Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der Fall Terri Schiavo (Komapatientin)
glasperlenspielerin
24.03.2005, 14:25
wir haben hier vor einigen wochen das thema passive/aktive sterbehilfe, aber auch die tabuisierung des todes diskutiert.
wie steht ihr zum fall terri schiavo?
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID4172902_REF1,00.html
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,347488,00.html
ich habe gestern dann einen beitrag im fernsehen gesehen, in dem einige protestanten eingeblendet wurden. auf einem der hocgehaltenen schilder stand: "stop playing god". bei diesem spruch tut sich mir allerdings ein merkwürdiger widerspruch auf: pfuscht MENSCH nicht vielmehr mit dem anschließen an apparaturen und die künstliche ernährung in "gottes willen" und "handwerk" hinein? der natürliche gang der dinge wäre es doch (im sinne ihres ehemanns), dass man diese frau sterben lassen würde...
was für mich an diesem fall wirklich eklatant wird, ist noch nicht mal die gesetzeslage im falle der euthanasie, sondern die extreme "diesseitsorientiertheit", sprich die todesangst und todestabuisierung der amerikanischen bzw. westlichen gesellschaft. und: für mich wird darin mal wieder ein falsches verständnis der christlichen lehre und von religion überhaupt sichtbar. die dort beschriebenen katholiken sind für mich keine anhänger gottes, sondern gläubige und jünger der modernen medizin.
und das dilemma wird in absehbarer zeit mit fortschreiten medizinischer möglichkeiten und technik immer größer und größer werden ..die medizin ist unsere antwort auf todesangst und todesverleugnung.
Eiskristallin
24.03.2005, 15:00
ein einziges widerliches polit-szenario zur bereicherung der republikaner, der fall.
Ich finde es schlichtweg entwürdigend, sie so überall in den Medien zu zeigen. Und dann dieses Instrumentalisieren ... ICH würde das für mich selbst nicht wollen. Ein Beispiel mehr, dass man sich um eine Patientenverfügung kümmern sollte. :rolleyes:
Das Problem ist, das es hier schlichtweg sinnlos ist sie weiter am "Leben" zu halten. Nach allem was ich gelesen habe, hat sich ihr Gehirn schon zu großen teilen verflüssigt. Sie ist hirntod. D.h. man hält nur noch eine Funktionierende Hülle am Leben. Sie hat keinerlei Bewußtsein mehr.
@Diana
Das Thema Patientenverfügung ist immer noch nicht klar geregelt. Im Zweifelsfall kann es passieren das du trotz Patientenverfügung am Leben gehalten wirst, weil das Gesetz den Arzt dazu verpflichtet.
indigoeyes
25.03.2005, 00:57
Wirklich erschreckend das Ganze...Ich denke, das Hauptproblematik des Ganzen liegt doch darin, dass der Mensch quasi in gewisserweise "Gott" spielen muss, egal welche Entscheidung er nun trifft, abschalten oder am Leben halten, man mischt sich in den natürlichen Lauf des Lebens ein. Das Ganze geht damit weiter, dass es nun Menschen gibt, die sehr religiös sind und die Existenz eines Gottes beführworten und solche, die es eben nicht tun. Atheisten würden der ganzen Gott-Spielen-Diskussion nämlich wieder entgegnen, wenn man ja gar nicht beweisen kann, dass es überhaupt einen Gott gibt, ist es dann schon Einmischung? Und so weiter und so weiter...das köntne man noch endlos weiterführen. Und in solchen Fällen, die an die Medien gelangen geht´s auch immer irgendwie um sogennante pressure groups, die irgendein Interesse an der ganzen Sache haben und versuchen ihren Willen durchzusetzen, sei es jetzt finanzieller Art, religiöser oder ethisch-moralischer Art.
Prinzipiell würde ich dazu sagen, lasst den Menschen entscheiden,der ihr am nächsten stand, ind em Fall glaube ich ihr Mann, aber das würde wieder die Sache mit dem hyppokratischen Eid auf den Plan rufen...schwierig, schwierig, also. Das Problem dabei ist, dass der hyppokratische Eid, Leben zu erhalten, eine vom Menschen festgesetzte Norm oder besser ein Grundsatz ist, der aber eben auch wieder gebrochen werden kann, da nicht göttlich und damit absolut. Doch damit tut man sich heutzutage schwer, denn, wenn man es im Einzelfall zulässt, wo soll man dann die Grenze ziehen? Evtl. würde da auch eine Art "Modifizierung" des Eides helfen, wie bei Rechtsnormen auch, man modernisiert sie und passt sie den neuen Umständen an. Man könnte z.B. eine Jahresgrenze festlegen, ab wann der Angehörige entscheiden darf, dass abgeschaltet wird.Problem hierbei wieder: hyppokratischer Eid nirgends normiert, mündlicher Eid (soweit ich weiß)....eine Endlosdiskussion.
