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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ureinwohner unter Quarantäne stellen oder ihnen die westliche Zivilisation bringen ??


Grünkreuz
05.03.2005, 13:15
Ich finde es eine ganz interessante Frage:

Beispiel: In Brasielien
existieren immer noch mindestens 50 Gruppen, die niemals Kontakt mit der Zivilisation hatten - bei 41 dieser Gruppen weiss man nicht einmal ungefähr, in welchem Lebensraum


Sollte man diese Ureinwohner so leben lassen und alles erdenkliche tun damit sie nicht in Kontakt mit der westliche Zivilisation kommen und so den fortbestand ihrer Kultur und ihres Volkes zu sichern ?

Oder

Ist das nicht schon wieder unterlassene Hilfeleistung ?


Die mittlere Lebenserwartung liegt bei 45,6 Jahren und die Kindersterblichkeit ist enorm hoch: 150 von 1.000 Neugeborenen.


Die moderne Medizin könnte ihre Lebenserwartungen sicher bedeutend steigern und es müssten auch weniger Kinder sterben. Ist es nicht unsere Pflicht diesen Menschen zu helfen ? Dazu würden sie aber zwangsläufig in Kontakt mit der Westlichen Welt kommen.
Was man auch macht, nur wir können über ihr Schicksal entscheiden !!! Sollen wir weiterhin ihnen keine Chance geben, aus ihre Gemeinschaft zu kommen ?

[Q] (http://www.brasilienportal.ch/index.cfm?nav=12,411,423)

Sehstern
05.03.2005, 13:25
Was man auch macht, nur wir können über ihr Schicksal entscheiden !!! Sollen wir weiterhin ihnen keine Chance geben, aus ihre Gemeinschaft zu kommen ?grünkreuz, du heilsbringer, ein letztes mal ironie.
ich bitte dich, mal grade rüberzuswitchen, dorthin (http://www.empfindsam.de/showthread.php?p=36815), beitrag #6, würde gerne mit dir darüber reden.

Grünkreuz
05.03.2005, 13:32
grünkreuz, du heilsbringer, ein letztes mal ironie...

tut mir leid, Ironie ist heute nicht da :rolleyes:

Quadrofina
05.03.2005, 13:32
...unsere Art zu Leben ist mindestens genauso gefährlich und es gibt ebenso viele Krankheiten, die bedrohlich sind oder immer noch nicht heilbar - wir zahlen alle den Preis für unseren Fortschritt...(ich denke es weiß jeder, was ich meine)

...natürlich soll man sie so leben lassen, wie sie es von sich aus tuen und als lebenswert empfinden!!!!!


Der Mensch entwickelt sich nur dann weiter, wenn er sich verändern will oder unzufrieden ist...diese Menschen scheinen ja wohl zufrieden zu sein!

Warum wollen wir unseren westlichen Maßstab von Lebensqualität immer anderen aufdrängen?

Warum sehen viele unsere Art zu leben als erstrebenswert an?

Grünkreuz
05.03.2005, 13:40
...natürlich soll man sie so leben lassen, wie sie es von sich aus tuen und als lebenswert empfinden!!!!!

Der Mensch entwickelt sich nur dann weiter, wenn er sich verändern will oder unzufrieden ist...diese Menschen scheinen ja wohl zufrieden zu sein!

Woher willst du das wissen ? Sie kennen nichts anderes, daher haben sie auch keine Vergleichsmöglichkeit. Sie leben nicht von sich aus so, sondern weil sie dort hineingeboren wurden. Es ist leicht zu sagen: "Der Mensch entwickelt sich nur dann weiter, wenn er sich verändern will ", dabei übersiehst du, das kleine Gruppen sich weitaus langsamer entwickeln, als große Gemeinschaften. Das ist ja auch logisch. Die Ureinwohner haben nicht die Möglichkeit sich mit anderen auszutauschen. Die Wahrscheinlichkeit das Hochbegabte unter ihnen sind ist geringer.
...
Warum wollen wir unseren westlichen Maßstab von Lebensqualität immer anderen aufdrängen?

