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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zusammenhang HSP-Depressionen-Pilleneinnahme-Gewichtszunahme-Serotonin


Eiskristallin
27.06.2005, 22:16
bei hsp wird zu wenig serotonin freigesetzt.
siehe dazu maxtn's posting nr 13 in diesem thread: http://www.empfindsam.de/showthread.php?t=61&highlight=serotonin

bei depressiven ist dies ebenfalls der fall.

in der zweiten zyklushälfte der frauen sinkt der serotoninspiegel ebenfalls stark ab. ob das auch so ist, wenn man die pille nimmt, weiß ich nicht, aber:

hat man einen hohen serotoninspiegel, tritt das sättigungsgefühl schneller ein.
und ich esse in der zweiten zyklushälfte (niedriger serotoninspiegel) tatsächlich wie ein bär (trotz pille. oder wird es gar durch die pille noch verstärkt? ich weiß es nicht. ihr?). in der ersten bin ich stets schlanker und esse auch weniger.

ich weiß, das ist alles sehr durcheinander, aber es deutet für mich einiges darauf hin, daß weniger serotonin die hsp weniger hsp-mäßig machen würde. das ist irgendwie verwirrend, denn
depressive sprechen oft gut auf sog. SSRI (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) an. soll man nun schlußfolgern, daß hsp stets etwas depressionstypisches in sich tragen, das mach "wegmachen" könnte, wodurch sie aber auch (leider) keine hsp mehr wären.

und wenn man den serotoninspiegel erhöhen könnte, würd ich dann weniger essen wie ein bär und bekäme dann eine traumfigur? oder wäre ich dann bloß wie "jeder andere", kein hsp mehr, dafür sicher nicht depressiv (was ich aber so eh auch nicht bin, schätze ich...äh..depressiv meine ich).

ein spannender zusammenhang, von mir völlig verwirrt dargelegt. entschuldigug.

vielleicht kanns ja trotzdem zur diskussion anregen...

Ameise
28.06.2005, 00:59
Klingt ... fantastisch. (Sorry, mir fiel kein besseres Wort dazu ein.)

Führt mich zu der Frage, was HSP denn nun eigentlich ausmacht ... heißt das im Umkehrschluß, daß alle Menschen mit zu wenig Serotonin zu besonderen Sinneswahrnehmungen fähig sind ?

Wie läuft da die chemische Kette ab ?

Fragen über Fragen ...

Hirto
28.06.2005, 02:31
Hi Keetah....

Du hättest Angst HS zu verlieren, wenn Du Deine depressiven Stimmungen (nenne es mal so, ok?) verlieren würdest?

Kann nur von mir berichten. Die Tiefe mancher Gedankengänge habe ich nur in der Depression ("richtige" Depression, keine kleinen Verstimmungen oder so). Jedoch: Ich kann sie nicht mitteilen, ich bin gelähmt/erstarrt. Zudem befinde ich mich in einem Tunnel, der letztendlich nur noch zu destruktiven Gedanken neigt. Kurz: Ich leide gewaltig und letztendlich werde ich für Außeneindrücke zunehmend immer weniger offen. Mein HS (wenn denn vorhanden) verkümmert, ich kann nichts mehr wahrnehmen. Ich befinde mich in einem Loch. Von oben mag noch Licht hereinscheinen, aber selbst nach oben vermag ich nicht mehr zu schauen. Das Licht verletzt mich.

Seit einigen Wochen nehme ich erneut Antidepressiva und ich werde seitdem offener für Außeneindrücke. Empfinde sehr viel mehr, weil ich mehr zulassend wahrnehmen kann. Teils bin ich hin und weg, ob der Vielfalt, die ich bemerke, sehe, rieche, höre. DAS habe ich in der Depression nicht. In der Depression gibt es das nicht. Es gibt dort anderes, aber nicht das Erleben, Spüren und positive Wahrnehmen.

Das neue ungewohnte Erleben (Fühlen) wirkt auf mich selbst sehr bedrohlich. Zudem: Ich will meine tiefen Gedanken nicht verlieren. Dennoch wage ich den Versuch mich auf die Welt einzulassen. Warum? Theorie dazu: Ich gehe davon aus, daß ich für die tiefen Gedanken etwas anderes erhalte. Die Welt des Spüren und Fühlens in positiver Form. Weg von der Theorie, hin zum Erfahren. Derzeit möchte ich nicht urteilen, was ich mehr brauche und möchte. Das Gefühl Leben zu Erleben oder die tiefen Gedankengänge. Die Gedankengänge waren grausam, für ihre Tiefen habe ich teuer bezahlen müssen. Ist mir es das wert? Zudem: Das Leben erfahren bringt ganz neue Ebenen, die mit dem Gedankentiefen nicht wirklich vergleichbar sind. Das sind zwei unterschiedliche Dinge. Ich tendiere momentan sehr dazu, daß ich für die tiefen (aber auch grausamen) Tiefen, die mir gewisse Gedankengänge erst ermöglichten, etwas neues erhalten werde, was mir mehr an Möglichkeiten bietet, als die Gedankengänge: Sinneseindrücke. Und.. he.. was ist ein HS ohne Sinneseindrücke, die er wirklich erfühlt?