Letztendlich: Wie man´s macht, recht machen kann man´s nie, da wir eben nur enschen sind und keine Götter...von daher....
glasperlenspielerin
25.03.2005, 01:18
Ich finde es schlichtweg entwürdigend, sie so überall in den Medien zu zeigen. Und dann dieses Instrumentalisieren ... ICH würde das für mich selbst nicht wollen. Ein Beispiel mehr, dass man sich um eine Patientenverfügung kümmern sollte. :rolleyes:
genau. noch schlimmer finde ich -wie keetah schon erwähnte-dass sie und ihre familie scheinbar zu einem willkommenen spielball der politiker geworden ist, um sich gegenseitig zu bekriegen. ich unterstelle KEINEM dieser einflußreichen leute irgendeine gute ansicht, geschweige denn mitgefühl mit den angehörigen. es ist einfach nur pietätslos, eine große schande, dieses ganze szenrario -man muß es schon so nennen- tag für tag "serviert" zu bekommen.. mich erinnert dies schon an den michael-jackson-prozess.
@dreamer: ich weiß jetzt nicht, wie lange genau die frau im koma liegt -ob 10 oder 15 jahre, nach dieser zeit ist es aber ohnehin kaum mehr möglich, dass sich das gehirn regeneriert. wenn best. areale des gehirns über einen langen zeitraum nicht aktiviert werden, verkümmern die verbindungen zw. den nervenzellen und es kommt mind. zu starken gedächtnisverlusten.
die frau bleibt ganz sicher pflegefall bis ans ende ihrer tage.
Ich frage mich, wie ein gewisser J.W.B. es überhaupt wagen kann, sich als großer Befürworter des Lebens darzustellen und mit allen möglichen Mitteln zu versuchen, den Lauf der Dinge um 180 Grad zu verändern. Er, der sich offen zur Todesstrafe bekennt. Er, der die Verantwortung für tausende Opfer in Afghanistan und Irak trägt. Er, der das Leben seiner Soldaten zum Zwecke eigener Bereicherung und Machtvergrößerung fahrlässig aufs Spiel setzt. Und er nennt sich dabei noch "Christ" und beruft auf Gott!? Sowas macht mich einfach nur (innerlich) wütend.
<Sarkasmus>Vielleicht sollte ihm mal jemand erklären, daß ein christliches Kreuz den Querbalken oben und nicht unten hat...</Sarkasmus>
Ich habe soeben in einem Interview einen Mann gesehen, der gesagt hat, daß "eine große Nation daran gemessen wird, was sie für ihre Schwächsten tut."
Welch weise Worte... Leider hat er nicht begriffen, daß seine großartige Nation ihre Schwächsten auf perfide Art und Weise instrumentalisiert. Egal, wie man den Fall betrachtet, die Verlierer standen von Anfang an fest...
Ich für mich hätte es nicht gewollt, so lange künstlich am Leben erhalten zu werden..
Edit: es sollte natürlich G.W.B. und nicht J.W.B. heißen. Sorry für den Tippfehler.
@dreamer: ich weiß jetzt nicht, wie lange genau die frau im koma liegt -ob 10 oder 15 jahre, nach dieser zeit ist es aber ohnehin kaum mehr möglich, dass sich das gehirn regeneriert. wenn best. areale des gehirns über einen langen zeitraum nicht aktiviert werden, verkümmern die verbindungen zw. den nervenzellen und es kommt mind. zu starken gedächtnisverlusten.
die frau bleibt ganz sicher pflegefall bis ans ende ihrer tage.
Selbst nach ein paar Monaten ist es schon unwahrscheinlich das ein Patient noch aus dem Wachkoma erwacht, aber darum geht es eigentlich auch gar nicht. Bei ihr sind mehrere unabhängige Gutachter zu dem Ergebnis gekommen das sie Hirntod ist. Das heißt es gibt nicht mal mehr eine thoretische Chance das sie wieder erwacht. Der Zustand in dem sie jetzt ist, ist ihr Endzustand und wird sich höchstenfalls noch verschlimmern.
@Beta X
Ich kann dir nur zustimmen. Das schlimme ist egal wie gehandelt wird. Es wird immer instrumentalisiert. Wenn lebenserhaltende Maßnahmen eingeleitet werden wird die religiöse Rechte einwenden, das man gegen Gottes Willen das Leben verlängert. Sollen die Geräte abgeschaltet werden, halten sie dagegen das Gott keine Sterbehilfe tolleriert (In meinen Augen ist es eh keine wirkliche Sterbehilfe).