Warum sehen viele unsere Art zu leben als erstrebenswert an?

Warum sollte sie es nicht sein ?

Nicht nur die ganzen annehmlichkeiten die unser Leben leichter machen, wir können auch intellektuell unsere geistigen Fähigkeiten mehr ausnutzen.

Quadrofina
05.03.2005, 18:33
...nimmt z.B. die Indianer oder die Aborigines - hat Ihnen unsere Zivilisation gut getan?

Wohl eher nicht!!! Wir haben sie zerstört!!!

Und du willst ja wohl nicht abstreiten, das unsere Zivilisation keine Werte mehr kennt.
Das immer mehr Menschen die Geschwindigkeit unseres vermeidlichen Fortschritts nicht mehr aushalten und mit Krankheiten reagieren.

Es gibt so viele Wege lebenswert zu leben - eben auch einen, in unseren Augen,einfachen

Mir begegnet immer wieder, die Anmaßung von Menschen, das sie z.B. den richtigen Weg gefunden haben oder das ihr Glaube der einzig wahre und richtige ist usw.
Für mich gibt es hundert Arten von Glück und jeder hat das Recht seine Art zu leben...

Grünkreuz
05.03.2005, 19:55
...nimmt z.B. die Indianer oder die Aborigines - hat Ihnen unsere Zivilisation gut getan?

Wohl eher nicht!!! Wir haben sie zerstört!!! ...
Warum haben wir sie deiner Meinung nach zerstört ?

Und du willst ja wohl nicht abstreiten, das unsere Zivilisation keine Werte mehr kennt.
Das immer mehr Menschen die Geschwindigkeit unseres vermeidlichen Fortschritts nicht mehr aushalten und mit Krankheiten reagieren.

Und ob ich das abstreite. Unsere Zivilisaion kennt sehr wohl Werte und Krankheiten haben Bakterien als Ursache und nicht Fortschritt

Es gibt so viele Wege lebenswert zu leben - eben auch einen, in unseren Augen,einfachen

Mir begegnet immer wieder, die Anmaßung von Menschen, das sie z.B. den richtigen Weg gefunden haben oder das ihr Glaube der einzig wahre und richtige ist usw.
Für mich gibt es hundert Arten von Glück und jeder hat das Recht seine Art zu leben...

Aber woher willst du wissen, das diese Ureinwohner glücklich sind ?
Ich wäre an iherer Stelle nicht glücklich !

tsurani
05.03.2005, 20:28
Krankheiten haben Bakterien als Ursache und nicht FortschrittNicht alle Krankheiten haben Bakterien als Ursache. Depression ist auch eine Krankheit, und zwar eine, die, soweit ich weiß, hauptsächlich in der "zivilisierten" Welt existiert.
Womit ich natürlich nicht bestreiten will, dass andere Zivilisationen wieder andere Krankheiten mit sich herumschleppen.
Was für wen am besten ist, muss eben jeder für sich entscheiden.

Dreamingcat
05.03.2005, 21:48
Und ob ich das abstreite. Unsere Zivilisaion kennt sehr wohl Werte und Krankheiten haben Bakterien als Ursache und nicht Fortschritt !

