Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gut und Böse
Mirtaque
20.10.2005, 06:35
Edel sei der Mensch, hilfreich und gut. (Goethe) (http://www.literaturwelt.com/werke/goethe/goettliche.html)
Was ist gut?
meine interpretation von goethes satz
- das edel sein meint den ideologischen aspekt des egos, welcher das ego bzw das ich an einem gesunden platz im ganzen (wir) anordnet
- das hilfreiche meint die tätliche hinwendung zur welt, das arbeiten, arbeit macht frei, man soll nicht nur philosphieren. (auf dem ohr bin ich taub)
- das gute meint dann in diesem dreier-gespann vllt die hinwendung zum mitgefühl, zum gütigen, zum prinzip des verzeiens und jener menschen-liebe vor der alle gleich sind.
für eine allgemeinere deffinition davon was gut ist, ist es mir jetzt zu spät (früh)
Rosa Regentropf
20.10.2005, 08:11
meine interpretation von goethes satz
- das edel sein mein den ideologischen aspekt des egos, welcher das ego bzw das ich an einem gesunden platz im ganzen (wir) anordnet
- das hilfreiche meint die tätliche hinwendung zur welt, das arbeiten, arbeit macht frei, man soll nicht nur philosphieren. (auf dem ohr bin ich taub)
- das gute meint dann in diesem dreier-gespann vllt die hinwendung zum mitgefühl, zum gütigen, zum prinzip der verzeiens und jener menschen-liebe vor der alle gleich sind.
für eine allgemeinere deffinition davon was gut ist, ist es mir jetzt zu spät (früh)
WOHHH....nanook! schön gesagt. bin be-GEIST-tert....;)
schönen tag
rosa
Flammenvogel
20.10.2005, 08:11
willst du eine pragmatische, alltägliche definition oder eine philosophische grundsatzfrage?
Mirtaque
20.10.2005, 09:01
willst du eine pragmatische, alltägliche definition oder eine philosophische grundsatzfrage?
Eher etwas fürs Leben. :rolleyes:
Wann ist man "gut"? Was ist "gut"? Wann bezeichnet man einen anderen Menschen als "gut"?
Eigene Überlegung:
Menschen, die sich für andere/eine gute (allgemeinnützige) Sache zB. einsetzen/engagieren. Gut sein also gegenüber anderen und für andere. Ohne Aufzutrumpfen/Anzugeben damit. Jemand, der einfach tut, weil es aus ihm innerlich ein Wunsch ist, dies zu tun. Ohne Kalkül "Hach... dafür bekomme ich hoffentlich einen Orden".
Eine gute Mutter sein, ein guter Freund. Auch hier orientiert es sich eher am Gegenüber, man stellt sich zurück (freiwillig muß das sein, sonst ist es eigennützig).
So in der Art irgendwie. :confused:
Mirtaque
20.10.2005, 09:08
Nanook, Dein Eintrag gefiel mir auch sehr gut. Stimme dem so auch zu. Edel, ja, das ist Ideologiesache. Verwende den Ausdruck "edel" recht oft (im Alltag meiner Eigenbetrachtungen, dann aber eher so "das ist nicht edel". Dann ist für mich mein Verhalten/meine Handlung nicht akzeptabel).
vielleicht hilft es dir, mirtaque, eine definition von "gutl" herauszufinden, wenn du das wörtchen "gemein" nimmst:
"gemein" (im sinne von: niedrig, pöbelhaft).
so, könnte ich mir vorstellen, hat es goethe auch gemeint.
dazu fällt mir schillers "nänie" - "auch das schöne muß sterben..."- ein, deren letzte zeile:
"...denn das gemeine geht klanglos zum orkus hinab."
nur mal so dahergeplaudert...:o
Flammenvogel
20.10.2005, 10:18
Eher etwas fürs Leben. :rolleyes:
Wann ist man "gut"? Was ist "gut"? Wann bezeichnet man einen anderen Menschen als "gut"?
Eigene Überlegung:
Menschen, die sich für andere/eine gute (allgemeinnützige) Sache zB. einsetzen/engagieren. Gut sein also gegenüber anderen und für andere. Ohne Aufzutrumpfen/Anzugeben damit. Jemand, der einfach tut, weil es aus ihm innerlich ein Wunsch ist, dies zu tun. Ohne Kalkül "Hach... dafür bekomme ich hoffentlich einen Orden".
Eine gute Mutter sein, ein guter Freund. Auch hier orientiert es sich eher am Gegenüber, man stellt sich zurück (freiwillig muß das sein, sonst ist es eigennützig).
So in der Art irgendwie. :confused:
das klingt schonmal sehr nach dem, was man allgemein als "gut" versteht...
was verursacht die unsicherheit oder die zweifel, daß du damit richtig liegst?
Mirtaque
20.10.2005, 12:07
Hi Flammenvogel,
man kann auch sich heraus nicht gut sein? Es braucht immer andere(s) dazu? Es heißt doch auch: Es gibt nicht Gutes, außer man tut es.
*Ich denke heute irgendwie kreiselig* :hmm:
Mirtaque
20.10.2005, 12:10
NÄNIE (1799 - Schiller)
Auch das Schöne muß sterben! Das Menschen und Götter bezwinget,
Nicht die eherne Brust rührt es des stygischen Zeus.
Einmal nur erweichte die Liebe den Schattenbeherrscher,
Und an der Schwelle noch, streng, rief er zurück sein Geschenk.
Nicht stillt Aphrodite dem schönen Knaben die Wunde,
Die in den zierlichen Leib grausam der Eber geritzt.
Nicht errettet den göttlichen Held die unsterbliche Mutter,
Wann er, am skäischen Tor fallend, sein Schicksal erfüllt.
Aber sie steigt aus dem Meer mit allen Töchtern des Nereus,
Und die Klage hebt an um den verherrlichten Sohn.
Siehe! Da weinen die Götter, es weinen die Göttinnen alle,
Daß das Schöne vergeht, daß das Vollkommene stirbt.
Auch ein Klaglied zu sein im Mund der Geliebten, ist herrlich,
Denn das Gemeine geht klanglos zum Orkus hinab.
@ mirtaque: :umarm: (nänie)
....es gibt nichts gutes, außer man tut es...hmm, ist die motivation nicht entscheidend?
einer der gründerväter der PR sagte: "tue gutes und rede darüber!"
DAS ist sicher nicht das, was du meinst, wenn es dir um "gut" geht, dünkt mich...:confused:
Flammenvogel
20.10.2005, 13:31
Hi Flammenvogel,
man kann auch sich heraus nicht gut sein? Es braucht immer andere(s) dazu? Es heißt doch auch: Es gibt nicht Gutes, außer man tut es.
*Ich denke heute irgendwie kreiselig* :hmm:
"wenn im wald ein baum umfällt, und niemand hört es, ist er dann wirklich umgefallen?"
daran erinnert mich die frage irgendwie... *g*
keine angst, du kannst nicht existieren ohne irgendetwas zu tun. und sei es nur, dass deine lebenslange tätigkeit aus "sitzen" oder "liegen" besteht und die geistige tätigkeit wegfällt, da du meditierst und "nichts" denkst. immerhin tust du was. sitzen. oder liegen.
da die wenigsten leute eine laufbahn als organischer stein anstreben, tun sie also bedeutend mehr... zum beispiel gute lebenseinstellungen hegen, oder das potential zu gutem handeln besitzen, auch, wenn sie nie in die situation kommen, es anzuwenden ...
du kannst also völlig ohne probleme allein und aus dir heraus gut sein...
"es gibt nichts gutes, ausser man tut es" soll einem eigentlich nicht das gut-sein in sich absprechen, sondern darauf hinweisen, sich selbst aufzuraffen und gutes zu tun, anstatt zu warten dass es andere tun.
ist im sinn verwandt mit "hilf dir selbst, dann hilf dir gott"... etwas abgändert wäre das dann "hilf anderen, dann hilft ihnen gott".. nächstenliebe. auch eine gute eigenschaft.
Ich las mal den Spruch "das Gegenteil von gut ist gut gemeint".
Mirtaque
20.10.2005, 14:34
Ameise: Ich las mal den Spruch "das Gegenteil von gut ist gut gemeint".
Ich kenne das mit dem Wort "lieb". Das Gegenteil von lieb ist lieb gemeint. Das habe ich in Kindheit erfahren. Liebe, die bevormundet und erdrückt. An den Sätzen ist etwas Wahres dran.
zwielicht
25.10.2005, 21:28
der soldat, der im irak im kampf verblutet ist für george w. bush "gut".
der selbstmordattentäter, der sich in die luft sprengt ist für osama bin laden "gut".
(es gibt auch weniger spektakuläre vergleiche :D )
"gut" allgemeingültig in einer welt der kulturellen vielfalt zu erklären is nicht möglich. man kann versuchen eine erklärung innerhalb eines kulturraumes zu finden, doch denke ich, dass auch da die abgrenzungen sehr verwischt würden.
jedoch hängt gut meiner meinung nach immer mit "rechtschaffen" zusammen
grüße
gut sein (erbebenst im dienste stehen) kann auch im wiederspruch stehen zum grossartig sein (beste leistung bringen). dann, wenn die gemeinschaft etwas anderes fordert/benötigt als das beste das man zu geben hat.
das ist anbei auch das drama meiner kindheit. gut sein im sinne der belange meiner eltern hies immer mein potenzial unterdrücken. ich war daher immer ein sehr guter bub. bis ich zum badass motherfucker wurde :p
hier (http://www.bluetruth.org/flex/ken_wilber_is_a_fraud/173/1) leicht scherzhaft erläutert am beispiel von k wilber
Mirtaque
26.10.2005, 05:20
Gut ist, der sich beim Gutes tun (für andere/für sich) gut fühlt und die anderen fühlen sich auch gut durch das an sie gute Vergebene?
Gut ist es, aus einem Linkshändler keinen Rechtshändler machen zu wollen.
jetzt kommen offenbar sogenannten "Gut-Menschen" wie zum Beispiel bei den Grünen, die Wohltaten für andere fordern, selbst aber keine Opfer dafür bringen, in Verruf
Der Epochenbruch von 1968 habe in Deutschland eine seltsame Form des Frömmlers in die gesellschaftlichen Schaltzentren gebracht, schreibt "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann in seinem neuen Buch.
In Deutschland ist die Neigung ausgeprägt, die Dinge zweihundertprozentig zu machen.
Wir Deutschen wollen die Korrektesten, die Anständigsten, die moralisch Besten sein auf dieser Welt. Dagegen gäbe es eigentlich gar nichts einzuwenden. Wenn es nicht regelmäßig das Gegenteil dessen hervorriefe, was gesunden Menschenverstand ausmacht. Wenn sich unsere Gesellschaft deswegen nicht immer wieder aufwendige Nebenkriegsschauplätze leistete, die nichts mit den wirklichen Herausforderungen dieses Landes zu tun haben.
Man kann Achtundsechzig, also dem Epochenbruch der deutschen Gesellschaft in Richtung Egozentrik, Mittelmaß und Faulheit, vieles vorwerfen. Aber die verhängnisvollste Folge dieser Zeit ist das Aufkommen des Gutmenschen, die säkulare Form des pietistisch-abseitigen Frömmlers: Voll des Glaubens an das Gute im Menschen, unbeirrt von Fakten, ohne Vorstellung von der Welt, dafür mit dem festen Willen, dass das gut Gemeinte auch das Gute sei. Solange dieses Land noch arm war und das Leben hart, war die idealistische Träumerei weniger kein Problem. Heute aber ist der Gutmensch zur Plage geworden. Nach dem „Marsch durch die Institutionen“ sitzen die Eiferer des guten Herzens an gesellschaftlichen Schaltstellen: in Schulen, Behörden, auf Richterbänken, in Politik und Medien. Ihre Weltsicht, vor allem aber ihr Katechismus der Güte und grundsatzfreien Toleranz, bestimmt nun Notenvergabe, Asyl- und Hartz-IV-Verfahren, Urteile und Gesetze – und häufig auch die Berichterstattung.
