Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie sensibel wart Ihr als Kinder?
Hallo Leute,
mich würde mal gerne interessieren, wie sehr sensibel ihr als Kind wart? Ich wurde als Kind oft gehänselt und von anderen belächelt, weil ich anfing zu weinen, wenn mich einer meiner Mitschüler früher in der Schule hänselte. Wie war das bei Euch?
Ich war als Kind eigentlich gar nicht so arg sensibel. Hatte wenig Angst, habe immer auf meine 5 Jahre ältere Schwester aufgepasst und war durch nichts zu erschrecken. Während meine Schwester schon Rotz und Wasser geheulte wenn der Fernseher lief, wunderte ich mich, wie man einen Film nur so ernst nehmen konnte.
Heute sieht das etwas anders aus. Filme nehmen mich manchmal derart mit, dass ich die ganze Nacht nicht schlafen kann.
Auffällig an meiner Kindheit war, dass ich im Alter von 2-3 Jahren bereits ein sehr ausgeprägtes „Ich“ Bewusstsein hatte. Ich habe mir z.B. als kleines Kind (2-3 Jahre) oft die Frage gestellt, warum mich die Erwachsenen, nur weil ich jünger bin, für blöd halten.
Ich erinnere mich an Gedanken und Ereignisse, wo ich 2 Jahre alt war.
Aber ob das Jetzt an der HS liegt, weiß ich nicht.
Wobei man wohl sagen kann, dass das „Ich“ Bewusstsein, abhängig ist von einem Bewusstenerleben. Das wiederum ist ja abhängig von einem „geöffneten“ Unterbewusstsein. Mmmm... :-)
Michael Jack
06.02.2004, 16:30
Hallo tendus.
mich würde mal gerne interessieren, wie sehr sensibel ihr als Kind wart?
Da fallen mir zwei Sachen ein.
Erstens fand ich den Besuch von Freunden sehr anstrengend, so dass ich teilweise sogar damit erpressbar war(!). "Wenn wir dasunddas nicht tun, komme ich morgen wieder."
Zum einen hatte ich immer eine Schwäche für Außenseiter. Mitschüler, die aus der Clique ausgestoßen waren und fertiggemacht wurden, habe ich manchmal unter meine Fittiche genommen und getröstet. Allerdings muss ich zugeben, dass mir das auch manchmal ziemlich auf die Nerven ging, dass ich mich so intensiv um diese Typen kümmern musste. Ich hätte mir gewünscht, sie seien in die normalen Gruppen integriert gewesen und weniger, ich hätte für sie Gruppe sein müssen. Ist nämlich auch anstrengend.
macht's gut,
Michael
Wenn ein "Neuer" in die Klasse kam, war ich immer der Erste der Kontakt mit ihnen hatte bzw. sich mit ihnen angefreundet hat. Alle meine (damaligen) besten Freunde kamen eigentlich immer als Außenseiter neu in die Klasse - meistens wurden sie daher von den andere sehr kritisch beäugt. Ich würde aber nicht sagen, dass ich mich um diese "gekümmert" habe - es waren schon echte Freundschaften, die auf gegenseitigem Interesse beruhten.
Ich bin allerdings generell vom Typ her jemand, der versucht alles anders zu machen. Wenn alle nach links laufen gehe ich grundsätzlich nach rechts - war schon immer so... ;)
Als Kind war ich, soweit ich im entsinne, sicherlich sehr sensibel - aber ich habe den Eindruck, dass es "so richtig" erst mit der Pupertät angefangen hat.
Erstens fand ich den Besuch von Freunden sehr anstrengend, so dass ich teilweise sogar damit erpressbar war(!). "Wenn wir dasunddas nicht tun, komme ich morgen wieder."
Ich stelle mir das gerade bildlich vor. Der kleine Michael Jack steht im Sandkasten und bekommt von seinen Freunden gedroht, dass sie wiederkommen, wenn er ihnen nicht sein Förmchen gibt! :lol:
Weiteres zum Thema Freunde: Ich bin in der ersten/zweiten Klasse von einem Mädchen gezwungen worden, ihre Freundin zu sein. Ich mochte sie nicht, sie war gemein und ich lag kein bisschen mit ihr auf einer Wellenlänge, aber sie wollte partout, dass ich ihre Freundin bin. Sie war größer und sehr viel kräftiger als ich. Wenn ich nicht mit ihr zusammensein wollte, verprügelte sei mich, bis ich klein bei gab.
Sind Euch ähnlich seltsame Sachen auch widerfahren?
Zum einen hatte ich immer eine Schwäche für Außenseiter. Mitschüler, die aus der Clique ausgestoßen waren und fertiggemacht wurden, habe ich manchmal unter meine Fittiche genommen und getröstet. Allerdings muss ich zugeben, dass mir das auch manchmal ziemlich auf die Nerven ging, dass ich mich so intensiv um diese Typen kümmern musste. Ich hätte mir gewünscht, sie seien in die normalen Gruppen integriert gewesen und weniger, ich hätte für sie Gruppe sein müssen. Ist nämlich auch anstrengend.
Das kenne ich auch, allerdings nur aus meiner Grundschulzeit. Da war ich prima in die Klasse integriert (abgesehen von der oben erwähnten "Freundin", die ich unfreiwilligerweise hatte) und konnte es mir leisten, jemanden unter meine Fittiche zu nehmen. Wir hatten eine Art Slum-Viertel in der Stadt, und zweimal landete ein Mädchen aus dieser Gegend in meiner Klasse. Sie wurden von vornherein von allen links liegen gelassen. Die anderen waren zwar nicht begeistert, wenn ich darauf bestand, dass solche Kinder mitspielen durften, aber sie hörten auf mich. Das änderte sich, als wir in eine andere Stadt zogen. Von da an war ich nur noch Außenseiter. Manchmal frage ich mich, was aus meinem Leben geworden wäre, wenn wir nicht umgezogen wären.
Myriam
glasperlenspielerin
07.02.2004, 04:05
ich war schon früh ein kind,d as man als sehr "schwierig" bezeichnete. der kinderärztin meiner mutter ist das besonders aufgefallen. meine mutter hat heute noch diesen "kinderärztlichen erstuntersuchungsausweis" (keine ahnung, wie das geanu heißt ;) ) von mir. neulich hab ich da mal rumgeblättert und da steht unter sonstige bemerkungen bei mir anbemerkt, daß das kind sehr "extrem ängstlich und schüchtern" ist. im alter von 4,5 jahren hat sie meiner mutter sogar angeraten, mich zu einer psychologischen (spiel)therapie zu schicken. etwas anderers sehr auffälliges aus dieser zeit,d as sich ebenfalls vorwiegend in (kinder)arztpraxen abspielte, war das szenario, daß ich als kleines baby und kleinkind immer lauthals anfing zu schreien und zu weinen und angst zu haben, wenn ich -wie meine mutter so schön sagte- "nur eine fremde tapete" sah.
