PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Politik vor 2000 Jahren


Josi
30.09.2004, 01:47
Wozu hat der Mensch ein Hirn? Um Fehler zu erkennen und daraus zu lernen?
Ich kann es fast nicht glauben, wenn ich mir die Forderungen eines Staatsmannes vor 2000 Jahren auf der Zunge zergehen lasse:

Der Staatshaushalt muß ausgeglichen sein.
Die öffentlichen Schulden müssen verringert, die Arroganz der Behörden muß gemäßigt und kontrolliert werden.
Die Zahlungen an ausländische Regierungen müssen reduziert werden, wenn der Staat nicht bankrott gehen soll.
Die Leute sollen wieder lernen zu arbeiten, statt auf öffentliche Rechnung zu leben.
Marcus Tullius Cicero, Rom, 55 v. Chr.

Könnten die Forderungen nicht von einem um Wählerstimmen buhlenden Poliker - ganz gleich welchen politischen Lagers - unserer Tage stammen?
Fast zum Totlachen, wenn es nicht so traurig wäre.

Nächtliche Grüße,
Josi

Dreamer
30.09.2004, 07:03
Welch eine Ironie. Ich wußte doch das unsere Politiker keine neuen Ideen haben. ;) :p :D

Diana
30.09.2004, 09:05
Ja, und das Römische Reich ist ja bekanntlich untergegangen. Welche Aussicht ... :rolleyes:

Anna
01.10.2004, 08:50
Ich kann mir nicht vorstellen das eine solche Verdrehung der Sprache wie sie heute stattfindet damals normal war.
Und ich glaube auch nicht, dass ein Schröder damals ca. 34000 Euro einfach monatlich eingesteckt hat (steuerfrei !), und den anderen erzählt hat "sie müßten die Gürtel enger schnallen".

Kleine Leute werden gejagt,wenn sie ein paar Euro nebenbei verdienen. (um ihre Familien durchzubringen). Die Politiker stecken das Geld steuerfrei ein.
Nachdem sie das Geld anderer Leute verjubelt haben, sollen die noch für die "Mitnahmementalität" der oberen zahlen. Ich weiß nicht ob die Menschen damals so "verdreht" waren ?

Die Politiker verhalten sich nicht sozial !


Gruß

Anna

tsurani
01.10.2004, 11:52
Ich glaube eher nicht, dass sich da so viel geändert hat. Das römische Reich ist ja gerade ein Musterbeispiel von Dekadenz. Und wenn ich mir die heutige Politik ansehe, ist das nicht viel anders.
Ich denke schon, dass das schon immer so war.

seelenkrebs
01.10.2004, 12:08
Ja, und das Römische Reich ist ja bekanntlich untergegangen. Welche Aussicht ... :rolleyes:

sicher ... nur aus einer vielzahl anderer gründe
mich erinnert die heutige situation nur an was ganz anderes was in näherer vergangenheit deutscher geschichte liegt ... ich hoffe nur das das danach entstandene neue modell der demokratie wirklich die sicherheit bietet die es damals sollte
nach den letzten wahlen in sachsen zum beispiel hab ich meine zweifel ... zum glück fehlt den rechtsgerichteten parteien ein 'hitler' und die nötige führung um wirklich ausser große reden schwingen was zustande zu bringen

was cicero angeht
wurde so oft übersetzt und die übersetzungen wieder übersetzt .. ergo geht viel verloren .. fehlerhaft usw ...

aber .. politisch-gesellschaftliche prozesse wiederholen sich im laufe der geschichte oft ...

voyager
01.10.2004, 15:38
... zum glück fehlt den rechtsgerichteten parteien ein 'hitler' und die nötige führung um wirklich ausser große reden schwingen was zustande zu bringen
Das beruhigt mich nicht wirklich. Man muß einmal bedenken, mit welchen "Argumenten" die guten Wahlergebnisse der Rechten in Sachsen erzielt worden sind. Wie sollen denn bitte Ausländer für die missliche Lage der Sachsen verantwortlich sein, wenn dort fast keine Ausländer wohnen (wohl aus gutem Grund). :ichnicht:

Solchen schwachsinnigen Thesen zu folgen, setzt schon eine solide Dummheit voraus. Und da die ja bekanntlich grenzenlos ist, werde ich gleich mal nachschauen gehen, wie lange mein Paß noch gültig ist... :mad:

Es gibt in der Tat eine Menge Parallelen zur Weimarer Republik. Wer derart vom Staat und der Wirtschaft unter Druck gesetzt wird, der mag anfällig sein für "einfache Lösungen". Rattenfänger gibt es genug. Quo vadis, Deutschland... :(

Dreamer
01.10.2004, 18:06
Könnten die Forderungen nicht von einem um Wählerstimmen buhlenden Poliker - ganz gleich welchen politischen Lagers - unserer Tage stammen?
Fast zum Totlachen, wenn es nicht so traurig wäre.

Die zehn Gebote Gottes enthalten 279 Wörter, die amerikanische Unabhängigkeitserklärung 300 Wörter, die Verordnung der europäischen Gemeinschaft über den Import von Karamellbonbons aber exakt 25911 Wörter.