Woher kommt die altruistische Frömmelei?
Wer auf das Menschenbild unserer Landsleute blickt, die seit Jahrzehnten dieses Land in Politik, Gesellschaft, Medien und Verwaltung wesentlich geprägt haben, kann gelegentlich verzweifeln. Woher kommt diese altruistische Frömmelei an der Grenze zur Selbstverleugnung, der mangelnde Sinn für Konfliktpotenziale und die Interessen des eigenen Landes? Jedes andere Land des Westens, ob England, die Schweiz, Österreich, Italien, die USA oder Kanada, weiß um die Attraktivität seines Lebensstandards und seiner Freiheiten für Bewohner weniger glücklicher Regionen – und dass viele dieser Bewohner, für die Hungersnöte, Epidemien und Kriege tägliche Realität sind, alles tun würden, um in den Genuss dieses Lebens zu kommen.
Sie würden, mag das auch viele Gutmeinende erstaunen, sogar lügen, Papiere fälschen und Verwandtschaften oder Verfolgungen behaupten, die es nicht gibt. Aber statt eines Mindestmaßes an Skepsis herrscht bei denen, die in den Zeiten von Achtundsechzig groß, aber nicht erwachsen wurden, noch immer beliebiger Verständniswahn. Auch der ist ein Erbe von Achtundsechzig – der Wahn der Väter mit verändertem Vorzeichen: Wollte man damals die Welt wahllos totschlagen, will man sie jetzt wahllos umarmen.
Man schämt sich des Deutschseins, kann es aber nicht verleugnen. So wertet man es zumindest ab, indem man anderes hochjubelt: südländische Lebensart, afrikanische Ungezwungenheit, karibisches Laisser-faire. Wirtschaftsminister Glos hat das richtig erkannt, als er vom „Hass auf Deutschland“ sprach, der Grüne und Linke vereine. Tatsächlich lässt sich vieles mit diesem Motiv erklären: die Verachtung der Linken für das „System“ der alten Bundesrepublik; die schäbige Aufwertung kommunistischer Regime; die bewusste Duldung wahlloser Zuwanderung, um, wie eine Politikerin der Alternativen Liste meinte, „den deutschen Bevölkerungsanteil zurückzudrängen“; die lange betriebene Verharmlosung aller Probleme des multikulturellen Zuzugs; die Ablehnung der Wiedervereinigung.
Sehnsucht der Linken nach der Toskana
Noch in Günter Grass' Ausfällen gegen die deutsche Einheit ist dieser Selbsthass zu spüren. Und vielleicht hat die seltsam kapitalistische, grundbesitzfixierte Sehnsucht vieler Linker nach einem Haus in der Toskana oder in Umbrien ebenfalls hier ihren Grund. Nur im Ausland konnte man Frieden machen mit diesem Land – wo man ohnehin als Deutscher erkannt und freundlich begrüßt wurde, war es nicht nötig, innerlich auf Distanz zu gehen.
Wenn wir überhöhte moralische Standards das politische und gesellschaftliche Handeln bestimmen lassen, machen wir uns etwas vor. Das sollten sich auch die nicht leisten, die keine Verantwortung tragen und die Folgen ihres Unterlassens nicht bedenken müssen. Wenn wir das so zweihundertprozentig berücksichtigen wie vieles andere in Deutschland, machen wir garantiert nichts verkehrt. - Ende der Zitate
auch was aus der falschen Ecke kommt, kann Wahres enthalten. Für mich sind die 68er ein Graus. Die Uni-Grössen hatten zwar Muff unter den Talaren, aber auch ein geistiges Niveau, das die 68er mit ihrer Wohnküchen-Mentalität vermissen lassen. Vieles ging den Bach runter! :cool:
Wild_Child
30.10.2007, 08:25
Gute Menschen gibts nicht all zu viele !
Aber gutes Eis eine ganze Menge ! :)
Was ist gut?
Für mich ist gut: Lebensbejahend.
gut ist für mich ....
z. b.
was die menschheit im lauf der zeit als gut definiert hat: das gegenteil von böse (nichts und niemandem schadend)
"böse" ist das, was zerstört - das schädliche.
"gut" ist das, was nährt - das unterstützende, hilfreiche, leben-lassende.
m.E. kommen diese begrifflichkeiten aus der vorzeit und waren damals ziemlich deutlich umrissen. heute verwässert sich alles, verwischt, wird schwammig und unklar, durch den kakao der massenmedien gezogen und im kitsch der alljährlich wiederkehrenden kitsch-feiertage aufgepeppt. (ich sah gestern in einem supermarktprospekt einen herzförmigen kuchen und eine herzförmige pizza zum valentinstag! :lol:)
/abschweif ende :)
[QUOTE=mimi.;306967]m.E. kommen diese begrifflichkeiten aus der vorzeit [QUOTE]
Wie recht du hast Mimi, das kam bestimmt von einer "gestörten Persönlichkeit"*augenverleier*, denn es gibt ja kein "Gut" und "Böse", nicht wahr?!
Pferdeflüsterin
09.02.2008, 08:53
Ich las mal den Spruch "das Gegenteil von gut ist gut gemeint".
Dieser Spruch stimmt leider. Manche Menschen sehen die Situation anderer Menschen nur mit ihrem (beschränkten) Horizont und meinen beurteilen zu können, was für andere "gut" ist. :rolleyes:
Pferdeflüsterin, das lässt mich an das Arbeitszeugnis denken
sie gab ihr bestes, und das war nicht viel
:cool:
:D Wie wahr lieber Clown. Viele, die sich noch nicht näher damit beschäftigt haben, denken so, dass sie das Ultimative in den Händen halten....!
Generell ist "gut" für mich auf dieser Welt schon alles, was nicht schlecht/ böse ist..
nach der Operation meiner Tochter war der Professer selbst sehr zufrieden.
Als ich darüber berichtete, sagte ich aber - Der Professer war sehr selbstzufrieden.
Hast ja die Wahrheit gesagt, lieber Clown, aber trotzdem zum Schmunzeln!;)
Gut und Böse ist für mich, wie Ying&Yang: In jedem liegt auch ein Kern des anderen.
Es kommt ja immer darauf an, welche Seite eines Ganzen man gerade betrachtet und ob man die geistige Beweglichkeit besitzt, diese andere Seite zu sehen oder sehen zu wollen.
Mir fällt gerade auf, dass es mir mit zunehmendem Lebensalter und gewachsenen Erfahrungen immer schwerer fällt, Schwarz-Weiß zu malen. :(
Hallo,
die Gefahr dem Schwarzweißdenken zu entfliehen liegt in der daraus resultierenden Entscheidungsunfähigkeit. Dann findet man auch am Bösen das gute Haar und findet es eigentlich ganz nett. :D
Gut definiert sich am Ziel. Der Milliardär wird es gut finden, seine Konzerne mit Leibeigenen zu bestücken, die viel produzieren und wenig kosten.
Aber frag mal die Leibeigenen... bleibt für mich der Gedanke: Gut ist etwas, das im Kompromiss liegt, mittig, als Ziel, Ergebnis.
Und: böse Menschen haben auch gute Gedanken und tun ab und an gute Taten. Trotzdem bleiben sie was sie sind: bösartig in ihrem Fundament. Die Intention ist dabei egal, wichtiger finde ich das, was hinten herauskommt. Denn gut gemeint haben kann ein Mensch es zu jeder Zeit, so verbiegt und verzerrt sich die Realität.
Lieben Gruß
Susann
cryingflannel
09.02.2008, 12:18
was ist gut...?
wenn eine handlung sowohl bei mir selber, als auch beim "empfänger" dieser handlung deutlich überwiegend als angenehm empfundene emotionen bewirkt - dann ist das imho gut. im idealfall empfinden dabei also alle beteiligten oder indirekt betroffenen zu hundert % als angenehm empfundene emotionen.
im idealfall empfinden dabei also alle beteiligten oder indirekt betroffenen zu hundert % als angenehm empfundene emotionen.
Marketingtechnisch ausgedrückt: Eine "win-win-Situation". ("win" = "gewinnen")
Gut und Böse ist für mich, wie Ying&Yang: In jedem liegt auch ein Kern des anderen.
Es kommt ja immer darauf an, welche Seite eines Ganzen man gerade betrachtet und ob man die geistige Beweglichkeit besitzt, diese andere Seite zu sehen oder sehen zu wollen.
Angie, es ist gar nicht persönlich gegen dich gemeint, wenn ich hier widerspreche.. Nur gegen diese Auffassung habe ich etwas dagegen und nur das möchte ich zum Ausdruck bringen..
Nicht immer muss bzw. kann im Bösen auch ein Kern des Guten liegen.. Ich möchte hier jetzt keine UNtaten aufzählen; die kann sich wahrscheinlich jeder vorstellen..
Es gibt Böses, in dem nichts, aber rein gar nichts, Null, Gutes liegt.. kein Kern und rein gar nichts Gutes..
So wie nicht in jedem Guten auch ein Kern des Bösen liegen kann - das ist schlicht unzutreffend..
Und würde man damit, also als das "Ganze", eine Person meinen, so ist es ebenfalls alles andere als zutreffend, dass ein Mensch ein "Ganzes" ist - das wäre vielleicht wünschenswert, und möglicherweise ist es auch an sich in der Natur des Menschen, ein Ganzes zu sein.. Nur, in der Realität sind wir oder, sehr, sehr viele von uns - in unterschiedlichem Ausmaß - doch nicht ein Ganzes..
Damit will ich nicht sagen, dass "hier" die Guten sind und "dort" die Bösen.. Vielleicht haben auch die meisten von uns beides in sich..
Aber dies ist nicht in jedem Menschen so und auch nicht in jeder Untat..
Ich poste den link Liebe ist wichtig, aber wo kommt sie her? (http://www.omnisophie.com/day_80.html) mal hier, in diesem Thread.
Finde es lesenswert, passt ein wenig hier rein für mich und wollte es Euch nicht vorenthalten :).
LG Aisha
Uh,
danke Aisha :umarm:
Das Erschaffen bleibt im Dunkeln
Und das Gewonn’ne steht im Licht
Und man siehet die Gewinner,
Das Erschaffne sieht man nicht …
Dueck dichtet? :)
Le chat noir
21.12.2008, 22:36
Eher etwas fürs Leben. :rolleyes:
Wann ist man "gut"? Was ist "gut"? Wann bezeichnet man einen anderen Menschen als "gut"?
Eigene Überlegung:
Menschen, die sich für andere/eine gute (allgemeinnützige) Sache zB. einsetzen/engagieren. Gut sein also gegenüber anderen und für andere. Ohne Aufzutrumpfen/Anzugeben damit. Jemand, der einfach tut, weil es aus ihm innerlich ein Wunsch ist, dies zu tun. Ohne Kalkül "Hach... dafür bekomme ich hoffentlich einen Orden".
Einem auf die Beine zu helfen, ohne ihm auf die Füße zu treten ........
Ich weiß nun gerade nicht, von wem das obige Zitat stammt - Morgenstern oder Ringelnatz vermutlich.
