Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rechtschreibreform
Inzwischen wollen ja einige große deutsche Zeitungen/Verläge eigenmächtig zur alten Rechtschreibung zurückkehren. Deswegen mal eine Umfrage/Diskussion zu dem Thema...
Eiskristallin
09.08.2004, 13:50
ja, hoffentlich kehren bald alle zur alten rechtschreibung zurück, die neue "recht"schreibung verdient ihren namen nicht. ich selbst hab sie nie verwendet.
Die Methusalems an der Spitze von Axel Springer, Spiegel und FAZ sind einfach zu gemütlich was Neues zu lernen. Schulkinder die seit knapp 6 Jahren die neue Schreibe lernen, interessieren sie herzlich wenig. :mecker:
Von den finanziellen Kosten mal gar nicht zu schreiben.
Ich hoffe, dass die Politik sich von den Medien nicht allzu sehr beeinflussen läßt und diesen Weg weitergeht. Wäre ja noch schöner, wenn die Medien noch mehr Macht gewinnen, als sie ohnehin schon leider haben.
Gute Nacht, Deutschland - wenn es nicht einmal so eine harmlose, nicht auf die Existenz zielende Reform verabschieden kann.
Genau das ist eigentlich auch meine Meinung zu dem Thema.
In Deutschland geht eben nichts über die Gewohnheit. Bloss nichts ändern... es könnte ja anders als vorher sein.
Klar ist es Aufwand sich umzustellen, keine Frage, aber das müssen anderen Menschen in anderen Berufen (z.B. bei der Einführung neuer Technologie etc.) auch, nicht nur die Damen und Herren Journalisten und Autoren.
Naja... meiner Meinung nach sollte diese Reform noch viel weitergehen. Z.B. die völlig überflüssige Groß-/Kleinschreibung endlich abschaffen. Kein anderes Land/Sprache tut sich den Unsinn an.... noch nichtmal die Franzosen.
Hallo Leute,
also mir liegt nichts an der neuen Rechtschreibreform, :-(, was soll das??
Tendus :-(
Ich fand damals die Reform in ihrer damaligen Form recht blödsinnig. Wenn schon reformieren, dann richtig. Deshalb war ich dafür, entweder noch viel weiter zu gehen oder es gleich zu lassen.
Mittlerweile ist die Reform allerdings schon durch, hat enorme Kosten verursacht, und die Kiddies lernen schon seit Jahren die neue.
Jetzt schon wieder alles über den Haufen zu schmeißen, fänd ich noch schlimmer.
glasperlenspielerin
09.08.2004, 15:15
@neo: wenn du dir umfrage hier heute nicht reingestellt hättest, hätte ich das gemacht. ;-)
ich hab seit ende meiner schulzeit die wahl gehabt, ob ich so oder so schreibe. die neue rechtschreibung ist mir an einigen stellen echt zu unlogisch. deswegen bleib ich lieber bei der alten..-ich konnte mich ja noch nicht mal konsequent zum "ss" in "daß" durchringen...
außerdem war ich in der schule in rechtschreibung immer extrem gut-mein arbeitsheft wurde immer sozusagen als muster für klassenarbeiten den mitschülern vor die nase gehalten, weil ich nie was rotes am rand stehen hatte :D . es ist praktisch nie vorgekommen (auch in fremdsprachen), dass ich wörter falsch geschrieben habe. ich glaube, ich habe ein sehr gutes sprachbildgedächtnis. klar, dass ich mich da nicht gerne umgewöhne. ;)
@neo: wenn du dir umfrage hier heute nicht reingestellt hättest, hätte ich das gemacht. ;-)
ich hab seit ende meiner schulzeit die wahl gehabt, ob ich so oder so schreibe. die neue rechtschreibung ist mir an einigen stellen echt zu unlogisch. deswegen bleib ich lieber bei der alten..-ich konnte mich ja noch nicht mal konsequent zum "ss" in "daß" durchringen...
außerdem war ich in der schule in rechtschreibung immer extrem gut-mein arbeitsheft wurde immer sozusagen als muster für klassenarbeiten den mitschülern vor die nase gehalten, weil ich nie was rotes am rand stehen hatte :D . es ist praktisch nie vorgekommen (auch in fremdsprachen), dass ich wörter falsch geschrieben habe. ich glaube, ich habe ein sehr gutes sprachbildgedächtnis. klar, dass ich mich da nicht gerne umgewöhne. ;)
@ glasperlenspielerin,
bei mir war es genauso, nur daß im Gegensatz zu Dir mein Heft nie rumgeführt wurde. :-((
Tendus
Ich denke, so wie es jetzt aussieht, kann es eigentlich nur so enden, dass beide Schreibweisen für eine noch nicht bekannte Zeit nebeneinader existieren können, ohne das die andere als fehlerhaft kritisiert wird (entspricht dem derzeitigen satus quo)
Ich sehe darin einen Machtkampf zwischen Politik und Medien, den eigentlich niemand wirklich verlieren darf.
Im Zeitalter der Foren, des Chats und diverser anderer textbasierender Neuer Medien, nimmt die Wert einer "einzig richtigen" Schreibweise ohnehin immer mehr ab. Ich scher' mich mittlerweile auch relativ selten darum, ob ich fehlerhaft geschrieben habe. Denn obwohl ich von mir glaube die Rechtschreibung ziemlich gut zu beherrschen, mache ich mir oft nicht die Mühe, dass eben runterschriebene Geschreibsel auf Fehler zu überprüfen.
Ich glaube einfach unter den Umständen wird sich ohnehin alles etwas angleichen - wenn auch auf niedrigem Niveau.
Sicher auch zum Leidwesen sensibler Menschen, deren Aufmersamkeit die Fehlerhaftigkeit nicht entgeht.
Denn manchmal sind es ja gerade die Verstöße gegen die Regeln, die die Sinnhaftig eines Textes ermöglichen. Wären diese in Zukunft willkürlicher, gäbe es weniger unwillkürlichen Ausdruck.
Denn wer z.B. Rilke kennt, der weiß auch, dass Fehler und Unlogik der Sprache durchaus eine inhaltliche Bedeutung haben können.
Aber so ist das wohl mit jeder kulturellen Neuerung, ein liebes Stück Gegenwart wird zu Geschichte, das eben noch Moderne zur Klassik.