Wie gesagt: Momentan nehmen mich die Dinge, die ich sehe, höre und rieche, enorm ein. Sie fesseln mich positiv. Imponieren und beeindrucken. Und dies sehr, sehr tief und innig. Also HS.

Ich entdecke mein Erleben derzeit und kann nicht sagen, daß es Tiefe herausnimmt. Es erbringt mir Vielfalt und Intensität. Nicht mehr rein gedanklich, sondern auch fühlend.

Dennoch: Alles mehr als auch bedrohlich für mich. Aufgrunddessen erhöhe ich die Antidepressiva auch sehr, sehr langsam und nehme derzeit nur niedrige Dosierung. Ansonsten würde ich a) den Verlust der Gedankentiefe spüren ohne gleichzeitig etwas anderes dafür zu erhalten (das positive Erleben) und b) mich das positive Erleben sonst erschlägt (Kontrollverlust = Angstgefühl). Derzeit brauche ich noch eine Rückerdung zu den Gedanken und auch ihrem Leid, was es mit sich trägt.

Fazit: Wenn man Verlust hat um seine tiefen Gedanken hat, ist noch nichts Besseres (für einen selbst!!! - nicht für andere) an einen herangetreten.

Meine Gedanken sind mein höchstes Gut. Mein Geist. Ich lebe in meinem Geist. Ich verliere ihn aber nicht durch die AD´s, er erweitert sich lediglich vielzahliger weiterer Wahrnehmungsmöglichkeiten und das gibt ihm Tiefe. Es ist wie Wissen, was sich erweitert. Je mehr man wahrnimmt, umso mehr erfährt man. Dann auch wieder gedanklich. Man muß beim Erleben ja nicht aufhören zu denken :rolleyes: . Die Fähigkeit die Obacht auf den Details zu belassen, die geht nicht verloren. Das ist nicht mein Eindruck, den ich gerade jetzt in heutiger Zeit mache.

Hirto - sorry, war jetzt viel über mich, aber wußte nicht, wie ich das sonst erklären hätte können.

Eiskristallin
28.06.2005, 02:37
Du hättest Angst HS zu verlieren, wenn Du Deine depressiven Stimmungen (nenne es mal so, ok?) verlieren würdest?
nein, das war nicht auf mich bezogen. ich bin nicht depressiv. habe auch nicht angst, die hs zu verlieren (glaube vielmehr, das ist unmöglich und finde gerade deshalb den von mir oben skizzierten gedankengang so befremdend)

Hirto
28.06.2005, 03:00
Hi Keetah...

also war es rein eine hypothetische Überlegung? Ehm.. ich für mich dementierte sie ja als nicht richtig (derzeit).

:kuh: Hirto

lost in everybody
28.06.2005, 10:48
bei hsp wird zu wenig serotonin freigesetzt.
siehe dazu maxtn's posting nr 13 in diesem thread: http://www.empfindsam.de/showthread.php?t=61&highlight=serotonin

bei depressiven ist dies ebenfalls der fall.

Das ist vielleicht wegen dem erhöhten Stress. Behaupte aber einfach mal, dass es bei Depressiven schlimmer ist.

in der zweiten zyklushälfte der frauen sinkt der serotoninspiegel ebenfalls stark ab. ob das auch so ist, wenn man die pille nimmt, weiß ich nicht, aber:

hat man einen hohen serotoninspiegel, tritt das sättigungsgefühl schneller ein.
und ich esse in der zweiten zyklushälfte (niedriger serotoninspiegel) tatsächlich wie ein bär (trotz pille. oder wird es gar durch die pille noch verstärkt? ich weiß es nicht. ihr?). in der ersten bin ich stets schlanker und esse auch weniger.

ich weiß, das ist alles sehr durcheinander, aber es deutet für mich einiges darauf hin, daß weniger serotonin die hsp weniger hsp-mäßig machen würde. das ist irgendwie verwirrend, denn
depressive sprechen oft gut auf sog. SSRI (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) an. soll man nun schlußfolgern, daß hsp stets etwas depressionstypisches in sich tragen, das mach "wegmachen" könnte, wodurch sie aber auch (leider) keine hsp mehr wären.