"Gut" ist relativ - und eine Medaille hat immer zwei Seiten.
Aus der Sicht eines Kommunikationsmodells - Sender / Medium / Empfänger betrachtet, ist "gut" ja immer ambivalent. Neben dem bestimmten Empfänger, für den ebs gut sein mag, gibt es ja immer auch unbestimmte Empfänger.
"Gut" ist: Nichts und alles. - Interpretation.
Imo.
Lulu Blue
21.12.2008, 22:46
Was ist gut?
Gut ist nicht nur das Gegenteil von Böse, sondern auch eine Grundvoraussetzung dafür. Könnte es doch das Eine ohne das Andere gar nicht geben.
Und manchmal muss man auch böse sein, um gut zu sein.
Ob Gut oder böse, eine Frage der Perspektive - alles ist relativ.
Der gute alte Gottfried Wilhelm von Leibniz, den ich sehr schätze, hat mich damals zur Seite genommen und mir gesagt: "Die Gerechtigkeit ist nichts anderes als die Nächstenliebe des Weisen."
Mit diesem Wort zum Sonntag möchte ich nun den Tag ausklingen lassen und mich zur Lagerstätte begeben. Möget ihr fürder in Weisheit leben meine lieben Forumskinder
http://www.smileygarden.de/smilie/Menschen/258.gif (http://www.smileygarden.de)
cryingflannel
22.12.2008, 14:04
was ist gut?
eine konstruktion. eine reine frage des blickwinkels und m.e. keine absolut oder objektiv erfassbare qualität.
deswegen denke ich auch, dass es öfter mal ganz _gut_ *g* ist sich mit entsprechenen urteilen zurückzuhalten. als soclhe auch erkennbare meinungsäusserungen bzw. persönliche einschätzungen hingegen sind m.e. immer völlig in ordnung.
cryingflannel
22.12.2008, 14:05
Der gute alte Gottfried Wilhelm von Leibniz (...)
gott segne ihn - schon allein wegen der tollen butterkekse! die sind nämlich richtig _gut_
Marvin Gainsborough
29.01.2009, 22:31
Gut und böse - war euch dieser Gegensatz je selbst wichtig oder hat man ihn nur aufgeschnappt ?
Ich quäle mich damit nicht herum. Verstehen würde ich wohl üblicherweise: Gut - gemeinschaftlich denkend, Böse - egoistisch.
Aber ich sage euch, die Guten sind schief gewickelt. Sie sind nicht "gut", sondern "halb", weil sie einfach in sich vorhandene Impulse unterdrücken.
Und der Böse ist auch nicht wirklich böse, sondern zeigt nur eine andere Seite von sich. Vielleicht ermöglicht mir seine Aggression sogar die Aktivierung meiner inneren Stärke, die der Gute nie von mir verlangt?
Also nicht böse oder gut, sondern: So gut ich kann !
Ja, ich meine eigentlich: Unabhängig, wo man gerade steht, ist es jedermanns Verpflichtung im Leben, in allen Facetten alles zu geben, was man kann.
Gut und böse sind reine Interpretationen, sie sind nicht fest, sie sind wandelbar. Sie kann nur jeder Betrachter für sich selber entscheiden. Manchmal empfindet man etwas als gut, was in anderer Konstellation absolut böse ist. Auch die Zeit läßt das Empfinden für die Begriffe wandeln.
Gut und böse ist auch eine gemeinschaflich entwickelte Basis des Zusammenlebens, in der es eine gewisse Bandbreite für gut und böse gibt.
In vielen Bereichen hast du sicher Recht, aber kann es irgendwie als gut interpretiert werden, einem anderen Menschen körperlichen oder psychischen Schaden zuzufügen?
Meine Ausführungen sind ein wenig abstrakt.
Es gibt alte Völker mit alten Sitten, wo es selbstverständlich war Menschenopfer zu bringen. Selbst die Opfer empfanden es als gut, taten sie doch etwas für die Gemeinschaft.
Nach unserem derzeitigem allgemeingültigem Werteverständnis ist das nicht gut. Ich hoffe, daß das auch so bleiben wird.
So gesehen ...
Ja, hoffe ich auch,dass das so bleibt.
In dem Zusammenhang fällt mir ein, es ist gar nicht so weit her geholt. Denke da an den Märtyrergedanken von Selbstmordattentätern und die Sicht der Familien und der Gesellschaft in bestimmten Bereichen.
annabaeumchen
05.02.2009, 15:20
Oder die früher allgemein anerkannte Tatsache, dass es Kindern ganz gut tun würde, ab und an mal eine Backpfeife zu erhalten. Und die Kinder fanden im Nachhinein , als sie groß waren, dass es ihnen eigentlich ganz gut getan habe und gaben es wiederum an ihre Kinder weiter.
Das war aber eigentlich gar nicht gut!
Lulu Blue
23.02.2009, 22:45
Manchmal frage ich mich, was manchen Menschen geschehen ist, dass sie so krank geworden sind, wie sie sind.
*gerade sprachlos bin*
Schneewittchen13
23.02.2009, 22:47
Manchmal frage ich mich, was manchen Menschen geschehen ist, dass sie so krank geworden sind, wie sie sind.
*gerade sprachlos bin*
nichts gutes auf jedenfall...
manchmal unvorstellbares...
Lulu Blue
23.02.2009, 22:49
Ich weiß Schneewittchen, trotzdem schockiert es mich manchmal, zu was für Auswüchsen das führen kann - bis hin zur reinen Boshaftigkeit.
Unfassbares.
Die Ironie dabei ist, dass allein das Wort ,,unfassbar" schon alles sagt. Völlige Erschütterung in die tiefsten Wurzeln und des eigenen Selbstverständnisses.
Und die Panik vor der Zukunft. Die Gewissheit, dass es nur sehr schwer, wenn nicht gar nie, wieder heilbar sein wird.
Und das oft in sehr jungem Alter schon im Bewusstsein.
Lulu Blue
23.02.2009, 22:56
Ja aber die Menschen, die ich gerade meine sind allen Ernstes der Meinung, sie seien gesund und alle anderen seien gestört oder zumindest gestörter als sie selber.
Was mich daran so schockiert ist, dass sie vor nichts, aber auch gar nichts zurückschrecken um sich und anderen dies zu beweisen. Da ist es ihnen egal, was sie für Porzellan zerschlagen, ob sie anderer Gefühle verletzen, ja sogar ganze Familien zerstören mit ihren Lügen und Intrigen - die sie jedoch als die absolute Wahrheit sehen und verkaufen.
Mich macht das immer wieder aufs neue fassungslos.
vagabundin
23.02.2009, 22:58
Das kann ich sehr gut nachvollziehen, denn solche Menschen kenne ich auch.
Woher kommt es nur, das "Böse"?
Schneewittchen13
23.02.2009, 23:03
aus der erziehung.
es ist ein kreislauf.
die meisten geben weiter was sie gelernt haben.
nur ein beispiel; gewalt.
es gibt aber auch ganz andere... man kann es in allen familien beobachten.
aber zum glück gibt es ein paar wenige menschen die das erkennen und aus diesem kreislauf ausbrechen (wollen).
vagabundin
23.02.2009, 23:04
Aber warum brechen dann manche aus? Warum andere nicht?
Lulu Blue
23.02.2009, 23:05
Nee Schneewittchen, zumindest in einem Fall weiß ich sicher, dass die Person das nicht da gelernt hat.
Schneewittchen13
23.02.2009, 23:06
Nee Schneewittchen, zumindest in einem Fall weiß ich sicher, dass die Person das nicht da gelernt hat.
kennst du sie denn von geburt an?
warst du tag und nacht bei ihr?
ich denke nicht...
Ich bin froh, dass ich solche Extremfälle nicht kenne.
Obwohl ich gerade überlege, ob ich meine Tante dazuzählen soll.
Aber die hat nichts kapputt gemacht, aber das lag vielleicht nur daran, dass es schon kapputt war :confused: ...
Ich glaube, die verdrängen auch viel, haben nicht so eine Selbstwahrnehmung.
Sind sich dessen nicht bewusst, dass sie vor Wahrheiten nicht davonlaufen können und dass sie sie früher oder später einholen und es dann die Frage ist, ob sie damit noch leben können. Oder noch etwas ändern, wieder gut machen können.
Das war immer meine größte Angst, so zu werden...
Lulu Blue
23.02.2009, 23:07
@Schneewittchen
Doch. ;)
Schneewittchen13
23.02.2009, 23:10
Aber warum brechen dann manche aus? Warum andere nicht?
es kostet unheimlich viel kraft auszubrechen und den willen.
außedem natürlich ersteinmal das erkennen von dem was nicht gut war.
an sich arbeiten.
einen wachen geist. ignoranz aufbrechen...
das denke ich jedenfalls und ist meine erfahrung.
alice miller hat gute bücher darüber geschrieben
Schneewittchen13
23.02.2009, 23:11
@Schneewittchen
Doch. ;)
:confused: okay...
man kann in keinen menschen reingucken.
ich kann mir nicht vorstellen wie man tag und nacht bei einem menschen sein kann.
auch nicht wenn es ein kind ist.
und wenn doch.... vielleicht ist es deshalb agressiv geworden?
übermutterung, einengung?
aber vielleicht meinst du auch was ganz anderes.
ich passe (schreibt man das so?) :)
Lulu Blue
23.02.2009, 23:16
Ach Schneewittchen, ich meine auch sicher was anderes als du. :)
vagabundin
23.02.2009, 23:16
@Schneewittchen
Ja. :) (Richtig geschrieben.)
Von Alice Miller habe ich schon gehört... Danke für die Erinnerung! Ich bin eh gerade dabei, mir wieder einen Stapel Bücher zu bestellen. :)
Das Böse existiert und es gibt nicht immer einen ersichtlichen Grund dazu. Das ist vielleicht das Erschreckendste.
Lulu Blue
23.02.2009, 23:19
Aisha :umarm: danke fürs Verstehen. :)
Nichts zu danken Lu :umarm:
aus der erziehung.
Auch, aber nur wäre zu einfach gedacht. Von der Genetik, den Gehirnanlagen, über den Freundeskreis, über Drogen und Alkohol bis hin zu psychischen Krankheiten kann viel einen Menschen zu den fürchterlichsten Dingen bringen.
Und wie bereits gesagt, wer hinguckt kann aussteigen. Wer als erwachsener, reifer Mennsch böses tut, der kann zwar seine Gründe in der Erziehung suchen, aber die Entscheidung dazu liegt bei ihm und somit auch die Verantwortung.
Ja aber die Menschen, die ich gerade meine sind allen Ernstes der Meinung, sie seien gesund und alle anderen seien gestört oder zumindest gestörter als sie selber.
Was mich daran so schockiert ist, dass sie vor nichts, aber auch gar nichts zurückschrecken um sich und anderen dies zu beweisen. Da ist es ihnen egal, was sie für Porzellan zerschlagen, ob sie anderer Gefühle verletzen, ja sogar ganze Familien zerstören mit ihren Lügen und Intrigen - die sie jedoch als die absolute Wahrheit sehen und verkaufen.
Mich macht das immer wieder aufs neue fassungslos.Komm her Lu :umarm:
es tröstet dich vielleicht, dass auch ich diese Erfahrung machen musste. Also kann ich dich da gut verstehen.
Intrigen, Lügen....hach wie gut ich das kenne.
Für mich sind solche Menschen unten durch, fertig!
