Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mobbing in Schulen/ Verhalten der Behörden
Ich hab vor kurzem einen Bericht über einen Jungen gesehen, der von seinen Mitschülern gemobbt wurde. Er wurde gehänselt und verprügelt. Er ist 14 Jahre alt und ist schon ein psychisches Wrack.
Eine Geschichte wie sie täglich immer wieder an Schulen passiert. Das ist schon schlimm genug, aber der eigentliche Skandal ist das Verhalten der Verantwortlichen. Die Eltern wendeten sich an die verantwortlichen Stellen (Lehrer, Schulleitung, Ministerium). Es wurde tatsächlich behauptet Mobbing an Schulen gibt es nicht. Diese Lüge ist schlichtweg unerträglich und zeugt nur von der absoluten Unfähigkeit dieser Leute.
Die Versuche der Lehrer und Behörden solche Dinge runterzuspielen sind regelrecht unertärglich. Nicht selten bekommt man Sätze wie "Das sind nur Kabelleien" oder "Das sind doch nur Kinder" zu hören. Nein, es darf nicht so verharmlost werden. Es ist purer Psycho Terror. Die Folgen sind unabsehbar. Psychische Probleme bis ins Erwachsenenalter. Im Extremfall Amok Läaufe wie der von Erfurt.
Meiner Meinung nach sollte hier ein Umdenken statt finden. Lehrer sollten in die Pflicht genohmen werden, indem sie in solchen Fällen das Jugendamt einschalten. Eltern sollten zur Verantwortung gezogen werden, indem das Jugendamt die Familienverhältnisse der Täter durchleuchtet werden. Es muß geklärt werden wie ein Kind zu einem grausamen Gewalttäter wird (Das sind sie) und der Opferschutz muß gestärkt werden.
Die Umfrage ist anonym.
zenzero nero
24.05.2005, 13:43
Ich hab vor kurzem einen Bericht über einen Jungen gesehen, der von seinen Mitschülern gemobbt wurde. Er wurde gehänselt und verprügelt. Er ist 14 Jahre alt und ist schon ein psychisches Wrack.
Eine Geschichte wie sie täglich immer wieder an Schulen passiert. Das ist schon schlimm genug, aber der eigentliche Skandal ist das Verhalten der Verantwortlichen. Die Eltern wendeten sich an die verantwortlichen Stellen (Lehrer, Schulleitung, Ministerium). Es wurde tatsächlich behauptet Mobbing an Schulen gibt es nicht. Diese Lüge ist schlichtweg unerträglich und zeugt nur von der absoluten Unfähigkeit dieser Leute.
Die Versuche der Lehrer und Behörden solche Dinge runterzuspielen sind regelrecht unertärglich. Nicht selten bekommt man Sätze wie "Das sind nur Kabelleien" oder "Das sind doch nur Kinder" zu hören. Nein, es darf nicht so verharmlost werden. Es ist purer Psycho Terror. Die Folgen sind unabsehbar. Psychische Probleme bis ins Erwachsenenalter. Im Extremfall Amok Läaufe wie der von Erfurt.
Meiner Meinung nach sollte hier ein Umdenken statt finden. Lehrer sollten in die Pflicht genohmen werden, indem sie in solchen Fällen das Jugendamt einschalten. Eltern sollten zur Verantwortung gezogen werden, indem das Jugendamt die Familienverhältnisse der Täter durchleuchtet werden. Es muß geklärt werden wie ein Kind zu einem grausamen Gewalttäter wird (Das sind sie) und der Opferschutz muß gestärkt werden.
Die Umfrage ist anonym.
Es wird doch reagiert, die Behörden tun etwas.
Mit dem Geldbeutel, es ist wenig da und dann machen wir ihn zu. Die Neue und die Alte Landesregierung in NRW haben beide vor der Wahl angekündigt, das in der Jugendhilfe Gelder stark eingekürzt werden.
lost in everybody
24.05.2005, 13:43
Hab ich auch gehört.
Ein interessanter Link. Mobbing und allein Hänseln kann zu einer Posttraumatischen Belastungsstörung führen!!!
http://www.dr-mueck.de/Wissenschaftsinfos/Kinder-Jugendpsychiatrie/HM_Bullying_DGKJP2003-11.htm
Auszug:
Hänseln kann schlimmer sein als Schlagen
DGKJP: Oft folgen schwere psychische Störungen
Über ein Drittel aller Kinder wird in ihrem Schulleben regelmäßig gehänselt. Dies kann für das Selbstwertgefühl des betroffenen Kindes sogar schlimmere Folgen haben als körperliche Angriffe oder das Zerstören persönlicher Dinge. Ein Drittel der schikanierten Kinder entwickelt schwer wiegende psychische Störungen. Das Hänseln dürfe daher in Schulen nicht länger verharmlost werden, fordert die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie (DGKJP).
Eine aktuelle Studie der Universität Warwick an 331 Schülern in England zeigt, dass verbale Attacken schlimmere Folgen für die psychische Gesundheit des Kindes haben können als körperliche Angriffe oder die Zerstörung bzw. der Diebstahl persönlichen Eigentums. Wird ein Kind systematisch ausgegrenzt und abgewertet, kann dies nicht nur die Entwicklung seines Selbstwertgefühls erheblich beeinträchtigen, sondern auch zu psychischen Symptomen führen, die man unter dem Begriff der posttraumatischen Belastungsstörung zusammenfasst. Diese reichen von Schulunlust und Leistungsknick über eine Vielzahl psychosomatischer Symptome wie Schlafstörungen, Kopf- und Bauchschmerzen bis hin zu ausgeprägten Angst- und depressiven Erkrankungen. Der Studie zufolge ist davon auszugehen, dass 40 Prozent aller Kinder zumindest ein Mal in ihrem Schulleben dem so genannten „Bullying“ ausgesetzt sind, also durch Mitschüler tyrannisiert und schikaniert werden. Von diesen wiederum entwickelt ein Drittel eine posttraumatische Belastungsstörung.
glasperlenspielerin
24.05.2005, 16:54
ich bin auch der meinung, dass mobbing in der schule von der psychischen belastung her mind. genauso schwer wiegt wie schwierige verhältnisse im elternhaus. dem schulumfeld ist ein junger mensch schließlich 5 mal die woche für 6 stunden oder länger ausgesetzt (ich mußte bis zur 5. klasse sogar noch samstags zur schule...) ...er verbringt dort eine prägende zeit seines lebens.
meine minderwertigkeitskomplexe und ein großteil meiner sozialphobie, ansgt vor intimen beziehungen/ bindungen an andere menschen, großes mißtrauen sind eindeutig durch mobbing in kindergarten und schule entstanden. alleine um die vergangenheit aufzuarbeiten, die ich damals erlebt habe, bräucht es eine therapie für sich.
ich fange heute noch in momenten wieder an zu heulen, wenn ich an diese zeit zurückdenke. und mit meinen klassenkameraden von damals möchte ich nichts mehr zu tun haben...obwohl ich mir manchmal denke: wie würden sie heute als erwachsene menschen darüber denken-wie würden sie mir heute gegenüber treten? würden sie mich überhaupt beachten? würden sie es verdrängen?....sich entschuldigen? ..überhaupt ansatzweise verstehen, wie sehr ich darunter gelitten habe und wieviel angst ivh davor hatte, morgens in die schule zu gehen? ...
glasperlenspielerin
24.05.2005, 16:59
Während beim Mobbing in der Regel mehrere Kollegen an den Attacken beteiligt sind und beim Bossing der Vorgesetzte der Täter ist, geht das Bullying meist von einzelnen Schülern aus. Andere Schüler unterstützen diese oft nur aus Angst, selbst in die Opferrolle zu geraten.
das letzte ist ein wichtiger aspekt. ich habe es oft so beobachtet, dass diejenigen, die sich gegen das mobbing/ ausgrenzung von einzelnen gestellt haben, als "uncool" dargestellt wurden....um sich selbst gegen die dominanten "täter" zu schützen, hat man dannn eben mitgemacht oder einfach den mund gehalten.
sonnenhut
24.05.2005, 23:48
wie schön hier über diese hässliche Form des Ausgrenzens und Abwertens zu lesen.
Ich finde gerade über das "bullying" sollte noch viel Aufklärung vor allem in den Schulen erfolgen.
Besonders bedrückend und fatal finde ich die Tatsache, dass man eine Ptbs eben nicht nur aus klassischen Unfällen und Katastrophen dieser Art entwickeln kann, sondern eben auch durch das "asoziale Verhalten im sozialen Umfeld untereinander.
Hier liegt meine Meinung nach eine unglaublich hohe Dunkelziffer vor.
Über das Bullying habe ich bereits vor einigen Wochen den Bericht in der Ärzte-/Patienten-Zeitschrift "Gesundheit und Seele" (?) entdeckt, der mich sehr berührt hat.
Deshalb sage ich auch, das die, die über andere lästern für mich rückgratlos und schwach sind.
Es gibt so vieleGesprächsthemen auf dieser Welt- warum muss man sich dann profilieren, indem man über die "vermeintlich Schwächeren" so herzieht , sie diffamiert-und sich dadurch im Grunde selbst blamiert?
Leider geht dieser Erkenntnis oft erst ein langwieriger Reifeprozess voraus-und bis dahin wird schon auf vielen Seelen herumgetrampelt.
Ob dieses Verhalten noch aus unserer schwierigen Zeit des dritten Reiches kommt wage ich zu bestätigen. Wurde man doch in dieser Zeit hoch ausgezeichnet für den Verrat und die Denunzierung seines Nächsten- die Hintergründe und Vorläufer des Entstehens in wiederum dieser Zeit bis weit zurück ins Mittelalter jetzt zu psychologisieren und philosophisch wissenschaftlich zu vertiefen habe ich an dieser Stelle keine Lust. Trotzdem interessiert mich sehr diese unglaublich grausame Gruppendynamik, die ursächlich für den Prozess des o.g. "Bullying " ist.Es ist der "Abgrund der menschlichen Seele" :mad: , der dieses Verhalten ermöglicht :( blubb blubb.