Ich denke nicht wirklich...es ist ja nicht nur das Serotonin...es liegt doch am ganzen Nervensystem der HSP, dass sie so sind wie sie sind. (oder???)

Dazu fällt mir jetzt spontan eine "Monk"- Folge ein...er bekam ein neues Medikament verschrieben und verlor seinen Spürsinn...erst dachte ich: was fürn Quatsch...aber ehrlich gesagt weiß ich ja nicht wie es mit Medikamenten ist...die PErsönlichkeit verändern ADs jedenfalls nicht....hab ich gelesen.

Hm...zu Pille und Essen kann ich nicht so viel sagen...wenn es mir schlecht geht (niedriger serotoninspiegel?) esse ich jedenfalls mehr...obwohl es ja auch heisst, das Depressive eigentlich Appetitlosikeit verspüren...(???)



und wenn man den serotoninspiegel erhöhen könnte, würd ich dann weniger essen wie ein bär und bekäme dann eine traumfigur? oder wäre ich dann bloß wie "jeder andere", kein hsp mehr, dafür sicher nicht depressiv (was ich aber so eh auch nicht bin, schätze ich...äh..depressiv meine ich).

ein spannender zusammenhang, von mir völlig verwirrt dargelegt. entschuldigug.

vielleicht kanns ja trotzdem zur diskussion anregen...

Naja....immerhin hat dein Magen selbst dazu auch noch was zu sagen... :) ;)

Zu Hormonen, Stress und Depressionen hab ich ne gute Seite gefunden und auch nochn Thread eröffnet. Passte hier nicht so ganz hin....hier aber nochmal den Link:

http://www.depression-therapie-forschung.de/hormone.html

Gruß, l.

Eiskristallin
28.06.2005, 12:24
http://www.depression-therapie-forschung.de/hormone.html
danke für den link!

hier ein zitat von dieser seite:


Depressionsbetroffene leben im leichten Dauerstress Wenn der Abbau der Stresshormone nicht durch Aktivität erfolgen kann, tut das gesunde Gehirn alles, um wieder schnell ins Gleichgewicht zu kommen: Der Neurotransmitter Serotonin hat die Fähigkeit, den Abbau der Stresshormone herbeizuführen. Liegt allerdings ein Serotoninmangel vor, wie es bei der Depression der Fall ist, gelingt der Stressabbau auf diesem Wege nicht. Depressiven fällt es daher schwer zu innerer Ruhe zu kommen, sie leben im Dauerstress bzw. reagieren auf Herausforderungen wieder mit einer unangemessenen Stressreaktion.

Stress - Was läuft ab? - Die Hormonkaskade
Jedes Mal, wenn wir eine Situation erleben, die den Körper in außergewöhnlicher Weise fordert, wird unser Stresshormon-System aktiviert. Ein frühes Anzeichen einer Stressreaktion ist die erhöhte Freisetzung eines Peptids namens Corticotropin-freisetzendes Hormon (CRH) durch das limbische System, einen Hirnbereich, der Stimmungen und Ängste beeinflusst. CRH wiederum regt die Produktion des bekannten Stresshormons Cortisol an, welches, sobald es in den Blutkreislauf gelangt, den Körper darauf vorbereitet, der belastenden Situation zu begegnen. Die Freisetzung von Cortisol ist während einer Infektionskrankheit, bei einer Depression, bei einem akuten psychischen Trauma oder chronischem Stress erhöht. Beide Hormone, CRH und Cortisol, sind wichtige Faktoren, um die Reaktionen auf Stress zu koordinieren; dieses Kontrollsystem wird durch mannigfache biologische Vorgänge und Prozesse aufrecht erhalten.

lost in everybody
28.06.2005, 13:36
@keetah

Depressionsbetroffene leben im leichten Dauerstress Wenn der Abbau der Stresshormone nicht durch Aktivität erfolgen kann, tut das gesunde Gehirn alles, um wieder schnell ins Gleichgewicht zu kommen: Der Neurotransmitter Serotonin hat die Fähigkeit, den Abbau der Stresshormone herbeizuführen. Liegt allerdings ein Serotoninmangel vor, wie es bei der Depression der Fall ist, gelingt der Stressabbau auf diesem Wege nicht. Depressiven fällt es daher schwer zu innerer Ruhe zu kommen, sie leben im Dauerstress bzw. reagieren auf Herausforderungen wieder mit einer unangemessenen Stressreaktion.

Genauso wie HSPler und Sozialphobiker :rolleyes: .....ich frage mich die ganze Zeit, ob dann der Serotoninmangel bei Depressiven ausgeprügter ist als bei HSP (du sagtest doch HSP hätten auch Serotoninmangel, oder nicht?).