:umarm:
Schneewittchen13
24.02.2009, 00:08
ich glaube nícht dass das böse existiert :)
trotz all meiner erfahrungen...
wenn doch müsste ich alle hassen die mir etwas angetan haben.
nein! damit macht man es sich zu einfach. so ist es nicht.
ich habe viel erkenntnis gewonnen. es heisst nicht dass das auf alles übertragbar wäre. aber das böse gibt es für mich nicht.
es gibt immer einen grund. Immer. aber oft (er)kennt man ihn nicht.
böse wird dann unterstellt wenn man ungenügende informationen hat.
abstempeln ist einfacher als nach beweggründen fragen und suchen.
aber das stimmt namara, es liegt nicht nur an der erziehung.
aber sehr viel!!! erziehung ist die "grundsubstanz".
alice miller hat auch über adolf hitler sowie den mörder jürgen bartsch geschrieben. lest doch bücher von ihr und urteilt nicht vorschnell.
macht euch ein ganzheitlicheres bild der person die ihr verurteilt.
sogar in wiki steht über bartsch;
Bartsch erlebte die an ihn gestellten Erwartungen der Erziehungsberechtigten, ob zu Hause oder im Heim, als so widersprüchlich, ichbezogen, eigensüchtige Interessen verfolgend und ohne Einfühlungsvermögen für seine Bedürfnisse, dass er auch beim besten Willen nicht hoffen konnte, es diesen jemals recht machen zu können („Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!“). Ihre Nähe machte ihm Angst, jederzeit Opfer einer plötzlichen Aggression zu werden. So lernte er nie, sich in Schwächere hineinzuversetzen, bzw. die Rücksichtnahme auf Schwächere. Als er älter und stärker wurde, verhielt er sich kleineren Jungen gegenüber ebenso dominant und gefühllos, wie er selbst von Erwachsenen behandelt worden war:
http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Bartsch
man kann nicht immer nur von sich ausgehen... jeder mensch erlebt alles anders.
deshalb glaube ich lulu, dass es auch in dem von dir genannten menschen gründe für das verhalten gibt.
kein baby wird böse geboren!!! so ein quatsch.
und glaubt ihr ernsthaft dass ein baby oder kind ohne grund denkt
"heute will ich böse sein" oder überhaupt ein mensch absolut bewusst sich entschleßt böse zu sein?
ohne beweggründe, aus heiterm himmel??
*lach*
und ihr seit dann die guten oder wie?
oder sind wir alle böse und müssen uns deshalb schuldig fühlen und beichten gehen?
ein für meinen geschmack schräges menschenbild... und eines das mir angst macht.
ich glaube nícht dass das böse existiert
trotz all meiner erfahrungen...
wenn doch müsste ich alle hassen die mir etwas angetan haben.
nein! damit macht man es sich zu einfach. so ist es nicht.
Das würde ich sogar unterschreiben ;) .
Nicht, dass ich das Verhalten absolut schädigender Mitmenschen entschuldigen möchte, aber letzten Endes richten sie sich damit selbst.
Und wer tut das schon, wenn er es vermeiden kann ??
Irgendwann sind doch solche Menschen auch allein. Das ist traurig.
Erst anderen das Leben zur Hölle machen, an denen man wohl hängt, um dann völlig allein vor sich hin zu vegetieren.
Und möglicherweise so schlimme Dinge getan zu haben, dass es nahezu unverzeihlich ist.
Sich bis an sein Lebensende Vorwürfe machen.
Alt, einsam, grau und verbittert sterben. Das ist schlimm.
Schneewittchen13
24.02.2009, 00:20
ps: gerade im tv in 3 sat
vestümmelt, geschlagen, missbraucht
(frauen in einer rücksichtslosen welt)
hochinterssant.
die täter wollen macht über das opfer demonstríeren
Ich fühl mich mal angesprochen, weil ich schrieb das Böse existiert. Ich hab viel gelesen auch Alice Miller und Arno Gruen und viel erlebt. Ich schrieb auch die Gründe sind nicht immer ersichtlich. Ich habe es mir nie einfach gemacht und ich habe auch viele Erkenntnisse und das Böse gibt es halt für mich. Menschen die einfach zerstören wollen. Ob die nun einen genetischen Defekt haben, als Kind geschüttelt wurden und ihr Vorderhirn verletzt ist, interessiert mich dann erst mal nicht mehr. Als ersten Schritt find ich wichtiger, andere vor diesen Menschen zu schützen.
LG Aisha
Schneewittchen13
24.02.2009, 00:26
aber es gibt ja auch die ignoranz und den verdrängungsmechanismus...
oft nicht mal die erkenntnis etwas "falsch" gemacht zu haben.
ehrlich gesagt würde es mir besch... gehen könnte ich nicht verzeihen.
verzeihen im sinne von die beweggründe zu verstehen...
auf entschuldigungen warte ich heute noch ...und wut werde ich wohl mein leben lang haben. nur gut das ich sie nicht mehr gegen mich richte und weiss wo sie hingehört und dass sie berechtigt ist.
schneewittchen.
doch das böse existiert.
den ohne das böse würde es das gute nicht geben.
so weit ich das mitbekommen habe sagst du das es an der erziehung liegt.
genau dort ist schon der widerspruch.
den dan waren die eltern böse.
jetzt kann man damit argumnetieren das die halt auch falsch erzigen worden sind.
aber irgendwann muss das dan ja einen anfang genommen haben.
ausserdem gibt es genug beispiele von sehr bösen leuten die allerdings eine schöne kindheit hatten.
und wen man einen menschen der 6 millionen menschen vergsat hat als nicht böse bezeichnet sondern als ein "opfer"der erziehung finde ich das weit hergeholt.
in so einem menschen muss das abgrund tief böse stecken.
gut und böse sind einfach erscheinungsformen die wir menschen als gewisse eigenschaften definieren.
wer menschen tötet ist böse.
wer einen bösen menschen tötet,weil hätte er es nicht getan hätte der böse mensch 10 unschuldige getötet,ist dan irgendwie wieder gut.
somit haben wir die defintion von gut und böse durch unsere weltanschaung selbst bestimmt.
alles ansichtssache.
aber somit kann man sagen.
das böse existiert.
schon alleine deswegen weil wir es als böse definieren.
vagabundin
24.02.2009, 00:46
Ich finde diese Diskussion hier gerade unglaublich interessant.
Ich finde das schwierig mit dem "Gut & Böse". Es hat ja sowas Religiöses und eigentlich bin ich kein Freund der Religionen, weil sie etwas Ausschließendes, also wiederum auch Böses haben. Andererseits habe ich mir genau das gedacht, was du, jerome schreibst. Die Vorstellung, dass unsere Welt von zwei Kräften durchzogen wird, ist mir irgendwie sehr nahe. Vielleicht habe ich früher aber auch einfach zuviele Science Fiction-Filme geguckt und Computerspiele gespielt. :D
vagabundin
24.02.2009, 00:54
Die Begriffe „gut“ und „böse“ sind normative, präskriptive Begriffe, wer sie benutzt, beschreibt im Allgemeinen nicht nur, sondern wertet und hätte gerne, dass andere ebenso werten und entsprechend diesen Werturteilen handeln.
http://de.wikipedia.org/wiki/Das_B%C3%B6se
Hm.
Trümmerfeld
24.02.2009, 01:04
Oft genug muss auch der Täter Schutz suchen vor der Lynchjustiz der "Dorfbewohner". In ihrer Undifferentiertheit hauen diese manchmal alles kurz und klein. Schlimmer, als der Täter es je hätte tun können.
vagabundin
24.02.2009, 01:27
Noch vor wenigen Jahren glaubte ich, das Böse sei nicht existent.
Je nachdem, welcher Kultur man angehöre und welche Ansichten man vertrete, richte sich das ethische Empfinden ganz nach diesen Ausgangspunkten. Mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher. Kulturübergreifend werden beispielsweise die Auswirkungen eines Krieges als erschütternd und traumatisierend erlebt. Verwundete Körper reißen die Grenzen einer Kultur ein und tragen zu einem Schockmoment bei. Die sittliche Vorstellung manifestiert sich also auch in der Körperlichkeit, im Materiellen.
Kann hier also nicht doch von einer Kraft gesprochen werden, die Verderbnis heranzüchtet?
Da mich die Diskussion im anderen Thema wieder auf die Frage aufmerksam gemacht hat, möchte ich an dieser Stelle auch noch einen Beitrag zitieren, der nachdenklich stimmt:
doch das böse existiert.
den ohne das böse würde es das gute nicht geben.
so weit ich das mitbekommen habe sagst du das es an der erziehung liegt.
genau dort ist schon der widerspruch.
den dan waren die eltern böse.
jetzt kann man damit argumnetieren das die halt auch falsch erzigen worden sind.
aber irgendwann muss das dan ja einen anfang genommen haben.
ausserdem gibt es genug beispiele von sehr bösen leuten die allerdings eine schöne kindheit hatten.
und wen man einen menschen der 6 millionen menschen vergsat hat als nicht böse bezeichnet sondern als ein "opfer"der erziehung finde ich das weit hergeholt.
in so einem menschen muss das abgrund tief böse stecken.
gut und böse sind einfach erscheinungsformen die wir menschen als gewisse eigenschaften definieren.
wer menschen tötet ist böse.
wer einen bösen menschen tötet,weil hätte er es nicht getan hätte der böse mensch 10 unschuldige getötet,ist dan irgendwie wieder gut.
somit haben wir die defintion von gut und böse durch unsere weltanschaung selbst bestimmt.
alles ansichtssache.
aber somit kann man sagen.
das böse existiert.
schon alleine deswegen weil wir es als böse definieren.
dan müsste auch liebe und hass nur ein begriff sein.
aber keiner streitet ab das es liebe gibt und auch hass.
gut und böse,liebe und hass ähneln sich aber sehr.
liebe ist einfach nur ein unterbegriff von gut.
hass ist einfach nur ein unterbegriff von böse.
liebe und hass sind aber gefühle.reale gefühle.
nicht rigendwelche verhaltensweisen die wir menschen uns angeignet haben.
es gibt von allem auf der welt egal von was etwas gegenteiliges.
schwarz,weiss
dunkel,hell
undsw.
dan gibt es auch das guet nicht wen es nicht das böse gibt.
mit der aussage das böse gibt es nicht schliesst man automatisch die existenz gottes aus.
davon haben wir jetzt zwar nicht geredet aber nur so nebenbei bemerkt.
würde es kein licht geben würden wir gar nicht wissen was dunkelheit ist.
wen wir jetzt davon ausgehen das das böse nicht existiert sondern nur eine erscheinungsform ist und ein begriff das wir als böse definieren dan müssten wir die ganze diskussion ganz woanders beginnen.
und zwar haben wir einen freien willen?
oder sind wir nur wesen die von chemischen prozessen in unserem gehirn gesteuert werden?
es gibt ja seit kurzem diese theorie das bevor wir etwas machen unser gehrin sich bereits nanosekunden davor entschieden hat das wir das machen.
Zwischen dem Gefühl Hass und dem Bösen gibt es doch einen großen Unterschied.
Gefühle haben wir, Regeln machen wir.
Das, was wir als Gut oder Böse ansehen ist ein Machwerk der Menschen, entsteht aufgrund der Regeln die wir aufstellen. Würde jeder machen was er will, so könnte man nicht als Gemeinschaft existieren, würde sich warscheinlich über kurz oder lang selber ausrotten. Entsprechend wurden Grundlagen aufgestellt die das Zusammenleben sichern sollen und es ist dabei egal ob wir es weltliches Recht oder Religion nennen, es sind Regelwerke.
