Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Welche Bedeutung haben für euch enge Freundschaften?
Ich habe einige sehr enge Freundschaften, die mir sehr wichtig sind, die schon viele Jahre dauern und mir festen Halt geben.
In einem Büchlein mit Kurztexten von Khalil Gibran fand ich folgenden Text über die Freundschaft:
"Euer Freund ist die Antwort auf eure Bedürfnisse. Er ist euer Feld, das ihr mit Liebe sät und mit Erntedank mäht. Und er ist eure Tafel und eure Feuerstelle. Denn ihr kommt zu ihm mit eurem Hunger, und ihr sucht ihn um des Friedens willen. Wenn euer Freund seine Meinung ausspricht, dann fürchtet ihr nicht das "Nein" eurer eigenen Meinung, noch haltet ihr das "Ja" zurück. Und wenn ihr schweigt, dann hört euer Herz nicht auf, seinem Herzen zu lauschen; denn es ist ohne Worte, dass in der Freundschaft alle Gedanken, alle Wünsche, alle Erwartungen geboren und geteilt werden, mit Freude, die nicht laut bekundet wird."
Eine weitere Frage ist, welche Erfahrungen ihr mit platonischen Freundschaften zum anderen Geschlecht gemacht habt
l.G. Angie
glasperlenspielerin
15.06.2004, 14:18
es gibt einen satz von aristoteles, der geht etwa so: "eine freundschaft ist eine seele in zwei körpern".
so ist das auch in meiner vorstellung. leider habe ich "nur" eine freundin... ich wünscht mir auch, dass es noch enger wäre, viel enger und dichter,.. jemand, mit dem man sein ganzes aufwühlendes innenleben teilen könnte.. aber das ist momentan noch ein ferner traum, danach suche ich noch..
Sensibler
15.06.2004, 14:30
Für eine Freundschaft brauche ich auch sehr viel Nähe. Ich mag nicht so gern oberflächliche Freundschaften.
Sensibelchen
15.06.2004, 14:30
Also ich hatte nie mehr als "eine" echte Freundin!
Aber ich würde auch gar nicht mehr wollen, weil ich genau weiß, wenn man sich auf mehr konzentrieren müsste, dann man dem einzelnen Menschen nicht die Aufmerksamkeit geben kann, die er verdient. Also mir gehts halt so.
Denn in der einen wirklich sehr guten Freundschaft steckt äußerst viel Zeitinvestition drinnen, die ich aber nie missen möchte!!! Das schweißt einem richtig zusammen und wenn da noch jemand wäre, dann hätte sich die eine Freundschaft niemals sooo tiefgründig und innig entwickeln können!!!
Wir verstehen uns wirklich blind und es ist wahnsinnig schwierig, jemals wieder so einen Menschen zu finden, mit dem man sich so gut versteht!!!
Mit platonischen Freundschaften zum anderen Geschlecht hab ich eigentlich so gut wie keine Erfahrungen - höchstens sehr oberflächliche und kurze.
morpheus
15.06.2004, 14:31
enge Freundschaften sind für mich gaaaaaaaaaanz wichtig - leider sehen das nicht alle anderen Leute, die man im Laufe seines Lebens kennenlernt genauso. Mir ist es unzählige Male lieber, einige wenige wirklich gute Freunde (nicht Bekannte) zu haben als einen großen Bekanntenkreis und diese dann meine "Freunde" zu nennen. Allerdings scheint es eher wenig Menschen zu geben, die enge, intime Freundschaften auch wirklich möchten (könnten das vielleicht 15-20% der Bevölkerung sein :wink: ). Mit anderen Worten: ich bin schon öfters derbe auf "die Schnauze" damit gefallen, dass ich mir mehr Nähe und/oder häufigeren Kontakt wünschte (und häufiger heisst für mich sich öfters als einmal alle 7 bis 8 Wochen treffen - was irgendwie viele Leute als "normal" ansehen; ich finde nach so einer Zeit muss man sich erstmal wieder "aufwärmen")
Platonische Freundschaften zum anderen Geschlecht? Kann klappen, kann aber auch völlig daneben gehen - ich habe für mich bis heute keine klare Position erkennen können. Es gabe Fälle, wo das geklappt hat, es gab Fälle, wo es von mir irgendwann nicht mehr geklappt hat, es gab Fälle, wo es von weiblicher Seite nicht mehr geklappt hat - ich würde wirklich sagen: 50-50, wobei das schon wieder 0 ist, ergo: es lässt sich nicht sagen, es scheint desöfteren Tendenzen zu geben, aber kein klares Bild.
glasperlenspielerin
15.06.2004, 14:53
Also ich hatte nie mehr als "eine" echte Freundin!
Aber ich würde auch gar nicht mehr wollen, weil ich genau weiß, wenn man sich auf mehr konzentrieren müsste, dann man dem einzelnen Menschen nicht die Aufmerksamkeit geben kann, die er verdient. Also mir gehts halt so.
Denn in der einen wirklich sehr guten Freundschaft steckt äußerst viel Zeitinvestition drinnen, die ich aber nie missen möchte!!! Das schweißt einem richtig zusammen und wenn da noch jemand wäre, dann hätte sich die eine Freundschaft niemals sooo tiefgründig und innig entwickeln können!!!
Wir verstehen uns wirklich blind und es ist wahnsinnig schwierig, jemals wieder so einen Menschen zu finden, mit dem man sich so gut versteht!!!