Es gibt endogene und exsogene Krankheitsverursacher.
Zu den exogenen zählen unter anderem:
Bakterien, Viren, Pilze, Protozoen, Umweltbelastungen, Belastungen im sozialen Umfeld.
Ich hoffe für Dich, daß Dich wirklich nur die Erreger Deiner Wahl, nämlich Bakterien erwischen. Gegen die können wir heute was tun. Bedingt. Weil schon Resitenzen gezüchtet wurden.
Viren z.B. sind soviel stärker als wir. Die Medizin steht ihnen recht machtlos gegenüber. Jeder HIV-Infizierte wird mir da recht geben. Oder nehmen wir Hepatitis (von A bis D, und schon drüber hinaus).
Gegen die Pilze und Protozoen tun wir uns auch schwer. Sind klevere Kerlchen. Älter als wir. Und erfahrener im Wettstreit mit der Nartur als wir. Sie haben eine Gelassenheit, zu warten, bis ihre Chanche kommt, Pfhhhhhhhhhhhhhhhh, die hätte ich auch gern! Aber wenn sie zuschlagen dürfen, dann tuns sies! Und wie. Tät ich ja auch, wäre ich sie ;).
Und sie sind tausendmal besser, weil geduldiger, als die Krankheitserreger Umwelt und Umfeld. Weil Umwelt und Umfeld könnten wir ändern. Sicher nicht, wenn wir verneinen, daß es sie gibt. Aber wenn wir sie ernstnehmen als Gegner, könnten wir ein Schwert gegen sie schmieden. Gegen die Wesen, die soviel älter und erfahrener sind, dürfte das schwer fallen.

Nun denn, beschließen wir den Excurs in Sachen Krankheitserregern.

Gute Nacht.
Zum Glück gibt es ja im realen Leben soviel gute Herausforderungen! ;)

lg
Dreamingcat

Grünkreuz
05.03.2005, 22:05
Nicht alle Krankheiten haben Bakterien als Ursache. Depression ist auch eine Krankheit, und zwar eine, die, soweit ich weiß, hauptsächlich in der "zivilisierten" Welt existiert.
Womit ich natürlich nicht bestreiten will, dass andere Zivilisationen wieder andere Krankheiten mit sich herumschleppen.
Was für wen am besten ist, muss eben jeder für sich entscheiden.

Da Depressionen auch gehirnorganische Ursachen haben können, kann man davon ausgehen das auch Ureinwohner davon betroffen sind !

tsurani
05.03.2005, 22:16
Klar, es kann auch passieren, dass ein deutscher von nem Tiger gefressen wird.
Ist eben eine Frage der Häufigkeit.
Und eine Depression ist in den seltensten Fällen (falls überhaupt) völlig unabhängig von den Umständen, in denen der Betroffene lebt.

Grünkreuz
05.03.2005, 22:18
Die Umstände sind oft nur das Auslöser, nicht die Ursache. Auch tief im Dschungel wird man sachen erleben, die Depressionen auslösen.

Tiefseetaucher
06.03.2005, 14:05
Es ist eine schwierige Frage.Aber das hört sich so an wie Amerika,der Heilsbringer,der den unterbelichteten Menschen Frieden und Demokratie bringt.
Und man könnte doch die Sache auch mal umkehren und sich fragen,was wir von denen lernen und übernehmen können.Die haben nämlich auch ihre Fähigkeiten.Geh mal für einen Weile in den Urwald,dann wirst du merken,das dir ne Menge an Fähigkeiten fehlt.Um im Urwald zu überleben muß man sicher ganz schön was auf dem Kasten haben.
Klar die sind für uns wie Außerirdische.Lassen wir sie in Frieden.Außerdem hört sich das so an,wie wenn du davon ausgehst,das wir alles niederwalzen und sie in der riesigen Lichtung der Welt stehen.Willst du davon ausgehen?Also auch wenn es durchaus realistisch und vorausschauend ist,aber mit einer Invasion unserer "Kultugüter" werden die wohl kaum zurechtkommen.

Gruß
Matthias

Quadrofina
07.03.2005, 19:30
Warum haben wir sie deiner Meinung nach zerstört ?

Und ob ich das abstreite. Unsere Zivilisaion kennt sehr wohl Werte und Krankheiten haben Bakterien als Ursache und nicht Fortschritt


Aber woher willst du wissen, das diese Ureinwohner glücklich sind ?
Ich wäre an iherer Stelle nicht glücklich !

Mir fällt dazu ganz spontan eine Geschichte ein.

