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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der Papst....


indigoeyes
01.04.2005, 21:47
Obwohl ich nicht katholisch bin und eigentlich nix mit der Kirche und ihrer Politik an sich am Hut habe, nimmt es mich doch irgendwie mit, dass der Papst im Sterben liegt...wie geht es euch dabei?

Das Gleiche war, als ich erfahren habe, dass Lady Di gestorben ist bzw. am 11. September...kann mich dieser kollektiven Trauer irgendwie nicht entziehen....(Weltschmerz?)

Sternenfee
02.04.2005, 13:33
ich bin katholisch und ich hoffe nur, dass er bald zu Gott gerufen wird, denn er leidet ja schon sehr lange und ein Papst kann nicht in Rente gehen, wie alle anderen. Es wird aber was fehlen, denn er war gut, und mitfühlend, und er hat isch bei der Politik nie zurü+ckgehalten, ich werde ihn vermissen und ihn im Herzen behalten.

Fränky
02.04.2005, 14:08
Ja...der Papst.

Schon als das ganze Anfing, in den letzten Wochen, dass er immer wieder in die Klinik muss, sagte ich meinem Bruder ''die werden ihn umbringen''.
Es ist einfach krank. Kaum hat er etwas kanpp überlegt, schon muss er sich wieder ans Fenster setzen und winken. Die sollen den doch einfach in Ruhe lassen...ich glaub, jetzt haben sie es geschafft...Ich denke, er wird das Wochenende nicht überleben.

Ich bemitleide den Mann, auch wenn ich die ganze Religion an sich doof finde (bin katholisch, habe Gründe dafür)...es erinnert mich irgendwie an....Puppentheater oder Caspertheater...Der Papst wird ans Fenster gesetzt, soll ein paar Worte reden, schafft es nicht -> Mikrofon weg, Vorhang zu, Ende der Vorstellung. Ich weiss, es klingt witzig aber es ist eigentlich sehr traurig...

Wenn es denn soweit sein sollte:

Ruhe in Frieden

Robin
02.04.2005, 16:01
Auch mir geht das öffentliche Sterben des Papstes nah. Was mich parallel dazu beschäftigt, ist der Gedanke, dass viele alte Menschen auf ähnliche Weise sterben. Jedoch meist allein. Im Pflegeheim, Krankenhaus, wo auch immer. Selten umgeben von ihren Lieben. Ok, der Papst hat auch keine. Insofern könnte man ihn beinahe als "Stellvertreter" dieser alten Menschen sehen...wenn das jetzt nicht zu überspannt klingt.

sibel
02.04.2005, 22:41
Der Papst ist nun gestorben...........

Fränky
02.04.2005, 22:41
21:37 Uhr.

indigoeyes
02.04.2005, 23:02
Ja...requiescat in pace. Jetzt hat er´s endlich hinter sich und kann seinen ganz persönlichen Frieden finden....

@Fränky: Ich bin mir nicht sicher, ob er gezwungen wurde, die ganzen öffentlichen Auftritte trotz seiner Krankheit zu absolvieren. So wie ich ihn einschätze, wollte er das auch noch unbedingt, einfach auch um ein Statement zu setzten, dass man alte und kranke Menschen eben nicht in irgendeinem Hospiz verstecken soll, sondern sie weiterhin ein Teil unserer Gesellschaft sein lassen soll.
Von daher kann man es auch als etwas sehr Positives ansehen....aber wie immer: man kann nur spekulieren, man weiß nie, was hinter den Mauern vorgeht, ganz besonders nicht hinter den Mauern des Vatikans....

Robin
03.04.2005, 00:17
oh, der Papst ist schon gestorben? Merkwürdig, ich hatte gedacht, er würde es dieser Tage tun. Ich finde es eigenartig, dass er am Freitag (traditionellerweise der Todestag Jesu)begann, zu sterben. Und nun ist er gestorben, vor Sonntag (dem Tag der Auferstehung)...mich berührt das...wie muß ihn das geschmerzt haben, seine körperliche Hinfälligkeit, wo er doch einst ein so athletischer Mensch war.
Ja, möge er in Frieden ruhn.
Robin

P.S. Gibt es eigentlich das Thema "Tod, Sterben; Trauer" hier im Forum?

indigoeyes
03.04.2005, 00:30
Das Thema Tod kam mal in ner Diskussion über Tabuthemen auf, aber einen eigenen Thread gibt´s dazu nicht...wäre aber mal interessant.

indigoeyes
03.04.2005, 00:30
Glaube zumindest, dass es keine gibt...(bin ja noch niht so lange hier)...

Dreamer
03.04.2005, 10:06
http://www.empfindsam.de/showthread.php?t=192&page=2&pp=20

glasperlenspielerin
05.04.2005, 13:01
was glaubt ihr eigentlich, wer nachfolger wird?

http://www2.onnachrichten.t-online.de/dyn/c/34/01/68/3401686.html

diesen ratzinger finde ich schon von seiner ausstrahlung her gespenstisch. er hat diesen typisch finstren gesichtsausdruck vor dem man als kind tierisch angst hat.. er hat nichts warmherziges an sich, sondern diese typische "kühle" alter kirchenmänner -wohingegen ich jetzt neulich noch mal ne doku über papst j.p. II gesehen habe -in jüngeren jahren sah der ja wirklich aus wie so ein "netter pole" (dieses typisch verschmitzt-charmant, zurückhaltende lächeln..).

ein lateinamerikaner oder afrikaner wirds wohl kaum werden, obwohl es -in meinen augen- der "aufpolierung" des kirchenimages sehr gut tun würde, weil das licht damit endlich dorthin getragen würde, wo es nötig wäre.

glasperlenspielerin
05.04.2005, 13:02
hier sind übrings alle bewerber

http://www.spiegel.de/fotostrecke/0,5538,PB64-SUQ9ODk0NyZucj0xMA_3_3,00.html

mein persönlicher favorit wäre er:

"Francis Arinze, 72 Nigeria: 1958 zum Priester geweiht, war mit 32 Jahren der weltweit jüngste Bischof. 1985 an die römische Kurie berufen. Dort fungierte er bis vor zwei Jahren als Päpstlicher Rat für den interreligiösen Dialog. Danach Nachfolger des chilenischen Kardinals Medina Estevez als Chef der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung. Arinze gilt als Reformer. Er wirkt fröhlich und ist im Ton konziliant. Er ist der einzige Afrikaner, der ein vatikanisches Amt leitet und wäre der erste dunkelhäutige Papst. "

er strahlt schon optisch eine ansteckende herzlichkeit udn wärme aus, die "authetisch" wirkt, -im gegensatz zu diesen aufgesetzten finstermienen -furchtbar! (s. ratzinger)

Michel
05.04.2005, 14:30
ein lateinamerikaner oder afrikaner wirds wohl kaum werden, obwohl es -in meinen augen- der "aufpolierung" des kirchenimages sehr gut tun würde, weil das licht damit endlich dorthin getragen würde, wo es nötig wäre.

Die Leute dort brauchen was zu essen, mehr Entwicklungshilfe...und kein "Opium".

Ich sehe eher, dass die Menschen in den modernen westlichen Staaten in einer Sinnkrise sind - die Kirche verliert an Einfluss, was ich gut finde.

glasperlenspielerin
05.04.2005, 14:37
Die Leute dort brauchen was zu essen, mehr Entwicklungshilfe...und kein "Opium".

Ich sehe eher, dass die Menschen in den modernen westlichen Staaten in einer Sinnkrise sind - die Kirche verliert an Einfluss, was ich gut finde.

aber ein schwarzer papst würde vllt zumindest zur erinnerung dafür, dass es andererorts menschen gibt, die sich nicht in der priviligierten lage befinden, dass sie nur an einer "sinnkrise" und nicht an hunger, ausbeutung und krieg leiden.

Robin
05.04.2005, 15:25
...wäre auch mein Favorit. Immerhin war Johannes Paul II der Meinung, dass wahre Erneuerung und Belebung der Kirche nur aus Ländern wie Afrika, Südamerika etc.kommen kann. Und das glaub ich wohl. Könnte mir vorstellen, dass ein afrikanischer Papst das Thema "AIDS und Kondome" anders behandeln würde, als sein Vorgänger. Aber: Theologie ist eine Wissenschaft für sich! - Ja, der Ratzinger...spekuliert auf den Papstthron, aber wird ihn wohl nicht bekommen, weil sein Intrigenspiel letztlich zu offensichtlich geworden ist. Sodano übrigens, der die Messe auf dem Petersplatz leitete, könnte ich mir auch vorstellen.
Jedoch: Wer auch immer gewählt wird, steht in einem großen Schatten. Die Menschen werden "Johnnie Walker" (wie eine Lehrerin von mir liebevoll sagte), lange in Erinnerung behalten. Trotz seiner Gespaltenheit und Rigidität war er einfach - charismatisch. Da beißt die Maus keinen Faden ab.
R.

Dreamer
06.04.2005, 07:21
Die Leute dort brauchen was zu essen, mehr Entwicklungshilfe...und kein "Opium".

Ich sehe eher, dass die Menschen in den modernen westlichen Staaten in einer Sinnkrise sind - die Kirche verliert an Einfluss, was ich gut finde.

Das sehe ich genauso. Ein schwarzer Papst wäre reines Kalkül und hat wenig mit einer wirklichen Veränderung zu tun. In der westlichen Welt leidet die Kirche unter Mitgliederschwund. Was vor allem an ihrer unnachgiebigen Haltung liegt an veraltete Thesen festzuhalten (mal ehrlich wer hält sich an das Verhütungsverbot, selbst der größte Teil der Katholiken hält sich nicht daran, denn sonst hätten wir in Europa nicht so einen Geburtenrückgang. Ich bezweifle doch sehr das die Katholiken enthaltsam leben. ;) ). Außerdem wird damit einfach dem Umstand Rechnung getragen das die Kirche ihre Mitglieder vor allem in der dritten Welt um sich scharrt.

Robin
06.04.2005, 08:34
...Johannes Paulus I wurde auch aus "reinem Kalkül" gewählt (das war vor Deiner Zeit, 1978) ;) und hat in den nur 33 Tagen seines Pontifikiats Dinge auf die Beine stellen wollen, die verkrustete Strukturen aufbrechen wollten. Um seinen plötzlichen Tod ranken sich bis heute Gerüchte.
Auch Johannes XXIII wurde, weil alt, aus reinem Kalkül gewählt...und er hat das Vatikanum II einberufen, weil er "die Fenster aufreißen und frischen Wind in die Kirche" lassen wollte.

Robin

Eiskristallin
06.04.2005, 11:42
Ich sehe eher, dass die Menschen in den modernen westlichen Staaten in einer Sinnkrise sind - die Kirche verliert an Einfluss, was ich gut finde.
stimme dir völlig zu. eine frage bleibt: wie die sinnkrise füllen?

neo2001
19.04.2005, 18:24
Ein neuer Papst ist soeben gewählt worden. ;)

Eiskristallin
19.04.2005, 18:36
wenns ratzinger oder schönborn ist geb ich mir die kugel

neo2001
19.04.2005, 18:39
wenns ratzinger oder schönborn ist geb ich mir die kugel

Ich hoffe doch eine Mozartkugel!? :D ;)

Vicky
19.04.2005, 18:40
wißt ihr denn schon wer es ist? auf rtl habens sie es noch nicht gesagt.

neo2001
19.04.2005, 18:43
Ratzinger

Vicky
19.04.2005, 18:44
ein deutscher papst, ich bin geplättet.

Eiskristallin
19.04.2005, 18:46
ich geb mir die kugel

Robin
19.04.2005, 18:49
DAS gibt ne Kirchenspaltung.

Eiskristallin
19.04.2005, 18:50
DAS gibt ne Kirchenspaltung.
hoffentlich

nanook
19.04.2005, 18:52
ich weiss ja nix über den, aber ich find den komisch :p
seine augen ... irgendwie kann ich denen nicht glauben dass sie zu einem idealisten gehören. sie habe für mich was sehr egozentrisches verschwörerisches machtorientiertes :hmm:
naja, nur der aller erste eindruck ...

er soll ein guter theologe sein. aber das hört sich nach auswenig gelernt an. das paulchen hatte sich seinen schmu wenigstens selbst ausgedacht und dran geglaubt ...

Vicky
19.04.2005, 18:54
in der position als papst hat man ja auch eine gewisse macht. zieht leute an.
arme keetah*gg* hoffentlich hast du noch genug mozart oder ferrero im haus!!

Dreamer
19.04.2005, 18:55
Warum ausgerechnet der. :arghh:

Robin
19.04.2005, 18:59
Kann nur als Interims-Papst gedacht sein...den Leuten die Erinnerung an Johannes Paul II austreiben, damit Kirchens so richtig Gas geben können: "Vorwärts, Leute, wir müssen zurück!"
Ja, die Augen...ist mir auch schon aufgefallen. Güte steckt da gewiß nicht drin. *seufz*

Eiskristallin
19.04.2005, 19:08
in der position als papst hat man ja auch eine gewisse macht. zieht leute an.
arme keetah*gg* hoffentlich hast du noch genug mozart oder ferrero im haus!!
aber natürlich. wir ösis ertrinken fast in mozartkugeln.. ;)

Eiskristallin
19.04.2005, 19:18
hoffentlich gibts jetzt ordentlich viele kirchenaustritte

Digger
19.04.2005, 19:28
Daß Ratzinger Papst wird, hat mir meine Intuition gesagt. Auf die kann ich mich meistens verlassen. Aus der Sicht der Kirche ist er auch der richtige Mann für den Posten. Und wer außer ihm könnte durch sein bloßes Auftreten den ganzen Petersplatz zu Eis erstarren lassen? :rolleyes: *fröstel* :(

natura
19.04.2005, 20:26
ich geb mir die kugel

Jedes Amt formt die Inhaber.
Lasst ihm "100 Tage" Zeit und dann werdet ihr sehen ob er wie einst Kardinal Ratzinger wirkt oder wie er als Benedikt XVI wirkt.

Da können Wandlungen möglich sein, die man sich im Moment nicht vorstellen kann.

Ich bin weder katholisch noch ein Freund von Ratzinger und verstehe daher euer Entsetzen.
Doch ich denke, er ist im Grunde sanfter als er oft nach Aussen wirkte. Nun wird das Leben zeigen ob er diesen warmen kreativen Teil in sich, zeigen und in diesem Amt ausleben kann.
Gebt ihm in euren Herzen eine Chance. ;)

Fränky
19.04.2005, 20:35
Hmmm....
Ich finde, Päpstgee haben schon sehr viel Müll gebaut, früher zumindest und der Ratzinger will das alles ''wiederherstellen'' ?

Zu Hitlers Zeiten, hatte der Papst einen Vertrag mit Hitler.
Aber auch sonst, haben die in den letzten +/- 2000 Jahren viel Mist gebaut:
www.kirchenopfer.de

zenzero nero
19.04.2005, 20:39
Konstantin Wecker im Jahre 78 des vorigen Jahrhunderts, mir scheint mit ewiger Gültigkeit:

Habemus Papam

Wir haben einen neuen Papst
Jausa
einen neuen Papst
der neue Papst ist besser
ja besser
als der alte Papst
jeder neue Papst ist besser
wir wollen täglich einen neuen
frischen Papst
jausa
ja täglich
täglich
einen neuen
funkelnagelneuen Papst
schon morgen fangen wir an
morgen schon wollen wir einen niegelnagelneuen
Papst
und den alten schaffen wir ab
und übermorgen schaffen wir den neuen ab
zuerst einen neuen
und dann abschaffen
jausa
jausa
wir schaffen gleich am besten alle ab
bevor der Neue da ist
wird er abgeschafft
dann sparen wir Geld
und Gebete und Tränen
und dann verkaufen wir den ganzen Vatikan
zum Schleuderpreis
zum ersten
zum zweiten
zum dritten
zum Schleuderpreis
Vatikan gefällig
frisch erhaltene Pieta
Juwelen, Fresken und Ornate
Päpste
konzilerprobt
und heilige Banken
und Häuser und Straßen und Seen und Paläste
billig abzugeben
kaufen Sie sich einen Papst
oder wenigstens einen Kardinal
oder einen Erzbischof
vielleicht fürs Parteibüro einer christlichen Partei
und dann verschenken wir das Geld
nein
nein
wir geben es zurück
geben es einfach wieder zurück
jausa
das wird ein Fest
wenn die Jahrhunderte Schlange stehen
die Armen
die Krüppel
die Rothaarigen
die Schwulen
die Alchimisten
und die Frauen
die seelenlosen Frauen
halt nein
1400 sowieso haben sie ja eine bekommen
bravo bravo
und ein Recht aufs Himmelreich
bravo bravo
alle stehen sie an
und trommeln mit den Fingern
und stampfen auf und klappern mit ihren Blechnäpfen
die Zahnlosen
die Aussätzigen die Diebe die Hexen die Huren
alle wollen sie was zurück
ihr Geld
und ihre Seligkeit
und ihre Herzen
und Hirne
alle stehn sie Schlange
aber es ist ja genug da
jausa
jetzt wird verteilt
in nomine patris
et filii
et spiritus sancti
und so wird das alles ja nun auch mal gemeint gewesen sein
denk ich immer
ungefähr so
ungefähr so
muss das ja wohl mal gemeint gewesen sein
als die sich damals prügeln ließen
und kreuzigen und steinigen
und foltern
soviel unbeschreibliche Schmerzen
all die Sanften
während sie singend auf die Löwen zuschritten
im Namen des Menschen
die müssen das nämlich alle so gemeint haben
und manchmal
aber nur wenn man sich sehr bemüht
hört man sie schluchzen
in ihren Katakomben
immer nur nachts
wenn die Heiligenbildverkäufer
ihre Stände abgebaut haben
und strahlend betreten am nächsten Morgen die Ehrwürdens
die Bühne
behängt und geschmückt und beringt wie die Christbäume
und sprechen das Agnus Dei.
Und wenn sie ihre Hände zum Segen erheben
mach ich mich ganz klein
um auch ja nichts
abzukriegen davon.

natura
19.04.2005, 21:17
Zum Namen Benedikt:

Benedikt XV. (1914-1922)

http://stephanscom.at/articles/2003/10/20/a3954/p3/benedikt_XV.jpg

Giacomo della Chiesa (* 1854) wurde nach dem Tod Pius X. das Oberhaupt der katholischen Kirche und wählte den Namen Benedikt XV. Bis 1922 war er Bischof von Rom.


Benedikt XV. versöhnte die beiden Lager der Traditionalisten und der Modernisten wieder und verzichtete auf den Antimodernisteneid seines Vorgängers.
1917 veröffentlichte er den Codex Iuris Canonici, das Kirchenrecht.
Im ersten Weltkrieg wahrte er die strikte Neutralität der Kirche und versuchte sich als Friedensvermittler, leider ohne Erfolg.
Benedikt XV. starb am 22. Jänner 1922.

Benedikt XV galt als bedeutender Dipolomat !

In dessen geistige Fussstapfen will nun Kardinal Ratzinger als Papst treten.

Diana
19.04.2005, 21:26
In dessen geistige Fussstapfen will nun Kardinal Ratzinger als Papst treten.

:yahoo:

DAS muss er erst noch beweisen. :cool:

natura
19.04.2005, 21:31
:yahoo:

DAS muss er erst noch beweisen. :cool:

Genau, aber dazu muss man ihm auch die Zeit lassen !