das ging auch später so weiter: im kindergarten und in der grundschule war ich gar dann so schüchtern und ängstlich, daß ich in all den jahren dort nie einen ton sagte und gar nicht mal laut lachen oder gar weinen konnte vor anderen -ein phänomen, das sich "mutismus" nennt: es ist die umschreibung für "seelisch bedingtes schweigen", eine emotional bedingte (bindungs-) störung vor allem im frühen kindesalter, die sich aber selbst hier nur mit einer wahrscheinlichkeit von 0,1% über die bevölkerung verteilt. damit tritt dieses erscheinungsbild etwa gleich häufig mit autismus auf. -umso erstaunlicher war es für mich zu lesen (auf dem größten amerik. messageboard für HSP's), wie häufig dieses phänomen doch gerade in der biographie von HSP's auftritt. weiter bemerkswert ist auch, daß bei der ursachenforschung auf diesem gebiet, von psychologen und pädagogen immer wieder betont wird, daß von dieser störung vor allem "sehr sensible" kinder betroffen sind. man interpretiert dann in die richtung, daß sich diese symptomatik (schweigen + apathie) auf eine nicht ausreichend erfahrene zuneigung von seiten der mutter/eltern hin herausbildet. in einer beschreibung hab ich sogar schon gelesen, daß man es auch als ein "hospitalismus"-syndrom auslegen kann.
was ich als kind in diesem zusammenhang als besonders schlimm empfunden habe, war,d aß gerade meine mutter -ob nun unverschuldet oder nicht- nicht dazu in der lage war, mir das gefühl zu geben, akzeptiert und angenommen zu sein. im gegenteil: ich wurde sehr oft heruntergemacht udn geschlagen, teilweise danach auch noch eingesperrt, weil ich so ein "unpäßliches" kind war und *ihr* überall nur ärger udn sorgen bereitete wie z.b. lästige besuche beim elternsprechtag, lehrertelefonate oder die unliebsame vorstellung beim psychologen wegen meiner "verhaltensauffälligkeiten".
und ja -wie gesagt- meine mutter war früher aufgrund ihrer eigenen mißlichen lage total überfordert mit usn kindern. ich denk, das hat mich als kind am stärksten geprägt. wenn ich das heute auch mit abstand und klarer sehe, würd ich sagen, daß da immer noch sehr vieles von damals in meiner person und meinem befinden in der welt weiterlebt.
später in der weiterführenden schule beschränkte sich mein kontakt zu mitschülern und lehrern nur auf das allernötigste. vor allem hatte ich es schwer, anschluß und freundschaften zu finden. es fand sich zwar fast immer mal jemand, der sich um mich "bemühte", jedoch scheute ich immer wieder zurück und hatte große angst, aus mir herauszukommen,s o daß es praktisch nie zu längerbestehenden bzw. festen frendschaften kam (später -als ich älter wurde- merkte ich, daß das eine unbewußte art von "enttäuschungsprophylaxe" gewesen sein muß, die ich damit betrieb).--die mehrheit meiner jahrgangsstufenkameraden interessierten mich aber auch einfach nicht bzw. waren sie mir so wesensfremd, daß ich da einfach nicht "mithalten" konnte (disko, partys usw.). so verzog ich mich immer mehr in meine welt, die dann mehr aus büchern, filmen und diversen (sportlichen) hobbys bestand. außerdem war ich sehr tierverrückt: konnte mich stundenlang mit meinem kaninchen beschäftigen oder bei der pferdepflege helfen.----
eine eigenschaft, die mich als kind wohl auch sehr besonders ausgezeichnet hat, war meine ausgeprägte fähigkeit, mich allein beschäftigen zu können-z.b. über stundenlang an unserem eßzimmertisch zu sitzen und zu basteln, prospekte zu zerschneiden, draussen im herbst blätter zu sammeln, zu kleben, zu stempeln.. und vor allen dingen zu m a l e n!! das war meine absolute lieblingsbeschäftigung. das war für mich eine möglichkeit, der welt um mich herum vollkommen zu entfliehen und sie vergessen zu machen. ---
das ging auch später so weiter: im kindergarten und in der grundschule war ich gar dann so schüchtern und ängstlich, daß ich in all den jahren dort nie einen ton sagte
Ich sollte sogar ein Jahr später eingeschult werden, weil ich beim Einschulungsgespräch, bei dem die Schulreife getestet werden sollte, die ganze Zeit nur weinte und kein Wort sagte. Ich hatte so eine wahnsinnige Angst, sehe noch heute diesen riesigen Raum vor mir mit all den fremden Kindern und Eltern. Nur weil meine Großmutter die Lehrerin kannte, die das Gespräch durchführte und ihr (offenbar glaubhaft) versicherte, dass ich einfach nur scheu und trotz meines seltsamen Verhaltens intelligent sei, wurde ich dann doch regulär eingeschult. Wäre meine Großmutter nicht gewesen, hätte ich auch leicht irgendwann auf einer Sonderschule landen können. Denn ein Jahr später beim nächsten Einschulungsgespräch hätte sich das Szenario wieder ganz genauso abgespielt.
eine eigenschaft, die mich als kind wohl auch sehr besonders ausgezeichnet hat, war meine ausgeprägte fähigkeit, mich allein beschäftigen zu können-z.b. über stundenlang an unserem eßzimmertisch zu sitzen und zu basteln, prospekte zu zerschneiden, draussen im herbst blätter zu sammeln, zu kleben, zu stempeln.. und vor allen dingen zu m a l e n!! das war meine absolute lieblingsbeschäftigung. das war für mich eine möglichkeit, die welt um mich herum vollkommen zu entfliehen und sie vergessen zu machen.
Ich habe es als Kind auch geliebt, mich alleine zu beschäftigen. (Daran hat sich bis heute auch nicht viel geändert.) Meine Mutter zwang mich manchmal sogar, auf den Spielplatz vor unserem Haus zu gehen, weil ich es freiwillig nicht tat. Als Kind liebte ich es, stundenlang mit meinen Kuscheltieren zu spielen (Puppen konnte ich übrigens nicht ausstehen, weil die so hart waren und so starre Augen hatten), wobei ich immer irgend etwas "aufbaute", und sobald es fertig war, wusste ich nichts mehr damit anzufangen. Das hat meine Mutter ziemlich irritiert. :wink: Und als ich fünf war, schenkte mir mein Vater einen alten Kassettenrecorder mit Micro und sagte mir, da könne ich von nun an die Geschichten draufsprechen, die ich immer erfinden würde. Ui, war meine Mutter vielleicht sauer, denn danach kam ich dann gar nicht mehr aus meinem Zimmer raus. :roll:
hmm... mir ging es ganz ähnlich wie trinity es beschreibt. ... es belastet mich darüber nach zu grübeln .. meine erinnerungen sind sehr unvollständig ... bin jetzt fünf mal aufgestanden und auf und ab gegangen beim lesen der beiträge. an so ein "ich-bewustsein" kann ich mich auch gut erinnern. ich war sehr erzürnt dass meine eltern mich nicht verstehen konnten als ich noch nicht richtig reden konnte (hab ich extrem spät gelernt(verstanden hab ich lange vorher)). ich bilde mir ein dass die art wie ich heute über die dinge grüble sich nicht von damals unterscheidet. ich kann mich fast lebhafter an dinge erinnern die ich dachte als an dinge die passiert sind... so als ob man einen song text schreibt und sich dann diesen erinnert aber nicht mehr genau weis worauf er sich bezogen hat.. . ich komm nicht weiter .. auch bei mir gibt es diese wiedersprüche zwischen scheinbar autisitschen eigenschaften und deren gegenteil. im kindergarten war ich noch nicht reif für andere menschen. ich agierte nur gezwungenermassen. ich war integriert aber niedrig in der rangordnung. konnte manch einen aber auch beeindrucken durch die professor rolle. ich hab mich aber immer an möglichst wenigen orientiert und die anderen ausgeblendet. ich wurde auch erst mit sieben eingeschult. erst in der zweiten klasse war ich so weit aktiv auf andere zu zugehen und sie gewissermassen in meine realität zu integrieren. das hab ich aber ab da dann auch richtig gründlich gemacht. bevor ich mit ca 16 extrem sozialphobisch wurde war ich durchschnittlich gut integriert und auch wenn einige mich mobbten gab er immer viele andre die mich respektierten ... insgesammt bin ich ja ein unglaublicher spätzünder.ein emotionales! interessen an austausch mit mädchen hatte ich auch frühestens mit 17. mein bartwuchs ist jetzt mit 26 endlich gerade frisch zu 98,3% ausgeprägt und da bekomme ich auch schon wieder geheimratsecken. georg hat geschrieben, das sei für HSP gar nicht so ungewöhnlich. ich war deswegen oft bei ärtzten und hab sie gehasst wenn sie dann behaupteten meine hormonwerte seien im "normalen bereich" ...