Oder ob bei Depressiven noch eine andere Grundhaltung dazu kommt, welche die Depression dann auslöst...Hilflosigkeit, Selbstunsicherheit...oder ein regelrechter Einbruch des Serotoninhaushalts???
Vulnerabilität?

Eiskristallin
28.06.2005, 15:01
Genauso wie HSPler und Sozialphobiker :rolleyes:
genau

.....ich frage mich die ganze Zeit, ob dann der Serotoninmangel bei Depressiven ausgeprügter ist als bei HSP (du sagtest doch HSP hätten auch Serotoninmangel, oder nicht?).
ja, hsp haben serotoninmagnel. dier hohe cortisolspiegel der hsp bewirkt, daß weniger serotonin freigesetzt wird.

depressive haben oft einen bis zu 50% verringerten serotoninspiegel, wie ich las. umwieviel er bei hsp verringert ist, weiß ich nicht. dazu habe ich noich nirgendwo etwas gefunden, nur darüber, DASS er vermindert ist, gibt es infos.

Matt_kirsche
28.06.2005, 15:06
Was mich an deiner Theorie ein wenig stört, Keetah, ist, dass bei vielen Anti-Depressiva auf den Verpackungen als Nebenwirkung "Gewichtszunahme" steht, und es eher so ist (gehe von mir aus), dass man in einer depressiven Episode eigentlich gar keinen Hunger und mit Medikamenten nur "normalen" Appetit hat...

Also, um es noch mal plakativ darzustellen: niedriger Serotoninspiegel (also ohne Medikamente) = gar kein Hunger bei mir, "normaler" Spiegel (also mit Medikamenten) = "normaler" Appetit... Naja, über den Zusammenhang was die Pille angeht kann ich als Mann nicht wirklich mitreden ;) und zu viel Serotonin ist wegen der Psychose-Gefahr auch nicht gut.. Ich hab eher die Erfahrung gemacht (zum Glück nicht an mir selber), dass viele Leute, die Andi-Depressiva nehmen, anfangen zu futtern wie die Scheunendrescher, was ich unmittelbar mit dem steigenden Serotonin-Gehalt im Organismus in Zusammenhang bringe, was deiner Theorie widersprechen würde..

Eiskristallin
28.06.2005, 15:15
Was mich an deiner Theorie ein wenig stört, Keetah, ist, dass bei vielen Anti-Depressiva auf den Verpackungen als Nebenwirkung "Gewichtszunahme" steht, und es eher so ist (gehe von mir aus), dass man in einer depressiven Episode eigentlich gar keinen Hunger und mit Medikamenten nur "normalen" Appetit hat, also niedriger Serotoninspiegel = gar kein Hunger bei mir, "normaler" Spiegel = "normaler" Appetit... Naja, über den Zusammenhang was die Pille angeht kann ich als Mann nicht wirklich mitreden ;)
hm, seltsam...

hier ein artikel über die von mir zitierten zusammenhänge:
http://www.deam.de/heilp/beitrag/seroto01.htm

lost in everybody
28.06.2005, 15:18
Ich finde es interessant, dass Depressive keinen Hunger haben sollen. Da frage ich mich halt immer, ob ich "wirklich" depressiv bin. :confused: Ich MUSS immer was essen, da sonst mein Kreislauf total im Arsch ist, Angst bekomme und ich aggressiv werde.

Matt_kirsche
28.06.2005, 15:19
@Keetah: Vielleicht bin ich auch wieder einmal nur aus der Art geschlagen, oder bei der von dir zitierten Quelle handelt es sich eher eine der "alternativen Ecke" zugehörigen Seite, die sowieso häufiger ihre ganz "eigenen" Ansichten von solchen Zusammenhängen haben (ohne jetzt zu abwertend werden zu wollen ;) )

@lost-in-everybody: wie es so schön heißt.. Jeder Mensch ist anders, wenn ich schwer depressiv bin, kann ich tagelang gar nichts essen, ohne auch nur Hungergefühl zu entwickeln.. Möglichkeit 2 ist, dass sich Depressionen bei Männern anders zeigen als bei Frauen *shrugs*

Eiskristallin
28.06.2005, 15:20
Ich finde es interessant, dass Depressive keinen Hunger haben sollen.
ich auch. ich kenne einige dicke, "verfressene" depressive

Matt_kirsche
28.06.2005, 15:20
Meine Güte, ich hab nie gesagt, dass meine Aussage die allgemeingültige Lösung für die Problematik wäre.. ich habe nur von mir gesprochen, und bei mir ist es halt so, dass ich absolut keinen Hunger habe, wenn es mir schlecht geht..

Eiskristallin
28.06.2005, 15:21
Meine Güte, ich hab nie gesagt, dass meine Aussage die allgemeingültige Lösung für die Problematik wäre.. ich habe nur von mir gesprochen, und bei mir ist es halt so, dass ich absolut keinen Hunger habe, wenn es mir schlecht geht..
jaja, gutgut. wir habens bestimmt beide kapiert, daß es nicht allgemeingültig sein wird.

