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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Künstliche Lebenserhaltung um Leben eine Chance zu geben


Dreamer
20.06.2005, 11:18
Gerade jetzt geistert wieder ein Fall in den Medien rum. Eine Frau ist hirntod. Sie wird nie wieder aufwachen, nie ohne Maschinen leben können. Die Frau wird trotz der Feststellung des Todes künstlich am Leben erhalten. Sie ist im 5. Monat schwanger. Die Maschinen sollen solange arbeiten bis das Kind geboren wurde. Was meint ihr dazu? Findet ihr das richtig oder falsch? Was spricht für euch dagegen bzw dafür?

Vicky
20.06.2005, 12:13
dafür: es ist leben in ihr. ein teil von ihr wird mit der geburt des kindes am leben erhalten. etwas bleibt für die nachwelt bestehen.
dagegen: es ist ein angriff auf die würde des menschen. sie ist praktisch gesehen nur noch eine leere hülle, ein brutkasten.
ich überlege mal weiter

Dreamer
20.06.2005, 12:27
Ich bin da auch sehr zweigeteilt. Kann mich nicht 100% dafür oder dagegen aussprechen. Es ist eine sehr schwierige Lage.

Vicky
20.06.2005, 12:46
das ist es bei mir auch. einerseits würde ich mir wünschen wenn ich es wäre, das sie die maschinen ausstellen würden. andererseits denke ich das ich wegen dem kinde dann doch darauf verzichten würde um ihm eine chancse zu geben. ein deutliches ja oder nein könnte ich einfach nicht sagen

indigoeyes
20.06.2005, 13:28
Also ich bin da auch zweigeteilt. Ich denke man muss auch den Willen der Mutter berücksichtigen. Hätte sie gewollt, dass die Maschinen abgestellt werden und dadurch auch ihr Kind stirbt? Oder hätte sie gewollt, dass man sie noch am Leben erhält, bis das Kind geboren ist. Ich denke, das können nur nahe Angehörige entscheiden.

Weiß man eigentlich, wie es zu dieser Lage kam?

Momo
20.06.2005, 14:28
ich wäre dafür, sie künstlich am leben zu erhalten, sollte sie sich nicht ausdrücklich dagegen ausgesprochen haben. immerhin gibt es noch leben in ihr, sie hat also nachkommen. und das kind hat, finde ich, ein recht darauf zu leben. es wäre, finde ich, nicht fair, ein kind umzubringen, indem man in diesem fall die maschinen einfach abstellt.

Fränky
20.06.2005, 14:50
Da gab es um das Jahr 1990 ein Lied von Metallica.
Es hieß ''One''. Den Text habe ich so nie verstanden, war aber absolut begeistert von dem Stück.
So besorgte ich mir dann das Musik-Video von dem Lied.
Jetzt weiss ich, worum es geht:

Der 17jährige Bäcker Johnny meldet sich nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs freiwillig bei der US Army. Im Feld wird er von einer Granate getroffen und fast völlig zerfetzt. Aus medizinischer Neugier halten ihn die Ärzte künstlich am Leben: ein Torso ohne Arme, Beine und Gesicht. Doch Johnny fühlt, denkt und lebt. Nur eine sensible Krankenschwester versteht allmählich, was er ihr durch seine rhythmischen Kopfbewegungen mitteilen will. Sie ist seine einzige Hoffnung und will ihm seinen letzten Wunsch erfüllen. Heimlich plant sie die Maschinen abzustellen...


Diese Geschichte soll real passiert sein, es gibt auch Leute die sagen, es wäre frei erfunden.
Ich glaube das, denn im Video, sieht man, wie er ans Bett gefesselt ist und versucht, etwas auszudrücken.

Absolut grausam und ich denke, dass, wenn etwas nichtmehr zu retten ist, dann soll amn die Geräte ausschalten und NICHT wie bei der Frau vor wenigen Monaten auch noch VERHUNGERN lassen, sondern auf eine schmerzlose Methode nachhelfen. Ich wünsche aber niemandem den Tod.