Mit platonischen Freundschaften zum anderen Geschlecht hab ich eigentlich so gut wie keine Erfahrungen - höchstens sehr oberflächliche und kurze.
stimme ich dir in allen punkten zu!! ich empfinde manchmal auch soviel zuneigung und so tiefe sympathie zu meiner freundin, dass ich mir im leben nicht mehr vorstellen könnte, dass 1. noch mal bei jemand anderem zu finden und 2. so etwas mit jemand anderem in gleicher weise zu teilen, ohne daß "ungleichgewichte" entstehen könnten..
zu "platonischen freundschaften" kann ich auch nicht wikrlich was sagen.. denk aber, dass sie genauso gut funktionieren sollten. warum denn nicht? (schwierig könnte es vllt sein, wenn einer von den beiden in einer beziehung steckt und der andere nicht. vllt könnten da "eifersüchteleien" auftreten?? ..ich würde es jedenfalls mal vermuten.. aber egal..)
@morpheus: dieses gefühl bzw. bedürfnis mit dem "aufwärmen" nach längerem nicht gesehen haben, kenne ich auch.. empfinde es auch als unschön..
@glasperlenspielerin
der Satz von Aristoteles ist sehr wahr
@Angie
Ich habe in meinem Leben zwei platonische Freundschaften die sich halten eine 20 Jahre, die andere fast 30.
Zur Freundschaft hat auch Emerson viel wahres geschrieben.
Anna
Es ist ein bißchen so, als wenn eine Explosion stattgefunden hätte.
Meine Freunde, mein soziales Umfeld ist sozusagen auseinandergeflogen. Zwei meiner Freunde haben sich umgebracht, eine weitere enge Freundschaft ist auseinandergegangen und ich kann bis heute noch nicht sagen warum. Wir hatten unsere Kindheit und Jugend gemeinsam verbracht, so wie Brüder. Ein weiterer guter Freund ist ganz weit weggezogen. Eine Frau, mit der ich ein paar Jahre sehr gut befreundet war ist von heute auf morgen einfach abgetaucht. Ausgezogen, nicht mehr auf der Arbeit erschienen, ins Ausland gegangen. Jahre später rief sie mich einmal an und fragte wie es mir geht, meinte, sie werde mir bald schreiben, was passiert ist. Habe nie wieder etwas von ihr gehört.
Offensichtlich habe ich eine Vorliebe für sehr exzentrische Menschen.
Freundschaften? Ja sehr wichtig. Leider sind keine mehr vorhanden und das überzieht mein Leben mit einem grauen Schleier.
@ voyager, da bist du im Augenblick wirklich nicht zu beneiden. Was du erzählst ist tragisch und tut weh.
@ Anna ich beneide dich um deine Erfahrungen mit der gegengeschlechtlichen Freundschaft. Mir will das nicht so gelingen. Entweder es ist viel Distanz zwischen mir und einem anderen Mann oder es ist zu nah und wird verwirrend. Dabei habe ich mir schon immer einen nahen männlichen Freund gewünscht. Ich will meine Frauenfreundschaften nicht missen, sie bedeuten mir sehr viel, aber eine Freundschaft zu einem Mann bringt noch mal andere Aspekte zum Tragen. Ich sehe das immer in der Zusammenarbeit mit männlichen Kollegen.
@ Sensibelchen ich habe viele Bekannte und einige enge Freundinnen. Ich glaube auch, dass es mehr auf die Qualität ankommt und ich bevorzuge tiefe Freundschaften. Einige sind schon sehr alt und da macht es gar nichts, wenn wir uns ein paar Wochen nicht sehen. Es ist eine vertraute Basis da. Ich finde es aber sehr entwicklungsfördernd, immer mal wieder neue Leute nah kennenzulernen. Ich finde es anregend, mit vielen verschiedenen Menschen zu tun zu haben, und das steht einander nicht automatisch gegenseitig im Weg. So ist es jedenfalls für mich.
l.G. Angie
Liebe Glasperlenspielerin, der Satz von Aristoteles gefällt mir sehr gut. Er sagt eine Menge über das Wesen von Freundschaft aus.
l.G. Angie
Sensibelchen
15.06.2004, 21:53
@ angie
Einige sind schon sehr alt und da macht es gar nichts, wenn wir uns ein paar Wochen nicht sehen. Es ist eine vertraute Basis da.
Das ist sehr sehr wahr!!! Ich sehe meine beste Freundin schon seit gut einem Jahr nicht mehr (Entfernungsgründen) und wir telefonieren nur ab und zu...aber es ist jedesmal, als wären keine Kilometer und keine Zeit dazwischen!!!!
The Sentinel
15.06.2004, 23:55
Ich habe vor einigen Tagen duch Zufall jemanden getroffen, mit dem ich fast zehn Jahre befreundet war. Es war eine gute Freundschaft. Er ist dann wegen einer zweiten Ausbildung weggezogen. Eine Zeit lang haben wir noch ab und zu telefoniert, später nicht mehr. Er meinte am letzten Samstag, er werde sich nicht mehr bei mir melden. Er fügte noch hinzu, dass er sich bei niemanden mehr von früher melden würde. Ich weiß, dass er das nicht bös meint. Er hat nun eben dort, wo er jetzt wohnt und arbeitet ein ganz neues Umfeld und dann wird es irgendwann schwierig parallel den Kontakt zu alten Freunden zu pflegen. Seine Aussage war ehrlich und hat mich nicht verletzt.
