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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wärmende Poesie - Meditationen vom Ende der Welt


zenzero nero
30.04.2004, 01:02
Die Römer dachten, dort wäre Finis Terrae – das Ende der Welt, deshalb heißt das Departement noch heute Finistere. Von dort stammt Didier Squiban – Pianist. Seine privaten Nachforschungen ergaben, dass der Name Squiban auf der Insel Molene – zwischen Le Conquet und der Insel Ouessant gelegen - sehr häufig ist. Deshalb ließ er auf der Tour „Molene“ seinen Flügel auf die Insel verschiffen, um in der dortigen Kirche ein Konzert zu geben, auf einer Insel mit 800 Einwohnern, die noch nie ein Klavier hatten. Die Einwohner dankten es ihm - die Kirche war voll, denn ein Konzert gab es nie zuvor.
Squiban soll die französische Antwort auf Keith Jarrett sein, sagen die Franzosen. Wie auch immer – seine Musik gründet im reichhaltigen keltisch-bretonischen Liedgut. Immer wieder tauchen Melodien auf, die der Hörer von „ Tri Jann“ - den Heroen des bretonischen Folk-Rocks – oder anderen Musikern der Bretagne kennt.
Squiban ist ein Lyriker am Piano. Er beherrscht perfekt die leisen Töne, und das liegt dem Volk der Dichter und Denker. Er schafft wunderbar zarte Arrangements, „Wärmende Poesie“ wurden sie einmal genannt.
Ich liebe diese Musik. Sie begleitet mich durch viele Tage und ich empfehle sie DIR, lieber Leser, unbedingt. Sie wird Deine Seele streicheln.

"Die Musik: eine angenehme Harmonie, die Gott feiert, und
erlaubtes Vergnügen der Seele." (Jean-Sébastien Bach)

Discographie:
„Molene“ ( L´Oz 17)
„Porz Gwenn“ (L´Oz 26)
„Roz Bras“ (L´Oz 34) 1-3 im Vertrieb von Warner
„Ballades“ (L´Oz 42) 4 im Vertrieb von Sony

HP: http://www.ifrance.com/didiersquiban/"

zenzero nero
02.05.2004, 01:12
Achso, fast vergas ich es zu Posten, wenn Du Klavier spielst, Didier Squiban hat die Noten zu "Molene" und "Porz Gwenn" selbst rausgehört und veröffentlicht. Mal was anderes als Copin-Etüden.

zenzero[color=indigo]

Tiro
08.07.2007, 17:03
[-]

Le chat noir
08.07.2007, 17:43
Auch in der Region um Santiago de Compostela tritt man häufig auf "fisterre", "finisterre". Das Ende der Welt gibt's offenbar überall. :rolleyes:

@ zenzero, trugarez! *Squiban mal wieder aus dem Schrank kram* :)

Tiro
08.07.2007, 17:46
[-]

angie
08.07.2007, 18:40
Finistere, Tiro, ist - für mich - ein magisches Wort. Es schwirrt und löst Gedanken zwischen hier und jenseits aus, ist geheimnisvoll und betörend zu gleich. Wie viele Menschen mögen dieses Wort gedacht und mit ihren Inspirationen beladen haben, wie einen verborgenen Altar? Ich wäre jetzt gern dort im Westen, wo das Meer endlos scheint, die Kelten überall ihre Spuren hinterlassen haben und die Gezeiten heftig sind. Ich würde gern mit dir über alte Zöllnerwege gehen, immer das Meer im Blick, und in den Dünen rasten. Auf einem dieser Wege hatte ich vor Jahren eine Eingebung: ich blickte zum Meer, es wurde Abend, der Wind war sanft, und plötzlich nahm der Gedanke mich gefangen, dass ich genau an diesem Platz am Ende meines Lebens sterben werde. Seltsam! So ein Erlebnis vergisst man nicht. Vielleicht aber war es nur einer dieser Dreh-und Angelpunkte, an denen die Gedanken plötzlich durch einen winzigen Anlass eine Wendung nehmen und sich bisher unbeschrittene Wege öffnen. Mag sein, dass es in diesem Moment war, in dem mir zum ersten Mal wirklich bewusst wurde, dass ich ein Teil des Ganzen bin und der Mensch ein zutiefst spirituelles Wesen in sich trägt.