um es mal auf den punkt zu bringen:
ich hab hier mit absicht nicht von sensorischer sensibilität gesprochen. die war natürlich auch bei mir extrem ausgeprägt in meiner kindheit.
ich war im bezug auf mich selbst extrem sensibel.
ich war im bezug auf emotionale schwingungen anderer extrem senisibel.
ich war deffinitiv nicht besonders frühreif in der fähigkeit diese sensibilität einzusetzen um kontakt herzustellen. das war mir nichtmal wichtig. diese ganze orientierung an interaktiver realität konnte oder wollte ich damals nicht nachvollziehen. warum spiele organisieren. warum sich nicht selbst genügen. wenn ich heute im tv sehe wie lebhaft kleinkinder miteinander spielen und dabei erwachsenes rollenverhalten immitieren und wie intelligent einige kleine mädchen in fernsehrollen sich um ihre mütter kümmern als seien diese selbst die töcher dann bekomme ichs in erinnerung an meine damalige andersartigkeit nur noch mit der angst und mit minderwertigkeitskomplexen zu tun.
Eiskristallin
08.02.2004, 04:08
@ Myriam:
Du schreibst. "Als Kind liebte ich es, stundenlang mit meinen Kuscheltieren zu spielen (Puppen konnte ich übrigens nicht ausstehen, weil die so hart waren und so starre Augen hatten)".
-> Das empfand ich ganz genauso. -> Zufall?
hehe. die barbies meiner schwester hab ich ausgezogen und in klebeband gewickelt. :D aber meinen teddy hab ich unendlich geliebt. :) bis ich 13? war.
mit zwoeinhalb ist mir bei nem autosalto meine damalige lieblingspuppe durch die heckscheibe entkommen. meine eltern behaupten, das hätte mich weit mehr traumatisiert als der unfall.
Kuscheltiere... Ich hatte jeden Abend ein ganz bestimmtes Ritual. Meine 4 Kuscheltiere waren mir heilig. 2 mussten oben in der Bettecke sitzen und „Wache“ halten. Die 2 anderen mussten ganz eng in meinen Arm genommen werden. Natürlich musste ich in Richtung Wand liegen und die Beine anziehen, damit ihnen nichts passieren konnte. Wenn ich nachts aufwachte und diese zwei, waren aus dem Bett gefallen, habe ich so arg geweint, dass das ganze Haus wach wurde. :-)
Ich kann nicht sagen, dass ich Puppen nicht mochte. Sie waren einfach uninteressant. Ich habe mal eine zu meinem 3. Geburtstag bekommen. Wir waren da gerade in Österreich auf einem Bauerhof. Ich haben sie aus Versehen im Blumsklo versenkt... :-)
@ Myriam:
Du schreibst. "Als Kind liebte ich es, stundenlang mit meinen Kuscheltieren zu spielen (Puppen konnte ich übrigens nicht ausstehen, weil die so hart waren und so starre Augen hatten)".
-> Das empfand ich ganz genauso. -> Zufall?
Ich weiß nicht. Kann mir schon vorstellen, dass z.B. hartes Material, dieser seltsame Gummigeruch und unnatürliches Aussehen (seien wir doch mal ehrlich, Puppen sehen total dämlich aus :lol:) auf HSPs befremdlicher wirken als auf Nicht-HSPs.
PS: Es gibt wohl kaum einen Horrorfilm, den ich gruseliger finde als Chucky, die Mörderpuppe. :wink:
Eiskristallin
08.02.2004, 16:00
stimmt. und "es", mit diesem fürchterluchen clown finde ich auch sehr unheimlich.
überhaupt mochte ich clowns nie (nichtmal als kleines kind), fand sie immer eine mischung aus unheimlich, dumm und grausig.
Boah,
obwohl es mir beim Gedanken an Mörderpuppen mit starren Augen grad eiskalt den Rücken herunterläuft, muss ich doch mal eine Lanze für meine eigenen Puppen brechen: Die waren weich und schön und lieb, besonders meine Käthe-Kruse-Puppen Susi und Bettina waren meine "Familie", als ich ein Kleinkind war. Aber die waren eben auch besonders gearbeitet, überhaupt nicht starr und wirkten nur lieb und lieb und lieb. Mir ist aber schon oft aufgefallen, dass Puppen oft so lieblos fabriziert in den Regalen der Warenhäuser stehen. Diese Art Puppen finde ich auch grauenvoll...
(Zur eigentlichen Frage: Ich war als Kind zwar eine Außenseiterin, ängstlich, eine arge Heulsuse, schlecht im Sport dazu, aber trotzdem mochten mich die meisten und wollten ständig mit mir spielen. Widerspruch in sich? Trotzdem war es so: Sehr beliebt und sehr allein. D.h. ich war schon sehr gefragt, in Gruppen war ich meist die Anführerin, bessergesagt die "Moderatorin" oder "Bespaßerin", fühlte mich aber immer sehr anders und missverstanden und einsam. Jedoch hatte ich eine Freundin, die ich von heute aus als ebenfalls hochsensibel bezeichnen würde. Mit ihr spielte ich wirklich gerne...)
Dreamy11
09.02.2004, 04:20
Ich war Hochsensibel als Kind...Und man machte mir das Leben schon dann zur Hölle ...Wurde gehänselt/verärgert/verprügelt/bespuckt...mit böllern beworfen) bis zum geht nicht mehr, was nur die Angst in die Höhe Schoß, und Misstrauen stärkte...Man Dachte ich bin Psycho... :( :cry: Ich heulte leicht und viel...Das wurde leicht ausgenutzt von nicht HSP Kindern (Mehrheit) :(
Fühlte mich seit langem als totaller Aussenseiter :cry:
Man tramplete mir schon damals auf meine zartbesaitete Seele rum, wo es kein Wunder ist das ich so mistraurisch bin... :cry: :(
Fühle mich wie ein Seelisches Wrack inzwischen...Nur auf die sensible Seele wurde gehauen..,Traurig :cry: :(
Hallo!
