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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Politikinteresse?


Eiskristallin
09.04.2004, 22:02
mich würde interessieren, ob ihr euch für politik interessiert.

mich interessiert politik eigentlich sehr, ich versuche allerdings, mich nicht mehr als nötig damit zu beschäftigen, da ich ungerechtigkeit so verabscheue und es in der politik dermaßen schlimm zugeht, daß es mich mehr aufregt als ich möchte.

natürlich verfolge ich trotzdem das aktuelle politische geschehen.
ich gehe auch zu jeder wahl (ihr auch?) und kann es immer noch nicht fassen, daß die österreicher (bin ja aus ö) so blöd sind und aufgrund unserer herrlichen mediengleichschaltung, wie ich es jetzt mal nenne (seit die övp den orf sukzessive umbesetzt und auch in den printmedien immer mehr die hände im spiel hat) auch brav weiterhin die unfähigsten und asozialsten parteien des landes wählt. ich hoffe sehr, daß die menschen doch mehr beginnen, selbst zu denken auf daß unsere nächste regierung möglichst anders aussehen möge wie die jetzige. (und unseren bundeskanzler würde ich gerne für ca 60 jahre auf dem mond einquartieren.

auch die politik der usa interessiert mich sehr (falls man es als politik bezeichnen kann, was der analphabetische exalkoholiker-präsident dort betreibt.) aber zum glück besteht ja wieder hoffnung auf einen demokratischen us-präsidenten.

wenn ich mir nicht ziemlich sicher wäre, daß ein mensch mit gerechtigkeitssinn dort nichts verloren hat, würde es mich reizen, in die politik zu gehen. euch auch?

Dreamer
09.04.2004, 23:37
@keetah
geht mir genauso wie dir. Das könnte ich alles auch so für mich übernehmen.

auch die politik der usa interessiert mich sehr (falls man es als politik bezeichnen kann, was der analphabetische exalkoholiker-präsident dort betreibt.) aber zum glück besteht ja wieder hoffnung auf einen demokratischen us-präsidenten.


Dieser Satz hätte glatt von mir stammen können. :wink:

fragile
10.04.2004, 00:44
ja, ich interessiere mich im grunde sehr für politik... obwohl ich manchmal zweifle, dass es wirklich von mir kommt, da ich quasi damit aufgewachsen bin, durch eltern und freunde stark beeinflusst war.
ich gehe sehr gern wählen (und war geradezu begeistert, dass ich es schon mit 16 durfte!) und unternahm zeitweise einiges in richtung umweltschutz und menschenrechte, wobei ich da glatt wieder einsteigen könnte.
aber in die politik gehen? nee, das würde ich nicht. es ist nämlich auch eine frage des typs. und wie will man für ideale und werte einstehen, bzw. eine partei repräsentieren, wenn man nicht für sich selbst einstehen kann?!

Dreamer
10.04.2004, 01:34
aber in die politik gehen? nee, das würde ich nicht. es ist nämlich auch eine frage des typs. und wie will man für ideale und werte einstehen, bzw. eine partei repräsentieren, wenn man nicht für sich selbst einstehen kann?!

Na Ja, ich würde sagen die Parteien stehen gar nicht mehr für Werte und Ideale. Sie stehen ehr für Machtgier und Heuchelei. Da passt eigentlich das was Keetah geschrieben hat sehr gut.

wenn ich mir nicht ziemlich sicher wäre, daß ein mensch mit gerechtigkeitssinn dort nichts verloren hat, würde es mich reizen, in die politik zu gehen. euch auch?

Ein ehrlicher Mensch hat in der Politik nicht viel zu suchen. Leider.

Dreamy11
10.04.2004, 03:34
Ich hasse Politik total :( :x


Politik kann mir am puckel rutschen, Wähle nicht...Die machen ja sowieso was die wollen, und kassieren für däumchendrehen und bablerei dicke $$$Kohle$$$...Nur dicke Kohle zählt sehe ich da...Amerikanischer Stil hier...Korruption auch mehr als genug :(

Brauch nur die steigende Hohe Arbeitslosigkeit und gemeine Gesundheitsreform anzuschauen...Nein Danke Politik! Grauenhafte Politik, nur für Reiche!

Herzlos sind da viele...Boykottiere Wählen!

:? :( :lol: :( :cry: :x :(

Diana
10.04.2004, 11:38
Politik ist seit jeher ein sehr wichtiges Thema für mich. Ob nun im eigenen Engagement oder in der Kritik.
Ich gehe IMMER wählen. Denn, wie heißt es so schön: Jede Stimme zählt - und jede nicht abgegebene Stimme nützt letztendlich denen, die man am allerwenigsten an der Macht haben möchte. Da ist etwas Wahres dran.

Ein gewisses Problem habe ich mit ALLEN deutschen Parteien. Meine persönliche Ansicht ist ein Patchwork aus (fast) sämtlichen Partei"ansichten" (natürlich nicht aus dem Rechtslager!), manchmal wie verhext. Und da es meist ja nicht nur an den Parteien an sich, sondern vielmehr an deren aktuellen "Feldwebeln" hängt, was für eine Politik gemacht wird, empfinde ich es als noch komplizierter.

Dass es durch das mediale Gebahren einiger (nicht aller) Politiker und z.T. sehr geringer Transparenz von Politik in der Öffentlichkeit zu Politik(er)verdrossenheit kommt, kann ich nachvollziehen - aber ich teile sie nicht. Ich bekomme statt dessen den Impuls, mich mit den Mitteln, die mir zur Verfügung stehen, einzumischen. Da ich nicht die Veranlagung zu einem Politikerleben habe, geht das nicht über "ich trete in eine Partei ein - welche eigentlich? -, mische den Laden auf, ellboge mich nach oben und lebe ein Leben in Öffentlichkeit und mit dem Zwang zur Selbstdarstellung". Aber es gibt andere Möglichkeiten. Ob es im persönlichen Bekanntenkreis anfängt (z.B. mit Gesprächen - und keinen Stammtischparolen), ob man sich mit dem geschriebenen Wort "einmischt" (journalistisch oder literarisch), ob man Initiativen/Vereine unterstützt, die die Inhalte vertreten, die einem in der offiziellen Politiklandschaft zu kurz kommen, bei Bürgerinitiativen mitmacht (was ich schon habe - und sie war erfolgreich :-)) - oder eben einfach wählen geht und damit sein Votum für zumindest eine bestimmte Richtung abgibt (und es existieren schon z.T. deutliche Unterschiede).