Dieses Forum heisst EMPFINDSAM.
Ich versuche hier empfindsam mit einem frischgewählten Papst zu sein
und diesen nicht vorzuverurteilen
und festnageln an alten Handlungen und Taten.

Wer von euch würde das mögen ?
Jeder möchte immer wieder neu beginnen können
ohne Vorverurteilungen. ;)

Diana
19.04.2005, 22:12
Das hat nichts mit Vorverurteilung zu tun - sondern das ist Skepsis, gewachsen aus seinen Taten und Äußerungen.

Um nur einiges zu nennen, zitiere ich mal heute.de:
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/8/0,3672,181768,00.html

"Den "Großinquisitor aus Marktl am Inn" nennen ihn seine Kritiker nicht nur, weil Ratzinger jenes Amt inne hatte, dem früher die Herren der Inquisition vorstanden, sondern auch weil er äußerst hart gegen anders Denkende vorgeht. So trieb der Glaubenswächter 1992 den lateinamerikanischen Befreiungstheologen Leonardo Boff aus dem Priesteramt."

"An der Spitze der Glaubenskongregation sprach sich Ratzinger entschieden gegen das Frauenpriestertum, die Abtreibung und die Schwangerenkonfliktberatung aus. Abtreibungsgesetze geißelte er als "Kultur des Todes". Ratzinger wandte sich auch gegen den Feminismus, der die Frauen nicht befreie, sondern eher zu ihrer Knechtung beitrage. Der 1992 veröffentlichte Weltkatechismus entstand unter seiner Federführung.
1994 gab es zwischen Ratzinger und den deutschen Bischöfen Walter Kaspar, Oskar Saier und Karl Lehmann einen heftigen Streit um den Umgang mit den wiederverheirateten Geschiedenen. Während die drei für eine versöhnlichere Haltung eintraten, wandte sich Ratzinger entschieden gegen eine Milderung des Kommunionverbotes. "

Das alles beschreibt keinen Diplomaten - das zeigt seine Kompromisslosigkeit, seine harte Hand. Und ich glaube ihm erst, dass er als Papst von dieser Linie abweicht, wenn er das tut. Bis dahin bleibt mein Urteil als Konsequenz seines bisherigen Handelns stehen. Und distanziert hat er sich nicht von seiner Vergangenheit - also gehört sie zu ihm und ist auch in die Betrachtung mit einzubeziehen. Auch ich habe eine Vergangenheit, die zu mir gehört.

Abgesehen davon glaube ich, dass diese Namenswahl von ihm ein machtpolitisches Kalkül ist - er ist ein sehr guter Rhetoriker und Stratege. Es war klar, dass er Papst wird - er hielt die Fäden der Vatikansmacht schon lange in den Händen.

Dreamer
19.04.2005, 22:23
http://derstandard.at/?url=/?id=2002286

Spricht glaub ich für sich :rolleyes: :mad:

Diana
19.04.2005, 22:31
Klasse Link, Dreamer. :)

Im Grunde passt Ratzinger perfekt in diese Ära der Fundamentalisierung von Religion. Er kann sich mit Bush & Co. die religiöse Hand reichen und inquisitorisch und unerbittlich gegen die "Missstände" dieser immer unchristlicher werdenden Welt vorgehen. Mir graut's jetzt schon.

Robin
19.04.2005, 22:37
(...)
Benedikt XV galt als bedeutender Dipolomat !
In dessen geistige Fussstapfen will nun Kardinal Ratzinger als Papst treten.
Hej, Natura, danke für deine Recherche - ich hab mich schon gefragt, weshalb Ratzinger den Namen wählte und wollte gucken gehn.
Ich bin geschockt, dass Ratzinger Papst geworden ist, aber wenn ich ihn anseh, fällt mir auf, dass er schwer krank aussieht, war schon zu bemerken bei der Trauerfeier für Johannes Paul II. Wer weiß? Vielleicht ist Ratzinger ja noch für eine Überraschung gut...
@ Diana: mir ist auch bekannt, was für ein Stratege Ratzinger ist; und ich denke, da von überallher sein Name stets an erster Stelle tönte, wenn es um einen potentiellen Papst ging, dass dies schon an Gehirnwäsche grenzte...Aber laß uns mal sehn, was er aus dem Hut zieht - er riskiert sehr viel, wenn er bei seiner inquisitorischen Linie bleibt.

natura
19.04.2005, 22:47
Hej, Natura, danke für deine Recherche - ich hab mich schon gefragt, weshalb Ratzinger den Namen wählte und wollte gucken gehn.
Ich bin geschockt, dass Ratzinger Papst geworden ist, aber wenn ich ihn anseh, fällt mir auf, dass er schwer krank aussieht, war schon zu bemerken bei der Trauerfeier für Johannes Paul II. Wer weiß? Vielleicht ist Ratzinger ja noch für eine Überraschung gut...


Nach meinem Gefühl ist er ein Übergangspapst und es wird sich zeigen wie alt er in diesem Amt wird ?

Eiskristallin
19.04.2005, 22:49
wer es erträgt, von solch einer person noch mehr zu lesen, kann sich auch unter http://www.diepresse.at/ "der neue papst im portrait" antun.

natura
19.04.2005, 22:54
Klasse Link, Dreamer. :)

Im Grunde passt Ratzinger perfekt in diese Ära der Fundamentalisierung von Religion. Er kann sich mit Bush & Co. die religiöse Hand reichen und inquisitorisch und unerbittlich gegen die "Missstände" dieser immer unchristlicher werdenden Welt vorgehen. Mir graut's jetzt schon.

Ihr seht das zu schwarz.

Nach so einem starken Papst wie dem Verstorbenen, musste ein Übergangspapst kommen, damit danach wieder ein starker Papst kommen kann. Das ist ein Naturgesetz.
Mit seinem Namen Benedikt hat er sich ein Programm auferlegt. Der Vorgänger war ein guter "Aussenminister". Ratzinger ist ein "Innenminister". Er wird innerhalb des Vatikans das aufarbeiten, was nötig ist. Ob er was Neues einleiten wird, werden wir sehen.
Ich sehe dies ganz gelassen.

Diana
19.04.2005, 22:57
Er wird innerhalb des Vatikans das aufarbeiten, was nötig ist.

Sag ich doch: Inquisition. Da sollten sich seine liberaleren Brüder mal fix warm anziehen. Jetzt wird aufgeräumt.

Und zu seinem Alter: Der letzte Papst hat schon gezeigt, dass dieses Amt etwas Lebensverlängerndes an sich hat. Unterschätzt nie die Zähigkeit eines Papstes. Und auch nicht die eines Machthungrigen. :rolleyes:

Dreamer
19.04.2005, 23:02
Ihr seht das zu schwarz.

Nach so einem starken Papst wie dem Verstorbenen, musste ein Übergangspapst kommen, damit danach wieder ein starker Papst kommen kann. Das ist ein Naturgesetz.
Mit seinem Namen Benedikt hat er sich ein Programm auferlegt. Der Vorgänger war ein guter "Aussenminister". Ratzinger ist ein "Innenminister". Er wird innerhalb des Vatikans das aufarbeiten, was nötig ist. Ob er was Neues einleiten wird, werden wir sehen.
Ich sehe dies ganz gelassen.

Dieser Mann muß sich Kritik gefallen lassen solang er nicht von seinen bisherigen Ansichten abrückt. Die Kritik ist ja durchaus gerechtfertigt.

Clown
19.04.2005, 23:23
Am besten liest man einmal nach, warum die Jünger so wütend auf Maria Magdalena waren. Jesus teilte mit ihr Geheimnisse, die er den Jüngern vorenthielt. Sie ging mit Lazarus, ihrem Bruder, und mit den Kindern, die sie von Jesus hatte, in der Nähe von Marseille an Land. Die Merowinger-Könige waren die Nachkommen.

Das Christentum in der Form der kath. Kirche ist wohl das Bizarrste, was als Mythos, Fälschung und Hochmut vor dem Schöpfer in dieser Welt passiert ist.

Eiskristallin
19.04.2005, 23:42
Das Christentum in der Form der kath. Kirche ist wohl das Bizarrste, was als Mythos, Fälschung und Hochmut vor dem Schöpfer in dieser Welt passiert ist.
da kannst du nicht unrecht haben...

nanook
20.04.2005, 00:20
ich muss mich korrigieren. der mann ist doch ein idealist :eek: (von der rigiden sorte). aber kein visionär. weil ich selbst beides bin benutze ich die wörter gern synonym, daher der fehler. hmm... vocabeln :rolleyes:

nanook
20.04.2005, 00:46
der mann ist jedenfalls hochintelligent und kein weltuntergang! natürlich muss sich ein papst kritik gefallen lassen, allerding habe ich bisher auch noch keine geltende kritik vernommen. wenn ihr auf einen papst wartet der abtreibung legalisiet und frauen zu priesterinnen macht, könnt ihr lannge warten. das lässt der rahmen des amtes nicht zu und wenn die kirche mal reformiert wird kann das imho allein von ganz unten geschehen. paradoxerweise ist aber sicher dass von ganz unten gar nichts kommt solange die menschen aus der kirche austreten oder sie einfach ignorieren. man muss einen papst in der relation seiner möglichkeiten bewerten und dazu verraten mir seine augen noch immer mehr als alles was ich bisher gehört habe....

natura
20.04.2005, 00:47
Und zu seinem Alter: Der letzte Papst hat schon gezeigt, dass dieses Amt etwas Lebensverlängerndes an sich hat. Unterschätzt nie die Zähigkeit eines Papstes. Und auch nicht die eines Machthungrigen. :rolleyes:

Der letzte deutsche Papst war gerade mal 22 Monate im Amt!
Und es gab letztes Jahrhundert auch einen Papst, der nur 33 Tage im Amt war.

Ratzinger hat nicht die Kraft und Zähigkeit des Polen. Bis jetzt war Ratzinger Glaubensbewahrer, nun muss er eine ganz andere Rolle ausfüllen.

nanook
20.04.2005, 00:53
zitat: "wenn die religion mich nicht verpflichtet dann gibt sie mir auch nichts" :D :D :D

Eiskristallin
20.04.2005, 00:56
der mann ist jedenfalls hochintelligent und kein weltuntergang!....
gerade WENN er bei seinen ansichten auch noch hochintelligent ist, kommt es dem weltuntergang näher als wäre er dabei nicht hochintelligent.

indigoeyes
20.04.2005, 00:56
@Digger: Komisch, hatte heute nachmittag auch irgendwie so eine "Vorahnung", dass er es werden würde...seltsam

@natura: sehe ich genauso. der Mann ist noch nicht mal 7 stunden im amt, schon wird seine bisherige Vorgehensweise kritisiert :mecker: . Man weiß ja noch nicht, wie er sich in Zukunft verhalten wird...und ganz ehrlich: Ich halte ihn für viel zu clever, als dass er die Menschen derart mit rigiden dogmatischen Vorstellungen gegen sich aufbringt, er wird das sicherlich wesentlich diplomatischer angehen. Andereseits muss ich sagen beweist er auch indirekt Rückgrat: er versucht es nicht allen Recht zu machen, sondern vertritt eine klare Linie, was auch wieder was für sich hat. Muss ganz herlich sagen, mir sind viele Äußerungen von anderen Geistlichen viel zu schwammig, dann lieber einer, wo man weiß, woran man ist...

Und wenn ich mal kurz anmerken darf: Papst Johannes Paul der zweite vertritt im wesentlichen die gleiche Meinung wie Ratzinger was Abtreibung, Frauenfrage, Aids und Lockerung des Priestergelöbnisses anbelangt. aber Ratzinger wird in diesen Punkten als "radikal" und "konservativ" bezeichnet, dabei war die sein Vorgänger genauso, er "verhüllte" es jedoch gut mit seiner Popularität und seiner Nähe zu den Gläubigen...

Zu meinem ganz persönlichen eindruck: Zugegeben, der erste Eindruck war etwas unsympathisch. Aber ich denke dennoch, man sollte ihn nicht vorschnell in irgendeine schublade stecken. Es lohnt sich einen zweiten Blick auf diesn Menschen zu werfen, dann erst wird nämlich deutlich, dass hinter der etwas kühlen Fassade ein hochintellektueller und zutiefst gläubiger Mensch steckt. auf mich strahlt er ehrlichgesagt eine gewisse Zentriertheit und auch eine gewisse Güte und Ruhe aus, was fast schon etwas Übermenschliches hat, was vielen wohl etwas unheimlich ist. Karel Woijtyla war in der Hinsicht viel transparenter und "menschlicher", wenn man so will.
Ich persönlichd denke nicht, dass dahinter Machtgier und egoismus steckt. man bedenke nämlich, dass Ratzinger schon vor 3 Jahren sein Amt niederlegen wollte und sich aus der Kirche zurückziehen wollte. Würde das jemand machen, der soo scharf auf den Papstthron ist?

Ich denke im Großen und Ganzen ist mit ihm eine gute Wahl getroffen worden, da er sich bestens mit den Interna der Kirche auskennt und die Linie seines Vorgängers weiterführen wird. Und Konservatismus, Strenge und Disziplin müssen ja nicht nur negative werte sein, es kann auch bedeuten, dass eine gewisse Struktur miteinhergeht, eine gewisse Ordnung.

Über seine ansichten mag man streiten. Aber ich finde, wenn man ihn kritisiert muss man auch die ganzen Dogmen der katholischen Kirche an sich neu überdenken.

nanook
20.04.2005, 00:57
gerade WENN er bei seinen ansichten auch noch hochintelligent ist, kommt es dem weltuntergang näher als wäre er dabei nicht hochintelligent.

das mag sein :D aber die welt ist zäh ...

(ich wollte auch nicht sagen dass er kein weltuntergang ist weil er intelligent ist, das war nur eine auflistung. ich finde er ist kein weltungergang weil er keine patologie im ausmass gewisser inquisitoren hat ...)

Dreamer
20.04.2005, 00:59
Die Religion ist der beliebte Ersatz für den Glauben.
Oscar Wilde

Dreamer
20.04.2005, 01:03
@Indigoeyes

Ich hab schon seinen Vorgänger kritisiert. Es wäre unfair gegenüber seinen Vorgänger wenn ich ihm nicht die gleiche Kritik zu kommen lasse.

Aber ich finde, wenn man ihn kritisiert muss man auch die ganzen Dogmen der katholischen Kirche an sich neu überdenken.

Ich kritisiere die katholische Kirche in ihrer Gesamtheit.

indigoeyes
20.04.2005, 01:13
@Indigoeyes

Ich hab schon seinen Vorgänger kritisiert. Es wäre unfair gegenüber seinen Vorgänger wenn ich ihm nicht die gleiche Kritik zu kommen lasse.

Das ist wohl richtig.

Ich kritisiere die katholische Kirche in ihrer Gesamtheit.


Das war mir durchaus klar. Ich hatte nur den eindruck, dass viele ihn eher wegen seiner Person oder seinem auftreten kritisieren als vielmehr wegen seiner Repräsentationsrolle...

Um jetzt keinen falschen eindruck zu machen: Ich kritisirer die katholische Kirche auch in ihrer dogmatik und auch in ihrer Unzeitgemäßheit.
Ich möchte lediglich davor warnen, ein vorschnelles Urteil zu fällen. Nichts und niemand hat nur negative seiten, man sollte eine wertung immer unter dem Hintergrund der Gesamtheit, also ach der positiven seiten abgeben.

Eiskristallin
20.04.2005, 01:13
Und wenn ich mal kurz anmerken darf: Papst Johannes Paul der zweite vertritt im wesentlichen die gleiche Meinung wie Ratzinger was Abtreibung, Frauenfrage, Aids und Lockerung des Priestergelöbnisses anbelangt. aber Ratzinger wird in diesen Punkten als "radikal" und "konservativ" bezeichnet, dabei war die sein Vorgänger genauso, er "verhüllte" es jedoch gut mit seiner Popularität und seiner Nähe zu den Gläubigen...
also ich mochte seinen vorgänger genausowenig.

nanook
20.04.2005, 01:18
Das war mir durchaus klar. Ich hatte nur den eindruck, dass viele ihn eher wegen seiner Person oder seinem auftreten kritisieren als vielmehr wegen seiner Repräsentationsrolle...

hä? ich hatte den eindruck dass ihn ausser mir alle der rolle wegen kritisieren.

eher (weniger????) ...vielmehr .... grammatikfehler?

indigoeyes
20.04.2005, 01:24
hä? ich hatte den eindruck dass ihn ausser mir alle der rolle wegen kritisieren.


Empfand ich jetzt nicht unbedingt so. Ich finde, viele urteilen auch nach seiner Ausstrahlung...das war bei seinem Vorgänger nicht so extrem...


eher (weniger????) ...vielmehr .... grammatikfehler?


Ähm ja *peinlichsei*, es ist ja schon spät und ich bin ziemlich müde...hab´s nach dem Schreiben auch sofort gemerkt, aber war zu faul, es zu verbessern :o

nanook
20.04.2005, 01:38
ich bleib auch dabei dass die person entscheidender ist. paulchen hatte einen eindeutigen zugang zum glauben (egal woran), bei ratzinger spüre ich nichts. ich glaube ein führer muss (an irgendwas) glauben und ich glaube die fähikeit zu glauben (egal woran) liegt überhaupt nur wenigen menschen. ich hab 16 jahre cdu hinter mir und meine eltern waren mittendrin statt nur dabei. daher die überzeugung dass ein führer der an nichts glaubt und nur strategisch vom kopf her plant das schlimmste ist was einem passieren kann. (man denke an hartz IV, den satanisten des jahrzents :D ). der kopf ist von natur aus wahnsinnig weil er nicht wertet. alles ist gleichgültig. böse ist gut. die richtiung muss daher von gutem glauben gelenkt werden. ich hab ja schonmal gesagt dass die motivation (bwegeung/kraft=glauben) für das ergebniss der intelligenz entscheidender ist, als das rechenvolumen. daher bezeichne ich hardheads wie bush auch nicht einfach als dumm.

was ich richtig krass finde ist, dass ich bei den ganzen typen die gerade interviewt werden (kirchenmäner) kein einziger dabei ist der wie paulchen was gläubiges im anglitz hat. das sind fast alles so graue leute wie bei momo. oder dicke boller wie kohl :rolleyes:


übel nehm ich den katoliken dass sie eugen drewermann ausgebremst haben. der wär mir vllt lieber als papst gewesen.

nanook
20.04.2005, 03:12
ich will ja nicht gemein sein, aber ... :D


(stammt nicht von mir ....)

converse
20.04.2005, 03:23
ganz ehrlich, als ich ihn vorhin im Fernsehen gesehen hab, hat sich mir der Vergleich (Bild) auch aufgedrängt.. :rolleyes:

Dreamer
20.04.2005, 06:49
ich will ja nicht gemein sein, aber ... :D


(stammt nicht von mir ....)

:yahoo:

Ich wußte es. Ich verspürte gestern eine starke Erschütterung der Macht. Der dunkle Sith Lord Ratziger ist zum Imperator aufgestiegen. :eek:

Dank euch für die Warnung.

Möge die Macht mit euch sein Master Nanook ;) :D :p

Robin
20.04.2005, 09:49
"Völker, höret die Signale..."Benedikt XVI zelebriert seine erste Messe auf LATEIN. Wenn das kein Zeichen ist.
Obwohl ich persönlich Latein ja liebe...

glasperlenspielerin
20.04.2005, 11:25
ich weiss ja nix über den, aber ich find den komisch :p
seine augen ... irgendwie kann ich denen nicht glauben dass sie zu einem idealisten gehören. sie habe für mich was sehr egozentrisches verschwörerisches machtorientiertes :hmm:
naja, nur der aller erste eindruck ...