Was voyager geschrieben hat klingt sehr tragisch. Suizide kann man leider nicht immer verhindern. Fakt ist, dass in der heutigen Zeit immer mehr Menschen keinen anderen Ausweg mehr sehen außer Selbstmord.
Gruß,
The Sentinel
Mystique
16.06.2004, 00:06
@sensibelchen
Das kenne ich auch. Ewig nicht telefoniert und trotzdem ist es als hätte man gestern telefoniert... :-)
@ Angie
Ich denke das liegt bei mir auch daran das ich immer schon mehr mit Männern anfangen konnte. Als kind habe ich fast nur mit Jungen gespielt. Ich war ein "wildfang", Mit Mädchen konnte ich nicht viel anfangen. Da gab es sicherlich einige Ausnahmen (ich kann mich kaum noch daran erinnern) Jungen waren handfester und nicht so zimperlich. Auch heute noch mach ich einen Bogen um "weibchen". Außerdem war ich immer mit älteren zusammen. Es gibt/gab natürlich auch schon Probleme, vor allen Dingen mit den Ressentiments der Umwelt, denn wenn einer meiner Freunde kam , wenn mein Mann zur Arbeit war haben die sich gleich was dabei gedacht. Übel. Ich sehe meine Freunde öfter und bin glücklich darüber.
Liebe Grüße
Anna
so richtig gute, enge freundschaften gehören mit zu dem besten, was das leben zu bieten hat. einige wenige freunde sind mir auch weitaus lieber als unzählige oberflächliche bekanntschaften.
was mich nur immer wieder verwundert, ist das amerikanische verständnis von freundschaft: ich habe jetzt in meinem leben schon einige us-amerikaner kennengelernt, und für meine begriffe verteilen sie den titel "freund" ziemlich schnell an andere. das kann heißen, dass sie teilweise schon solche menschen freunde nennen, die sie gerade erst mal ein paar tage (oder gar stunden) kennen. da verwischen die grenzen zwischen bekanntschaft und freundschaft sehr leicht. bizarr ...
glasperlenspielerin
16.06.2004, 13:29
was mich nur immer wieder verwundert, ist das amerikanische verständnis von freundschaft: ich habe jetzt in meinem leben schon einige us-amerikaner kennengelernt, und für meine begriffe verteilen sie den titel "freund" ziemlich schnell an andere. das kann heißen, dass sie teilweise schon solche menschen freunde nennen, die sie gerade erst mal ein paar tage (oder gar stunden) kennen. da verwischen die grenzen zwischen bekanntschaft und freundschaft sehr leicht. bizarr ...
ohjaa! das meinte meine (introvertierte) freundin auch mal. sie hat mehrere jahre mit ihrer familie dort gelebt und es war das erste was ihr dort aufgefallen ist..
Hallo,
@ glasperlenspielerin
war bei mir auch so, dass ich einen US-Amerikaner der bei mir früher im Ort wohnte, mich schon nach 3 Wochen!! Bekanntschaft fragte, ob ich mal mit nach Boston (Massechusetts) fahren wollte. Verneinte aber wegen meiner damals vorhandenen Flugangst.
Tendus
@ anna
Ja das könnte schon sein, dass die Erfahrungen, die man im Kindesalter gemacht hat da eine große Rolle spielen. Ich bin die Älteste von sieben und hatte früh viel Verantwortung zu tragen. Natürlich habe ich Brüder, Schwager, Söhne und Kollegen und einen liebenden Mann, aber ein Freund als männliches Gegenstück jenseits von erotischen Besitzansprüchen wäre etwas anderes. Vielleicht kann man einfach nicht alles haben. Ich bin immer schon sehr eng mit Frauen verbandelt gewesen.
Gruß Angie
Matt_kirsche
16.06.2004, 21:06
Alle Menschen, denen ich vertraut habe, haben mir dann, wenn es mir am dreckigsten ging noch einen Arschtritt verpasst und mir beim Fallen zugesehen! Jetzt kann man natürlich sagen, dass es dann wohl nicht die richtigen Freunde waren, aber hey... Solche Sachen machen es mir schwer, eine richtige emotionale Bindung zu einem anderen Menschen aufzubauen, ich bin sehr reserviert, wenn ich die Leutchen nicht kenne, vor allem deshalb, weil ich unheimlich schnell dabei bin (zu schnell), Leute als meine "Freunde" zu betrachten, obwohl die das selber wahrscheinlich gar nicht sooooo doll sehen (so sind Enttäuschungen vorprogrammiert....) Tja, muss dran arbeiten :)
Das hört sich sehr traurig an, gab es wirklich nicht eine andere Erfahrung?
Aber du hörst dich durchaus positv an, wenn du sagst "Tja, muss dran arbeiten"
Viel Glück dabei von Angie
Matt_kirsche
17.06.2004, 11:33
Danke, wird schon :) da bin ich ganz zuversichtlich.. hab ja jetzt auch Freunde, die wohl wirklich echte Freunde sind :D
Ich finde, dass man mit den Eigenschaften eines Hochsensiblen Leuten und "Quasi-Freunden" regelrecht ausgeliefert ist.