Ich finde es ein wenig merkwürdig, sich mit den Händen im Schoß zu beschweren.
Damit negiere ich nicht, dass es Phasen im Leben gibt, gerade bei hochsensiblen Menschen, in denen man nicht mal mit sich selbst zurecht kommt und daher keine Energie für etwas anderes hat. Dafür habe ich wirklich Verständnis. Für andere Zeiten allerdings sehe ich vor allem eins: das politische Geschehen betrifft das Leben jedes Einzelnen von uns. Es hat direkte Auswirkungen auf alles Mögliche. Eine Scheißegalhaltung ist daher auch irgendwie am eigenen Leben vorbei gedacht ...

Ach ja: Und für "Däumchen drehen" kassieren Politiker nicht: ein Politikeralltag ist in der Regel ganz schön hart. Daher braucht man dafür auch eine robustere Natur als HSPs sie in der Regel haben. Und nicht alle Politiker sind korrupt, eingefahren und was weiß ich noch Negatives - ich habe schon einige sehr, sehr engagierte PolitikerInnen kennengelernt. Und auch jenseits der "bad News", wenn man mal genauer hinschaut und sich informiert, erkennt man, dass verdammt viele eine Menge Einsatz zeigen, und das nicht nur für das eigene Wohl. Allein die Ausschussarbeit, Bürgerbetreuung, alles Mögliche. Abgesehen davon, dass Politik auf kommunaler Ebene wohl eher ein "Feierabendparlament" ist.

In der Politik zu arbeiten ist alles andere als ein geruhsamer Job. Politikern per se Däumchendrehen zu unterstellen ist genauso unreflektiert wie ein Herumhacken auf den "faulen Paukern", nur weil man in der eigenen Schulvergangenheit vielleicht den einen oder anderen schnarchigen, vom Schulalltag resignierten Lehrer hatte und vielleicht, so ganz geheim, neidisch ist auf 6 Wochen Sommerferien. Letzteres vermute ich ja ganz stark bei ein paar Kollegen von mir und bei meinem Vater, die sich ständig über "faule" Lehrer aufregen, denen es ja noch zu gut ginge. DIE möchte ich mal als Klassendompteure mit Dauermittelpunktsituation und mit ungemein großer Verantwortung erleben. :lol:

fragile
10.04.2004, 13:02
da unterstelle einer mal "unserer generation", sie sei politikverdrossen und nicht engagiert! ich finde, die bisherigen antworten deuten eher auf das gegenteil hin. und überhaupt: wir leben zwar nicht mehr in den revolutionären 60ern oder 70ern, aber das heißt noch lange nicht, man bilde sich heutzutage keine meinung mehr. ich kenne persönliche so einige junge leute, denen die innen- und außenpolitik nicht egal ist.
das wichtige ist einfach: nicht müde werden, niemals aufhören, etwas bewegen zu wollen...

Sensibler
10.04.2004, 14:43
Keetah, ich bin in allem ganz deiner Meinung.

wenn ich mir nicht ziemlich sicher wäre, daß ein mensch mit gerechtigkeitssinn dort nichts verloren hat, würde es mich reizen, in die politik zu gehen. euch auch?
Ich denke schon, dass ein Mensch mit Gerechtigkeitssinn in der Politik richtig ist. Notwendig ist allein, dass man trotz seines Idealismus realistisch bleibt. Lieber ein kleines Ziel anstreben, das man erreicht, als ein großes Ziel, das man nicht erreicht. Mich hat Politik immer schon interessiert. Mich würde es auch reizen, in die Politik zu gehen. Aber ich bin dafür einfach nicht der Typ, bin viel zu zurückhaltend. Und mit Reden und Interviews hätte ich auch Schwierigkeiten.

Sensibler
10.04.2004, 14:54
@Diana
Du sprichst mir aus der Seele. :)

Ich gehe IMMER wählen. Denn, wie heißt es so schön: Jede Stimme zählt - und jede nicht abgegebene Stimme nützt letztendlich denen, die man am allerwenigsten an der Macht haben möchte. Da ist etwas Wahres dran.
Sehe ich genauso. Ich habe schon in den Jahren zuvor ungeduldig darauf gewartet, dass ich mit 18 endlich zum ersten Mal an der Bundestagswahl teilnehmen durfte.

Ein gewisses Problem habe ich mit ALLEN deutschen Parteien. Meine persönliche Ansicht ist ein Patchwork aus (fast) sämtlichen Partei"ansichten" (natürlich nicht aus dem Rechtslager!), manchmal wie verhext. Und da es meist ja nicht nur an den Parteien an sich, sondern vielmehr an deren aktuellen "Feldwebeln" hängt, was für eine Politik gemacht wird, empfinde ich es als noch komplizierter.
Geht mir exakt genauso.

Ich finde es ein wenig merkwürdig, sich mit den Händen im Schoß zu beschweren.
Dito. Mir ist schon gefallen, dass sich in der Regel diejenigen am meisten beschweren, die am wenigsten tun.

Ach ja: Und für "Däumchen drehen" kassieren Politiker nicht: ein Politikeralltag ist in der Regel ganz schön hart.
Diese Vorwürfe sind in der Regel nichts weiter als dumme Stammtischparolen. Und was die Lehrer angeht: Dito.

Eros
10.04.2004, 15:14
Hallo zusammen,

ich finde das Desinteresse in der Politik ist auch damit begründet, dass es uns Deutschen in der Vergangenheit zu gut gegangen ist. Jeder hatte genug Geld um sich etwas zu essen kaufen zu können, musste nicht hungern. Sollten wir in Brasilien leben, wo Kinder in Rio hungern, hätten wir eine andere Haltung zur Politik. Da sagen die Menschen, mensch geht es den Deutschen gut. Politikverdrossenheit hat für mich auch etwas mit Kultur zu tun. Ich glaube in einem Land wie Brasilien wäre für diese Verhältnisse wahrscheinlich die Verdrossenheit der Politik nicht zu hoch. Bei uns sidn die Erwartungen an die Politik und deren Vertreter manchmal absurd zu hoch.

Tendus

Michael Jack
10.04.2004, 15:18
Hallo zusammen.