Ich war als Kind angeblich bis zum 5. Lebensjahr aufgeweckt und lebenslustig und oft bei den Nachbarn zum Plaudern.
Seit der Schulzeit ist schluss mit lustig. Habe vom ersten Schultag an immer wieder geweint; hatte Angst vor den Lehrern, keine Freunde, dennoch gut gelernt.
Nahm mir sehr viel zu Herzen und weinte sehr viel, auch zu Hause, wofür ich noch eine Ohrfeige draufbekam - damit ich wüsste, warum ich weine. Ich war der jüngste Spross von vier Geschwistern; Eltern und Geschwister trampelten auf meiner Seele herum, dass ich mich wundere, dass ich überhaupt noch lebe.
War gezwungen, mich in meiner inneren Welt zu verkriechen; gehänselt wurde ich schon, aber das hielt sich in Grenzen; dennoch war ich immer allein; spielte mit meinen Puppen so lange es ging; dachte immer nur, dass mich keiner versteht; das zeigten die Reaktionen auf mein Verhalten sehr deutlich, bis ich bald gar nichts mehr nach außen ließ, passte mich an und versuchte mich ruhig und unauffällig zu verhalten, damit mir niemand etwas anhaben könnte;
das habe ich so lange gemacht, bis ich nicht mehr wusste, wer ich selbst eigentlich bin; tue mir total schwer, zu wissen was ich will, weil mein Wollen nie wirklich gefragt war; zwar habe ich wieder etwas zu mir gefunden, aber das Leben ist auf keinen Fall leicht für mich oder von "Freude" kann ich schon lange nicht mehr sprechen; ich schleppe mich halt so durch, keine Ahnung wie lange ich das noch aushalte; ...
glasperlenspielerin
09.02.2004, 21:25
@gertrud: mich wundert auch überhaupt nicht, dass du heute so ein trauriger mensch bist... :(
.
Hi Gertrud
Ich wünch dir dass du da in Wien eine Gruppe findest in der du dich aufgehoben fühlst. Es gibt zwar auch schlechte Gruppen wo neurotisches Potential koabhängig kultiviert wird, aber eine gute Gruppe kann sehr wertvoll sein. Bei Depresion ist ja grade auch Regelmässigkeit wichtig und sowas ist in einer Freundschaft of nicht gegeben. Grade wenn es einem nicht gut geht denkt man, man darf den anderen jetzt nicht belasten. Das Rituelle einer Gruppe kann leicht stärker sein, als diese "zurrücknahme" die man immer wieder pflegt wenn man sich wieder wertlos fühlt.
Ciao
Meine Sensibilität (und Schüchternheit) war als Kind sehr stark ausgeprägt. Eigentlich schon immer. Ob das jetzt was damit zu tun hat, weiß ich nicht, aber als ich geboren wurde, war ich erst mal still und schrie nicht. Der Arzt musste mir erst einen Klaps geben. (Ist wohl wichtig, dass ein Baby schreit, damit es lernt zu atmen...)
Die Fähigkeit (bzw. Last), fremde Emotionen aufzunehmen, hatte ich bereits als kleines Kind. Heute würd ich sagen, ich war wie eine Ameise. (Ameisen drücken ihre Gefühle durch Pheromone (Geruchsstoffe) aus, und alle Ameisen, die das riechen, fühlen daraufhin genauso und verstärken dieses Gemeinschaftsgefühl ihrerseits mit eigenen Pheromonen.)
Besonders quälend war das, wenn mein Vater anfing, mich oder jemand anderen (habe 3 jüngere Geschwister) anzuschreien. Das war jedes mal reinste psychische Folter. Schlimmer als Schläge (die kamen seltener vor, aber die gab es auch ab und zu, und auch dabei war die Erniedrigung schlimmer als der körperliche Schmerz.)
das ging auch später so weiter: im kindergarten und in der grundschule war ich gar dann so schüchtern und ängstlich, daß ich in all den jahren dort nie einen ton sagte und gar nicht mal laut lachen oder gar weinen konnte
Das erkenn ich bei mir selbst stark wieder. Ich hatte im Kindergarten keine Freunde und habe mit keinem geredet. Selbst wenn mich jemand angesprochen hat, kam es vor, dass ich einfach gar nichts gesagt habe, und wenn, dann nur das allernötigste.
Bis dann ein neuer in den Kindergarten kam. Von allen verstoßen und gehänselt, intelligent, aber Außenseiter wie ich. Ich weiß noch, wie wir uns unter einem Tisch verkrochen haben und er mir erklärte, wie ein Echolot funktioniert.
ein phänomen, das sich "mutismus" nennt: es ist die umschreibung für "seelisch bedingtes schweigen"
Könnte bei mir auch der Fall gewesen sein. Ich hab das Wort zwar noch nicht gehört, aber der Ausdruck "seelisch bedingtes schweigen" klingt extrem nach mir im Kindesalter.
eine eigenschaft, die mich als kind wohl auch sehr besonders ausgezeichnet hat, war meine ausgeprägte fähigkeit, mich allein beschäftigen zu können
Auch das kenn ich nur zu gut. Im Kindergarten war ich stundenlang beschäftigt, Bilder zu malen oder irgendwas zu basteln. Später war es auch kaum anders, nur eben andere Themen, und es ist bis heute so. Ich sitze oft stundenlang vor dem Rechner, kann stundenlang jonglieren oder Gitarre spielen.
Das ist eigentlich eine sehr positive Eigenschaft, und ich bin froh, dass ich das kann. Manchmal hab ich allerdings schon den Eindruck, dass mir dadurch, dass ich mich so gut mit mir selbst beschäftigen kann, einfach interaktivität fehlt.
Es klingt paradox, aber dadurch, dass HSPs zu starke Sinneseindrücke meiden, leiden sie (glaub ich) oft an genau dem Gegenteil, nämlich sensorischer Deprivation (http://www.sociologicus.de/lexikon/lex_geb/begriffe/deprivat.htm) (zu wenig Reize).
Das führt natürlich zu Depressionen.
Ich war auch ein sehr sensibles Kind, introviertiert, viel Fantasie, (eigentlich nicht viel anders als jetzt)
Ich habe viel gezeichnet, beschäftigte mich viel mit Tieren, ich brauchte etwas, was ich Hegen und Pflegen konnte; die Schulzeit war alles andere als einfach, ich hatte immer wahnsinnige Angst vor dem Turnen, besonders vor Ballspielen. Eine gewisse Anerkennung hatte ich jedoch schon, z.B. durch meine Zeichnungen, und ich war auch im Lernen ganz gut. Diese Dinge konnten meine Schwächen ein wenig ausgleichen, ausserdem hatte ich immer ein paar sehr gute Freunde.
