (neo-)gotischen
Bauweisen und Grössenverhältnisse sind sehr beeindruckend
und majestätisch...

tibidabo
17.07.2008, 14:41
Sakrale Architektur mag ich auch sehr gern. Insbesondere große gotische und romanische Kirchen und Klosteranlagen haben es mir angetan - aber auch Ruinen, wie ich sie beispielsweise in Schottland reichlich vorgefunden habe...

Kerry
17.07.2008, 14:53
- aber auch Ruinen, wie ich sie beispielsweise in Schottland reichlich vorgefunden habe...


Dann warst du vielleicht auch in der Kathedrale von Saint Andrews? :)

tibidabo
17.07.2008, 14:55
Dann warst du vielleicht auch in der Kathedrale von Saint Andrews? :)


Leider war diese schon geschlossen, da wir erst abends in St. Andrews ankamen - übrigens an einem wunderschönen, sonnigen Sommerabend, der die ganze Stadt inklusive Kathedrale in goldgelbes Licht getaucht hat...

Clown
17.07.2008, 14:58
Sonderbar nach unserem Kirchenaustritt war, dass wir später erfuhren, dass ein Wieder-Eintritt zwar möglich, aber damals nur an verstecktem weit entfernten Ort. Auch lernten wir, dass unsere ev. Kirche gar keine Kartei über ihre Mitglieder hat.

stardust
17.07.2008, 15:01
Naja ich hatte mich mal nach einem Kirchenaustritt für mich erkundigt - das
kostet sogar eine einmalige Gebühr.... und nicht wenig.
Vielleicht ist es billiger in der Kirche zu bleiben? :rolleyes:

tibidabo
17.07.2008, 15:02
Naj ich habe mich mal nach einem Kirchenaustritt für mich erkundigt das
kostet sogar einen einmalige Gebühr.... und nicht wenig.
Vielleicht ist es billiger in der Kirche zu bleiben? :rolleyes:

Ja, aber spätestens nach wenigen Monaten hat sich der Austritt amortisiert.

Naja, aber der monetäre Aspekt allein sollte bei dieser Entscheidung sowieso nicht ausschlaggebend sein...

stardust
17.07.2008, 15:06
das ist er aber - da ich mit der Kirche schon vor langer Zeit abgeschlossen habe
und Glaube nix mit Kirche für mich zu tun hat...
----------------------------------------

momentan zahl ich an die Kirche nix, da ich durch die Kinder einen
Freibetrag habe, wenn ich das noch richtig im kopf habe und eh zu wenig verdiene....

tibidabo
17.07.2008, 15:08
Tjaja... ich habe der Kirche auch schon den Rücken zugewandt. Sie vertritt einfach zu viele Aspekte, hinter denen ich nicht stehen kann.

Eiskristallin
17.07.2008, 15:11
Naja ich hatte mich mal nach einem Kirchenaustritt für mich erkundigt - das
kostet sogar eine einmalige Gebühr.... und nicht wenig.echt? *staun*. hier (österreich) war es - zumindest als ich in den 90er jahren ausgetreten bin - gratis

Clown
17.07.2008, 15:14
Seit unserem Kirchenaustritt spenden meine Frau und ich jährlich eine dicke Summe, 1 x an das Rote Kreuz, 1 x an die Franziskanerinnen, die in Brasilien ein Kinderheim betreuen.

stardust
17.07.2008, 15:21
echt? *staun*. hier (österreich) war es - zumindest als ich in den 90er jahren ausgetreten bin - gratis

jupp:
http://ibka.org/infos/FAQKA.html#f3

unter Punkt 7 ganz spannend wie einige Bundesländer den Austritt erschweren

Namara
17.07.2008, 16:45
Erschweren, das erinnert mich an meine netten Erfahrungen mit der Kirchensteuer.

Ich wurde nich getauft, bin also nie einer Kirche zugehörig gewesen. Meine Eltern dagegen waren evangelisch und ich habe auch immer den evangelischen Religionsunterricht mitgemacht.

Als ich dann meine Lehrstelle antrat bekam ich auf einmal Kirchensteuer abgezogen. Natürlich habe ich wiedersprochen, da ich ja konfessionslos bin. Daraufhin wurde mir dann mitgeteilt, das das dort anders vermerkt war und ich ja, gegen Gebühr, austreten könnte. Das fand ich dann das allerletzte.

