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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : HSP und Altsein


Eros
19.02.2004, 10:50
Hallo Ihr,

wie stellt Ihr Euch Euer Altsein vor? Ich stelle mir vor, wenn ich alt bin, werde ich eine Weltreise machen. Mit dem Auto bis an die "See", mit dem Schiff bis nach Brasilien. Im Urwald leben bei den Kängurus. Dann nach Südpol mit dem Eisbär ans Land ziehen und dann mit dem Pinguin durch Sibirien und Nordpol "reiten" und das war´s. Wie stellt Ihr Euch Euer Altsein vor? Würde mich interessieren

Tendus

Sensibler
19.02.2004, 15:01
Ich würde mit dem Reisen am liebsten sofort beginnen. Ich würde auch gern viele Gegenden in der ganzen Welt kennen lernen. Aber ich bevorzuge Gebiete mit ähnlichen klimatischen und politischen Verhältnissen wie wir sie in Europa haben. Ganz Europa zu bereisen ist für mich schon mal Pflichtprogramm. Ich möchte viele verschiedene Landschaften kennen lernen und viele Städte bereisen, das mache ich besonders gerne.

Wenn ich alt bin, werde ich mich wahrscheinlich hier zur Ruhe setzen. Ich möchte nicht unbedingt auswandern. Köln gefällt mir eigentlich ganz gut.

Anna
19.02.2004, 15:10
Hallo Ihr

Ich bin ja schon alt und einige Länder habe ich mir auch schon angesehen. Trotzdem möchte ich noch mehr sehen. Wenn ich noch älter bin als jetzt würde ich gerne irgenwo im Süden leben und viele Bücher lesen. Und weniger Streß in meinem Leben als jetzt hätte ich gern. Darauf arbeite ich hin.

Liebe Grüße

Anna

Diana
19.02.2004, 15:59
Aaaalso, liebe Anna, da steht doch die Zahl 40 bei Dir als Alter ... Das ist doch noch nicht "alt"! Da muss ich aber protestieren. :wink:
Oder empfindest Du das für Dich selbst als alt?

Liebe Grüße
Diana

Anna
19.02.2004, 19:47
Hallo Diana

Um deine Frage zu beantworten. Ich fühle mich nicht alt, aber ich wäre gerne älter als ich bin. Ich werde im September 41 und bin immer ganz entsetzt darüber das ich so jung eingeschätzt werde. Manche Menschen denken ich lüge wenn ich sage das ich 40 bin.Ein Freund von mir sagt daß , das an meiner Physiognomie liegt.

Ganz liebe Grüße

Anna

Sensibler
19.02.2004, 20:08
Hallo Anna,

das kenne ich. Mich schätzen die Leute auch in der Regel jünger ein als ich bin, meistens auf etwa 17-18 Jahre. Wie alt schätzen die Leute dich denn ein? Wurdest du früher auch schon jünger eingeschätzt, auch schon als Jugendliche?

Anna
19.02.2004, 20:21
Hallo Sensibler

Auch früher wurde ich mit ca.19 Jahren auf 14 geschätzt.
Ich werde auf ca. 30 bis 35 geschätzt und auf der Arbeit ( wurde mir letztens erzählt) haben Kollegen wochenlang rumgeraten wie alt ich denn bin, sie konnten das einfach nicht Glauben. Auch wurde schon öfter gesagt das ich ja wohl noch ein ganz junger Hüpfer sei.

Ganz liebe Grüße

Anna

Dreamy11
22.02.2004, 01:19
Seele kennt kein Alter...Immer noch ein Jugendlicher in der Seele...Nur sensibel &Introvertiert :)

Jugendlich in der Seele.... :)

Alter ist nur eine trockene Nummer, sonst nix... :)

Der Zug fährt und fährt...Kein Ende in Sicht...Verleih den Traum Flügel :)

Keine Gedanken an alter... :)

Mystique
29.05.2004, 15:28
Ich stelle mir vor, dass ich mit dem Menschen, den ich liebe alt werde. Vielleicht werde ich dann auswandern. Auf jeden Fall möchte ich Reisen und immer etwas für meinen Geist tun. Möchte ja nicht einrosten... ;-)

Liebe Grüße
Diana

Eros
29.05.2004, 15:47
Ich stelle mir vor, dass ich mit dem Menschen, den ich liebe alt werde. Vielleicht werde ich dann auswandern. Auf jeden Fall möchte ich Reisen und immer etwas für meinen Geist tun. Möchte ja nicht einrosten... ;-)

Liebe Grüße
Diana

@ mystique,

das möchte ich auch.