Mehr als andere Kinder hing ich an meinen Eltern; wenn irgendein Schulfest war, hing ich die ganze Zeit an Mamas Rockzipfel.
Durchsetzungsfähigkeit war schon damals nicht meine grösste Stärke, und auch heute machen mir meine nicht vorhandenen Ellbogen so oft zu schaffen... :roll:
Eiskristallin
10.08.2005, 22:09
diesen thread mal wieder ausgraben...
mich würde interessieren, ob ich eigentlich die einzige hier bin, die als kind ganz deutlich anders war als als erwachsene/r?
ich war als kind extravertiert, gar nicht scheu, immer mitten im geschehen, ging sehr auf leute zu, war kein außenseiter.
ich konnte mich natürlich auch still beschäftigen, ein lautes kind war ich nicht, und ich hab auch gerne mal nur für mich gespielt. auch was meien freundinnen betraf war ich wählerisch.
aber ich ging auf fremde zu um ihnen von meinen haustieren zu erzählen, um ihnen was vorzusingen oder ihnen zu zeigen, daß ich rad schlagen und spagat machen kann.
müßte ich mir einen MBTI-typ zuordnen, würde ich sagen, ich war ein ESFP oder ENFP-Kind.
wie war das bei euch?
Ich war ziemlich geschockt, als ich meine Zeugnis-Beurteilung meines ersten Grundschulzeugnisses las. Ich muß wohl mal sehr aufgedreht gewesen sein, sprühend voller Lenensenergie.
Davon ist in den Jahren nicht mehr viel übriggeblieben, hauptsächlich durch das ständige "niedermachen" meiner Persönlichkeit (das zu handfestem Mobbing an meiner Schule führte).
Erst in den letzten Jahren kommt so etwas wieder langsam hoch. Wenn ich mich für etwas begeistern kann, kann ich durchaus sehr sprühend und begeisterungsfähig sein. ;)
Eiskristallin
10.08.2005, 22:34
Erst in den letzten Jahren kommt so etwas wieder langsam hoch. Wenn ich mich für etwas begeistern kann, kann ich durchaus sehr sprühend und begeisterungsfähig sein. ;)
ich auch.
und auch, daß ich mal extravertiert war kommt bei mir nach und nach wieder mehr zum vorschein.
lost in everybody
10.08.2005, 23:49
Hm...generell war ich als Kind wohl ziemlich hartgesotten was einige Dinge betrifft...hinfallen etc. hat mir nichts ausgemacht....auch keine kratzigen Pullis...nur Essen mochte ich nicht alles...da war ich sehr wählerisch...
Ich war aber nicht sehr anders als Kind...als jüngeres Kind...im Kindergarten weiß ich nicht...aber seit der Grundschule sagen die Lehrer immer ich sei "brav"...abwartend und passiv zuhörend oder so...ruhig, aber trotzdem interessiert...später mögen das nicht alle Leher so gesehen haben...einer sagte mir mal ich müsste im Unterricht mehr sagen, sonst könnte ein neuer Lehrer mich nicht einschätzen bzw. für weniger fähig und intelligent halten, als ich wirklich bin....
Ich war schon immer schüchtern, introvertiert und nicht auf Leute zugehend...das hat sich eher mit zunehmenden Alter gebessert... habe gern allein, aber auch gern mit Freundinnen und Freunden gespielt...wählerisch war ich nicht übermäßig...
Wirklich Außenseiter war ich nie...."in" aber auch nicht....bin gehänselt worden....
Verletzlich oder sensibel war ich schon als Kind....hamoniebedürftig etc...mochte keinen Streit....habe leicht geweint...
...hm...Lebensernergie habe ich auch...bin auch begeisterungsfähig....meistens aber nur bei Leuten, wo ich weiß, dass sie mich akzeptieren, wie ich bin...vor unbekannten Leuten ausgelassen zu sein fällt mir da eher schwer...
...vielleicht liegt es auch einfach daran, dass meine frühe Kindheit nicht so doll war, dass ich so früh schon so zurückhaltend und schüchtern war...
Eiskristallin
10.08.2005, 23:53
Hm...generell war ich als Kind wohl ziemlich hartgesotten was einige Dinge betrifft...hinfallen etc. hat mir nichts ausgemacht....auch keine kratzigen Pullis...nur Essen mochte ich nicht alles...da war ich sehr wählerisch...
was kleidung und essen betrifft war ich als kind sehr extrem. ich habe nur ganz wenige lebensmittel gegessen und nur ganz weite kleidung getragen, sogar der gummi einer durchschnittlichen unterhose war mir oft zu eng. außerdem trug ich nur röcke und kleider und nur bestimmte materialien.
diesen thread mal wieder ausgraben...
mich würde interessieren, ob ich eigentlich die einzige hier bin, die als kind ganz deutlich anders war als als erwachsene/r? wie war das bei euch?
Ich war als Kind schon sehr anders. Ich war als Kind noch wesentlich gehemmter und schüchterner. Mit der Zeit hat sich das ein wenig gelegt. Bei mir kommen langsam Dinge zum Vorschein, die lange gehemmt wurden.
Beim Essen war ich als Kind auch sehr wählerisch (wählerisch ist noch beschönigt ;) )
Dschungelblüte
11.08.2005, 07:15
Ich war als Kind eher schüchtern und still in der Schule und vor Erwachsenen, aber bei Schulkameraden und Freunden immer ziemlich aufgedreht und auch oft der "Bespaßer".
Ich hatte nie Außenseiterprobleme, war immer recht beliebt, gern im Mittelpunkt oder "Anführer".
Konnte mich auch sehr gut allein beschäftigen, rumbasteln, stundenlang lesen...
Und meine ganze Kindheit & Jugend hindurch hatte ich immer nur je eine ganz enge Freundin.
Die erste beste Freundin (Kiki) hatte ich von Beginn des Kindergartens bis Anfang Gymnasium, dann zwei Jahre oder so eine andere, ab da die nächste und dann auch zeitgleich eine zweite beste Freundin, bis heute.
Weiss ja nicht, ob diese Fixierung auf eine Einzelperson was zu bedeuten hat.
Also vor allem ganz am Anfang mit Kiki war es schon extrem, wir habe uns jeden Tag gesehen, immer nur zu zweit was gemacht, gemeinsam im Urlaub etc.
stimmt. und "es", mit diesem fürchterluchen clown finde ich auch sehr unheimlich.
überhaupt mochte ich clowns nie (nichtmal als kleines kind), fand sie immer eine mischung aus unheimlich, dumm und grausig.
Uuuuh, ja, ich hasse Clowns!!!
Schon immer, und seit ich die ersten paar Minuten von ES gesehen habe noch mehr!
:haireek:
Allgemein hab ich einen Horror vor allem Maskierten, wie ja gern gesehen in Horrorfilmen, oder zB auch diese widerlichen Hexen beim Fasching stressen mich total, die einen immer aus der Menge zu zerren versuchen - da werde (wurde, gehe schon lang nicht mehr zu den Umzügen) ich regelrecht panisch.