Nach einigen bösen Telefonaten und Briefen, in denen sie mir dann mal bitte nachweisen sollten, dass ich der Kirche je beigetreten bin (das Kirchenregister war leider abgebrannt, wie praktisch für sie) haben sie dann endlich meine Daten geändert. Später habe ich dann herausgefunden, dass man, aufgrund des fehlenden Registers, einfach alle Schüller genommen hat, die am jeweiligen Religionsunterricht teilnahmen. Will nicht wissen, wie vielen anderen es ging wie mir und wie viele von denen, weil sie es einfach leid waren, lieber die Gebühren für den Austritt bezahlt haben.

Remedias
17.07.2008, 17:17
Erschweren, das erinnert mich an meine netten Erfahrungen mit der Kirchensteuer.

Ich wurde nich getauft, bin also nie einer Kirche zugehörig gewesen. Meine Eltern dagegen waren evangelisch und ich habe auch immer den evangelischen Religionsunterricht mitgemacht.

Als ich dann meine Lehrstelle antrat bekam ich auf einmal Kirchensteuer abgezogen. Natürlich habe ich wiedersprochen, da ich ja konfessionslos bin. Daraufhin wurde mir dann mitgeteilt, das das dort anders vermerkt war und ich ja, gegen Gebühr, austreten könnte. Das fand ich dann das allerletzte.

Nach einigen bösen Telefonaten und Briefen, in denen sie mir dann mal bitte nachweisen sollten, dass ich der Kirche je beigetreten bin (das Kirchenregister war leider abgebrannt, wie praktisch für sie) haben sie dann endlich meine Daten geändert. Später habe ich dann herausgefunden, dass man, aufgrund des fehlenden Registers, einfach alle Schüller genommen hat, die am jeweiligen Religionsunterricht teilnahmen. Will nicht wissen, wie vielen anderen es ging wie mir und wie viele von denen, weil sie es einfach leid waren, lieber die Gebühren für den Austritt bezahlt haben.

Hallo, Namara, das ist direkt unheimlich, denn bis auf das abgebrannte Kirchenregister ist es auch genau meine Geschichte. Auch ich musste Kirchensteuer bezahlen; habe es aber einfach so klarstellen können.
Daher fehlt mir bei der Umfrage: Bin nie eingetreten

liebe Grüße Remedias

Chenoa
28.08.2008, 21:24
***

Altkanzler
18.09.2008, 19:24
Ich bin selbst Agnostiker, aber Mitglied in der evangelischen Kirche auch wenn ich seit Jahren nicht mehr in einem Gottesdienst war.

Ich halte die Kirche für eine wichtige Institution unserer Gesellschaft.
Dabei meine ich nicht nur Kindergärten, Sozialstationen, oder anderen öffentlichen Einrichtungen die von den Kirchen betrieben werden, sondern auch die Werte und Akzente die von Kirchen in die heutige Zeit einfliessen.

Dinge wie Nächstenliebe oder Toleranz vor dem einzelnen Individium halte ich ebenso für wertvoll wie das Gegengewicht das Sie zu unserer immer schneller werdenden Ellebogengesellschaft bildet.

Probleme die man mit der konservativen Ausrichtung, besonders bei der katholischen Kirche hat kann ich nachvollziehen. Ich bin auch nicht mit allem einverstanden was Pappa Razz da von sich gibt.

Aber die meisten Menschen die bei der Kirche arbeiten bzw. sich engagieren und die ich kennengelernt habe sind liebe, hilfsbereite und auch gerechte Personen, deren bestreben es ist Inhalte des neuen Testaments (wie z.B die der Bergpredigt) zu vermitteln und zu transportieren.

Damit kann ich mich sehr gut identifizieren und will das auch unterstützen.
Ich selbst empfinde diese Dinge auch als guten Leitfaden um zwischen "Richtig und Falsch", zwischen "menschlich und unmenschlich" unterscheiden zu können.

Zu Thema spenden - klar man kann auch spenden, aber jeder weiß eine Institution die über eine gewisse Planungssicherheit verfügt kann wesentlich mehr bewirken und erreichen.

Ich möchte niemanden dafür kritisieren wenn er die Kirche ablehnt, aber ich denke ohne Kirche wären die heutigen Gesellschaftsprobleme noch stärker ausgeprägt und die heutige Zeit etwas unbarmherziger. :hmm:

enfant de la lune
18.09.2008, 20:43
ich denke
und da liegt eigentlich schon meine Antwort...
weil ich eben selbst nachdenke und hinterfrage, mich mit ethischen Fragen beispielsweise auseinander setze, empfinde ich die Kirche als etwas zwanghaftes.
Ich brauche die zehn Gebote nicht, wenn ich selbst daran interessiert bin, mit meinem Umfeld zu gut wie möglich umzugehen, oder stetig an mir selbst arbeite.