Nehmen wir den Kindsmord von ungewollten, behinderten, falschgeschlechtlichen Kindern zum Beispiel. In früheren Zeiten wurde das überhaupt nicht als schlimm oder falsch angesehen. Heute empört uns so etwas.
Früher wurden Kinder als Kriegspfand in fremde Länder geschickt, für Menschen von heute undenkbar, traumatisierend.
In der Bibel (altes Testament) wird von Tier- (und zumindest angeforderten) Menschenopfern geredet, das wäre für uns heute unvorstellbar. Ebenso würden wir uns wohl dagegen verwehren, das ein Mann mit unfruchtbarer Frau seine Schwägerin schwängern darf und ähnliches.
Die Zeit, die Kultur, die Bildung bestimmt was wir als Richtig oder Falsch annehmen und diese Annahmen erstrecken sich auch auf unser Religionsempfinden.
Oder bleiben wir einfach in der heutigen Zeit, Todesstrafe ist ein Gebiet wo sich die Geister teilen - ist sie nun gut oder böse? Die Unterdrückung von Frauen, Kinderarbeit, Menschenhandel, sexuelle Verstümmelung etc. - die Menschen die das tun halten das nicht für böse, ganze Völkergruppen nicht - andere aber schon.
Gefühle haben wir alle, auch die zerstörerischen, egoistischen, triebhaften - ob wir ihnen nachgeben wenn es um Regeln geht bestimmen wir, auch sicher eine Veranlagung, aber letzlich unser Wille. Wir entscheiden ob wir mit der Gemeinschaft oder gegen sie leben wollen.
Lulu Blue
24.02.2009, 02:56
Ich schließe mich da Jerome an.
Das eine könnte es ohne das andere nicht geben, sie bedingen einander. Ein ganz einfaches Naturgesetz - positiv und negativ - das sind die beiden Tatsachen, die unsere Welt zusammenhalten, schon in den kleinsten Teilchen der Materie - Kohäsion und Adhäsion. Es sind die Gegensätze, die einander die Existenz erst möglich machen wie Licht und Dunkelheit, Wärme und Kälte, Hoch und Tief ---- Liebe und Hass, Gut und Böse.
Trümmerfeld
24.02.2009, 04:13
in so einem menschen muss das abgrund tief böse stecken.
[...]
somit haben wir die defintion von gut und böse durch unsere weltanschaung selbst bestimmt.
alles ansichtssache.
Du widersprichst Dir hier. Entweder gibt es "das abgrundtief Böse", dann steht per definitionem fest, wer oder was unter welchen Bedingungen "böse ist" oder "Böses" tut, oder aber es ist Ansichtssache.
Kann hier also nicht doch von einer Kraft gesprochen werden, die Verderbnis heranzüchtet?
Interessant ist - und das zeigt das Zitat ja deutlich ("die Kraft, die Verderbnis heranzüchtet") -, dass in diesem Zusammenhang oft Wendungen gebracht werden, die den Menschen in einem passiven Verhältnis zu seiner Handlung darstellen ("Es steckt in ihm.", "Der Teufel hat ihn geritten."). Es wird so getan, als wäre der Mensch zu seiner Tat getrieben worden, als sei er besessen vom Bösen, welches in dämonischer Manier seine Handlungen bestimmt hat. Und obwohl so formuliert wird, liegen Schuld und Verantwortlichkeit dann doch immer ausschließlich beim Menschen selbst. Obwohl eine externe causa für die böse Handlung des Menschen als Ursache angedacht wird, wird dennoch nur der Mensch zur Bestrafung herangezogen. Anstatt ihn von den Vergehen freizusprechen, welche er ja eigentlich gar nicht selbst begangen hat, wird der Mensch zur Verantwortung gezogen.
In der Aufassung, es existiert ein objektives Böses, liegt also ein ganz übler, spritistisch motivierter, menschenfeindlicher Widersinn begraben, welcher endlich ausgemerzt gehört.
No offense!
.
du hast zwar recht damit was du schreibst aber ich würde es etwas anders sehen.
den selbst wen ganze vökergruppen etwas als nicht böse bezeichnen so ist es trotzdem böse.
wie heisst es doch so schön.
der grösste trick des teufels ist uns weis zu machen das er gar nicht existiert..
ich sagte ja hass ist ein unterwort von böse.
aber hass und böse gehören zusammen.
ab wann ist etwas böse:
sobald man damit anderen menschen leid zufügt,sie misshandelt,missbraucht,quält,foltert.
wen das jetzt viele machen und alle es als gut bezeichnen dan ist es trotzdem nicht gut.
wen jetzt kleine mädchen beschnitten(ihre genitalien verstümmelt)werden dan denken alle es wäre etwas gutes?
nein tief in ihrem inneren wissen sie das das was sie machen böse ist.
warum?
den tief im inneren muss/wird sich jeder mensch fragen:möchte ich so behandelt werden?
wäre ich jetzt diese kleine mädchen würde ich dan für ja stimmen wen man mich fragen würde ob ich das will.
behandle deinen nächsten wie du selbst gern behandelt werden möchtest.
umso mehr die verhaltensweisen der menschen von dieser norm abweicht umso böser ist etwas.
nachdem du dich jetzt auf die bibel berufst will ich dir sagen das ich damit ahnung habe.
das es in einem buch bei dem es ja um gott und den teufel geht auch sehr vieles böses vorkommt muss zwangsläufig so sein.
in diesem buch geht es ja um gut und böse.
zeig mir aber eine stelle wo gott dieses "menschenopfer" fordert.
und hass ist ein gefühl richtig?!
sag mir ein beispiel wo ein mensch voller liebe etwas böses getan hat.
(er darf auch in diesem moment keinen hass gefühlt haben.)
alle bösen taten enstehen durch unterwörter von böse wie zb:hass,wut,neid,gier undsw.
und das sind wie du richtig festgestellt hast gefühle.
diese gefühle ermöglichen aber das böse erst.
die nazis:hass auf die juden
todesstrafe:hass auf den mörder(falscher gerechtigkeitssinn.)
menschenhandel:gier
das sind alles gefühle.und durch diese gefühle ensteht das böse.
das böse das in jedem von uns steckt,egal ob wir uns jetzt an irgendwelche regeln halten oder nicht.
andere völker andere sitten.
aber böse werden können wir alle,weil es in jedem von uns steckt.
weil das böse schon seit menschen gedenken ein primär und stes präsenter teil dieser welt ist.
ob das jetzt ein ganzes volk macht oder nur ein einzelner.
liebe ist einfach nur ein unterbegriff von gut.
hass ist einfach nur ein unterbegriff von böse.
liebe und hass sind aber gefühle.reale gefühle.
nicht rigendwelche verhaltensweisen die wir menschen uns angeignet haben.
es gibt von allem auf der welt egal von was etwas gegenteiliges.
schwarz,weiss
dunkel,hell
undsw.
Mit der Äußerung liebe ist ein Unterbegriff von Gut und Haß von böse wäre ich vorsichtig.
Kraß gesagt: Auch ein Mörder liebt seine Arbeit.
Haß, Liebe, Gut und Böse sind alles Begriffe, denen wir eine Bedeutung zugemessen haben. Die Bedeutung ist für jeden Menschen anders, sie ist für jedes Volk anders, sie ist zu jedem Zeitalter anders.
Den Fehler, den wir machen ist zu meinen unsere derzeitigen Maßstäbe wären allgemeingültig. Das sind sie nicht. Schon in wenigen Jahren können unsere Vorstellungen vollkommen überholt sein, wie auch die Vorstellungen von vor wenigen Jahren überholt sind.
Haß ist meiner Meinung nach ein Begriff für eine Reaktion auf ein schlechtes Erlebnis. Das Erlebnis kann auch überliefert oder eingeredet worden sein. Also im Grunde nichts schlechtes. Schlecht kann nur sein, was man daraus macht.
Liebe ist so ähnlich, eine Reaktion, auf etwas was uns gefällt. In der Handlung kann etwas positives, oder etwas negativer herauskommen.
Haß und Liebe als gegenteilig kann man auch nicht wirklich sehen. Das Gegenteil zu beidem ist eher Gleichgültigkeit.
Wer hat denn definiert, daß Weiß das Gegenteil von Schwarz ist? Sind beides "Farben". was wäre denn dann das Gegenteil von Rot oder Blau?
Auch Dunkel und Hell sind keine Gegenteile. Das eine hat mehr licht, das andere nur etwas weniger.
Betreffend Gott gibt es eigene Threads. Eine Diskussion hier im Thread würde ich nicht als so schön empfinden.
Das eine könnte es ohne das andere nicht geben, sie bedingen einander. Ein ganz einfaches Naturgesetz - positiv und negativ - das sind die beiden Tatsachen, die unsere Welt zusammenhalten, schon in den kleinsten Teilchen der Materie - Kohäsion und Adhäsion. Es sind die Gegensätze, die einander die Existenz erst möglich machen wie Licht und Dunkelheit, Wärme und Kälte, Hoch und Tief ---- Liebe und Hass, Gut und Böse.
Oder sind das alles nur Konstrukte? Versuche, unerklärliche Dinge zu erklären, unverständliche zu verstehen, wenigstens in Ansätzen? Notwendige Zwischenschritte auf der Odyssee nach einem ganzheitlichen Verständnis der Welt, das der Mensch gern hätte?
Insbesondere Gut und Böse sind nur moralische Vorstellungen, die irgendwann mal eine Gruppe kulturschaffender Wesen definiert hat, um "Erstrebenswertes" von "nicht Erstrebenswertem" abzugrenzen, weil sie gewisse Regeln für notwendig erachtet hat. Moral ist kein Naturgesetz.
Mir ist das irgendwie zu einfach... :confused: Auch wenn's natürlich praktisch wär. ;) (Oder nein, lieber doch nicht...)
Noch vor wenigen Jahren glaubte ich, das Böse sei nicht existent.
Je nachdem, welcher Kultur man angehöre und welche Ansichten man vertrete, richte sich das ethische Empfinden ganz nach diesen Ausgangspunkten. Mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher. Kulturübergreifend werden beispielsweise die Auswirkungen eines Krieges als erschütternd und traumatisierend erlebt. Verwundete Körper reißen die Grenzen einer Kultur ein und tragen zu einem Schockmoment bei. Die sittliche Vorstellung manifestiert sich also auch in der Körperlichkeit, im Materiellen.
Kriege "erschüttern" natürlich jeden Menschen, egal welcher Kultur er angehört. Möglicherweise ist diese "Erschütterung" aber gar nicht die Folge davon, dass moralische Regeln verletzt werden, sondern in erster Linie eine Reaktion, die von viel tieferen, grundlegenderen Funktionen ausgelöst wird?
Da in einem Krieg Menschen sterben, was schlecht für die Erhaltung der menschlichen Art ist und alle Tiere (auch Pflanzen) naturgemäß um die Erhaltung der eigenen Art bemüht sind, ist die Reaktion vielleicht genauso natürlich wie erst einmal (oder überhaupt) nicht moralisch/ethisch begründet?
Insofern könnte man das, was ich oben "Versuch, die Welt zu erklären" genannt habe, für diesen konkreten Fall präzisieren als "In Worte/Regeln fassen des Selbsterhaltungstriebs"? Da das einer der grundlegendsten Wesenszüge ist, wurden die Worte dafür ursprünglich genauso einfach gewählt, damit auch der beschränkte Verstand eines frühen Homo sapiens versteht, was man tun darf und was nicht.