Tendus

Eiskristallin
29.05.2004, 23:47
ich hoffe, ich hab halbwegs genug geld, wenn ich alt bin. momentan ist das ein thema, das mir große sorge macht. ich will ja nicht unter der brücke enden.

Mystique
29.05.2004, 23:50
@keetah
wenn ich mir darum einen kopf machen würde (was ich auch müßte) könnte ich gar nicht mehr schlafen...

Clown
03.07.2004, 22:38
Das immer wieder noch was "anhängen" wollen, wenn man alt geworden ist, ist menschlich. Ich glaube aber nicht, dass ein alter Mensch noch nach Brasilien reisen will. Es gibt ja auch die Reisen im Kopf.
:idea:

Sensibelchen
03.07.2004, 22:50
also ich hoff nicht, dass ich sehr alt werde. ich will mir auch nichts auf das alter "aufschieben".


Mich schätzen die Leute auch in der Regel jünger ein als ich bin, meistens auf etwa 17-18 Jahre

bei mir ist das unterschiedlich. aber vor 2 tagen ist mir passiert, dass ich gefragt wurde, ob ich schon über 15 bin... :wink:

Dreamer
03.07.2004, 23:09
Mich schätzen die Leute auch in der Regel jünger ein als ich bin, meistens auf etwa 17-18 Jahre

Mich schätzen die Leute auch jünger, was manchmal ziemlich nervig sein kann. :roll:

Eiskristallin
03.07.2004, 23:14
ich werd auch jünger eingeschätzt als ich bin. im gegensatz zu sensibelchen hoffe ich aber schon, möglichst alt zu werden (und dabei möglichst gesund zu bleiben).
warum willst du nicht alt werden sensibelchen?

Anna
04.07.2004, 08:37
wenn ich das hier so lese, denke ich das es doch irgendwie merkwürdig ist. Ich mach mir über so etwas nicht viele Gedanken, aber es fällt mir einfach auf das viele so jung geschätzt werden.

Liebe Grüße

Anna

Clown
04.07.2004, 10:05
Alle wollen ein hohes Alter erreichen, - aber möglichst ohne alt zu werden. Die Hinfälligkeiten, die sich spätestens ab 75 einstellen, nehmen von Monat zu Monat zu, sie engen dich ein, du hast einen kleineren Aktionsradius, das Interesse an den Lüsten minimalisiert sich, das Rauchen hattest du bereits mit 42 aufgegeben, Bücher regen dich noch an, was du noch hörst, ist Django Reinhardts Gitarrenjazz und die Originalfassung von "Let it be", Freunde sterben weg, an der Kasse des Supermarktes, in der Apotheke fällst du durch dein fehlendes Tempo auf, Umständlichkeiten stellen sich ein, - und schöne Einsichten der reifen Jahre, wie etwa überlegene Gelassenheit und eine philosophische Weltschau, sie treten nur zögernd und ansatzweise in deine enge Stube.

Erstaunt bist du dann, wenn auf www.empfindsam.de dir eine 20jährige mit einer ganz alten weisen Seele in einem Nebensatz das Entscheidende sagt, im parlando-Ton mit einem beglückenden Vibrato, das lange nachschwingt.
:( :) :( :idea:

Dreamer
04.07.2004, 10:45
Alle wollen ein hohes Alter erreichen, - aber möglichst ohne alt zu werden. Die Hinfälligkeiten, die sich spätestens ab 75 einstellen, nehmen von Monat zu Monat zu, sie engen dich ein, du hast einen kleineren Aktionsradius, das Interesse an den Lüsten minimalisiert sich, das Rauchen hattest du bereits mit 42 aufgegeben, Bücher regen dich noch an, was du noch hörst, ist Django Reinhardts Gitarrenjazz und die Originalfassung von "Let it be", Freunde sterben weg, an der Kasse des Supermarktes, in der Apotheke fällst du durch dein fehlendes Tempo auf, Umständlichkeiten stellen sich ein, - und schöne Einsichten der reifen Jahre, wie etwa überlegene Gelassenheit und eine philosophische Weltschau, sie treten nur zögernd und ansatzweise in deine enge Stube.