Die Kirche ist als Institution aber noch einmal vom christlichen Glauben meienr Meinung nach zu trennen.

Der Glaube wird oftmals etwas freier gehandhabt, als ihn die Kirche vorschreibt mit den Kirchenbesuchen und Beichte etc.
Ich habe mir früher schon immer gedacht, wenn es einen Gott gibt, warum muss ich dann über den Priester um Vergebung bitten... und außerdem ist dann alle Schuld beglichen und ich kann wieder tun und lassen, was ich will?
Ich seh die Kirche aus einer sehr kritischen Perspektive, wenn man mal auf die Geschichte blickt, was sie sich da hat alles zu Schulden kommen lassen. Der ganze Prunk, der laut Bibel garnicht gewünscht ist, um Gott zu verherrlichen, von dem man sich ja auhc kein BIld machen sollte...ähm nunja.

Auf der anderen Seite, wenn sie Menschen mit wirklich guter Gesinnung als Ort der Ruhe und des Zusammenkommens dient in der heutigen schnelllebigen Zeit, dann find ich, erfüllt sie zumindest einen guten Zweck, wobei ich mir da auch andere Einrichtungen vorstellen könnte, die das ebenso bieten.

Was ich allerding ganz schlimm finde ist die Abschiebung der Eigenverantwortung. Damit möchte ich nicht jeden einzelnen ansprechen, ich weiß nciht wer das wie handhabt, aber aus meiner Erfahrung gibt es viele Christen die an Bestimmung und Gottesfügung glauben. Damit geben sie ihre Verantwortung für einzelne Handlungen, ja für ihr Leben, einfach "an eine höhere Macht" ab.
Ich find das gruselig, nein, Verantwortungslos;)

Vera169
19.09.2008, 15:33
bin auch raus! So n Schmarrn

Robin
19.09.2008, 16:35
...aber ich denke ohne Kirche wären die heutigen Gesellschaftsprobleme noch stärker ausgeprägt und die heutige Zeit etwas unbarmherziger. :hmm:
Da hast du noch nie von Mobbing in der Kirche (http://www.vpsm.de/psychologieheute_081997.htm) gehört, sonst würde dir das nicht so leicht in die Tastatur gehen.

Altkanzler
19.09.2008, 16:41
Da hast du noch nie von Mobbing in der Kirche (http://www.vpsm.de/psychologieheute_081997.htm) gehört, sonst würde dir das nicht so leicht in die Tastatur gehen.

Nein ehrlich gesagt habe ich davon noch nicht gehört, will ich aber nicht auschließen. Wo Menschen sind gibt es auch schlechte Dinge, aber es handelt sich dabei garantiert nicht um die Regel und das war von meiner Seite auch keinesfalls mal so leichtfertig eingetippt.

Ich bin ehrlich gesagt immer wieder erstaunt wieviele Menschen negative
Erfahrungen mit dem Thema Kirchen gemacht haben und das so wenige
bereit sind diese stärker zu differenzieren. Irgendwie schade...

Chenoa
19.09.2008, 16:59
Ich bin ehrlich gesagt immer wieder erstaunt wieviele Menschen negative
Erfahrungen mit dem Thema Kirchen gemacht haben und das so wenige
bereit sind diese stärker zu differenzieren. Irgendwie schade...Tja, ich interessiere mich auch nicht für Kirche, sie hat mich noch nie interessiert und bin weder katholisch noch evangelisch. Auch glaube ich nicht mal an Gott...

Ich persönlich wüsste auch nicht, weshalb die Kirche für die heutige Gesellschaft wichtig sein soll? http://www.cosgan.de/images/midi/konfus/c045.gif

Robin
19.09.2008, 17:53
Ich bin ehrlich gesagt immer wieder erstaunt wieviele Menschen negative
Erfahrungen mit dem Thema Kirchen gemacht haben und das so wenige
bereit sind diese stärker zu differenzieren.

Tja, auch bei Kirchens ist alles ein wenig stärker differenziert, wenn man hinter die Fassade sieht und nicht alles rosa Zuckerguß und Sonnenschein. Und ganz ehrlich: du bist zwar Mitglied der Ev. Kirche, gehst aber seit Jahren nicht einen Gottesdienst. Solltest du dich zudem auch nicht in einer Gemeinde engagieren: Kannst du da mit Fug und Recht behaupten, wirklich zu sehen?