...

geht mir auch so. ich find, er hat was wahnsinniges..tendenz, den boden unter den füssen zu verlieren....

*lol..der vergleich (grafik) war gut :D :p

glasperlenspielerin
20.04.2005, 11:30
Klasse Link, Dreamer. :)

Im Grunde passt Ratzinger perfekt in diese Ära der Fundamentalisierung von Religion. Er kann sich mit Bush & Co. die religiöse Hand reichen und inquisitorisch und unerbittlich gegen die "Missstände" dieser immer unchristlicher werdenden Welt vorgehen. Mir graut's jetzt schon.


danke für den kommentar. genau das befürchte ich auch.

ratzinger und bush haben beste voraussetzungen :rolleyes: , um gute freunde zu werden:

In der Veröffentlichung des Vatikans wurde verkündet, die katholische Kirche sei allen anderen Religionen überlegen, und nur sie bringe den Gläubigen die Erlösung. Außerdem hätten die anderen christlichen Kirchen "Fehler", teilweise weil sie die Vorrangstellung des Papstes nicht akzeptierten.

(aus dem ZDF-artikel)

wenn ich das lese, kann ich nur urteilen: der papst ist die purste blasphemie gegenüber gott.

glasperlenspielerin
20.04.2005, 11:32
...
Das Christentum in der Form der kath. Kirche ist wohl das Bizarrste, was als Mythos, Fälschung und Hochmut vor dem Schöpfer in dieser Welt passiert ist.

lieber clown, ich habe schon lange nicht mehr so ein einverständnis zu einem deiner kommentare hier gespürt... :) ;)

Vicky
20.04.2005, 11:33
nannok: sehr treffend!
ich kann nur sagen das des neuen papstes augen für mich estwas totes, kaltes haben. mir ist er überhaupt nicht sympatisch und ich stehe dazu. ich habe keine vorurteile aber mit den augen. johannes hatte wenigstens gefühl in den augen. ratzingers sehen aus als wenn er schon vor jahren gestorben istund nur vergessen hätte sich zur ruhe zu begeben.

neo2001
20.04.2005, 11:57
Fand ich sehr interessant, das es sich auch mit meiner Meinung deckt (bin selbst weder besonders gläubig, noch Katholik...):

Joseph Ratzinger gilt als bescheiden und prinzipienfest. Er ist damit ein Ärgernis für viele, die Prinzipienfestigkeit als unmodernes Ärgernis sehen, und die ihn deshalb Gottes Rottweiler nannten.

Der Heilige Geist hat sich da tatsächlich eine mächtige Pointe geleistet, den Papst ausgerechnet bei denen zu rekrutieren, die ihn am nötigsten haben: bei den Deutschen. Das Drama der Modernität begann schließlich in Deutschland, und es sind die Deutschen, die es am weitesten getrieben haben.

Bei uns wird der Glaube in der Öffentlichkeit am lautesten von denen diskutiert, die ihm längst den Rücken gekehrt haben. All diese Talkshow-Moderatoren möchten die unzeitgemäße Trutzburg aus Gebetstiefe, Kultur und Traditionen, die sie da verlassen haben, möglichst weit trivialisiert und modernisiert sehen. So weit, dass ihnen die untergründig verspürte Melancholie darüber vergeht, dass sie ihr nicht mehr angehören.

Sie wollen sie so trivial wie den Supermarkt an der Ecke, in den jeder latschen kann. So trivial wie sie selbst sind. Deshalb reden sie, wenn sie vom Glauben reden, am liebsten von Priesterinnen, Kondomen, Kommunion für alle. Sie möchten nicht über die zehn Gebote reden, den sonntäglichen Kirchgang, die Sünde und die Beichte, den Rosenkranz, und wenn, dann nur mit anzüglichem Spott. Sie möchten das Angebot, das sie ausschlagen, gern ohne jeden Wert. In seiner Predigt zu Beginn des Konklaves hat Joseph Ratzinger gegen den Relativismus der Moderne Stellung genommen. Es war so etwas wie seine Regierungserklärung.

Dieser Papst hat wesentlich an den kämpferischen Sozial-Enzykliken seines großen Vorgängers mitgearbeitet. Er hat ihm zugearbeitet. Er hat ihm gedient. Man darf erwarten, dass er sein Vermächtnis weiterführt zum Wohl der Weltkirche.

Und wir Deutschen können hoffen, dass dieser Papst für uns eine ähnliche Ermunterung darstellt, wie Karol Wojtyla sie für die Polen gewesen ist.

Dieser Papst, dessen Gegner rechtzeitig vor dem Konklave wieder den Hinweis in Umlauf brachten, er sei in der Hitler-Jugend gewesen, der zum Theologie-Star in den Siebzigern geworden ist und zum Kosmopoliten, dieser Papst ist so etwas wie die Apotheose einer deutschen Biografie.

Und dieser Mann gibt nun den Segen urbi et orbi.

Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,352312,00.html

neo2001
20.04.2005, 12:06
nannok: sehr treffend!
ich kann nur sagen das des neuen papstes augen für mich estwas totes, kaltes haben. mir ist er überhaupt nicht sympatisch und ich stehe dazu. ich habe keine vorurteile aber mit den augen. johannes hatte wenigstens gefühl in den augen. ratzingers sehen aus als wenn er schon vor jahren gestorben istund nur vergessen hätte sich zur ruhe zu begeben.

Also auf mich macht er - ganz unabhängig von dem was er vertritt oder tut - einen positiven Eindruck. Er mag ein etwas "dunkles" Gesicht haben... aber irgendwie finde ich ihn symphatisch. Ich kenne auch einige andere Menschen, die auf den ersten Blick bitterböse gewirkt haben und dann im nachhinein ganz anders waren und sind - ich finde da sollten man nicht vorschnell Schlüsse ziehen. Ich glaube er ist ein sehr einfacher, ehrlicher und aufrichtiger Mensch, der mit seinen Überzeugungen vielleicht nicht bei jedem auf Gegenliebe stößt, aber grundsätzlich das vertritt wovon er eben überzeugt ist (und nicht alle 5 Minuten seine Ideale anpasst/ändert... was ich sehr schätze).

Eli Sabachtani
20.04.2005, 12:26
So, jetzt ist es an der Zeit, mich mal zu outen :) Und zwar als großen Fan von Ratzinger. Wahrscheinlich spielt da zu einem guten Stück auch die gemeinsame bayerische Herkunft hinein – einem Bayern kann ich einfach so schlecht böse sein :D
Aber im Ernst, ich finde, dass viele es sich hier ein bisschen zu einfach machen, wenn sie ihn nach seinen Augen beurteilen, die nach mehreren schlaflosen Nächten, die er als 78jähriger hinter sich hat, nicht mehr die frischesten sind (obwohl ich auch gut über den Vergleich mit Imperator Palpatine lachen musste – und eine gewisse Ähnlichkeit ist nicht zu leugnen :eek: ) Jedenfalls wette ich, dass auch einige der jüngeren hier nach einer langen Nacht nicht unbedingt gern in den Spiegel gucken (und manche gucken hier ja eh gar nicht in den Spiegel, was ich nachvollziehen kann, weil ich es ein komisches Gefühl finde, sich selbst in die Augen zu sehen).
Was seine theologischen Positionen angeht, die ich viel interessanter finde als sein Aussehen, bin ich natürlich nicht 100% auf seiner Linie, denn allen Ernstes Frauen den Zugang zum Priesteramt oder Verhütungsmittel zu verbieten, das kann ich beim besten Willen nicht verteidigen. Sich aber nur an diesen Positionen aufzuhängen, wie das ganz oft getan wird, finde ich aber auch nicht gut, denn damit wird die katholische Kirche auf etwas verkürzt, was ihr nicht gerecht wird.
Die meisten hier kennen ja sicher das Leben des Brian – vielleicht erinnert ihr euch an die Szene, wo die Volksfront von Judäa (oder wars die Judäische Volksfront) einen Anschlag plant und John Cleese fragt: „Was haben uns die Römer denn gebracht?“ und es dann eine Menge toller Sachen hagelt. Und am Schluss läuft es doch darauf hinaus, die Römer zu hassen, einfach weil man einen Sündenbock braucht.
Diese Frage etwas abgewandelt könnte man auch auf die katholische Kirche beziehen – was hat uns die denn gebracht – vielen schiesst jetzt sicher erst mal „Inquisition“ in den Kopf, gerade weil Ratzinger ja Vorsteher der Nachfolgebehörde war. Aber vergleicht mal Inquisition mit Willkürrecht, wo einfach jeder erschlagen wird, dessen Gesicht dem Herrscher nicht gefällt. Dann ist Inquisition mit ihrem Verhandlungsrecht auf jeden Fall der Versuch, so etwas wie Rechtsstaatlichkeit herzustellen. Eine gewissen geschichtliche Gerechtigkeit sollte man der Kirche also nicht verwehren.
Jetzt könnten wir uns hier endlos abarbeiten und uns Beispiele für gute oder schlechte Seiten der Kirche an den Kopf werfen – in 2000 Jahren Geschichte gibt es naturalmente genug von beiden.
Mein zentrales Argument ist aber ein ziemlich theoretisches (und deshalb mag ich letztlich Ratzinger, weil er auch ein alter Theoretiker ist ;)) – die Konstruktion der Welt in der wir leben ist so dermassen von christlichem Gedankengut durchwoben, was manchmal leicht erkennbar ist (wir leben im Jahr 2005 nach Christus, nicht im Jahr 32 nach Tolkien oder im Jahr 12342 nach Ngog) und manchmal auch schwer. Der Glaube, dass Seele und Körper etwas getrenntes sind, das Familienbild von Vater, Mutter, Kindern, die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod – all das sind christliche Leitgedanken (die natürlich nicht nur von Christen vertreten werden, sondern auch für andere Gültigkeit haben).
Ich für mich habe den Weg gewählt, mich von vielen dieser Gedanken zu lösen (vielleicht sollte ich mal eine eigene Zeitrechnung einführen – das Jahr 27 nach Elvis vielleicht? Oder das Jahr 1 nach Sex & the City?). Aber ich muss gestehen, gerade in der Jetzt-Zeit, wo mir von 20jährigen Krawattenträgern, die ihrem Auftreten nach schon 25 Jahre Berufserfahrung und mehrere Nobelpreise haben, gesagt wird, dass Markt und ökonomische Globalisierung das einzige sind, was die Menschen verbindet, erfüllt es mich mit einem gewissen Trost, dass es eine Institution gibt, die seit 2000 Jahren da ist und die sagt: Ball mal flach halten, es gibt auch noch ein paar andere Werte.


P.S. Ich hab grad gesehen, dass Neo etwas ähnliches gesagt hat, nur viel kürzer und eleganter - aber ich arbeite an mir ;)

Eiskristallin
20.04.2005, 12:36
Aber ich muss gestehen, gerade in der Jetzt-Zeit, wo mir von 20jährigen Krawattenträgern, die ihrem Auftreten nach schon 25 Jahre Berufserfahrung und mehrere Nobelpreise haben, gesagt wird, dass Markt und ökonomische Globalisierung das einzige sind, was die Menschen verbindet, erfüllt es mich mit einem gewissen Trost, dass es eine Institution gibt, die seit 2000 Jahren da ist und die sagt: Ball mal flach halten, es gibt auch noch ein paar andere Werte.
ich fürchte, daß viele es genauso sehen in ihrer zeitbedingten sehnsucht nach einfachheit und froh sind, daß der papst ein rückständiger erzkonservativer ist, hauptsache er ist gegen karrieregeilheit und fortschrittswahn (gegen die ich ja auch bin!!).
daß er nicht mal eine beratung schwangerer befürwortet, abtreibung für ihn sowieso in jedem fall völlig unverzeihbar ist, homosexualität als ganz schlimmes vergehen sieht, sich vehement gegen emanzipation ausspricht und gegen kondome für die "3. welt" auftritt, egal, wieviele dann an aids sterben, verkommt dann scheinbar zur nebensache.

Eli Sabachtani
20.04.2005, 13:04
@ keetah: Och, nach Einfachheit sehn ich mich gar nicht unbedingt :D Ich bin nur froh, dass es so etwas wie eine Pluralität der Stimmen gibt - und wie viele hier, schlag ich mich gern mal auf die Seite derer, die grad eins auf den Deckel bekommen :) Solange es Herausforderungen für DIE eine, wahre Weltsicht gibt, kann es nicht zu so etwas wie Totalitarismus oder Faschismus kommen (im übrigen, hätte die Katholische Kirche heute noch die Macht im weltlichen Bereich, den sie in vergangenen Jahrhunderten hatte, würde ich heute ganz kräftig gegen sie argumentieren - zumindest hoffe ich, dass ich den Mut aufbrächte)
Was dein Argument mit AIDS, Emanzipation und Schwangeren-Beratung angeht - das hat für mich einen Schwachpunkt. Und zwar lässt du die Rolle der Betroffenen hier aussen vor - bekomme ich z.B. als unfreiwillig Schwangere keine Beratung von kirchlicher Stelle, dann suche ich eben eine staatliche Stelle (daher mein Plädoyer für Pluralismus) - und will man bzw. frau dennoch gläubig bleiben, gibt es noch die Möglichkeit der Beichte, für mich eine fantastische Idee, weil damit der Schwäche von Menschen Rechnung getragen wird (übrigens, vielleicht sollte ich an dieser Stelle einfügen - ich glaube nicht an die Wirkung Gottes auf Erden und bin kein regelmässiger Kirchengänger....). Und sehe ich als "3.Welt-Bewohner", welche Auswirkungen ungeschützter Verkehr hat, dann schiesse ich das Kondom-Verbot in den Wind (dafür ist natürlich eine entsprechende Bildung nötig, und falls die Kirche sich hier offenbar nicht bereit erklärt, müssen Staaten oder NGOs eingreifen). Aber worauf es mir ankommt, es ist ja nicht so, dass die Kirche oder Ratzinger jedem Gläubigen von Rom aus direkt und ungefiltert ins Gehirn eingeben, was denn nun zu tun sei. Sondern die Menschen handeln freiwillig danach. Statt also zu versuchen, so einen Riesentanker wie die Kirche vom Kurs abzubringen, finde ich es sinnvoller, den Menschen zu zeigen, dass es noch eine Menge anderer Schiffe auf diesem Ozean gibt, mit denen sich teilweise wesentlich bequemer fahren lässt :) Die Kirche ist für mich vor allem dann praktisch, wenn es darum geht, ihr Gewicht gegen andere vermeintliche Riesentanker (Globalisierung, Kommunismus, etc.) in den Ring zu werfen.

P.S. noch lieber wäre es mir, es gäbe einen Riesentanker aus empfindsamen Seelen, um gegen die großen Wahrheitsfabriken anzugehen - aber da seh ich momentan leider keinen

P.P.S. Ratzinger selbst würde wahrscheinlich sagen, dass ich der "Diktatur des Relativismus" (Zitat aus seiner Predigt) zum Opfer gefallen bin - aber selbst Bayern können nicht überall einer Meinung sein (weswegen ich auch großer Berlin-Fan bin :D )

nanook
20.04.2005, 13:32
ich seh das ja grösstenteils ähnlich wie du. mit dem tanker und so. ich wollte palpatine, äh benedict aufgrund seiner augen auch nicht als böse darstellen, sondern, in deinen worten, als theoetiker. theoretiker sind was feines in der position von theoretikern oder beratern aber halt nicht in der positiion von tanker-captains. gerade auch weil dass steuern eines tankers etwas sehr abstraktes ist und detailverliebte theoretiker gern den überblick für das wesentliche verlieren (wegen dem bewerten ...) . ausserdem weil andere tanker auf eine charismatische leuchte viel entgegenkommender reagieren als auf ein graues männlein.

natura
20.04.2005, 13:44
@Indigoeyes

Ich hab schon seinen Vorgänger kritisiert. Es wäre unfair gegenüber seinen Vorgänger wenn ich ihm nicht die gleiche Kritik zu kommen lasse.

Ich kritisiere die katholische Kirche in ihrer Gesamtheit.

Darauf eine provokante These zum Nachdenken ! ;)

Alle Autoritätspersonen, insbesondere der Papst (Papa),
verkörpern in der menschlichen Psyche den Vater.

Wer also gegen solche Autoritäten kritisch ist oder gegen diese rebelliert,
hat da in sich noch ein unerlöstes Vaterthema.

Unerlöste Vaterthemen, werden häufig erstmal in Beziehungen mit Männern ausgelebt
und sind dann der ewige Beziehungsk(r)ampf in den Ehen. :(

Wir armen Männer !!! :D :D

natura
20.04.2005, 13:49
So, jetzt ist es an der Zeit, mich mal zu outen :) Und zwar als großen Fan von Ratzinger. Wahrscheinlich spielt da zu einem guten Stück auch die gemeinsame bayerische Herkunft hinein – einem Bayern kann ich einfach so schlecht böse sein :D


Genau, als gebürtiger Bayer fühle ich auch mit. ;) :)

Obwohl ich nicht als Katholik geboren bin, entstamme ich dem sogenannten "Pfaffenwinkel" und kann mich daher auch in den bayrischen Katholozismus gut einfühlen. Dies ist eine barocke Welt voll Wärme, die auch dieser Papst in sich trägt, auch wenn er diese kaum zeigen kann.
Aber ich glaube an diese Herzenskraft und habe Geduld mit diesem alten Herrn. ;)

Eli Sabachtani
20.04.2005, 13:58
@nanook: Guter Punkt, vor allem das mit dem Charisma. Vielleicht sollten ihm seine Berater empfehlen, mal einen ordentlichen Schuplattler hinzulegen :D Ob es allerdings zum Theoretikertum gehört, den Blick fürs Wesentliche zu verlieren, das weiss ich nicht so genau, aber da kann auf jeden Fall was dran sein.


@natura: Sehr schön beschrieben, das mit der barocken Wärme. Zuviel davon auf einmal vertrag ich zwar nicht, aber trotzdem gibt es mir ein gutes Gefühl, dass es diese Welt im Süden mit ihren eigenen Regeln gibt (als Bayer wird man mit einem gewissen Maß an Schizophrenie geboren, glaube ich)

Auf mich hat Benedict auf alle Fälle schon Eindruck gemacht - ich beschäftig mich grad mit der Frage, wie ich es ihm gegenüber verteidigen könnte, dass ich mir die Rosinen aus der Katholischen Lehre picke, die negativen ablehne und mich insgesamt nicht in der ganzen Organisation engagiere (ausser, dass ich offiziell noch katholisch bin und solange ich mir die Kirchensteuer leisten kann, auch bleiben werd)
Das ist für mich Inspiration (auch wenn das ein paar künstlerische Seelen hier vielleicht etwas anders beurteilen würden...)

Eiskristallin
20.04.2005, 14:04
Und sehe ich als "3.Welt-Bewohner", welche Auswirkungen ungeschützter Verkehr hat, dann schiesse ich das Kondom-Verbot in den Wind
pfff...als wär das so einfach...

melusine
20.04.2005, 14:07
Wie die Briten "unseren" Papst sehen: http://www.thesun.co.uk/article/0,,2-2005180898,00.html

natura
20.04.2005, 14:10
@natura: Sehr schön beschrieben, das mit der barocken Wärme. Zuviel davon auf einmal vertrag ich zwar nicht, aber trotzdem gibt es mir ein gutes Gefühl, dass es diese Welt im Süden mit ihren eigenen Regeln gibt (als Bayer wird man mit einem gewissen Maß an Schizophrenie geboren, glaube ich)


Letzteres in Klammern verstehe ich nicht ! Was meinst du damit ?