Als Sprache entstand, musste oder wollte man natürlich gerade für solche grundlegenden Prinzipien Wörter finden, weil das die Dinge waren, die aktuell waren und jeden unmittelbar betrafen. Moral war den Menschen zu dieser Zeit vermutlich noch sehr fern, weshalb keine weitere Diffenzierung als sinngemäß "das gut"/"das schlecht" oder "der gut"/"der böse" notwendig war.
So. Genug gesponnen. Wenn mir jemand bestätigt, dass "gut" und "böse" zu den ersten 100 Wörtern gehören, die der Mensch gelernt hat, sehe ich meine Theorie als bestätigt an. :D
Nachtrag: Womit es ergo ein klar definiertes, und aus Sicht der Menschheit sogar objektives Böses gäbe, nämlich alles, was die eigene Art gefährdet. Huch! :eek:
Nachtrag 2: Das lässt sich sogar ohne Weiteres von der gesamten Menschlichen Art (damals) auf einzelne Völker und somit Kulturen (heute) übertragen...? :eek:
Nachtrag 3: Und zwar bis hin zur kleinsten Bezugsgruppe, zum Beispiel einer Familie. In umgekehrter Reihenfolge als hier genannt, gelangen wir dann zu folgender Hierarchie: Wenn die Familie sicher ist, kümmern wir uns um die Nachbarschaft; wenn es den Leuten in der Stadt gut geht, kommt meinetwegen das Bundesland; dann geht es um "uns Deutsche" (oder Österreicher oder Schweizer ;)), anschließend kommen Mittel- und danach Ganzeuropäer; dann nehmen wir andere Kulturen hinzu, die unserer am nächsten stehen: Nordamerika, Australien, Asien, Südamerika, Afrika und dann hätten wir auch schon alle beisammen und wären schließlich bei der gesamten Menschheit angelangt, was vermutlich erst passieren wird, wenn jene einen neuen "natürlichen Feind" bekommt. (Gruppen beliebig gewählt, aber das Prinzip dürfte klar sein.)
Je nach Situation ist dann alles "böse", was das "wir" nach einem dieser Maßstäbe (welchen man anlegt, ist auch situationsabhängig) gefährdet.
Und schon hätten wir alles erklärt, was hier in Frage stand. Den Thread kann dann bitte ein Mod schließen... :cool: :D
Die Begriffe "Gut" und "Böse" spalten sich an den eigenen Erlebnissen.
Für mich gibt es das "Böse" nicht, weil nur das "Böse" meine Entwicklung fördert, das "Gute" brauche ich nur als Ausgleich und Werteskala.
es gibt natürlich alles, aber die sprache suggeriert in dem fall eine lächerliche binäre situation. allerdings gehen die menschen mit sprache ganz anders um. für mich übersetzt sich ein polarisierender begriff immer sofort in die angabe von koordinaten für einen regenbogen artigen verlauf. manchmal machen die koordinaten keinen sinn, ansonsten arbeite ich gerne mit extremen, denn ohne koordinaten lässt sich eine relation sprachlich halt nicht ausdrücken. aber ich merke oft, das andere menschen sprache anders benutzen, sich ihr ganz unterordnen und wirklich binär denken. dann widerspreche ich ihnen auch mal bei einer aussage die für mich selbst eigentlich funktionieren würde. kompliziert :rolleyes:
ärgerlich wenn sie mir binäres denken unterstellen, weil sie nur das kennen und es auf mich projizieren.
wen man jetzt davon ausgeht das das böse eigentlich nur ein begriff ist den jeder mensch anders auslegt dan kommen wir hier unvermeidlich zu der diskussion ob wir einen freien willen besitzen.
warum das?
das werde ich kurz erklären.
wen ein mörder aus unserer sicht der dinge "böse handelt man aber damit argumentiert das der mörder nicht anders handeln konnte oder wollte weil mord für ihn etwas schönes ist.
nach unseren wertvorstellungen wäre mord ja etwas grausames böses.
jeder von uns könnte töten ganz egal wer.sei es jetzt weil unser eigenes leben davon abhängen würde oder irgendeine andere extremsituation.
jetzt stellt sich die frage ob wir einen freien willen haben oder doch nur ferngesteuerte säugetiere sind die sich ihrem denkapparat unterwerfen müssen.
oder ob nicht das bewusstsein selbst eine illussion ist die uns das gehirn vorgaukelt.
es gibt ja bereits wissenschaftliche tests die dies untermauern.
ja sogar fast schon beweisen können.
kommt man jetzt zu dem schluss aber das dies tatsächlich so ist muss man sagen das das böse existiert weil wir ja sklaven unseres eigenen daseins wären und es somit in der natur der dinge liegen würde das das böse existiert.
weil wir keine freie entscheidungskraft hätten(auch wen uns das gehirn diese vorspielt)gebe es damit einfach gute und böse menschen.
somit wäre das böse existent im sinne davon und nicht eine wertvorstellung das wir als böse auslegen.
zu dem beispiel mit licht und dunkelheit.
doch es ist genau das gegenteil.
es gibt halt nur sehr viele abstufungen und zwischenräume aber ohne das licht könnte dunkelheit gar nicht existieren genau wie gegenteiliges der fall wäre.
wo kein licht da kein schatten.
Lulu Blue
24.02.2009, 10:05
...
man kann nicht immer nur von sich ausgehen... jeder mensch erlebt alles anders.
deshalb glaube ich lulu, dass es auch in dem von dir genannten menschen gründe für das verhalten gibt.
kein baby wird böse geboren!!! so ein quatsch.
und glaubt ihr ernsthaft dass ein baby oder kind ohne grund denkt
"heute will ich böse sein" oder überhaupt ein mensch absolut bewusst sich entschleßt böse zu sein?
ohne beweggründe, aus heiterm himmel??
*lach*
und ihr seit dann die guten oder wie?
oder sind wir alle böse und müssen uns deshalb schuldig fühlen und beichten gehen?
ein für meinen geschmack schräges menschenbild... und eines das mir angst macht.
Klar gibt es Gründe für das was wir tun - das will ich doch gar nicht in Frage stellen. Und ebensowenig möchte ich hier krank und böse auf eine Stufe stellen. Ich bezeichne nur Menschen, die bewusst Böses tun als krank, weil sie eben auch zerstörerisch sind, weil sie anderen schaden, weh tun, sie gefährden usw. Und ich muss Namara Recht geben - Erziehung bzw. Erlebnisse sind das Eine, aber jeder hat auch die Wahl, kann sich entscheiden und hat somit auch Verantwortung für sein Tun.
Diese Menschen, von denen ich ursprünglich sprach, sind sich ja bewusst, dass sie anderen Schaden zufügen, ihnen Böses tun - ja sie tun es in voller Absicht. Niemand zwingt sie dazu.
Und indem jemand etwas Böses tut, warum auch immer, wird es auch existent.
Und kein Mensch ist nur gut oder nur böse - ich glaube in jedem von uns steckt beides. Nur sind diese Anteile unterschiedlich ausgeprägt bzw. liegt es auch an uns, was davon wir leben und tun.
Ob es "das Gute" und "das Böse" gibt, hängt immer davon ab, wie der jeweilige Mensch in seinem jeweiligen Kulturkreis und seinem individuellen Empfinden definiert. Es gibt nahezu keine allgemeine, weltumspannende und Zeit überdauernde Definition für "gut" und "böse", die über gesellschaftliche Normen hinausgehen und dabei von allen Menschen zu allen Zeiten geteilt wird.
Die Frage nach "gut" und "böse" ist also keine Frage nach einer objektiven Wahrheit, sondern nach subjektiver Wirklichkeit. Und in vielen subjektiven Wirklichkeiten gibt es "Das Gute" und "Das Böse" - in manchen gibt es diese Begriffe aber nicht.
Frankster_70
24.02.2009, 10:41
---
wen man jetzt davon ausgeht das das böse eigentlich nur ein begriff ist den jeder mensch anders auslegt dan kommen wir hier unvermeidlich zu der diskussion ob wir einen freien willen besitzen.
Meines Wissens unterwirft sich jeder Mensch seines Denkapparates. Er ist es, der uns vorgibt, wie wir empfinden und entscheiden. Daß wir trotzdem mehrere Alternativen haben ist da nebensächlich.
Z.B. Du kannst auf die heiße Herdplatte fassen, oder nicht. Die Wahl hast Du. Trotzdem kann man voraussagen, wie Du reagieren wirst.
Was man als nicht Vorteilhaft, aus welchen Gründen auch immer, erachtet wird man mit ziemlicher Sicherheit nicht tun.
Bei den meisten Menschen ist es, wenn man etwas böses tut bekommt man ein schlechtes Gewissen (oder hat Nachteile). Dazu muß ich aber erst einmal wissen, was böse ist. Böse ist demnach alles das, was von der jeweiligen Gesellschaft sanktioniert wird, bzw. was man selber als böse empfindet.
zu dem beispiel mit licht und dunkelheit.
doch es ist genau das gegenteil.
es gibt halt nur sehr viele abstufungen und zwischenräume aber ohne das licht könnte dunkelheit gar nicht existieren genau wie gegenteiliges der fall wäre.
wo kein licht da kein schatten.
An und Aus sind gegenteilige Positionen. Hell und Dunkel ist anders. Wann fängt Dunkel an und wann hört Hell auf? Hell und Dunkel ist lediglich ein momentanes persönliches Empfinden der Lichtintensität.
Ein Schatten entsteht nicht aufgrund des Lichtes, sondern weil den Lichtstrahlen etwas im Wege steht.
Was ist denn nun los, ich editiere einen Beitrag und da ist er plötzlich doppelt. *kopfschüttel*
den selbst wen ganze vökergruppen etwas als nicht böse bezeichnen so ist es trotzdem böse.
Warum, weil du das so empfindest?
Wenn 100.000 Menschen etwas so empfinden und 100.000 etwas anderes – wer hat dann Recht, wer entscheidet das?
Wenn ein Vegetarier mir sagt, Fleisch essen ist Mord und ein anderer sagt mir, das ist einfach menschliche Natur - wer hat dann Recht? Aus meiner Sicht - beide. Jede Aussage hat ihre Berechtigung auch wenn der Eine den Anderen warscheinlich als Böse empfindet.
ich sagte ja hass ist ein unterwort von böse.
aber hass und böse gehören zusammen.
Wenn Hass ein Unterwort ist, hassen demnach böse ist, dann ist jedes Kind, zumindest zeitweise, böse, denn Kinder leben ihre Gefühle noch so intensiv, haben noch so wenig Kontrolle über sie, dass sie schon durch kleinste Dinge jemanden für eine kleine Zeit abgrundtief hassen können. Werden wir älter lernen wir unsere Gefühle kontrollierter zuzulassen und Dinge aus mehreren Blickwinkeln, nicht nur auf uns persönlich bezogen, zu sehen. In uns allen steckt diese Gefühl, auch wenn wir es gerne unterdrücken und wegschlissen. Deswegen sind wir aber noch nicht Böse, wir haben nur die Fähigkeit etwas schlechtes zu tun.
ab wann ist etwas böse:
sobald man damit anderen menschen leid zufügt,sie misshandelt,missbraucht,quält,foltert.
Demnach darf ich z. B. Tieren Leid zufügen? Das wird auch schon wieder von Menschen unterschiedlich gesehen. Frag mal hier unsere Vegetarier.
Oder ich darf rücksichtslos die Natur ausbeuten?
Und ab wann ist etwas eine Qual. Wenn mein Sohn sein Zimmer aufräumen muss und vor Wut und Ärger darüber heult und es trotzdem tun muss, ist das dann schon quälen? Ab wann leidet ein Mensch? Sperre ich einen Verbrecher ein leidet er auch, darf ich das jetzt nicht mehr.