Erstaunt bist du dann, wenn auf www.empfindsam.de dir eine 20jährige mit einer ganz alten weisen Seele in einem Nebensatz das Entscheidende sagt, im parlando-Ton mit einem beglückenden Vibrato, das lange nachschwingt.

Genau das ist es ja. Die Folgen des Alt werdens. Ich hätte auch keine Lust 80 Jährig halb Blind, halb taub in einem Bett dahinzuvegetieren. Ich denke die meisten merken es erst wenn das Alter gekommen ist. Das Alter bleibt leider nicht ohne Folgen. Verlust der Sinne (Sehkraft, hören usw werden schlechter. Für mich eine furchtbare Vorstellung). Der herablassende Blick der Jungen (Seien wir mal ehrlich wie wird denn der Alte Mann der an der Kasse nach seinem Geld sucht angeschaut. Die dahinter stehende denken sich doch nur "Kann der Alte Knacker sich nicht beeilen"). Die Vereinsamung und eventuell auch noch der Verlust des Verstandes (Altersdemenz, Alzheimer etc). Die Vorstellung das ich auch mal so werden könnte finde ich furchtbar. Ich denke das Leben ist vergleichbar mit einem Tag. Morgens steht man auf voller Tatendrang, mit dem Gefühl ich brauch keinen Schlaf mehr. Mittags ernüchtert man schon ein wenig und am Abend ist man müde und möchte schlafen. Der Tatendrang des Jungen. Die Ernüchterung des Midlifers. Und die Ermüdung des Alten.

Es wäre schön wenn man im Alter gesund und Reaktionsfähig bleiben würde. Wünschen kann man sich das, aber nicht erwarten. Ich bin zwar erst 25, aber der Gedanke ans Alt werden macht mir schon ein wenig Angst.

Anna
04.07.2004, 12:15
ja es kann einem Angst machen. Ich habe lange Zeit in einem Altenheim gearbeitet und bin oft, sehr oft weinend und völlig verzweifelt nach Hause gefahren, da ich mit vielem der von Euch beschriebenen Dinge dirkt konfrontiert war ( Intensivpflege). Oft bin ich zur Arbeit gekommen und die Menschen waren einfach nicht mehr da. Die Gebrechen Alzheimer, Durchliegen u.s.w. sind mir alle ein Begriff. Auch mit geistigen Sachen wie Schizophrenie u.s.w. hatte ich zu tun. Und dennoch wenn ich bemerkt habe wie sie sich freuen und manchmal strahlen wie die Kinder, dir die Hand drücken, weil du dich hinsetzt , mit ihnen redest einfach da bist und zuhörst lohnt sich der kaputte Rücken und sonstige Sachen die eine Folge von dieser Arbeit sind. Ich habe einige sehr gemocht und auch wenn sie nur schauten denke ich sie haben es bemerkt. Ich selber habe keine Angst vor dem Sterben, daes für mich ein Bestandteil des Lebens ist, aber ich kann es sehr gut verstehen, das man dieses Gefühl hat. Allerdings gibt es so schreckliche Krankheiten und ganz furchtbare Todesarten , das ich da schon ein Mulmiges Gefühl bekomme.


Liebe Grüße

Anna

Matt_kirsche
04.07.2004, 12:38
Ich für meinen Teil kann mir irgendwie gar nicht vorstellen, wie es ist, alt zu sein.. Hab ja auch noch 'n bißchen Zeit, bin ja erst vor 4 Monaten 22 geworden *g*

Tiefseetaucher
04.07.2004, 13:36
Anknüpfend an dieses Thema würde ich gerne mal fragen,wie für euch das ideale Sterben aussieht?

Und zur endgültigen Grenze von 75 kann ich mal 2 Leute anfügen:

1.Mein Opa 76 Jahre alt,der hat in diesem Jahr einen neue Lebensgefährting gefunden und der war vor einem Jahr mit mir und meinem jüngeren Bruder in den Alpen,wo wir fast täglich an die 800 Höhenmeter überwunden haben.

2.Ein ebenfalls 76-jähriger Läuferkollege,der in der selben Laufgruppe wie ich ist.Der hat mit 75 seinen ersten Marathon in München gelaufen.
Der sagt,das sich viele seiner Alterskollegen einfach auch nicht mehr richtig fordern.

Und es gibt auch Untersuchungen nach denen sowohl die geistige wie auch die körperliche Leistungsfähigkeit erhalten kann.In jedem Alter ist z.B. noch Muskelstärkung möglich.