Mitten in der Altstadt von Landsberg am Lech ist sehr versteckt das Johanniskircherl, das auch der berühmte Baumeister Dominikus Zimmermann erbaut hat.
Darin sitzend, wenn die Sonne zu den seitlichen Fenstern hereinscheint, ist ein himmlisches Gefühl. Da ist dann die Wärme da, die einen durchflutet und Kirche ein heiliger Raum der Besinnung und Selbstfindung wird. :) :)

Eli Sabachtani
20.04.2005, 14:29
@natura: damit meinte das Gefühl, einerseits die Wärme der bayerischen Lebensart und gleichzeitig ihre manchmal schreckliche Doppelmoral und Engstirnigkeit oft nur durch einen geistigen Spagat überwinden zu können.

@keetah: natürlich ist das nicht einfach. Und ich hoffe, ich hab das Ganze nicht zu forsch formuliert, aber wenn ich in Fahrt komme, dann trägts mich oft dahin :) Aber was ich sagen wollte, ist das: Ich sehe für mich nicht so viel Sinn darin, mit der Kurie darüber zu streiten, ob Kondome nun theoretisch erlaubt oder verboten sein sollen, denn vor Ort ist dann oft trotzdem noch eine kondomfeindliche Haltung anzutreffen, die auf lokalen Traditionen beruht. Stattdessen sollte man gleich zu den Menschen gehen, und ihnen eben die Folgen verdeutlichen, die Sex ohne Kondom haben kann (leider gibt es ja dazu mittlerweile mehr als genug Beispiele).
Auch das ist natürlich wieder ein Gedankenspagat, zwischen Theoretiker und Pragmatiker, aber wie gesagt, ich verbuche das unter bayerischer Schizophrenie :D

natura
20.04.2005, 14:44
@natura: damit meinte das Gefühl, einerseits die Wärme der bayerischen Lebensart und gleichzeitig ihre manchmal schreckliche Doppelmoral und Engstirnigkeit oft nur durch einen geistigen Spagat überwinden zu können.


Danke, nun verstehe ich Dich. Ja, dem stimme ich zu. ;)

Eiskristallin
20.04.2005, 15:07
Stattdessen sollte man gleich zu den Menschen gehen, und ihnen eben die Folgen verdeutlichen, die Sex ohne Kondom haben kann
und genau DAS wird ein solcher papst niemals forcieren.

ForestForce
20.04.2005, 20:29
Aber vergleicht mal Inquisition mit Willkürrecht, wo einfach jeder erschlagen wird, dessen Gesicht dem Herrscher nicht gefällt. Dann ist Inquisition mit ihrem Verhandlungsrecht auf jeden Fall der Versuch, so etwas wie Rechtsstaatlichkeit herzustellen. Eine gewissen geschichtliche Gerechtigkeit sollte man der Kirche also nicht verwehren.


Wie bitte ?!?
Ich glaub an der Stelle les ich nicht richtig !
Ich finde es ist mindestens unangemessen (und den Opfern gegenüber fast schon wie Spott) auch noch krampfhaft nach "rechtschaffenden" und "ordnenden" Aspekten zu suchen und von einer "gewissen Gerechtigkeit" zu sprechen wo es sich - wie im Fall der Inquisition und ihren "Verhandlungen" - um ein reines Verbrechen handelt.
Strukturierung alleine heißt für sich betrachtet noch überhaupt nichts positives, im Gegenteil , es kann mit den schlimmsten Verbrechen einhergehen und diese überhaupt erst in so großem, systematischen Stil möglich machen.

Also nach oberer Logik müsste man auch bei den Nazis die "Bemühung" anerkennen/wertschätzen , struktur zu geben und Ordnung zu schaffen. Verhandlungen hatten die auch, und Struktur/Ordnung/Disziplin wurden in verbrecherischen Regimes schon immer groß geschrieben. Man frage sich nur um welche Art von "Ordnung" es sich handelt und ob diese es überhaupt Wert ist erwähnt zu werden ...

Eiskristallin
20.04.2005, 20:32
Wie bitte ?!?
Ich glaub an der Stelle les ich nicht richtig !
Ich finde es ist mindestens unangemessen (und den Opfern gegenüber fast schon wie Spott) auch noch krampfhaft nach "rechtschaffenden" und "ordnenden" Aspekten zu suchen und von einer "gewissen Gerechtigkeit" zu sprechen wo es sich - wie im Fall der Inquisition und ihren "Verhandlungen" - um ein reines Verbrechen handelt.
Strukturierung alleine heißt für sich betrachtet noch überhaupt nichts positives, im Gegenteil , es kann mit den schlimmsten Verbrechen einhergehen und diese überhaupt erst in so großem, systematischen Stil möglich machen.

Also nach oberer Logik müsste man auch bei den Nazis die "Bemühung" anerkennen/wertschätzen , struktur zu geben und Ordnung zu schaffen. Verhandlungen hatten die auch, und Struktur/Ordnung/Disziplin wurden in verbrecherischen Regimes schon immer groß geschrieben. Man frage sich nur um welche Art von "Ordnung" es sich handelt und ob diese es überhaupt Wert ist erwähnt zu werden ...
DANKE

nanook
20.04.2005, 20:36
find ich cool das du mal mitstreitest, forest :)

ich seh den unterscheid zwischen kriche und nazis da, das die nazis alle mit gewalt auf die negativen aspekte des eigenen spektums trimmen während die kriche zwar auch ein filter und ein gesicht für die rückstanädigen kräfte ist, jedoch (im idealfall) die postiven aspekte dieser kräfte stärken kann. ein auffangbecken für miliarden menschen die nicht so toll denken können mit ausrichtung auf nächstenliebe anstatt ausrichtung auf massenvernichtung und darvinismus. darum sehe ich der kirche ihre negativen strukuren eher nach ohne sie für gut zu befinden, wärend ich die gleichen strukturen bei politikern strikt bekämpfen würde.

neo2001
20.04.2005, 21:10
Wie die Briten "unseren" Papst sehen: http://www.thesun.co.uk/article/0,,2-2005180898,00.html

Die Briten waren schon immer schlechte Verlierer. Die sind doch nur sauer, weil sie nichts mehr dran ändern können. :D :p

Die britische Boulevard-Presse ist, was die Agressivität angeht sowieso ungeschlagen. Finde ich etwas niveaulos... sollten die eigentlich nicht nötig haben. Aber die Deutschen sind halt insbesondere wegen der Ähnlichkeit der beiden Völker und natürlich wegen der bewegten Geschichte ihre "Lieblingsfeinde".

Die breite Masse der Briten ist wahrscheinlich genauso doof, wie die Masse der geBILDeten Deutschen und verlangt eben leider nach solch oberflächlichen, simplen und reißerischen Überschriften.

tsurani
20.04.2005, 22:01
@Forrest:
Von mir auch DANKE!
Ich wollte schon selbst was schreiben, habe mich dann aber zu sehr über Elis Posting aufgeregt und habe außerdem gerade wenig Zeit. Deshalb unterschreibe ich jetzt einfach mal bei dir.

Und nochwas:
Ich kann in keinster Weise nachvollziehen, wie sich die Sympathie für einen Menschen auch nur im entferntesten auf dessen Herkunft zurückführen lässt. Manfred Kanther kommt aus Hessen, genau wie ich, aber das verhindert nicht im Geringsten meine Abneigung gegen ihn.
Und (@Eli S.) es gibt genügend Leute (auch und gerade in der 3. Welt), die auf die Scheiße hören, die ein Papst verzapft, auch wenn ihnen das noch so sehr schadet. Das kannst du doch nicht so verharmlosen!

glasperlenspielerin
20.04.2005, 22:06
Also nach oberer Logik müsste man auch bei den Nazis die "Bemühung" anerkennen/wertschätzen , struktur zu geben und Ordnung zu schaffen. Verhandlungen hatten die auch, und Struktur/Ordnung/Disziplin wurden in verbrecherischen Regimes schon immer groß geschrieben.

genau denselben gedanken wie forest force hatte ich heut morgen auch, als ich einige kommentare/zitate hier gelesen habe...für mich steckt hinter jedem fundamentalistischen beharren, das zudem im schlimmsten falle an macht- und gewaltausübung gekoppelt ist, ein ansatz faschistischen denkens..

wir können wohl von glück reden, dass wir im 21. jahrhundert in deutschland leben und staat und kirche voneinander getrennt sind. nicht auszudenken, was für kreuzzüge uns hier sonst in zukunft noch bevorstünden...

in ihrer jetzigen funktion kann die kirche/ der vatikan nicht mehr als nur ein bißchen provozieren..

könnte mich noch seitenlang dazu auslassen und aufregen (hab grad "hart aber fair" geguckt..), bin aber für heute zu müde.. :p ;)

Eli Sabachtani
20.04.2005, 23:03
Eieiei, mit der Nazi-Keule eins drüberzubekommen, tut natürlich schon weh und es ist auch verdammt schwer, sich dagegen zu wehren, weil man dann natürlich bei böswilliger Auslegung (was ich dir mal nicht unterstelle, Forest) gleich als Nazi-Sympathisant gebrandmarkt werden kann (und ich halte es für müssig zu sagen, dass ich das nicht bin, tue es der Vollständigkeit halber aber dennoch).

Was ich sagen wollte, ist folgendes: Ein Gericht wendet die Maßstäbe an, die es von den Herrschenden bekommt. Sind die Herrschenden wie im Fall der Nazis ein Haufen durchgeknallter Sozialdarwinisten und Antisemiten, bekommst du natürlich die entsprechende Gerichtsbarkeit. Das finde ich umso schlimmer, als es mit der Weimarer Republik ein Vorgängermodell gab, in dem die Gerichtsbarkeit zwar auch nicht perfekt war, aber zumindest nicht diese Exzesse hatte. Die Gerichtsbarkeit der Nazis war also ein Rückschritt.

Aus meinem Feld, Wald & Wiesen-Geschichtswissen (das also nicht wirklich wissenschaftlich fundiert ist) habe ich nun geschlossen, dass die Entwicklung der Inquisition ein Fortschritt war im Vergleich zu dem Rechtsverständnis, das sonst zu dieser Zeit herrschte, in dem viele Menschen das Eigentum der Herrschenden waren und Verbrechen nach Lust und Laune geahndet wurden. Und so weit ich weiss, hieß Inquisition nicht nur Hexenverbrennung oder Folter, sondern in erster Linie einmal ein Prozess, in dem auch der Angeklagte die Möglichkeit hatte, Einfluss zu nehmen. Und stellst Du mich jetzt vor die Wahl, ob ich abgemurkst werde, ohne was dagegen tun zu können, oder aber von einem Inquisitor verhört zu werden und zumindest eine Chance zu bekommen, mein Leben zu retten, dann wähle ich auf jeden Fall den Inquisitor.

Bildlich gesprochen stellt es für mich so dar: Stell dir vor, ein Schiff geht unter und es befinden sich Nazis und Inquisitoren auf dem Schiff. Dann kommt der Inquisition die Rolle zu, dass sie nur wenigen Personen in die Rettungsboote hilft, obwohl mehr Platz wäre und den Rest mit dem Schiff untergehen lässt. Die Nazis dagegen schmeissen auch noch die Leute, die schon im Rettungsboot sind, ins Wasser und lachen darüber, wie sie ertrinken.

Verhalten sich beide falsch? Ja!
Verhält sich eine Gruppe falscher als die andere? Für meinen Geschmack auch Ja!
Finde ich deshalb die Inquisition gut? Auf keinen Fall!
Wie sollte sich die Kirche zur Inquisition verhalten? Letztlich nicht anders als Deutschland zum Nationalsozialismus - sprich, die besondere Verantwortung akzeptieren, die aus der geschichtlichen Rolle erwächst.
Sollte das heutige Deutschland als Naziland oder die heutige Kirche als Hort der Inquisition beschimpft werden? Für meinen Geschmack Nein!

glasperlenspielerin
20.04.2005, 23:06
Die Nazis dagegen schmeissen auch noch die Leute, die schon im Rettungsboot sind, ins Wasser und lachen darüber, wie sie ertrinken.


"hexen" wurden auch zum ulk und spott/ "abschreckung" der gemeinschaft ertränkt oder verbrannt. ich sehe da keinen unterschied...sondern die parallelen sogar noch stärker vor augen geführt..

Eli Sabachtani
21.04.2005, 00:35
Oje, jetzt werden auch noch die eigenen Bilder gegen mich verwendet...na ja, ich habs mir ja selber eingebrockt.

...für mich steckt hinter jedem fundamentalistischen beharren, das zudem im schlimmsten falle an macht- und gewaltausübung gekoppelt ist, ein ansatz faschistischen denkens..

Staaten ohne fundamentalistisches Beharren gibt es nicht. Der Inhalt macht das Ganze aus: In Deutschland besteht das fundamentale Beharren darin, die Würde und Gleichheit aller Menschen anzuerkennen. Darin kann ich erstmal nichts Schlechtes erkennen. Und natürlich ist das Ganze an Macht- und Gewaltausübung gekoppelt - wenn ich meinem Nachbarn eine über die Rübe ziehe, dann kommt die Polizei und sperrt mich ein. Und wenn ich behaupte, Nazis seien gut, kommt auch die Polizei und sperrt mich ein (hoffentlich wenigstens).

Um einen wirklichen inhaltlichen Vergleich zwischen Inquisition und Nationalsozialismus anzustellen, fehlt mir das Wissen. Aber die Brutalität und Zielgerichtetheit, mit der die Nazis bestimmte Bevölkerungsgruppen ausrotten wollten, findet sich für mein Dafürhalten dort nicht wieder. Und ansonsten könnte ich nur wiederholen, was ich bereits gesagt habe.

Und (@Eli S.) es gibt genügend Leute (auch und gerade in der 3. Welt), die auf die Scheiße hören, die ein Papst verzapft, auch wenn ihnen das noch so sehr schadet. Das kannst du doch nicht so verharmlosen!

Ich verharmlos gar nix, im Gegenteil, ich sag doch, dass hier der Staat und andere Organisationen gefragt sind.

dafür ist natürlich eine entsprechende Bildung nötig, und falls die Kirche sich hier offenbar nicht bereit erklärt, müssen Staaten oder NGOs eingreifen

ach ja, und dann noch das bayern-argument
Ich kann in keinster Weise nachvollziehen, wie sich die Sympathie für einen Menschen auch nur im entferntesten auf dessen Herkunft zurückführen lässt.

wenn du mich da so ernst genommen hast, dann biste selber schuld

Eli Sabachtani
21.04.2005, 09:25
noch ein kleines Zitat aus der wikipedia

Die Inquisitionsprozesse waren im zeitgenössischen Rechtswesen fair, insbesondere auch verglichen mit der späteren Hexenverfolgung. Ein Angeklagter hatte z.B. das Recht, seine Feinde aufzuzählen und wenn diese mit den Anklägern identisch waren, wurde die Anklage niedergeschlagen. Falsche Ankläger wurden hart bestraft. In der Mehrheit der Fälle wurde nicht mit dem Tod bestraft, sondern gute Werke wie Gottesdienstbesuch, Stiftungen oder Wallfahrten verordnet. Teilnahme an Kreuzzügen, Geldbußen oder Pranger waren auch häufige Strafen.

Vicky
21.04.2005, 13:31
@forest
auch von mir ein danke, ein bißchen spät aber ich bin erst jetzt zum lesen gekommen.

indigoeyes
21.04.2005, 17:32
@ neo2001 und Eli Sabatchini: Ich finde es toll, dass ihn hier mal jemand auch nicht gleich verurteilt!

Was mich hier bei dieser Diskussion nämlich ganz entschieden stört: Ihr bildet euch irgendwie alle ein Urteil erstens nach seinem Aussehen bzw. seinem Auftreten und zweitens nach EINEM TEIL seiner Äußerungen.

Ich meine: JEDER bildet sich einen ersten Eindruck, das ist völlig klar. Und ganz ehrlich: Meiner war auch äußerst unsympathisch. Ich fand ihn auch kalt und irgendwie fanatisch. ABER: Ich habe mir die Mühe gemacht, mal hinter die Kulissen zu schauen und mal genauer hinzuhören, was er sonst noch so zu sagen hat. Und so musste ich meine Meinung über ihn schnell wieder in vielen Teilen revidieren.

Und es kennt wohl jeder von euch, dass euch Menschen auf den ersten Blick be- und verurteilen, weil sie euch zunächst falsch einschätzen. Und einen dann doch entgegen besserem Wissen nicht wieder aus dieser Schublade rausholen. Findet ihr das gut?


Und was auch nicht gerade die feine englische Art ist: Hier solche Beleidigungen und Unverschämtheiten loszulassen, auch wenn das "nur lustig" gemeint sein soll. Beispiel das Foto, das Nanook postete (Urteil über ihn wegen seines Aussehens!) oder auch folgendes Zitat von Gps:

"ratzinger und bush haben beste voraussetzungen , um gute freunde zu werden"

(urteil aufgrund EINEM TEIL seiner Äußerungen!)


Ich habe wirklich nichts dagegen, wenn man sachliche Kritik übt und ich habe auch nicht gegen eine humoristische Sicht der Dinge, aber derartige Äußerungen finde einfach nur abfällig und oberflächlich und das hat KEINER verdient. Man sollte auch beim Kritisieren wenigstens den nötigen Respekt wahren, dass man Leute nicht persönlich beleidigt.

Außerdem: Zu seinen konservativen Ansichten: Ich habe mich dazu zwar schon mal geäußert, aber ichs age es nochmal: Wenn man dagegen ist, muss man die katholische Kirche an sich kritisieren, wie das z.B. Dreamer tut.
Und sich nicht einfach auf jemanden einschießen und diesen nur persönlich angreifen mit unangebrachten Äußerungen über sein Äußeres etc. Das ist oberflächlich und nicht reflektiert.

Und falls jetzt jemand entgegen sollte, ich würde das nur sagen, weil ich katholisch bin, dann möchte ich demjenigen mal was zum Nachdenken geben: Ich bin weder katholisch noch befürworte ich die Dogmen der katholischen Kirche.

Diana
21.04.2005, 18:05
Für mich sind die Aussagen und Taten, die ich an Ratzinger kritisiere, ENTSCHEIDENDE, elementare Dinge. Diese Dinge kritisiere ich an dem von ihm bislang gestützten Kurs der katholischen Kirche generell. Und dafür lasse ich mir weder von Dir noch generell Oberflächlichkeit attestieren.
Oberflächlich finde ich hingegen "Liebmenschgetue", mit dem man jedem, egal, was er bislang an mitmenschenfeindlichen Dingen gesagt oder getan hat, dann doch noch immer mal wieder eine neue Chance gibt. Krasses Beispiel, das durch Deine Thesen in mir wachgerufen wird: Würdest Du einen Hitler auch fix mal einen derartigen Persilschein ausstellen - weil man ihn doch nicht wegen Teile seiner Äußerungen wie "Juden müssen vernichtet werden" vorverurteilen sollte? Oder weniger krass: Soll man Jörg Haider auch immer wieder reinwaschen, nur weil er Parteien wechselt und gründet und Neuanfänge macht, so wie es ihm gerade beliebt und er es strategisch gebrauchen kann?
DAS finde ich naiv und unreflektiert - und oberflächlich.