Ich bin absolut kein Profi-Politiker, aber spiele seit einigen Jahren das Spiel in verschiedenen Rollen mit. Genauer gesagt habe ich an so manchem Wahlkampf teilgenommen, war auch mal im harten Kern eines Wahlkampteams eines BuTa-Kandidaten und bin zur Zeit hochschulpolitisch in Führungsposition ziemlich aktiv.

Fazit: Man muss sich eine Menge anhören, viel heucheln, viele Kröten schlucken und immer mit sich selbst kämpfen, nicht zynisch zu werden.

Schönes Beispiel aus jüngster Zeit ist das Thema Studiengebühren. Man kandidiert, um an der eigenen Uni die studentische Selbstverwaltung anders zu machen als bisher. Einfluss auf Studiengebühren in dieser Funktion (Ländersache): Null komma garnix.
Trotzdem wird man im Wahlkampf ständig gefragt: Wie stehst du denn zu Studiengebühren? Was soll man da sagen: Dass man keinen Einfluss darauf hat? Sätze wie: "Ich bin nicht zuständig" sind ja irgendwie auch doof.
Oder: man wird bei einer Bundestagswahl auf Bildungspolitik (Ländersache) angesprochen, bei der Kommunalwahl auf makroökonomische Wirtschaftspolitik.

Ich persönlich (CDU-Mitglied) finde es super-unfair, wie die SPD auf Kommunal- und Länderebene so abgestraft wird für die angeblich schlechte Politik der Bundesregierung. Es gibt unzählige sozialdemokratische Landes- und Kommunalpolitiker, die harte Arbeit geleistet haben für ihr Land und für ihre Stadt und nun abgewählt werden, weil eine völlig andere Politikebene, auf die sie keinen Einfluss haben, etwas tut, was dem Wahlvolke nicht gefällt. Eigentlich braucht man unter solchen Voraussetzungen teilweise gar keinen Wahlkampf machen - ist ja eh irrelevant.

All das ist ja noch harmlos, verglichen mit so göttlichen Geschichten, die parteiintern kusieren: Jener berühmte Herr, der zu den benachbarten Sozialdemokraten ging und sagte: "Ich find' den Kohl gut, ich wähl' euch wieder" ist die Spitze des Eisbergs. Mich meinte mal ein guter Mann über die Laschheit des modernen Strafvollzugs aufklären zu müssen: "War nicht alles schlecht, was der früher gemacht hat". Sowas sind so die Sahneerlebnisse im Politalltag - nur: Soll man da ernsthaft über doppelte Mehrheiten im Verfassungsentwurf für die EU diskutieren?


Nächstes Thema: Differenzierte Betrachtungsweisen. Ich habe mich zwar für eine Partei entschieden, das heißt aber noch lange nicht, dass 100% dessen, was wir machen, supertoll und 100% von dem, was die anderen machen, der letzte Mist ist. Was viele nicht wissen: ca. 90% aller Parlamentsentscheidungen sind zwischen den großen Parteien unstreitig. In einigen Punkten ist man (objektiv betrachtet in lächerlichen Nuancen) unterschiedlicher Ansicht, erkennt aber die Argumente der Gegenseite häufig als berechtigt an.
Nur: sowas kann man nicht sagen. Wenn man in der Öffentlichkeit auftritt und sagt: Eure Argumente sind ja kein Quatsch, nur sind wir eben in dem und dem Punkt anderer Ansicht, wird man mit Unverständnis konfrontiert. In großen Teilen der Bevölkerung ist ein undifferenzierter Ärger über die Verhältnisse da, und wenn man den selbst nicht in einer blödsinnigen und oberflächlichen schwarz/weiss-Malerei artikuliert dann laufen die Menschen eben Parteien zu, die das tun.
Hinter den Kulissen läuft das alles natürlich anders ab, aber vordergründig muss man eben auf Antagonismus machen.

Nächstes Problem: Soll man vernünftig handeln? Soll man das tun, was man für richtig hält, auch wenn es unpopulär ist? Konsequenz ist die Abwahl. Zu glauben, das sei nur ein Vermittlungsproblem, wenn die Politiker harte Maßnahmen vernünftig verkauften würden sie auch gewählt werden... naja. Macht mal ein paar Wochen Straßenwahlkampf, dann reden wir weiter.

Nächsten Problem: Mehrheitsbeschaffung. Wenn man sich denn entschieden hat, eine bestimmte Politik zu vertreten, wie kriegt man sie durch? Solange man kein Platzhirsch in den Front-benches ist, hat man sowieso schlechte Karten. Aber selbst wenn man vorne sitzt, ist es auch nicht einfach. Wir haben alle mal im Sowi-Unterricht den Gang des Gesetzgebungsverfahrens mitgemacht. Erstmal muss man in der eigenen Partei ne Mehrheit finden, dann geht das ganze in den Koalitionsausschuss, dann kommen die Parlamentsberatungen, in denen Lobbyisten ihr Wörtchen mitzureden haben, dann kommts an den Bundesrat, wo rein zufällig die Opposition die Mehrheit hat, weshalb die Sache durch den Vermittlungsausschuss muss... Am Ende kommt etwas heraus, was mit der ursprunglichen Geschichte nicht viel zu tun hat, was verwaschen und häufig ziemlicher Mist ist aber besser als garnichts..
..und das muss man dann in der Öffentlichkeit als Jahrhundertreform verkaufen, weil ja schließlich mit der Relativität aller Dinge keine Wahlen gewonnen werden können.

Sag die Wahrheit und du hast keine Chance. Du darfst keine Interessengruppe verprellen, weil du sonst keine Mehrheit mehr kriegst. Du musst die unterschiedlichen Flügel deiner eigenen Partei zufriedenstellen, weil sonst gegen dich geputscht wird, du musst Lobbyisten bei Laune haben, weil du sonst deinen Wahlkampf nicht mehr finanziert kriegst, und dann kommen auch noch die polemischen Attacken, Diffamierungskampagnen und eine Öffentlichkeit, die sich über irrelevantes Zeug aufregt.