Ich gehöre auch zu denen, die in ihrer Kindheit ganz anders waren als heute. Früher war ich so schüchtern, dass meine gesamte Energie dabei draufging, unsichtbar zu sein, mich anzupassen. Heute sind noch Überreste davon da, meine Ruinen sozusagen, aber wenn ich bedenke, dass ich heute ohne darüber nachzudenken durch ein volles Restaurant gehen kann, in der Öffentlichkeit essen kann und mir komplett fremde Leute ohne Probleme anspreche, Dinge, die mir als Jugendliche unmöglich waren, dann finde ich, bin ich schon weit gekommen.
Babapapa
11.08.2005, 10:51
hm, bei mir hat sich das mit den schulwechseln arg geändert. im kindergarten und in der 1.klasse "managte" ich mit 2 freunden den ganzen laden, während ich denn plötzlich in der 2.klasse auf einer anderen schule aussenseiter war und vors maul bekommen habe.
so litt natürlich auch mein selbstvertrauen, was die eigene entwicklung natürlich nicht förderte. auch später in der realschule oder im sportverein gehörte ich nie dazu, wurde als letzter gewählt oder noch schlimmer: wurde zugeordnet, weil überzählig!
durch jobs mit publikumsverkehr lernte ich in der öffentlichkeit mit höflichen umgangsformen und scheinbarer selbstsicherheit zu funktionieren, während mein auftreten bei herzensangelegenheiten weiterhin eher dem eines 16jährigen entspricht.
Eiskristallin
11.08.2005, 12:05
Die erste beste Freundin (Kiki) hatte ich von Beginn des Kindergartens bis Anfang Gymnasium, dann zwei Jahre oder so eine andere, ab da die nächste und dann auch zeitgleich eine zweite beste Freundin, bis heute.
ich will ja nicht nerven, aber bis auf "(Kiki") - bei mir wars Lisi *gg* - könnte das schon wieder wörtlich von mir stammen *gg*
durch jobs mit publikumsverkehr lernte ich in der öffentlichkeit mit höflichen umgangsformen und scheinbarer selbstsicherheit zu funktionieren, während mein auftreten bei herzensangelegenheiten weiterhin eher dem eines 16jährigen entspricht.
ja, geht mir auch so. Ich bin manchmal ganz erstaunt, wie gut ich "funktioniere". Aber wehe, jemand kommt mir zu nahe ;)
Damit kann ich mich aich identifizieren. Ich mache viel zu viele Fehler ...
Dschungelblüte
12.08.2005, 08:41
ich will ja nicht nerven, aber bis auf "(Kiki") - bei mir wars Lisi *gg* - könnte das schon wieder wörtlich von mir stammen *gg*
*plumps* http://img.photobucket.com/albums/v104/SarahLee/plumps.gif
Kristall
14.08.2005, 21:03
Das ist schon interessant, über Eure Kindheit zu lesen. In sehr vielem erkenne ich mich auch wieder. Als ich in den Kindergarten sollte, habe ich mich nur an meine Mutter geklammert, so dass ich ein Jahr später er hinein musste. Ich mochte den Kindergarten nicht sehr, hatte dort auch keine Freundinnen. Der größte Horror war für mich, dass ich bei einem Gruppenspiel mitmachen musste und alle sahen mich an. Am liebsten malte ich oder dachte mir Geschichten aus oder saß still dabei und hörte zu. Auch in der Schule war ich sehr still und hatte auch immer nur eine oder höchstens zwei Freundinnen. Ich saß immer da und sah sehnsüchtig aus dem Fenster oder malte. Bis ich meinen Mann kennenlernte, war es für mich extrem schwierig etwas zu sagen, wenn eine Gruppe von Menschen dabei war. Heute kann ich das und wirke schon extrovertiert, halte dabei aber meine empfindlichen Gefühle gut verborgen. Ich glaube, ich habe eher gelernt ein Image aufzubauen, hinter dem ich mich entspannt zurücklehnen kann. Übrigens mochte ich Puppen auch nicht so, liebte aber meine Kuscheltiere, wobei die liebsten in mein Bett durften und bis in meine weite Erwachsenenzeit auch da blieben, weil ich sie nicht im Stich lassen wollte. Verrückt, was?
Nun ja, als Star Wars - Fan kann man/frau ja selbst heute noch genug sammeln. :D Hin & wieder samle ich noch heute, aber seit dem letzten Star wars - Film ist das Ganze bei mir sehr abgeflaut.
die sägefischin
15.08.2005, 14:42
ich war auch als kind sensibel, sehr schreckhaft und ängstlich, angst vor anderen, kein kontakt, konnte nie auf andere zugehen ... war immer der außenseiter, wurde immer gemobbt... weil sehr unsportlich, ungelenkig, immer die langsamste ... hab mich auch nie in der schule mündlich gemeldet , hab mich einfach nie getraut ... mir kommt's gerade wieder so in den sinn, wie meine sitznachbarin sagte "meld dich ... jetzt meld dich doch!!" und mir den arm hochzerrte ... sobald ich was sagte, wurd' ich auch immer rot (da ich eh von der haut her der helle, durchscheinende typ bin, fiel das rotwerden umso heftiger aus/auf) ... ich wär am liebsten im tiefsten erdloch versunken und meist haben die anderen dann noch gelacht und wer nicht gelacht hat, hat mich schief angeguckt - mit den anderen geflüstert, getuschelt ... und sobald ich in direkter nähe war, entweder gespräch schlagartig beendet oder scheinheilig freundlich getan.
ich stand immer am rand, ganz ab von allen anderen - und konnte auch oft kein wort rausbringen, wenn mich mal jemand angesprochen hat ... fühlte mich immer allein, nicht dazugehörend und von den anderen nicht angenommen. mir kamen auch immer sehr schnell die tränen, ich war kein fröhliches kind ... was es bei tränen immer gab? diesen "heul nicht rum! stell dich nicht an! ddu hast kein recht und keinen grund zu heulen - und jetzt hau ich dir eine, dann hast du wenigstens grund zu heulen!" ... nach dem grund der traurigkeit hat mich nie jemand gefragt ...
großen horror hatte ich übrigens vorm kindergarten - das war so'n düsterer bunker, katholisch - also mit schwarz gewandeten nonnen [wenn ich mir hingegen heute die kita anschaue, wo meine schwester arbeitet und wo alle in zivil sind ... ich finde das viel wärmer und menschlicher] - dann gabs vorm kiga. immer so eine bestimmte fertigpuddingsorte ... ich brauchte nur diese verpackung zu sehen und kriegte schreikrämpfe wie oskar matzerath ...
ich konnte mich über stunden ganz versunken allein beschäftigen ... malen, basteln, mir hütten aus kissen, kartons, decken etc. bauen, mit werkzeug spielen (hört sich schräg an, ich weiß aber so filigranes zeug, kleine bunte drähte, krokodilklemmen, kleine zangen usw. haben mich total fasziniert), aus dem fenster schauen, mir die aquarien und terrarien unserer nachbarn angucken [war ein biologieprofessor, das ganze wohnzimmer voll mit aquarien mit den buntesten fischen, terrarien mit köten, fröschen, salamandern & co. ]
ich fühlte mich "zu hause" oft sehr alleingelassen ... und wir wurden in der tat auch mal sträflich alleingelassen - dann nämlich, als meine mutter meine schwester und mich im wohnzimmer allein ließ mit einem typen, der polizeibekannt war wegen sexuellen mißbrauchs an kindern ... mir war dieses vorkommnis gar nicht mehr so erinnerlich, meine schwester hat mir dies vor 2 oder 3 jahren mal erzählt ... ich war 10 oder 11 jahre alt und meine schwester 15 oder 16 ...