:D
Letztlich finde ich es einfach nur erwachsen und verantwortlich, dass jeder in seinem Umfeld schaut, dass er sich nicht so verhält- denn die Gründe für solch ein Verhalten sind erfahrungsgemäß in Neid- und Eifersuchtsmotiven begründet.
Deshalb seid alle lieb zueinander :) , denn wir sind ja die Hochsensible Elite :yahoo: die so feinfühlig ist, dass sie jegliche Ansätze von Bullying im Keim ersticken sollte :)
Gute Nacht
matschbirne
21.08.2005, 22:15
Ich wurde während meiner Schulzeit (auch) zum seelischen Krüppel. Wo ich mir nicht ganz sicher, ist ob diese Zeit der Grund war weshalb meine Leistungfähigkeit (hauptsächlich intellektuell) eingeschränkt hat. Ich fühle mich seither manchmal richtig idotisch, weil ich einfach Dinge nicht sofort peil. Kennt das jemand von euch? Ich hab noch in Erinnerung wo ich vor der Zeit des Mobbings (Bullying) noch um einiges schneller und leistungsfähiger war in der Schule.
Bei mir ging das ganze min. 7 Jahre. Das mit dem MInderwertigkeitsgefühlen, dem Nutzlos vorkommen, keinen Sinn mehr im Dasein sehen hat sich in der Zeit bis jetzt verbessert, aber Beziehungen hab ich immer noch keine. Ich hab extreme Probleme Beziehungen aufzubauen. Hab zudem auch garkeine Erfahrungen darin und fühle mich dann immer sehr unsicher, wenn ich unter Menschen bin und es um Beziehungen geht.
Kenn ihr auch Situationen in denen ihr euch selber verletzen möchtet, weil der Schmerz einfach zu groß ist?
Ich wurde während meiner Schulzeit (auch) zum seelischen Krüppel. Wo ich mir nicht ganz sicher, ist ob diese Zeit der Grund war weshalb meine Leistungfähigkeit (hauptsächlich intellektuell) eingeschränkt hat. Ich fühle mich seither manchmal richtig idotisch, weil ich einfach Dinge nicht sofort peil. Kennt das jemand von euch? Ich hab noch in Erinnerung wo ich vor der Zeit des Mobbings (Bullying) noch um einiges schneller und leistungsfähiger war in der Schule.
Ich wurde in der Schule nicht gemobbt, jedenfalls nicht richtig (vielleicht Hänseleien, aber mehr auch nicht), weil ich weitgehend unsichtbar war. Ich weiß noch nicht mal, ob ich ein potenzielles Ziel war - meine ganze Energie ging dabei drauf, nicht aufzufallen, als erste oder allerletzte die Klasse zu verlassen, mir Nischen zwischen den Stunden zu suchen, die sicher waren. Dabei kann ich noch nicht einmal sagen, dass ich irgendwo Mobbing - auch an anderen - gesehen hätte.
Aber, das mit der Leistungsfähigkeit, das ist mir auch sehr bewusst geworden, als die Schule endlich vorbei war. Als ich nicht mehr so wahnsinnig mit dem Verstecken und Davonlaufen beschäftigt war, wurde ich richtig gut.
Babapapa
22.08.2005, 18:45
Es gibt so vieleGesprächsthemen auf dieser Welt- warum muss man sich dann profilieren, indem man über die "vermeintlich Schwächeren" so herzieht , sie diffamiert-und sich dadurch im Grunde selbst blamiert?es ist wegen der eigenen schwäche, die durch vermeindliche stärke überspielt wird. da eignen sich menschen, die zu ihren schwächen stehen, wohl ganz gut.
ich hatte sowas mal mit einem lehrer.
wegen einer rauferei in der 6. klasse nahm mich der klassenlehrer vor der ganzen klasse in die mangel bis ich mit gesenktem kopf und schluchzend fast unter meinem tisch verschwand. ich gab schliesslich noch ein "last mich doch alle in ruhe" von mir, was mein klassenlehrer als anweisung an meine klassenkameraden weitergab.
keiner solle in den pausen und so mit mir sprechen, woran sich auch viele hielten...
mich ärgert es masslos, dass ich seinerzeit rhetorisch noch nichts zu bieten hatte. mittlerweile habe ich viele passende konter für eine solche erzieherische maßnahme parat - tja, für den beschriebenen fall zu spät!
Meine Geschichte. Wie kann man sie nennen ?
Hasta la victoria siempre ?
Oder Vielleicht....Es macht Spaß, anderen mit Dummheit zu schaden ?
Vielleicht aber auch: Gemeinsam sind wir stark.
Naja..hier ist sie mal:
Es begann in der 8. Klasse. Ich komme nun in die 10. Klasse, somit ist es etwa 2 Jahre her. Eine Klasse, die sehr schlecht zusammengesetzt war und so war es wie auf dem Schlachtfeld. Jeder machte Jeden zur Sau. ich mittendrin. Nach diesem Schuljahr war ich sehr froh, die endlich los zu sein. Dieses Schuljahr war ich durchgefallen. Wieso ? Ich hàtte ohne Probleme können weiterkommen. Aber ich wollte nciht. Möglichst weit weg von den Idioten. So kam ich das Jahr danach in eine andere Klasse. wesentlich besser, hätte aber noch besser sein können. Die vom letzten Jahr waren noch alle in der Schule und machten ab dem ersten Tag weiter mit dem Mobbing, ich ging jedoch einfach schweigend vorbei. Eines Tages dann, kam wundersamer Weise der Schulbus früher und ich musste nicht noch lange warten. Es gibt ja mehrere Schulbusse. Keiner von denen nahm den gleichen wie ich. So setzte ich mich also in den Bus. Die Fenster waren sehr dreckig. Sie hatten sich einen Spitznamen für mich ausgedacht. Nein, ich sage ihn dir nciht, weil ich jetzt schon Probleme habe, wieder daran zu denken (Ich zittere schrecklich, wenn ich an den Tag denken muss). Auf jeden Fall schrieben sie mit dem Finger meinen Spitznamen riesengroß an das Busfenster und schrien ihn durch den ganzen Schulhof. der Schulhof stand noch halbvoll und alle lachten. Der halbe Schulhof lachte über mich. Ich konnte nix dagegen tun.
Das war der Tag, an dem sich alles änderte. Es war an einem Mittwoch. Im Bus fragten die Anderen Krüppel mich die ganze Zeit, was das denn zu bedeuten hat. Wobei sie es ganz genau wussten. Nur fragten sie mich, um mich zu ärgern. Das ging solange ''gut'', bis ich reflexartig einen mit beiden Händen am Hals nahm und zudrückte. Er wurde knallrot. Ich liess ihn los. Danach kein einziges Wort mehr.
Ich kam nach hause, sagte kein Wort und ging zur Toilette. Als ich wieder rauskam, stand meine Mutter vor mir. Ich guckte sie an, sie guckte mich an. Irgendwas erschrak sie und so fragte sie ''Was ist passiert ?''
Sie wusste das etwas passiert ist, man sah es mir wohl an.
Ich setzte mich in der Küche auf einen Stuhl, zitterte am ganzen Körper, fing an zu weinen und brach fast zzusammen. Ich habe kein Wort rausgekriegt. Nach etwa einer viertel Stunde bis 20min. in diesem ''Zustand'' erzählte ich es ihr. Ich hatte auch ein Foto mit dem Handy davon gemacht, damit es mir ja jeder glauben wird. Meine Mutter kennt die Mutter von dem, der das ins Fenster geschrieben hat noch aus ihren Schulzeiten und rief die sofort an.
Währenddem sie mit ihr am Telefon war (ich saß daneben) schlug ich mit ''voller Kanne''0 auf den Tisch. HAbe mir selber dabei wehgetan aber das war mir egal und ich schrie in den Hörer, dass ich ihn umbringen werde.
Meine Mutter schickte mcih raus aus dem Zimemr, aber ich kam kurz danach zurück. Sie rief auch noch dem stellvertretenden Direktor und meiner Klassenlehrerin an.
Am Donnerstag , also am Tag danach ging ich nicht zur Schule. Sowohl meine Mutter, als auch der stellver. Direktor sowie meine Klassenlehrerin waren dafür. Grund: Damit niemandem etwas passiert.
Ich weiss heute noch immer nciht, ob ich ihn nicht doch zusammengehauen hätte. Ich hatte allerdings an dem Tag ein fast 30-minütiges Gespräch mit dem Direktor. Meine Mutter war auch dabei und so kam es, dass die ganze Clique zum Direktor gerufen wurde. Keine Strafe, sondern nur eine Warnung.
Etwa noch eine halbe Woche danach, war ich in einem recht ''schlechten'' Zustand, wobei ich das nciht beschreiben kann. Ich saß oft für sehr lange Zeit einfach auf meinem Bett und starrte an die Mauer..Keine Reaktion auf nix.
P.S.: Ich hatte sehr lange gebraucht, um mich zu trauen, es hierreinzuschreiben. Vllt. kommen einige Stellen einem etwas komisch geschrieben vor. Liegt daran, dass es aus einer PN kommt, somit für eine einzelne Person gedacht war.
die sägefischin
22.08.2005, 19:49
ich habe erfahrung mit mobbing und psychoterror in der schule, mehr als genug - nur daß es in den spät70ern und in den 80ern komplett ausgeblendet wurde, daß es dieses gibt ... heute hat man wenigstens namen und bezeichnung dafür - bin dies derzeit in meiner psychotherapie am bearbeiten ... war so vi3el verdrängung mit dabei, daß ich versuche, jedes einzelne gedenaken-/erinnerungsfragment dazu festzuhalten, daß es mir nicht sofort wieder "wie ein fisch oder eine blidschleiche aus der hand abhaut" ... kann da jetzt im moment gar nicht so ausführlich drüber schreiben, wie ich#s gerne tun würde ... manches tut auch 23 jahre später noch weh, macht panik und angst ... ich sag mal nur solche stichworte wie prügel & beschimpfungen & spätere bahn nach hause ... oder 3 stationen weiter fajren und ellenlange umwege laufen ... oder auch tritt in den rücken, daß der schmerz übelkeit verursacht ... aber "nein - bei uns doch nicht!"
