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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nachdenkliches: Der "World Press Photo Award"


glasperlenspielerin
28.04.2005, 02:41
Ich habe heut in den 0h -Nachrichten / ZDF vom "World Press Photo Award" gehört.. einer der Gewinner war deutsche Fotograf Michael Wolf , der für seine Reportage "China: Fabrikhalle der Welt" (Stern) ausgezeichnet wurde...einige seiner ausgezeichneten fotos wurden kurz eingeblendet... ein bild hat mich besonders nachdenklich gestimmt http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/index.html?id=527922&nv=fs&cp=4

, so dass ich deswegen vorhin noch mal ins internet gegangen bin und gezielt nach diesen fotos gesucht habe, um sie noch mal in ruhe auf mich wirken zu lassen....
wollte euch das auch nicht vorenthalten.

hier ist die ganze fotostrecke:

http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/index.html?id=527922&nv=fs&cp=1

weitere hintergrundinformationen zur preisverleihung:

http://www.stern.de/unterhaltung/fotografie/536430.html?nv=cp_L1_aa

Diana
28.04.2005, 23:16
Danke für den Link, GPS. Ja, das macht SEHR nachdenklich. Wenn ich die Akkordarbeiter sehe und mir das alles vor Augen führe ...: Das ist moderne Sklaverei.

Tiefseetaucher
29.04.2005, 15:03
Da sieht man das Humankapital.Da sieht man,was der frei floriende Kapitalismus so anrichtet.
Turbokapitalismus.....
Neulich hab ich ja so einen Artikel gelesen,da war die Rede von denen die am Rande dieser Industriemetropolen leben und keinen regulären Job abgekriegt haben,die haben da Computerteile wieder auseinandergenohmen und das Metall aus den Teilen herausgelöst und zwar über offenem Feuer.Was das bedeutet kann man sich ja denken

psychotic.bitch
09.05.2005, 15:27
Effektive Ausbeutung der Ressource Mensch, von der es in China ja bekanntlich genug gibt.

Nach 60 Jahren Verweichlichung bleiben diese Zustände in Deutschland ein Traum vieler Unternehmer aber Dank Globalisierung war das lange Zeit kein wirklich ernsthaftes Problem. Jetzt allerdings dämmert es manchen, daß die Melkfähigkeit der Konsumenten hierzulande begrenzt ist und durch Aussterben insgesamt sogar zu versiegen droht.

Zum Glück haben die Wirtschaftslobbyisten (manche bezeichnen sie fälschlicherweise noch als Volksvertreter) das Problem aufgegriffen und sind dabei Gegenmaßnahmen zu ergreifen, damit sich die Wirtschaft auch Morgen noch kraftvoll bereichern kann.

Siehe auch
Humankapital Kind (http://www.off-world.de/texte/2005-04-17-01.html)

Und um zurück zu China zu kommen, wartet mal ab, bis denen die nichtmenschlichen Rohstoffe ausgehen. Die brauchen ihren Sicherungskriegen keinen Demokratisierungsanstrich zu verpassen.

Grüße
psychotic bitch

Anna
09.05.2005, 18:48
@ psychotic.bitsch

Danke für den Link

Gruß

Anna

Robin
09.05.2005, 18:57
Mich würde interessieren, was passiert, wenn diese Menschen dahinter kommen...dass es ein Leben außerhalb der Fabrik gibt, dass sie die Dinge auch haben wollen, die sie da herstellen, sprich: was geschieht, wenn diese Menschen nicht mehr bereit sind, sich ausbeuten zu lassen?

psychotic.bitch
09.05.2005, 19:18
Mich würde interessieren, was passiert, wenn diese Menschen dahinter kommen...dass es ein Leben außerhalb der Fabrik gibt, dass sie die Dinge auch haben wollen, die sie da herstellen, sprich: was geschieht, wenn diese Menschen nicht mehr bereit sind, sich ausbeuten zu lassen?

Wie sollen die Menschen (wenn wir jetzt mal bei China und anderen totalitären Staaten bleiben) dahinter kommen? Die Zensur "unabhängiger" Medien funktioniert sehr gut (übrigens mit Unterstützung westlicher Firmen), die Manipulation durch das Regime ist sehr effektiv und wenn sich doch mal ein paar (für chinesische Verhältnisse) wenige Menschen erheben, dann kann man wieder Panzer rollen lassen, welches insgesamt zwar eine Menge Empörung verursacht aber wie gesehen, keine wirklichen Konsequenzen nachsich zieht.

Lediglich bei kleineren Staaten, könnte eine von Außen initiierte Unruhe "erfolgreich" sein. Allerdings dürften die USA in Bezug auf die Zwangsdemokratisierung Chinas keine großen Ambitionen haben.

Lesenswert zu China in Bezug auf Menschenrechte und Zensur ist das Blog von Kai:
Rabenhorst (http://rabenhorst.blogweb.de/index.php?serendipity%5Baction%5D=search&serendipity%5BsearchTerm%5D=china)

Grüße
psychotic bitch

Robin
09.05.2005, 19:24
@ psycotic.bitch:
Meinst Du wirklich, dass die Macht von Medien und Manipulation so groß ist, dass die Menschen keine Gefühle mehr haben bzw. ihren Gefühlen nicht trauen? Roboter sind? Zombies im Dienst des Turbokapitalismus?? Aber sie sehen doch die andern, die alles zu haben scheinen, zB in Shanghai...
Bin ich so naiv, dass ich mir das einfach nicht vorstellen kann? Obwohl es zu dem Thema ja genug SF-Filme gibt...

psychotic.bitch
09.05.2005, 19:58
@Robin:
Sicher haben diese Menschen auch noch Gefühle und dürften auf Grund ihrer Situation nicht hochzufrieden sein. Es geht ja nicht nur um die Manipulation der Medien, sondern das ganze System setzt auf eine Mischung von Manipulation und Angst und Gewalt.

Ob ein Blick auf die chinesische Oberschicht (z.B. Shanghai) zu Neid oder eher zu weiteren (Arbeits-)anstrengungen führen... keine Ahnung.

Die angestauten Aggressionen lassen sich zielgerichtet kanalisieren, wie die Ausschreitung gegen Japanische Institutionen etc. gerade gezeigt haben.

Ich weiß nicht wie es dort in 50 oder 100 Jahren aussieht aber sicher ist, daß dort die Bevölkerung weiter wächst und somit mehr menschliche Ressourcen zur Verfügung stehen, die für schlechtere Bedinungen rekrutiert werden können.

Solange Führung und Militär intakt sind, bezweifle ich allerdings jegliche grundlegende Änderungen dort. Der Anreiz der Menschen dort dürfte die bescheidende Möglichkeit an der Teilhabe des konsums sein. Würde China heute noch in der Form existieren, wenn sie den früher verteufelten Konsum nicht zugelassen hätten? Die UdSSR hat Fehler gemacht, China hat daraus gelernt und solange sie die Kontrolle über "ihren" Kapitalismus nicht verlieren (was auch nicht im Sinne der anderen Industrienationen wäre), wird sich dort nicht viel ändern.

Grüße
psychotic bitch