Grüße
teka
ich habe nie den sinn dieser reform gesehen und habe auch nie verstanden wieso sie überhaupt eingeführt wurde (außer vielleicht um die wirtschaft durch den buchdruck anzukurbeln) und was ich am wenigsten verstehe ist, daß/ss man zuerst sämtliche grundschulkinder auf diese weise schreiben lehrt und sich nun überlegt sie dennoch abzuschaffen :confused:
ich habe nie den sinn dieser reform gesehen und habe auch nie verstanden wieso sie überhaupt eingeführt wurde (außer vielleicht um die wirtschaft durch den buchdruck anzukurbeln) und was ich am wenigsten verstehe ist, daß/ss man zuerst sämtliche grundschulkinder auf diese weise schreiben lehrt und sich nun überlegt sie dennoch abzuschaffen :confused:
dito (Sinn der Rechtschreibreform + ärgerlich, wie und von wem sie "entschieden" wurde)
dito (jetzt erst der Protest - ein bisserl spät und damit irgendwie eine Verarschung vieler Kinder)
Ich bin über den Protest JETZT sehr verärgert. Ich hätte ihn mir früher, am Anfang gewünscht - damals habe ich mich so aufgeregt über viele (nicht alle - das Ersetzen von ß hinter kurzen Vokalen durch ss finde ich z.B. nachvollziehbar) Neuerungen, weil sie so z.T. unlogisch, zum Teil unästhetisch, zum Teil fast schon eine Frechheit (Fremdwörter) sind. Und über die Art und Weise, wie das einfach durchgedrückt wurde. ABER: Wo war denn da die liebe, organisierte Schriftsteller/Verleger/Politikerfront??????? Im über JAHRE kuscheligen Schmollstübchen, um sich erst kurz vor Toreschluss trotzig zu Wort zu melden? Oder sind es alles verschlafene Langsamdenker, Leute, die sich schwer aufraffen können? Na toll. Bravo. :ichnicht: Die paar Einzelprotestler damals verfügten natürlich über kein massenwirksames Druckmittel (im wahrsten Sinne des Wortes) ...
Ich habe durch meinen Job auf neue Rechtschreibung umstellen müssen (einige - neu echt bescheuert geschriebene - Worte habe ich immer noch nicht drauf, mein Innerstes weigert sich da - das Umstellen geht also stetig, fast täglich, weiter). Das alles hätte ich mir gerne gespart :mecker: , denn sollten jetzt nicht nur Verlage etc., sondern auch die Entscheidungsträger in diesem Fall zurückrudern, muss ich mich wieder umstellen. Und wenn's bei mir schon für Verwirrung sorgt, wie muss es erst für die Schulkinder sein, die auf einmal wieder anders schreiben sollen als sie es gelernt haben. :eek:
Ich weiß auch nicht, ein sehr "verwickeltes" und Emotionen schürendes Thema. ;)
Zum Schluss noch eine kleine Anmerkung pro einige Rechtschreibneuerungen: man kann sich wirklich umgewöhnen. Nur die richtigen Hauer tun auch nach Jahren immer noch weh.
glasperlenspielerin
09.08.2004, 21:12
@diana: eingedeutschte fremdwörter finde ich auch ganz fürchterlich. bei mir geht auch vieles gegen die ästhetik...*g..eins haben sie aber zum glück nicht durchsetzen können: "filosofie". :eek: :p :ichnicht:
Hallo,
Schifffahrt z. B. mit 3 f in der Mitte finde ich lustig. :-)
LastAngel21
09.08.2004, 22:12
Hallo,
ich fand die alte Rechtschreibung auch um Längen besser als die neue. Ich weiß gar nicht, was durch die neue verbessert sein sollte...
Außerdem ist sie auch gar nicht konsequent durchgezogen worden, wie schon erwähnt wurde.
Ich finde, durch die neue Rechtschreibreform ist wieder etwas für den Menschen erleichtert worden und durch diese Vereinfachung muß der Mensch wieder etwas weniger nachdenken und die allgemeine Verdummung wird dadurch auch noch unterstützt - wenn ich das mal so gemein formulieren darf :p .
Gruß, Diana.
@Diana
Ich kann mich nur allem anschließen.
Mein Gehirn streikt da auch irgendwie. Einiges wirkt auf mich schlichtweg so lächerlich, das ich mich weiger es so zu schreiben.
Hallo,
Schifffahrt z. B. mit 3 f in der Mitte finde ich lustig. :-)...aber völlig logisch!!! Schiff + fahrt gibt eben Schifffahrt... also das ist für mich eine Regel bei der die neue Rechtschreibung eindeutig besser als die alte ist.
Oder z.B. Stängel.... schon in der Grundschule hab ich mich immer gefragt warum ich das mit "e" schreiben soll, wo es doch offentsichtlich von "Stange" abstammt...
EDIT: Und ob das nun lustig oder seltsam aussieht ist völlig irrelevant - das ist reine Gewohnheitssache und für mich weder Argument noch Entschuldigung...
LastAngel21
09.08.2004, 22:31
Hallo neo,
in den Fällen hast du natürlich recht, aber was ist z. B. mit "daß" und "dass".
Das doppel-s sollte doch eine Vereinfachung sein. Aber wer diese Regel mit dem "daß" nicht kennt, macht es doch mit dem "dass" immer noch falsch. Das find ich z. B. total unnötig.
Wenn ich privat irgend etwas schreibe, schreibe ich auch nach wie vor nach der alten Rechtschreibung. Im Büro bzw. auf der Arbeit jedoch nach der neuen.
Gruß, Diana.
zenzero nero
09.08.2004, 22:34
Dem zenzero nero ist sie wurscht, die Reform. Ich schreib so wie ich denke das es richtig ist. Beim Lesen "stolpere" ich allerdings manchmal über Worte wie "aufwändig", da ist die alte Schreibweise extrem unlogisch und auch über die schon zitierten 3f. Aber ansonsten, die Kinder lernen ja keine Fremdsprache und haben es damit einfacher als alle die konservativen Kräfte die jetzt nach der Rückkehr zum einst Gelernten schreien. Ausserdem würde es wieder unnötig viel Geld kosten - große Verlage verlegen doch auch Wörterbücher.
zenzero
Und ob das nun lustig oder seltsam aussieht ist völlig irrelevant - das ist reine Gewohnheitssache und für mich weder Argument noch Entschuldigung...