Aber ich gebe auch zu ich kann darüber nur aus Beobachtungen und Theorie schreiben.

Also mein idealer Tod wäre z.B. beim Marathon,vollgepumpt mit Endorphinen umzukippen.
Oder aber ein Sprung in das Meer von einer hohen Klippe.
Aber am liebsten einfach so aus dem Leben heraus.
Was schwebt euch so vor?

Gruß

Sensibelchen
04.07.2004, 18:52
Also ich hab keinen "idealen Tod". Das würde das ganze zu weit eingrenzen, und man würde nur verkrampft an das Thema Tod herangehen...
Ich hab auch keine Angst vor dem Sterben. Warum auch? Ich hab nur Angst vor der Zeit davor: z.B. hoffe ich, nicht als Pflegefall nur mehr auf den Tod "warten" zu müssen, oder mit dem unbefriedigenden Wissen zu gehen, dass man viel mehr hätte aus seinem Leben machen können...(daher: carpe diem et noctem :) ...)

@ keetah: warum ich nicht sehr alt werden möchte?
Aus verschiedensten Gründen...
z.B. bin ich in meiner Umgebung auch mit einigen alten Leuten persönlich konfrontiert...natürlich gibt es positive Seiten und Vorteile am Alter, doch nicht jeder hat dieses Glück und bei vielen überwiegen doch eher leidvolle Tage und vor allem auch die Einsamkeit!!!!!
Und ich kenne bzw. kannte auch Menschen, die sich den Tod nur mehr herbeigesehnt hatten...sie lebten an einer magischen Grenze: zu viel zum Sterben, zu wenig zum Leben...
...und sowas geht sehr sehr nahe, weil man nicht helfen kann. Man kann nichts tun, außer ihnen wenigstens zuzuhören und Gesellschaft zu leisten...
ich kann es auch gar nicht wirklich sagen, warum konkret ich jetzt nicht alt werden möchte...es ist einfach kein Wunsch von mir und ergibt sich aus einer Vielzahl von persönlichen Erfahrungen und Eindrücken...

Abit
04.07.2004, 19:54
@dreamer:
Seien wir mal ehrlich wie wird denn der Alte Mann der an der Kasse nach seinem Geld sucht angeschaut. Die dahinter stehende denken sich doch nur "Kann der Alte Knacker sich nicht beeilen"

Da sehe ich einen sehr großen Unterschied zwischen Stadt und Land. Ich empfinde die Stadt als wesentlich rücksichtsloser und unduldsamer gegenüber "Schwächen" dieser oder auch anderer Art. Oder kann sich jemand in einer Großstadt vorstellen, daß die Verkäuferin an der Kassa ihr Handy nimmt und einer alten Frau ein Taxi ruft?

Ich denke das Leben ist vergleichbar mit einem Tag. Morgens steht man auf voller Tatendrang, mit dem Gefühl ich brauch keinen Schlaf mehr. Mittags ernüchtert man schon ein wenig und am Abend ist man müde und möchte schlafen. Der Tatendrang des Jungen. Die Ernüchterung des Midlifers. Und die Ermüdung des Alten.

Meine Tage sind eigentlich anders. In der Früh ist das Leben schwierig und mühsam, jede Anforderung zu viel, zu Mittag ist alles schon ein bißchen gelöster und den Abend mag ich so, daß ich gar nicht schlafen gehen will. Ob (der Rest) mein(es) Leben(s) wohl auch so wird? :roll:

Dreamer
04.07.2004, 21:21
Da sehe ich einen sehr großen Unterschied zwischen Stadt und Land. Ich empfinde die Stadt als wesentlich rücksichtsloser und unduldsamer gegenüber "Schwächen" dieser oder auch anderer Art. Oder kann sich jemand in einer Großstadt vorstellen, daß die Verkäuferin an der Kassa ihr Handy nimmt und einer alten Frau ein Taxi ruft?

Also ich wohne auf dem Land. Und hier werden alte Leute auch nicht besser behandelt als in der Stadt.



Meine Tage sind eigentlich anders. In der Früh ist das Leben schwierig und mühsam, jede Anforderung zu viel, zu Mittag ist alles schon ein bißchen gelöster und den Abend mag ich so, daß ich gar nicht schlafen gehen will. Ob (der Rest) mein(es) Leben(s) wohl auch so wird?