Für die im Bereich des WDRs: heute abend kommt eine Reportage über Mobbing um 22.30 Uhr.
Oder sollte das besser in die Fernseh-Tipps?
glasperlenspielerin
22.08.2005, 22:31
@sara: hier stehts ja schon. wollte es auch grad hier hinein schreiben.
JETZT auf WDR.
Ich bin auch Mitte der 80er ziemlich heftig gemobbt worden. Von Sitzenbleibern.
Jahre später hat sich bei einem Klassentreffen jemand kollektiv für die Klasse bei mir entschuldigt, daß sie nichts dagegen getan haben.
Nun ja, es war eh zu spät, da konnte ich auch nichts mehr machen.
Ich habe manchmal heutzutage noch das Gefühl, da sind tiefe Narben zurückgeblieben. ob ich alle meine psychischen Störungen (klingt schlimmer als es ist, aber ich glaube, jeder, der gemobbt worden ist, weiß, was ich meine) jemals völlig geheilt bekomme, weiß ich nicht. Aber es ist immerhin schon besser geworden, viel besser. :)
glasperlenspielerin
23.08.2005, 00:17
hat jemand die reportage gesehen?
ich fand diese bilder sehr , sehr schlimm..wie dieser junge (gründe: anderes aussehen, anderen musikgeschmack, hautkrankheit!) so sehr gemobbt und gedemütigt wurde, wie der zusammengeschlagen wurde und wie brutal sie ihn unter den wasserhan zum beispiel gezogen haben (das muß der sportlehrer doch gemerkt haben, wie durchnäßt der junge in den unterricht gekommen ist! wie können lehrer sowas übersehen?? ist so unglaublich).
vor allem hinterher noch diese schikane für das opfer, mit der ganzen klasse ein anti-mobbing-training mitzumachen, wo szenen durchspielt werden, die er selber durchlebt hat (der junge hat an einer stelle plötzlich den klassenraum verlassen während der rollenspiele, weil ihn das zu sehr mitgenommen hat... ). schlimm auch, dass dem haupttäter bis heute nicht klar ist, wie leidvoll das war, was er diesem jungen angetan hat und dass sie ihm sogar nach der vernehmung durch die krimimalpolizei in der schule schon wieder was antun wollten. mein gott, wie schlimm...
der junge wurde sogar gedemütigt und dabei gefilmt, als die klasse ein KZ besucht hat...und der lehrer hat auch das nicht mitbekommen.
ich hoffe, dass er wenigstens eine gute psychologische betreuung bekommt, der arme mensch.
----
in dem filmbeitrag wurde noch erwähnt, dass das opfer das "stockholm-syndrom" entwickelt hätte, während der zeit seiner peinigung...zB auch mit den tätern zusammen gelacht hätte, um sich mit ihnen zu "sympathisieren" (psychische schutzreaktion).
http://de.wikipedia.org/wiki/Stockholm-Syndrom
ich wußte zwar erst nicht den namen für dieses phänomen, habe solche gefühle aber selber auch schon mal erlebt.
Ich habe manchmal heutzutage noch das Gefühl, da sind tiefe Narben zurückgeblieben. ob ich alle meine psychischen Störungen (klingt schlimmer als es ist, aber ich glaube, jeder, der gemobbt worden ist, weiß, was ich meine) jemals völlig geheilt bekomme, weiß ich nicht. Aber es ist immerhin schon besser geworden, viel besser.
@ameise:
ich glaube auch, dass man durch andauernde mobbingerfahrungen in der kindheit/ frühen jugend einen "knacks" fürs leben weg hat. man ist uU überhaupt nicht mehr dazu in der lage, einem menschen vertrauensvoll zu begegnen und schreckt auch vor allen gutgemeinten annäherungsversuchen zurück.
glasperlenspielerin
23.08.2005, 00:40
http://www.wdr.de/themen/panorama/kriminalitaet03/schuelerterror/index.jhtml;jsessionid=XHUHGDZUNAAU0CQKYRSUTIQ?rub rikenstyle=panorama
zum fall "marsberg".
Die Übergriffe hätten auch an jeder anderen Schule passieren können, auch an einem Gymnasium, sagt Lessmann. Er sieht die Gründe für die Tat in zerrütteten Elternhäusern und auch bei den Medien. "Wir leben in einer Mobbing-Gesellschaft. Fernsehsendungen wie "Big Brother", "Deutschland sucht den Superstar" oder "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" sind kein gutes Vorbild für Schüler. Hier werden Menschen rausgemobbt. Unsere Schüler haben nichts anderes getan, haben sich den Schwächsten ausgesucht und rausgemobbt."
ich finds interessant, dass diese RTL-sendungen erwähnt werden. ich kann sie nämlich aus diesem grund auch nicht leiden. die "opfer" in diesen sendungen taten mir auch immer schon leid. ich mag es nicht, wenn sich die ganze masse über einen "schwächeren" amüsiert oder lustig macht (gerade in diesen sendungen sitzen ja häufig minderintelligente und personen aus bildungsarmem umfeld, die überhaupt keine eigene selbst- und außenwahrnehmung besitzen).
Ein interessanter Link zum Thema
http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,495702,00.html
Hi Dreamer,
wir haben hier 4 Jahre Kampf wegen Mobbings gegen meine Tochter geführt. :( Die Lehrer stellten sich tot, fragten mich, was sie denn dagegen machen sollten. :mad:
Der Oberhammer war, daß der Klassenlehrer den Schülern nach einem Vorfall die Kinder Briefe an meine Tochter schrieben, sie sie dann ungeprüft mit nach Hause bekam.
Ich mag die nicht raussuchen, da standen fiese Gemeinheiten drin. :(
Der Lehrer meinte im Gespräch mit mir, daß meine Tochter asozial sein, weil sie sich nicht in die Gruppe einfügt, sondern schüchtern und still ist.
Das ist so zum *böse Schimpfwörter* gewesen. Ich habe gekämpft, mit Attesten vom Doc bis hin zur Uni Eppendorf, wo mir schon ein Prof. anbot diese Klasse als Projekt für seine Studenten zu nehmen, Mobbingprävention und Bekämpfung für ein Jahr anzubieten. Wurde abgelehnt von der Schulleitung: Bei und gibt es kein Mobbing.
Meiner Tochter wurde vom Doc hohe Sensibilität und hohe soziale Kompetenzen bescheinigt. Bitter: was einen nicht umbringt macht stark. War so bei uns, zum Glück. Nur, was ist mit den vielen Opfern, die diese Stärke bzw. den richtigen Rückhalt zuhause nicht haben?
Gruß,
Susann
Als Mobbing würde ich das, was ich in meiner Schulzeit erlebt habe, nicht bezeichnen. Aber ich wurde immer als schüchtern und bescheiden hingestellt, was mich innerlich zur Raserei hätte treiben können, wenn ich nicht gelernt hätte, daß man still und brav zu sein hat ... Die Wut darauf kam erst später. Wenn ich es mir heute so überlege, hat man meine Bescheidenheit geradezu beschworen. - Ich habe mich ständig zurückgehalten, um niemanden zu verletzen oder zu kompromittieren. Von den Leistungen her war ich sehr gut ohne Anstrengung. Ich hätte mich dauernd melden können, hätte immer was zu den Themen sagen können. Aber es gab ja viele Leistungsschwächere in der Klasse. Vielleicht war es auch meine unterschwellige Angst, dann als Streber abgelehnt zu werden. Also habe ich mich zurückgenommen. Nur daß ich dann immer als schüchtern bezeichnet wurde, was den Tatsachen eigentlich nicht entsprach.
Daher bin ich einigermaßen allergisch auf "schüchtern". Heute kann ich schon besser unterscheiden, wo ich mich zurückhalte und wo nicht. Das heißt nicht, daß ich es immer richtig mache. Zu viel Zurückhaltung, aus welchen Gründen auch immer, fällt mir doch durchaus immer noch auf die Füße.
Liebe Grüße
Flora
tibidabo
27.07.2007, 13:28
Ja, ich wurde schon gemobbt als Kind und Jugendlicher in der Schule. Denn ich war klein und eher schwächlich, ein Stubenhocker. Ich war überhaupt nicht rauflustig, war eher sanftmütig und beschäftigte mich mit klassischer Musik.
Am ärgsten war die Zeit zwischen der 7. und 10. Klasse am Gymnasium. Damals war ich aus Pubertätsgründen auch noch recht unansehnlich (dicklich, pickelig) und unsportlich.
Meine Erfahrung: die jahrelangen Hänseleien, das Gekicher hinter meinem Rücken, die Ausgrenzungen haben leider bis zum heutigen Tag Spuren in meiner Psyche hinterlassen. Ich fühle mich nach wie vor oft ungeliebt und ausgegrenzt, sogar dann, wenn das eigentlich objektiv gesehen gar nicht stimmt.
Liebesbezeugungen konnte ich deswegen lange Zeit nicht ernst nehmen und glauben. Ich dachte dann immer: "das kann nicht ernst gemeint sein. Mich mag niemand."
Erst allmählich (mit über 40 Jahren) lerne ich langsam, Liebe und Zuneigung annehmen zu können und auch selbst zurückzugeben...
Hallo
ich wurde nicht nur verbal gemobbt in der Schule sondern auch 3 lange Jahre bei jeder Gelegenheit verprügelt. Bin von der Lehrerin als blöd und unfähig hingestellt worden.