Ich sehe das so. Einige Dinge sind schlichtweg unlogisch und genau da sehe ich das Problem. Man hätte die Reform von anfang an durchdenken sollen. Die jetzige ist nichts halbes und nichts ganzes, allerdings ist es einfach zu spät diesen undurchdachten Schnellschuß rückgängig zu machen. :ichnicht: :mecker:
Hier mal ein paar Beispiele der Inkonsequenz der neuen und der Vergleich mit der alten Rechtschreibung, von wegen Einheitlichkeit und keine Ausnahmen und mehr und "besser" und so, war in einer Zeitung des Springer Verlags (NICHT BILD ;)):
ALT - NEU
irre werden - irrewerden
achtgeben - Acht geben
preisgeben - preisgeben
besserstellen - besser stellen
zurechtstellen - zurechtstellen
halbgar - halb gar
halbrund - halbrund
musikliebend - Musik liebend
tierliebend - tierliebend
Hier ganz "optisch tolle" Buchstabenverdreifachungen:
Gußstahl - Gussstahl
Bißspuren - Bissspuren
Und noch ein paar eklige Trennungen, über die man lachen könnte, währen sie kein Armutszeugnis, weil gegen die Aussprache bzw. sinnentstellend, oh, auch hier nicht konsequent in der neuen, müsste es doch nun "Sinn entstellend" heißen, tut's aber nicht! ;):
ALT - NEU
ex-trem - ext-rem
Ur-oma - Uro-ma
tod-elend - tode-lend
ex-akt - e-xakt
Sensibelchen
09.08.2004, 22:44
Was ist so schwierig an der "das-dass" Schreibung???
wenn man das/s durch "welches" ersetzen kann, dann kommt IMMER "das" nach einem Beistrich!!!! Wenn nicht, dann "dass"! Ganz einfach! Das hängt doch gar nicht mit dem "ß" zusammen....oder hab ich da was falsch verstanden?
...was das Wort "aufwändig" betrifft: für MICH schaut es komisch aus, wenn es mit "e" geschrieben wird!!! Es kommt eindeutig von Aufwand, also finde ich es auch ästhetisch gesehen nicht abartig.
Oder das Wort "Filosofie": natürlich ist es gewöhnungsbedürftig, genauso wie "Geografie". Aber das ist reine Gewohnheitssache (so wie mit dem Euro ;) ).
Und ich finde es nicht schlecht, wenn ich Wörter so schreiben kann, wie man sie ausspricht! Niemand sagt "Philosophie"!!
Was Worte wie aufwändig und Stängel anbelangt, sind diese wirklich logischer in der neuen. Weil sie sich an der Herleitung orientieren. Das hilft z.B. Legasthenikern (was man übrigens weiterhin so schreibt, auch das "h" nach dem "t" ;)).
Aber an "Filosofie"-ähnliche Dinge will ich mich schlicht nicht gewöhnen, all die Worte, die sich aus einer Fremdsprachem, z.B. Griechisch, Latein oder Englisch ableiten, kann man doch so lassen! Denn: die HERLEITUNG würde durch die neue Rechtschreibung fernab der "sprachlichen Wurzeln" erschwert - und das ist doch ein Selbstschuss ins logische Knie und kontraproduktiv.
ja, @DREAMER,
es gibt einige Neuerungen, da möchte ich gern ein Foto sehen, welcher Kopf hinter solchen "Verbesserungen" steckt.
Es gibt eine Gedichte-Sammlung "Allerleirauh".
rauh jetz "rau" zu schreiben, da schüttle ich nur den Kopf.
"Ein raues Klima" ????
@Sensibelchen: Geht mir genauso.
Die ganzen Fremdwörter hätten von mir aus alle eingedeutscht werden können. Und 3 Buchstaben hintereinander - na gut, hätt nicht sein müssen, aber man gewöhnt sich dran, und logisch ist es ja schon.
Am Anfang fand ich's ein bisschen schade, dass das "ß" nicht ganz abgeschafft wurde, aber das hätte wieder andere Probleme verursacht. (In Maßen oder in Massen)
"ss" nach kurzen und "ß" nach langen Vokalen hab ich aber ziemlich schnell reingekriegt, und das find ich auch logischer als in der alten.
Was mich an der neuen massiv stört, sind vielmehr so Beispiele, wie Diana sie gebracht hat, also diese ganzen Inkonsequenzen.
Sensibelchen
09.08.2004, 23:04
Bei dem Wort Legastheniker hört man doch auch das "h" nach dem "t"! Meiner Meinung nach ist es nicht fehl am Platze!
Auch wenn sich Wörter wie "Philosophie" von einer anderen Sprache ableiten lassen, so nützt das nur wenig, wenn man mit dem ursprünglichen Wort nichts anzufangen weiß.
Ich muss gestehen, ich habe von Griechisch und Latein nämlich keine Ahnung und kann daher von diversen Ableitungen nur wenig profitieren.
Latein ist ohnehin eine aussterbende Sprache. Der Vatikan ist der einzige Staat auf der Welt, in dem sie noch real gesprochen wird!
Eine Sprache soll ja was Lebendes sein und sich an die Zeit, in der die Menschen leben, anpassen - das hat sie bisher auch immer getan!
Aber das "phi" in Philosophie spricht man phonetisch anders aus als "fi" ... da kommt man mit dem Aussprachenargument nicht zwingend weiter.
Und, ups, da hätten wir wieder eine Inkonsequenz in der neuen Rechtschreibung:
Philosophie bleibt Philosophie - aber Phonetik kann man AUCH Fonetik schreiben. Diese Inkonsequenz zieht sich durch alle Duden-Seiten mit "ph".´:lol:
Und was die Fremdwörter anbelangt - wenn man da nicht die Herleitung erkennbar lässt, lehne ich mich an das Argument von Last Angel an: das ist eine Tendenz zu "allgemeiner Verdummung". Ein bisserl Bildung und Horizonterweiterung, was die Herkunft benutzter Worte anbelangt, hat noch niemandem geschadet. ;) (Ich verweise hiermit ausdrücklich auf den Zwinker-Smiley, damit jetzt kein Streit losbricht, denn es ist in scherzhaftem Ton gemeint ...)
Mir geht's bei den rum das: Ich möchte mir nicht verbieten lassen, sie weiterhin herkunftsbezogen zu schreiben. Und der Duden lässt das ja auch weiterhin in den meisten Fällen zu. (Bin bewusst auf noch nichts gestoßen, was mich da eingeschränkt hätte ...)
Das Herleitungsargument ist für mich das stärkste für die Schreibweise von Wörtern- eben auch in der neuen, siehe "aufwändig" etc.
Sensibelchen
09.08.2004, 23:48
ja, das stimmt, dass manche Regeln nicht ganz konsequent durchgehalten werden. Woran das liegt, ist auch mir ein Rätsel...der Feinschliff der neuen Reform wurde eben noch nicht gestartet bzw. haben sich anscheinend noch nicht genügend beschwert, um eine "derartige Reform" zu starten. ;)
Aus dieser Sicht fände ich es daher klüger, anstatt auf die alte RS zu pochen, die neue zu überarbeiten - eben diese Widersprüchlichkeiten zu beseitigen.