Sie handelt von einem reichen Industriellen, der in Griechenland Urlaub macht. Eines abends geht er am Strand entlang und sieht einen ärmlichen Fischer am Ufer sitzen. Er gesellt sich großspürig hinzu und fäng mit dem Fischer ein Gespräch an. Er erklärt ihm, das er das große Geld und damit Reichtum nur durch mehr Arbeit und weitere Schiffe, die zum Fischen rausfahren, schafft. Der arme Fischer fragt ganz interessiert nach und erhält alle Vorzüge eines arbeitsamen und reichen Leben aufgezählt. Dann die Frage des Fischer, warum soll ich mich denn abmühen? Die Antwort um dann auch wie ich in Urlaub fahren zu können und aufs Meer hinaus zu sehen. --Die Antwort des Fischer, aber das habe ich doch jetzt auch schon!

Und das ist im Grunde der Kernpunkt. Das Wesentliche des Lebens ist nicht das Materielle sondern das Idielle und das ist für jeden unterschiedlich. Und deswegen ist es im Prinzip egal, ob ich Ureinwohner bin -oder Großstadtmensch - es kommt nicht auf das drumherum an sondern auf das Wie!

Den Ureinwohner Australiens hat der Fortschritt, die Armut und das Dahinvegitieren in den Slams gebracht und den Indianer, eigentlich das gleiche nur in grün. Hast du dich damit beschäftigt?

Grünkreuz
07.03.2005, 19:46
Ja, aber in den Fällen hat man nicht versucht sie in der Gesellschaft (langsam) zu integrieren, sondern hat sich in ihren Lebensraum breitgemacht. Anders war es bei den Missionaren, es gibt zur auch einiges negatives zu berichten, aber ihnen hat es auch etwas genützt.

Hast du dir mal vorgestellt wie es sein muss in so einer kleinen Gruppe zu leben wie die Ureinwohner ? Für mich wäre das wie ein Gefängniss, einfach so gehen können sie auch nicht, denn alleine ist man im Dschungel aufgeschmissen. Vorallen bei der gigantischen Größe des Regenwaldes. Sein ganzes Leben verbringt man in den Dorf, mit immer den gleichen Gesichtern. Es geht nicht ums materielle, sondern um die Entwicklungsmöglichkeiten. Sie werden (wenn überhaupt) nur eine sehr primitive Schrift haben und durch ihre Isolation können sie auch mit anderen Kommunizieren. Sie haben (wenn überhaupt) nur eine sehr einfache Schrift, mit der man keine überragende Literatur machen kann. Natürlich wird es ab und zu unter ihnen auch Leute mit genialen Begabungen geben, ähnlich wie Einstein. Nur wird das nicht gefördert und es wird ihnen nichts bringen.

Quadrofina
07.03.2005, 19:57
Ja, aber in den Fällen hat man nicht versucht sie in der Gesellschaft (langsam) zu integrieren, sondern hat sich in ihren Lebensraum breitgemacht. Anders war es bei den Missionaren, es gibt zur auch einiges negatives zu berichten, aber ihnen hat es auch etwas genützt.

Hast du dir mal vorgestellt wie es sein muss in so einer kleinen Gruppe zu leben wie die Ureinwohner ? Für mich wäre das wie ein Gefängniss, einfach so gehen können sie auch nicht, denn alleine ist man im Dschungel aufgeschmissen. Vorallen bei der gigantischen Größe des Regenwaldes. Sein ganzes Leben verbringt man in den Dorf, mit immer den gleichen Gesichtern. Es geht nicht ums materielle, sondern um die Entwicklungsmöglichkeiten. Sie werden (wenn überhaupt) nur eine sehr primitive Schrift haben und durch ihre Isolation können sie auch mit anderen Kommunizieren. Sie haben (wenn überhaupt) nur eine sehr einfache Schrift, mit der man keine überragende Literatur machen kann. Natürlich wird es ab und zu unter ihnen auch Leute mit genialen Begabungen geben, ähnlich wie Einstein. Nur wird das nicht gefördert und es wird ihnen nichts bringen.