War nur ein Beispiel. Ich wollte damit nur sagen, je älter man wird, umso müder wird man. Und irgendwann ist man froh das man schlafen kann. So ungern man das vorher wollte. Es ist eine Erleichterung.

Also ich hab keinen "idealen Tod". Das würde das ganze zu weit eingrenzen, und man würde nur verkrampft an das Thema Tod herangehen...
Ich hab auch keine Angst vor dem Sterben. Warum auch? Ich hab nur Angst vor der Zeit davor: z.B. hoffe ich, nicht als Pflegefall nur mehr auf den Tod "warten" zu müssen, oder mit dem unbefriedigenden Wissen zu gehen, dass man viel mehr hätte aus seinem Leben machen können...(daher: carpe diem et noctem ...)

Da geht es mir genauso. Vor dem Tod hab ich am allerwenigsten Angst. Viel mehr Angst hab ich vor dem dahinvegetieren. Ich möchte soviel wie möglich jetzt machen. Wenn ich irgendwann zurückschaue und sagen kann, ich bereue keine Sekunde, dann bin ich zufrieden.

ja es kann einem Angst machen. Ich habe lange Zeit in einem Altenheim gearbeitet und bin oft, sehr oft weinend und völlig verzweifelt nach Hause gefahren, da ich mit vielem der von Euch beschriebenen Dinge dirkt konfrontiert war ( Intensivpflege). Oft bin ich zur Arbeit gekommen und die Menschen waren einfach nicht mehr da. Die Gebrechen Alzheimer, Durchliegen u.s.w. sind mir alle ein Begriff. Auch mit geistigen Sachen wie Schizophrenie u.s.w. hatte ich zu tun.

Auch ich hab meine Erfahrungen. Ich hab 11 Monate Zivildienst in einem Altenheim abgeleistet. Das hat mich schon verändert. Außerdem wurde meine Oma (die an Alzheimer litt) sechs Jahre bis zu ihrem Tod zu Hause gepflegt (von meiner Mutter). Von daher wurde ich schon in jungen Jahren mit sowas konfrontriert.

Und dennoch wenn ich bemerkt habe wie sie sich freuen und manchmal strahlen wie die Kinder, dir die Hand drücken, weil du dich hinsetzt , mit ihnen redest einfach da bist und zuhörst lohnt sich der kaputte Rücken und sonstige Sachen die eine Folge von dieser Arbeit sind. Ich habe einige sehr gemocht und auch wenn sie nur schauten denke ich sie haben es bemerkt.

Das ging mir ganz genauso. :)

Ich selber habe keine Angst vor dem Sterben, daes für mich ein Bestandteil des Lebens ist, aber ich kann es sehr gut verstehen, das man dieses Gefühl hat. Allerdings gibt es so schreckliche Krankheiten und ganz furchtbare Todesarten , das ich da schon ein Mulmiges Gefühl bekomme.

Vor dem Tod hab ich keine Angst, aber vor dem Sterben.

Abit
04.07.2004, 21:46
Wesentlich näher (auch zeitlich) und schwerwiegender als die Frage nach dem eigenen Alter und Tod stellte und stellt sich mir die nach denen meiner Eltern. Ich habe miterlebt, daß meine Mutter über gut 1 Jahrzehnt sich um ihre Großmutter, Schwiegermutter und eigene Mutter gekümmert hat, tw. mit Bettlägrigkeit über viele Jahre etc.
Mir hat das immer ein riesiges Grauen eingeflößt, vielleicht auch mal in dieselbe Lage zu geraten wie meine Mutter, fand das immer so ekelhaft. Ich glaube, da müßte ich einfach nein sagen, auch wenn ich ein schlechtes Gewissen hätte.

zenzero nero
04.07.2004, 22:22
Die Pflege im Alter ist oft ein Problem. Ich selber werde als Pflegender nicht vor dem Problem stehen weil meine Eltern und Großeltern schon lange tod sind. Aber ich könnte mir vorstellen, es zu tun. Bisher war ich immer in der Lage zu pflegen/helfen wenn mir die hilflose Person nahe stand, bei Fremden ist für mich Distanz nötig. Eine Verwandte von mir ist Altenpflegerin (Gerontopsychiatie) und sie sagt über sich ähnliches: Mit neuen Klienten tut sie sich schwer, bzw sie kann die Pflege kaum durchführen, aber wenn sie dann zum Patienten eine persönliche Beziehung hat, sofern das bei Dementen überhaupt noch möglich ist, machen ihr auch unangenehme Arbeiten nichts aus.
Ich kann da nur über mich reden: Ich wachse an neuen Aufgaben.

zenzero

Anna
04.07.2004, 22:27
@Dreamer

Die "Sterbensart" ist auch meine Angst. Ich habe einige Menschen sterben sehen, schon als kleines Kind ( meinen kleinen Bruder), später dann Freunde, meine Mutter und natürlich auf der Arbeit. Machmal langsam ( furchtbar ) ,deswegen auch diese mulmige Gefühl.