Was Bildung und Horizonterweiterung anbelangt: (keine Sorge, ich löse keinen Streit aus ;) ), kann ich nur sagen: ich hab eben nie Griechisch bzw. Latein in der Schule gehabt (bin ja erst seit 1Jahr draußen und hab daher noch keinen Drang verspürt, mir sowas privat anzueignen :D ) - und um diese "Lücken" zu schließen, wären andere Reformen notwendig... :D
Vorschlag an die Regierungen: was spricht eigentlich dagegen, wenn man beide Schreibmöglichkeiten dauerhaft gelten lassen würde, wie bisher in der Übergangszeit? So können die einen "herkunftsbezogen", die anderen "hergeleitet" schreiben... ;)
solange ich nicht in der neuen schreibweise schreiben muß, ist es okay, denke ich....was ich aber haarsträubend fände, wenn die neue rechtschreibung jetzt wieder zurückgenommen wird, nachdem die ersten kleinen kinder sie gebüffelt haben....nagut, gegenüber den älteren wäre es dann wieder fair....aber wasfür ein chaos :eek: ;)
Sensibelchen
09.08.2004, 23:56
ist doch das gleiche mit der Währung! Nur ist da der Unterschied, dass die gleich viel mehr Länder übernommen haben und daher ein Aufstand eines einzelnen Landes ohnehin von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen wäre...
...aber bei der RS "probiert" mans halt von Seiten der Medien...und mal schauen...vielleicht kommt man ja damit durch...
...so kommt mir das zumindest vor... :ichnicht:
@Sensibelchen
Hm... Die Problematik liegt meiner Meinung nach ganz wo anders. Die Euro-Einführung ist konsequent durchgeführt worden. Es gibt nur noch den Euro. Das Ziel der Rechtschreibreform war es eine neue Rechtschreibung zu etablieren, nur ohne wirklichen Erfolg. Ein absolutes Chaos ist entstanden und die einzige Regel die sich anscheinend etabliert hat ist: Jeder schreibt so wies ihm gefällt. Die einen nutzen die neue Rechtschreibung, die anderen die Alte Rechtschreibung und wieder andere mischen beide Rechtschreibungen miteinander. Die Rechtschreibreform war leider wie viele Reformen unserer Regierungen in den letzten Jahren: inkonsequent, undurchdacht, undurchschaubar und chaotisch.
Was Bildung und Horizonterweiterung anbelangt: (keine Sorge, ich löse keinen Streit aus ), kann ich nur sagen: ich hab eben nie Griechisch bzw. Latein in der Schule gehabt (bin ja erst seit 1Jahr draußen und hab daher noch keinen Drang verspürt, mir so was privat an zueignen ) - und um diese "Lücken" zu schließen, wären andere Reformen notwendig...
Ich hab zwar mal begonnen Latein zu lernen es aber nicht weiter verfolgt. Also von daher sind meine Lateinkenntnisse auch beschränkt. ;) :D Allerdings gibt es für mich schon einen Unterschied in der Aussprache zwischen Phi und Fi.
@Diana
ALT - NEU
ex-trem - ext-rem
Ur-oma - Uro-ma
tod-elend - tode-lend
ex-akt - e-xakt
Bei so einem Beispiel, frage ich mich schlichtweg, wie kann man eine Sprache so mißhandeln. :ichnicht:
Bei Wörtern wie Philosophie, geht es mir genauso wie dir. Die würde ich niemals anders schreiben.
Sensibler
10.08.2004, 12:44
Ich befürworte auch die neue Rechtschreibung. Das Beste daran sind die Regelungen mit ß/ss und mit den Konsonanten (z.B. Schifffahrt). Was mir nicht gefällt, sind die Regelungen mit der Getrennt-/Zusammenschreibung (siehe auch die Beispiele von Diana).
Dass man Stängel statt Stengel schreibt, weil es ja von Stange kommt, ist eindeutig sinnvoll und logisch.
Beim Wort aufwändig/aufwendig ist das meines Erachtens aber nicht so klar. Logischerweise müssten beide Schreibweisen richtig sein, allerdings darf oder soll es möglichst immer nur eine richtige Schreibweise geben. Leitet man das Wort von Aufwand ab, muss man aufwändig schreiben. Leitet man es von aufwenden ab, müsste man aufwendig schreiben. Das Gleiche gilt für "aufwenden/aufwänden". Dieses Verb kann man bilden, indem man es von Aufwand ableitet, also: aufwänden. Man kann es aber auch bilden, indem man an das Wort "wenden" die Vorsilbe "auf" anhängt, also: aufwenden.
Dass in Fremdwörtern auch weiterhin Th statt einfach nur T geschrieben wird, hat durchaus seinen Sinn. Das Th wird ursprünglich nämlich nicht wie T ausgesprochen. Das Th ist ein Lispellaut. Es wird wie in den englischen Wörtern "theatre" oder "think" ausgesprochen. Im Deutschen gibt es diesen Lispellaut nicht, deswegen spricht man das Th wie ein T aus.
Sinnvoll fänd ich es, wenn man das Ph konsequent durch ein F ersetzen würde. Es gibt nämlich keine vernünftige Begründung, Ph statt F zu schreiben. Ich kann sowohl Griechisch (ziemlich gut sogar), als auch ein bisschen Latein. Dass man Ph und F unterschiedlich ausspricht, ist mir nicht bekannt (außer dass es angeblich bei den alten Römern so gewesen sein soll). Im Griechischen gibt es sogar überhaupt kein Ph. Philosophie schreibt man im Griechischen sozusagen so: Filosofia. Dieses Wort stammt aus dem Griechischen, also müsste man es auch mit F schreiben. Das Ph ist eine Erfindung der Römer.
Woher habt ihr das eigentlich, dass man Phi und Fi heutzutage unterschiedlich ausspricht?
Die Neue ist logischer. Bsp.:
Alt - Neu
numerieren - nummerieren
in bezug - in Bezug
selbständig - selbstständig
plazieren - platzieren
Känguruh - Känguru
Stengel - Stängel (kommt von Stange)
Bei der Alten ist z. B. total unlogisch:
Fluß - Fuß
Bei der Neuen ist logischer:
Fluss - Fuß
Dass Schifffahrt oder Eisschnelllauf "komisch" aussieht, ist ja ein wahnsinnig gutes Argument. :ichnicht:
Desweiteren wurde die Kommasetzung sehr vereinfacht, was gerade mir viel Freude bereitet. :)
Wenn es immer nach den Ewiggestrigen gehen würde, würden wir noch mit Höhlenmalerei kommunizieren. :D
Die alte wurde 1901 konzipiert - es ist Zeit was zu ändern.
glasperlenspielerin
10.08.2004, 13:10
Aber das "phi" in Philosophie spricht man phonetisch anders aus als "fi" ... da kommt man mit dem Aussprachenargument nicht zwingend weiter.