Man braucht wirklich ne Rossnatur, um das alles durchzustehen. Wirklich nichts für HSPs. Rolling Eyes


Tja, das war jetzt ne Mischung aus Frust und was_ich_immer_schonmal_gesagt_haben_wollte. Veröhnend sei gesagt, dass es trotz allem noch Spass macht und sinnvoll ist, politisch aktiv zu sein. Nur man wird nach einer Zeit recht realistisch und nüchtern, was so die eigenen Möglichkeiten angeht.

m.g./M.J.

Vienne
18.04.2004, 01:34
politik interesse durchaus da
wenngleich ich es oft für müssig halte
ich kann nur von der öst. politik sprechen
wobei zu sagen ist, dass sich rotgrün in deutschland nun besonders schwer tut, das liegt aber auch an den wirrnissen der zeit

zur letzten nationalratswahl hab ich mich sehr grün engagiert
heuer bei der präsidentenwahl bin ich aber sehr für die konservative kandidatin benita

Vienne
18.04.2004, 01:34
politik interesse durchaus da
wenngleich ich es oft für müssig halte
ich kann nur von der öst. politik sprechen
wobei zu sagen ist, dass sich rotgrün in deutschland nun besonders schwer tut, das liegt aber auch an den wirrnissen der zeit

zur letzten nationalratswahl hab ich mich sehr grün engagiert
heuer bei der präsidentenwahl bin ich aber sehr für die konservative kandidatin benita

funzte nicht mit der schnelleingabe - daher leider doppelt

Eiskristallin
18.04.2004, 03:51
für benita? ich würd sie niemals wählen...

Dreamy11
18.04.2004, 04:52
WÄHLE FÜR NIEMANDEN...ADE POLITIK! :x :x :( :( :cry: :(

Eiskristallin
25.04.2004, 13:08
heute ist bundespräsidentenwahl in österreich. hoffentlich gewinnt nicht das grinsegesicht. ich brauch echt keine weitere stärkung der övp. *hoffhoff*

Vienne
25.04.2004, 14:30
ich bin zwar nicht övp
hab mich aber in das charismatische 'grinsegesicht' quasi verliebt, wenn man das in dem zusammenhang überhaupt sagen kann
und sie gewählt.
für stärkung schüssels bin ich auch nicht
aber besser als ein grauer apparatschik ist unsre benita allemal
gwinnen wird dennoch er, doch ist er kaum gegengewicht zu unserer blauschwarzen regierung
wenns nämlich happig wird, bunkert sich der apparatschik ein und sieht keinen handlungsbedarf - ist für ihn bezeichnend: schon kreisky meinte das.

Eiskristallin
25.04.2004, 15:45
igentlich hätten wir uns absprechen könnem, vienne, und hätten beide nicht zur wahl zu gehen brauchen. selbes ergebnis, mühen gespart ;-)

Eiskristallin
25.04.2004, 17:56
welch ein herrlicher tag :-) ich glaube, das ist das erste mal, seit ich wöhlen gehen darf, daß derjenige gewinnt bzw die partei, die ich wollte.

Eros
25.04.2004, 21:16
@ keetah

Freu dich


Tendus

Vienne
25.04.2004, 21:45
für mich wars obligatoire sie zu wählen
komme eben von der letzten wahlkampfveranstaltung
und hab sie ganz nah gesehen, benita:
eine wirklich tolle beeindruckende frau
gut dass sie trotzdem wenigstens im aussenministerium bleibt

Eiskristallin
25.04.2004, 22:53
schade. ich hätt sie gern in brüssel gesehen, wo sie schön weit weg wäre
;-)

Dreamy11
26.04.2004, 03:30
Denke das zu wenig Frauen in der Politik sind...bzw. zu wenig Sensible ist gemeint...Diese *amerikanisierte* Gesundheitsreform hier ist echt das Letzte...10 Euro/Quartal/Doktor...*Die haben echt die kein Herz für Sozialschwache... :( :? :? :cry: :(

Auch Sensible sollen in der Politik vertreten sein...Sensible haben mehr Herz... :)

Eros
01.05.2004, 17:46
Hallo zusammen,

geht ihr regelmässig wählen? ich war bislang bei jeder Wahl gegangen.


Tendus

fragile
01.05.2004, 19:50
ich war bislang auch immer wählen (oh, ich liebe es schon fast!).
wobei diese gelegenheiten alles andere als zahlreich waren, aber ich bin ja noch jung :D

Sensibler
03.05.2004, 21:48
ich war bislang auch immer wählen (oh, ich liebe es schon fast!).
Ja, ich auch.

Dreamer
11.01.2008, 11:13
Ich bin immer wieder erstaunt wie wenig Beachtung hier das aktuelle Tages bzw Zeitgeschehen auf sich zieht. Es wird Tage und Wochenlang über ein Rauchverbot diskutiert, daß eh schon durchgewunken wurde und sich nicht mehr ändern wird. Hingegen finden aktuelle Geschehnisse hier kaum oder gar keine Beachtung.

Der tragische Tod Benazir Bhuttos; Die US Präsidentschaftswahlen; Die EU Osterweiteung; undemokratische Wahlen; Die Unruhen in Kenia; Die aktuellen deutschen Debatten (z.b. Jugendgewalt)

Geht das alles an euch vorbei? Beschäftigt ihr euch nur mit euch und eurem Umfeld? besteht kein Interesse am weltweiten Geschehen? Das Interessiert mich einach.

tibidabo
11.01.2008, 11:16
Das stimmt, dass politisches Tagesgeschehen hier nur wenig Anklang findet.

Ich selbst beschäftige mich schon damit, bin aber komischerweise auch bisher nicht auf die Idee gekommen, diesbezügliche Threads zu eröffnen...

laloflitz
11.01.2008, 11:26
Der tragische Tod Benazir Bhuttos;

das z.b. hat mich persönlich sehr erschüttert.

aber, hm, ich will nicht sagen, dass ich "politikverdrossen" bin, aber ich habe gar nicht die zeit, mich intensiv mit politik zu befassen (zwei kleine kinder :eek:); ich bekomme vieles nur am rande mit, aber das reicht mir im moment auch. ich finde politik auch nicht so interessant, dass ich mich da wirklich intensiv mit beschäftigen möchte, da ist mir anderes wichtiger.
ich habe zwar schon meine grundsätzliche meinung in vielem (das finde ich auch wichtig) und spreche auch mit meinem mann über politische angelegenheiten, aber für mich gibt es im moment wichtigere dinge, über die ich mich z.b. hier im forum austauschen möchte, zumal politikdiskussionen sehr schnell, naja, heiß werden können, und ich bin da sehr schnell auf 180. :o ist bei mir im moment einfach ein selbstschutz, ich will meine ohnehin angegriffenen nerven da ein bisschen schonen...

mimi.
11.01.2008, 11:44
mich würde interessieren, ob ihr euch für politik interessiert.
nein, ehrlich gesagt: nicht sonderlich.
(aber ich hab grad mae-mäßig notgedrungen viel damit zu tun, muß viel darüber lesen)

Anakin
11.01.2008, 11:56
Geht das alles an euch vorbei? Beschäftigt ihr euch nur mit euch und eurem Umfeld? besteht kein Interesse am weltweiten Geschehen? Das Interessiert mich einach.