Eiskristallin
28.06.2005, 15:22
Möglichkeit 2 ist, dass sich Depressionen bei Männern anders zeigen als bei Frauen *shrugs*
ja, genau...auch gut möglich....mal sehen, ob ich dazu brauchbare infos finde

Matt_kirsche
28.06.2005, 15:23
dann bin ich ja beruhigt ;) .. abgesehen davon findet man immer das, wonach man sucht... Wenn ich depressive Fleischberge sehen will, fallen die mir natürlich ganz besonders auf, generell halte ich von Verallgemeinerungen aufgrund einiger Beispiele aus dem Bekanntenkreis recht wenig, das nur so am Rande :o

Digger
28.06.2005, 15:32
Daß es eine Verbindung zwischen HS und Streß gibt, das ist klar. Das Leben empfinde ich als sehr stressig und Entspannung ist schwer zu erreichen. Aber HS und Depression? Bin mir nicht sicher. Das müßte sich dann ja schon im Kindesalter bemerkbar machen. Ich war aktiv (nicht hyperaktiv) und nicht apathisch. Habe zwar viel geweint, aber auch viel gelacht. Andererseits war ich süchtig nach Schokolade, kennt das jemand? :rolleyes:

Schon früher ist mir der Gedanke gekommen, daß mein Niveau an Glückshormonen vielleicht nicht sehr hoch wäre. Damals wußte ich aber noch nichts von HS. Was ist, wenn wir alle mit einer leichten Depression durch's Leben gehen? Sind die Normalos doch glücklicher als wir? HS als überhöhte Aufmerksamkeit ist ja so schon schlimm genug, je nach Umfeld. Als Symptom taucht es eher bei Streßstörungen und posttraumatischen Störungen auf.

Hirto
28.06.2005, 15:38
Ich finde es interessant, dass Depressive keinen Hunger haben sollen.

Ich bin so eine von jenen oben Erwähnten. Der Appetit fegt sich dahin. Beobachte ich jedesmal. Wenn mir nichts mehr wichtig ist in einer depressiven Phase, dann auch nicht mehr das Essen. Zudem dreht sich im Kopf alles bzw. im Gegenzug man ist antriebslos ohne Ende, dann steht das Essen nicht im Betrachtungsfocus. Körpersignale, wie Hunger, werden nicht mehr wahrgenommen oder gar nicht mehr ausgesendet. Ich esse relativ genau nach Zeit um genug zu essen. Ich achte jetzt darauf zu essen. Früher war mir das alles so nicht bewußt und das Gewicht rauschte nach unten. Ungut nach unten.

Hirto

Eiskristallin
28.06.2005, 15:51
Andererseits war ich süchtig nach Schokolade, kennt das jemand? :rolleyes: .
niedriger serotoninspiegel -> süchtig nach schokolade.

lost in everybody
28.06.2005, 15:55
Ich bin so eine von jenen oben Erwähnten. Der Appetit fegt sich dahin. Beobachte ich jedesmal. Wenn mir nichts mehr wichtig ist in einer depressiven Phase, dann auch nicht mehr das Essen. Zudem dreht sich im Kopf alles bzw. im Gegenzug man ist antriebslos ohne Ende, dann steht das Essen nicht im Betrachtungsfocus. Körpersignale, wie Hunger, werden nicht mehr wahrgenommen oder gar nicht mehr ausgesendet. Ich esse relativ genau nach Zeit um genug zu essen. Ich achte jetzt darauf zu essen. Früher war mir das alles so nicht bewußt und das Gewicht rauschte nach unten. Ungut nach unten.

Hirto


Appetit habe ich auch nicht...es schmeckt dann alles gleich...Hunger hab ich trotzdem...der Magen knurrt...die Knie werden weich....die Nerven immer dünner, als sie eh schon sind.

Naja, wenn man nur im Bett liegt und nicht mit Menschen zusammen ist, kann dann ja auch öfter vorkommen, ist das natürlich egal...

Vielleicht ist es bei mir noch was anderes als Depression keine Ahnung...oder nicht so schlimm.