Und, ups, da hätten wir wieder eine Inkonsequenz in der neuen Rechtschreibung:
Philosophie bleibt Philosophie - aber Phonetik kann man AUCH Fonetik schreiben. Diese Inkonsequenz zieht sich durch alle Duden-Seiten mit "ph".´:lol:
ich kann es zwar momentan auch nicht begründen, aber für mich bestehen in dem "PH" von "Philosophie" auch phonetische unterschiede ..im vergleich zum beispiel zu "finnland".. -natürlich mag der eine oder andere das auch anders sehen -letztlich hängt es auch von den regionalen varietäten ab, die wir sprechen. aber in der standardlautung bestehen da unterschiede-bin ich mir ziemlich sehr sicher.
dass "latein" eine ausgestorbene, völlig sinnlose sprache ist, würde ich so nicht sagen. natürlich hat meinen keinen praktischen nutzen davon, aber in vielen bereichen der wissenschaft sind einem (passive) lateinkenntnisse sicher sehr von vorteil, wenn es um das erlernen eines bestimmten fachvokabulars geht.
von der eindeutschung von fremdwörtern halte ich überhaupt nichts, weil -auch ästhetische gründe- für mich damit auch ein stück bildung und kultur auf der strecke bleibt. ein großer teil der europäischen sprachen trägt in seinem wortschatz lehnwörter aus dem lateinischen in sich.
letztendlich verkörpert (zumindest für mich) die akzeptanz bestimmter fremdwörter in der eigenen sprache auch eine gewisse flexibilität und offenheit (man denke zum beispiel an frankreich, wie man dort mit sowas umgeht).
meiner meinung -muß ich ehrlich sagen- seh ich in vielen verbesserungsvorschlägen nur eine erleichterung für legastheniker und kinder in der schriftspracherwerbsphase.
was die rechtschreibreform an sich betrifft, so ist es ohnehin so, dass das ganze nur aus politisch-wirtschaftlichen interessen heraus entstanden ist und nicht auf rücksicht auf das kleine schulkind, das schreiben lernt. den schulbuchverlagen zumindest hat das ganze ja millionen an umsätzen eingebracht. :mecker:
glasperlenspielerin
10.08.2004, 13:19
und noch mal hinterhergeschoben ein sinnloses, affiges beispiel zur silbentrennung:
frust-ration. :lol:
und noch mal hinterhergeschoben ein sinnloses, affiges beispiel zur silbentrennung:
frust-ration. :lol:
Aber das ist natürlich besser:
Schiffahrt aber Schiff-fahrt :lol:
Wie sollte "Frustration" denn sonst getrennt werden - bzw. wie war es denn früher?
glasperlenspielerin
10.08.2004, 14:16
Wie sollte "Frustration" denn sonst getrennt werden - bzw. wie war es denn früher?
"trenne nie ST denn es tut ihm weh"--> dann müßte es vorher so funktioniert haben: fru-stra-tion . (wenn das wort aus dem latein. abgeleitet ist, was ich stark vermute, dann ist es auch die wortgeschichtlich richtige variante.
das beispiel mit "frust-ration" habe ich in der BILD (?) gelesen neulich-da hat sich jemand über die NRS = "eine ration frust" lustig gemacht ;) , -also muß es wirklich die neue vorschrift sein.
"trenne nie ST denn es tut ihm weh"--> dann müßte es vorher so funktioniert haben: fru-stra-tion . (wenn das wort aus dem latein. abgeleitet ist, was ich stark vermute, dann ist es auch die wortgeschichtlich richtige.
das beispiel mit "frust-ration" habe ich in der BILD (?) gelesen neulich-da hat sich jemand über die NR = "eine ration frust" lustig gemacht ;) , -also muß es wirklich die neue vorschrift sein.
Das war ja dann wahnsinnig besser "in den guten alten Zeiten". :lol:
Jetzt bin ich enttäuscht von dir, du liest die BILD. :(
glasperlenspielerin
10.08.2004, 14:25
Desweiteren wurde die Kommasetzung sehr vereinfacht, was gerade mir viel Freude bereitet.
das find gerade ich sehr sch., michel. denn kommata haben eigentlich die aufgabe, das lesen zu vereinfachen und übersichtlicher zu gestalten. und das ist in der deutschen sprache, die im vgl. zum englischen etwa eine sehr komplexe verbstellung in nebensätzen hat, sehr von vorteil. wenn man nur die nachrichtentexte in der bild-zeitung liest, wird das nicht weiter stören; aber sobald man sehr viel und sehr lange und sehr komplexe texte/literatur zu lesen hat, schlägt das schon ins gewicht.
glasperlenspielerin
10.08.2004, 14:26
Das war ja dann wahnsinnig besser "in den guten alten Zeiten". :lol:
Jetzt bin ich enttäuscht von dir, du liest die BILD. :(
wenn ich im zug sitze und zufällig eine finde-warum nicht? ;)
wenn ich im zug sitze und zufällig eine finde-warum nicht? ;)
Ja, dann würde ich sie auch lesen.
Eiskristallin
10.08.2004, 15:16
ich denke zu diesem thema zu 100% genauso wie glasperlenspielerin.
Sensibler
10.08.2004, 15:52
Neben Fru-stra-tion und Frust-ra-tion gibt es noch eine Möglichkeit zu trennen: Frus-tra-tion
Die Variante "Frus-tra-tion" ist aber auf jeden Fall erst seit der neuen Rechtschreibung möglich, weil die Regel "Trenne nie ST, denn es tut ihm weh!" abgeschafft wurde.
glasperlenspielerin
10.08.2004, 16:04
Neben Fru-stra-tion und Frust-ra-tion gibt es noch eine Möglichkeit zu trennen: Frus-tra-tion
Die Variante "Frus-tra-tion" ist aber auf jeden Fall erst seit der neuen Rechtschreibung möglich, weil die Regel "Trenne nie ST, denn es tut ihm weh!" abgeschafft wurde.
ich weiß. übrigs ist das eine regel, die ich doch mal gut finde-das mit dem St-trennen! ;)
10:6 für Veränderungen. Ich fühl`mich wohl hier. :)
zenzero nero
10.08.2004, 17:22
Manchmal denke ich, das diese Diskussion erfunden wurde um das Sommerloch zu füllen. Ich frage mich immer wer denn von so etwas profitiert, zuerst doch mal die Schulbuchverlage - heute las ich Zahlen für NRW, allein da wären 250 Millionen Euro nötig - Geld das neu ausgegeben werden müsste, und wofür? Damit ein paar Leute sich wichtig fühlen können und Geld verdienen können das dann dem Staat und den Eltern wieder aus Tasche gezogen wird.