Altkanzler
19.09.2008, 20:04
Tja, auch bei Kirchens ist alles ein wenig stärker differenziert, wenn man hinter die Fassade sieht und nicht alles rosa Zuckerguß und Sonnenschein. Und ganz ehrlich: du bist zwar Mitglied der Ev. Kirche, gehst aber seit Jahren nicht einen Gottesdienst. Solltest du dich zudem auch nicht in einer Gemeinde engagieren: Kannst du da mit Fug und Recht behaupten, wirklich zu sehen?

Doch das sollte ich, oder was anderes ehrenamtliches - aber bin leider zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt. :(

Von rosarot und zuckerguß rede ich nicht, das möchte ich auch nicht behaupten. Hier versteht man mich falsch.

Kann ich sehen? Nun nachdem ich ca. 24 Jahre lang in einem Pfarrhaus aufgewachsen bin und sowohl mit positiven und negativen Erfahrungen konfrontiert wurde, viele Leute kennengelernt habe - denke ich ja! Und ohne
dabei arrogant klingen zu wollen - ich denke sogar besser als die meisten
anderen hier.

Ich hab immer wieder mit Kirchen Kritikern darüber gesprochen und will auch offen für deren Ansichten sein, aber viele haben für mich leider ein Zerrbild für
das wofür die Kirchen stehen und für die Menschen dort arbeiten.

Die Thematik ist schwierig - ganz klar und die Emotionalität die dabei häufig aufkommt erinnert mich oft an politische Diskussionen. Das ist schade - ich
will auch niemanden bekehren, aber manch starke negative Grundhaltung empfinde ich als ungerecht.

enfant de la lune
19.09.2008, 20:12
Von rosarot und zuckerguß rede ich nicht, das möchte ich auch nicht behaupten. Hier versteht man mich falsch.

ich kann deine Position verstehen denk ich...
verallgemeinern ist nie richtig... du hast gute Erfahrungen gemacht, das find ich schön.
Die Kirche ist weder der Teufel noch Gott, die Kirche sind viele Gemeinden.

Wenn es einige gibt, die den Menshcen helfen und den Glauben "als Hilfe anbieten" find ich das ok.

Nur oftmals ist das leider nicht der Fall und wird sehr aufdringlich umgesetzt und interpretiert wie es grade passt, zum eigenen Vorteil, sehr unchristlich...

Anevay
19.09.2008, 20:16
Ich bin ehrlich gesagt immer wieder erstaunt wieviele Menschen negative Erfahrungen mit dem Thema Kirchen gemacht haben und das so wenige bereit sind diese stärker zu differenzieren. Irgendwie schade...

Nun ja, meine Meinung bilde ich mir, nachdem ich stark differenzierte. :D

Wells
19.09.2008, 21:34
Der rituelle Habitus, sowie das optische Erscheinungsbild der Kirchenvertreter vermitteln das Bild eines anachronistischen Reliktes aus lange zurückliegenden Epochen. Hier kollidieren meines Erachtens die Aufgeklärtheit und Modernität des heutigen Menschen schnell mit konträr dazu stehender Kirchenstruktur. Der Kirche lasten der Muff und der Staub vergangener Jahrhunderte an, welchen abzuschütteln es an der Zeit wäre. Doch wie kann man den teilweise anachronistisch und überholt strukturierten Glauben an einen Gott abschütteln? Das geht natürlich nicht ohne Identitätsverlust. Was jedoch ohne Identitätsverlust ginge, wäre das Überbordwerfen unzeitgemäßer und unsinniger moralischer Regeln (Kondomverbot, Priesterinnenverbot etc…). Besonders dieses unverständliche Gedankengut schreckt viele Menschen ab.

Was ich aber toll finde: Die Kirchengebäude sind bisweilen optische Leckerbissen, welche es als Kulturgüter zu erhalten gilt.

liliput
19.09.2008, 21:40
Ich dürfte zurzeit nicht aus der Kirche austreten.
In meinem Arbeitsvertrag ist festgelegt, sollte ich aus der Kirche austreten, so berechtigt dies meine Kündigung.
Ich muss dazu sagen, das ich in einer kirchlichen Einrichtung arbeite.

Wenn dies nun nicht mehr so wäre, würde ich aus der Kirche austreten, den ich kann auch so an Gott glauben, und ich brauche später keinen Pastor bei meiner Beerdigung der mich evtl. nichtmal kennt und irgendwas erzählt von mir was er von meinen Verwandten gehört hat
und an eine kirchliche Heirat denke ich auch eh nicht nach

Gypsie
19.09.2008, 21:44
Kann ich sehen? Nun nachdem ich ca. 24 Jahre lang in einem Pfarrhaus aufgewachsen bin und sowohl mit positiven und negativen Erfahrungen konfrontiert wurde, viele Leute kennengelernt habe - denke ich ja! Und ohne
dabei arrogant klingen zu wollen - ich denke sogar besser als die meisten
anderen hier.