Ich sehe das bei mir. Ich sehne mich nach wirklichen Freunden. Dabei ist mir in einer Freundschaft vor allem wichtig, Gespräche zu führen. All diese "Quasi-Freundschaften", die ich bis auf eine Ausnahme bisher erlebt habe, haben sich so gestaltet, dass ich dem Anderen gewissenhaft zugehört habe, Fragen gestellt habe, mich für den Anderen interessiert habe usw. Und wenn ich mich selber verstanden bzw. gehört fühlen wollte, musste ich um das Wort kämpfen. Um später festzustellen, dass mir gar nicht zugehört wurde, dass ich gar nicht ernst genommen wurde.
Und dann kommt natürlich die Frage auf, ob die Person es überhaupt wert ist, dass ich mich mit ihr so verzweifelt auseinandersetze. Diese Frage verneine ich dann oftmals. Auch der Einfachheit halber. Weil ich glaube zu wissen, dass der Andere daran, dass ich mich verstanden fühle, kein Interesse hat.
Sehr frustrierend. Demotivierend. Desillusionierend. ...
Und doch begebe ich mich immer wieder in unangenehme Situationen, um Leute und mögliche spätere enge Freunde kennenzulernen. Hauptsächlich per Internet. Ich lege mittlerweile offen die Karten auf den Tisch und sage, dass ich "anders" bin. Dass ich nicht etwa den Modepüppies nacheifere oder den Housequeens das Wasser reichen kann. Dass ich nicht um das Wort in einer Konversation kämpfe. Dass ich mich in Gruppen nicht wohlfühle und nicht behaupten kann. Dass ich mich umso mehr zurück ziehe, umso lauter eine Person in meinem Umkreis daher poltert. Dass ich aber auch in angenehmer Umgebung und Gesellschaft absolut extrovertiert sein kann. Ich habe es satt durch mein Anderssein anderer "Müll" anzuhören mit dem Wissen, dass sich kein Mensch für mich interessiert.
Nach langer Suche habe ich tatsächlich jemanden gefunden, der zuhört, der sich für mich interessiert, der seine eigenen Interessen und Ansichten hinten anreiht - fast schon zu sehr - und mir passierte, was passieren musst: Die Worte, die ich schon all die lange Zeit zurückgehalten habe, sind in einer Nacht aus mir herausgesprudelt und ich war nicht mehr zu bremsen. Der Arme wusste gar nicht, wie er damit umzugehen hatte. Mir ist das Herz übergelaufen und ich wusste, dass mir jemand zuhört.
Und danach hab ich mich so sehr geschämt!
Und jetzt lebe ich schon fast wieder mit der Gewissheit, dass ich die Person hoffnungslos überfordert habe und eine mögliche Freundschaft verbaut habe, ... weil ich eingestanden habe, dass ich anders bin. Weil ich gesagt habe, was ich schon immer sagen wollte, und mit jedem Wort belegt habe, dass ich einfach anders bin. Und das offenbar für einen logisch Denkenden absolut auf der Schiene "verrückt" einzustufen ist. Ich weiss es nicht.
Ich würde mich interessieren, wenn Ihr denn wirklich enge Freunde habt, aus welchem "Lager" diese stammen. Aus dem Kreis der Familie? Oder HSPs? Oder sind das "Normalos", die viel Verständnis aufbringen?
glasperlenspielerin
21.06.2004, 02:50
Und doch begebe ich mich immer wieder in unangenehme Situationen, um Leute und mögliche spätere enge Freunde kennenzulernen. Hauptsächlich per Internet. Ich lege mittlerweile offen die Karten auf den Tisch und sage, dass ich "anders" bin. Dass ich nicht etwa den Modepüppies nacheifere oder den Housequeens das Wasser reichen kann. Dass ich nicht um das Wort in einer Konversation kämpfe. Dass ich mich in Gruppen nicht wohlfühle und nicht behaupten kann. Dass ich mich umso mehr zurück ziehe, umso lauter eine Person in meinem Umkreis daher poltert. Dass ich aber auch in angenehmer Umgebung und Gesellschaft absolut extrovertiert sein kann. Ich habe es satt durch mein Anderssein anderer "Müll" anzuhören mit dem Wissen, dass sich kein Mensch für mich interessiert.
mensch, hätte genauso von mir sein können! (ich weiß, der satz ist an sich so abgedroschen; aber ich denk, in diesem forum hat er doch einmalige bedeutung).
ich versuche seit einigen, zwei jahren auch gezielt "solche" leute zu finden, weil ichs einfach aufgegeben habe hier draussen..
mit "selbstoffenbarungen" bin ich 2 mal auf die nase gefallen: einmal mit einer netzbekanntschaft u. einmal "draussen" (studienbekanntschaft). gründe exakt wie bei dir. :roll:
eien freundin habe ich; wir haben uns mit dem studium kennengelernt; die chemie stimmt von vorn bis hinten.. haben uns das erste mal gesehen und sofort "erkannt"! .. sie ist mit sicherheit eine HSP-das kann ich heute sagen, weil sie mir so verblüffend ähnelt in so vielen punkten (wahrnehmung, reizempfindlichkeit, menschenbeurteilung, introversion/rückzug (bei lärm, reizüberflutung), charaktereigenschaften (perfektionismus, viele interessen, rasche begeisterungsfähigkeit usw.). im unterschied zu mir ist sie aber wohl auch einer (der doch wohl eher seltenen) ausnahmefälle, bei denen im leben alles "glatt" gelaufen ist:
Bsp.:
sie ist introvertiert, aber nicht schüchtern.
sie zieht sich gern zurück, ist aber nicht soziophob (hat so gut 3 enge freunde inkl. mir und so 3,4 weitere und noch mehr bekannte und auch nen freund).