Clown hat hier im Thread Allerleirauh erwähnt. Das ist ein Eigenname und diese bleiben ja erhalten.
Sprache ist immer der Veränderung unterworfen. Weiss ich denn ob Göthe oder Schiller oder noch frühere Autoren nicht auch im Laufe der Jahrhunderte durch die Rechtschreibung verändert wurden?
zenzero
So einfach ist die Welt sicherlich nicht, dass alles der Wirtschaft sich unterbuttert.
Wäre es so, gäbe es wohl ca. alle 20 Jahre eine Reform.
Es war einfach Zeit nach 1901 die Rechtschreibung zu reformieren.
Eiskristallin
11.08.2004, 13:28
nur weil es schon länger keine rechtschfeibreform gab, muß es jetzt nicht eine völlig unsinnige, schlecht durchdachte reform geben. sollen sich die kinder eben mehr anstrengen, die rechtschreibung zu erlernen. besonders diese pseudoeindeutschung von fremd- oder lehnworten ist doch ein witz.
nur weil es schon länger keine rechtschfeibreform gab, muß es jetzt nicht eine völlig unsinnige, schlecht durchdachte reform geben. sollen sich die kinder eben mehr anstrengen, die rechtschreibung zu erlernen. besonders diese pseudoeindeutschung von fremd- oder lehnworten ist doch ein witz.
Die Reform hat Fehler, über die man im Einzelfall diskutieren kann, doch im Großen und Ganzen ist sie logischer und einfacher, wie bereits mehrfach in diesem Thread erörtert.
Die Kinder sollen sich mehr anstrengen?
Klingt nicht gerade sensibel. :rolleyes:
Wenigstens sieht das auch die Mehrheit in diesem Forum ähnlich wie ich - 11:6 für Veränderungen. :)
zenzero nero
11.08.2004, 21:33
So einfach ist die Welt sicherlich nicht, dass alles der Wirtschaft sich unterbuttert.
Wäre es so, gäbe es wohl ca. alle 20 Jahre eine Reform.
Es war einfach Zeit nach 1901 die Rechtschreibung zu reformieren.
Da stimme ich Dir zu Michel, Ich wollte sagen, das dieses hin und her, wieder das Alte, mit dem ich gut leben konnte oder das Neue, eben die Rechtschreibreform, mit der ich gut leben kann, doch sehr nach indus´triellen Interessen aussieht. Da hat eine Lobby die Politiker in eine Lage gebracht in der diese meinen sich über so ein unwichtiges Thema zu äussern und schon schreit alle Welt, die irgendwo mit der "Neuen Rechtschreibung" ein Problemchen hat, auf. Es ist gut, das reformiert wurde, das einige unlogische Dinge abgeschafft oder vereinfacht wurden, aber jede Reform hat auch Fehler und ich sehe beim besten Willen nicht ein, warum jetzt krampfhaft versucht wird die alte Rechtschreibung wieder einzuführen oder die Reform zu reformieren. Beides würde immense Kosten verursachen, vor allem bei Eltern, Kindern und Kommunen, denn die MÜSSEN dann ja die neuen Bücher kaufen. In meinen Augen ist das unsinnige Kaufkraftvernichtung, schlichtweg unsozial.
zenzero
konsequente Kleinschreibung... finde ich gut: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,312822,00.html
:)
Hallo Leute,
nur in Deutschland wird so ein Gelaber um die Rechtschreibreform gemacht. In anderen Sprachen und Ländern da wird darüber nicht diskutiert. Ist das so??
Tendus
Hallo Leute,
nur in Deutschland wird so ein Gelaber um die Rechtschreibreform gemacht. In anderen Sprachen und Ländern da wird darüber nicht diskutiert. Ist das so??
Tendus
Das ist eben Deutschland pur! Wenn wir keine Probleme haben (bzw. noch nicht genug)... dann machen wir uns eben welche!!! :) ;)
Eiskristallin
11.08.2004, 23:25
Die Kinder sollen sich mehr anstrengen?
Klingt nicht gerade sensibel. :rolleyes:
ich bin eben durch und durch unsensibel. alles klar?
Ja, Keetha, wenn ich jetzt "platzieren" schreiben soll, so streuben (sträuben?) sich mir die Haare.
Ich bin sicher, dass sich noch total hahnebüchenere Dinge herausstellen werden, was für Klöpse diese Schlauberger als Schandtaten gegen die lebendige Sprache aufgetischt haben!
:D
Eiskristallin
12.08.2004, 13:00
danke, clown :)
glasperlenspielerin
12.08.2004, 13:13
konsequente Kleinschreibung... finde ich gut: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,312822,00.html
:)
wundert mich, daß gerade du, christian, das so befürwortest. :D vorreiterin in sachen "konsequente kleinschreibung" bin in diesem forum ja eigentlich nur ich. ;) dabei finde ich unsere deutsche groß- und kleinschreibung eigentlich toll und einzigartig (warum einfach, wenns auch komplizierter geht?? :D )
Hallo Leute,
nur in Deutschland wird so ein Gelaber um die Rechtschreibreform gemacht. In anderen Sprachen und Ländern da wird darüber nicht diskutiert. Ist das so??
Tendus
Natürlich wird auch in anderen Ländern darüber gewacht. Insbesondere in Frankreich, das sehr sprachbewusst ist.
Ja, Keetha, wenn ich jetzt "platzieren" schreiben soll, so streuben (sträuben?) sich mir die Haare.
Ich bin sicher, dass sich noch total hahnebüchenere Dinge herausstellen werden, was für Klöpse diese Schlauberger als Schandtaten gegen die lebendige Sprache aufgetischt haben!
:D
Wieso sollte man "plazieren" schreiben - wo ist denn da die Logik?
Die bürokratischen Schlauberger anno 1901 haben uns diesen Mist, ebenfalls a la Verordnung von oben, was sehr gerne vergessen wird, eingebrockt.
Was heißt, es werden sich noch Dinge herausstellen?
Die Dinge sind doch schon bekannt und jedem Interessenten zugänglich.
Eiskristallin
12.08.2004, 15:04
besonders ablehnenswert ist für mich ja die eindeutschung von femdworten, und auch die seltsame "lockerung" der beistrichregeln finde ich völlig daneben. wahrscheinlich konnten die herren reformatoren einfach keine korrekten kommata setzen und haben daher verordnet, daß man das alles nun ein wenig lockerer sehen soll *gg*.
glasperlenspielerin
12.08.2004, 15:55
besonders ablehnenswert ist für mich ja die eindeutschung von femdworten, und auch die seltsame "lockerung" der beistrichregeln finde ich völlig daneben. wahrscheinlich konnten die herren reformatoren einfach keine korrekten kommata setzen und haben daher verordnet, daß man das alles nun ein wenig lockerer sehen soll *gg*.
das denk ich mir auch immer, keetah!! :D
Das ist wirklich eine skandalöse Geschichte. Aber sie wird nach der Sommerpause in den ganzen innenpolitischen Wirren einfach untergehen.