Die Lehrer hatten schon gesehen, dass ich verprügelt und geschlagen wurde, aber wen kümmerts bei der kommts ja nicht darauf an. So ihre Aussage. Die kann ja froh sein, wenn aus der überhaupt mal noch was wird.
(Es ist ziemlich viel aus mir geworden nur so als Anmerkung)
Meinen Eltern hab ich erst viele Jahre später erzählt was da vor sich gegangen ist. Erstens wollte ich Sie und mich schützen. Da auch von der Lehrerin massive Drohungen kamen.
Als ich Ihnen das ca.6 Jahre spätererzählt habe, war meine Mutter zutiefst schockiert meinem Vater war die Thematik egal. Er ist nicht der Typ der mit anderen mitfühlen kann.
Zum Glück konnte ich einiges in der Psychotherapie (vor 10 Jahren die erste und vor 1 Jahr die letzte) lernen zu verarbeiten. Aber auch ich bin nicht perfekt und habe noch ab und zu daran zu knabbern.
liebe Grüsse zwinky
bluenote
27.07.2007, 13:58
Fühle mich eigentlich mehr von Lehrern, Ausbildern, Vorgesetzten gemobbt. Das schlimme ist, die hören überhaupt nicht hin, wenn ich mal was klarstellen will. Ein einziger hat mal gesagt "gut ist" und das Verhältnis war um 100% besser.
Fühle mich deswegen oft alleingelassen, ausgegrenzt. Das verflixte daran ist, dass ich mich im allgemeinen mit den anderen schon ganz gut verstehe, aber wenn dann die Lehrer, Ausbilder, Vorgesetzten schlecht vor mir, über mich hinten rum? reden, dann gehen die auf Distanz und ich glaube, die sehen dann auch irgendwie das Schlechte in mir, so wie sie sich mir gegenüber dann verhalten. Kann das aber nicht mit Bestimmtheit sagen - es stellt sich bei mir ein Gefühl ein, das ich als sumpfig bezeichnen würde.
In meiner letzten Ausbildung, die ich abgebrochen habe, hatte ich zusätzlich das Gefühl der Ausbilder könnte mein Selbstwert innerhalb der Gruppe regulieren. Irgendwie war ich total abhängig von ihm.
Schwierig ist, dass mir dann immer alles zugeschrieben wird - ich bin diejenige, die pathologisch ist und an psychischen Störungen leidet. Dabei reflektiere ich inzwischen fast jede zwischenmenschliche Situation. Wenn ich allein nicht weiterkomme so gehe ich (mal wieder) zum Psychotherapeuten und sprech das dort durch.
Gerade in der letzten Ausbildung weiss ich immer noch nicht, was ich da eigentlich falsch gemacht habe ???
Wurde abgelehnt von der Schulleitung: Bei uns gibt es kein Mobbing.
Angst vor Prestigeverlust.
Ich las in der Vergangenheit in mehreren Berichten, daß "unter der Hand" viele Schulleiter vom Mobbing an ihren Schulen wissen, aber sich nicht trauen, was zu sagen, wegen Prestigeverlust und Furcht vor schlechtem Ruf.
Im Grunde ist das wieder ein Problem, daß mangels Wissen entsteht (wobei "Wissen" hier nicht abstrakt sein, sondern im Einklang mit der Seele stehen soll): Die Lehrer, Behörden etc. wissen nicht, wohin sich der Mensch entwickeln soll. Vielleicht soll sich der Mensch auch gar nicht entwickeln und ewig ein Kind bleiben...? Vielleicht stehen sie auch mit einer sozialdarwinistischen Einstellung dem Mobbing gegenüber ("Die Starken überleben, die Schwachen gehen unter - das soll so sein!").
Solange das Lebensziel ein egozentrisches "Mach etwas daraus" bleibt, solange hütet man sich, die Mitmenschen angemessen wahrzunehmen.
Daß es überhaupt derartige Ego-Trips gibt, ist sogar ziemlich normal und auch ein notwendiger Entwicklungsschritt; wenn jedoch die Lehrer die Schüler noch dazu ermutigen, möglichst lange auf diesem Trip zu bleiben, oder noch schlimmer, zu suggerieren, daß es gar nichts anderes gibt, daß es keine weitere Entwicklung gäbe und daß man darum die höchste Stufe schon erreicht habe (woraus messerscharf folgt, daß man nun sein Leben in vollen Zügen genießen darf), dann stellt man fest, daß in dieses Bild Mitmenschlichkeit nicht mehr hineinpaßt.
Lieben heißt, sich zu opfern.
In der Schule gab es zuviel Selbsterhaltung, zuviel hohlen Optimismus. Scham und Wut, die sich in Mobbing entluden, aber nirgendwo fand man Trauer. Kurt Cobain hat ja auch nicht getrauert, sondern die Leute angeschrien. Eine sehr unreife "Lösung"... :rolleyes:
In einem "Hägar, der Schreckliche"-Comic sagt einer über Häger : "Er lebt sehr gesund, daß er seine Wut nicht in sich hineinfrißt, sondern statt dessen auslebt !"
Seine Mannschaft antwortert darauf sinngemäß : "Für uns ist das aber nicht sehr gesund ..."
Wild_Child
27.07.2007, 17:54
Meine Schulzeit war für mich immer ein grauen und daran erinnere ich mich überhaupt nicht gerne ! Da war jeder Tag die Hölle für mich, ich wurde verprügelt und und von allem seiten Verbal fertig gemacht. Einfach weil ich anders war als die meisten Kinder, ich war dick stotterte viel. Ich musste egal wo ich hin ich kam immer mehr schlimmes ertragen und keiner hats sich drum gekümmert. Auf der Schule (Kurs) wo ich machen musste gingen alle immer auf mich. Aber irgendwann wurde es mir auch zu viel und ich schlug doppelt und dreifach zurück, wenn mich jemand schlägt darf ich mich wehren und manchmal tat ich es einfach. Ich bin eigentlich nicht so, aber ich wusste es nicht besser. Ich würde nie mehr in meinem Leben eine Schule oder einen Kurs besuchen !
@ wild child ... dann hast du keine guten Schulerfahrungen hinter dir - ich arbeite grundsätzlich anders mit Kindern und kenne genügend (auch alternative) Pädagogen die ganz anders arbeiten und Kinder schulen, gut mit sich und anderen umzugehen...
schade, dass deine Eltern dich damit alleine ließen...und anscheinend immer noch lassen.
Ich würde an deiner Stelle schnell die Fliege machen und einen Weg weg vom Erzeuger suchen...
aber, na ja, das meint nur eine Außenstehende...
Hm.........manchmal schon. Wir hatten ein Kinderheim im Dorf. Dort waren manchmal welche dabei, die waren übel drauf. Einer hat mir im Bus immer von hinten auf den Kopf gehauen und sich dann versteckt. Im Sport bin ich ständig geschubst worden, hab ich mich beschwert, wurde ich noch schlimmer geärgert. Aus meinem Schulranzen verschwand mein Frühstück, einfach rausgeklaut. Ich bin manchmal nachhause gekommen, war völlig depremiert und voller angst, habe aber niemanden was davon erzählt, es runtergeschluckt. Ich erinnere mich an ein eifersüchtiges Mädchen, das mir die Freundin ausgespannt hat. Sie hat mich einfach gehasst. Auf der Schultoilette bin ich getreten worden, von ihren Komplizen. Wenn ich sie heute in einem Einkaufszentrum sehe, bin ich immer noch verletzt, komisch.......ich kann es nicht richtig verzeihen, obwohl wir Kinder waren.
Ich bin vor ein paar Jahren im Rahmen einer "inneren Aufräumaktion" ganz bewußt zu den Stätten an meiner Schule gegangen, wo ich gemobbt worden bin.
Und ich habe mir angeschaut - in mich hineingefühlt - wie ich heute darauf gefühlsmäßig reagiere.
Daß da regelmäßig ein Flohmarkt stattfindet, ist da umso günstiiger, das heißt, ich kann ganz legal auf den Schulhof gehen. :D (Ist sonst immer abgesperrt ... ich käme aber drum herum ... :rolleyes: )
Hallo,
also gemobbt wurde ich auch, halt so "das Übliche". In der Grundschule hatte ich täglich blaue Flecken, weil ich getreten und geschubbst wurde. Ausgelacht wurde ich auch, weil ich so schüchtern war und ängstlich.
Später dann, na ja, weil ich mich nicht traute frei zu sprechen, dann schnell stotterte und knallrot anlief, wurde ich ausgelacht und höchstens die andere Außenseiterin in der Klasse, hat sich mit mir abgegeben.
Oh, da gab es viele Situationen die schlimme waren.
Geändert hat sich das erst, als ich raus war von Zuhause, da war ich gerade 17 geworden.
Meine Hilferufe (Gespräche) bei den Vertrauenslehrern verhallten, ich soll mich halt nicht so anstellen, das wäre alles nicht so schlimm, wie ich das sehe. :mad: Und ich müsse dann halt mehr aus mir rauskommen. Ja, ging damals aber nicht. Und Zuhause hörte ich auch nur, ich würde mir das einbilden.
Als Kind hat man keine Chance. Außer das irgendwie zu überleben. :hmm:
Lieben Gruß,
Susann
Außer das irgendwie zu überleben. :hmm:
Und das ist ja das tragische : Das "irgendwie" bedeutet im schlimmsten Fall : mit irgendwelchen seelischen Deformierungen. Wie Depressionen bei mir zum Beispiel, oder Schlimmerem.
Wild_Child
27.07.2007, 19:31
Kinder können so Grausam sein ! Ich bin heilfroh das ich das hinter mir habe das sitzt immer noch tief !
bluenote
27.07.2007, 19:37
Vielleicht soll sich der Mensch auch gar nicht entwickeln und ewig ein Kind bleiben...?