Das Kind sollte man leben lassen.

Wer sich wirklich für die Geschichte von Johnny interessiert: Es gibt einen Film darüber: '' Johnny got his gun''

Vicky
20.06.2005, 15:43
fränky:
das problem ist nur das diie frau erst im 5 monat ist. das kind wäre also ohne sie als "brutkasten" nicht lebensfähig. ab dem sechsten oder um die 1000g ist es lebensfähig aber auch nur im maschinenbrutkasten. somit wäre es am besten die frau so lange am leben zu erhalten bis das baby fertig ist, was heißt, sie müßten die frau noch wenigstens 3monate am leben erhalten damit das kind eine reelle chancse hat.

Fränky
20.06.2005, 15:51
fränky:
das problem ist nur das diie frau erst im 5 monat ist. das kind wäre also ohne sie als "brutkasten" nicht lebensfähig. ab dem sechsten oder um die 1000g ist es lebensfähig aber auch nur im maschinenbrutkasten. somit wäre es am besten die frau so lange am leben zu erhalten bis das baby fertig ist, was heißt, sie müßten die frau noch wenigstens 3monate am leben erhalten damit das kind eine reelle chancse hat.

Hatte ich auch so gemeingt, dass man das Kind erst ''rausnehmen'' soll, wenn es denn Zeit dafür ist

Vicky
20.06.2005, 15:53
dann sind wir einer meinung. erst das kind und dann die frau.

Hirto
20.06.2005, 16:01
Dreamer schrieb: Die Maschinen sollen solange arbeiten bis das Kind geboren wurde.

Und direkt im Anschluß (nach der Entbindung) wird dann abgeschaltet?

Ich weiß nicht. Auf der einen Seite geht es um das Leben eines Kindes, auf der anderen Seite:
Ohne med. Lebenserhaltung, wäre die Mutter bereits verstorben und somit auch das Kind.

Zudem frage ich mich, was ist, wenn festgestellt wird, daß das Kind sehr vermutlich stark behindert zur Welt kommen würde. Kommt dann eine andere Ansicht zum Zug und es wird gesagt "es ist auch besser für das Kind, wenn es nicht lebt?". Wie entscheidet man dann? Neu oder bleibt man bei der Lebenserhaltung um jeden Preis - von Mutter und Kind? Bei möglichen drohenden Behinderungen wird ja auch bereits bei Normalgeburten "selektiert" zuweilen.

Mitunter wird mir in der Natur zuviel eingemischt. Persönlich tendiere ich eher dazu Mutter mit Kind versterben zu lassen. Klingt hart, hm? Genaubesehen ist die Natur von sich aus aber hart, nur der Mensch versucht sie zu besänftigen (zu lenken). Ja, das menschliche Leben ist wert und erhaltenswert, mir aber sind die Mittel teils zu eingreifend und drastisch. Den Tod, die Ungerechtigkeit so mancher Geschehnisse wird nicht gerne akzeptiert. Alles "muß" gelenkt werden, auch der Tod? "Nichts" darf mehr natürlich enden, alles muß gerettet werden.

Bei solchen Situationen wie hier aber kommt man ins Schleudern. Was ist noch vertretbar und was nicht? Normale OP´s sind akzeptiert, sie helfen dem Menschen, der dann weiterlebt. Auch Organtransplantationen sind akzeptiert. Das med. Vermögen und seine Möglichkeiten sind so weit, daß sehr viel machbar ist. In dieser Situation aber sollte man evtl. doch mal der Natur seinen Lauf zurückgeben und sie machen lassen. Das sind Grenzsituationen, die durch das med. Vermögen und seine Möglichkeiten erst entstehen konnten. Und dann weiß man nicht mehr "was tun".

Hirto - ein Versuch zur Antwort.