Eine wirkliche Reform wäre es nur gewesen, wenn man sehr konsequent vorgegangen wäre. Z.B. generelle Abschaffung des "ß", Kleinschreibung der Konsonanten außer den Namen etc. Alles andere sorgt nur dafür, daß noch mehr Fehler gemacht werden.
Die Eindeutschung von Fremdwortern finde ich barbarisch. Spaghetti ohne h ist wie Penne mit Ketchup. :eek:
So langsam glaube ich, dass Glasperlenspielerin und Keetah eine Person sind. :D
So langsam glaube ich, dass Glasperlenspielerin und Keetah eine Person sind. :D
Nein, nie im Leben!
Eiskristallin
13.08.2004, 12:53
*lol*. was meinst du dazu, glasperlenspielerin??
glasperlenspielerin
18.08.2004, 15:31
weißt jemand von euch, ob die neue rechtschreibung (ursprünglich) ab dem 01.01.2005 jetzt verbindlich eingeführt werden sollte?
glasperlenspielerin
18.08.2004, 15:34
mal ganz nebenbei: groß- und kleinschreibung gibt es tatsächlich weltweit (in den bekannten sprachen) nur im deutschen! :rolleyes: ..wer hätte das gedacht....... .. :rolleyes:
Hallo Leute,
ja ich kann es mir vorstellen. Gewusst hatte ich es vorher nicht.
Tendus
mal ganz nebenbei: groß- und kleinschreibung gibt es tatsächlich weltweit (in den bekannten sprachen) nur im deutschen! :rolleyes: ..wer hätte das gedacht....... .. :rolleyes:
Ich!
Eiskristallin
18.08.2004, 21:50
weißt jemand von euch, ob die neue rechtschreibung (ursprünglich) ab dem 01.01.2005 jetzt verbindlich eingeführt werden sollte?
hoffentlich nicht!!
Ich hätte ein wirklich großes Problem sollte die "alte" Rechtschreibung wieder eingeführt werden. Ich lerne seit über 6 Jahren diese Schreibform und kann echt nicht mehr ohne..... es sei denn sie bieten mir einen "wie lerne ich richtig schreiben" -kurs an. ;)
Lieben Gruß vom Flo
Hallo Leute,
andere Reformen sind dringend nötiger und wichtiger als diese dumme Rechtschreibreform.
Tendus
morpheus
20.08.2004, 19:08
ich denke/befürchte :confused: auch, dass (ß :D ) die Rechtschreibreform verbindlich in Kraft treten wird...
Mir geistert diese ganze Sache schon seit 2 Jahren immer mal wieder durch den Kopf, einfach aus dem Grund, dass ich die "alte" Rechtschreibung sehr, sehr gut im Griff hatte...bis vor ungefähr zwei Jahren!
Mittlerweile schreibe ich mehr in einem alten/neuen Gemisch und weiss manchmal gar nicht mehr, ob und was geht oder nicht geht. Die neue Form der Rechtschreibung ist aber noch lange nicht ausgereift - es sind einige unästhetische Dinge (Brennnessel, Schifffahrt, etc. was einfach nur doof ausschaut ;) ) und einige (für mich) unlogische (z.B. die Regeln zur Trennung sind nicht so ganz ausgereift). Ich persönlich finde, dass die Redaktion der ZEIT einen ganz guten Kompromiss für sich gefunden hat, der im weitesten Sinne (d.h. besser als das Regelwerk der besagten Kommission) die neuen Regeln übernimmt, allerdings leicht und vorsichtig verändert/angepasst...
Grüße,
morpheus
Hallo Leute,
@ morpheus
war mir schon irgendwie klar, dass Du das Beispiel mit "Schifffahrt" nehmen würdest, weiß aber nicht warum, ;)
Tendus
:-)
morpheus
20.08.2004, 20:41
es gibt noch ein paar andere :D :
Balletttänzer, Teeei,...
Ich finde, es sieht wirklich ziemlich beknackt aus (wahrscheinlich weil ich es nicht gewohnt bin ;) )...weiß jemand, ob es in anderen Sprachen so etwas wie drei Vokale oder drei Konsonanten aufeinanderfolgend gibt??? (nicht unbedingt Gälisch oder so :p )
LG
morpheus
stimmt, fürs auge ist das vielleicht echt nicht so schön, aber logisch ists und wenn wenn das das ziel war, find ichs auch richtig, dass das konsequent gemacht wird. wenn du das einem kind, das gerade schreiben lernt, erklären willst, warum das so ist, fällts dir nach der neuen reform leichter, als wenn du sagen musst " das ist nicht logisch, aber das andere hätte doch blöd ausgesehen", oder? ich find auch viele sachen blöd, aber manchmal hats halt doch irgendwie was. das konsequente durchsetzen fehlt halt (wobei ich da bei manchen klausuren schon ganz froh war *g*).
julie
Die neuen Regeln sind zweifelsohne logischer - trotz einiger Schwächen, insbesondere was die Regeln bezüglich der Trennung betrifft.
Das Lernen der neuen Regeln fällt z. B. Hauptschülern, die zu einem großen Teil Migranten sind, wesentlich leichter. Wenn die jetzt wieder umlernen müßten, wäre dies eine Barriere für ihre Integration.
glasperlenspielerin
30.08.2004, 16:01
ich hab mir jetzt mal eine kurzbroschüre vom DUDEN-neu rechtschreibung besorgt und muß sagen: so schlimm ist es ja doch nicht.
es sind sogar jetzt oft zwei schreibweisen parallel gültig (was allerdings nicht gerade für übersichtlichkeit sorgt-klar)..
also z.b. "aufwendig" und "aufwändig" geht beides..
und auch sowas wie "delfin" / "delphin"..
:huepfer:
soulseek
19.09.2004, 17:58
mein kommentar zu RS:
Ich brauch keine!
(bin übrings leichter legastheniker.. ;-))
Ich habe mein Kreuzchen bei der Abstimmung zwar bei "ich will die alte Rechtschreibung zurück" gemacht, aber so ganz stimmt das auch nicht.