... stimmt. In der Schule geht es doch auch nur um Macht. Wenn ich immer Kind bin, so brauchen Lehrer nicht um Machtverlust bangen.
Ich habe auch 15 Jahre dafür gebraucht.
So *richtig* aufarbeiten konnte ich es erst, seit ich mit Reiki in Kontakt kam, das hat mir zum Teil die dafür nötige Energie gegeben.
Und ab dann kam ich immer mal wieder mit den zu der Zeit gerade "richtigen" Leuten in Kontakt ... Leuten, die mich auf die eine oder die andere Weise weiterbrachten ... Mir halfen, Lern-Lektionen zu bearbeiten ...
RunningGag
27.07.2007, 19:39
Ach ja, bei mir war's auch so, damals: in der fünften und sechsten Klasse war das Ganze auch körperlich. Man hat mich z.B. festgehalten, an die Wand gedrückt, bedrängt und so weiter; muss ich nicht weiter erläutern. Der Lehrer war zwar sehr nett, aber hatte wohl auch Angst, Vertrauenslehrer halfen nicht. Einmal wurde, glaube ich, einer eingeschaltet, und hat rein gar nichts bewirkt.
Nach dem Schulwechsel habe ich mich auch, zeitweise, gewehrt. Oft, als ich mich wehrte, oder wehren wollte, also selber auch physisch aggressiv wurde, haben das dann auch die Lehrer mitbekommen; und ich habe Ärger bekommen. Als ich den Schulranzen desjenigen Schülers herauswarf, der meine Sachen selber im Klassenzimmer verteilt hatte, sollte ich ihn ersetzen und die Lehrer drohten mir mit Schulausschluss.
Immerhin hatte ich in der Grundschule keine Probleme. Die anderen Kinder ließen mich in Ruhe, und ich war zwar irgendwie alleine (ich habe noch ein paar Erinnerungen) aber ohne, dass ich gemobbt worden bin. Oftmals lies mich die Grundschullehrerin im Klassenraum, wie es im Zeugnis vermerkt ist.
Heute, ist es im Vergleich zu früher, besser, aber immer noch schlimm genug, also ich muss von Mobbing nicht in der Vergangenheitsform reden.
So etwas wie Behörden wurden nie eingeschaltet, obwohl Grund genug gibt es ja. Es ist zum Beispiel so, dass ich, in diesem Dorf hier, kaum aus dem Dorf gehen kann, da mein Ruf hier, irgendwie, überall ist. Ich werde zum Teil von fremden Menschen beim Namen gerufen und angemacht. Das ist leider nicht verhinderbar, durch wen auch? Das sind so viele, die so wenig auf einmal tun.
Bei allem konnte ich mich jedoch auf meine Eltern verlassen. Die Lösungen waren zwar nicht hilfreich, aber Verständnis gab es natürlich. (Meine Oma tröstet mich ab und zu mal mit einem 10er, und sie freut sich immer so nett, wenn ich mich bedanke :D)
RG
Ich bitte darum, den Beitrag als kurzen Erfahrungsbericht zu sehen, bitte keine Sorgen machen, ich lerne, damit zurechtzukommen, soweit es möglich ist.
Hallo,
also gemobbt wurde ich auch, halt so "das Übliche". In der Grundschule hatte ich täglich blaue Flecken, weil ich getreten und geschubbst wurde. Ausgelacht wurde ich auch, weil ich so schüchtern war und ängstlich.
Später dann, na ja, weil ich mich nicht traute frei zu sprechen, dann schnell stotterte und knallrot anlief, wurde ich ausgelacht und höchstens die andere Außenseiterin in der Klasse, hat sich mit mir abgegeben.
Oh, da gab es viele Situationen die schlimme waren.
Ich konnte auch überhaupt nicht gut vor der ganzen Klasse sprechen, das war immer der reinste Horror. Dann war das ja so ähnlich wie bei mir bei dir :( :hinher: Mit den blauen Flecken und so, einfach schlimm.
Sky_Scratcher
28.07.2007, 01:25
Ich habe bei der Umfrage mit Ja angekreuzt.
Ein paar Gedanken:
Eine Problematik des Mobbings besteht darin, dass einzelne Personen sich hilflos ohnmächtig gegenüber dem Einfluss einer Gruppendynamik vorfinden. Es ist mir in diesem Zusammenhang ein treffendes Zitat von einem Forummitglied in Erinnerung geblieben. "Dont argue with idiots, they bring you down to their level and beat you with experience." Auch wenn man die Möglichkeiten zur eigenen Abwehr hätte, heisst das noch lange nicht, dass man damit innerhalb einer Gruppe eine Chance hat bzw. einem das Recht zugegolten wird, sich selbst zu verteidigen. Die Durchsetzbarkeit der eigenen Person hängt leider nur damit zusammen, ob man mit den Ausprägungen des eigenen Charakters in einen sozialen Kontext reinpasst oder nicht. Mobbing ist in den meisten Fällen eine David-gegen-Goliath-Situation. Mobbing ist nie fair im Bezug auf die Verteilung der Kräfteverhältnisse. Mobber sind wie gewisse Raubfische. Sammeln sich im Rudel, umzingeln ein Zielobjekt und vernichten es.
Ich habe Mühe mit der Behauptung Gemobbte seien in den meisten Fällen einfach die Schwächeren. Möglicherweise schwach innerhalb einer Gruppe von Menschen, die nicht fähig sind alle mit gleichem Respekt zu behandeln. Die sogenannt Schwachen bieten einfach aufgrund ihres Charakters eine dienliche Zielscheibe für die persönlichen Ungereimtheiten, welche die Mobber mit sich tragen und nur leider von niemandem beachtet werden. Interessiert ja niemanden, man hat ja seine Gründe gefunden seine Zielperson zu mobben.
Sky_Scratcher
Hallo Sky_Scratcher,
ja, diese Dynamik halt. Als ich später einmal wieder gemobbt wurde, war ich recht selbstbewußt und verfügte ganz ordentlich Fachwissen. Da war der Grund mich zu mobben meine Stärke, nicht meine Schwäche.
In meinem Fall war der Mann, von dem die Mobberei jemand, der mit selbstbewußten Frauen grundsätzlich Probleme hatte, auch seiner Ehefrau fast schon unterwürfig hörig war. Und diese Wut in seinem Bauch agierte er an mir aus, indem er keine Gelegenheit ausließ mich verächtlich zu behandeln, beim Chef schlecht zu machen usw. Ein offenes Geheimnis das zu sehen, täglich frauenfeindliche Witze und Sprüche und da ja sonst nur Männer anwesend waren, fanden sie es nciht weiter schlimm, sie betraf es ja nicht.
Lieben Gruß,
Susann
RunningGag
28.07.2007, 18:08
Also mir hat man (als Taktik) beigebracht, wenn es nur einer ist, kann man auf eine Beleidigung so anworten: "Ich mag es nicht, wenn Du .... sagst; was ist denn der Grund dafür? Kannst es ja ruhig sagen."
Probiert habe ich es allerdings noch nicht, ich habe keinen mehr gesehen, der sowas gemacht hat, nachdem man mir dies sagte. (Eigentlich ist es ja schade...)
Xorrquorr
28.07.2007, 18:22
Schon im Kindergarten fühlte ich mich immer sehr unwohl und war dort sehr isoliert.
Aber am schlimmsten wurde ich von der 5. bis zur 8. Klasse gemobbt, aber immer "nur", wenn die Mobber in einer Gruppe agierten. War man mit einem einzelnen Mobber alleine konfrontiert, war sein Verhalten wie ausgewechselt und man konnte sich sogar normal mit ihm unterhalten. Das Mobbing ging von einem Großteil der Jungen meiner Klasse aus und von ihren Freunden in den Parallellklassen, kaum von Mädchen. Es handelte sich meistens um schlimme Beschimpfungen, Beleidigungen, Auslachen, Bloßstellen, leichte körperliche Gewalt. Leider reagiere ich auf so etwas und auf Ungerechtigkeiten immer sehr empfindlich und leicht beleidigt.
Darauf reagiert habe ich durch Ignorieren, Wegträumen, scheinbare völlige Gefühlskälte und Gleichgültigkeit. Zu der Zeit gab es auch zu Hause sehr viel Stress und Verletzungen, was man aber nicht auf die Pubertät schieben kann, wodurch ich mich nirgendwo richtig geborgen und sicher fühlen konnte. Ich wusste zwar immer, welche Personen man bei solchen Problemen kontaktieren konnte und dass den Mobbern bzw. ihren Erziehungsberechtigten zivilrechtliche Konsequenzen drohten, aber trotzdem konnte ich keinem davon erzählen.
So viel zu meinen Erfahrungen...
Fazit: Meine Kindheit und das Mobbing haben meine Sozialphobie auf jeden Fall deutlich verschlimmert.
Sich der Umwelt mitteilen, Gefühle zeigen, intimeren Kontakt und Nähe zulassen, all das ist sehr schwer bis unmöglich.
Ein Beispiel: Ich unterhalte mich mit meiner Mutter, die plötzlich ohne böse Absichten einen Schritt auf mich zukommt. Ich weiche darauf unbewusst einen Schritt zurück und gehe in eine leichte Schutz- bzw. Verteidigungshaltung. Das bemerkt sie und fragt daraufhin, warum ich mich so komisch verhalte. Ich mache mir Gedanken über meinen möglicherweise komischen Gesichtsausdruck und weiß gar nicht, was sie von mir will. Dann sagt sie es mir. Das komische daran: Zumindest von ihr wurde ich fast noch nie geschlagen!
Sky_Scratcher
28.07.2007, 18:25
Hi Susann,
ja, diese Dynamik halt. Als ich später einmal wieder gemobbt wurde, war ich recht selbstbewußt und verfügte ganz ordentlich Fachwissen. Da war der Grund mich zu mobben meine Stärke, nicht meine Schwäche.