Jeb Bush (Governor von Florida) hat gestern noch versucht die Vormundschaft über Terri Schiavo auf dem Gerichtsweg zu erstreiten und dem Ehemann das Sorgerecht zu entziehen. Glücklicherweise hat das Gericht nun diesem letzten unwürdigen Versuch abgelehnt. Damit findet nun dieses menschenunwürdige Theater in den nächsten Tagen endlich ein Ende.
Noch viel schlimmer empfinde ich die Willkür mit der G.W.B. handelt. Er hat zwar das Gesetz unterschrieben, aber betont das es nur für diesen einen Fall gelte. Was für eine unerträgliche Willkür. Den Eltern werden gesetzlich weitere Wege erschlossen, die anderen Bürgern vorenthalten werden. Alles nur weil dieser Fall den Republikanern politisch nützt.
Das Gericht hat dieses politische Geplänkel durchschaut und die richtige Entscheidung gefällt. Es hat keine wirkliche Begründung geliefert. Die Aussage der Ablehnung war einfach nur, das das Gericht sich nicht als Instrument für polit-taktische Maßnahmen sieht. Das Fazit des Urteils: "Die Gerichte haben bereits das Urteil gefällt. Wir sind nicht zuständig." Eine weise Entscheidung, die Hoffnung macht, das selbst im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nicht alles möglich ist.
Das willkürliche handeln G.W.B. ist eine Schande für jeden demokratischen Staat und an Heuchlertum kaum zu überbieten.
wow...wow...wow...
aktive/passive Sterbehilfe
Da trauen wir uns aber an ein GANZ GROSSES THEMA ran...
entscheident in solchen Fällen ist immer der FREIE WILLE des/der Betroffenen...
aktuell, so nimmt die Wissenschaft an, habe Frau Schiavo keinen FREIEN WILLEN mehr, da sie hirntod sei...
Im Fall Schiavo ist die Brisanz darin zu sehen, dass allein der Ehemann angibt den letzten freien Willen seiner Ehefrau mündlich zu kennen "Sie möchte nicht künstlich am Leben gehalten werden".
Die Eltern von Frau Schiavo hingegen bezweifeln diesen Willen ihrer Tochter...und wollen, dass sie weiter künstlich am Leben gehalten wird. Sie klammern sich an die Hoffnung, dass ihre Tochter eines Tages wieder aus dem Wachkoma erwacht. Solche Fälle soll es gegeben haben...
Terry Schiavo ist quasi zum Spielball zweier unterschiedlicher Meinungen geworden...
Das UNFASSBAR TRAURIGE an diesem Fall ist, dass es dabei um würdevolles Leben oder einen würdevollen Tod geht...
Jetzt kommt meine Meinung:
Wachkoma bedeutet, dass das Gehirn nach einem schweren Traume/Verletzung erstmal "die Sicherung rausnimmt", nur noch die lebenswichtigen Regionen (Atmung, Herzschlag etc.) aktiv hält und versucht sich zu regenerieren bzw. das Trauma zu verarbeiten.
Im Fall Schiavo hat das Gehirn aber nach Meinung der Ärzte seinen Dienst komplett aufgegeben...Hirntod.
Ich vertrete in diesem Fall die Meinung, dass bei dem totalen Hirntod eine Heilung ausgeschlossen ist und es menschenwürdiger ist, der Natur ihren Lauf und Frau Schiavo sterben zu lassen.
liebe Grüße,
Stego
Tipp: Wenn ihr in einer ähnlichen Situation nicht zum Spielball von Medizin, Eltern- und Ehepartnermeinung werden wollt, dann informiert euch doch mal über eine Patientenverfügung unter
http://www.mgsff.nrw.de/familienratgeber/lebensphasen/infos_generationen/index2.htm
Ich kann gut verstehen dass man als Mutter sein Kind einfach nicht loslassen KANN, das hat nichts mit medizinischer Argumentation oder Logik oder Vernunft zu tun. Die Frage ist nur: sollte Terry Schiavo überhaupt erwachen, sollte dieser unwahrscheinliche Fall tatsächlich eintreffen: was für ein "Leben" wäre denn das noch nach einem monatelangen Hirntod?
Meiner Meinung nach sollte man Terry Schiavo in Ruhe einschlafen lassen. Da das aber nicht möglich ist, würde sie im Falle der aktiven Sterbehilfe verhungern und da sieht das ganze für mich schon wieder ganz anders aus. Ich weiß es einfach nicht...
Meiner Meinung nach sollte man Terry Schiavo in Ruhe einschlafen lassen.