Ich bin nicht grundsätzlich gegen Reformen. Mir sträubt sich bloß das Nackenhaar, wenn das ganze Volk von ein paar Hanseln, die glauben, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, per Gesetz etwas übergestülpt bekommt, was in Teilen genauso unlogisch ist, wie das vorherige. Auch so kann man eine Sprache tot machen. Gott sei Dank gibt es genügend Individuen, die sich - aus welchen Gründen auch immer - nicht daran halten.
Die Sprache ist etwas Lebendiges und sollte es auch bleiben. Ich schreibe Tür auch nicht mehr "Th" oder Frisör mit "eu". Aber ich ich weigere mich konsequent, Problem "falsch" zu trennen. Und wenn ich den See-Elefanten schon mit drei Vokalen hintereinander schreiben soll, bitte schön, dann eben mit Bindestrich. Auch werde ich Alleinerziehende nicht so schreiben, wie es jetzt "richtig" ist (allein Erziehende), weil die alte Schreibweise zum Ausdruck bringt, daß da ein ganz neuer Begriff entstanden ist, der ein riesiges Problemfeld hinter sich herzieht. Denn diese Frauen und Männner stehen oft wirklich allein da, nicht nur beim erziehen. Und gerade sie brauchten am dringendsten Hilfe und Unterstützung.
Sprache lebt, dem sollte Rechnung getragen werden. Wenn sich veränderte Schreibweisen "eingebürgert" haben, sollte man sie übernehmen. Das wäre ein Prozeß, der nicht weh tut. Genau wie bei manchen Begriffen ein Bedeutungswandel einegetreten ist - und problemlos akzeptiert wurde, ohne daß man genau sagen könnte: "Dieser Begriff hat seit 31.02.1827 eine neue Bedeutung", weil dies so gesetzlich verordnet wurde.
Aber ich merke, ich werde schon wieder rebellisch. Immer wenn ich einen Druck spüre, der nur aus bestehenden Machtverhältnissen kommt, unzugänglich für jeden Einwand, begründet oder nicht, schalte ich auf stur. Am leichtesten fällt mir noch, "daß" mit Doppel-S statt mit ß zu schreiben. Ansonsten schreibe ich so, wie ich es für richtig halte und wie es Sinn für mich macht. Egal, was Duden oder Philologen sagen.
Freundlich Grüße an alle, besonders die, denen die Reform noch nicht weit genug geht,
Josi
Eiskristallin
07.05.2005, 23:38
hab gerade auf rtl den deutschen rechtschreibtest gesehen und bin schockiert: haben da nur analphabeten teilgenommen?
haben da nur analphabeten teilgenommen?
In Deutschland gibt's nix anderes mehr. Rechtschreibreform? Wo nix ist, kann man auch nix reformieren. :( :mad:
Eiskristallin
08.05.2005, 00:06
In Deutschland gibt's nix anderes mehr. Rechtschreibreform? Wo nix ist, kann man auch nix reformieren. :( :mad:
ist in österreich leider genauso. wir haben diese mistreform ja auch mitgemacht.
zenzero nero
11.02.2006, 16:32
Aus einem Wissenschaftsnewsletter:
Rechtschreibreform lässt Kinder schneller lesen
Kinder, die in der Schule nur die neue Rechtschreibung gelernt haben,
lesen die neuen Schreibweisen schneller als die alten. Das hat eine
Studie von Psychologen der freien Universität Berlin ergeben. Sie legten
Sechstklässlern kindgerechte Sätze jeweils in neuer und alter
Rechtschreibung vor und verglichen das Lesetempo mit speziellen
Blickmessgeräten. In den meisten Fällen erfassten die Schüler die Wörter
in neuer Schreibweise deutlich schneller als in der alten
Rechtschreibung. Vor allem die Vereinfachung bestimmter Fremdwörter wie
Panter und Jogurt sowie die ss-Lautschreibung erhöhten das Lesetempo.
Aufgrund dieser Ergebnisse sprachen sich die Forscher für eine
konsequente Umsetzung der neuen Rechtschreibung aus.
Parallel zu den Schülern testeten sie die Sätze auch mit Erwachsenen.
Hier ergaben sich allerdings keine wesentlichen Unterschiede zwischen
neuer und alter Rechtschreibung.
Links: Freie Universität Berlin: http://www.fu-berlin.de (http://www.fu-berlin.de/)
Eiskristallin
11.02.2006, 17:08
"Vor allem die Vereinfachung bestimmter Fremdwörter wie
Panter und Jogurt sowie die ss-Lautschreibung erhöhten das Lesetempo."
so degeneriert sind schon alle....arme welt...
die sägefischin
12.02.2006, 00:36
also ich find sie blöd, die rechtschreibreform - da komme ich mir vor wie ein analphabet - und wenn ich mir dann einige worte anschaue wie portmonee oder majonäse - igitt!! das verletzt echt mein gefühl für sprachliche ästhetik - und davon abgesehen finde ich es grauenvoll verwirrend, wenn ich mir beim anblick des wortes "zeitaufwendig" 3 -5 x überlege,:confused: ob ich es nun richtig geschrieben habe, um es dann durch "zeitintensiv" zu ersetzen,:confused: weil ich keinen kopf dran kriege!:confused:
Reform ja, aber dann deutlich konsequenter!
Das habe ich eben angekreuzt.
Ursprünglich war ich ein Anhänger der RSR, bis sich herausgestellt hat, dass sie nur ein Chaos durch ein anderes Chaos ersetzte.
gern würde ich mal ein Foto der Person aus der Reform-Gilde sehen, die das Wort "rauh" in "rau" umschrieb. :cool:
in rauer Nacht bei grellem Licht sah man plötzlich all das Raue in ihrem Gesicht, als würde Raureif einen grünen Baum verwandeln
Ich schreibe weiterhin "rauh"! Das Schriftbild hat was! :)
erfreulich zu hören, Kerry. Stell dir mal vor, das Wesen des Opas war schon rau, der Sohn war rauer, aber der Enkel war am rauesten. :cool:
Ich habe neulich mit Leuten über das Quentchen bzw. das Quäntchen diskutiert.
Angeblich ist das zweite heutzutage "richtiger", nach der Reform.
Berüchtigt auch meine Satire :
"Warum heißt es in der neuen Rechtschreibung 'Aufwändig' ?
Weil es von 'Wand' kommt."
Weil es von 'Wand' kommt."
Ja, und genau gegen diese Wand ist die "Reform" gefahren worden. ;)
Oder war es gar eine Reh-Form? ;)
"Warum heißt es in der neuen Rechtschreibung 'Aufwändig' ?
Weil es von 'Wand' kommt."
"Aufwändig tapeziert" - kann man doch so schreiben, oder? ;)
Und? Kennt ihr die neuen Regeln schon in- und auswändig?
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