P.S.: Falls Herr Ratzinger eine wie auch immer geartete Wendung vollzieht, lasse ich mich gerne überzeugen, dass er als Papst eine liberalere Linie durchzieht. Aber erst durch Taten.

Eiskristallin
21.04.2005, 18:13
Was mich hier bei dieser Diskussion nämlich ganz entschieden stört: Ihr bildet euch irgendwie alle ein Urteil erstens nach seinem Aussehen bzw. seinem Auftreten und zweitens nach EINEM TEIL seiner Äußerungen..
ich hab's mir aufgrund ALLEM, was ich über ihn las, gebildet. wie er dreinschaute, als er vom balkon gewinkt hat, weiß ich nichtmal, weil ich nichtmal 1 sekunde davon im tv sah.

Diana
21.04.2005, 18:16
Sehr guter Punkt, mit dem ALLEM, keetah. S ist es bei mir auch. Und zwar: ALLEM SEIT JAHREN. Schließlich ist mir Ratzinger nicht erst seit dem Tod seines Vorgängers ein Begriff. Und den (meisten) anderen Kritikern höchtwahrscheinlich auch nicht.

Anna
21.04.2005, 18:41
Sehr guter Punkt, mit dem ALLEM, keetah. S ist es bei mir auch. Und zwar: ALLEM SEIT JAHREN. Schließlich ist mir Ratzinger nicht erst seit dem Tod seines Vorgängers ein Begriff. Und den (meisten) anderen Kritikern höchtwahrscheinlich auch nicht.


@ Diana

...wenn Du gestattest Diana, schließe ich mich gerne an. Seit Jahren setze ich mich mit Kirche, Religion und vor allen Dingen der "Machtgeschichte" dahinter auseinander.

Auch ein Dank an keetah.


Lieben Gruß

Anna

indigoeyes
21.04.2005, 19:04
[QUOTE=Diana]Für mich sind die Aussagen und Taten, die ich an Ratzinger kritisiere, ENTSCHEIDENDE, elementare Dinge. Diese Dinge kritisiere ich an dem von ihm bislang gestützten Kurs der katholischen Kirche generell. Und dafür lasse ich mir weder von Dir noch generell Oberflächlichkeit attestieren.


Ich hatte damit nicht dich persönlich gemeint, was mir am meisten aufgestoßen ist, habe ich zitiert. Dies schonmal vorweg.


Oberflächlich finde ich hingegen "Liebmenschgetue", mit dem man jedem, egal, was er bislang an mitmenschenfeindlichen Dingen gesagt oder getan hat, dann doch noch immer mal wieder eine neue Chance gibt.


Auch hier hast du mich offenbar missverstanden: Ich kritisiere nicht die Kritik an sich, sondern die "Art und Weise", wie sie hier kundgetan wurde. Außerdem möchte ich mich hier entschieden gegen "Liebmenschengetue" aussprechen, das hat damit gar nichts zu tun. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass jeder Mensch sowohl gute als auch schlechte Seiten hat. H
ier wurden scheinbar überwiegend die schlechten genannt. Meiner Meinung nach hat er nämlich auch nützliche Thesen aufgestellt und nicht nur negatives, deshalb sehe ich ihn mehr als Gesamtbild, als eine Zusammenschau und nicht als das Feindbild schlechthin.


Krasses Beispiel, das durch Deine Thesen in mir wachgerufen wird: Würdest Du einen Hitler auch fix mal einen derartigen Persilschein ausstellen - weil man ihn doch nicht wegen Teile seiner Äußerungen wie "Juden müssen vernichtet werden" vorverurteilen sollte? Oder weniger krass: Soll man Jörg Haider auch immer wieder reinwaschen, nur weil er Parteien wechselt und gründet und Neuanfänge macht, so wie es ihm gerade beliebt und er es strategisch gebrauchen kann?
DAS finde ich naiv und unreflektiert - und oberflächlich.


Nein, natürlich nicht. Es geht mir auch nicht um Wegleugnung von Tatsachen oder menschenfeindlichen Äußerungen, sondern auch hier wieder darum, dass man einen Menschen nicht nur aufrgund eines Teils seiner Äußerungen beurteilen kann bzw. sich auch mal die Mühe machen sollte, herauszufinden, WARUM jemand so oder so handelt.
Zu Hitler: Auch mit seiner Person habe ich mich schon intensiv beschäftigt und wenn man mal genau hinschaut, wird man auch da feststellen können, dass auch er nicht nur das "personifizierte Böse" in sich trug, sondern auch teilweise brauchbare politische ansätze wie auch menschliche Eigenschaften besaß.
Es geht auch nicht um´s reinwaschen einer Person, sondern um die ZUSAMMENSCHAU von Taten und Meinungen. Dann wirst auch du feststellen, dass nichts und niemand nur gut oder böse ist.

nanook
21.04.2005, 19:53
also ich habe hier keine menschen kritisiert sondern einen funktionsträger und ich habe in bewertet anhand von kriterien die sich aus der funktion ableiten nicht anhand von gut und böse oder moral. also ausgesprochen sachlich aber basierend auf seiner persönlichkeit über die seine augen sicher mehr sagen als irgendwelche säzte die man aus dem zusammanhang reissen könnte. es wäre ausgesprochen unsachlich bei einer personalfrage die persönlichkeit zu ignorieren.
weiterhin habe ich keinen menschen verunglimpft sondern eine öffentliche person und solche respektier man nicht sondern man karrikiert sie!
im übrigen hatte ich noch nie in einer diskussion eine derart differenzierte und ambivalente meinung wie ich sie in den letzten wochen insgesammt zum thema papst geäussert habe.
es ist genaugenommen unmöglich aus meinen aussagen abzuleiten ob ich nun gegen ihn bin oder nicht. ich weiss es ja selbst kaum mehr.
unter diesen umständen suggeriert zu bekommen das ausgerechnet dreamers immergleiche berechnbare vorgehensweise bei diesem thema die bessere form der meinungsbildung sei ist ganz unglaublich verletzend und ich begehe darum auf der stelle selbstmord und du bist schuld. ich armer mensch :(
:kuh:
peace und locker bleiben

Eiskristallin
21.04.2005, 19:58
Meiner Meinung nach hat er nämlich auch nützliche Thesen aufgestellt und nicht nur negatives, deshalb sehe ich ihn mehr als Gesamtbild, als eine Zusammenschau und nicht als das Feindbild schlechthin.

ich sehe auch das gesamtbild und würde gerne wissen, welche seiner thesen du gut bzw. nützlich findest.

indigoeyes
21.04.2005, 21:44
Zum Beispiel vertritt Ratzinger auch die Meinung, dass Leiden etwas Positives sei, dass es Sinn macht, gerade im Hinblick auf das öffentlich gelebte Leiden Papst Johannes Pauls des zweiten.
Diese Ansicht teile ich auch. Ich finde, das Leiden macht insofern Sinn, als dass man sonst seine Leben oder seine Lebensweise nicht überdenkt, man weiß das Nicht-Leiden sonst nicht zu schätzen. Darüberhinaus kann es einen wesentlich weiterbringen.

Weiter befürwortet er den "wahren Glauben" an sich, eben weniger diese sogenannte "Frömmigkeit" oder "Bigottheit", dazu ein Auszug au einem Interview:

Many people perceive Christianity as something institutional -- rather than as an encounter with Christ -- which explains why they don't see it as a source of joy, says Cardinal Joseph Ratzinger.

"Today, Christianity is seen as an old tradition, weighed down by old Commandments, something we already know which tells us nothing new; a strong institution, one of the great institutions that weigh on our shoulders," said the prefect of the Congregation for the Doctrine of the Faith.

"If we stay with this impression, we do not live the essence of Christianity, which is an ever new encounter, an event thanks to which we can encounter the God who speaks to us, who approaches us, who befriends us," the cardinal said in the latest issue of the Italian Catholic weekly Vita Trentina.


Zur Frauenfrage bzw. Gleichstellung der Frau sagt Ratzinger:

Besides what I shall never tire of repeating also applies here: for the Church the language of nature (in our case, two sexes complementary to each other yet quite distinct) is also the language of morality (man and woman called to equally noble destinies, both eternal, but different). It is precisely in the name of nature — it is known that Protestant tradition and, in its wake, that of the Enlightenment mistrust this concept — that the Church raises her voice against the temptation to project persons and their destiny according to mere human plans, to strip them of individuality and, in consequence, of dignity. To respect biology is to respect God himself, hence to safeguard his creatures.

It is precisely woman who is paying the greatest price. Motherhood and virginity (the two loftiest values in which she realizes her profoundest vocation) have become values that are in opposition to the dominant ones. Woman, who is creative in the truest sense of the word by giving life, does not "produce," however, in that technical sense which is the only one that is valued by a society more masculine than ever in its cult of efficiency. She is being convinced that the aim is to "liberate" her, "emancipate" her, by encouraging her to masculinize herself, thus bringing her into conformity with the culture of production and subjecting her to the control of the masculine society of technicians, of salesmen, of politicians who seek profit and power, organizing everything, marketing everything, instrumentalizing everything for their own ends. While asserting that sexual differentiation is in reality secondary (and, accordingly, denying the body itself as an incarnation of the spirit in a sexual being), woman is robbed not only of motherhood but also of the free choice of virginity. Yet, just as man cannot procreate without her, likewise he cannot be virgin save by "imitating" woman who, also in this way, has a surpassing value as "sign," as "example" for the other part of humanity.


Und genau da liegt der Punkt: Feminismus bzw. Emanzipation im Speziellen sieht eben die Emanzipation oft darin, typisch weibliche Attribute abzulegen, männliche anzunehmen und sich deswegen "gleichzustellen". Das ist nicht richtig. Ratzinger zeigt eben auf, dass es durchaus einen Sinn hat, dass es Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt. Und indem man dies negiert und der Frau männliche Attribute aufoktruiert, negiert man seiner Meinung nach auch Gott und die Natur an sich. Daher sieht er z.B. auch die Verwebdung von Kontrazeptiva oder auch die In-vitro-Fertilisation kritisch. Und NICHT weil er die Frau und ihre Rechte zur Selbstbestimmung herabwürdigt.

Weiterhin muss man sich auch mal fragen, warum die katholische Kirche sich so vehement gegen die Abtreibung bzw. die Schwangerschaftsberatung wehrt: Nicht weil sie die Frau verurteilt, die sich in dem Konflikt abzutreiben befindet, sondern weil sie die Abtreibung an sich, also das Verhalten an sich negiert.
Und als logische Konsequenz befürwortet sie nicht mehr die Konfliktberatung.
Was natürlich zugegebenermaßen im Konflikt zur Barmherzigkeit und gerade der Vorliebe von Jesus gegenüber den Sündern und ausgestoßenen steht, das ist klar.

Wie gesagt, ich finde einiges auch nicht sinnvoll oder zeitgemäß, wie z.B. keine Frauen im Priesteramt etc. Aber es gibt auch positive Aspekte, wie oben ersichtlich.
Ich denke eben einfach, dass Ratzinger, weil er zu vielem eine klare stellung bezieht und dadurch natürlich polarisiert oft missverstanden wird. Denn man muss sich auch fragen, warum detwas so oder so ist, den Hintergrund verstehen. Und oft kann man den einen oder anderen Standpunkt sogar nachvollziehen, weil sich dahinter ein ganz humanitärer Gedanke verbirgt.

indigoeyes
21.04.2005, 21:47
Darüberhinaus hat Ratzinger mal gesagt:

"Die Kunst ist neben der Wissenschaft das größte Geschenk Gottes an die Menschheit"


und ich finde, da wird sehr deutlich, dass Ratzinger nicht nur der rationale und intellektuelle Mensch ist, wie es so oft scheint, sondern auch ein sehr emotionaler Mensch. Denn die Kunst ist rein mit der Ratio nicht zu begreifen, dazu braucht es Herz UND Verstand.

Eiskristallin
21.04.2005, 21:59
mir reicht das bei weitem nicht aus, als daß er damit seine erzkonservativen ansichten übertünchen könnte.

indigoeyes
21.04.2005, 22:16
Aber du anerkennst, dass er auch positive Dinge propagiert, mehr wollte ich ja gar nicht :)

Ob das nun ausreicht, um das Negative zu übertünchen möge jeder für sich selbst entscheiden, das ist kein Thema...

Eiskristallin
21.04.2005, 23:30
Aber du anerkennst, dass er auch positive Dinge propagiert, mehr wollte ich ja gar nicht :)
also...um ehrlich zu sein, wollte ich nur versöhnlich klingen.

indigoeyes
21.04.2005, 23:41
Oh...naja, das ist schade...aber das brauchst du nicht. Will ja niemanden zu etwas "nötigen"...sage nur meine Meinung. Wenn jemand die nicht teilt ist das auch in Ordnung...

glasperlenspielerin
21.04.2005, 23:43
Zum Beispiel vertritt Ratzinger auch die Meinung, dass Leiden etwas Positives sei, dass es Sinn macht, gerade im Hinblick auf das öffentlich gelebte Leiden Papst Johannes Pauls des zweiten.
Diese Ansicht teile ich auch. Ich finde, das Leiden macht insofern Sinn, als dass man sonst seine Leben oder seine Lebensweise nicht überdenkt, man weiß das Nicht-Leiden sonst nicht zu schätzen. Darüberhinaus kann es einen wesentlich weiterbringen.

Weiter befürwortet er den "wahren Glauben" an sich, eben weniger diese sogenannte "Frömmigkeit" oder "Bigottheit", dazu ein Auszug au einem Interview:


du, ganz ehrlich, indigo, um zu diesen ansichten zu kommen, brauchte ich und jeder andere mit ein wenig "lebenserfahrung" und nachdenklicher veranlagung keinen "vordenker", keinen papst.
das sind für mich keine tiefgründigen weisheiten, sondern banalitäten.

und was den angeblichen "schutz des lebens" betrifft, so soll die kirche mir erst mal ihre glaubwürdigkeit beweisen, indem sie endlich mal von ihrem mittelalterlichen anthropozentrismus abrückt und die tiere in ihre ethik miteinbezieht.

ansonsten fällt das ganze moralische kartenhaus für mich in sich zusammen...


was den busch-vergleich betrifft, so war das eine anspielung auf seine fundamentale schwarz-malerei im hinblick auf gut und böse: der tugendhafte, gläubige amerikaner und der unzivilisierte, vom teufelbessene terrorist. das paßte für mich hervorragend auf ratzingers bild vom katholizismus als dem "besseren" bzw. "besten" glauben. was bitte soll daran anmaßend sein?

(im übrigen hat bush ratinger schon gratuliert ..und seine sympathie bekundet. scheint ja ein guter anfang zu sein..... :rolleyes: )

Silent_Water
21.04.2005, 23:56
Na gut, dann werde ich hier auch mal meinen Senf dazugeben. Erstmal habe ich unserer Kleinstadtzeitung einen Artikel zu seiner Einstellung gefunden gefunden:

Abtreibung: Um eine indirekte Mitwirkung der Kirche an Abtreibungen auszuschließen, setzte sich Ratzinger erfolgreich gegen einen Ausstieg aus der Schwangerenkonfliktberatung ein.
Aufklärung und Moderne: Ratzinger ist skeptisch gegenüber dem Freiheitsdenken der Moderne und warnt vor einem Abgleiten in einen zügellosen Liberalismus.
Befreiungstheologie: Der lateinamerikanischen Befreiungstheologie warf Ratzinger eine marxistische Gesinnung vor; Theologen wie Leonardo Boff wurden gemaßregelt.
Bibel: Der katholische Glaube orientiert sich nicht nur an der Heiligen Schrift, sondern auch an der kirchlichen Tradition. An diesem Unterschied zur reformatorischen Theologie hält Ratzinger fest.
Frauen: Zum Priesteramt sollen weiterhin nur Männer zugelassen werden. Den Feminismus lehnt Ratzinger ab.
Kirchenlehrer: Ratzingers theologische Vorbilder sind platonisch geprägte Kirchenlehrer wie Augustinus und Bonaventura, weniger der aristotelisch gesinnte Kirchenlehrer Thomas von Aquin.
Kollegialität: Ratzinger wandte sich zuletzt gegen einen übersteigerten römischen Zentralismus und sprach sich für mehr Mitsprache der Bischöfe und Ortskirchen aus.
Krieg und Frieden Mit der Wahl seines Papstnamens Benedikt XVI. knüpft Ratzinger an die pazifistische Tradition von Benedikt XV. an, der sich während des Ersten Weltkriegs um Frieden bemühte.
Laien: Trotz des zunehmenden Priestermangels sollen Laien nicht predigen oder Messfeiern leiten dürfen.
Liturgie: Ratzinger schätzt die alte lateinisch-römische Messform, die nach dem Zweiten Vatikanischen Konziel durch volkssprachliche Gottesdienste ersetzt wurde.
Ökumene: Ratzinger betont den Vorrang der katholischen Kirche vor anderen christlichen Kirchen und lehnt gemeinsame Eucharistiefeiern ab.
Pille und Kondom: Ratzinger lehnt künstliche Empfängnisverhütung ab und hält eheliche Treue für den besten Schutz vor Aids.
Scheidung: Ratzinger ist gegen eine Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion.
Unfehlbarkeit: In Glaubens- und Sittenfragen ist der Papst unfehlbar - an diesem Lehrsatz des Ersten Vatikanischen Konzils hält Ratzinger fest.
Wissenschaft: Ratzinger betont den Vorrang des römischen Lehramts vor der Freiheit der Theologie.
Zölibat: An der vorgeschriebenen Ehelosigkeit von Priestern will Ratzinger nicht rütteln.

Gut, jetzt meine völlig unqualifizierten, vielleicht subjektiven Kommentare als kleine Revoluzzerin mit schlechten Erfahrungen/ Erfahrungsberichten:

> Abtreibung: Der Ausstieg aus der Schwangerenkonfliktberatung ist nahezu überflüssig, da ich nicht glaube, dass einem die katholische Kirche dazu raten würde. Beteiligt an Schwangerschaftsabbrüchen ist sie wohl nur, wenn ihren Ratschlägen zum Trotz abgetrieben wird oder sich die Frauen gerade durch die Ablehnung der Kirche in ihrer Entscheidung bestätigt sehen.
> Bibel: Was heißt kirchliche Tradition? Im Mittelalter hat die Kirche hauptsächlich Geld von Sündern eingesammelt. Gehört das dann auch dazu?
> Frauen: Die Priesterfrage muss ich wohl nicht mehr kommentieren. Aber zum Thema Emanzipation: Ich erinnere mich an ein Thema hier, da hat sich herausgestellt, dass es keine durch und durch männlichen oder weiblichen Menschen gibt, also spricht auch nichts gegen die Emanzipation, wenn sie nicht aus gesellschaftlichem Druck erfolgt. Ich finde keine belegbar "typisch" weibliche Eigenschaft, die nicht auf Sozialisation und Jahrtausende altem vermittelten Rollenverhalten beruht.
> Krieg und Frieden: Tut mir leid, aber das ERWARTE ich von einem Papst.
> Liturgie: *gähn* Wird's jetzt NOCH langweiliger?
> Ökumene: Nicht das ich als "Kirchenschwänzer" darauf wert legen würde, aber das ist für mich ein Rückschritt.
> Pille und Kondom: Wieder so ein Reizthema. Abgesehen davon, dass es in den Entwicklungsländern vermutlich schwer ist, überhaupt einen Partner ohne AIDS zu finden - Will er für die nächsten acht Kinder sorgen oder müssen alle, die es "sich nicht leisten können", dem Sex entsagen??? Und wer gibt ihm das Recht über Familienangelegenheiten zu urteilen?
> Unfehlbarkeit: :yahoo: ... Dazu fällt mir nix Anderes ein!
> Zölibat: Soso... Ganz verlogen nebenbei eine Freundin zu haben, ist dann wohl besser, was (bezieht sich nicht auf ihn, sondern nur auf die Praxis)? Siehe auch "Pillen und Kondome".