Um über solche Sachen sinnvoll reden zu können bedarf es eines gewissen Hintergrundwissens, denke ich. Ich interessiere mich für vieles was so auf der Welt passiert und versuche auch einigermaßen auf dem aktuellen Stand zu bleiben, nur reicht das so gesammelte „Wissen“ nicht aus um großartig darüber reden zu können. Innerpolitische Machtkämpfe um Wählerstimmen und das ganze Parteiengezänke hierzulande interessieren mich nicht so.
Es mag viele geben die fehlendes Hintergrundwissen nicht stört und die einfach ihre was weiß ich wie gebildete Meinung vehement vertreten, ist nur nicht so mein Ding. Mal abgesehen davon stimmt Lalofitzs Meinung das sich solche Themen schnell hochfahren können.

Ach übrigens, das sich das Rauchverbot eventuell in Teilbereichen nicht mehr ändern wird, steht glaub ich noch nicht fest:cool: .

laloflitz
11.01.2008, 12:48
Um über solche Sachen sinnvoll reden zu können bedarf es eines gewissen Hintergrundwissens, denke ich. Ich interessiere mich für vieles was so auf der Welt passiert und versuche auch einigermaßen auf dem aktuellen Stand zu bleiben, nur reicht das so gesammelte „Wissen“ nicht aus um großartig darüber reden zu können. Innerpolitische Machtkämpfe um Wählerstimmen und das ganze Parteiengezänke hierzulande interessieren mich nicht so.
Es mag viele geben die fehlendes Hintergrundwissen nicht stört und die einfach ihre was weiß ich wie gebildete Meinung vehement vertreten, ist nur nicht so mein Ding.

ja, das unterschreib ich. mir fehlten eben irgendwie die worte, es so auszudrücken.

mimi.
11.01.2008, 13:10
geht mir auch so. ich mag "halbseidenes geschwätz" nicht. wenn ich mich mit etwas nicht gut auskenne, rede ich lieber nicht mit.

Dreamer
11.01.2008, 13:19
das z.b. hat mich persönlich sehr erschüttert.

mich auch. Sie war, meiner Meinung nach, eine sehr starke und beeindruckende Persönlichkeit.

@Anakin

An dem was du schreibst ist natürlich was dran. Allerdings bemühe ich mich ein gewisses Hintergrundwissen über ein Thema zu erlangen, bevor ich mir eine Meinung bilde. Deshalb traue ich mir schon zu etwas fundiertes zum einen oder anderen Thema beitragen zu können. Außerdem lasse ich mich gern eines besseren belehren, wenn jemand interessante und gute Argumente bringt. Es ist doch sehr interessant einfach mal Meinungen und Ansichten auszutauschen. Selbst wenn wir keine experten sind.

cryingflannel
11.01.2008, 13:45
Ich bin immer wieder erstaunt wie wenig Beachtung hier das aktuelle Tages bzw Zeitgeschehen auf sich zieht. Es wird Tage und Wochenlang über ein Rauchverbot diskutiert, daß eh schon durchgewunken wurde und sich nicht mehr ändern wird. Hingegen finden aktuelle Geschehnisse hier kaum oder gar keine Beachtung.

Der tragische Tod Benazir Bhuttos; Die US Präsidentschaftswahlen; Die EU Osterweiteung; undemokratische Wahlen; Die Unruhen in Kenia; Die aktuellen deutschen Debatten (z.b. Jugendgewalt)

Geht das alles an euch vorbei? Beschäftigt ihr euch nur mit euch und eurem Umfeld? besteht kein Interesse am weltweiten Geschehen? Das Interessiert mich einach.


doch! das alles interessiert mich sehr und ich bin ein ausgesprocehn politischer mensch.

allerdings diskutiere ich diese themen meist bereits ausführlich im RL und ich finde auch, dass politische themen auf grund des oft hohen emotionalen beigeschmacks virtuell viel schweiriger vernünftig zu behandeln sind, als im RL. dennoch würde ich mich auch hier am board gerne an mehr politischen themen erfreuen!

Rogue
11.01.2008, 14:30
Hingegen finden aktuelle Geschehnisse hier kaum oder gar keine Beachtung.

Ich vermute, daß das fast schon wieder HSP-typisch sein könnte:

wenn man/frau sich einmal anschaut, über was für Themen hier diskutiert wird, so sind dies fast ausschließlich Themen die einen persönlich betreffen.

"Größere Politik" kommt hier kaum vor.


Zudem kommt noch hinzu, daß hier der Anteil an Frauen recht hoch zui sein scheint (im Forum), und ich kenne *sehr* wenige Frauen, die tatsächlich interesse an Politik(-diskussionen) haben.

Ich habe manchmal den Verdacht, daß sich nur Männer für Politik interessieren.
Zumindest solche Politik, die einen nicht persönlich betrifft.

Schmetterlin
11.01.2008, 14:43
...

die sägefischin
11.01.2008, 15:24
ich bin ein politisch interessierter, politisch denkender mensch - ich diskutiere gerne politische themen - gehe zu veranstaltungen, vorträgen etc.
und meiner ansicht nach gibt es auch keine "unpolitischen" menschen - es gibt m.e. überhaupt kein "unpolitisch", ich halte es da mit dem slogan der frauenbewegung in den 70ern "das private ist politisch - das politische ist privat"
nicht gerne hingegen diskutiere ich sowohl online als auch im echten leben auf cdu-roland-koch-stammtisch-niveau!!