Digger
28.06.2005, 16:15
Hier (http://www.depressions-sprechstunde.de/Tests/DSS_Depressions-Tests.htm) eine Seite mit zwei Depressionstests. Habe probeweise mal den TSD gemacht und komme immerhin auf 54 Punkte. Ab 57 wird's kritisch. Gefällt mir gar nicht. :rolleyes:

lost in everybody
28.06.2005, 16:26
73 :confused: :eek:

Eiskristallin
28.06.2005, 16:51
ich hab 44 (30 ist die mindestpunktezahl)

Matt_kirsche
28.06.2005, 17:46
hach ja, ich krieg ein ganz heimeliges Gefühl, Tests der selben Bauart durft ich in der Klapse einmal wöchentlich ausfüllen

Vicky
28.06.2005, 17:51
beim ersten habe ich 79 :eek: :rolleyes: steh ich schon mit einem bein im jenseits?
den zweiten mach ich gleich mal.
so, 36 habe ich. kann ich garnicht verstehen...bin doch immer sooo gut drauf! :rolleyes:

Eiskristallin
28.06.2005, 18:04
so, 36 habe ich. kann ich garnicht verstehen...bin doch immer sooo gut drauf! :rolleyes:
beim zweiten, den ich jetzt auch noch gemacht habe, weil tests ja immer so supifein sind, habe ich 8.

fragile
28.06.2005, 18:11
"Selbst mitten unter Leuten fühle ich mich einsam." [zitat aus dem ersten test]

ich glaube kaum, dass sie einem dieses gefühl in der klapse jemals so richtig nehmen können ...
was denkt ihr?

Matt_kirsche
28.06.2005, 18:39
Naja, ich als Klapsmühlenveteran muss sagen, dass es schon irgendwo geht.. Was die einem da beibringen ist das Umbewerten deiner Denkmuster, mittlerweile fühl ich mich eigentlich ganz wohl in meiner Haut (zumindest meistens ;) ) Ich bin auch wesentlich gelassener als die meisten Menschen in meinem Umfeld, weil ich in bestimmten Situation andere Bewertungsmuster als die der breiten Masse benutze

Dreamer
28.06.2005, 20:27
ja, genau...auch gut möglich....mal sehen, ob ich dazu brauchbare infos finde

Also ich bezweifle die Theorie. Bei mir hatte die Depression i.d.R. keine nennenswerten Auswirkungen auf meinen Appetit. Ich war verfressen wie eh und je. ;) :p

Michael
29.06.2005, 16:23
ich weiß, das ist alles sehr durcheinander, aber es deutet für mich einiges darauf hin, daß weniger serotonin die hsp weniger hsp-mäßig machen würde. das ist irgendwie verwirrend, denn
depressive sprechen oft gut auf sog. SSRI (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) an. soll man nun schlußfolgern, daß hsp stets etwas depressionstypisches in sich tragen, das mach "wegmachen" könnte, wodurch sie aber auch (leider) keine hsp mehr wären.

Mag sein, daß bei HSPs der Serotoninspiegel durchschnittlich niedriger ist - das würde auch erklären, warum sie vermehrt zu Depressionen neigen.

Mag aber auch sein, daß das bloß ein Nebeneffekt ist. Die Serotoninproduktion wird vor allem durch Sonnenlicht angekurbelt - wer sich viel in geschlossenen Räumen aufhält, weil die Sonne ihm zu grell ist, hat automatisch einen niedrigeren Serotoninspiegel als jemand, der viel im Freien ist. Deswegen behandelt man (leichte) Depressionen gelegentlich auch mit einer Licht-Therapie.

Ich werde selbst mit einem SSRI behandelt, und ich bin weniger depressiv als vorher - aber kein Stück weniger empfindlich. Ich *ertrage* nur Störungen besser, die mich vorher aus dem Gleichgewicht geworfen hätten. Naja, nicht immer, aber immer öfter ;-)

Was die Nebenwirkungen angeht - zumindest bei meinem Mittel können die in die eine oder andere Richtung gehen. Die einen kriegen Heißhunger, die anderen Appetitlosigkeit. Die meisten allerdings weder noch.

Meine Ärztin hat mir mal erklärt, daß SSRIs den Antrieb erhöhen. Das kann auch dazu führen, daß die Patienten mehr essen: Die Bereitschaft, mal eben in die Küche zu laufen und den Kühlschrank zu plündern, ist einfach größer. Oder sollte ich sagen: "weniger gering"?

Jedenfalls ändert sich das persönliche Befinden, und damit auch die Eßgewohnheiten. Wer die nicht unter Kontrolle hat, kann unter SSRIs leicht ein paar Kilo zunehmen. Ist mir leider auch passiert. Aber ich arbeite dran :-)

indigoeyes
30.06.2005, 03:17
bei hsp wird zu wenig serotonin freigesetzt.
siehe dazu maxtn's posting nr 13 in diesem thread: http://www.empfindsam.de/showthread.php?t=61&highlight=serotonin

bei depressiven ist dies ebenfalls der fall.