außerdem bes. eigenschaften:
gute empathie, sehr hilfsbereit (ich hab noch nie einen anderen menschen erlebt, der so direkt u. selbstverständlich auf jemand hilfsbedürftiges auf der strasse zugeht u. ihm seine hilfe anbietet (einmal waren wir unterwegs und sie hat ein wirres paar aufgegabelt (ein total verschmutzt aussehender obdachloser u. eine frau, die aus der psychiatr. landesklinik weggelaufen war..und den weg nicht mehr fand; fast zwei stunden waren wir mit den beiden beschäftigt und sie hat selbst (trotz einladung zu ner einladung/ feier, die schon angefangen hatte) dafür gesorgt, dass der leicht angetrunkene mann die 3km zum obdachlosenwohnheim am bahnhof neben ihr am fahrrad ging und die frau vom klinikpersonal (das sich erst noch sträubte rauszufahren u. uns später noch den kopf zusteckte u. rummurrte, dass das "überflüssig" gewesen sei.. und dass die "bloß so wirkten, als seien sie hilflos" usw. ) "nach hause" gebracht wurde .. am ende bedankte sie sich übrings so inniglich bei meiner freundin, nahm ihre hand, streichelte sie und schaute ihr in die augen dabei und sagte:"Sie sind eine außergewöhnliche frau. ich wünsch ihnen von herzen alles gute.." ) dass mir wirklich die tränen in die augen stiegen.. und ich echt kämpfen mußet, dass ich nicht losheulte.. ich war wahnsinnig gerührt davon.. natürlich aheb ichs elbst auch nicht so bloß "danebengestanden", aber wegen meiner sozialphobie bin ich halt nichtd er typ, der sich so leicht zu so etwas "überwindet"... )
sie ist eine gute zuhörerin; außerdem ist sie der einzige mensch überhaupt, der mein (poker)gesicht (in punkto zustimmung-ablehnung/skepsis) zu lesen versteht. wenn mir etwas nicht gefällt, sieht sie mir das schon 2,3 sek. vorher an, bevor ich selbst mir darüber klar geworden bin..;) .. interessant ist, dass all die "durchschnittsmenschen" da draussen, mir immer genau gegenteilige absichten unterstellen las ich sie tatsächlich habe. von vielen weiß ich und erst recht, seitdem ich mal so ein (sch. :roll: )kommunikations-/rhetoriktraining an der uni mitmachen mußte, bei der man in einer übung als einzelne person eine vor sich sitzende gruppe mit der mimik kontrollieren sollte, dass ich kaum signale aussende. viele leute beschrieben mich (meine blicke) als auf sich "irritierend" wirkend. :shock: ( :lol: ) interessant, oder? :wink: :roll:
deswegen muß meine freundin schon ein echt außergewöhnlich feinfühliger mensch sein. :wink: :roll: .. anders geht das gar nicht..
zum Begriff: amerikanisches Verständnis von Freundschaft...
kann ich ebenfalls bestätigen, daß Amerikaner sehr schnell mit dem Begriff sind und dazu sehr oberflächlich.
Ich hatte gelesen, (ich weiß nicht mehr wo), daß gerade der fernöstliche Kulturkreis mit HSP mehr anfangen kann, hier steht Feinfühligkeit viel höher im Kurs, als der "Krieger/Kämpfer", der seine Ellebogen genauestens einzusetzen weiß.
Hat jemand das Glück Bekannte/Freunde aus dem fernöstlichen Kulturkreis zu haben, und kann somit Vergleiche aus erster Hand anstellen?
Hallo Minni,
als ich meinen Mann kennelernte, wollte er gerade nach Korea auswandern. Er ließ es dann aber bleiben.(Stattdessen flogen wir dann nach New York). Durch meinen Mann lernte ich dann Koreaner kennen. Sie sind etwas feinfühliger (als der Deutsche sowieso). Da ich eher zum Buddhismus neige und eigentlich diese Lebensauffassung (ohne es zu wissen) immer schon gelebt habe, war ich natürlich enttäuscht zu hören das es in Korea genau so "scheinheilig" ist , wie hier mit dem Katholizismus. Ich würde aber aufgrund meiner Reisen sagen, das Soon yon( so heißt unsere Bekannte ) eher dieses Italienische Flair hat. Sie hat vorher jahrelang in San Francisco gelebt und war ( ist ) für eine koreanische Frau sehr selbsbewußt und hat ihren Familienclan alleine verlassen. Normalerweise verlassen Frauen ihre Herkunftsfamilie nicht, zumindest in dem Teil von Korea nicht. Kannst Du damit etwas anfangen ?
Liebe Grüße
Anna
hallo anna,
spontan hatte ich an "unsere" vielen Rheinländer gedacht. Meines Wissens leben nirgendwo in Europa so viele Japaner wie in Düsseldorf.