Wie sollte das aussehen ?, ich kenn mich da nicht aus.
Die rechtskonservativen Christen, sollten endlich einsehen, dass das Leben nicht unendlich ist, sondern endlich. Ich habe das Gefühl, dass sie sich auf die gleiche Ebene wie Gott stellen wollen, denn sie wollen das Schiavo's Leben künstlich am leben erhalten.
Denn gäbe es diese lebensverlängerten Maschinen würde sie doch längst über den Jordan gegangen sein. Also ist es Menschenhand, die im Spiel ist.
Und das sage ich als Christ, damit hier keine Schubladen aufgerissen werden.
FrauMahlzahn
25.03.2005, 14:26
Jetzt kommt meine Meinung:
Wachkoma bedeutet, dass das Gehirn nach einem schweren Traume/Verletzung erstmal "die Sicherung rausnimmt", nur noch die lebenswichtigen Regionen (Atmung, Herzschlag etc.) aktiv hält und versucht sich zu regenerieren bzw. das Trauma zu verarbeiten.
Im Fall Schiavo hat das Gehirn aber nach Meinung der Ärzte seinen Dienst komplett aufgegeben...Hirntod.[/url]
Nach allem, was ich darüber gelesen habe, ist Terri Schiavo aber eben NICHT hirntot, sondern befindet sich im Wachkoma, das ist ein großer Unterschied. Mehr über diese Krankheit hier: http://info.uibk.ac.at/c/c6/bidok/texte/forschungsergebnisse.html
Um es kurz zu machen, ein Zitat daraus: "Jedoch kann gerade in Kenntnis subliminaler Wahrnehmungen und dissoziativer Bewußtseinszustände bei Menschen im Koma und Wachkoma - selbst nach schwerster Hirnschädigung - weder von einem völligen "Ausfall des Bewußtseins" noch von einer Leidens- und Empfindungsunfähigkeit gesprochen werden (Dörner, 1994; 1996; Eibach et al., 1996; Hannich & Dierkes, 1996; Zieger, 1996a-d)..."
Dass hier einem schwerkranken Mensch einfach die Hilfe verweigert wird, dass man ihn verhungern und verdursten lässt, finde ich unfassbar. Für die Eltern muss das jetzt die absolute Hölle sein. :(
Nach allem, was ich darüber gelesen habe, ist Terri Schiavo aber eben NICHT hirntot, sondern befindet sich im Wachkoma, das ist ein großer Unterschied....... Dass hier einem schwerkranken Mensch einfach die Hilfe verweigert wird, dass man ihn verhungern und verdursten lässt, finde ich unfassbar. Für die Eltern muss das jetzt die absolute Hölle sein. :(
Hallo Frau Mahlzahn (...lustiger Name übrigens :-) )
wenn ich falsch informiert bin und Mrs. Schiavo nicht total hirntod ist sondern im Wachkoma liegt, dann bin ich mit dir vollends einer Meinung... ihr sollte keine Hilfe verweigert werden, d.h. Ihr sollte die Chance und die Zeit zum "Aufwachen" gegeben werden...
liebe Grüße
Also ich hab mich da auf das Urteil der Experten gestützt und die sagen sie sei Hirntod.
FrauMahlzahn
25.03.2005, 15:19
Also ich hab mich da auf das Urteil der Experten gestützt und die sagen sie sei Hirntod.
Nein, sie befindet sich wohl im Wachkoma. Mehr dazu auch hier: http://www.stern.de/wissenschaft/mensch/index.html?id=538120&nv=ct_mt
Nein, sie befindet sich wohl im Wachkoma. Mehr dazu auch hier: http://www.stern.de/wissenschaft/mensch/index.html?id=538120&nv=ct_mt
Na Ja, aber das ist nicht Fall bezogen, sondern allgemein zum Thema Wachkoma. Ich weiß nicht. Ich will mir da kein Urteil erlauben, denn dazu hab ich nicht weder das nötige Fachwissen, noch hab ich sie zu Gesicht bekommen. Meine Ausführungen gelten für den Fall das sie Hirntod ist (wovon ich nach den Berichten über diesen Fall in denen dies so dargestellt wurde ausgegangen bin). Sollte sie nicht Hirntod sein, wäre der Fall ein wenig anders geartet.
FrauMahlzahn
25.03.2005, 15:44
Na Ja, aber das ist nicht Fall bezogen, sondern allgemein zum Thema Wachkoma. Ich weiß nicht. Ich will mir da kein Urteil erlauben, denn dazu hab ich nicht weder das nötige Fachwissen, noch hab ich sie zu Gesicht bekommen. Meine Ausführungen gelten für den Fall das sie Hirntod ist (wovon ich nach den Berichten über diesen Fall in denen dies so dargestellt wurde ausgegangen bin). Sollte sie nicht Hirntod sein, wäre der Fall ein wenig anders geartet.