in der zweiten zyklushälfte der frauen sinkt der serotoninspiegel ebenfalls stark ab. ob das auch so ist, wenn man die pille nimmt, weiß ich nicht, aber:

hat man einen hohen serotoninspiegel, tritt das sättigungsgefühl schneller ein.
und ich esse in der zweiten zyklushälfte (niedriger serotoninspiegel) tatsächlich wie ein bär (trotz pille. oder wird es gar durch die pille noch verstärkt? ich weiß es nicht. ihr?). in der ersten bin ich stets schlanker und esse auch weniger.

ich weiß, das ist alles sehr durcheinander, aber es deutet für mich einiges darauf hin, daß weniger serotonin die hsp weniger hsp-mäßig machen würde. das ist irgendwie verwirrend, denn
depressive sprechen oft gut auf sog. SSRI (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) an. soll man nun schlußfolgern, daß hsp stets etwas depressionstypisches in sich tragen, das mach "wegmachen" könnte, wodurch sie aber auch (leider) keine hsp mehr wären.

und wenn man den serotoninspiegel erhöhen könnte, würd ich dann weniger essen wie ein bär und bekäme dann eine traumfigur? oder wäre ich dann bloß wie "jeder andere", kein hsp mehr, dafür sicher nicht depressiv (was ich aber so eh auch nicht bin, schätze ich...äh..depressiv meine ich).

ein spannender zusammenhang, von mir völlig verwirrt dargelegt. entschuldigug.

vielleicht kanns ja trotzdem zur diskussion anregen...


Also ich hab zwar jetzt alle Postings nur überflogen, aber ich kann schonmal folgendes sagen:

das mit dem in der 2.zyklushälfte mehr wiegen beruht auf wassereinlagerungen wegen der pille, hab ich ja schonmal gepostet im pillen-thread. kann aber auch einfach so beim natürlichen zyklus auftreten, allerdings verstärkt die pille diesen effekt noch.

also wenn man eh schon ein schwaches bindegewebe hat...

das mit dem mehr essen in der zweiten zyklushälfte kenne ich so nciht (also im normalen zyklus), allerdings bekam ich und bekomme ich noch ab und an am letzten tag vor meiner regel immer so einen unbändigen hunger auf süßes, das war nciht mehr normal. als ich sie dann hatte war das wie weggeblasen und ich konnte das zeug nicht mehr sehen.

allgemein hatte ich während der pilleneinnahme sowieso immer durst (->wasereinlagerungen von 6kg bei mir, ist ja bekannt) in der zweiten zyklushälfte verstärkt und ständig Lust auf Süßes, also fast wie bei ner schwangeren.

diese gelüste habe ich jetzt nicht mehr. und ich führe das eindeutig auf die pille zurück.

ob allerdings ein verstärkter appetit jetzt mit dem serotonin zu tun hat, kann ich nciht sagen. da ich ja ne zeitlang johanniskraut nahm, was ja ein natürlicher serotoninwiederaufnahmehemmer ist, konnte ich auch da keine veränderten hungergefühle feststellen.

insofern möchte ich zwar nicht schon wieder auf der pille rumreiten, aber ich würde mir die frage auch diesbezüglich stellen, also hast du vor der einnahme genauso gegessen usw.

Und ich bezweifle auch, ob ein serotoninanstieg die traumfigur bewirken würde, denn wie du sicherlich weisst, gehört da im wesentlichen auch ein höherer grundumsatz dazu als das bloße vermindern von hungergefühlen, im gegenteil, da schaltet der körper ja erst recht auf sparflamme.

lost in everybody
30.06.2005, 09:47
Zum Thema Essen und Pille:

Was mir auch öfter auffällt ist, dass ich vor der Blutung auch immer verstärkt Hunger auf Süßes etc. habe. Manchmal habe ich das aber auch, wenn es mir nicht gut geht (wenig Serotonin).

Am Anfang der Einnahme hatte ich übrigens öfters Magenschmerzen (habe empfindlichen Magen, reagiert stark auf Medikamente)...und habe nicht wie alle immer sagen, dass man davon zunimmt, zugenommen, sondern 2-3 Kilo abgenommen.

Muss aber sagen, dass es als Jugendliche schlimmer war...da habe ich nämlich immer bergeweise Schoki gegessen, weil ich mich so einsam gefühlt habe und auch sehr traurig war. Da habe ich keine Pille genommen.

Eiskristallin
08.07.2005, 16:01
hier ein artikel über enneagramm-tsp 4, seine typischen psychischen probleme und serotonin
http://www.enneagramcentral.com/pharm_4.htm

summer
31.08.2008, 18:32
.

*Zirkuskind*
01.09.2008, 12:22
Depressionen fallen unterschiedlich aus. Ein Symptom ist GEWICHTSVERÄNDERUNG, also zunahme und abnahme. Ein anderes ist, dass man völlig antriebslos ist ODER aber nicht zur Ruhe kommen kann. Man kann also wirklich nicht verallgemeinern, weil das zwei gegensätzliche Pole sind.