Ich hab immer wieder mit Kirchen Kritikern darüber gesprochen und will auch offen für deren Ansichten sein, aber viele haben für mich leider ein Zerrbild für
das wofür die Kirchen stehen und für die Menschen dort arbeiten.

Die Thematik ist schwierig - ganz klar und die Emotionalität die dabei häufig aufkommt erinnert mich oft an politische Diskussionen. Das ist schade - ich
will auch niemanden bekehren, aber manch starke negative Grundhaltung empfinde ich als ungerecht.

Jeder auch ein bisschen nach seinen Erfahrungen, klar.

Ich komme aus einem kleinen Dorf, indem die Kirche gemeinsam mit einem Fabrikbesitzer Politik gemacht hat. Die Fabrik hat gesponsort, die Kirche hat genommen und dem Besitzer gefolgt. Die Leute, die auf ihren Job angewiesen waren wurden genötigt in den Vorstand zu gehen, weil der Kirchenvorstand, wenn er steht, selbst nnoch ein Mitglied dazu wählen kann, das war dann der Fabrikbesitzer.

Die Pfarrer (es waren bis zu meinem 17. Lebensjahr mehrere) redeten dem Fabrikbesitzer nach dem Mund und so hatte er Einfluss (über die Kirche von der Kanzel, wie über seine Macht mit den Jobs, auf die die Frauen aus unserem Dorf angewiesen waren). Gewerkschaft war verboten, sonst war man draussen.

Ich war mit 14 Jahren schon so gesättigt von der nächstenliebe der Kirche, dass ich die erste Gelegenheit genutzt habe auszutreten.

By the way, ich mache da Unterschiede, Glaube, Christentum und Kirche haben für mich nur mittelbar etwas miteinander zu tun und Prediger brauche ich keinen, hab noch keinen ehrlichen kennen gelernt.

cryingflannel
19.09.2008, 22:08
ich bin ausgetreten, weil ich nicht gläubig bin - nicht aber aus gründen der konkreten ablehnung dessen, was kirche tut. so finde ich z.b. vieles an sozialer arbeit zahlreicher menschen in den kirchen ganz hervorragend. ich spende auch nach wie vor regelmässig für krichliche projekte / einrichtungen, die ich für unterstützenswert halte.

nur ein beispiel: in bayern leben über 80% aller so genannten illegalen flüchtlinge im kirchenasyl - überwiegend in klöstern - diese menschen hätten anderweitig abslout keine chance auf z.b. gesundheitliche versorgung, könnten legal keine wohnung mieten und sich auch nicht selber versorgen, da sie natürlich auch keine legale arbeit aufnehmen können.

Gypsie
19.09.2008, 22:30
Unabhängig von der Kirche, mit der ich ganz eigene Erfahrungen gemacht habe, überdenke ich seit einiger Zeit meine Sichtweisen. Es ist bedingt durch meine Selbstfindung (zu der mich eigentlich meine Kinder genötigt haben) und dadurch, dass es ein ständig arbeitendes Thema im Kopf meines Sohnes ist, der sich (mit 12 J.) selbst als nichtgläubig darstellt, sich aber durchweg damit beschäftigt, wer oder was Gott ist, welche Rolle er spielt, warum es ihn gibt oder nicht gibt. Sind für mich neue Wege, weil ich vorher mit Überzeugten geredet habe und nun einen ebenfalls Suchenden neben mir habe, der mir darin sehr ähnlich ist. Meine Ablehnung hat sich verringert, meine Neugier erhöht und meine Akzeptanz wird grösser. Eine schöne Erfahrung.

Die Kirche hat damit für mich aber nichts zu tun. Ich sehe allerdings auch die positiven Seiten, nur für mich waren die selbst erlebten, negativen Selbstdarstellungen zu einprägend.

Clown
20.09.2008, 09:48
was beim Kirchenaustritt auffällt? dass es keine Mitgliederkartei gibt und keiner auf deinen Austritt reagiert, der Wiedereintritt wurde in Hamburg vor Jahren noch fast verunmöglicht, nur an einer versteckten Stelle im Unterbau der Michaeliskirche konnte man das einleiten

enfant de la lune
05.10.2008, 11:20
oha...
http://bureau.comandantina.com/archivos/2007/11/metaphysics_glaube_1.php