Also, ich lese immer nur, dass sie im Wachkoma liegt... Wäre sie hirntot, könnte sie doch auch überhaupt nix mehr, ich meine, dann wäre sie WIRKLICH tot. Auf http://www.terrisfight.net/ sind Videos von ihr. Ich sehe darauf einfach nur eine schwerstkranke, pflegebedürftige Frau, aber keine Tote bzw. im Sterben Liegende.
Also, ich lese immer nur, dass sie im Wachkoma liegt... Wäre sie hirntot, könnte sie doch auch überhaupt nix mehr, ich meine, dann wäre sie WIRKLICH tot. Auf http://www.terrisfight.net/ sind Videos von ihr. Ich sehe darauf einfach nur eine schwerstkranke, pflegebedürftige Frau, aber keine Tote bzw. im Sterben Liegende.
Das ist nicht zwangsläufig so. So lang die für die lebenserhaltenden Funktionen zuständigen Hirnregionen (Stammhirn) intakt sind könnte sie trotz allem Leben, auch ohne ein Bewußtsein zu haben.
Ich verstehe nicht, warum man diese arme Frau nicht einfach gehen lässt...
Eiskristallin
25.03.2005, 19:05
Ich frage mich, wie ein gewisser G.W.B. es überhaupt wagen kann, sich als großer Befürworter des Lebens darzustellen und mit allen möglichen Mitteln zu versuchen, den Lauf der Dinge um 180 Grad zu verändern. Er, der sich offen zur Todesstrafe bekennt. Er, der die Verantwortung für tausende Opfer in Afghanistan und Irak trägt. Er, der das Leben seiner Soldaten zum Zwecke eigener Bereicherung und Machtvergrößerung fahrlässig aufs Spiel setzt. Und er nennt sich dabei noch "Christ" und beruft auf Gott!? Sowas macht mich einfach nur (innerlich) wütend.
genau genau so ist es. widerlich.
Eiskristallin
25.03.2005, 19:10
nachdem die komapatientin als sie noch gesund war, gesagt hatte, daß sie in einem solchen zustand nicht am Leben gehalten werden wolle und nachdem es meiner ansicht nach glaubwürdig ist, wenn ihr ehemann beteuert, daß dies ihr wille sei, hat man sich daran zu halten, vor allem wenn keine chance auf besserung ihres zustandes besteht. das ist meine ansicht.
Und die Krönung der Verlogenheit sind doch mal wieder diese fanatischen Christen/Moralisten, die jetzt dem Richter und dem Mann mit Mord drohen. Lynchstimmung. Genauso krank und daneben wie die extremistischen Abtreibungsgegner, die Ärzte/Abtreibungsbefürworter/Frauen, die abgetrieben haben, bedrohen oder ihnen gar etwas antun. Haha. Sehr christlich. Soviel zum "Schutz von Leben" - der darf dann mit dem Auslöschen von Leben durchgesetzt werden, oder was? Oder geht es um Blutrache? Wohl mehr im Alten als im Neuen Testament gelesen. Oder etwa gar nicht, sondern nur fundamentalistischen Predigern zugehört? :mad:
Das schlimmste ist was jetzt in den USA abläuft. Die religiöse Rechte droht jenen mit Hölle die die passive Sterbehilfe befürworten. Sie fordern von Jeb Bush, das er sie mit Gewalt aus dem Hospiz holen soll. Jeb Bush hat es allerdings abgelehnt noch irgendwas zu unternehmen. Er machte deutlich das er nicht seine Kompetenzen überschreiten werde.
Na, wir meckern hier mal wieder synchron, scheint mir. :D
Na, wir meckern hier mal wieder synchron, scheint mir. :D
Wollt ich auch gerade schreiben. ;)
FrauMahlzahn
25.03.2005, 19:34
genau genau so ist es. widerlich.
Ja? Sehe ich nicht so. Bush hat sich hier dafür eingesetzt, dass man eine schwerstbehinderte Frau nicht verhungern und verdursten lässt und das finde ich mal ausnahmsweise ganz korrekt.
Ja? Sehe ich nicht so. Bush hat sich hier dafür eingesetzt, dass man eine schwerstbehinderte Frau nicht verhungern und verdursten lässt und das finde ich mal ausnahmsweise ganz korrekt.
Es wird aber zu Heuchelei, wenn man seinen Lebenslauf betrachtet. Er setzt sich ja nur aus polit taktischen Gründen ein. Das Leben der Frau ist ihm eigentlich egal.