(ich könnte hier ellenlang schreiben, aber ich bin schon wieder aufm sprung)

cryingflannel
11.01.2008, 15:35
nicht gerne hingegen diskutiere ich sowohl online als auch im echten leben auf cdu-roland-koch-stammtisch-niveau!!

*unterschreib*

Elian
11.01.2008, 15:36
ich bin ein überhaupt nicht politisch denkender Mensch, ich seh immer mehrere Seiten einer Sache und kann mich nicht wirklich auf eine Seite stellen, und für diese "kämpfen".

Das heisst allerdings nicht, dass ich mich nicht für Politik interessiere!

Aisha
11.01.2008, 15:57
Ich gehör zu den Frauen, die sich schon immer für Politik und Weltgeschehen interessierten. Politik betrifft mich immer und geht mich immer persönlich etwas an als Weltenbürger. Da wenn es um politische Themen geht, die Meinungen meist schon vor der Diskussion gemacht sind (auch von mir :D), halte ich das "disukutieren" meist für sinnlos. Handeln bringt mehr.

LG Aisha

irishpub
11.01.2008, 17:08
In normalen "Stammtischgesprächen" unter Verwandten und Kollegen, fällt es ja nicht so auf, wenn man sich nicht über politische Themen äussert. Ein "wie siehst Du das?" (wird eh sehr selten gefragt) kann man ja antworten "Du, damit habe ich mich noch nicht befasst." oder "Ach, sollen die machen was sie wollen."

Anevay
11.01.2008, 17:26
Geht das alles an euch vorbei? Beschäftigt ihr euch nur mit euch und eurem Umfeld? besteht kein Interesse am weltweiten Geschehen? Das Interessiert mich einach.

Hallo Dreamer,

wie kommst Du darauf es geht an den Menschen hier vorbei?

Wäre es hier ein Politikforum und keiner äussert sich, könnte ich deine Fragen noch nachvollziehen, aber so? :confused:

Lieben Gruß,
Susann

Anakin
11.01.2008, 17:41
Allerdings bemühe ich mich ein gewisses Hintergrundwissen über ein Thema zu erlangen, bevor ich mir eine Meinung bilde. Deshalb traue ich mir schon zu etwas fundiertes zum einen oder anderen Thema beitragen zu können. Außerdem lasse ich mich gern eines besseren belehren, wenn jemand interessante und gute Argumente bringt. Es ist doch sehr interessant einfach mal Meinungen und Ansichten auszutauschen. Selbst wenn wir keine experten sind.

Ich will dir ganz sicher nicht deine Kompetenz absprechen. An für sich stimmt das was du schreibst schon und so wie aussieht teilen ja auch viele hier deine Meinung bzw. sind an einem Austausch interessiert. Fände es auch ganz interessant hier mal verschiedene Sichtweisen über ein bestimmtes politisches Thema zu lesen. Meinungen und Ansichten auszutauschen ohne sich dabei komplett in die Wolle zu kriegen ist an für sich nie etwas verkehrtes, bleibt die Hoffnung dass dieses auch realisierbar ist.

gogol
12.01.2008, 00:47
Ich interessiere mich nicht für Politik, schaue fast nie Nachrichtensendungen, höre nur zufällig gelegentlich Radionachrichten, lese selten Tageszeitungen und dann jedenfalls nicht den Politikteil. Damit komme ich sehr gut zurecht. Ich bin froh, dass es wenigstens einmal ein Thema gibt, das ich guten Gewissens ausklammern kann. Mir fehlt da nichts.

Theresa
12.01.2008, 12:31
Natürlich interessiere ich mich für Politik, auch für die aktuelle. Die ganze Komplezität ist erschreckend und man macht sich seine Gedanken, komm mit vielem nicht klar. Erschreckend finde ich auch, wie schnell immer wieder über bestimmte Themen diskutiert wird, und morgen ist schon wieder was anders top.
Was die Jugendkriminalität angeht, könnte es nicht daran liegen, dass die Präventionsmaßnahmen gestrichen wurden? Das A und O ist nun mal Prävention!

Mila
13.01.2008, 13:19
amerikanischer humor (http://empfindsam.de/showpost.php?p=57616&postcount=108),
zu den präsidentschaftswahlen:

"How come we choose from just two people to run for president and 50 for Miss America?"

laloflitz
13.01.2008, 15:11
Ich verstehe zwar, daß sich viele gern Aufregung ersparen möchten, aber...
Ich lebe nun mal nicht im Jetzt, sondern im Bereich 5000 (vorchristlich) bis ca. 2020 (nachchristlich). Geschichte und Politik wiederholen sich in erschreckender Weise!

das finde ich interessant, dass du das schreibst. ich finde es auch sehr wichtig, bei aktueller politik das gesamthistorische bild nicht aus den augen zu verlieren, denn die wurzeln all dessen, was heute "ist", liegen sonstwo und ziehen sich quer durch die jahrhunderte.
mein mann ist historiker und hat dadurch in meinen augen einen geschärften blick, was die politik angeht, und ich bin immer wieder erstaunt, wie man da durch die jahrhunderte wühlen kann, ohne dass es verstaubt und "von gestern" ist.

Anevay
13.01.2008, 15:37
Ich verstehe zwar, daß sich viele gern Aufregung ersparen möchten, aber...
Ich lebe nun mal nicht im Jetzt, sondern im Bereich 5000 (vorchristlich) bis ca. 2020 (nachchristlich). Geschichte und Politik wiederholen sich in erschreckender Weise!

Ja eben! Das IST erschreckend, auch das die destruktiven und menschenverachtenden Kräfte offenbar dazulernen. :eek:

Lieben Gruß,
Susann

Xamenos
13.01.2008, 16:08
Ich bin immer wieder erstaunt wie wenig Beachtung hier das aktuelle Tages bzw Zeitgeschehen auf sich zieht. Es wird Tage und Wochenlang über ein Rauchverbot diskutiert, daß eh schon durchgewunken wurde und sich nicht mehr ändern wird. Hingegen finden aktuelle Geschehnisse hier kaum oder gar keine Beachtung.

Der tragische Tod Benazir Bhuttos; Die US Präsidentschaftswahlen; Die EU Osterweiteung; undemokratische Wahlen; Die Unruhen in Kenia; Die aktuellen deutschen Debatten (z.b. Jugendgewalt)

Geht das alles an euch vorbei? Beschäftigt ihr euch nur mit euch und eurem Umfeld? besteht kein Interesse am weltweiten Geschehen? Das Interessiert mich einach.