Ich verstehe das sehr gut.


Gruß

Anna :)

zenzero nero
04.07.2004, 22:49
Wichtig in diesem Zusammenhang: Der Pflegende muss für eine ausreichende Psychohygiene sorgen. Das soll heissen sich einer Selbsthilfegruppe Angehöriger anschließen oder zB auch ein entsprechendes Forum nutzen. Sonst gerät man schnell in das Gefühl allein gegen Windmühlen zu kämpfen.

Zu den älteren Beiträgen in diesem Thread:
Nach meiner heutigen Erfahrung kann ich Clown nur beipflichten. Ich kann mir nicht vorstellen mit 70/75 noch nach Brasilien oder in die Antarktis zu Reisen. Das wäre viel zu beschwerlich. Mit 30 habe ich auch immer gedacht,"der jammert nur", wenn ältere kollegen sagten, das ihnen "die Knochen wehtäten". Heute, mit fast 50 und Arbeit in einem die Physis fordernden Job, kann ich nur sagen, "die haben Recht gehabt", mit Mitte 40 fangen die kleinen Zipperlein an und gehen nicht mehr weg, sind keine vorrübergehende Unpässlichkeit. Deshalb kann ich allen Jüngeren nur sagen, wenn ihr lange Reisen o.ä. vorhabt, macht sie jetzt, später überlegt ihrs euch dreimal.

LG, zenzero

Eros
04.07.2004, 23:05
Hallo,

@ zenzero nero

wie meinst Du das bei Fremden wäre Dir Distanz nötig??


Grüsse


Tendus

Anna
05.07.2004, 14:31
es sind nicht nur die Knochen und kleine Zipperlein sondern ich für meinen Teil merke auch, das dazu ein gewisse "Umständlichkeit" kommt. Ich weiß nicht wie man das anders ausdrücken soll. Ich werde zwar erst oder schon ( immer wie man es nimmt ) 41 und auch ich überlege mir was drei mal.



Gruß

Anna :wink:

zenzero nero
05.07.2004, 16:45
wie meinst Du das bei Fremden wäre Dir Distanz nötig?


Damit meinte ich, das ich nicht jeden in allen Belangen pflegen könnte. Insbesondere nicht Personen mit denen ich keinen vertrauten Umgang habe.
Ganz anders sieht das in Situationen aus in denen ein kühler Kopf gefragt ist, bei Verletzungen u.ä. Da wachse ich manchmal, solange der Stress anhält, über mich hinaus und helfe konzentriert auch bei Fremden und auch bei Personen, die ich nicht leiden kann. Nach der Aktion stellt sich dann wieder meine übliche chaotische Unentschlossenheit ein.

zenzero

Eros
05.07.2004, 16:54
wie meinst Du das bei Fremden wäre Dir Distanz nötig?


Damit meinte ich, das ich nicht jeden in allen Belangen pflegen könnte. Insbesondere nicht Personen mit denen ich keinen vertrauten Umgang habe.zenzero


@ zenzero nero

wann sind das denn für Personen, mit denen Du keinen vertrauten Umgang hast??


Grüsse :)


Tendus

Clown
05.07.2004, 22:32
Zeilen zum Thema alt sein

zu bedenken

Ein alter Baum
ist doch kein Unglück
ist er böse
wenn er den kargen Boden
mit den anderen teilt?

Er trägt zufallsreiche Früchte
sein Glückskalender
ist eine wer-weiß?-Tafel
- keine Dauer, kein Verlaß

Wie der Stamm
schon seine Eigenart
von Stämmen
die uns als Muster taugen
fortentfernte!

Manche Ernte ließ er aus
dann klirren
die Eimer und Geschirre
des Landmanns
an ihm vorbei

Dies Jahr
da gibt er nichts
was
nützt er uns?