Außerdem: Leiden kann durchaus sinnvoll sein, aber wenn man einem Fünfjährigen mit Verdacht auf Gehirntumor sagt "Wir sind doch nicht auf der Welt, um glücklich zu sein, sondern um zu büßen." (wieder nur Erfahrungsbericht), dann muss ich doch stark am Glauben zweifeln, den die katholische Kirche vermittelt. :arghh:

Diana
22.04.2005, 00:00
Dann wirst auch du feststellen, dass nichts und niemand nur gut oder böse ist.

Das ist mir durchaus bewusst. ;) Und trotzdem nehme ich mir das Recht heraus, für mich zu entscheiden, welche Dinge für mich die wichtigeren sind. Und bei den genannten drei Leuten überwiegt für mich das Negative in elementar wichtigen Bereichen, so dass ich einfach keinen Bock habe, mit der Lupe nach den positiven Wesenszügen zu suchen, nur um diesen Menschen auch noch ein paar gute Haare zu lassen. Die mögen sie ja haben, aber sie sind bei mir trotzdem unten durch. Punkt. Und bestimmt Dinge, etwa die Ermordung von über 6 Millionen Menschen, lassen sich nicht mit einer zarten, vom Vater geschlagenen Künstlerseele, philosophischen Momenten und netten Tischmanieren "relativieren".

indigoeyes
22.04.2005, 00:15
du, ganz ehrlich, indigo, um zu diesen ansichten zu kommen, brauchte ich und jeder andere mit ein wenig "lebenserfahrung" und nachdenklicher veranlagung keinen "vordenker", keinen papst.
das sind für mich keine tiefgründigen weisheiten, sondern banalitäten.

@Gps: Das habe ich auch nicht behauptet. Ich habe nie gesagt, dass Ratzinger der erste war, der diese Erkenntnis hatte, das ist Quatsch. Aber ich halte diese Erkenntnis nicht für banal, nur weil du sie für dich vielleicht schon erkannt hast.


was den busch-vergleich betrifft, so war das eine anspielung auf seine fundamentale schwarz-malerei im hinblick auf gut und böse: der tugendhafte, gläubige amerikaner und der unzivilisierte, vom teufelbessene terrorist. das paßte für mich hervorragend auf ratzingers bild vom katholizismus als dem "besseren" bzw. "besten" glauben. was bitte soll daran anmaßend sein?

Das ist deine Meinung, ich teile sie hingegen nicht. Ich finde den Vergleich unpassend, da Bush´s Fundamentalismus sich auf ganz anderer Ebene äußert. Außerdem halte ich Bush für weniger intelligent und reflektiert als Ratzinger. Im Übrigen ist Bush ein Populist, was Ratzinger hingegen nicht ist.

(im übrigen hat Bush ratinger schon gratuliert ..und seine sympathie bekundet. scheint ja ein guter anfang zu sein..... )

Ja und wenn du mal genau hingeschaut hättest, hättest du in Bush´s Körpersprache bemerkt, dass er es nicht gerade in freudiger Erregung tat, sondern mehr widerwillig. Außerdem bleibt ihm als Staatsoberhaupt wohl fast nichts anderes übrig, oder?

Schröder, Berlusconi und zahlreiche weitere Politiker haben ihm auch gratuliert und zwar in positiverer Formulierung als Bush. Sind das jetzt auch Indizien für eine imaginäre Kongregation mit Ratzinger!?

indigoeyes
22.04.2005, 00:18
Das ist mir durchaus bewusst. ;) Und trotzdem nehme ich mir das Recht heraus, für mich zu entscheiden, welche Dinge für mich die wichtigeren sind. Und bei den genannten drei Leuten überwiegt für mich das Negative in elementar wichtigen Bereichen, so dass ich einfach keinen Bock habe, mit der Lupe nach den positiven Wesenszügen zu suchen, nur um diesen Menschen auch noch ein paar gute Haare zu lassen. Die mögen sie ja haben, aber sie sind bei mir trotzdem unten durch. Punkt. Und bestimmt Dinge, etwa die Ermordung von über 6 Millionen Menschen, lassen sich nicht mit einer zarten, vom Vater geschlagenen Künstlerseele, philosophischen Momenten und netten Tischmanieren "relativieren".


Das will dir ja auch niemand absprechen. Ich wehre mich nur entschieden gegen eine gewisse Form von Schwarz-Weiß-Denken, das ist alles.

Eiskristallin
22.04.2005, 00:21
kurt krenn ist mit der wahl ratzingers "sehr, sehr zufrieden" (quelle: News 16/05, S. 25.)... (kommentar überflüssig...)

alfred worm wurde (ebda, S. 26f.) angesichts dieser wahl in seinem artikel zur macht von päpsten wohl auch zu brillantem zynismus inspiriert, wenn er schreibt:

"genau genommen ist es die aufgabe eines papstes, im rahmen einer globalen theologieshow 1,1 milliarden konsumenten bei laune zu halten und bei massiv drängender konkurrenz die quote hoch zu halten. vermarktet wird das bessere jenseits - also ein ziemlich sperriges produkt. während die römisch-katholische kirche das himmelreich von mitgliedschaft und ziemlich hohen beitragszahlungen abhängig macht, haben sich am weltmarkt zahllose konkurrenzunternehmen etabliert, von denen die ewige glückseligkeit zum nulltarif angeboten wird...

die zeitkritische klientel, der die kirche das kondom als sündig vermieste, akzeptierte zwar den papst als medialen superman - sie kehrte aber der kirche den rücken. also explodieren in den westlichen staaten die kirchenaustrittszahlen."

Eiskristallin
22.04.2005, 00:24
Ja und wenn du mal genau hingeschaut hättest, hättest du in Bush´s Körpersprache bemerkt, dass er es nicht gerade in freudiger Erregung tat, sondern mehr widerwillig. Außerdem bleibt ihm als Staatsoberhaupt wohl fast nichts anderes übrig, oder?
wenn bush ratzinger nicht gänzlich bejubeln sollte - was meiner ansicht nach nicht ersichtlich ist - dann kann es nur daran liegen, daß er vielleicht nicht kapiert (was durchaus sein kann...), wie fabelhaft ratzinger ihn (bush) ergänzt.

indigoeyes
22.04.2005, 00:28
Hmm, würde mal sagen, das mit Mitgliedschaft und den Beitragszahlungen trifft genauso auf die evangelische Kirche zu, da unterscheiden sich beide wohl kaum. Und die evangelische Kirche ist auch hierarchisch organisiert, es gibt eben nur keinen Papst als obersten Repräsentanten...und die evangelische Kirche tut in vielem zwar liberaler als die katholische (z.B. was Ökumene, Frauen im Pfarreramt etc.) angeht, ist aber oft hinter den Kulissen noch genauso rückständig.

indigoeyes
22.04.2005, 00:31
wenn bush ratzinger nicht gänzlich bejubeln sollte - was meiner ansicht nach nicht ersichtlich ist - dann kann es nur daran liegen, daß er vielleicht nicht kapiert (was durchaus sein kann...), wie fabelhaft ratzinger ihn (bush) ergänzt.


Habe das nicht so empfunden, hatte eher den Eindruck, dass er Ratzinger noch nicht so richtig einzuschätzen weiß und ihn daher als mögliche Konkurrenz deklariert....

Aber gut, ich denke, ich werde mich nun aus dieser Diskussion zurückziehen, da es sonst in eine Endlosdiskussion ausarten würde.

Eiskristallin
22.04.2005, 00:34
lösch

Dreamer
22.04.2005, 19:20
Darauf eine provokante These zum Nachdenken ! ;)

Alle Autoritätspersonen, insbesondere der Papst (Papa),
verkörpern in der menschlichen Psyche den Vater.

Wer also gegen solche Autoritäten kritisch ist oder gegen diese rebelliert,
hat da in sich noch ein unerlöstes Vaterthema.

Unerlöste Vaterthemen, werden häufig erstmal in Beziehungen mit Männern ausgelebt
und sind dann der ewige Beziehungsk(r)ampf in den Ehen. :(

Wir armen Männer !!! :D :D

oder ist ein kritischer, hinterfragender Denker (sehr positiv) :p

Dreamer
22.04.2005, 19:54
Ich hab jetzt nicht alles gelesen werde dennoch ein wenig dazu schreiben.

Ich kritisiere nicht den Menschen Ratzinger sondern den Kardinal bzw Papst Ratzinger bzw Benedikt XVI. Ein Bischof beschrieb es treffend: "Sie haben Johannes Paul II wieder gewählt." Ratzinger vertritt die selben verstaubten Ansichten wie sein Vorgänger.

Nächste woche werde ich hier noch mal ausführlich zum thema schreiben.

indigoeyes
22.04.2005, 20:07
[QUOTE=Dreamer]Ich hab jetzt nicht alles gelesen werde dennoch ein wenig dazu schreiben.

Ich kritisiere nicht den Menschen Ratzinger sondern den Kardinal bzw Papst Ratzinger bzw Benedikt XVI.


Ich weiß, das ist ja auch in Ordnung dann. Habe mich ja hauptsächlich gegen meienr Meinung nach unangebrachte persönliche Kritik an Ratzingers Person gewehrt...


Ein Bischof beschrieb es treffend: "Sie haben Johannes Paul II wieder gewählt." Ratzinger vertritt die selben verstaubten Ansichten wie sein Vorgänger.


Das ist absolut richtig. Aber im Gegensatz zu Ratzinger schient hier niemanden Johannes Paul II. zu kritisieren, obwohl gerade der auch diese Ansichten vertritt...und das liegt meiner Meinung nach daran, dass sich einige von Ratzingers Person und seinem Auftreten blenden lassen...

Robin
22.04.2005, 20:08
Darauf eine provokante These zum Nachdenken ! ;)

Alle Autoritätspersonen, insbesondere der Papst (Papa),
verkörpern in der menschlichen Psyche den Vater.

Wer also gegen solche Autoritäten kritisch ist oder gegen diese rebelliert,
hat da in sich noch ein unerlöstes Vaterthema.

Unerlöste Vaterthemen, werden häufig erstmal in Beziehungen mit Männern ausgelebt
und sind dann der ewige Beziehungsk(r)ampf in den Ehen. :(

Wir armen Männer !!! :D :D
Wie bitte? wer sich gegen Autoritäten wehrt, ist verkehrt? Ich glaube eher, jemand, der solche Thesen aufstellt, hat ein unerlöstes Vater-Thema...Kann ja wohl nicht angehn :mecker:
und diese Platitüde zum Thema "Ehe"...

Dreamer
22.04.2005, 20:16
[QUOTE=Dreamer]Ich hab jetzt nicht alles gelesen werde dennoch ein wenig dazu schreiben.

Ich kritisiere nicht den Menschen Ratzinger sondern den Kardinal bzw Papst Ratzinger bzw Benedikt XVI.


Ich weiß, das ist ja auch in Ordnung dann. Habe mich ja hauptsächlich gegen meienr Meinung nach unangebrachte persönliche Kritik an Ratzingers Person gewehrt...


Ein Bischof beschrieb es treffend: "Sie haben Johannes Paul II wieder gewählt." Ratzinger vertritt die selben verstaubten Ansichten wie sein Vorgänger.


Das ist absolut richtig. Aber im Gegensatz zu Ratzinger schient hier niemanden Johannes Paul II. zu kritisieren, obwohl gerade der auch diese Ansichten vertritt...und das liegt meiner Meinung nach daran, dass sich einige von Ratzingers Person und seinem Auftreten blenden lassen...

Eben das ist der Unterschied zwischen Benedikt XVI und Johannes Paul II. Letzterer verstand es besser mit Menschen umzugehen. Er wurde von vielen verehrt obwohl sie seine ansichten nicht teilten. Ich lass mich durch sowas nicht blenden. Ich erkenne positive Seiten an, werde aber nicht müde die negativen zu kritisieren.

Dreamer
22.04.2005, 20:19
Wie bitte? wer sich gegen Autoritäten wehrt, ist verkehrt? Ich glaube eher, jemand, der solche Thesen aufstellt, hat ein unerlöstes Vater-Thema...Kann ja wohl nicht angehn :mecker:
und diese Platitüde zum Thema "Ehe"...

Sehe ich genauso. Meiner Meinung nach zeichnet es einen selbst denkenden Menschen aus das er jede Authorität in Frage stellt. Eine Authorität die keine Kritik wünscht hat selbst schon das beste Argument geliefert warum sie Kritik verdient hat.

indigoeyes
22.04.2005, 20:25
Eben. Und zur Kritik gehört eben auch mal von Zeit zu Zeit die eigenen Meinungen kritisch zu überdenken. :D


Außerdem konnte Johannes Paul auch nicht von Anfang an mit Menschen umgehen, das hat sich auch erst im Laufe der Zeit herauskristallisiert und er musste viel darüber lernen...deshalb finde ich, man tut Ratzinger als Papst Unrecht, wenn man seine Vorgehensweise verurteilt noch bevor er offiziell den Papstthron bestiegen hat. Man sollte erstmal einige Zeit ins Land ziehen lassen und dann nochmal urteilen...

Außerdem finde ich es traurig, dass viele ihm seine zurückhaltende Art als totnegativ auslegen. Bin selber meist sehr zurückhaltend und mir wurde deshlab auch oft das Siegel "arrogant" aufgedrückt, was einfach nicht stimmt. Daher finde ich, man tut ihm Unrecht, wenn man ihn schon be- und verurteilt noch bevor er sich überhaupt in seinem Amt betätigen kann. Vielleicht wird er ja entgegen aller Befürchtungen noch für Überraschungen sorgen...who knows...
Und ganz ehrlich: Nur weil jemand ständig als Papst auf Reisen geht und mit seinem Papa-Mobil durch die Menge fährt muss er noch lange kein größerer Menschenfreund sein als jemand, der das nicht tut...ich würde daher erst mal abwarten.

indigoeyes
22.04.2005, 20:27
Sehe ich genauso. Meiner Meinung nach zeichnet es einen selbst denkenden Menschen aus das er jede Authorität in Frage stellt. Eine Authorität die keine Kritik wünscht hat selbst schon das beste Argument geliefert warum sie Kritik verdient hat.

Definitiv. Deshalb überdenke ich auch die Meinung meiner Mitmenschen gelegentlich kritisch, denn auch wenn ziemlich viele ins gleiche Horn blasen sollte man das nicht kritiklos übernehmen... ;)

Dreamer
22.04.2005, 20:32
Eben. Und zur Kritik gehört eben auch mal von Zeit zu Zeit die eigenen Meinungen kritisch zu überdenken. :D


Außerdem konnte Johannes Paul auch nicht von Anfang an mit Menschen umgehen, das hat sich auch erst im Laufe der Zeit herauskristallisiert und er musste viel darüber lernen...deshalb finde ich, man tut Ratzinger als Papst Unrecht, wenn man seine Vorgehensweise verurteilt noch bevor er offiziell den Papstthron bestiegen hat. Man sollte erstmal einige Zeit ins Land ziehen lassen und dann nochmal urteilen...

Außerdem finde ich es traurig, dass viele ihm seine zurückhaltende Art als totnegativ auslegen. Bin selber meist sehr zurückhaltend und mir wurde deshlab auch oft das Siegel "arrogant" aufgedrückt, was einfach nicht stimmt. Daher finde ich, man tut ihm Unrecht, wenn man ihn schon be- und verurteilt noch bevor er sich überhaupt in seinem Amt betätigen kann. Vielleicht wird er ja entgegen aller Befürchtungen noch für Überraschungen sorgen...who knows...
Und ganz ehrlich: Nur weil jemand ständig als Papst auf Reisen geht und mit seinem Papa-Mobil durch die Menge fährt muss er noch lange kein größerer Menschenfreund sein als jemand, der das nicht tut...ich würde daher erst mal abwarten.

Das mag für manche gelten, aber wie gesagt ich mache da keinen Unterschied. Johannes Paul II war nicht besser als Ratzinger es ist bzw vielleicht sein wird. Er konnte sich nur besser verkaufen was bei der Masse gut ankommt. Um kein falsches Bild aufkommen zu lassen. ich respektiere Ratzinger als sehr intelligenten Menschen. ich stimme nur nicht mit seinen ansichten überein.

Dreamer
22.04.2005, 20:57
Ratzinger ist ein kühler rationaler Denker. Gefühle sind nicht seine Welt. Sein Vorgänger war ein regelrechter Entertainer dessen Qualitäten Ratzinger nie erreichen wird. Das ist allerdings auch nicht seine Aufgabe. Er hat andere Qualitäten als sein Vorgänger und ein Grund für seine Wahl dürfte auch seine Nähe zum Papst gewesen sein. Er war praktisch der Schattenpapst. Wenn ich ihn kritisiere, kritisiere ich ohnehin den Menschen der schon seit einigen Jahren die Geschicke der katholischen Kirche im Hintergrund leitet.

indigoeyes
22.04.2005, 21:09
[QUOTE=Dreamer]Ratzinger ist ein kühler rationaler Denker. Gefühle sind nicht seine Welt.


Das sehe ich nicht so. Siehe dazu auch mein Posting weiter oben. Man möge hierzu auch mal hinter die Fassade schauen und sich mal Interviews mit ihm anhören, in denen er von seiner Jugend und seinem Elternhaus berichtet oder eben über seine zweite Leidenschaft die Kunst redet...
Darüberhinaus kann man jemandem nicht mangelnde Gefühlstiefe attestieren, nur weil er sie möglicherweise nicht nach aussen trägt....dafür kennt ihn jeder von uns nicht gut genug. Sich da ein Urteil aus der Ferne zu erlauben ist äußerst schwierig.

Dreamer
22.04.2005, 21:13
[QUOTE=Dreamer]Ratzinger ist ein kühler rationaler Denker. Gefühle sind nicht seine Welt.


Das sehe ich nicht so. Siehe dazu auch mein Posting weiter oben. Man möge hierzu auch mal hinter die Fassade schauen und sich mal Interviews mit ihm anhören, in denen er von seiner Jugend und seinem Elternhaus berichtet oder eben über seine zweite Leidenschaft die Kunst redet...
Darüberhinaus kann man jemandem nicht mangelnde Gefühlstiefe attestieren, nur weil er sie möglicherweise nicht nach aussen trägt....dafür kennt ihn jeder von uns nicht gut genug. Sich da ein Urteil aus der Ferne zu erlauben ist äußerst schwierig.

Das ist das Bild das nahestehende Personen von ihm zeichnen. Und es war sicherlich nicht negativ von ihnen gemeint. Ein kühler rationaler Denker hat schließlich auch Qualitäten die der gefühlvolle Denker nicht hat. Das ist nicht in jeder Situation negativ. Für ein derartiges Amt könnte es sogar für ihn von Vorteil sein.

indigoeyes
22.04.2005, 21:24
[QUOTE=indigoeyes]

Das ist das Bild das nahestehende Personen von ihm zeichnen. Und es war sicherlich nicht negativ von ihnen gemeint. Ein kühler rationaler Denker hat schließlich auch Qualitäten die der gefühlvolle Denker nicht hat. Das ist nicht in jeder Situation negativ. Für ein derartiges Amt könnte es sogar für ihn von Vorteil sein.