FrauMahlzahn
25.03.2005, 19:44
Es wird aber zu Heuchelei, wenn man seinen Lebenslauf betrachtet. Er setzt sich ja nur aus polit taktischen Gründen ein. Das Leben der Frau ist ihm eigentlich egal.
Das sind doch nur Deine Mutmaßungen. Ich denke, dass auch ein Mensch wie Bush (dessen Fan ich weiß Gott nicht bin) Mitleid mit einer Schwerstkranken und ihren Eltern haben kann.
Das sind doch nur Deine Mutmaßungen. Ich denke, dass auch ein Mensch wie Bush (dessen Fan ich weiß Gott nicht bin) Mitleid mit einer Schwerstkranken und ihren Eltern haben kann.
Dieser Mann ist ein gefährlicher schwer gestörter Mensch. Das es kein Mitleid ist sondern polit taktisch läßt sich dadurch beweisen das das Gesetz nur einmalig Anwendung findet. Was ist den mit den anderen behinderten Menschen, deren Eltern haben kein Recht zu klagen.
Ja? Sehe ich nicht so. Bush hat sich hier dafür eingesetzt, dass man eine schwerstbehinderte Frau nicht verhungern und verdursten lässt und das finde ich mal ausnahmsweise ganz korrekt.
Diese Frau lebt doch gar nicht mehr - zumal sie selbst festgelegt hat, dass sie in einem solchen Fall nicht am Leben erhalten werden möchte.
Leben um jeden Preis? Meine Meinung: Ein klares Nein!
FrauMahlzahn
25.03.2005, 20:04
Diese Frau lebt doch gar nicht mehr - zumal sie selbst festgelegt hat, dass sie in einem solchen Fall nicht am Leben erhalten werden möchte.
Das ist ja das Problem. Sie hat eben NICHT festgelegt, dass sie in einem solchen Fall nicht am Leben gehalten möchte. Alles stützt sich nur auf die Aussage ihres Ehemanns, der nach 8 (oder 9) Jahren plötzlich sich daran erinnerte, dass sie ja eigentlich sterben wollte. Komisch, ja?
Die Bilder und Videos von ihr zeigen was ganz anderes. Nämlich eine schwerstbehinderte Frau, die sehr wohl noch positive Gefühlsregungen zeigt, wenn sie besucht wird, wenn man mit ihr spricht und dergleichen bestätigen auch Ärzte und Pfleger immer wieder von Wachkomapatienten. Mal ganz abgesehen davon, dass sogar nach 20 Jahren noch Menschen aus Wachkomas herauskamen: Wie können es sich Menschen anmaßen zu entscheiden, was lebensunwert ist? Ich denke gerade an die schwerstbehinderte Tochter von meinen Bekannten, die über 13 - 14 Jahre bis zu ihrem Tod rund um die Uhr liebevoll gepflegt wurde. Weiß gar nicht, was sie genau alles hatte, auf alle Fälle konnte sie wirklich nur herumliegen, sonst so gut wie nichts. Hätte man da auch sagen sollen: "Wir lassen sie jetzt lieber verhungern und verdursten."?
FrauMahlzahn
25.03.2005, 20:18
http://www.wissen.swr.de/sf/begleit/bg0047/bl04.htm
Noch ein Link zum Thema Wachkoma.... boah, seit zwei Tagen klicke ich mich jetzt schon durch dieses Thema, sollte langsam echt damit aufhören. Anfangs dachte ich ja auch, hier geht es nur um hysterische Eltern, die nicht den Tod ihres Kindes wahrhaben wollen. Aber inzwischen hat sich meine Meinung wirklich geändert. Ich find's einfach nur noch schlimm, was da in Amerika abgeht und ich hoffe, hoffe, dass sowas wenigstens hier nie möglich sein wird.
http://www.wissen.swr.de/sf/begleit/bg0047/bl04.htm
Noch ein Link zum Thema Wachkoma.... boah, seit zwei Tagen klicke ich mich jetzt schon durch dieses Thema, sollte langsam echt damit aufhören. Anfangs dachte ich ja auch, hier geht es nur um hysterische Eltern, die nicht den Tod ihres Kindes wahrhaben wollen. Aber inzwischen hat sich meine Meinung wirklich geändert. Ich find's einfach nur noch schlimm, was da in Amerika abgeht und ich hoffe, hoffe, dass sowas wenigstens hier nie möglich sein wird.