Ich ahne deine positive Intention, aber die Realität zeigt mir immer wieder das es dieses uneigennützige Handeln um des selbst willen nicht durchgängig gibt und ganz schnell berechnende und ausbeuterische Impulse ins Spiel kommen........ Dorfähnliche Gemeinschaften
gibt es heute auch noch. Gruppenzwänge und fehlende Entwicklungsmöglichkeiten gibt es bei uns an jeder Ecke. Kinder, deren Talente und Gaben verkümmern sehe ich oft ... Deine
Argumente sind nicht unbedingt Argumente für unsere Zivilisation! Oder?

lost in everybody
07.03.2005, 19:58
Die Geschichte ist ne Satire und heißt glaube ich: "Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral".

sibel
07.03.2005, 19:59
Hast du dir mal vorgestellt wie es sein muss in so einer kleinen Gruppe zu leben wie die Ureinwohner ? Für mich wäre das wie ein Gefängniss, einfach so gehen können sie auch nicht, denn alleine ist man im Dschungel aufgeschmissen. Vorallen bei der gigantischen Größe des Regenwaldes. Sein ganzes Leben verbringt man in den Dorf, mit immer den gleichen Gesichtern. Es geht nicht ums materielle, sondern um die Entwicklungsmöglichkeiten. Sie werden (wenn überhaupt) nur eine sehr primitive Schrift haben und durch ihre Isolation können sie auch mit anderen Kommunizieren. Sie haben (wenn überhaupt) nur eine sehr einfache Schrift, mit der man keine überragende Literatur machen kann. Natürlich wird es ab und zu unter ihnen auch Leute mit genialen Begabungen geben, ähnlich wie Einstein. Nur wird das nicht gefördert und es wird ihnen nichts bringen.
Ich glaube,mit einer westlichen "Denke" kommt man hier nicht weiter.Weißt Du,ob die Ureinwohner etwas vermissen,was wir hier wichtig finden?...Dürfen wir uns erlauben,eine eventuell hochstehende Kultur nach unseren Maßstäben zu beurteilen??
Mit dieser Denkungsart sind die Kolonialisten losgezogen,um den vermeintlich Wilden Kultur und Monotheismus zu bringen....
Das es auf dieser Erde auch so eine Menschenvielfalt gibt ,hat doch was wunderbares an sich.......

Quadrofina
07.03.2005, 20:03
Die Geschichte ist ne Satire und heißt glaube ich: "Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral".


Ich meine es ist eine Kurzgeschichte von Heinrich Böll und soll im Prinzip den Sinn und Unsinn von Arbeit verdeutlichen - aber ich suche es raus..... :)

lost in everybody
07.03.2005, 20:08
Ich meine es ist eine Kurzgeschichte von Heinrich Böll und soll im Prinzip den Sinn und Unsinn von Arbeit verdeutlichen - aber ich suche es raus..... :)

Genau...es ist der Böll :) ....hatte das letztens mit ner Nachhilfeschülerin gelesen...das zieht die hohe Arbeitsmoral wohl etwas durch den Kakao, deshalb Sartire. Der Tourist ist nämlich totunglücklich...er ist nach seiner Rechnung erst am Ende des Lebens glücklich, wenn er in Rente ist....und halt seine Fioschfabrik aufgebaut hat. Der Fischer kann sich schon vorher ausruhen und hat erreicht was er an dem Tag zum Leben braucht. Hat nämlich 2 Fische gefangen.

Ein passendes Buch zum Thema ist übrigens noch "Brave New World" (Schöne neue Welt) von Aldous Huxley. Gibts auch als Film.

Grünkreuz
07.03.2005, 23:16
Ich glaube,mit einer westlichen "Denke" kommt man hier nicht weiter.Weißt Du,ob die Ureinwohner etwas vermissen,was wir hier wichtig finden?

Sie vermisse natürlich nichts, da sie nicht wissen was es gibt. Das ist doch logisch. Es liegt in der Natur der Menschheit das wir uns beständig weiterentwickeln, dass ist nicht nur im Westen so, sondern überall. Diese kleinen Gruppen haben allerdings nur geringe Chancen sich weiterzuentwickeln, da durch ihre Isolation bestimmte Vorraussetzungen fehlen. Sie leben wie vor tausend Jahren ohne Fortschritt

...Dürfen wir uns erlauben,eine eventuell hochstehende Kultur nach unseren Maßstäben zu beurteilen??