Was wir als richtig oder falsch und demnach gut oder böse annehmen, das wurde uns zu einem großen Teil anerzogen und hat viel mit unserem Lebensstandard, unserer Religion, unserer Kultur zu tun.
Die Majas, die überzeugt waren durch ein Menschenopfer ihre ganzen Kultur vor Schaden zu bewahren hatte sicher nicht das Gefühl in sich etwas falsches zu machen.
Unser Gewissen ist Produkt unserer Erziehung. Schon als Kind wird uns beigebracht, wenn ich was falsches tue bringt das Ungemach für mich.
nein tief in ihrem inneren wissen sie das das was sie machen böse ist.
warum?
den tief im inneren muss/wird sich jeder mensch fragen:möchte ich so behandelt werden?
wäre ich jetzt diese kleine mädchen würde ich dan für ja stimmen wen man mich fragen würde ob ich das will.
Das ist zu einfach gedacht. Wenn du dich mit dem Thema auseinandersetzt wirst du erstaunt feststellen, dass viele Frauen und auch ältere Mädchen, die das selber durchmachen musste oder müssen es für ihre Kinder oder sich wollen (unabhängig von dem Denken ihrer Männer). In dieser Kultur ist nämlich ein unbeschnittenes Mädchen ein Nichts, ein Schandfleck, eine Ausgestoßene – sie ist kaum zu verheiraten, liegt der Familie auf der Tasche, bringt die Familie in Verruf.
Nein, diese Menschen haben ganz und gar nicht das Gefühl etwas falsches zu tun. Wäre es so, hätten die Regierungen nicht solche Probleme dieser Sache, trotz Verboten, Herr zu werden.
behandle deinen nächsten wie du selbst gern behandelt werden möchtest.
umso mehr die verhaltensweisen der menschen von dieser norm abweicht umso böser ist etwas.
Norm, genau, ein von Menschen definierte und in Form gepresste Verhaltennorm.
Darf ich jetzt darauf herumreiten, dass das eine rein christliche Aussage ist ;) und mit dem Wort Nächster, zur Zeit als es geschrieben wurde, ausschließlich Angehörige / Familie / Clan im besten Fall noch Volk gemeint war und erst in heutiger Zeit aus Nächster = Angehöriger ein Nächster = Menschheit wurde.
Gerade diese Aussage ist ein Paradebeispiel dafür wie sich die Auslegung und Auffassung zur Religion / Bibel im laufe der Zeit änderte.
Würde ich diese Aussage so auslegen wie sie zu Entstehungszeiten gedeutet werden würde, hieße das, ich könnte mit anderen Menschenvölkern und Ungläubigen machen was ich will. Und schon hätten wir wieder Hexenverbrennung, Kreuzzüge und Judenverfolgung.
Nein Danke!
Die Auslegung wie wir sie heute verstehen ist ein Produkt der neuzeitigen Moralvorstellungen denn das Eine wirkt auf das Andere ein, Religion beeinflusst die Kultur und die Moralvorstellungen die Religionsauslegung und die Kultur wieder unsere Moralvorstellungen. Ändert sich eines dieser Dinge, wirkt sich das auch auf die anderen Bereiche aus.
(Im Grunde nichts anderes als das Modell von Denken-Handeln-Fühlen die sich auch gegenseitig beeinflussen)
nachdem du dich jetzt auf die bibel berufst will ich dir sagen das ich damit ahnung habe.
das es in einem buch bei dem es ja um gott und den teufel geht auch sehr vieles böses vorkommt muss zwangsläufig so sein.
in diesem buch geht es ja um gut und böse.
zeig mir aber eine stelle wo gott dieses "menschenopfer" fordert.
Also bitte, die Geschichte von Abraham kennt doch jeder. Er hat es ja verhindert, gut, aber er hat es erst abgefordert. Und das er das getan hat zeigt mir sehr deutlich wie sehr die christliche Religionsauffassung sich über die Jahrhunderte verändert hat.
und hass ist ein gefühl richtig?!
sag mir ein beispiel wo ein mensch voller liebe etwas böses getan hat.
(er darf auch in diesem moment keinen hass gefühlt haben.)
Schau dir meine Schwiegermutter an, dann weißt du es, übermäßige Liebe kann einen Menschen unheimlich schaden. Sie hat es geschafft alle drei Kinder, die sie liebte, psychisch krank zu machen und hat bis heute nicht das Gefühl etwas falsch gemacht zu haben. Sie hat doch immer alles für sie getan, sie geliebt, sich aufgeopfert.
Schau dir einen Kinderschänder an, dann bekommst du deine Antwort (ja, diese Menschen empfinden nicht nur Triebe, sie haben tatsächlich das Gefühl von Liebe zu ihren Opfern und begreifen oft nicht was sie anrichten, das es falsch ist, das selbst wenn sie ein Kind dazu bringen freiwillig mitzumachen, das Kind vielleicht sogar so etwas wie Neugier und Lust empfindet, es ein Missbrauch ist der später zu Schuld, Scham und Problemen führt).
Schau dir einen hungernden Vater an, der in seiner Not einen anderen überfällt um seine Familie satt zu bekommen.
Schau dir einen Menschen an der Suezid begeht und seine Kinder mitnimmt, weil sie keinen hätten zu dem sie kommen könnten. Diese Menschen glauben ihren Kindern etwas zu ersparen.
alle bösen taten enstehen durch unterwörter von böse wie zb:hass,wut,neid,gier undsw.
und das sind wie du richtig festgestellt hast gefühle.
diese gefühle ermöglichen aber das böse erst.
Aha, aber unterdrückte Wut kann krank machen, Neid kann zu besserer Leistung anspornen, Hass kann helfen eine Extremsituation zu überleben etc.
Nicht das Gefühl ist böse oder macht böses, es ist das was „wir“ damit tun und das entscheiden wir durch unsere Taten, sofern wir es schaffen uns von unseren Prägungen zu befreien.
die nazis:hass auf die juden
todesstrafe:hass auf den mörder(falscher gerechtigkeitssinn.)
menschenhandel:gier
Auslegungssache. Eine Mutter die ihr Kind, das sie nicht ernähren kann, an eine Teppichknüpferei verkauft, handelt die aus Gier oder sieht sie aus Liebe unter zwei Unheilen das kleinere?
Todesstrafe, wenn ein Massenmörder die Steuergelder über Jahrzehnte auffrisst, während Opfer auf ihren psychischen und materiellen Schäden sitzen bleiben, auch das kann eine Begründung für Todesstrafe sein oder der Wunsch danach, seine Lieben vor solch einem Menschen zu schützen. Ich muss nicht hassen um jemanden tot sehen zu wollen.
Und Feindbilder und Vorurteile sind leider nicht nur Sache der Nazis (die den Judenhass leider auch schon von anderen übernommen haben). Ich brauch nur auf die Straße zu gehen und mich umzuhören. Da gehört jeder Russe zur Mafia, jeder Pole ist ein Autoklauer, jeder Russlanddeutsche hatte doch höchstens einen Schäferhund und bekommt Massenweise Aufbauhilfe, jeder Türke ist frauenfeindlich, überhaupt jeder der zum Islam gehört gleich ein Terrorist, jeder Japaner rennt nur mit Fotoapparat durch die Welt, jeder Amerikaner ist verbohrt, dumm und überheblich, jeder Deutsche pedantisch und isst sieben mal die Woche Sauerkraut.
Das ist alles quatsch – aber solange der Mensch nicht bereit ist für seine eigenen Taten die Verantwortung zu übernehmen (und das schließt z. B. für mich auch ein alles auf die Erziehung zu schieben statt sich von ihr zu befeien und seine kulturellen Werte selber zu hinterfragen genauso wie seine Religion), solange wird es so etwas geben, werden wir für eigenes Versagen oder Probleme einen Schuldigen, einen Feind, einen Sündenbock (und sei es ein Teufel oder „das Böse“ suchen an dem wir unsere Aggressionen, und sei es nur durch dumme Sprüche, auslassen können.
das sind alles gefühle.und durch diese gefühle ensteht das böse.
das böse das in jedem von uns steckt,egal ob wir uns jetzt an irgendwelche regeln halten oder nicht.
andere völker andere sitten.
aber böse werden können wir alle,weil es in jedem von uns steckt.
weil das böse schon seit menschen gedenken ein primär und stes präsenter teil dieser welt ist.
ob das jetzt ein ganzes volk macht oder nur ein einzelner.
Ja, die Fähigkeit zu dem ,was wir Böse nennen steckt in uns allen. Aber was wir als Böse empfinden, das machen wir uns selber, darauf wurden wir geprägt. Diese Prägung kann man allerdings hinterfragen und aussteigen. Manche tun das um die moralischen Regeln enger zu stecken, andere um sie zu lockern – je nachdem wie weit kann es zu Schäden für Einzelne oder die Gemeinschaft kommen und dann definieren wir es als Böse.
Vor 40 Jahren wäre ein Ohrfeige kein Problem, heute kannst du dafür eine Anzeige bekommen. Vor 40 Jahren wäre ein Sexualopfer schief angeguckt worden, weil es das ja mit Sicherheit herausgefordert hat. Vor 40 Jahren wäre eine Scheidung ein sozialer Bankrott gewesen, egal ob schuldig (und dann vielleicht sogar im Gefängnis) oder nicht.
Und ich denke, in noch mal 40 Jahren wird vieles was wir heute als Recht und Unrecht empfinden wieder anders aufgefasst werden.
Es gibt keine Allgemeingültigkeit für Gut oder Böse, so wie Menschen sich ändern, so ändern sich diese Begriffe und immer werden die entsprechenden Menschen „ihre“ Auffassung für die richtige halten.
annabaeumchen
25.02.2009, 09:32
Wow, Namara, das hast Du schön geschrieben. Es hat mich sehr gefreut, das zu lesen und ich kann dem nichts hinzufügen. Danke!
Wow, Namara, das hast Du schön geschrieben. Es hat mich sehr gefreut, das zu lesen und ich kann dem nichts hinzufügen. Danke!
Gemeinheit *lach*
während das Böse oft noch den Charme der Erfindungsgabe und der Intelligenz und ein messerscharfes Wachsein in sich trägt, ist bei vielen Menschen alles im Bereich 'Niemandsland', nämich "jenseits von gut und böse", wie, beispielsweise, - - die Pomadigkeit, das nicht-anspringen, Trägheit im Denken und beim Wiederkäuen, Abwesenheit von Zielen. Ideale und der Blick zum Nebenmenschen? - unbekannt.
Frankster_70
25.02.2009, 11:03
---
frankster.
am besten ignorieren.
aber zurück zum thema.
im grunde genommen haben viele hier recht.
das böse existiert nur in unserem kopf und böse ist das wir als böse definieren.
jetzt aber meine frage was ist exiszent oder existieren?
auch die farbe blau existiert weil wir der spiegelung von licht in einem bestimmten winkel auf ein bestimmtes material diesen namen gegeben haben.
wen ein mensch sagt nein,das ist nicht blau dan wird man ihm nie das gegenteil beweisen können.
und ich werde nie erfahren ob andere menschen blau genau so sehen wie ich.
oder sehen sie blau als gelb?
oder ist bei ihnen blau rot?
doch ich habe von geburt auf gelernt das eben diese wahrnehmung von meinem auge in der welt als blau bezeichnet wird.
und die farbe blau existiert.
weil die menschen diesen begriff erfunden haben.
die ganze welt wird sich einig sein das blau eben blau ist.
hier herrscht weltweite einigkeit.ob jeder das blaue anders wahr nimmt wird ein rätsel bleiben weil jeder die welt anders wahrnimmt.
aber die farbe blau existiert.
so wie das wort "existiert" existiert weil wir menschen diesem begriff eine bedeutung gegeben haben.
genau so existiert das böse.ob andere menschen ein "anderes"böse sehen hat nicht damit zu tun ob es existiert.