Ich darf ebenfalls feststellen, dass ich nach all den Schicksalsprüfungen erkenne, dass ich um einiges schlagfertiger geworden bin und mir auch nicht mehr alles gefallen lasse. Ich habe mich in den letzten Jahren intensiv mit psychologischen Thematiken auseinandergesetzt. Nicht im theoretisch-abstrakten Sinne, sondern durch die Integrierung der verarbeiteten Erfahrung in mein Selbst. Ich wollte wissen, warum die Menschen so funktionieren, wie sie funktionieren. Ich konnte mich nicht wehren, weil diese Personen mich energetisch einfach lahm gelegt hatten. Es war nicht einmal der verbale Inhalt des Angriffs. Heute denke ich, dass ich sensibel auf die Hormonausschüttung meines aggressiven Kontrahenten reagiert hatte. Ich hatte einfach kein Schutzschild, welches mich vor der Aggressivität geschützt hätte. Ich wurde einfach überflutet. Mittlerweile hab ich einen schönen Staudamm gebaut, den ich einfach mental aktiviere, wenn ich ihn brauche. Hat sehr lange gedauert, bis ich so weit war, aber mittlerweile funktioniert das ganz gut.
In meinem Fall war der Mann, von dem die Mobberei jemand, der mit selbstbewußten Frauen grundsätzlich Probleme hatte, auch seiner Ehefrau fast schon unterwürfig hörig war. Und diese Wut in seinem Bauch agierte er an mir aus, indem er keine Gelegenheit ausließ mich verächtlich zu behandeln, beim Chef schlecht zu machen usw. Ein offenes Geheimnis das zu sehen, täglich frauenfeindliche Witze und Sprüche und da ja sonst nur Männer anwesend waren, fanden sie es nciht weiter schlimm, sie betraf es ja nicht.
Kenne ich ebenfalls. Wie ich sehe, bis du daran gewachsen.
Ich konnte als Belohnung für all die seelischen Schmerzen einen guten Instinkt für Menschenkenntnis oder Gruppenverhalten entwickeln. Weil ich jetzt weiss, auf welche Signale ich achten muss. Welche Menschen zu mir passen und von welchen ich besser die Finger lasse. Ich sehs positiv. Von daher bin ich bereit für weitere Krisen, da ich der Ansicht bin, dass man daran nur wachsen kann. :D
In dem Sinne spreche ich einen Trinkspruch aus für alle Negativerfahrungen! *prost* :D
Sky_Scratcher
bluenote
28.07.2007, 19:03
Hallo Sky_Scratcher,
... gelöscht ...
Wild_Child
30.07.2007, 07:54
@ inesa !
Ja die zeit war wirklich sehr sehr schlimm für mich, jeder Tag war die Hölle für mich gewesen. Die schönste Zeit war die in der ich krank war und das kam zu Glück oft genug vor ! Ich hab mich kaum mit den anderen abgegeben ich mochte keinen richtig von denen. Ich nahm auch nicht am Unterricht Teil und drückte mich sehr oft damit ich nicht an die Tafel. Dann wurde ich aufs AZB gezwungen das war schlimm. So mit Handwerksberufen,dort war ich nicht lang ich ließ mich in den 9 Monaten 29 mal krank schreiben. Damit aus mir was wird hat sie nie einer gekümmert, was solls. Hab nur en Hauptschulabschluß und keine Ausbildung ich kann damit gut Leben. Die Zeit war schlimm ich geh erstens in keine Schule mehr und an Kursen nehm ich auch nicht mehr teil.
Liebe Grüße
Die Frage ist nun: Was macht man damit, wenn man weiß, wie es war? Wie verarbeitet man es für sich persönlich? Und wo sind die Grenzen?
Manchmal ist es schwer zu begreifen, daß einen jemand nicht mag. Wo man sich doch so anstrengt und es trotzdem immer wieder versucht. Welche Möglichkeiten hat und nutzt man wirklich, um bestimmten Leuten aus dem Weg zu gehen?
Ich möchte auch keine Opfersicht beibehalten, denn schließlich lasse ich mich ja mobben, falls es passiert ("wenn", habe gerade keine solche Situation).
Flora
Hallo Flora,
ignorieren.
Wenn das nicht geht, weil derjenige einen nicht in Ruhe lässt.
abgrenzen *
Wenn das nicht geht.
Vom Hof jagen lassen im Sinne von Mobbingtagebuch und den Chef involvieren, ggfls. Klage einreichen. Ein Arbeitgeber ist verpflichtet gegen Mobbing einzuschreiten.
*abgrenzen
Das geht mit Offenheit und Ansage gegenüber dem Mobber, ihn auf bestimmte Situationen anzusprechen. Nimmt derjenige keine Stellung, denn es kann sich auch um ein Kommunikationsproblem handeln, dann muß man freundlich Klartext reden und um Abstellen der störenden Verhaltensweisen bitten.
Kommt derjenige dem nach, war es kein Mobbing, sondern ein Mißverständnis.
Macht derjenige weiter, gerne in Besprechungen auf jemanden rumhacken und Kritik anbringen oder verstärken, alles, was zur Destabilisierung führt, geht es ohne die Chefetage nicht mehr.
Ein guter Chef erkennt das und wird ein klärendes Gespräch suchen und dem Mobber Grenzen aufzeigen.
Aussitzen und schweigen ist nur bedingt das Richtige. Ein Mobber hört nämlich nicht auf, sondern intrigiert weiter.
Grenzen erkennen ob es sich um Mobbing handelt ist relativ einfach. Der Mobber verweigert eine offene Kommunikation.
Grenzen bei sich selbst erkennen, also ich spüre das, wenn jemand bösartig ist, das sind Mobber immer. Das ist so eine Feindseligkeit, auch gerne getarnt mit einer Opferhaltung oder hinter sachlichen Gründen, schwer zu beschreiben.
Lieben Gruß,
Susann
Remedias
02.08.2007, 19:11
Hi,
ich wurde dermaßend gemobbt, dass ich mich mit 17 Jahren umbringen wollte und das Schlimmste war, dass weder meine Eltern noch die Lehrer es richtig mitbekamen oder ernstnahmen - und das Ganze zu einer Zeit, zu der nicht einmal das Wort "mobbing" existierte......
Liebe Grüße Remedias
Remedias
02.08.2007, 19:19
Eine :zusammen:
an alle Mobbing-Opfer hier in diesem thread; ich hoffe sehr, dass es nicht das Schicksal Hochsensibler ist, ewig gemobbt zu werden und manchmal habe ich so eine Sch....angst um meine Tochter, die auch HS ist (bisher ist noch nichts vorgekommen, aber die Angst geht nicht mehr raus aus mir; noch heute fühle ich nur Angst, Hass und Wut, wenn ich an meine Jugend denke.....)
Liebe Grüße Remedias
Ja, *weitergedacht*
das "nicht merken" des Umfeldes liegt in der Natur der Sache. Je subtiler, desto unauffälliger... und am Ende ist derjenige, der emotional reagiert, der Aggressor.
Ganz toll fand ich damals den Spruch: nur, weil dich mal wer ärgert, heißt das doch nicht der macht das absichtlich, weil er dich nicht leiden kann. Vielleicht ist der nur gerade unzufrieden mit sich, da mußt Du Verständnis für haben... nein, ein Mobber hasst, zwar ist seine Wut für ihn selbst nicht immer greifbar, vieles ist Projektion, aber man darf diese Übergriffe natürlich entsprechend einordnen und bewerten: sie sind feindselig.
Das, was Lehrer und auch Eltern nicht mitbekommen können ist, daß sich zwischen Mobber und Opfer eine unsichtbare Sprache bildet, die auch nur diese Beiden verstehen. Diese oft nur aus Gesten bestehende Sprache verstärkt sich mit der Zeit in ihrer Wirkung. Es reichen immer geringere Signale des Mobbers aus und das Opfer springt emotional an. Wie bei Pawlow mit dem Hund und der Glocke.
@RG,
vielleicht hilft dir das Wissen darum auch ein wenig. Erkenne diese subtile Sprache, die der oder die Mobber verwenden um mit dir in Kontakt zu treten. Das lässt sich verhltnismäßig leicht herausfinden, nämlich an deinen Gefühlen. Wenn es dir hilft, schreibe diese Situationen auf. Vielelicht wirst Du, wie ich, schnell feststellen, daß viele Gefühle unberechtigt verstärkt werden, nur weil man diese "Geheimsprache" untereinander unbewußt entwickelt hat.
Der nächste Schritt wäre dann, in der Situation, wo man wieder quasi "getriggert" wird, sich diese Wirkverstärkung bewußt zu machen. Es sind immer Abwertungen, in Worten, im Verhalten, in Gesten, die Du beobachten wirst. Denn anders kann man einen Menschen nicht unterschwellig weh tun und ärgern. Und, achte mal drauf was passiert, wenn solche Aktionen öffentlich werden. Ein Mobber weiß das und hält sich oft sofort instinktiv raus, um nicht enttarnt zu werden. Er wird unsichtbar.
Unter Abwertungen verstehe ich Texte wie:
- Ach, Du stellst dich nur an.
- Du bist zu emotional (wenn man Gefühle zeigt).
- Du bist so unnahbar, ist doch kein Wunder, wenn Du keine Freunde hast (wenn man sachlich bleibt).
- Du stiftest Unfrieden (wenn man die Dinge beim Namen nennt).
Es gibt ganz viele Arten einen Mitmenschen abzuwerten. Sogar indem ein Mobber Verständnis heuchelt oder lobt. In der Schule könnte das sowas sein wie: "Na, daß Du in Erdkunde immerhin eine 4 geschrieben hast, ist doch wenigstens etwas." gepaart mit einem gewissen süffisant-gönnerischem Blick und Tonfall. Das gibt ganz widerliche Menschen, die es sich zum Sport machen ihre Aggressionen an Mitmenschen abzureagieren.