Darüber könnte man auch lachen wenns nicht so traurig wäre. :rolleyes: :lol:

Michel
01.10.2004, 20:58
Ja, aber wer hält sich schon an die 10 Gebote und die Werte der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung? ;)

Dreamer
01.10.2004, 21:04
Ja, aber wer hält sich schon an die 10 Gebote und die Werte der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung? ;)

Das ist eine berechtigte Frage. ;)

zenzero nero
01.10.2004, 22:35
Das beruhigt mich nicht wirklich. Man muß einmal bedenken, mit welchen "Argumenten" die guten Wahlergebnisse der Rechten in Sachsen erzielt worden sind. Wie sollen denn bitte Ausländer für die missliche Lage der Sachsen verantwortlich sein, wenn dort fast keine Ausländer wohnen (wohl aus gutem Grund). :ichnicht:

Leider setzt Du vorraus, das mit Argumenten gearbeitet wurde. Die Rechte arbeitet nicht mit Argumenten: Sie gibt den von der Gesellschaft anscheinend nicht Gebrauchten das Gefühl dazuzugehören. So etwas ist stärker als jedes Argument. So kann man effektiv Wähler bekommen. Bei den Erfolgen im Osten dürfen wir Westler aber auch nicht vergessen, das wir hier seit über 50 Jahren überwiegend positive Demokratieerfahrung haben, der Osten Deutschlands aber von einer Parteidiktatur in die Demokratie geworfen wurde, ohne die Menschen dort darauf vorzubereiten, das Demokratie und Marktwirtschaft auch Niedergang und Chancenlosigkeit bedeuten kann.
Diese autoritätshörige Haltung, nicht gegen das Unrecht die Stimme zu erheben, zieht sich auch heute noch durch die Ostdeutsche Gesellschaft. Ich habe dort auf der Straße und beim Einkauf eine unverhohlene, kollektive Ablehnung von fremdländisch aussehenden Menschen gespürt.

seelenkrebs
02.10.2004, 00:52
*rofl*
hätt ich das thema bloss nich angebracht
oh ja wir ossis und vor allem wir sachsen sind alles faschos und autoritätshörig .. is klar
ihr seid ned besser als die faschos selber mit euren verallgemeinerungen
so montagsdemos sind auch wahnsinnig autoritätshörig :cool: jau und das es deutsch-tschechische schulen gibt is auch nich spektakulär genug um dem ganzdeutschen fernsehpublikum gezeigt zu werden .. nur wenn ma iirgendson brauner hirnspast wieder nen punk verkloppt berichten die medien drüber
dadurch entsteht das nette bild vom rechtsgerichteten osten

weiss ja ned wo du einkaufen gehst .. ich spür da hier nix :lol: .. sicher paar faschos gibts immer .. das sind kleine loser die die hauptschule grade so geschafft oder abgebrochen und seitdem gruppenweise täglich von 12 bis 8 bei aldi mit ner büchse billigem bier inner hand ihr leben fristen und ihre reden schwingen .. und nachher zum dönerladen rennen weilse hunger kriegen und denn npd wählen gehn :ichnicht: und paar alte herren und ommas die immernoch denken das hitler doch recht hatte wirds wohl auch noch ne zeit lang geben .. bis diese generation ausgestorben ist
diese leute wählen nunmal npd
das näxte is .. protestwahl .. mir war klar das des kommt .. ich sach nur hartz4 etc .. die leute haben angst und sind sauer da wählt man eben entweder ned mehr die regierungsparteien .. oder eben gar nich .. und wenn die npd plakate schon strategisch günstig vor dem arbeitsamt hängen wundert mich erst recht nix mehr

es ist nicht das erste mal in deutscher nachkriegsgeschichte das rechte parteien so einen erfolg bei wahlen hatten .. und sie konnten sich nie länger als eine periode halten .. weil sie eben nix konstruktives beitragen und leisten können .. weil mitregieren eben etwas andres verlangt als parolen und heisse luft

und @voyager .. ja aus gutem grund keine ausländer .. is klar .. ich sach dir aus welchem grund .. weilse hier ned so viel kohle kriegen wie drüben
weil hier nix mit arbeit is
weil die leute hier wennse arbeit haben jeden sonntag mit ihrem auto nach bayern oder sonstwohin pendeln und freitag wieder zurück .. natürlich ohne das die fahrtzeit bezahlt wird
andererseits müssen für die arbeit auf den feldern kohl schneiden ect polnische und tschechische hilfsarbeiter angeheuert werden ... das regt mich wieder auf .. die leute jammern über nix arbeit aber für manche dinge sind sie sich anscheinend auch zu schade
die ganze clique in der ich mal war, eine afrikanische percussionband hat sich in luft aufgelöst weils hier einfach fast unmöglich ist nen job zu finden

was die angebliche fremdenfeindlichkeit angeht im zusammenhang mit der ddr-geschichte .. informiert euch erstmal richtig bevor ihr darin nen zusammenhang sucht
ich sach nur .. hilfe für dritte-welt-länder .. gastarbeiter aus denselben, dsf usw ..

so ich habe fertig !!