Na Ja, aber egal wie man es sieht. das handeln der politischen Führung und der religiösen Rechte ist auf jeden Fall verurteilenswert. die Frau wird als Spielball für politische Zwecke mißbraucht. Und über die Mordrohungen der religiösen Rechte brauchen wir ja gar nicht zu sprechen
@Nico: das weiß ich nicht - ich bin kein Mediziner, aber es wäre eine Art von Sterbehilfe die ich human fände. Zu den anderen Aspekten Gott/Mensch/Bush möchte ich mich gar nicht äussern.
@Dreamer: das mit dem Hirntod habe ich nirgendwo gelesen sondern in den Nachrichten gehört - mehrmals...
@Nico: das weiß ich nicht - ich bin kein Mediziner, aber es wäre eine Art von Sterbehilfe die ich human fände. Zu den anderen Aspekten Gott/Mensch/Bush möchte ich mich gar nicht äussern.
@Dreamer: das mit dem Hirntod habe ich nirgendwo gelesen sondern in den Nachrichten gehört - mehrmals...
Ich hatte es in einer Zeitschrift gelesen
FrauMahlzahn
26.03.2005, 00:46
@Dreamer: das mit dem Hirntod habe ich nirgendwo gelesen sondern in den Nachrichten gehört - mehrmals...
Das ist merkwürdig. Egal, ob Spiegel, Stern oder FAZ: ich lese wirklich immer nur von der Wachkomapatientin, nie was von Hirntod. :ichnicht:
@FrauMahlzahn
Der Hauptstreitpunkt ist ja die Frage ob ein Bewußtsein noch vorhanden ist. Das Urteil wurde mit der Annahme begründet das sie Hirntod sei. Von der passiven Sterbehilfe überhaupt nichts mitbekommen würde. Verhungern und Verdursten wirkt auf das Bewußtsein, dort findet das Leiden eines hungernden oder durstenden Menschen statt, d.h. sollte kein Bewußtsein vorhanden sein ist es absolut schmerz und leidfrei.
Die Frage ob sie wieder aufwacht ist allerdings auf jeden Fall geklärt. sie wird auf keinen fall wieder aufwachen. Die Regionen in ihrem Gehirn die dafür nötig wären sind irreperable geschädigt und der Glaube sie könnte wieder aufwachen ist pures verschließen vor der Realität. sie wird auf jeden Fall den Rest ihres Lebens dahinvegetieren.
Das Gericht hattte nun zwei Fragen zu klären. Erstens würde Terri Schiavo unter diesen Umständen noch leben wollen? Zweitens hat sie ein Bewußtsein oder ist sie Hirntod? Die erste Frage konnte nicht eindeutig geklärt werden. Die zweite Frage wurde durch unabhängige Spezialisten geprüft, die den Hirntod attestierten. Laut dem was ich über den Fall mitbekommen habe, sollen sich die Hirnregion, die fürs Bewußtsein zuständig sind verflüssigt haben was heißt es gibt keinerlei Chance mehr. Sie soll keinerlei Bewußtsein mehr haben.
Dieser Fall hat allerdings so einige wachgerüttelt. Die Frage wie in derartigen Fällen gehandelt werden soll muß gklärt werden. Ich für meinen Teil würde in so einem Fall den Tod vorziehen. so möchte ich nicht dahinvegetieren.
Das mit dem "verflüssigten Gehirn" (klingt fies...) und dass "mittlerweile der Hirntod der Patientin diagnostiziert wurde, die aber schon seit Jahren im Wachkoma liegt" war genau das, was ich auch gehört habe - auf B3 und WDR Nachrichten. Ich glaube der Unterschied oder einer der Unterschiede ist, dass sie nicht beatmet werden muß. Also das mit dem Wachkoma stimmt schon, das mit dem Hirntod ist anscheinend noch nicht so lange so.
Hier habe ich noch was gefunden
http://www.sun-sentinel.com/features/health/sfl-rxct24mar24,0,5587981.story
...weitere Diskussionen würden dann wohl auf ethischer Ebene ablaufen, denke ich.
Oh man, die arme Frau.
Erstmal, was ihr generell passiert ist. Das mit ihrem Gehirn hört sich wirklich fies an. :(
Und jetzt nur noch Gegenstand zu sein - von wissenschaftlichen Untersuchungen, Spekulationen, familiären und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und medialer Distanzlosigkeit (diese Bilder von ihr - ohne ihr Einverständnis! - zu zeigen) rund um den Globus ... Vom Subjekt zum Objekt in so vielen Dimensionen ... Das macht mich richtig traurig.
Ich weiß nur, dass ich SO nicht enden möchte ...