Leider kenne ich mich zuwenig aus in den verschiedenen fernöstlichen Mentalitäten, bei uns sind Belgier, Franzosen, Italiener, Schweizer etc anders in ihren Gepflogenheiten, so wird dies mit Vietnamesen, Chinesen, Thai´s, Koreaner auch sein...
lg
ich habe auch so einige ostasiatische freundschaften/bekanntschaften gehabt bzw. habe sie immer noch ...
im vergleich zu anderen mentalitäten (bzw. orient, afrika, amerika) wirken menschen aus fernost tatsächlich sensibler - überhaupt spielt dort zurückhaltung eine große rolle. auf eine weise fühlt man sich als hsp (ich spreche von mir) bei diesen leuten besser verstanden und wohler, weil man mit seinem temperament eher auf einer wellenlänge ist - wenn man das so sagen kann. andererseits merke ich oft, dass ich gerade das gegenteil "brauche", sozusagen als ausgleich. manchmal ist es gut, wenn jemand mit viel energie so ruhige menschen wie mich mitreißt.
aber jetzt steh ich selbst wieder in der gefahr, zu verallgemeinern. das kann ich auch gar nicht, logisch; mir sind eben einfach nur spontan diese beobachtungen wieder eingefallen.
mich verblüfft, dass ich zwei, drei Internet-Freundschaften habe, die sich sehr vertieft und gefestigt haben. Sich intensiv auszutauschen, ohne sich je getroffen zu haben, ist erstaunlich.
Ich möchte diese Kontakte nicht missen.
Das ist erstaunlich, aber wahr. Das Internet kann sich manchmal als Schatztruhe erweisen, aber nur wenn man bereit ist, den Schatz auch zu heben.
Eiskristallin
27.06.2004, 00:17
ich hab ihn gehoben und bin mit meinem im internet kennnengelernten freund nun seit fast 4 1/2 jahren zusammen :-)
Die Worte von Claudia
Ich sehne mich nach wirklichen Freunden. Dabei ist mir in einer Freundschaft vor allem wichtig, Gespräche zu führen.
sprechen mir aus der Seele...
Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Treue, Verständnis und Loyalität zeichnen für mich einen wahren Freund aus...
Wahre Freunde zu finden ist sehr schwer...und wer gefunden hat, sollte diese Freundschaften pflegen...
Meine Überzeugung ist... "Wahre Freunde erkennt man nur in der Not..."
Ich zähle nur 2 Personen aus meinem Bekanntenkreis zu den "wahren Freunden"...
Der beste Freund (plus Kuschelfaktor) sollte jedoch der Partner sein ... sonst wird das nix... *ichdochn:
Tja was soll ich sagen? Habe erst vor kurzem meine beste Freundin verloren, in einer Zeit in der ich sie dringend gebraucht hätte. Das tut weh und bringt die Frage ob es das überhaupt gibt? :ichnicht:
Ich bin auf jeden Fall erstmal geheilt und nicht erpicht darauf, dass diese Erfahrung sich wiederholt, da schreib ich doch lieber in mein Tagebuch. Da kann ich sicher sein, nicht verraten zu werden. :o
Ich verstehe voll, daß man nach einer Enttäuschung erst einmal den Kanal voll hat. Trotzdem halte ich Freundschaften für außerordentlich wichtig. Wie Angie habe auch ich Freundschaften, die über viele Jahre bestehen und die sich in Not- und Krisenzeiten bewährt haben. Das ist ein Geschenk, das man für kein Geld der Welt kaufen kann.
Wenn ich jetzt sage, daß ich Freundschaften auch zwischen den Geschlechtern für möglich halte, bin ich mir bewußt, damit vehementen Widerspruch herauszufordern. Ich halte Freundschaft für eine zutiefst menschliche Fähigkeit, über die sowohl Männlein wie Weiblein als auch Weiblein verfügen.
Was ich allerdings nicht für möglich halte, ist eine "platonische" Freundschaft. Freundschaft kann keine Einbahnstraße sein, basiert immer auf Geben und Nehmen, was durchaus nicht gleichmäßig verteilt sein muß. Wenn damit allerdings gemeint ist, ohne begehrliche Hintergedanken, stimme ich natürlich zu.
Freundschäftliche Grüße an alle, die mir hier begegnet sind,
groß und klein, dick und dünn, männlich und weiblich ...
Josi
Wenn ich jetzt sage, daß ich Freundschaften auch zwischen den Geschlechtern für möglich halte, bin ich mir bewußt, damit vehementen Widerspruch herauszufordern. Ich halte Freundschaft für eine zutiefst menschliche Fähigkeit, über die sowohl Männlein wie Weiblein als auch Weiblein verfügen.
Wieso Wiederspruch? Ich sehe da kein Problem.
....Wenn ich jetzt sage, daß ich Freundschaften auch zwischen den Geschlechtern für möglich halte, bin ich mir bewußt, damit vehementen Widerspruch herauszufordern. Ich halte Freundschaft für eine zutiefst menschliche Fähigkeit, über die sowohl Männlein wie Weiblein als auch Weiblein verfügen.
Was ich allerdings nicht für möglich halte, ist eine "platonische" Freundschaft. Freundschaft kann keine Einbahnstraße sein, basiert immer auf Geben und Nehmen, was durchaus nicht gleichmäßig verteilt sein muß. Wenn damit allerdings gemeint ist, ohne begehrliche Hintergedanken, stimme ich natürlich zu.
Freundschäftliche Grüße an alle, die mir hier begegnet sind,
groß und klein, dick und dünn, männlich und weiblich ...
Josi
Ich glaube, dass Freundschaften zwischen den Geschlechtern möglich sind. "Platonisch" halte ich für schwierig, weil Freunschaft zu beiden Geschlechtern immer auch etwas mit "Anziehung" zu tun hat. Diese macht sich sowohl körperlich (ich kann dich gut riechen....u.s.w.), geistig (gleiche Wellenlänge), als auch seelisch (sich wohl fühlen) bemerkbar. Körper, Geist und Seele sind nun einmal untrennbar miteinander verwoben.