die sägefischin
17.08.2005, 13:03
->@seejungfrau
den kindergarten hab' ich auch als erwachsene person nie mehr aufgesucht - das war in meinem geburtsort, ich lebe heute ca 100 km von diesem weg. seit ich mit ca . 18 jahren von dort weg gezogen bin, bin ich dort auch nicht mehr gewesen ... es zieht mich (im gegensatz zu meinen beiden älteren geschwistern, die 5 und 8 jahre alt waren, als meine eltern von norddeutschland, wilhelmshaven dort hin zogen. mein bruder und meine schwester fahren immer mal ganz gerne mit ihren kindern dort hin - um ihnen den ort, die umgebung, plätze, die mit der kindheit verbunden sind, die bundeswehr-siedlung zu zeigen, in der wir aufgewachsen sind zu zeigen ...) dort auch gar nicht hin.
es ist mir immer zu beklemmend, es kommt auch sehr viel angst, traurigkeit und so wieder nach oben ... vor 6 jahren ging mal von der arbeit unser betriebsausflug in den ort, haben dort auch eine bootstour gemacht. ich habe die tour dorthin als eine art von selbsversuch verstanden - mal sehen, mal testen, wie ich mich dort fühle, wie es mir dort geht ... was dieser tag dort mit mir macht ... ich habe mich so dermaßen unwohl gefühlt, so viel beklemmung, angst und unsicherheit ... ich habe mich dann auch vorzeitig abgesetzt und bin 2 oder 3 stunden vor dem abschlußabend in einem brauhaus nach hause gefahren ... ich hab's dort einfach nciht ausgehalten.
Bei uns ist es so, daß die Schule, in der ich gemobbt worden bin, gleichzeitig als Wahllokal dient. Insofern habe ich alle paar Jahre Gelegenheit, die alten Orte neu aufzusuchen ... ;)
Ich merke schon, daß ich mich verändert habe ... ;)
Eiskristallin
17.08.2005, 13:28
Bei uns ist es so, daß die Schule, in der ich gemobbt worden bin, gleichzeitig als Wahllokal dient. Insofern habe ich alle paar Jahre Gelegenheit, die alten Orte neu aufzusuchen ... ;)
Ich merke schon, daß ich mich verändert habe ... ;)
meine ehemelige schule ist ebenfalls mein wahllokal. gemobbt wurde ich dort zum glück aber nicht.
Als Kind war ich hauptsächlich wasserscheu und lärmempfindlich. Wasser war für mich tabu. Naß, kalt und tief. *schauder* :haireek: Wenn das Wasser wenigstens warm ist, dann geht es eigentlich. Trotzdem habe ich den Eindruck, daß ich mich bis heute nicht hundertprozentig an Wasser gewöhnt habe. Duschen geht zwar, aber nur wenn niemand an der Temperatur herumspielt (was in größeren Familien leider ab und zu vorkommt). :rolleyes: Mit Sand, Dreck etc. habe ich aber auch nicht gerne gespielt. Bevorzuge eher ein sauberes Milieu. Ich mag zwar die Natur an sich, scheue aber den direkten Kontakt, was wohl auch an den Allergien liegt.
Zum Lärm: Früher hatte ich panische Angst vor Luftballons, weil die ja platzen können. :eek: Oft werden ja Luftballons an Kinder verteilt (in Geschäften, auf Parties, was weiß ich...), welche ich immer dankend abgelehnt habe. Sogar Heißluftballons waren mir unheimlich. Spielzeugpistolen fand ich klasse, solange sie entladen waren. :cool:
Ach ja, habe seit der Zeit auch eine regelrechte Quallenphobie. Mit den Dingern kann man mich jagen, also bitte nicht ausnutzen. :o
Eiskristallin
17.08.2005, 14:59
Als Kind war ich hauptsächlich wasserscheu und lärmempfindlich. Wasser war für mich tabu. Naß, kalt und tief. *schauder* :haireek:
da war ich das exakte gegenteil...immer schon versessen auf wasser, so kalt und tief kanns gar nicht sein, so schmutzig auch fast nicht, daß ich mir nicht die kleider vom leib reiß und schon drin bin *gg*
da war ich das exakte gegenteil...immer schon versessen auf wasser, so kalt und tief kanns gar nicht sein, so schmutzig auch fast nicht, daß ich mir nicht die kleider vom leib reiß und schon drin bin *gg*
Uuuaaahh, hör bloß auf damit... :eek: Mein Bruder ist zwar so ein "erdhafter" Typ (INFJ, 4w5) und schwimmt gerne, aber ich nicht. Kann auch gar nicht schwimmen... :rolleyes: Meine Elemente sind nunmal himmelartig (Luft und Feuer). Weiß auch nicht, warum... Das gehört auch eher ins Esoterik-Forum.
Eiskristallin
17.08.2005, 15:14
Uuuaaahh, hör bloß auf damit... :eek: Mein Bruder ist zwar so ein "erdhafter" Typ (INFJ, 4w5) und schwimmt gerne, aber ich nicht. Kann auch gar nicht schwimmen... :rolleyes: Meine Elemente sind nunmal himmelartig (Luft und Feuer). Weiß auch nicht, warum... Das gehört auch eher ins Esoterik-Forum.
INFJ & 4w5 ist erdhaft?
ich hab eine feuerphobie.
wow, wir ergänzen einander aber supi :D
INFJ & 4w5 ist erdhaft?
Generell? Weiß ich nicht, da gab's noch keine Umfrage zu. Wahrscheinlich haben aber NFs und NTs unterschiedliche bevorzugte Elemente. Meine Vermutung.
ich hab eine feuerphobie.
Hmm..seltsam. Da mag das Feuer doch eher, jedanfalls solange es unter Kontrolle ist. Flammen finde ich faszinierend. Das schönste am Chemieunterricht war nämlich immer der Bunsenbrenner. ;)
wow, wir ergänzen einander aber supi
:D
Eiskristallin
17.08.2005, 15:30
Das schönste am Chemieunterricht war nämlich immer der Bunsenbrenner. ;)
der war für mich das ewig lauernde horror-element dieses ohnehin nur mäßig erträglichen faches *gg*
bei experimenten mit dem bunsenbrenner habe ich immer mein bestes getan um möglichst weit weg von dem ding zu sein (aufs klo gehen...oder: ui, leider ist mir was runtergefallen, jetzt muß ich es mühsam und ganz langsam aufsammeln, was für ein pech....oder: ich wasche inzwischen minutenlang die petrischalen ab....)
ich war einmal in einem brennenden haus und wußte nicht, wie schlimm das feuer sein wird, ob ich lebend rauskommen werde etcetc. daher die phobie. ist so schlimm, daß ich weder feuerzeug noch streichholz anzünde
Eiskristallin
17.08.2005, 15:32
Generell? Weiß ich nicht, da gab's noch keine Umfrage zu. Wahrscheinlich haben aber NFs und NTs unterschiedliche bevorzugte Elemente. Meine Vermutung.
müßte ich die temperamente den elementen zuordnen, würde ich es so machen:
SJ = Erde
SP = Feuer
NT = Luft
NF = Wasser
Da mag das Feuer doch eher, jedanfalls solange es unter Kontrolle ist.