Aber ihn schlagen?
Er ist zäh
und voller Widerstand

So steht der Baum
ein Tor
und schweigt
und lebt

fragile
05.07.2004, 22:57
oh ja, wie gut ich das kenne. als teen oder twen hasst man es noch, für jünger gehalten zu werden (zumindest für mich gilt das). später allerdings sieht das ganze wahrscheinlich anders aus ... wenn man jugendlicher aussieht als man tatsächlich ist.

aber zurück zum eigentlichen thema: ich find diese frage spannend, heute stoße ich das erste mal auf diesen thread.
ich denke, ich werde im alter - hoffentlich - genug lebenserfahrung besitzen, und sie anderen zugute kommen lassen, aber gleichzeitig möchte ich mir noch viel kindlichkeit und neugier bewahren, die einen menschen immer begleiten kann - wenn er nur möchte. ich denke da z.b. an sir peter ustinov. ich habe den eindruck, er war im geist sehr jung, und er legte seine spielfreude nie ab.

Matt_kirsche
06.07.2004, 08:48
Lol, das stimmt! Sag einer Frau eines bestimmten Alters (13-20), du hättest sie für älter gehalten und sie läuft mit vor Stolz geschwellter Brust herum.. Sag einer 40jährigen, du hättest sie für älter gehalten und sie wird dir beleidigt eine runterhauen.. :wink:

Malanja
06.07.2004, 23:13
"Euch, die ihr jünger seid, wird das noch nicht passieren, aber es kommt eine Zeit, wo man das, was man gesehen hat, mit dem verwechselt, was einem erzählt wurde, was man erlebt hat, mit dem, was man weiß, was einem zugestoßen ist, mit dem, was man gelesen hat, in Wirklichkeit ist es ein Wunder, daß wir normalerweise unterscheiden, wir unterscheiden letzlich ziemlich gut, und das ist seltsam, alle Geschichten, die man im Lauf eines Lebens durch das Kino, das Fernsehen, das Theater, die Zeitungen, die Romane hört und sieht, akkumulieren sich ohne Ausnahme und sind verwechselbar. Es ist schon erstaunlich, dass die meisten Leute noch immer wissen, was ihnen wirklich passiert ist."
(Javier Marías/Mein Herz so weiß)

Malanja
06.07.2004, 23:14
"Euch, die ihr jünger seid, wird das noch nicht passieren, aber es kommt eine Zeit, wo man das, was man gesehen hat, mit dem verwechselt, was einem erzählt wurde, was man erlebt hat, mit dem, was man weiß, was einem zugestoßen ist, mit dem, was man gelesen hat, in Wirklichkeit ist es ein Wunder, daß wir normalerweise unterscheiden, wir unterscheiden letzlich ziemlich gut, und das ist seltsam, alle Geschichten, die man im Lauf eines Lebens durch das Kino, das Fernsehen, das Theater, die Zeitungen, die Romane hört und sieht, akkumulieren sich ohne Ausnahme und sind verwechselbar. Es ist schon erstaunlich, dass die meisten Leute noch immer wissen, was ihnen wirklich passiert ist."
(Javier Marías/Mein Herz so weiß)

fragile
06.07.2004, 23:58
das erinnert mich wiederum an einen film ... [wie passend!]
e-mail für dich. ein schmetterling fliegt in die u-bahn, und meg ryan erinnert sich, so etwas mal in einem roman gelesen zu haben, und fragt sich, ob es nicht andersherum sein sollte: dass geschriebenes uns an wahre erlebnisse erinnert.
ist jetzt ein wenig verwirrend, aber ihr versteht sicher, was ich meine :)

Dreamer
08.07.2004, 19:49
@Malanja

Das ist bei manchen aber schon in jungen Jahren so.

@Fragile

ich denke, ich werde im alter - hoffentlich - genug lebenserfahrung besitzen, und sie anderen zugute kommen lassen, aber gleichzeitig möchte ich mir noch viel kindlichkeit und neugier bewahren, die einen menschen immer begleiten kann - wenn er nur möchte. ich denke da z.b. an sir peter ustinov. ich habe den eindruck, er war im geist sehr jung, und er legte seine spielfreude nie ab.