Dreamer
02.10.2004, 07:30
@Zenzero & Voyager

Ich finde es falsch. Das ganze als Ost Problem hinzustellen. Zum Beispiel sind in Köln auch die Faschos in den Stadtrat gezogen. Die Menschen die ich aus dem Osten kennenlernte, waren alles andere als Ausländerfeindlich. Als Gegenstück dazu könnte ich die Gegend wo ich wohne nehmen. Das westlichste Niedersachsen, nördlichste Nordrhein Westfalen. Hier ist Ausländerhass ein sehr großes Problem. Ausländerhass wird hier offen ausgelebt. Ein mitgrund warum ich hier wegziehen will.

Bei uns war schon mal ein Kunde der mit "Heil Hitler" gegrüßt hat. Er hat das dann als Scherz runtergespielt. Sowas finde ich wirklich bedenklich und reg mich drüber auf. Fremdenfeindliche Kommentare sind hier an der Tagesordnung. Soviel zum Thema der Osten sei Fremdenfeindlich und der Westen hat ja jahrzehntelange Demokratie Erfahrung.

Es gab hier desöfteren fragen bzw Thesen, wie diese und jene Menschen wären. Das ist meiner Meinung nach schon der Beginn von Vorurteilen. Verschiedene Völker oder Volksgruppen werden mit bestimmten Attributen in Verbindung gebracht. Es gibt überall solche und Solche.

Ich sehe auch ein Problem in unsere manipulativen Medien, die das Bild vom bösen fremdenfeindlichen Ossi hoch halten.

Auch 15 Jahre nach dem Mauerfall besteht immer noch die Mauer im Kopf.

Anna
02.10.2004, 13:42
gerade entdeckt, schaut mal hier:

www.asoziale-marktwirtschaft.com

vielleicht nicht gerade richtig hier, aber ich wußte nicht wohin.

Anna

zenzero nero
02.10.2004, 16:20
Erstmal, ich war im Osten, ich habe es so selber erlebt, habe mit den Menschen die ich dort kenne über mein Erleben gesprochen, sie haben es mir bestätigt. In Köln sind die Rechten auch in den Stadtrat gekommen, stimmt, in meinem Wahlbezirk mit 7,4%.
Ich sagte die Rechte arbeitet mit Emotionen, um das zu sehen braucht man sich doch nur die Art der Wahlwerbung anzuschauen. Da wird ein Misstrauen gegen Moslems verstärkt, indem zB gegen eine vage geplante große Moschee agitiert wird, von einer rechten Gruppierung übrigends die sich als Bürgerbewegung getarnt hat.
Es gibt rechte Jugendclubs, wo die Jugendlichen zuerstmal von der Straße geholt werden, um dann indoktriniert zu werden.
Sicher ist das kein Problem allein des Ostens, habe ich auch gar nicht gesagt, aber im Osten scheint es etwas leichter für die Rechten zu sein bei jungen Menschen anzukommen. Die NPD hier ist immer die Partei der ewig gestrigen gewesen, aber auch das scheint sich zu drehen.
So etwas passiert leider im Westen,. im Osten, im Süden und auch im Norden Europas. Wer sich ausgegrenzt fühlt, weil er zB ohne Job ist, ist nunmal empfänglicher für rechte oder auch linke Parolen.

voyager
03.10.2004, 14:03
Ich polarisiere es nicht als Ost-West-Konflikt und es muß sich auch niemand aus den neuen Ländern angegriffen fühlen.

Dort wo die größten strukturellen Probleme sind, gibt es auch offensichtlich die meisten Menschen die Extremisten hinterherlaufen. Das kann in NRW genauso passieren, wie in Sachsen. Im Moment ist es aber Sachsen. 9,2 % aller Wähler haben die NPD gewählt. Das ist nun wirklich keine radikale Minderheit von Doofköppen mehr. Ich schließe aber nicht aus, das dies bei der nächsten Wahl hier auch passieren könnte...

Michel
03.10.2004, 17:36
.
Und ich glaube auch nicht, dass ein Schröder damals ca. 34000 Euro einfach monatlich eingesteckt hat (steuerfrei !), und den anderen erzählt hat "sie müßten die Gürtel enger schnallen".



Im Vegleich zu Ackermann, Schrempp und Co. sind das nur Peanuts.

Ich gönne, dem auf demokratischer Basis gewählten Regierungschef eines Staates mit 80 Millionen Einwohnern, welches auch weltpolitisch eine nicht unbedeutende Rolle spielt, dieses Einkommen und wundere mich, wieso er nicht mehr verdient.

Anna
04.10.2004, 07:50
@ michel

mag sein, aber das wollte ich damit nicht ausdrücken. Mir ging es um die Ungerechtigkeit, die man daran sehr schön sehen kann.

Gruß

Anna

Michel
04.10.2004, 16:53
Okay, na ja immerhin gab es 2004 keine Diätenerhöhungen - wenn ich mich nicht irre.