Ja, dürfen wir wenn wir den Menschen an sich als Maßstab nehmen. Der Westen ist nicht schlechter als die Kultur der Ureinwohner, im Gegenteil

Mit dieser Denkungsart sind die Kolonialisten losgezogen,um den vermeintlich Wilden Kultur und Monotheismus zu bringen....
Das es auf dieser Erde auch so eine Menschenvielfalt gibt ,hat doch was wunderbares an sich.......

Menschenvielfalt ?

Der Mensch ist überall gleich, nur Aussehen und Kutur unterscheiden sich.

sibel
07.03.2005, 23:20
Also,bei dieser Argumentation bleibt mir die Sprache weg............

Grünkreuz
07.03.2005, 23:21
Ich ahne deine positive Intention, aber die Realität zeigt mir immer wieder das es dieses uneigennützige Handeln um des selbst willen nicht durchgängig gibt und ganz schnell berechnende und ausbeuterische Impulse ins Spiel kommen........

Es ist auch nur eine hypotetische Frage, die sich darum dreht wie wir über die Zukunft der Menschen entscheiden. Entweder wir schützen sie, wie Tiere im Zoo, oder wir greifen zwangsläufig in ihr Leben ein

Dorfähnliche Gemeinschaften gibt es heute auch noch. Gruppenzwänge und fehlende Entwicklungsmöglichkeiten gibt es bei uns an jeder Ecke. Kinder, deren Talente und Gaben verkümmern sehe ich oft
Ja, trotzdem ist es geringer als bei den Ureinwohnern.
... Deine
Argumente sind nicht unbedingt Argumente für unsere Zivilisation! Oder?


Doch, unsere Zivilisation bietet den Menschen das bisher maximale an Sicherheit, Freiheit usw.

Quadrofina
08.03.2005, 17:38
...ich habe einfach Probleme mit der Formulierung" wir müssen entscheiden, was wir mit diesen Menschen tun"...und das ist genau die Anmaßung, die ich für so überflüssig halte wie ein Sack Flöhe. Kein Mensch hat das Recht sich über einen anderen Menschen zu stellen und zu meinen das er wußte was gut für den Menschen ist.

Du hättest bestimmt auch etwas dagegen, wenn jetzt die Ureinwohner kommen würden und meinen, das du unter schrecklichen Umständen leben muß und denaturisiertes Essen essen muß usw. und dich zwingen würden ihr Leben zu leben.

Es kommt bei so einer Sache doch darauf an nicht aus seiner eigenen Perspektive zu urteilen, sondern von einer höheren Warte aus.- Ich weiß das viele Menschen dieses nicht können! Sie setzen immer und überall ihre Maßstäbe, so als wenn es nur ihr Meinung gäbe auf dieser Welt und alles andere falsch ist.

Grünkreuz
08.03.2005, 18:24
...ich habe einfach Probleme mit der Formulierung" wir müssen entscheiden, was wir mit diesen Menschen tun"...und das ist genau die Anmaßung, die ich für so überflüssig halte wie ein Sack Flöhe. Kein Mensch hat das Recht sich über einen anderen Menschen zu stellen und zu meinen das er wußte was gut für den Menschen ist...

Genau das ist doch das besondere an dieser Situation. Egal was wir machen, wir entscheiden über deren Leben !
Wenn wir uns von ihnen fern halten, beeinflussen wir ihre Zukunft auch. Wir greifen dann in ihr Leben ein, genauso als wenn wir mit ihnen Kontakt aufnehmen. Du sagst wir haben kein Recht dazu, aber jede Entscheidung von uns bricht dieses Recht. Das ist doch das Sonderbare an der Situation !