Für mich sind Freundschaften, wie für Josi, essentiell wichtig.
Hm also ich habe einige Männerfreundschaften platonisch gepflegt. Und es war wirklich rein platonisch, klar finde ich den Menschen interessant, und vetrauenswürdig, es ist denke ich auch eine Art von Liebe halt freundschaftlich. :)
glasperlenspielerin
14.10.2004, 16:59
eine freunschaft (eine wirkliche) wäre für mich keine solche ohne liebe.
Wahre Freundschaft ist eine Form von Liebe. Wenn man eine Freundschaft aus gemeinsamen Nutzen eingeht ist es eine Zweckgemeinschaft. Eine wirkliche Freundschaft ohne Liebe gibt es nicht.
Wahre Freundschaft ist eine Form von Liebe. Wenn man eine Freundschaft aus gemeinsamen Nutzen eingeht ist es eine Zweckgemeinschaft. Eine wirkliche Freundschaft ohne Liebe gibt es nicht.
Dem kann ich wirklich aus ganzem Herzen zustimmen. Ohne Liebe ist wirkliche Freundschaft nicht möglich. Es gibt ja sehr unterschiedliche Arten der Liebe, die zu Eltern, Kindern, u.s.w. , aber immer berührt sie etwas ganz Tiefes!
zenzero nero
11.02.2006, 16:42
verlängern das Leben :)
Im Alter sind gute Freunde wichtiger als die Familie
Wer im Alter viele Freunde hat, lebt länger. Gute Kontakte zu den
eigenen Kindern oder anderen Verwandten spielen dagegen fast keine Rolle
für ein langes Leben. Das belegt jetzt eine Langzeitstudie aus Australien.
Im Rahmen einer Altersstudie haben Wissenschaftler der Universität
Adelaide 10 Jahre lang 1500 Menschen ab 70 Jahren befragt. Sie wollten
unter anderem wissen wie viel persönlichen und telefonischen Kontakt die
Senioren zu anderen Menschen hatten. Dazu gehörten die eigenen Kinder
und sonstigen Verwandten ebenso wie Freunde und Vertraute.
Es zeigte sich, dass diejenigen mit einem guten Netzwerk an Freunden die
besten Überlebensraten in dieser Zehnjahresstudie hatten. Dies galt auch
dann, wenn diese Personen Schicksalsschläge wie etwa den Tod des
Partners erlebten. Wenn Freunde wegzogen, der Kontakt aber bestehen
blieb, berührte dies die Überlebenswahrscheinlichkeit ebenfalls nicht
negativ.
Die Forscher nehmen an, dass Freunde sehr viel stärker als Verwandte
einen Einfluss auf das Gesundheitsverhalten der alten Menschen haben.
Sie können offenbar eher als Familienmitglieder darauf hinwirken, dass
jemand weniger raucht oder Alkohol trinkt. Außerdem wirken
Freundschaften positiv auf die Stimmung und auf das Selbstwertgefühl.
Links: Flinders University, Adelaide: http://www.flinders.edu.au/
Quelle: Journal of Epidemiology and Community Health
Ich habe zwei engere Freundinnen, wobei ich die eine nur drei oder vier Mal im Jahr sehe. Sie ist beruflich sehr eingespannt und in ihrer freien Zeit viel auf Reisen. Den Übergang von der Nachbarin (jetzt nicht mehr) zur Freundin habe ich gar nicht so bewusst wahrgenommen; erst letztes Jahr, dabei kennen wir uns schon über 10 Jahre. Ich bin, wie hier schon angesprochen worden ist, auch ziemlich schnell sehr offen; was Enttäuschungen nach sich ziehen kann, aber auch Befremden seitens der anderen. Die zweite Freundin sehe ich öfter, wir mochten uns von Anfang an und die Themen sind sehr persönlich geworden. Wenn sie kommt, bereite ich gutes Essen vor und wir reden über die Zeit, in der wir uns nicht gesehen haben. Sie hält immer zu mir und ich kann mich auf ihre Hilfe stets verlassen. Es gibt auch noch eine gute Bekannte, zu der sich so nach und nach ein herzliches und offenes Verhältnis entwickelt. Es ist schön, wenn ich diese Entwicklung in der Retrospektive betrachte und mich am Gegenwärtigen freue. Ich würde im Allgemeinen sagen, dass ich tiefer gehende (freundschaftliche) Beziehungen schätze, aber mich darum nicht jede Woche mit der Freundin treffen muss. Oberflächliche Freundschaften hatte ich nie, auch nie gesucht.
Elke.
Takatalvi
18.02.2006, 01:22
Hm... also ich hab eigentlich eher solche Schönwetterfreunde, mit denen man zwar was unternehmen kann und die sich auch gerne bei einem ausheulen, aber meistens dicht machen, wenn man selbst mal was auf dem Herzen hat. Wenn man da ist, ist gut, wenn man nicht da ist, vermisst einen offenbar auch keiner. Nun ja, die Beziehung ist halt nicht so eng... Kumpels eben (obwohl ich mich inzwischen frage, ob ich sie überhaupt brauche). Ich hab es mittlerweile aufgegeben, einen wirklich engen Freund zu finden...