Hmm... da bin ich noch am Überlegen, ob ich das revidieren soll. Bin zwar kein Pyromane, :D aber einmal hat hier in der Gegend eine Firma gebrannt, nachdem Kinder auf dem angrenzenden Feld gezündelt hatten. Das Feld war natürlich weg und die Firma hat's auch erwischt. Ich stand daneben und habe alles fotografiert. Heftig. ;)
ich war einmal in einem brennenden haus und wußte nicht, wie schlimm das feuer sein wird, ob ich lebend rauskommen werde etcetc. daher die phobie. ist so schlimm, daß ich weder feuerzeug noch streichholz anzünde
Verständlich dann. :rolleyes:
Ich mag Quallen. :) Solange sie nicht "brennen" (sprich ihr Nesselgift zum Einsatz bringen).
Habe als kleiner Junge mal am Strand einen "Quallenzoo" aufgebaut. :) Eine Art Mini-Schwimmbecken mit Quallen drin. :)
melusine
17.08.2005, 18:22
Ich denke, ich war als Kind genauso hochsensibel wie jetzt auch, nur weiß ich jetzt,
"was mit mir los ist" und kann auf mich aufpassen.
- Ich habe als Kind sehr viel geweint, besonders abends vor Erschöpfung und Reizüberflutung
(das weiß ich nun im Nachhinein).
- Als Kind war ich extrem wählerisch mit dem Essen, das ist heute etwas besser, ich bin immer noch wählerischer als der "Normalbüger".
- Ich hatte als Kind viele Ängste, teilweise habe ich die auch heute noch aber nicht so ausgeprägt,bzw. ich versuche mich zu beherrschen: vor Feuer (habe bis ich 14 war auch keine Kerze/Streichholz angezündet), vor Feuerwerk, vor Hunden, vor Dunkelheit.
Vor Wasser hatte ich urpsrünglich keine Angst, meine Schwimmbadabneigung kommt daher,
dass meine Eltern mich mit 4 Jahren in den Schwimmkurs gesteckt haben und der Schwimmlehrer extrem doof war, mich gezwungen hat, in kaltes Wasser, in dem ich nicht stehen konnte,
zu gehen- pädagogisch ein sehr wertvoller Akt :rolleyes: Ich habe mich geweigert, in diesen Schwimmkurs zu gehen und bin dann lieber ins Leichtathletik. :rolleyes:
Mirtaque
18.08.2005, 20:06
Mutter sagt ich war als Kind nicht verhaltensauffällig. Fremdelte nicht gegenüber mir unbekannten Menschen, schien insgesamt "normal" zu sein. Lebhaft, aber nicht extrem. Persönlich sage ich, daß mir meine "Wildheit" aberzogen wurde. Ich war nicht wild, aber eben Kind und kein Erwachsener, der nur stillsitzt und nie etwas umwirft. Ein Kind, was mit Gegenständen herumspielt und dabei nicht zwingend leise ist.
Ich habe früh sehr stark Wut empfunden, kann mich da noch genau dran erinnern. Schrecklich. Habe herumgeschrien, geheult, mit Dingen um mich geworfen. Zuweilen (selten, glaube ich) "schlug" ich die zwei Jahre ältere Schwester. Ich war "stärker" gegenüber ihr, aber schwächer als der Vater.
In der Schule war ich kein Außenseiter, obwohl ich eine Brille trug. Kinder hänseln ja wegen allem möglichen Mist. War aber einen Kopf größer als die anderen und so bekamen Hänsler (die gab es durchaus) eine körperliche Machtdemonstration (nur Aufpositionieren). Zwei-drei Male habe ich mich etwas stärker gerangelt. Das vierte Mal war in der 8 Klasse, als ein Depp einen Kakao über eine Freundin von mir goß und sich noch totlachte darüber. Bei dem ist mir das Herz selbst ganz tief gerutscht, er war als "Klopper" bekannt.
War mehr mit Jungs unterwegs (Cousins) als mit Mädchen. Spielte Fußball und mit Autos/Playmobil anstatt mit Puppen und im Sommer zimmerten wir eine Bretterbude.
Meine Problematik begann mit ca. 14/15 Jahren fühlbar. Ab da fühlte ich mich nur "nebenbei" anstatt zugehörig. War kein Gruppenmensch von Anfang an. Hatte zumeist einen Freund (vorher Freundin) zum Spielen, auf den/die ich mich dann konzentrierte. Zwischen mehreren Personen fühlte ich mich unwohl, nahm aber dennoch an den üblichen Dingen teil (Essengehen, Feiern, Sport...). Ab 14/15 hatte ich keine Freundesbezugsperson mehr. "Nie" mehr, bis auf eine wertvolle Ausnahme mit 24 Jahren.
Kristall
18.08.2005, 21:43
Was mir aus meiner Kindheit noch ganz intensiv erinnerlich ist, dass eines meiner Lieblingsspiele war, mit kleinen unreifen Pfirsichen im Garten Winterschlaf zu spielen. Für mich war es als Kind eine ungemein reizvolle Vorstellung, wenn es kalt und ungemütlich ist, in einem warmen Bettchen aus Laub Winterschlaf zu halten und ich habe es ehrlich bedauert, dass wir Menschen das nicht können. Mein Papa hat mir jetzt ein paar Fotos aus der Kindheit zugemailt, das war ganz merkwürdig - meine Mutter und meine Geschwister sind alle am lachen, und ich schaue als ca. Dreijährige in die Kamera mit einem Gesicht wie ,,Was soll ich hier eigentlich?". Das ist übrigens auf vielen meiner Kinderfotos so. Schon merkwürdig...
Babapapa
18.08.2005, 21:52
Mutter sagt ich war als Kind nicht verhaltensauffällig. Fremdelte nicht gegenüber mir unbekannten Menschen, schien insgesamt "normal" zu sein. Lebhaft, aber nicht extrem. Persönlich sage ich, daß mir meine "Wildheit" aberzogen wurde. Ich war nicht wild, aber eben Kind und kein Erwachsener, der nur stillsitzt und nie etwas umwirft. Ein Kind, was mit Gegenständen herumspielt und dabei nicht zwingend leise ist.
*seufz*
wie lautete der spruch noch mal?
"der mensch lernt zuerst laufen und sprechen und dann erst stillsitzen und schweigen."
@ topic: ich habe wohl direkt nach dem wachwerden als kleines kind geschrien. als 3jähriger legte ich mir als körperliches symptom noch asthma zu. fühlte mich meist nur im urlaub der wildnis von jütland eins mit mir und agierte entsprechend. hier fühlte und fühle ich mich immer noch irgendwie gebremst.
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