Es ist einfach nur noch krank. Gerade wurde im Fernsehen von Demonstrationen der religiösen Rechten berichtet. Kinder werden instrumentalisiert (einfach nur wiederlich). Ein Mann setzte auf den Ehemann von Terri Schiavo ein Kopfgeld aus (mittlerweile wurde er verhaftet und wartet auf seine Verhandlung). Ein weiterer Mann wurde verhaftet weil er versuchte Terri Schiavo zu entführen. Die Richter bekamen Morddrohungen. Wenn man das alles so sieht wird einem regelrecht schlecht in Angesicht solch heuchlerischer wiederwärtiger Menschen, die die Lügen verbreiten das sie für das Leben seien und durch ihr Handeln zeigen das sie keinerlei Achtung vor dem Leben haben.
Wie kann man behaupten für das Leben zu sein, wenn man anderen Menschen mit Mord droht bzw ein Kopfgeld aussetzt, wenn man Kinder für politische Zwecke mißbraucht. Das diese Menschen sich Christen nennen ist eine Beleidigung für jeden wahren Christen.
Bush hat durch sein eingreifen in diesem Fall kräftig an Sympathien verloren. Nur 31% der Amerikaner empfanden sein eingreifen als angemessen. Nur 45% der Amerikaner zeigen sich zufrieden mit ihrem Präsidenten. Das sind die schlechtesten Umfrage Ergebnisse seit 2000.
Der Polit Poker der Bush Familie ging damit nach hinten los. Eine große Mehrheit der Amerikaner empfand das politische Theater um Terri Schiavos Leben als unwürdiges Schauspiel.
Eiskristallin
27.03.2005, 11:09
Bush hat durch sein eingreifen in diesem Fall kräftig an Sympathien verloren. Nur 31% der Amerikaner empfanden sein eingreifen als angemessen. Nur 45% der Amerikaner zeigen sich zufrieden mit ihrem Präsidenten. Das sind die schlechtesten Umfrage Ergebnisse seit 2000.
Der Polit Poker der Bush Familie ging damit nach hinten los. Eine große Mehrheit der Amerikaner empfand das politische Theater um Terri Schiavos Leben als unwürdiges Schauspiel. na endlich.
na endlich.
Synchrondenken *grinsel*
FrauMahlzahn
27.03.2005, 18:02
Hmm, ich stelle mit Erschrecken fest, dass Bush mir immer sympathischer wird - eben weil er sich für eine schwerstbehinderte Frau eingesetzt hat, obwohl die Mehrheit der AmerikanerInnen für deren Tod ist. Übrigens hier noch ein allerletzter Link, der mir heute vollends den Rest gegeben hat:
http://www.worldnetdaily.com/news/article.asp?ARTICLE_ID=43463
Es ist echt ne Tragödie, fürchterlich... :(
Eiskristallin
27.03.2005, 18:07
Hmm, ich stelle mit Erschrecken fest, dass Bush mir immer sympathischer wird
das würde mich allerdings auch erschrecken. erst recht, wenn es wegen terri schiavo ist, die er ausschließlich als vehikel für seine "politik" verwendet.
@Frau Mahlzahn
Da hast du was falsch verstanden. Sie sind nicht für den Tod von Terri Schiavo. sie haben halt nur demokratisches Verständnis. Viele von denen die Bushs handeln ablehnen sind auf Seiten der Eltern. Bush kann nicht Gesetze aushebeln und nutzen wie er will. Allein darum geht es.
das würde mich allerdings auch erschrecken. erst recht, wenn es wegen terri schiavo ist, die er ausschließlich als vehikel für seine "politik" verwendet.
Genauso ist es. Ich finde es erschreckend wie Bush eine hilflose, behinderte Frau für seine Zwecke mißbraucht
FrauMahlzahn
27.03.2005, 18:31
das würde mich allerdings auch erschrecken. erst recht, wenn es wegen terri schiavo ist, die er ausschließlich als vehikel für seine "politik" verwendet.
Das sehe ich aber nicht so. Jetzt erst recht nicht mehr. Es stand schon Tage vor seiner Einmischung fest, dass die Mehrheit der Amerikaner den Tod der schwerstbehinderten Terri Schiavo wünscht.
Genauso ist es. Ich finde es erschreckend wie Bush eine hilflose, behinderte Frau für seine Zwecke mißbraucht
Wobei man sagen muss, dass der "kleine" Bush im direkten Vergleich besser abschneidet als sein Bruder - so vom rein subjektiven, menschlichen Eindruck her, meine ich. Zumindest wirkt er auf mich so. Ist natürlich alles relativ zu sehen - bei der Familie. ;)
Mittlerweile wurde eine Autopsie durchgeführt. Diese Autopsie gibt Michael Schiavo und den Gutachtern in allen Punkten recht. Das Gehirn war wirklich irreperable geschädigt. Das Ausmaß war wie angenohmen verherrend.
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