Dreamer
20.06.2005, 16:05
@Hirto

Ich hatte zum teil ähnliche Gedanken. eine derartige Geburt birgt große Risiken. die Frau leidet an Krebs. dieser bildet Metastasen, die dem Kind gefährlich werden könnten

Hirto
20.06.2005, 16:10
@ Dreamer: Wie lange müßte die Mutter denn noch künstlich am Leben erhalten werden, damit das Kind geholt werden kann? Wäre ja zudem dann auch ein Frühchen. Vermutlich ein Früh-Frühchen. Sah darüber letztens im TV eine Reportage. Weiß gar nicht mehr, wiewenig Gramm die Kleinen wogen. Teils waren die Augen noch nicht geöffnet. Das ging mir nahe, weil ... es sah für mich nach Quälerei der Frühchen aus. Die Kleinsten mußten auch einige OP´s über sich ergehen lassen. Und deswegen frage ich mich, ob das dann gerechtfertigt ist. Leben um jeden Preis, wobei der Preis dann hohe Schmerzen fürs Kind bedeuten? Zahlen muß den das Kind und nicht jene, die die Entscheidung trafen. LG Hirto

Dreamer
20.06.2005, 21:00
@Hirto

Noch bis mitte Juli (25. Schwangerschaftswoche) müßte man sie mindestenz am Leben erhalten. Es wäre allerdings besser, wenn sie Ärzte bis zur 30. Schwangerschaftswoche warten könnten. Das wird aber erst dann entschieden.

shadow of light
20.06.2005, 22:59
was ist mit dem kind, wie wird es sich fühlen wenn es erfährt dass es eine gaze zeit lang in seiner quasi toten mutter gelebt hat... das heißt jetzt nicht dass ich dafür bin die geräte abzustellen aber so richtig dagegen bin ich auch nicht... jedenfalls ist es eine merkwürdige vorstellung auf diese weise überlebt zu haben...

Windsbraut
25.02.2006, 09:28
Hallo ihr,
wie ist das jetzt eigentlich mit der toten Mutter und dem Kind ausgegangen?
Ich weiß auch nicht,wie ich entscheiden würde in dem Fall.Einerseits finde ich es traurig,dass die Mutter noch so lange künstlich ernährt werden muss,wobei aber das Kind überleben soll.Naja,aber es gibt ja Schlimmeres,als 5-6Monate lang künstlich ernährt werden wegen dem Kind siehe Terry Shiavo,die ganze 25Jahre oder sowas im Wachkoma lag und nicht um eines Nachkommens Willen künstlich ernährt wurde.
Auf der anderen Seite finde ich es gut das Kind zu retten und ihm die Chance auf ein Leben zu geben,wobei man wiederum nicht weiß,welche psychischen Konsequenzen es haben kann,wenn es erfährt,dass seine Mutter vor seiner geburt gestorben ist :( und dass es ein paar Monate in seinere toten Mutter gelebt hat.
Nochmal zu dem anderen Fall (der Patientin im Wachkoma)Ich habe einmal in der Schule ein Referat gehalten über Künstliche Lebenserhaltung und die Verantwortung gegenüber dem Patienten.Da hab ich mir auch Informationen bei einer Frau geholt,die im Hospiz arbeitet.Sie sagte,dass man solchen Patienten,auch wenn sie sterben (wollen) immer noch etwas zu trinken gibt,damit sie nicht austrocknen.Ja,aber ich finde auch,dass die in amerika bei der Wachkomapatientin dann wenigstens alle Maschinen hätten ausschalten sollen,auch die Beatmung.:confused: Wie kann man nur so unmenschlich sein?

zwielicht
26.02.2006, 03:23
Da gab es um das Jahr 1990 ein Lied von Metallica.
Es hieß ''One''. Den Text habe ich so nie verstanden, war aber absolut begeistert von dem Stück.



du musst es live sehn! das ist absolut der hammer auf der schwelle zwischen gänsehaut und wut.

Fränky
26.02.2006, 16:26
Hab ich auf MTV live gesehn. Wahnsinn.

Nun..inzwischen hab ich auch den Film Johnny zieht in den Krieg gesehn.
Es ist krank, es ist...hirnfressend. Es macht einen fertig, wie grausam Menschen sein können und es macht einem zutiefst Angst.

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