Also, diesen "Schuh" ziehe ich an.. Reden über Politik.. Wenn man über Politik redet - warum tut man dies?
Einfach so, um zu plaudern? "Nur", um seine Meinung zu einem Thema zu äußern? Aus Lust und Laune? Weil man gerade "sprechen" will?
Oder ist man ernsthaft engagiert und es liegt einem viel daran, etwas zu ändern oder zu einer Änderung, zur Meinungsbildung wenigstens einen eigenen, bescheidenen Beitrag zu leisten - uns sei es der, dass vielleicht der eine oder andere in diesem Forum über das Gesagte nachdenken bzw. dass man selber darüber nachdenkt?
Sicherlich gibt es auch andere Gründe, warum man sich an dieser Stelle zu etwas äußert oder es nicht tut..

Politik... Viele Jahre lang habe ich das politische Geschehen hierzulande und auch auf der Welt verfolgt.. Politische Kommentare, Pro und Contra rauf und runter gelesen.. mir Gedanken gemacht... Es dauerte lange bei mir - sehr lange.. bis ich kapierte - dafür aber gründlich : Die meisten Politiker sind für diesen Job nicht gerade die besten, nein, das ist nicht richtig ausgedrückt: Es sind - meistens - die falschen, die in die Politik gehen oder, es sind die falschen, die es dort zu einem Erfolg bringen - inkl. der meisten Abgeordneten..
Das ist aber nicht alles.. Denn, es ist nur wahr, man hat in der Tat die Politiker, die man gewählt hat.. Das Problem, das sind meines Erachtens wir selbst.. Mehr oder weniger alle oder, fast alle (ich mit).. So, wie wir leben (wollen), so haben wir eben diese Politiker.. Wir wollen doch möglichst viel Wohlstand. d.h. soundsoviel Geld usw.. Dieses System insgesamt, mit all seinen Institutionen, mit der Arbeitswelt, der Abhängigkeit von der Wirtschaft.. das alles wollen wir nicht ändern.. "Arbeitsplatz" ist heutzutage das, was im Mittelalter die Kirche war..
Politik ist in meinen Augen zur "Interessenverwaltung" verkommen.. Es wird "verteilt".. Geld, Macht, Wohlstand, Bildung..
Die Gesellschaft ist - in weiten Teilen - krank, unmündig und denkt - in ihrer überwältigenden Mehrheit - hauptsächlich an eines: Mehr oder weniger gesicherter Wohlstand.. wobei die einen auch schon mit 1000 Euro zufrieden sind, während andere mehr oder weitaus mehr wollen, erstreben..
Die Tiere im Wald müssen fressen, um zu überleben.. Wir aber? Wie leben wir eigentlich?
Ich betone noch einmal deutlich: Ich spreche nicht von allen, aber von der überwältigenden Mehrheit. Diese Mehrheit meine ich, wenn ich "wir" sage.. Wer sich dort nicht findet: Schön! Leider viel zu wenig (in der Anzahl).
Parteien.. Ach! *Lach*
Natürlich gibt es auch in den Parteien einige, die wirklich menschlich sind.. Die wirklich dem Menschen "dienen" wollen in erster Linie.. Doch, doch, die gibt es tatsächlich.. Aber was sollen nur ein paar ausrichten - vor allem aber, wenn die Mehrheit der Gesellschaft eher ein "Weiter so" will? Und diese paar wenigen leisten dennoch Wichtiges - in ihrem meistens bescheidenen Einflussbereich.. Immerhin..

Das "System", das sind wir ("wir"=siehe oben).. Und solange wir daran nichts ernsthaft ändern wollen?
Dieses System ist von Grund auf falsch.. Unsere Kultur ist eine in weiten Teilen kranke "Kultur".. Natürlich haben wir die passenden Politiker - gar keine Frage.. sie passen sogar sehr.
Und wir drehen uns im Grunde im Kreis.. Seit Jahrzehnten - und länger.. Über die Ursachen von Misständen redet man nur außerhalb der Politik, denn die Politik, also im Grunde wir, ist nicht bereit, umzudenken.. Über allem steht das heilige Wort "Arbeitsplatz", "Arbeitsplatzverlagerung ins Ausland", "Bezahlbarkeit" (also Verteilung der Mittel) etc.. Wir sind Gefangene unserer eigenen, in weiten Teilen der Bevölkerung falschen Lebensweise..

Ein Beispiel nur: Die z.Z. sehr viel diskutierte Jugendgewalt.. 10 oder 15 Jahre Gefängnis.. Koch.. Will von den Politikern, die dazu etwas sagen, auch nur einer/eine sich mal ernsthaft und gründlich um die Ursachen kümmern?
Und: Konsequenzen daraus ziehen? Nein, natürlich nicht.. Warum? Weil es ein Thema ist, was die ganze Gesellschaft tangiert und nur wenn die ganze Gesellschaft bereit und willig wäre, sich mit dem Thema - was bedeuten würde, auch mit sich selbst, mit seiner Art zu leben insgesamt - ernsthaft auseinander zu setzen. Das wollen aber die allermeisten nicht.. Man schiebt das Problem ab.. Experten, die Zuständigen usw. sollen sich darum kümmern.. Und, und das ist der Punkt: Hauptsache, ich muss selbst keine Opfer bringen! Das, was auch immer man (die Zuständigen, die Politiker usw.) beschließt, Hauptsache ich kann genauso weiter leben wie bisher.. Das, was mit den Jugendlichen geschieht und geschehen wird, darf mein Leben keinen Millimeter ändern..
Und das ist die Haltung bei den allermeisten Problemen!

So gesehen sind diese Politiker dafür da, all dies irgendwie für uns zu regeln und Hauptsache, wir haben am Monatsende das gleiche Gehalt auf dem Konto.. Jedenfalls darf es da keine allzu großen, spürbaren Bewegungen nach unter geben.. Denn, das wissen die Politiker sehr gut: Sonst werden sie bestraft..
So heucheln sie uns ständig irgendetwas und wir beklatschen die einen und beschimpfen die anderen.. Das ist der Zustand.. überspitzt, aber dennoch allzu wahr..