Ich such halt die Nähe statt dessen bei meiner Familie und fahr damit auch ganz gut. Mit meinem Mann kann ich eigentlich über alles reden, er ist sozusagen mein bester Freund. Und zu meinem Bruder hab ich ein sehr gutes Verhältnis, er ist eher der nüchterne, ruhige Typ, der mich dann auch oft wieder beruhigen kann. Meine Großmutter war auch immer für mich da (eine tolle Frau!), aber sie ist leider letztes Jahr gestorben... :( Von dem Verlust werd ich mich - glaube ich - nie erholen...
also ich habe sehr gute innige freundschaften zu frauen, als auch zu männern. und das rein platonisch. unter platonisch verstehe ich eine innige gesprächsebene, auch mit liebe, aber OHNE erotik, das ist für mich der unterschied.
ich hatte mal eine gute freundin, welche auf frauen stand, ich hatte sie als freundin sehr gerne, aber eben nicht im erotischen sinne. sie hat dann leider den kontakt zu mir abgebrochen, das fand ich irgendwie schade, ich hab ihr aber nie vermittelt, dass ich auf sie stehen würde.
auch muss ich in unserer zeit sehr oft merken, dass menschen freundschaft mit irgendwelche bettgeschichten verwechseln. oft hat das für mich den anschein, als wüsste man gar nicht mehr, was wirkliche freundschaft ist... freundschaft ist für mich was sehr sehr kostbares, natürlich machen wir alle immer wieder fehler und so, auch verletzungen, aber eine wirkliche freundschaft wird auch das überleben.
unter freundschaft verstehe ich, wenn ich einem menschen gegenüber offen sein kann (voraussetzung ist, dass ich das darf) dass ich einfach über mich sprechen kann, ohne verurteilt zu werden, nicht dass mein gegenüber alles von mir als richtig ansieht, sondern einfach mich so akzeptiert wie ich eben bin. ich spüre das mit der zeit immer schneller, es ist ein gleichklang, ein gleiches schwingen, das einen anzieht. oft hab ich freunde schon jahre vorher mal gesehen von der ferne, aber eben nicht im näheren kontakt.
und unter einer beziehung, da wird die freundschaft noch mit der erotik verfeinert, das kann ich aber nur einen menschen gegenüber empfinden. freundschaften hingegen kann ich unendliche zählen.
und zu internetfreundschaften, ja da hab ich auch schon schlechte erfahrung gemacht, da hatte ich einen jahrelangen wirklich lieben brieffreund, nur als mich dieser besuchte, da wusste ich sofort, dass ich diesen menschen einfach niemals näher ertragen können würde. ja dadurch ist dann auch unsere brieffreundschaft abgebrochen. also gegenüber internetkontakten bin ich sehr offen, aber der nähere kontakt, da bin ich schon sehr misstrauisch geworden. da ich sehr gerne schreibe hätte ich gerne mehr mailkontakte, aber auch so was gehört aufgebaut, bzw. muss man zuerst finden.
Ich habe nicht sehr viele Freunde, aber es sind schon ein paar. Die meisten sehe ich nur sehr unregelmäßig, aber ich bin mir sicher, dass sie wirklich echt sind. (Es dauert eine Weile, bis ich jemanden als Freund bezeichne.) Und oft brauch ich eh meine Ruhe, und dabei stört es mich nicht, wenn ich alleine bin.
Nur im Moment gehts mir gerade nicht so toll, was das Thema Freunde betrifft. Ein Freund, der mir sehr wichtig war, ist vor einigen Tagen gestorben.
Ein anderer fängt in letzter Zeit an, mich mehr und mehr zu nerven. Er hat vor einer Weile seinen Glauben an Gott entdeckt, wofür ich mich anfangs sehr für ihn gefreut habe, da er (der psychisch sehr labil ist) dringend irgend etwas haltgebendes braucht. Aber jetzt hängt er mir ständig damit in den Ohren, ständig versucht er, mich zu bekehren, immer wieder dieses eine Thema - das nervt.
cryingflannel
24.02.2006, 17:02
wirklich freundschaften, die ein absolutes vertrauen und ein absolutes "sich aufeinander verlassen können" beinhalten sind mir das wichtigste im leben.
es gibt derzeit zwei menschen in meinem leben, die ich ohne zögern als echte freunde bezeichnen würde. ein paar gute bekanntschaften kommen da noch dazu und zwei oder drei "grenzfälle", wo ich nicht sicher bin und wo sich noch herausstellen muss, wie sich die bekanntschaft/freundschaft entwickelt.
für die zwei besagten echten freunde würde ich jederzeit und immer alles liegen udn stehen lassen, wenn sie mich brauchen. ich würde keine gefahr scheuen und jedes risiko auf mich nehmen, wenn es notwendig wäre, um ihnen helfen zu können. und ich weiss, dap es umgekehrt genauso ist. es handelt sich dabei um einen herrn und eine dame. das ist für mich auch ganz klar eine form von liebe, da gibt es nichts dran zu deuteln, auch wenn da keinerlei sexualität mit reinspielt.
generell was freundschaften zum anderen geschlecht angeht: da habe ich verschiedene erfahrungen gemacht. aber die habe ich auch bei freundschaften zu anderen männern gemacht - das ist für mich grundsätzlich erstmal nicht der grosse unterschied. wenn es menschlich eben passt, ist das geschlecht u.u. zweitrangig. es funktioniert bei unterschiedlichen geschlechtern allerdings nur, wenn auf keiner seite andere gefühle im spiel sind - sonst kann´s kompliziert werden, weil daraus leicht eine art machtposition auf einer seite entstehen kann... und damit ist das thema freundschaft schon wieder durch.
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