Vicky
08.03.2005, 18:30
oberste direktive: jeden kontakt vermeiden und läßt es sich nicht vermeiden im kleinen annähern und nicht gleich mit der tür ins haus fallen.

glasperlenspielerin
09.03.2005, 16:45
Ich finde es eine ganz interessante Frage:

Beispiel: In Brasielien

Sollte man diese Ureinwohner so leben lassen und alles erdenkliche tun damit sie nicht in Kontakt mit der westliche Zivilisation kommen und so den fortbestand ihrer Kultur und ihres Volkes zu sichern ?

Oder

Ist das nicht schon wieder unterlassene Hilfeleistung ?



Die moderne Medizin könnte ihre Lebenserwartungen sicher bedeutend steigern und es müssten auch weniger Kinder sterben. Ist es nicht unsere Pflicht diesen Menschen zu helfen ? Dazu würden sie aber zwangsläufig in Kontakt mit der Westlichen Welt kommen.
Was man auch macht, nur wir können über ihr Schicksal entscheiden !!! Sollen wir weiterhin ihnen keine Chance geben, aus ihre Gemeinschaft zu kommen ?

[Q] (http://www.brasilienportal.ch/index.cfm?nav=12,411,423)

ich bin der meinung, dass man sich hier nicht einmischen sollte. die menschen sind in einer art und weise in die naturkreisläufe verwickelt und eingebunden, dass sie mit krankheit, tod und sterben ohnehin ganz anders umgehen als wir.

gerade überhaupt diese idee zu haben, da eingreifen und helfen zu *müssen*, weil es sonst unterlassene hilfeleistung wäre, ist schon wieder nichts anderes als aufpfopfung "zivilisierten" denkens.

in ruhe lassen, fertig.

anders siehts aus für mich mit afrika und anderen orten: die menschen dort wissen schemenhaft, dass es sowas wie ein "krankenhaus" und "schmerzmittel" gibt, aber sie können sich es nicht leisten: sie wissen, wollen, aber können nicht. das ist für mich der springende punkt (die ureinwohner: wissen nicht, also wollen sie nicht (bzw. einige stämme wehren sich sogar gegen eindringlige von außen und haben hilfsangebote schon abgewehrt und bekämpft... für mich sollte nicht zuletzt der respekt größer sein, als falsch verstandenen hilfeleistung (so würde ich das hier nämlich bezeichnen..)

Grünkreuz
09.03.2005, 16:51
ich bin der meinung, dass man sich hier nicht einmischen sollte. die menschen sind in einer art und weise in die naturkreisläufe verwickelt und eingebunden, dass sie mit krankheit, tod und sterben ohnehin ganz anders umgehen als wir.

Macht das diese Menschen besser als uns ?

Mich stört an einer Meinung, dass sie mir vorkommt als würdest du über Tiere sprechen, denen man ihre natürliche Umgebung lassen muss. Als würdest du von Fischen im Aquarium oder Rehen im Wald reden, dabei sprechen wir hier von Menschen. Vielleicht ist die Globalisierung, eine natürliche Entwicklung und wir verhindern das diese Menschen an dieser natürlichen Entwicklung teil haben

gerade überhaupt diese idee zu haben, da eingreifen und helfen zu *müssen*, weil es sonst unterlassene hilfeleistung wäre, ist schon wieder nichts anderes als aufpfopfung "zivilisierten" denkens.

Warum ?

Wie gesagt greifen wir so oder so ein.

glasperlenspielerin
09.03.2005, 16:52
Mich stört an einer Meinung, dass sie mir vorkommt als würdest du über Tiere sprechen, denen man ihre natürliche Umgebung lassen muss. Als würdest du von Fischen im Aquarium oder Rehen im Wald reden, dabei sprechen wir hier von Menschen. Vielleicht ist die Globalisierung, eine natürliche Entwicklung und wir verhindern das diese Menschen an dieser natürlichen Entwicklung teil haben

ich rede von menschen.

glasperlenspielerin
09.03.2005, 16:54
wenn du gegenteiliger meinung bist, dann ist das für mich vergleichbar mit bevormundung, unmündigmachen.

indem diesen menschen deine regel- und lebeweisen aufpfropfen möchtest, dann eben stellst du sie für mich auf die gleiche stufe mit behinderten, kindern oder auch tieren........