Ich bin manchmal böse, aber nicht schlecht. Schlecht wäre, wenn ich das Böse in mir nicht ansehe. Das "Böse" in mir hat Ursprünge und Daseinsberechtigungen.
Das Thema "Gut" und "Böse" kann einen bis zum Wahnsinn treiben (ich schreibe aus eigener Erfahrung).
Wenn ich die Welt nur als Leben & Entwicklung betrachte, geht's mir besser damit.
cryingflannel
25.02.2009, 13:50
böse ist m.e. eine definitionssache bzw. frage des (kulturellen) hintergrundes und standpunktes - und deshalb eine frage des persönlichen empfindens - soweit scheinen sich ja auch fast alle hier weitgehend einig zu sein.
deswegen denke ich auch, dass jede sichtweise zu dem thema für den betreffenden selbst ihre volle berechtigung und auch ihre richtigkeit hat.
und dass es genau deshalb nicht statthaft ist, sichtweisen oder definitionen von böse als allgemeingültig oder absolut zu betrachten, wie z.b. manche religionen, oder politische richtugnen das tun.
wobei genau das wieder in ein für mich persönlich extrem schwieriges dilemma führt, denn wenn ich z.b. einige aussagen der "zehn gebote" (als rel. willkürliche gewähltes beispiel) nehme - so komme ich für mich zu dem schluss, dass die welt (zumindest in meinen augen!) mit sehr grosser wahrscheinlichkeit um etlihes freundlicher wäre, wenn sich _alle_ menschen daran halten würden - sprich: wenn genau diese sichtweise allgemeingültigkeit hätte.
wie kommt man aus diesem dilemma heraus?
Manche Menschen sind nur "böse", weil sie Angst haben. D. h. diese Menschen wollen nicht unbedingt etwas Schlechtes tun, aber sie sind so in ihre Muster verstrickt, dass sie nicht anders können.
Böse ist für mich, wenn ein Mensch bewusst und mit Absicht, Schaden zufügen will.. Natürlich kann das, wo nun ein Schaden anfängt, fast ins Philosophische ausarten...
Wenn ich weiß, dass das, was ich tue, einem anderen Menschen schaden wird und ich dies eben gerade deswegen tue, ist das für mich böse..
Auch hiervon wird es vielleicht Ausnahmen geben, ich kann jetzt nicht alle Eventualitäten überblicken.. aber so in der Richtung etwa zeigt sich für mich das, was böse ist.. oder besser, eine Tat, die ich als böse betrachten würde..
Und selbstverständlich können auch Kinder.. auch kleine Kinder böse handeln.. auch wenn sie vielleicht noch gar nicht mit diesem Vokabular umgehen können..
Der Wille, bewusst und wollend jemandem schaden zu wollen und dies auch in die Tat umzusetzen, das ist für mich die "Grenze".. dieses "und", die Tat..
Oder auch das Nicht-Handeln manchmal..
Zumindest von einem erwachsenen Menschen erwarte ich, dass er dies nicht tut.. jedenfalls meistens...
Natürlich ist es kulturell geprägt, was als böse gilt.. aber es ist nicht nur kulturell geprägt bzw. es braucht es nicht zu sein..
Wenn ich mit ansehen würde, wie jemand gequält wird, dann brauche ich nicht die Auslegung der Kultur, nur um ein Beispiel zu nennen..
Das hat nicht immer mit "richtig" und "falsch" zu tun...
Je mehr ein Mensch wirklich bei sich sein, sich selbst annehmen kann, gerne bei sich ist.. eine Wärme für sich selbst empfinden vermag, umso weniger anfällig wird er für eine böse Tat sein, weil er dies dann nicht könnte...
Die böse Tat setzt, glaube ich, eine Art "Verlust" voraus.. so, als würde man sich selbst verlieren.. zumindest vorübergehend.. und bei manchen Menschen ist es nicht nur vorübergehend..
Freilich gibt es "kleine" böse Taten.. kleinste.. das kann schon eine verbale Äußerung sein.. oder auch welche, die alles andere als klein sind..
sonderbar, dass von den Bösen, etwa im Film, ein gewisser Reiz ausgeht. Ihr Planen und Handeln ist durchschlagend erfolgreich. Ihr hintersinniges Trachten scheint alles, was sie an Intelligenz haben, zu einem Feuerstrahl zu bündeln.
Manche Gutmenschen wirken da im Vergleich lau.
Tinrazielle
17.09.2009, 19:56
sonderbar, dass von den Bösen, etwa im Film, ein gewisser Reiz ausgeht. Ihr Planen und Handeln ist durchschlagend erfolgreich. Ihr hintersinniges Trachten scheint alles, was sie an Intelligenz haben, zu einem Feuerstrahl zu bündeln.
Manche Gutmenschen wirken da im Vergleich lau.
Das ist genau der Grund, warum die dunkle Seite immer noch Zulauf hat.
Gut auf den Punkt gebracht, Clown :)
Marvin Gainsborough
17.09.2009, 20:23
sonderbar, dass von den Bösen, etwa im Film, ein gewisser Reiz ausgeht. Ihr Planen und Handeln ist durchschlagend erfolgreich. Ihr hintersinniges Trachten scheint alles, was sie an Intelligenz haben, zu einem Feuerstrahl zu bündeln.
Manche Gutmenschen wirken da im Vergleich lau.
Schön, das das einmal thematisiert wird! Ich stimme dem zu. Nach meiner Überzeugung wird das Böse in unserer Gesellschaft beiseite geschoben, es hat einfach keinen offiziellen Platz. Da es aber zum Menschen gehört, zu mir, zu euch, wirkt es untergründig weiter. Man muss einfach dazu stehen, dass man aggressive Anteile hat! Wie man sein "soll", führt zu nichts. Wo man steht, muss man anfangen, wie man "ist". Eigentlich ist nicht gut und böse das Gegensatzpaar, sondern stark und schwach.
sonderbar, dass von den Bösen, etwa im Film, ein gewisser Reiz ausgeht. Ihr Planen und Handeln ist durchschlagend erfolgreich. Ihr hintersinniges Trachten scheint alles, was sie an Intelligenz haben, zu einem Feuerstrahl zu bündeln.
Manche Gutmenschen wirken da im Vergleich lau.
Vielleicht weil beim Bösen in uns etwas mitschwingt. Das Gutmenschliche ist hingegen aufgesetzt.
Marvin Gainsborough
17.09.2009, 20:37
Vielleicht weil beim Bösen in uns etwas mitschwingt. Das Gutmenschliche ist hingegen aufgesetzt.
Seh ich auch so.
Schön, das das einmal thematisiert wird! Ich stimme dem zu. Nach meiner Überzeugung wird das Böse in unserer Gesellschaft beiseite geschoben, es hat einfach keinen offiziellen Platz. Da es aber zum Menschen gehört, zu mir, zu euch, wirkt es untergründig weiter. Man muss einfach dazu stehen, dass man aggressive Anteile hat! Wie man sein "soll", führt zu nichts. Wo man steht, muss man anfangen, wie man "ist". Eigentlich ist nicht gut und böse das Gegensatzpaar, sondern stark und schwach.
Oh ja, es wird sogar negiert. Darf nicht sein. Genau deshalb wird auch jedem Menschen (bösartig) Gutmenschtum vorgehalten, der es wagt Böses zu benennen oder davon etwas verringern zu wollen oder umgekehrt sich für eine gute Sache einsetzt.
Da ist doch was faul - bei den Menschen, die so denken. Sie sehen in Stärke und positiven Handlungen üble Motive, die dort nicht vorhanden sind, werden argwöhnisch und komisch. Ich glaube, dass diese Menschen schwach sind, denn für mich ist es eine Schwäche nicht annehmen zu können was ist.
So wie es Aggressivität gibt ist auch der Altruismus vorhanden.
Lieben Gruß
Susann
es scheint zwei arten von bösem zu geben.
das was so schön focusiert ist of eher die macht des abstieges, im gesunden fall agape genannt, im pathologischem fall thanatos. eine reise in den unbewussten umgang mit materie. der glaube das unsere horizontalen kämpfe absolut real sind und zu irgendeiner langfristigen entlohnung führen würden. die paradoxe balance mit dem aufstieg (eros) zu erhalten ist schwierig, und das böse hat es leicht, weil es sich um diese balance einfach nicht bemüht.
das andere böse ist ignoranz. sie kann an obigem beteiligt sein, aber überhaupt an so ziemlich allem ... unüberschaubar. auf jeden fall führt ignoranz nicht immer zum focus.
Die Frage, die ich mir stelle, ist: Warum wollen Menschen, z.B. hier, darüber reden, was gut und was böse ist? Was sind das für individuelle Motive?
Ganz zentrale Motive: überleben und verstehen.
Und die Abgrenzung, die kann nur dort erfolgen, wo ich weiß, wovon ich mich abgrenzen möchte.
Solange ich - und ich habe das lange Zeit getan - alles grauverwaschen betrachte und für alles Verständnis aufbringe, bin ich Spielball der Launen meiner Mitmenschen, ihren Störungen und Gelüsten.
Wer Gut und Böse abschaffen möchte, hat meiner Meinung nach auch Motive. Welche das sein könnten, keine Ahnung. ^^ Manche Menschen kommen eventuell besser zurecht, wenn sie ihr eigenes Verhalten und/oder das anderer Menschen nicht einordnen müssen.
Für mich gibt es hier eine Leiste, an deren Ende Gut oder eben Böse (besser finde ich ja: gut gemeint *lol*) steht. In der Mitte steht "neutral". Der Regler fließt, je nachdem, deshalb wundere ich mich oft, wenn Schwarzweißdenken als einzige (?) Möglichkeit gesehen wird, wenn es um (welch schönes Fremdwort) Dichtomie geht, ein Wort, das in sich deutlich aussagt, dass beide Begrifflichkeiten doch sehr dicht beieinander stehen. Ob das beabsichtigt ist? ;)
Gruß
Susann
liegt nicht auch ein Stück Bosheit darin, sich die Welt so zurechtzulegen (ohne genauer hinzugucken) wie man sie haben möchte? und das schliesst die Ignoranz für Andere und Anderes ein.
während das Böse oft noch den Charme der Erfindungsgabe und der Intelligenz und ein messerscharfes Wachsein in sich trägt, ist bei vielen Menschen alles im Bereich 'Niemandsland', nämlich "jenseits von gut und böse", wie, beispielsweise, - - die Pomadigkeit, das nicht-anspringen, Trägheit (im Denken und beim Wiederkäuen), Abwesenheit von Zielen. Ideale und der Blick zum Nebenmenschen? - unbekannt.
@Clown
das kommt darauf an, manchmal ist es notwendig auf Distanz zu gehen. ;) Energie ist da, wo Aufmerksamkeit ist.
Lieben Gruß
Susann
o, ein Freud'scher, ich unterschlug ein o. :yahoo:
Dreamfields
17.10.2009, 16:29
Für mich ist das Alleinsein kein Gespenst, ich bin öfter mal lieber alleine, fühle mich dabei aber nicht einsam.
vBulletin® v3.8.6, Copyright ©2000-2010, Jelsoft Enterprises Ltd.