Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Seniorentäter: Altersvorsorge mit der Waffe
Hi,
eigentlich passt es genausogut in den Kuriositätenthread...
"Sie haben graue Haare, sind im Rentenalter und sollten eigentlich ruhig und weise sein. Doch stattdessen gehen sie schwerbewaffnet auf Diebestour die schmale Rente aufbessern. Experten warnen: In Zukunft muss mit mehr Raubüberfällen durch reife Verbrecher gerechnet werden"
Zum Artikel (http://www.stern.de/politik/panorama/:Seniorent%E4ter-Altersvorsorge-Waffe/607617.html)
Na ja, Altersarmut wird tatsächlich zunehmen und was sollen arme und alte Menschen dann machen, wenn sie ihre Kosten nicht mehr bezahlen können für Miete und Essen?
Gruß
Susann
Huch,
also um Missverständnissen vorzubeugen, ich bin gegen Kriminalität und Gewalt. Mich erstaunt der Artikel.
Lieben Gruß
Susann
Susann, war auch nicht in diese Richtung gedacht. Deshalb habe ich es wieder gelöscht.
Im Grunde genommen ist es schon ganz schön traurig. Dass Menschen Kriminalität als (scheinbar) letzten Ausweg sehen um ihr (Über)leben zu sichern. Da läuft doch etwas gewaltig schief.
Jupp, seh ich genauso. Andererseits, wie es im Artikel steht: Was haben Greise - im Gegensatz zu "jugendlichen Straftätern" - schon zu verlieren?
Und ich denke, es ist überfällig, dass die Alten zurückschlagen. Die Alten haben nämlich keine Lobby.
Le chat noir
26.01.2008, 15:09
Im Grunde genommen ist es schon ganz schön traurig. Dass Menschen Kriminalität als (scheinbar) letzten Ausweg sehen um ihr (Über)leben zu sichern. Da läuft doch etwas gewaltig schief.
Ich finde den Artikel ziemlich "an den Haaren herbeigezogen".
Zum einen werden gerade mal drei Beispiele gebracht (eines davon begann seine Senioren-Täterschaft bereits 1988!), Zahlen, die eine aktuelle deutliche Tendenz beweisen, gibt es ja offenbar nicht. Auch die Motive finde ich eigenartig: Den Lebensstandard zu halten. Nun, dumm ist (und war es auch schon vor Jahren), wer davon ausgeht, daß er mit der Rente 100 % seines bisherigen Einkommens behält. Das war auch vor Jahrzehnten nicht so.
Das einzige Argument, daß ich einigermaßen nachvollziehbar finde, ist die Logik, zwischen möglichen Vor- und möglichen Nachteilen abzuwägen (das Alter im Knast zu verbringen, erscheint nach einem erfüllten Leben vielleicht nicht ganz so schlimm wie in jungen Jahren in den Bau zu wandern).
In meinen Augen ist ein größeres Problem, daß die Ansprüche der Menschen in einer Art und Weise gewachsen sind, denen weder die nicht im gleichem Maße gewachsenen Einkommen noch die Renten gerecht werden können. Früher fuhr man eben in den Harz, pflegte seine Möbel und Utensilien so, daß man sich zwei, höchstens drei Mal im Leben neu ausstattete. Heute möchte man Fernreisen machen, auch im Alter nicht aufs Auto verzichten. Wenn ich im Supermarkt in die Einkaufswagen gucke, sind auch die Ansprüche an die täglichen Mahlzeiten erheblich gewachsen. Daß die Medien und Informationsfluten erhebliches dazu beitragen, streite ich nicht ab, ebensowenig, daß viele Grundkosten (vor allem Mieten und Nebenkosten) gestiegen sind. Dennoch sind in meinen Augen im Vergleich zu vor 20 Jahren die Wünsche und Ansprüche eben erheblich gewachsen. Bescheidenheit ist eine Zier wurde nicht nur von Geiz ist geil abgelöst, sondern auch von einem Anspruchsdenken, das oft längst über die tatsächlichen Möglichkeiten hinausgeschossen ist.
p. S. Einem ehemaligen Polier, der mit einem Mercedes zu seinen Überfällen vorfährt und dessen Rente (1100 Euro) fast schon für die Miete draufgeht, den bringen ich nicht mit dem Begriff der "Altersarmut" zusammen.
Le chat noir
26.01.2008, 15:12
Und ich denke, es ist überfällig, dass die Alten zurückschlagen.
Soll dieses "Zurückschlagen" in Form einer vorgehaltenen Pistole geschehen? :confused:
Ich kenne hier jede Menge Senioren, die sich stolz brüsten, daß sie ein, zwei Mietshäuser "schwarz" hochgezogen haben und zig-fach in Kur gefahren sind, alle Möglichkeiten an Subventionen, Sozialleistungen etc. in Anspruch genommen haben und sich heute wundern, daß die Kassen leer sind. Das paßt in meinen Augen auch nicht.
Soll dieses "Zurückschlagen" in Form einer vorgehaltenen Pistole geschehen? :confused:
Ich kenne hier jede Menge Senioren, die sich stolz brüsten, daß sie ein, zwei Mietshäuser "schwarz" hochgezogen haben und zig-fach in Kur gefahren sind, alle Möglichkeiten an Subventionen, Sozialleistungen etc. in Anspruch genommen haben und sich heute wundern, daß die Kassen leer sind. Das paßt in meinen Augen auch nicht.
Zum ersten: Nein, das war provokativ gemeint. Ich mußte da an einen Cartoon denken, wo Senioren in einer Schulklasse sitzen, vor ihnen steht ein Spät-Hippie und sagt etwa: "So, heute lernen wir, wie wir mit der Gehstütze Pflastersteine aushebeln und die als Wurfgeschosse nehmen können..."
Zu Deinem zweiten Satz: diese Leute waren ja vorher schon kriminell...
Gerade eben geht das hier durchs Net:
"83-Jährige in Essener Straßenbahn lebensgefährlich verletzt
Eine 83-Jährige ist in einer Essener Straßenbahn von einem Mann durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt worden.
Der 35-Jährige stach die Rentnerin der Polizei zufolge am Freitagabend nieder, nachdem er von deren 80-jährigem Mann auf ein Anrempeln beim Verlassen der Bahn angesprochen worden war.
Der 35-jährige schlug den Rentner mit der flachen Hand ins Gesicht. Als die 83-Jährige den Tatverdächtigen daraufhin zur Rede stellen wollte, versetzte ihr dieser nach bisherigen Ermittlungen einen Messerstich in den Brustkorb.
Die Frau konnte noch um Hilfe rufen und Passanten auf den Tatverdächtigen aufmerksam machen, bevor sie zu Boden sank. Sie wurde einem Essener Krankenhaus zugeführt und notoperiert.
Der Täter flüchtete, konnte aber durch Passanten gestellt und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden. Der Mann wurde bereits von bayrischen Behörden wegen anderer Delikte gesucht. Wegen der Schwere der Tat wurde bei der Essener Polizei eine Mordkommission gebildet. Die Staatsanwaltschaft ging von einem versuchten Tötungsdelikt aus.
© AFP"
Na? Kriminelle ALTE? Soso.
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