Grünkreuz
09.03.2005, 16:58
wenn du gegenteiliger meinung bist, dann ist das für mich vergleichbar mit bevormundung, unmündigmachen...
Wie ich bereits mehrfach erklärt habe sind sie schon unmündig. Die Entscheidung liegt bei uns.

indem diesen menschen deine regel- und lebeweisen aufpfropfen möchtest, dann eben stellst du sie für mich auf die gleiche stufe mit behinderten, kindern oder auch tieren........

Es ist nicht die Rede von "aufpfropfen" (häßliches Wort)

glasperlenspielerin
09.03.2005, 16:58
du aberkennst ihnen ihre natürlichen rechte auf *selbstentfaltung*.

für mich gibts hier deswegen keine ethischen fragen zu diskutieren.

wenn du diese menschen um jeden preis der welt "erhalten" möchtest, indem du sie bspw. umsiedelst, medizinisch versorgst, um auf diesem wege ihre reproduktion zu sichern so erinnert mich das an eine "artenschutzmaßnahme" ..ähnlich wie bei wild- und zootieren.

nach der tsunami-katastrophe bezeichnete man z.b. diese "ureinwohner" in einer nachrichtenmeldung als "weltkulturerbe" und nicht als menschen.

tzz...

glasperlenspielerin
09.03.2005, 16:59
Wie ich bereits mehrfach erklärt habe sind sie schon unmündig. Die Entscheidung liegt bei uns.


Es ist nicht die Rede von "aufpfropfen" (häßliches Wort)


es ist ja auch eine häßliche aktion.

Grünkreuz
09.03.2005, 17:17
du aberkennst ihnen ihre natürlichen rechte auf *selbstentfaltung*.
...
Im Gegenteil, du erkennst sie ihnen ab, indem du sie in ihrer Isolation belässt. Sie können sich nicht frei entfalten da sie nicht die möglichkeit haben mit anderen Kulturen in Kontakt zu treten.

für mich gibts hier deswegen keine ethischen fragen zu diskutieren.
...
Das verwundert mich

wenn du diese menschen um jeden preis der welt "erhalten" möchtest, indem du sie bspw. umsiedelst, medizinisch versorgst, um auf diesem wege ihre reproduktion zu sichern so erinnert mich das an eine "artenschutzmaßnahme" ..ähnlich wie bei wild- und zootieren.
...
Du wirfst da einiges durcheinander. Ich will sie gar nicht erhalten, dass war bisher deine Positon. Ich versuche nur zu erklären, dass es vielleicht besser wäre wenn man mit ihnen in Kontakt tritt und sie so zwangsläufig interesse an der Westlichen Welt bekommen, was wahrscheinlich das aussterben dieser Kultur bedeutet

nach der tsunami-katastrophe bezeichnete man z.b. diese "ureinwohner" in einer nachrichtenmeldung als "weltkulturerbe" und nicht als menschen...
So würdest du sie doch auch behandeln, wenn du weiterhin ihre Isolation forderst

sibel
09.03.2005, 17:22
[QUOTE]Ich will sie gar nicht erhalten, dass war bisher deine Positon. Ich versuche nur zu erklären, dass es vielleicht besser wäre wenn man mit ihnen in Kontakt tritt und sie so zwangsläufig interesse an der Westlichen Welt bekommen, was wahrscheinlich das aussterben dieser Kultur bedeutet


Ist das Dein Wunsch? Langsam werde ich das Gefühl nicht los,daß Du politisch äußerst rechts anzusiedeln bist?

Grünkreuz
09.03.2005, 17:28
Ist das Dein Wunsch? Langsam werde ich das Gefühl nicht los,daß Du politisch äußerst rechts anzusiedeln bist?

Nö, ich bin ziemlich in der Mitte. Mein Wunsch ist es nur, dass man diese Kultur, nicht nur künstlich erhält weil sie so alt ist.