Lieben Gruß,
Susann
Hallo Remedias,
dem schließe ich mich gerne an.
:zusammen:
Lieben Gruß,
Susann
Ich habe gerade diesen Thread durchgelesen. Vieles kommt mir bekannt vor aus meiner Schulzeit. Aber auch heute noch werde ich gemobbt und ich bin gerade wieder mitten drin in so einer Situation.
Früher war ich vielleicht die Schwache, heute bin ich die "Starke" und werde genauso angegriffen.
Wie man dieses soziale Problem in den Griff bekommen kann - ich weiß es nicht. Ignorieren ist eine Möglichkeit, dem ganzen aus dem Wege zu gehen. Aber das Mobben hört damit nicht auf. Der Mobber denkt sich immer stärkere Gemeinheiten aus, um einen zur Strecke zu bringen. Wenn man alleine ist, kommt man kaum dagegen an.
Letztendlich hilft nur, wegzugehen und dem Mobber das Feld zu überlassen.
Wenn man Pech hat, fällt man dem nächsten Mobber in die Hände.
Diesen Wegelagerern wird man immer wieder begegnen.
Glück hat bei allem Unglück noch derjenige, der Familie und Freunde hat, die ihn bestärken. Aber auch da ist das ja nicht immer der Fall.
So ist es schon gut, dass es hier eine Plattform gibt, wo man sich Rat holen kann und auch Unterstützung. Es ist ja schon viel gewonnen, wenn man weiß, man steht nicht alleine mit diesem entsetzlichen Problem da. Wichtig ist, dass man an sich glaubt, zu sich selber steht und weiß, daß man "in Ordnung" ist. Das hilft mir heute als erwachsener Mensch sehr, aber es war ein weiter Weg, bis ich so weit war. Das Erdulden des Mobbing ist damit nicht leichter geworden, man wird immer irgendeinen Schaden davontragen.
Mobbing müßte tatsächlich zu einer Straftat erklärt werden, wie schon das
Stalking. Alle, die da mitwirken, gehören auf die Anklagebank. Auch die, die Wegsehen oder unterlassene Hilfeleistung begehen. Es wird nicht nur dem Einzelnen großen Schaden zugefügt, auch die Gesellschaft wird ja geschädigt.
Hallo Rena,
es kommt drauf an. Gegen Mobbing hat man nur dann keine Chance, wenn es z.B. von Lehrern, Eltern oder Chefs geduldet wird, weil es einfacher ist, das Opfer zu entfernen um Ruhe zu haben, als den Mobber zu enttarnen und rauszuwerfen. Menschen sehen oft nur was vor ihrer Nase liegt und nicht die Zusammenhänge und Auswirkungen, die meisten Menschen sind faul und/oder dumm und/oder feige.
Meine Tochter konnte sich ohne Schulwechsel und mit meiner Hilfe und Unterstützung in ein und derselben Klasse soweit durchsetzen, daß die Mobber am Ende dumm da standen inkl. einem angedrohten Schulverweis und Gespräche bei der Schulleitung (half aber nicht) und *räusper* einer kleinen Ansprache auf dem Schulweg von einem Erwachsenen. Keine Bange, keine Gewalt, kein Drohen, nur Klartext. (das half)
Lieben Gruß,
Susann
Liebe Susann,
ich wohne hier in einer ruhigen Wohnstraße, die zu einer Hauptschule führt.
Es ist mir aufgefallen, dass viele Kinder von ihren Eltern zur Schule begleitet und auch wieder abgeholt werden. Das finde ich richtig. So wird diesen Mobbern signalisiert, dass das Kind nicht ihren Qualen und Taten wehrlos ausgeliefert ist.
Viele Eltern können das Kind wahrscheinlich aus welchen Gründen auch immer nicht begleiten. Ich glaube, es wäre schon gut, wenn sich Begleitpersonen aus der Elternschaft der gemoppten Kinder zusammenfinden und jeweils eine Person abbestellen, die Kinder zu begleiten, die den gleichen Schulweg haben. Die Mobber müßten sofort nach ihren Taten abgefangen und zur Rede gestellt werden. Eigentlich ist das ja Sache der Lehrer. Die Kinder müßten einfach ermuntert werden, Taten sofort dem Lehrer melden zu können. Der kann ja in einem persönlichen Gespräch die Dinge mit beiden Kindern klären. Es muß ja nicht vor der Klasse geschehen.
Bei Erwachsenen sehen die Dinge schon anders aus und die Situationen sind ja auch so vielfältig. Man braucht Zeugen. Und wenn man alleine ist und lebt, und das tue ich sehr gerne, sonst würde ich ja eine andere Lebensform wählen, habe ich nicht die Möglichkeit, Zeugen heranzuziehen. Man steht immer als die Dumme oder schlimmer noch, als die Verrückte da.
Ich habe mich ganz zurückgezogen. Leider ist meine Wohnung sehr hellhörig und von drei Seiten kann man von den Nachbarn alles mitbekommen. Das ist doppelt und dreifach belastend, zumal man merkt, dass man Stalking betreibt. Die kommen mir in jeden Raum hinterher, bis auf die Toilette, tuscheln, kommentieren, pöbeln, versuchen mich mit allen Mitteln fertig zu machen. Ich will das Problem jetzt nicht weiter ausbreiten. Aber es ist ein Problem, das ich alleine nicht lösen kann und mir bleibt nur ein Wohnungswechsel. Das will ich nicht und das ist auch so schnell nicht zu bewerkstelligen.
Hilfe von Polizei und anderen Institutionen kann man vergessen. Es muß erst eine Straftat vorliegen, dann werden sie aktiv. Oder man muß beweisen, dass eine Straftat vorliegt, dann siehe oben - Zeugen.
Hallo Rena,
"Man steht immer als die Dumme oder schlimmer noch, als die Verrückte da."
Ja, das Gefühl stellt sich schnell ein. Leider.
Das ist für Außenstehende dann auch nicht zu sehen, wie hoch der Leidensdruck tatsächlich ist. Oder, wenn sie das nachfühlen können, sind sie evtl. auch genauso ohnmächtig und wissen keinen Rat, keine Lösung und wenden sich dann schnell ab, um eben nicht auch noch Opfer solcher Übergriffe zu werden.
Nur, ich kann nur wiederholen: Es gibt Muster, die erkennen, beschreiben, nachfühlen auch und gerade in sich.
Abgrenzung ist ganz wichtig. Du hattest mal geschrieben, es tritt unten Ruhe ein, wenn Du runterrufst. Ja, das ist so eine Abgrenzung, vielleicht mußt Du nur früher reagieren?
Ein: "Hören Sie sofort auf." und dann Ruhe. Punkt.
Hilft ganz oft und ist, außer eben zu gehen, der einzige Weg Leute zu stoppen, die nicht damit aufhören wollen, Grenzen zu überschreiten. Das ist diese Dynamik, der man sich entziehen muß. Zur Not durch einen Spaziergang, raus aus der belastenden Situation.
Solchen Übergriffen die Wichtigkeit zu entziehen.
Ich weiß das ist sehr schwer, vor allem, wenn man Aggressoren als Nachbarn hat. Es gibt Beratungsstellen, wenn man alleine nicht mehr weiter weiß, kann es schon sehr helfen sich seelischen Beistand zu holen. Und eben das Tagebuch weiterführen.
Lieben Gruß,
Susann
Ja, liebe Susann, ich grenze mich schon ab und habe auch etwas Erfolg damit. Wenn sie merken, dass ich mitbekomme, dass sie mich belauschen, sind sie sofort ruhig.
Ich mache es jetzt schon wie sie mit ihrem Pöbeln: ich beschreibe kurz in normalem Ton die Situation, z.B. "Jetzt bin ich in meiner Küche und höre ..."
Sofort sind sie ruhig. Wenn das Mädchen jammert, weint und schreit, sage ich in normalem Ton: "Jetzt höre ich sie jammern, weinen, schreien unter meinem Wohnzimmer. "Sofort rennt sie aus dem Zimmer unter mir raus.
Nachteil ist, dass diese Leute meinen, man würde mit ihnen kommunizieren und denken sich immer neue "Taten" aus. Oft ignoriere ich auch ihr Verhalten. Gehe einfach aus meiner Wohnung raus. Mache einen Spazierging und kann danach die Situationen besser verkraften. Oft stecke ich mir auch Kopfhörer in die Ohren und höre Musik. Ich kann mich dann sehr gut abgrenzen.
Tagebuch führe ich auch. Es ist gut, wenn man die Situationen schwarz auf weiß sieht. Man kann sein eigenes Verhalten so auch gut überprüfen.
Ach, Susann - danke für Dein Verständis. Komm doch zum Treffen am Samstag, ich würde mich freuen, Dich kennenzulernen.
Liebe Grüße für Dich
Rena
:)
RunningGag
03.08.2007, 15:02
@RG,
[...]
Unter Abwertungen verstehe ich Texte wie:
- Ach, Du stellst dich nur an.
- Du bist zu emotional (wenn man Gefühle zeigt).
- Du bist so unnahbar, ist doch kein Wunder, wenn Du keine Freunde hast (wenn man sachlich bleibt).
- Du stiftest Unfrieden (wenn man die Dinge beim Namen nennt).
Es gibt ganz viele Arten einen Mitmenschen abzuwerten. Sogar indem ein Mobber Verständnis heuchelt oder lobt. In der Schule könnte das sowas sein wie: "Na, daß Du in Erdkunde immerhin eine 4 geschrieben hast, ist doch wenigstens etwas." gepaart mit einem gewissen süffisant-gönnerischem Blick und Tonfall. Das gibt ganz widerliche Menschen, die es sich zum Sport machen ihre Aggressionen an Mitmenschen abzureagieren.