Und jetzt? Spreche ich dafür, dass es keinen Sinn macht, über Politik zu reden? Ja und nein.. Es hat den Sinn, den man ihr gibt.. Wie ich oben ein wenig versuchte darzulegen..

Sicherlich wäre es enorm wichtig - man kann es nicht überbetonen -, dass Menschen in die Politik gehen, die durch und durch menschlich sind.. die sich fragen, warum man lebt, Menschen, die der Liebe fähig sind, des Mitgefühls... Menschen, die nicht darauf angewiesen sind, Macht zu erlangen.. Die gibt es.. aber viel zu wenige..
Und ich selbst bin ja auch zu bequem, mich irgendwie zu engagieren; so kann ich schlecht gegen andere wettern, dass sie es nicht täten..
Und so geht es vielen - wir lassen über uns bestimmen..

Trümmerfeld
14.01.2008, 17:13
Das, was Du beschreibst, ist Ausdruck von Politkverdrossenheit, Xamenos. Ein Gefühl der Ohmmacht und Lähmung; eine Lähmung, die sich irgendwann auch im Denken niederschlägt. Man erlahmt zusehens innerlich und wird desinteressiert, wenn der eigene, direkte Einfluss auf das zu bewegende Geschehen nur gering oder gar nicht vorhanden ist.

Dennoch habe ich nicht das Gefühl, dass die Mehrheit untätig ist - weder im Geiste noch auf der Straße. Ich denke, dass jede Generation ihre "68er-Phase" hat. Jede junge Generation rebelliert, wirft um, kämpft gegen etwas etabliertes oder ihr als ungerecht Erscheinendes. Die 1968er kämpften gegen die überkommen Werte aus Kirche und Bürgertum und für Gleicheberechtigung der Geschlechter. Die darauffolgende Generation nahm den Kampf gegen die Atomkraft auf, und wir bekämpfen die Unterwanderung und Privatisierung unserer Sozial- und Bildungssysteme durch eine Handvoll Weltkonzerne und die aufkommende Totalüberwachung durch staatliche Stellen. Was alle Generationen eint, ist wahrscheinlich der Kampf um ein jeweils unabhängiges Denken, denn nur unabhängiges Denken garantiert letzendlich unabhängiges Sein. Wir werden also immer wieder eine Jugend erleben, die auf die Straße geht, und laut und z.T. auch gewaltsam auf ihr Unabhängigkeitsbestreben aufmerksam machen will.

Nun fragt einer vielleicht mit Recht wovon sich die Jugend von heute denn noch befreien wolle, hat sie doch mehr Rechte und Freiheiten, als jede andere vor ihr. Das stimmt insoweit, als dass man zugeben muss, dass wir tatsächlich viel mehr "dürfen" und auch "haben" als die Generationen vor uns. Gleichzeitig obliegen wir aber auch anderen Zwängen, auf welche wir keinen Einfluss mehr haben. Den klassischen Arbeitsplatz gibt es z.B. längst nicht mehr. Wo unsere Väter noch tagein tagaus im VW-Werk geschuftet haben, immer am selben Standort, immer zu gleichen Zeiten, sind vorbei. Die klassischen Millieus werden von den neuen, globalisierten Arbeitsbedingungen und Arbeitsprozessen aufgebrochen. Wir sind zu einer Dienstleistungsgesellschaft geworden. Die Pizza kommt jetzt nur noch, wenn wir Hunger haben. Es wird nicht mehr auf Vorrat gebacken oder gekauft. Leistung auf Abruf und Arbeitseffizienz sind das absolute Prinzip. Das hat viele Menschen ab Anfang der 90er erstmal arbeitslos gemacht. Und auch akademische Bildung garantiert nicht mehr immer ein Verweilen im Mittelstand oder der Oberschicht. Bei Menschen mit geringerer Bildung reicht ein Job oft nicht mehr aus. Familienbilder wandeln sich bedingt durch den Arbeitsalltag. Die Patchworkfamilie ist, denke ich, nur ein Symptom der veränderten Leistungs- und Lebensbedingungen. Es gibt für uns heute viel weniger (soziale) Sicherheiten.

Heute haben wir zwar viel leichter Zugriff auf Medien und Meinungsbildungsinstitutionen, viel entscheidender aber ist: diese Institutionen haben Zugriff auf uns! Und zwar jederzeit und fast überall. Sie sind durch TV, Internet und Radio so präsent wie noch nie. Sie üben Druck aus. Sie formen unsere Meinungen. Das wäre alles nicht so schlimm, wenn diese Institutionen vielfältigere Eigner hätten. Tatsächlich aber bestimmt eine kleine, elitäre Gruppe von Menschen unseren Zugang zu Informationen. Springer und Bertelsmann sind nur zwei dieser meinungsbildenden Konsortien, die über ungeheure mediale Machtkonzentration verfügen. Sie beeinflussen (lies: korrumpieren) die öffentliche Wahrnehmung und die Politik An dieser Stelle seien einmal zwei Links empfohlen:

http://www.anti-bertelsmann.de/
http://anti-b.de/

Der Kampf von heute, ist der Kampf um freie Informationsnetzwerke!

Wo ich bei Korrumpieren bin: Unsere Politker empfinde ich nicht als korrupter oder unmenschlicher, als jeher. Es stimmt aber, wenn Du, Xamenos, sagst, das kaum einer von ihnen für das Amt geeignet ist. Doch wer ist das schon? Macht und Einfluss sind eben das Feuer, an dem man sich nur allzu leicht verbrennen kann. Wer kann schon von sich behaupten, ohne Schaden zu nehmen, durchs Feuer zu laufen? Wer bleibt bei all den Versuchungen und Möglichkeiten, persönliche Vorteile zu ziehen, integer? Wahrscheinlich gehen sie alle sogar voller guter Ideale in die Politik, und geben alsbald enttäuscht und müde dem comme-il-faut nach.

Natürlich jedoch rechtfertigen allzu menschliche Schwächen keine Verbrechen an der Gesellschaft. Eindämmung der Pressefreiheit durch Machtkonzentration, Überwachung und Behinderung von Bildungs- und Informationsfluss sind solche, ganz aktuelle, schleichende Verbrechen, die indirekt den meinungsmachenden Wirtschaftskonsortien und direkt unserer handlungsunfähigen, weil gekauften Politikerkaste zu schulden sind.

deep_blue_sea
20.01.2008, 05:56
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