Also ich weiß nicht, aber ich habe da so einiges anderes gehört/gesehen/gelesen...ich denke, da deckt sich unser Informationsstand bzw. unsere -quellen nicht ganz 100%ig ;)

Aber gut, mag viel auch vom subjektiven Eindruck abhängen...

Dreamer
24.04.2005, 17:33
Wie bitte ?!?
Ich glaub an der Stelle les ich nicht richtig !
Ich finde es ist mindestens unangemessen (und den Opfern gegenüber fast schon wie Spott) auch noch krampfhaft nach "rechtschaffenden" und "ordnenden" Aspekten zu suchen und von einer "gewissen Gerechtigkeit" zu sprechen wo es sich - wie im Fall der Inquisition und ihren "Verhandlungen" - um ein reines Verbrechen handelt.
Strukturierung alleine heißt für sich betrachtet noch überhaupt nichts positives, im Gegenteil , es kann mit den schlimmsten Verbrechen einhergehen und diese überhaupt erst in so großem, systematischen Stil möglich machen.

Also nach oberer Logik müsste man auch bei den Nazis die "Bemühung" anerkennen/wertschätzen , struktur zu geben und Ordnung zu schaffen. Verhandlungen hatten die auch, und Struktur/Ordnung/Disziplin wurden in verbrecherischen Regimes schon immer groß geschrieben. Man frage sich nur um welche Art von "Ordnung" es sich handelt und ob diese es überhaupt Wert ist erwähnt zu werden ...

Dem schließe ich mich an.

Zitat von Eli Sabachtani
Und sehe ich als "3.Welt-Bewohner", welche Auswirkungen ungeschützter Verkehr hat, dann schiesse ich das Kondom-Verbot in den Wind

So einfach ist das leider nicht. Hier werden kulturelle Unterschiede so wie der Bildungsgrad außer acht gelassen. Gerade in der dritten Welt spielt Glaube eine große Rolle. Würde der Papst sich für Kondome zum Schutz vor Krankheiten einsetzen, würde er damit viele Leben retten.

Aber es gibt noch weitere Punkte:

Die Konfliktberatung (Schwangerschaftsabbruch) der kath. Kirche.

Der Ausstieg war ein Eigentor. Die kath. Kirche fördert damit Abtreibungen. Man muß folgendes bedenken. Das Ziel der Konfliktberatung ist es Alternativen aufzuzeigen und damit Abtreibungen zu verhindern. Die entscheindung der Kirche (vor allem Ratzinger war damals treibende Kraft für einen Ausstieg) war schlichtweg undurchdacht.

Das Zölibat:

Hier wäre eine Diskussion eventuell möglich. Es gibt viele junge Männer die gerne Priester werden würden, diesen Weg aber wegen des Zölibats nicht beschreiten können. Ratzinger hat klar gestellt das das Zölibat kein Dogma ist. D.h. man kann darüber diskutieren es außer Kraft zu setzen. Vielleicht überrascht Ratzinger uns alle und trifft die längst überfällige Entscheidung das Zölibat außer Kraft zu setzen. Die Hoffnung stirbt zuletzt. ;)

Noch eine interessante Entwicklung:

Ratzinger hat einen seiner größten Kritiker nach Rom berufen. Man darf gespannt sein ob Kardinal Lehmann dem Ruf folgt.

shadow of light
24.04.2005, 17:40
ich bin einerseits sehr verärgert darüber, dass sie sich ausgerechnet für diesen kandidaten entscheiden mussten, ein südamerikaner wäre viel fairer gewesen, andererseits empfinde ich momentan eher tiefes mitleid für den papst

neo2001
24.04.2005, 17:47
Finde ich jetzt aber auch etwas arg pauschal, zu behaupten, dass ein Südamerikaner automatisch fairer sein muss.

Südamerikaner sind auch nur Menschen, genauso wie Afrikaner, Amerikaner, Asiaten und was da nicht noch alles auf dem Planeten rumläuft. ;)

shadow of light
24.04.2005, 18:03
sorry war zu faul es zu begründen...
ich finde, dass es in südamrika deutlich mehr gläubige christen gibt als in europa oder prozentual in deutschland von daher hätte ich mir eben einen südamerikaner sehr gut als papst vorstellen können, gegen einen sehr konservativen bayern habe ich irgendwie vorurteile >schäm<

Dreamer
24.04.2005, 18:06
sorry war zu faul es zu begründen...
ich finde, dass es in südamrika deutlich mehr gläubige christen gibt als in europa oder prozentual in deutschland von daher hätte ich mir eben einen südamerikaner sehr gut als papst vorstellen können, gegen einen sehr konservativen bayern habe ich irgendwie vorurteile >schäm<

Ich finde auch das es ein Zeichen gesetzt hätte. Der Glauben in den dritten Welt Ländern ist sehr stark. Viele Menschen dort zeigten sich enttäuscht, das es wieder ein Europäer wurde.

indigoeyes
24.04.2005, 18:11
Ich kann das zwar alles irgendwie verstehen, aber kommt es denn wirklich darauf an, was für eine Nationalität ein Papst hat? Ich meine, wir sprechen hier vom Papst und nicht von einem Staatsoberhaupt oder sowas. In dem Moment, wo er den Papstthron besteigt, repräsentiert er doch alle Katholiken und nicht nur seine Landsleute oder Europäer....er wurde gewählt, weil er nach Meinung von 2/3 der Kardinäle am besten für dieses Amt geeignet ist. Das muss man auch mal bedenken. Hätte ein anderer diese Attribute auf sich vereint, wäre er es eben geworden, unabhängig von Rasse oder Nationalität.

shadow of light
24.04.2005, 18:14
ich bin geschichtlich und vorallem was die krichengeschichte angeht die totale niete, also widersprecht mir wenn ich falsch liege, aber ich glaube nicht, dass es schon einen dunkelhäutigen papst gab...

Dreamer
24.04.2005, 18:14
Ich kann das zwar alles irgendwie verstehen, aber kommt es denn wirklich darauf an, was für eine Nationalität ein Papst hat? Ich meine, wir sprechen hier vom Papst und nicht von einem Staatsoberhaupt oder sowas. In dem Moment, wo er den Papstthron besteigt, repräsentiert er doch alle Katholiken und nicht nur seine Landsleute oder Europäer....er wurde gewählt, weil er nach Meinung von 2/3 der Kardinäle am besten für dieses Amt geeignet ist. Das muss man auch mal bedenken. Hätte ein anderer diese Attribute auf sich vereint, wäre er es eben geworden, unabhängig von Rasse oder Nationalität.

Na Ja, welche Bedeutung die Nationalität in den Köpfen der Menschen hat, zeigt ja allein die Reaktionen auf Ratzinger. Allen voran die völlig unnötige Haßtirade der Briten gegen ihn. Das war wirklich daneben.

Dreamer
24.04.2005, 18:16
ich bin geschichtlich und vorallem was die krichengeschichte angeht die totale niete, also widersprecht mir wenn ich falsch liege, aber ich glaube nicht, dass es schon einen dunkelhäutigen papst gab...

Den gab es noch nicht. Ich weiß, das ist wohl unmöglich. aber wie wärs denn mal mit einer Päpstin? ;)

shadow of light
24.04.2005, 18:18
hey nur weil eine zeitung die wirklich tieferes niveau als die bildzeitung hat derartiges über ihn schreibt, heißt das nicht dass die briten in ihrer gesamtheit etwas gegen ihn haben...
den meisten dürfte es ohnehin egal sein, da es nur sehr wenige katholiken in england gibt

Dreamer
24.04.2005, 18:19
hey nur weil eine zeitung die wirklich tieferes niveau als die bildzeitung hat derartiges über ihn schreibt, heißt das nicht dass die briten in ihrer gesamtheit etwas gegen ihn haben...
den meisten dürfte es ohnehin egal sein, da es nur sehr wenige katholiken in england gibt

Waren ja auch nur die Briten gemeint die derartige Äußerungen von sich geben.

indigoeyes
24.04.2005, 18:24
Das ist klar, dass die Nationalität in den Köpfen der Menschen noch eine übergeordnete Rolle spielt, aber ichs ehe das eben nicht so und das sollte auch eigentlich nicht so sein. Ich fand diese ganze Thematisierung seiner Herkuft egal in welcher Richtung völlig überflüssig und unnötig. Man sollte primär das Augenmerk erstmal auf den Mensch legen...

@Dreamer: "Päpstin", sher gutes Argument :D

@shadow of light: natürlich hast du Recht und es war noch kein schwarzer Papst auf dem Papstthron. aber man muss auch bedenken, dass wir uns erst seit Mitte des letzten Jahrhunderts in einer so liberalen Zeit befinden. Ich meinebis vor 50 Jahren gab es noch die Rassenfrage in den USA und sie ist auch heute noch (zwar indirekt und nicht offiziell) noch Thema. Da ist es relativ unwahrscheinlich, dass in einer jahrtausendalten Tradition sich innerhalb von 50 Jahren sofort was ändert, oder? Das ist ein Prozess, der langsam aber stetig vonstatten geht. Und irgendwann wird auch die Zeit reif sein für einen schwarzen Papst, vielleicht ja in gar nicht mal so langer Zeit...

Dreamer
24.04.2005, 18:27
Das ist klar, dass die Nationalität in den Köpfen der Menschen noch eine übergeordnete Rolle spielt, aber ichs ehe das eben nicht so und das sollte auch eigentlich nicht so sein. Ich fand diese ganze Thematisierung seiner Herkuft egal in welcher Richtung völlig überflüssig und unnötig. Man sollte primär das Augenmerk erstmal auf den Mensch legen...

@Dreamer: "Päpstin", sher gutes Argument :D

@shadow of light: natürlich hast du Recht und es war noch kein schwarzer Papst auf dem Papstthron. aber man muss auch bedenken, dass wir uns erst seit Mitte des letzten Jahrhunderts in einer so liberalen Zeit befinden. Ich meinebis vor 50 Jahren gab es noch die Rassenfrage in den USA und sie ist auch heute noch (zwar indirekt und nicht offiziell) noch Thema. Da ist es relativ unwahrscheinlich, dass in einer jahrtausendalten Tradition sich innerhalb von 50 Jahren sofort was ändert, oder? Das ist ein Prozess, der langsam aber stetig vonstatten geht. Und irgendwann wird auch die Zeit reif sein für einen schwarzen Papst, vielleicht ja in gar nicht mal so langer Zeit...

Na Ja, die Chancen stehen gut das wenigstens in einem Bereich eine Änderung bevorsteht. Präsidentin Hillary Clinton wird immer wahrscheinlicher.

Eiskristallin
24.04.2005, 18:28
Na Ja, die Chancen stehen gut das wenigstens in einem Bereich eine Änderung bevorsteht. Präsidentin Hillary Clinton wird immer wahrscheinlicher.
finde eher, daß präsident arnie immer wahrscheinlicher wird... :(

Dreamer
24.04.2005, 18:30
finde eher, daß präsident arnie immer wahrscheinlicher wird... :(

Also die Reps haben schon tierisch Angst. Hab letztens einen Artikel gelesen. Die bisherigen Prognosen sagen das Hillary die nächste Präsidentin wird.

Eiskristallin
24.04.2005, 18:31
Also die Reps haben schon tierisch Angst. Hab letztens einen Artikel gelesen. Die bisherigen Prognosen sagen das Hillary die nächste Präsidentin wird.
hoffentlich.

indigoeyes
24.04.2005, 18:38
Das hoffe ich auch. Finde, sie ist eine brilliante Politikerin.

Anna
24.04.2005, 19:18
Den gab es noch nicht. Ich weiß, das ist wohl unmöglich. aber wie wärs denn mal mit einer Päpstin? ;)

Gab es wahrscheinlich: Johanna von Ingelheim im 9. Jahrhundert (mit der Legende beschäftigt sich die Theologin I. Kruse)

Anna

indigoeyes
24.04.2005, 21:03
Gab es wahrscheinlich: Johanna von Ingelheim im 9. Jahrhundert (mit der Legende beschäftigt sich die Theologin I. Kruse)

Anna


Das sind aber alles nur Thesen...hab davon auch schon gehört. Es gibt da ja auch dieses Buch...aber trotzdem. Eine zu 400 nochwas Päpsten...ganz schön arm...

glasperlenspielerin
24.04.2005, 23:15
sorry war zu faul es zu begründen...
ich finde, dass es in südamrika deutlich mehr gläubige christen gibt als in europa oder prozentual in deutschland von daher hätte ich mir eben einen südamerikaner sehr gut als papst vorstellen können, gegen einen sehr konservativen bayern habe ich irgendwie vorurteile >schäm<


das stimmt..und die meisten christen leben soweit ich weiß sogar in afrika.

indigoeyes
25.04.2005, 02:40
das stimmt..und die meisten christen leben soweit ich weiß sogar in afrika.


Ich dachte immer in Südamerika....aber ist ja letztendlich egal. Auf jeden Fall leben sie nicht in Europa ;)

Anna
25.04.2005, 07:07
Das sind aber alles nur Thesen...hab davon auch schon gehört. Es gibt da ja auch dieses Buch...aber trotzdem. Eine zu 400 nochwas Päpsten...ganz schön arm...

...weiß ich doch. Mein "Gab es wahrscheinlich", drückt es bereits aus. Bitte genauer lesen.


Anna

indigoeyes
25.04.2005, 11:32
@Anna: Hab ich doch. Deshalb widerspricht meine Aussage deiner ja auch nicht....oder bin ich jetzt blöd!?

glasperlenspielerin
26.04.2005, 00:45
ich meine- ob ich nun als frau priestern werden kann oder nicht, tangiert mich peripher bzw geht mir zu gut deutsch am hintern vorbei, solang die kirche solche meinungen (s.u.) verbreitet:

Eines steht fest: Gott sagte in der Schöpfungsgeschichte nicht: »Tötet die Tiere und esst ihre Leichenteile!« Er sprach: »Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise.« (Genesis 1, 29)
Jesus von Nazareth kam auch für die Tiere. Das wurde schon bei seiner Geburt im Stall zu Betlehem - mitten unter den Tieren - deutlich. Mit der Peitsche trieb er die Tierhändler aus dem Tempel hinaus. Jesus von Nazareth war Vegetarier und setzte sich in seinem Leben für Tiere ein. (Vgl: »Die verheimlichte Tierliebe Jesu«, Brennglas-Shop; siehe dazu auch »Jesus und die Tiere«, S. 26-27)


Im katholischen Katechismus wird jedoch bis heute erklärt, man dürfe »Tieren nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt« (Nr. 2418). Und Johannes Paul II. sagte 1985 auf einer Rede vor Biologen: »Es ist gewiss, dass Tiere zum Nutzen des Menschen geschaffen wurden; das heißt, dass sie auch für Experimente benutzt werden können.«
»Du sollst nicht töten!« - mit diesem Gebot wäre eigentlich alles gesagt.
Das, was heute vielfach im Namen Gottes getan wird, ist nicht christlich. Es ist unchristlich, die Erde auszubeuten, Tiere zu missbrauchen und ihre Leichenteile zu verzehren.

(gerade eben wieder durch zufall gefunden... etwas dahingeplappert, aber das ist auch mein haupt- und kernproblem, weshalb ich die gepredigte kirchen-/katholiken-ethik nicht für ernst nehmen kann.

http://www.freiheit-fuer-tiere.de/5090009612150d640/5090009624102a31a/index.html )

Anna
26.04.2005, 08:19
... sehe ich ganz genau so.

Gruß

Anna

Dreamer
26.04.2005, 19:37
ich meine- ob ich nun als frau priestern werden kann oder nicht, tangiert mich peripher bzw geht mir zu gut deutsch am hintern vorbei, solang die kirche solche meinungen (s.u.) verbreitet:



(gerade eben wieder durch zufall gefunden... etwas dahingeplappert, aber das ist auch mein haupt- und kernproblem, weshalb ich die gepredigte kirchen-/katholiken-ethik nicht für ernst nehmen kann.

http://www.freiheit-fuer-tiere.de/5090009612150d640/5090009624102a31a/index.html )

Interessant.

TV Pfarrer Fliege schrieb in seinem Buch das er gegen jedes der Zehn Gebote verstoßen habe. Er begründete es unter anderem damit, das er Tiere tötete.

Dreamer
26.04.2005, 21:24
Soviel zu Schwarzeneggers Politik Ambitionen ;) :D

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,353442,00.html

Eiskristallin
26.04.2005, 21:32
Soviel zu Schwarzeneggers Politik Ambitionen ;) :D

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,353442,00.html
sehr gut.

neo2001
26.04.2005, 21:39
sehr gut.

Schwarenegger ist zumindest intelligenter als Bush.... was zugegebenermaßen keine Kunst ist... :rolleyes:

Aber dazu müsste ja eh noch die Verfassung geändert werden - und ob die Amis sich dazu durchringen können, ist auch die Frage. Zumal seine österreichischen Landsleute dann in der Mehrzahl einen Höhenflug bekämen... und das wollen wir ja nun auch nicht... :D :D ;)

Eiskristallin
26.04.2005, 21:43
Schwarenegger ist zumindest intelligenter als Bush.... was zugegebenermaßen keine Kunst ist... :rolleyes:
das ist wahr

Zumal seine österreichischen Landsleute dann in der Mehrzahl einen Höhenflug bekämen... und das wollen wir ja nun auch nicht... :D :D ;)das bezweifle ich.

Dreamer
26.04.2005, 21:46
Schwarenegger ist zumindest intelligenter als Bush.... was zugegebenermaßen keine Kunst ist... :rolleyes:

Aber dazu müsste ja eh noch die Verfassung geändert werden - und ob die Amis sich dazu durchringen können, ist auch die Frage. Zumal seine österreichischen Landsleute dann in der Mehrzahl einen Höhenflug bekämen... und das wollen wir ja nun auch nicht... :D :D ;)

Also nach seinem Versagen als Gouverneur wäre es unwahrscheinlich das er gewählt würde.

Ich sag nur:

Hillary for President :D

glasperlenspielerin
08.06.2005, 16:36
ich habe heute morgen einen artikel in der tagespresse gelesen, wonach papst benedikt sich gegen "pseudo-ehen" (dazu gehören "ehen auf probe", zusammenleben ohne heirat, und solche mit gleichgeschlechtlichen partnern) ausspricht.

außerdem sagt der heilige vater , dass küsntliche geburtenkontrolle gegen das leben, sprich "sünde" sei.


hier steht auch noch ein bißerl mehr aus seiner letzten rede:


http://www.stern.de/politik/panorama/index.html?id=541377&q=papst%20benedikt


Der Dorn im Auge des Papstes


Benedikt XVI. verurteilt gleichgeschlechtliche Ehen, sie seien Ausdruck "anarchischer Freiheit". Auch ansonsten nahm der neue Papst kein Blatt vor den Mund.

Homosexuelle Partnerschaften bezeichnete Papst Benedikt XVI. als unecht und Bedrohung für die Zukunft der Familie. In seiner ersten deutlichen Erklärung gegen Homo-Ehen seit seiner Wahl zum Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche im April richtete er sich zudem gegen Scheidungen, Ehen auf Probe und wilde Ehen.