Lieben Gruß,
Susann
Hi Susann,
das im letzten Abschnitt kommt mir unangenehm bekannt vor, aber in einem anderen Stil, nämlich, als würde er kontrollieren "und für 'Gerechtigkeit' sorgen" wollen, wie ich den Eindruck habe. Ich bin mir nicht sicher, ob ich dies an anderer Stelle schon erwähnt hatte, aber das ist es, was mich so ankotzt: Dass nämlich bestimmte Sachen, die nicht zuletzt aufgrund dieser Kontrollen (z.B. Sportunterricht oder manche Fächer wie Französisch) wirklich so unangenehm sind, dass ich da nicht hingehe (oder: hingehen kann). Dass dies mir vorgehalten wird, ich tue, was ich wolle, ich sei ein Ar*** und dergleichen. Wobei ich sagen muss, dass ich beinahe jeden Nachmittag damit verbringe, mich vom vormittag zu erholen. Manchen Lehrern fiel die abnorme Lautstärke in dieser Klasse auf, aber da derjenige nur ein bis zwei Stunden diese Klasse hat, interessiert ihn das auch nicht weiter, aber dass es geräuschempfindliche Menschen gibt, die nur ohne Lärm vernünftig denken können und davon Kopfweh bekommen, dass wissen sie nicht, und interessiert sie wohl auch nicht. (Obwohl man ihnen an dieser Stelle das Nichtwissen nicht vorhalten kann.)
Die Situation, wie sie sein sollte, stelle ich mir so vor, dass eben dieser Mensch, oder: diese Menschen, mich kein bisschen interessieren und anstatt, dass ich die Klappe halte, oder darauf eingehe, ich etwas sagen kann wie "Halt die Klappe." o.Ä. Es sollte diejenigen dann natürlich auch dazu bringen, eben das zu tun, was ich verlange, und zwar ohne, dass noch eine Widerrede kommt (oder eben jene Abwertungen, die Du z.B. genannt hast). Ich schätze, das muss man selber herausfinden? Oder ist es das, was einem beigebracht wird?
Hi Rena,
ich frage mich nur, was das denn für eine verrückte Wohnung/Wohngemeinschaft ist? Ist das nicht privat, was man in seiner Wohnung tut?
Hier ist es zwar ähnlich, wenn mehrer auf dem Balkon sind, dann fliegen manchmal schon die Fetzen, aber ich muss sagen, zumindest DAS interessiert mich nicht, auch wenn die Alten mich selber mal anschnauzen, was passieren kann, wenn ich den Rasen mähe und es manchen nicht ins Konzept passt:p Im Vergleich zur Schule ist dies aber wirklich harmlos, würde ich sagen. Meinen Eltern ging das aber ziemlich auf die Nerven, weswegen wir hier auch wegziehen (es war zwar nicht der Hauptgrund, aber einer der Gründe dafür.)
RG
Remedias
03.08.2007, 16:59
@Rena, bei so einer hellhörigen Wohnung, wie du sie beschreibst, kann man sicherlich die Miete mindern!
Liebe Grüße Remedias
Hallo RG,
ja, genau daran erkennst Du die Motivation, wenn Menschen versuchen Kontrolle und Macht über dich zu erlangen über die Abwertung deiner Gefühle und deiner Wahrnehmung! Das ist systematisches Destabilisieren, diese Art, kann man das unter Double Bind fassen?
Eine Botschaft mit entgegengesetzten Botschaften: Geh zum Fenster, aber beweg dich nicht.
Lachend etwas Verletzendes oder Abwertendes äußern.
Böse etwas Nettes äussern.
Widersprechen, immer gegenan, die Botschaft: Du bist immer falsch.
Versuche das mal zu entwuseln. Und höre auf deine Gefühle, auf dich, nicht darauf, wenn Du aus Unsicherheit nachfragst, was andere Menschen dir an Feedback geben. (Du bist zimperlich, stellst dich an, das war doch nicht so schlimm, hast Du keinen Humor, ignoriere das einfach etc.)
Das kann im freundschaftlichen Rahmen tatsächlich scherzhaft sein, bei uns z.B. frotzeln mein Partner und ich uns auch mit unseren "Schwächen", das wird aber immer deutlich gemacht durch entsprechende Gesten und sobald einer sagt: "das geht mir zu nah", nimmt sich der andere umgehend zurück.
Im feindseligen Zusammenhang, mit unlauteren Absichten, werden Abgrenzungsversuche verlacht, man weiter abgewertet oder die Kommunikation eingestellt: man nimmt dich als Menschen nicht ernst, respektiert dich nicht.
Das mit dem unerträglichen Lärm in Gruppen kenne ich auch, furchtbare Lernumstände in vielen Schulen heutzutage. Das ist schon mehr Survivaltraining als Unterricht. :(
Lieben Gruß,
Susann
P.S.: einen Mobber dann zu fassen, da erlebte ich oft, daß er/sie die Situation umdreht und sich plötzlich beschwert nicht ernst genommen zu werden und Opfer spielt. Auch widerwärtig, wie ein Hund, der sich auf den Rücken wirft um den Beißtrieb zu deaktivieren.
Ich kann auch von einem - zumindest versuchten Mobbing - mir gegenüber erzählen. Betrifft aber nicht die Schule, sondern das Büro.
Ich sollte mit einer Kollegin, die einige Monate vor der Pension stand und mit der ich bis dahin nur eher selten zu tun gehabt hatte (das ging ja noch), eng zusammen arbeiten, da ich ihre Aufgaben übernehmen sollte.
Sie war eine schrullige Person, nicht wirklich unsympathisch, aber sehr in ihrer eigenen, sehr negativen Welt gefangen. Die Zusammenarbeit gestaltete sich von Tag zu Tag schwieriger. Sie wertete meine Arbeit permanent ab und stellte sich als alleinige Fachfrau dar, der niemals jemand in ihrem Gebiet das Wasser würde reichen können.
Dazu muss ich sagen, dass das eine völlig subjektive Selbsteinschätzung war, denn so war es ganz offensichtlich nicht. Ich arbeite sehr gut auf meinem Gebiet und fühle mich da auch sicher. Eine Zeitlang habe ich mir das Ganze mehr oder weniger gefallen lassen, aber sie wurde immer ärger. Als Frustabladeplatz wollte ich jedoch keinesfalls her halten und Streit suchte ich schon gar nicht.
Ich glaube, sie hat aber unbedingt den Streit gesucht, wollte ihren Frust einfach abreagieren. Ich habe versucht, mit ihr offen zu reden und ihr gesagt, dass sie so mit mir nicht umgehen kann, das würde ich nicht aushalten. Und auch nicht zulassen, ich verlange zumindest Höflichkeit und akzeptiere keine Beschimpfungen. Bin tatsächlich schon einige Male völlig daneben auf Zeitausgleich früher nach Hause gegangen, weil ich so aufgeregt war.
Sie drehte daraufhin den Spieß um und warf mir vor, dass SIE wegen meiner "frechen Reaktionen" schon ganz aufgelöst sei...
Als sie mir dann ganz klar ins Gesicht sagte, dass meine Arbeit minderwertig sei, hat es mir gereicht.
Ich habe ihr ein langes Email geschrieben, in dem ich ein paar Vorfälle noch einmal angeführt habe und klipp und klar ausgedrückt, dass ich auf keinen Fall so weiterhin mit ihr arbeiten kann und werde. Eine Kopie des Emails ging (für sie sichtbar) an die Geschäftsleitung und an die Personalleitung). Ich wollte das alles offen legen und keinesfalls im Geheimen abhandeln, weil es mir vielleicht peinlich gewesen wäre. Und damit hat sie überhaupt nicht gerechnet!
Effekt des Ganzen war ein gemeinsames Gespräch mit der Personalleitung, die sich um Vermittlung bemühte (aufgrund meines offiziellen Emails auch unter Zugzwang stand) - was aber nicht gelang, da sie einfach weiter machte (was konnte ihr schon passieren ein paar Monate vor der Pension). Vom Personalleiter kam nur ein Appell an beide zustande, sich in Zukunft mehr zu bemühen. Wir wurden so in etwa gleich gestellt - als wäre das ein Streit, an dem wir beide gleich großen Anteil hätten. Was aber nicht gestimmt hat. Ich hätte Purzelbäume schlagen können, diese Kollegin wäre weiterhin so geblieben. Alles, was sie erwartete, war meine Unterordnung - doch da hat sie sich ziemlich verkalkuliert bei mir.
Da mir klar war, dass ich mich sicherlich kein einziges Mal mehr solche Dinge anhören wollte und sehr genau wusste, wie gut ich arbeite - habe ich entgegnet, dass das für mich keine Lösung ist und dass ich nicht mehr bereit wäre, mit ihr zusammen zu arbeiten, dass ich die Kommunikation mit ihr nicht mehr fortsetzen würde - egal, was das für Konsequenzen für mich hätte.
Und siehe da - letztlich wurde die Lösung gefunden, dass ein Kollege, der da wohl ein etwas dickeres Fell hat (ihn behandelte sie genau so wie mich) und auch teammäßig in die Arbeit integriert war, als alleinige Ansprechperson bis zur Pensionierung dieser Kollegin fungieren sollte. Betraf die Arbeit dann mich, besprach ich das mit ihm, lieferte ihm die Ergebnisse - und er gab sie an sie weiter.
Ich habe das wirklich durch gezogen, bis sie gegangen ist. Mir ging's gut damit, sie hat ihr Gift woanders verspritzt und da ich sie am Gang jedes Mal auch gegrüßt habe und mich ihr völlig neutral verhalten habe, konnte sie praktisch nichts gegen mich tun.
topolino
04.08.2007, 23:02
Ich habe eure Umfrage erst jetzt gesehen. Ich habe in meinem Forum auch eine Therad gemacht. Da ich leider auch mal gemobbt worden bin.
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