Zu dem Zusammenhang mit der Pille! Bei mir wurde ein Östrogenmangel festgestellt. Dieser Mangel entsteht durch Stress. Und führt zu einem erhöhten Testosteronspiegel. Wenn man es jetzt im Zusammenhang sieht dann könnte man sagen, dass mein Hormonspiegel durch Stres verändert wurde. In diesem Fall würden weibliche Hormone (die auch minimal in der Pille vorhanden sind) zu einem Ausgleich führen. In diesem Fall müsste sich Apetit, Gewicht, Stimmung und so weiter durch die Hormone normalisieren.
In Fällen, in denen kein Mangel an Östrogenen vorliegt, wirken die meisten Pillen andersrum, Stimmung, Gewicht und Apetit können aus dem Gleichgewicht geworfen werden.
Dass man allgemein als Frau dem Zyklus entsprechenden Apetit hat und Stimmungsschwankungen hat glaube ich nichts mit HS zu tun sondern damit, dass man eben eine Frau ist.

Dass man als HSP eher zu Depressionen neigt glaube ich schon, denn durch den hohen Stresspegel kommt es im Körper eben schnell zu einem Ungleichgewicht, wenn man dem nicht mit genügend Schlaf engegen wirkt. Ich selbst habe keine Depression, weiß aber dass ich sie hätte wenn ich meine Grenzen nicht entsprechend ziehen würde. Ich merke, dass ich sehr schnell depressive Verstimmungen bekomme, wenn ich mir zu viel vorgenommen habe. Auf Dauer würde ein hoher Stresspegel definitiv zu Depressionen führen. Im Studium hatte ich latente Depressionen, also wenig Essen und unruhig sein.

Ich werde mal beobachten ob die Einnahme von Östrogenen mich weniger sensibel macht oder mich stressresistenter und belastbarer macht, ob sich das Gewicht verändert.

Die Stimmung hat sie glaube ich beeinflusst. Ich habe wieder diese euphorischen Adrenalin kicks, die hatte ich Jahre nicht mehr. Und die Tiefs sind weniger tief, also gehen nicht in eine depressive Stimmung.

Ameise
01.09.2008, 15:33
Hm, vielleicht sollte ich dann auch Östrogen nehmen ? ;)

*Zirkuskind*
02.09.2008, 09:56
Hm, vielleicht sollte ich dann auch Östrogen nehmen ? ;)

Warum?

Also ich kenne mich ja nicht so gut aus, aber vielleicht solltest du auch Testosteron nehmen! Wir könnten auch eine Symbiose eingehen, dann erhalte ich deine Östrogene und du mein Testosteron. Oder wir lassen es und tauschen das Geschlecht für einige Zeit. Da ist der Phantasie keine Grenze gesetzt. :eek:

Gabe
28.09.2008, 16:22
Hallo, also, ich bin eine HSP und habe Erfahrungen mit Depressionen und mit der Einnahme von SSRI, wodurch sich das Serotonin erhöht.

Bei mir schlägt das SSRI gut an und vermindert oder beendet die depressiven Symptome wie Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, Antriebsstörungen etc.

Aber ich bin und bleibe in allen Punkten eine HSP wie zuvor auch.

Es ist zwar so, dass sich bei mir in der Depression auch die Überreizungsgefahr stark erhöht, ich also noch lärmempfindlicher und noch weniger belastbar mit gleichzeitigen Anforderungen und Reizen bin als sonst, denn das sind ja für sich gesehen auch depressive Symptome, die auch Depressive haben, die keine HSP sind.

Aber ich werde nicht mithilfe von SSRI auf einmal eine andere Persönlichkeit.

Allerdings müssen rückfallgefährdete Depressive, ob nun HSP oder nicht, ihren Lebensstil so einrichten, dass sie Überreizungen vermeiden.

Es mag eine unklare Grenze geben zwischen HSP und depressivem Zustand, wo die SSRI auch schon hilfreich sind, obwohl die Diagnose Depression noch nicht zwingend vorliegt. Aber dass man sich durch Serotonin aus einer HSP in eine andere, weniger empfindsame Persönlichkeit verwandelt, kann ich aus meinen Erfahrungen nicht stützen.

Dass es aber eine unklare Grenze gibt, mag sein, denn ich kam bei meinen Depressionen noch mit Ausprägungen im Alltag klar, mit denen andere, Nicht-HSP, sich schon längst selber in die Klinik eingewiesen hätten, während ich mit Überreizbarkeiten und Überforderungsgefühlen und -erscheinungen ja schon immer Erfahrungen hatte.

Gruß! Gabe