Wilde Ehen und künstliche Geburtenkontrolle
"Die verschiedenen Formen der Auflösung der Ehe - wilde Ehen, Ehen auf Probe sowie Pseudo-Ehen zwischen Menschen des gleichen Geschlechts - sind Ausdrücke einer anarchischen Freiheit, die sich selbst fälschlicherweise als die wahre Befreiung des Menschen darstellen." Wenige Tage vor einem Referendum über künstliche Geburtenkontrolle in Italien wandte sich der Papst auch dagegen.

Der frühere Joseph Kardinal Ratzinger sagte, "Pseudo-Freiheiten" wie gleichgeschlechtliche Ehen gingen auf eine "Banalisierung des menschlichen Körpers" und des Menschen an sich zurück. Der 78-Jährige hob auch die Werte der Familie hervor. Ehe und Familie seien keine lockere soziologische Konstruktion sondern Ergebnis besonderer geschichtlicher und wirtschaftlicher Situationen. Der Papst wandte sich auch gegen die Verhütung. Paare handelten gegen die Natur der Liebe, wenn sie systematisch das "Geschenk des Lebens" ausschlössen. "Der größte Ausdruck von Freiheit ist nicht die Suche nach Vergnügen."




Reuters


also schämt euch alle zusammen, ihr anarchistischen lüstlinge auf diesem forum und überhaupt da draussen..



:hurra:

Digger
08.06.2005, 16:54
Na ja, was hast Du denn von Ratzinger erwartet? Ich sage nur: Oberbayerischer Polizistensohn! Der weiß noch, was Recht und Ordnung sind. :rolleyes:

also schämt euch alle zusammen, ihr anarchistischen lüstlinge auf diesem forum und überhaupt da draussen..
Ist mir nichts Neues, ich stehe schon lange auf der Schwarzen Liste: Als Atheist, als Anarchist, als Liberalist, als Rationalist und so weiter. Da ist es doch wirklich egal, ob ich auch noch schwul bin oder nicht. :D :rolleyes:

Eiskristallin
08.06.2005, 17:49
ratzinger sollte bestenfalls einen job haben, bei dem sein mitspracherecht bei der wahl seines getränks, das er in der arbeitspause zu sich nimmt, endet.

ein skandal, so jemanden zum papst zu wählen.

Dreamer
08.06.2005, 18:37
Wenn ich katholisch wäre, würde ich aus der Kirche austreten. :rolleyes:

Eiskristallin
08.06.2005, 18:45
Wenn ich katholisch wäre, würde ich aus der Kirche austreten. :rolleyes:
bin ich längst

Dreamer
08.06.2005, 18:47
bin ich längst

Ich war nur für ganz kurze Zeit katholisch, da konnte ich mich aber noch nicht wehren. ;)

Abit
08.06.2005, 18:54
Hallo Keetah!
Man kann´s auch anders sehen: Er ist genau der, den die westliche Welt braucht. Er ist einer, an dem sich die Geister scheiden. An dem sie sich schmerzlich ent-scheiden müssen, ob sie einer Autorität folgen oder lieber ihrem eigenen Inneren. Er macht das System Amtskirche, das nie anders war, als er ist, sehr offensichtlich.

Diejenigen, die aus Bequemlichkeit, "weil eine weiße Hochzeit halt sowas schönes ist", "weil es halt üblich ist" oder sonstigen absonderlichen Gründen noch Mitglied der Kirche sind, werden gefordert, sich nochmal anzuschauen, was sie da unterstützen, und ob sie das wirklich weiterhin aus den "falschen" Gründen (als "falsch" meine ich alles außer echte Überzeugung) tun wollen.

Auch die, die aus Überzeugung, aus Glauben Christen sind, werden gefordert, zu schauen, ob ihr Glaube wirklich mit der Kirche, wie sie ist, vereinbar ist; noch mehr als bisher. So mancher entdeckt vielleicht eine Diskrepanz, die davor durch einen charismatischeren Papst nicht so kantig war. Ratzinger wirkt so herrlich kalt und unliebenswürdig. Ja, Keetah, ein herrlicher Skandal, so jemanden zum Papst zu wählen.

Wie heißt´s so schön: "Seid kalt oder heiß, aber seid nicht lau."
Ratzinger treibt Menschen aus der Lauheit, zwingt sie, Stellung zu beziehen. Dafür oder dagegen, dazwischen gibt´s (fast) nichts.

Menschen haben die Freiheit, sich zu entscheiden.
Woran also soll Ratzinger schuld sein?
Daran, daß viele nicht die Freiheit und Verantwortung wagen?
Er ist ein hervorragender Spiegel für so manches, was noch nicht ganz geklärt ist in einem, mit der Kirche, allgemein mit Autorität, mit Ohnmachtsgefühlen, etc. pp. Jeder, in dem er irgendein Gefühl auslöst, könnte ihm genausogut auch danken dafür, was er einem zeigt.

liebe Grüße
Irene

PS: Ich mag ihn auch nicht.

Eiskristallin
08.06.2005, 18:57
So mancher entdeckt vielleicht eine Diskrepanz, die davor durch einen charismatischeren Papst nicht so kantig war. Ratzinger wirkt so herrlich kalt und unliebenswürdig. Ja, Keetah, ein herrlicher Skandal, so jemanden zum Papst zu wählen.
hmmmm-....gefällt mir eigentlich, diese sichtweise. also, laßt uns jubeln! :hurra:

Dreamer
08.06.2005, 19:03
Da ist was dran. Ratzinger entlarvt die Kirche als das was sie ist. Mit Christentum hat das was die Kirche vertritt nicht viel zu tun. Zum Glück für uns alle, hat dieser intolerante Alt Herren Verein heute praktisch keine Macht mehr.

glasperlenspielerin
09.06.2005, 01:23
ich bin grad so durchs internet geflutscht..und habe dabei einen ganz merkwürdigen, wirklich ganz merkwürdigen gedanken gefunden:

die ungleichbehandlung der frau in der kirche bezieht sich auch auf die selbstbefriedigung:

wenn eine frau dies tut, ist es todsünde; einem mann ist das hingegen erlaubt!

wer hat sich so eine schweinerei ausgedacht? pfui........... :mad:

"Genau in diesen Rahmen passt die Erklärung von Papst Johannes Paul II.: Weibliche Selbstbefriedigung ist eine Todsünde, männliche aber wird von der Kirche als notwendig geduldet! Wohlgemerkt, das hat der Papst um die Wende vom 2. zum 3. Jahrtausend erklärt." (S. 35)

http://www.lobby-fuer-menschenrechte.de/vergessenegebot.html

außerdem finden sich in der bibel angeblich hinweise auf legitimierte frauenvergewaltigungen..und ungleichbehandlung von männlichen und weiblichen föten....

"schutz des lebens"?? LOL!

Dreamer
09.06.2005, 08:02
@GPS

Leider steht die Unterdrückung oder gar Verstümmelung von Frauen in vielen Religionen noch immer noch auf der Tagesordnung. :mad: Man könnte dem Alt Herren Verein ja böses unterstellen und behaupten das sie bei der männlichen Ausnahme beim Thema Selbstbefriedigung an ihre eigenen Bedürfnisse gedacht haben. ;) :yahoo:

Digger
09.06.2005, 10:03
Leider steht die Unterdrückung oder gar Verstümmelung von Frauen in vielen Religionen noch immer noch auf der Tagesordnung.
Sie wird aber auch größtenteils von Frauen durchgeführt. --> Afrika

Man könnte dem Alt Herren Verein ja böses unterstellen und behaupten das sie bei der männlichen Ausnahme beim Thema Selbstbefriedigung an ihre eigenen Bedürfnisse gedacht haben.
Nicht nur das. Ihre seltsame Einstellung Frauen gegenüber steht ja auch in starkem Kontrast zu ihrer Marienverehrung. Aber was heißt schon "seltsam"? Diese Phänomene kann man psychologisch schon sehr gut erklären, aber von Psychologie will die Kirche ja nichts wissen. :rolleyes:

Anna
09.06.2005, 11:02
"Sie wird aber auch größtenteils von Frauen durchgeführt.-->Afrika"


... das kann ich dennoch so nicht stehenlassen, da die Infibulation KEINE Erfindung der Frauen ist. Und was sagt uns das jetzt.... :autor:

neo2001
09.06.2005, 11:16
Wenn ich sowas im Fernsehen sehe, werde ich immer agressiv und frage mich wie abartig dämlich die Menschen doch im Grunde sind, sich aufgrund irgendwelcher schwachsinniger Regeln und Gesetze bzw. eines Glauben sogar meist "freiwillig" solche Schmerzen zuzuführen oder Lasten aufzuerlegen. Rein impulsiv möchte ich die, die sowas tun dann immer niederstrecken und töten, weil ich sowas nicht ertragen kann.

Anna
09.06.2005, 11:25
Wenn ich sowas im Fernsehen sehe, werde ich immer agressiv und frage mich wie abartig dämlich die Menschen doch im Grunde sind, sich aufgrund irgendwelcher schwachsinniger Regeln und Gesetze bzw. eines Glauben sogar meist "freiwillig" solche Schmerzen zuzuführen oder Lasten aufzuerlegen. Rein impulsiv möchte ich die, die sowas tun dann immer niederstrecken und töten, weil ich sowas nicht ertragen kann.


... ich kann so etwas auch nicht ertragen! Ja, ganz genau "freiwillig"....
Ich werde traurig wenn ich so etwas sehe.

Abit
09.06.2005, 12:55
@gsp:
die ungleichbehandlung der frau in der kirche bezieht sich auch auf die selbstbefriedigung: wenn eine frau dies tut, ist es todsünde;

einem mann ist das hingegen erlaubt!

Letzteres halte ich für ein Gerücht.

zenzero nero
09.06.2005, 13:17
Da ist was dran. Ratzinger entlarvt die Kirche als das was sie ist. Mit Christentum hat das was die Kirche vertritt nicht viel zu tun. Zum Glück für uns alle, hat dieser intolerante Alt Herren Verein heute praktisch keine Macht mehr.

Ich wundere mich nur immer wieder warum denn diesem "machtlosen" Verein nicht genau soviel Aufmerksamkeit zugedacht wird, wie dem FC Posemuckel.

Eiskristallin
09.06.2005, 13:19
Ich wundere mich nur immer wieder warum denn diesem "machtlosen" Verein nicht genau soviel Aufmerksamkeit zugedacht wird, wie dem FC Posemuckel.
ja. ich bin auch nicht dreamer's ansicht. die kirche hat (leider) immer noch sehr, sehr viel macht.

Dreamer
09.06.2005, 18:37
ja. ich bin auch nicht dreamer's ansicht. die kirche hat (leider) immer noch sehr, sehr viel macht.

Aber keine reale politische Macht. Im Grunde muß ich dir aber leider Recht geben, sie haben noch zuviel Macht.

Ich wundere mich nur immer wieder warum denn diesem "machtlosen" Verein nicht genau soviel Aufmerksamkeit zugedacht wird, wie dem FC Posemuckel.

Weil der FC Posemuckel sich nicht in unser Leben einmischt. Die Kirche versucht dies schon.

Abit
09.06.2005, 19:42
Wie sieht die Macht der Kirche aus?
Woher bezieht sie sie?
Was müßte passieren, damit sie sie verliert?

zenzero nero
09.06.2005, 21:25
Aber keine reale politische Macht. Im Grunde muß ich dir aber leider Recht geben, sie haben noch zuviel Macht.
Weil der FC Posemuckel sich nicht in unser Leben einmischt. Die Kirche versucht dies schon.

Da Du aber gottlos bist zu leben versuchst, bzw nicht an diesen Gott glaubst, mischt sie sich doch nicht in Dein Leben ein, wenn sie die Interessen ihrer Mitglieder vertritt. Und da diese immer noch zahlreich sind, wird dem auch Gehör geschenkt, jedenfalls mehr als dem Dalai Lama, der in D nur eine verschwindend kleine Minderheit Mitgläubiger hat. Die Gewerkschaften finden ja zB auch Gehör, der DFB als oberster Vertreter des FC Posemuckel auch, für den wird sogar sehr viel Geld in den Sand gesetzt - vielleicht weil Fußballfans lauter und aggressiver auftreten? - denen müsste man ja auch, ebenso wie Unternehmerverbänden, ja, jeglichen Vereinigungen überhaupt, verbieten die eigene Position zu vertreten.

glasperlenspielerin
09.06.2005, 22:27
@gsp:


Letzteres halte ich für ein Gerücht.

also ich finds auch unglaublich (beschämend). aber der verfasser des buches bezieht sich wortwörtlich auf johannes paul. in den 70er jahren soll er das noch verbreitet haben.

Dreamer
09.06.2005, 23:08
Da Du aber gottlos bist zu leben versuchst, bzw nicht an diesen Gott glaubst, mischt sie sich doch nicht in Dein Leben ein, wenn sie die Interessen ihrer Mitglieder vertritt. Und da diese immer noch zahlreich sind, wird dem auch Gehör geschenkt, jedenfalls mehr als dem Dalai Lama, der in D nur eine verschwindend kleine Minderheit Mitgläubiger hat. Die Gewerkschaften finden ja zB auch Gehör, der DFB als oberster Vertreter des FC Posemuckel auch, für den wird sogar sehr viel Geld in den Sand gesetzt - vielleicht weil Fußballfans lauter und aggressiver auftreten? - denen müsste man ja auch, ebenso wie Unternehmerverbänden, ja, jeglichen Vereinigungen überhaupt, verbieten die eigene Position zu vertreten.

Nur das die Kirche versucht sich in die Gesetzgebung einzumischen und andere Menschen zu unterdrücken. Wenn die Kirche sich nur auf "Gläubige" beschränkt kann sie machen was sie will. Gläubige in Klammern, weil sie für mich keine Vertretung des Christentums ist, sondern die Werte des Christentums sogar verrät.

Außerdem bin ich nicht zwangläufig gottlos. Das ist eine falsche Betrachtungsweise. Ich bin Agnostiker und als solcher schließe ich die Existenz eines Gottes nicht kategorisch ist. Aber wie gesagt die Kirche ist eine Organisation der Menschen nicht eine Gottes.

indigoeyes
10.06.2005, 01:14
Ich wundere mich nur immer wieder warum denn diesem "machtlosen" Verein nicht genau soviel Aufmerksamkeit zugedacht wird, wie dem FC Posemuckel.


Seh ich auch so. Mich wundert auch immer wieder, wie sehr sich alle möglichen Leute über den Papst und die katholische Kirche entrüsten, die letztendlich nur periphär davon tangiert werden, da sie nicht in der Kirche sind bzw. nicht dieser Religiön angehören.

Insofern: Lasst doch einfach diejenigen, die daran glauben daran glauben und damit basta. Ist doch deren Sache.


Ich denke auch, dass die Kirche heute keine großartige politische Macht mehr besitzt, sie kann höchstens noch moralischen Einfluss ausüben.

Wobei ich schon bejahe, dass der Vatikan vor allem in Rom noch erheblichen Einfluss besitzt, weil da sehr viel Geld mit im Spiel ist. Aber sonst...

indigoeyes
10.06.2005, 01:17
Ausserdem wollte ich noch zur Beschneidung von Frauen durch Frauen in Afrika sagen: Es wäre zu einfach, dies als Paradoxon darzustellen. Man muss sich immer fragen, warum diese Frauen dies tun.
Sie tun es nciht, weil sie es möchten, sondern weil es eben eine gesellschaftliche Notwendigkeit darstellt, da Mädchen, die nciht beschnitten sind wertlos auf dem Heiratsmarkt sind, was widerum von größter Wichtigkeit ist, da wirtschaftliche Vorteile durch Heiraten die meisten vor der Armut bewahren.l

Ausserdem ist die Beschneidung eine Sache mit der die Männer dort nichts zu tun haben wollen, genauso wenig wie mit anderen körperlichen Abläufen der Frau (Menstruation, Geburt etc). Das ist Frauensache.

Insofern ist die Beschneidung der Frau durch Frauen eine Folge des Patriarchats. Nicht mehr und nciht weniger.

Dreamer
10.06.2005, 01:23
Wobei ich schon bejahe, dass der Vatikan vor allem in Rom noch erheblichen Einfluss besitzt, weil da sehr viel Geld mit im Spiel ist. Aber sonst...

Leider stimmt das und das teilweise nicht einmal legal. Die Geschäftsverbindungen zwischen dem Vatikan und der Mafia sind ja mittlerweile kein Geheimnis mehr.

indigoeyes
10.06.2005, 01:47
Leider stimmt das und das teilweise nicht einmal legal. Die Geschäftsverbindungen zwischen dem Vatikan und der Mafia sind ja mittlerweile kein Geheimnis mehr.


Der Vatikan verkauft auch unter der Hand die Pille in römschen Apotheken und finanziert sich teilweise damit selbst. Das fand ich auch erschreckend angesichts der Verhütungsabsage von Seiten des Vatikans.
Aber gut.

nanook
13.06.2005, 10:37
etwas humor .... :D


Der Papst stirbt und kommt an die Himmelstür. Petrus begrüßt ihn und fragt nach seinem Namen.
"Ich bin der Papst!"
"Papst, Papst", murmelt Petrus. "Tut mir leid, ich habe niemanden mit diesem Namen in meinem Buch."
"Aber... ich bin der Stellvertreter Gottes auf Erden!"
"Gott hat einen Stellvertreter auf Erden?", sagt Petrus verblüfft. "Komisch, hat er mir gar nichts von gesagt..."
Der Papst läuft krebsrot an. "Ich bin das Oberhaupt der Katholischen Kirche!"
"Katholische Kirche... nie gehört", sagt Petrus. "Aber warte mal nen Moment, ich frag den Chef."
Er geht nach hinten in den Himmel und sagt zu Gott: "Du, da ist einer, der sagt, er sei dein Stellvertreter auf Erden. Er heißt Papst. Sagt dir das was?"
"Nee", sagt Gott. "Kenn ich nicht. Weiß ich nichts von. Aber warte mal, ich frag Jesus. Jeeesus"
Jesus kommt angerannt. "Ja, Vater, was gibts?"
Gott und Petrus erklären ihm die Situation.
"Moment", sagt Jesus, "ich guck mir den mal an. Bin gleich zurück."
Zehn Minuten später ist er wieder da, Tränen lachend. "Ich fass es nicht", japst er. "Erinnert ihr euch an den kleinen Fischerverein, den ich vor 2000 Jahren gegründet habe? Den gibt's immer noch...."

Anna
13.06.2005, 12:09
Super! :schaf:


Gruß

Anna

Eiskristallin
13.06.2005, 13:32
genialer witz, nanook :D

glasperlenspielerin
13.06.2005, 21:49
:lol:

kruk
17.07.2007, 15:44
Papst meldet:

WIR sind die Kirche!

http://www.welt.de/politik/article1014608/Papst_brueskiert_die_Evangelische_Kirche.html

Eiskristallin
17.07.2007, 15:56
Papst meldet:

WIR sind die Kirche!peinlich

sepparat
17.07.2007, 16:03
http://www.welt.de/multimedia/archive/00309/hq_papst_DW_Politik_309944g.jpg

mal ehrlich, sieht der nicht irgenwie teuflisch aus?

Eiskristallin
17.07.2007, 16:12
mal ehrlich, sieht der nicht irgenwie teuflisch aus?
wenn ich an den teufel glauben würde, hätt ich richtig angst vor ihm (äh, dem papst...) ;):rolleyes:

Jean
17.07.2007, 16:21
etwas humor .... :D

Der Papst stirbt und kommt an die Himmelstür...

:D Gleich mal weitergeleitet. ;)

Babapapa
17.07.2007, 16:28
das sieht ganz schön böse aus..