Ja Sir Peter Ustinov ist ein absolutes Positiv Beispiel. Ich wäre auch froh wenn ich im Alter noch ein bißchen so wäre wie er.

angie
16.08.2005, 21:58
Die Frage nach dem Altwerden stellt sich im Augenblick für mich neu. Bisher ging ich ohne mit der Wimper zu zucken davon aus, dass ich genau 85 Jahre alt werde und das bei , abgesehen von den Zipperlein, verträglicher Gesundheit. In meiner Berufspraxis hebe ich erlebt, wie Menschen jenseits der 75 verzweifelt darum beteten, dass sie endlich sterben dürfen und mit Gott rangen, weil er ihnen diesen Tod nich gewährte. Genauso erlebe ich aber ebenfalls Menschen, die jenseits der 75 noch aktiv ihr Leben gestalten.
Das schlimmste für mich wäre, einsam und allein zu leben und zuzusehen, wie die besten Freunde nach und nach sterben. Ein Gedanke, mit dem ich mich schon lange beschäftige, ist die Idee, jenseits der sechzig in eine andere Wohn-und Lebensform umzusteigen. Ich kann mir vorstellen, mit Menschen unterschiedlichen Alters selbstbestimmt zusammenzuleben (in voneinander getrennten Wohneinheiten, aber unter einem Dach). Gegenseitige Hilfe und Unterstützung sollte möglich sein. Ich glaube, dass das Zusammenleben unterschiedlicher Generationen viele Vorteile bietet gegenüber dem einsamen Leben in einer kleinen Wohnung mit oder ohne Partner. Ältere Menschen können Jüngeren Unterstützung geben und umgekehrt. Schön wäre ein gemeinsamer Garten oder Hof, Gemeinschaftsräume unabdingbar. Es gibt solche Modelle schon und sie sind vielversprechend.

Ich kann mir im Augenblick nicht vorstellen, dass ich mit 65 in Rente gehe um mich dann aus einem aktiven nach außen gerichteten Leben ganz heraus zu ziehen. Man wird mich dann, wenn ich gesund bleibe, sicher in ehrenamtlichen Tätigkeiten wiederfinden. ;)

Josi
20.08.2005, 02:53
...Das schlimmste für mich wäre, einsam und allein zu leben und zuzusehen, wie die besten Freunde nach und nach sterben. Ein Gedanke, mit dem ich mich schon lange beschäftige, ist die Idee, jenseits der sechzig in eine andere Wohn-und Lebensform umzusteigen. Ich kann mir vorstellen, mit Menschen unterschiedlichen Alters selbstbestimmt zusammenzuleben (in voneinander getrennten Wohneinheiten, aber unter einem Dach). Gegenseitige Hilfe und Unterstützung sollte möglich sein. Ich glaube, dass das Zusammenleben unterschiedlicher Generationen viele Vorteile bietet gegenüber dem einsamen Leben in einer kleinen Wohnung mit oder ohne Partner. Ältere Menschen können Jüngeren Unterstützung geben und umgekehrt. Schön wäre ein gemeinsamer Garten oder Hof, Gemeinschaftsräume unabdingbar. Es gibt solche Modelle schon und sie sind vielversprechend.

Ich kann mir im Augenblick nicht vorstellen, dass ich mit 65 in Rente gehe um mich dann aus einem aktiven nach außen gerichteten Leben ganz heraus zu ziehen. Man wird mich dann, wenn ich gesund bleibe, sicher in ehrenamtlichen Tätigkeiten wiederfinden. ;)
Obwohl ich schon ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel habe, genau so stelle ich mir mein Altwerden - geistige und körperliche Gesundheit vorausgesetzt - auch vor. Diesen Gedanken habe ich mit einer gleichaltrigen Arbeitskollegin und Freundinnen auch schon gesponnen. Es dürfte gern eine Jugendstilvilla am Wannsee (oder in sonst einer schönen Gegend) sein, mit einem großen Garten, Tieren, jungen und alten Menschen - und mit Kindern. Gern auch mit alleinerziehenden Müttern, die es bekanntlich besonders schwer haben. Und ich weiß, daß ich mich dann im Rahmen der Arbeitsteilung um das Kinderhüten reißen würde. :)

Um ein gedeihliches Miteinander in einer kleinen verschworenen Gemeinschaft zu ermöglichen braucht natürlich jeder ein Refugium, in das er sich zurückziehen kann. Nur wenn es an die Realisierung eines solchen Vorhabens geht, sehe ich leider etwas dunkelweiß, auch wenn es da schon nachahmenswerte Modelle gibt. Solche Projekte leben (und sterben) mit und von dem guten Willen, dem Gemeinsinn und der Einsatzbereitschaft aller Beteiligten.

Unternehmungslustige und erwartungsvolle Grüße,
Josi