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Gesundheit, Körper & Psychologie In diesem Subforum geht es um Gesundheit und Psychologie.

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Alt 23.05.2005, 16:05   #1
Mericil
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Standard Seroquel

Hallo!
Vielleicht interessiert die Geschichte den ein oder anderen...
Ich habe ja in einem anderen Thread bereits kurz von meiner Klinikerfahrung Anfang des Jahres erzählt.
Interessant fand ich hierbei, dass das Thema "Sensibilität" dort scheinbar recht eigenartig behandelt wird. Zum Einen habe ich dort von den Seiten zartbesaitet.net und hochsensible.de durch einen Aushang erfahren, auf der anderen Seite wurde ich zu einem Medikament gedrängt (= keine Diskussion; ich sollte es nehmen, andererseits hätte man die Therapie abgebrochen), dass einem eine "dickere Haut" verleihen soll. Wie aus dem Titel schon zu entnehmen ist, heißt das Medikament Seroquel. Es ist ein Psychopharmaka, eigentlich ein ziemlicher Hammer, das vor allem bei bipolaren Manien eingesetzt wird. Bei mir wurde es sehr niedrig dosiert. Es sollte als eine Art Reizfilter funktionieren - dass die Reize, die nicht gar so wichtig sind, unterdrückt werden. Ich empfand das als schrecklich. Ich muss zugeben, dass ich Angst davor hatte; Angst vor einem Tunnelblick oder dass das auf irgendeine Weise meine Persönlichkeit verändern würde. Ich schätze, der Gedanke ist nachvollziehbar(?). Ich habe versucht, mit den Ärzten darüber zu reden und empfand ihre Entscheidung auch als sehr vorschnell getroffen. Schließlich wurde ich durch die Schwestern regelrecht unter Druck gesetzt und habe es genommen. Das Einzige, was mir dadurch jedoch aufgefallen ist, war, dass ich eine halbe Stunde bis Stunde nach der Einnahme unglaublich müde und erschöpft war; mein Blutdruck derart niedrig war, dass ich laufend Angst hatte, umzukippen. Nach drei Wochen habe ich es schließlich heimlich selbst ausschleichen lassen und schließlich abgesetzt. Dieses Medikament haben sehr viele Patienten aus dem gleichen Grund, wie ich, bekommen. Alle waren müde, dass sie weniger empfindlich waren, ist mir jedoch nicht aufgefallen. Man war benommen, einem war schwindelig. Und schließlich wurde uns irgendwann während einer Gruppentherapie auch einmal gesagt, dass das durchaus gewollt sei, dass die Ärzte wollten, dass man müde ist. Widersprüchlich, meiner Meinung nach. Zumal ich mir nicht vorstellen kann, wie man derart benommen ein "normales Leben" führen können sollte.
Ein Medikament gegen eine hohe Sensibilität also... (klar, höher dosiert hat es einen anderen Nutzen)
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Alt 23.05.2005, 16:09   #2
nanook
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lol, es gibt halt solche und solche kliniken
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Alt 23.05.2005, 16:12   #3
Mericil
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nanook:
Klar, wollte auch nicht alle über einen Kamm scheren. Aber erschreckend fand ich das, wie man sich vermutlich vorstellen kann; zumal die Klinik eigentlich einen guten Ruf hat.
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Alt 30.05.2005, 04:23   #4
Hirto
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Hi Mericil...

Seroquel ist ein Neuroleptikum. Habe es vor einigen Tagen verschrieben bekommen um Schlafen zu können. Es ist schlaffördernd/einleitend etc.. Also Deine Müdigkeit war somit schon seroquel-normal, zumindest in Niedrigdosierung kann/wird es zur Schlafförderung verschrieben werden (auch wenn man keine Psychose hat).

Bisher habe ich es nicht genommen. Mein Schlafdefizit beginnt gerade langsam sich wieder von selbst zu verabschieden. Ich beobachte das noch, solange es ohne Medi Seroquel geht, nehme ich es nicht ein.

Hirto
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Alt 30.05.2005, 13:36   #5
Mericil
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Hirto:
Ja, ich weiß. Habe mich, so gut es von dort aus ging, intensiv über dieses Medikament informiert, da man mich in der Klinik nicht wirklich gut darüber aufgeklärt hat; nicht einmal den Beipackzettel hat man mir zu lesen gegeben.
Ich hatte keine Schlafprobleme, aber das Medikament hat dafür gesorgt, dass ich trotz Schlaf laufend hundemüde und mein Blutdruck total im Keller war - das empfand ich als sehr unangenehm.
Wenn es bei dir nur darum geht, dass du schlecht ein- oder durchschlafen kannst, so wäre ein anderes Medikament sicherlich sinnvoller. Zwar wirst du dadurch einschlafen können, aber du wirst dich vermutlich nie wirklich fitt und ausgeruht fühlen - so ging es zumindest keinem der Patienten in der Klinik, die dieses Medikament bekommen haben.
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Alt 30.05.2005, 14:47   #6
Hirto
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Hi Mericil...

keine Ahnung, wie ich auch das Seroquel reagiere. Habe es ja noch nicht ausprobiert. In welcher Dosierung hast Du es erhalten? Soll nur 25mg einnehmen, weiß nicht, ob das auch schon einen Hang-Over-Effekt dann verursacht.

Anderes Schlafmedi? Welches denn, was kein Benzodiazepin ist?

Hirto.
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Alt 30.05.2005, 16:26   #7
Mericil
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Hirto:
Ich habe ebenso wenig bzw. viel bekommen - jedoch morgens und abends. Eine halbe Stunde nach der Einnahme war mit mir für drei, vier Stunden nichts mehr anzufangen. Ich war froh, wenn ich mich noch halbwegs auf den Beinen halten konnte, konnte mich jedoch überhaupt nicht konzentrieren, da ich schon damit zu kämpfen hatte, überhaupt halbwegs fitt zu bleiben. Hatte in der Zeit auch Nasenbluten, was bei mir sonst mehr als absolut ungewöhnlich ist. Und das Paradoxe an dem Medikament: Je höher die Dosierung, desto weniger schlägt es sich auf den Kreislauf nieder. War aber für mich kein Grund, die Dosis erhöhen zu lassen.
Die ersten Tage haben alle, die das Medikament neu bekommen haben, heftig damit zu kämpfen gehabt.
Ich kann dir kein Alternativmedikament nennen, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich rein gar nichts davon halte. Ich habe mal über ein Jahr lang Cipralex genommen - die Nebenwirkungen (Müdigkeit, Appetitlosigkeit) haben noch ein halbes Jahr, nachdem es abgesetzt wurde, angehalten. Ich halte von dem Zeug einfach nichts. Und es ist schon was Wahres dran an: Medicus curat - natura sanat.
Wobei ich auch verstehen/nachempfinden kann, dass Schlafstörungen etwas wirklich Fieses sind, unter dem man ziemlich leidet.
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Alt 30.05.2005, 17:04   #8
Hirto
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Hi Mericil...

ich habe die Schlafstörungen erst infolge Citalopram-Einnahme (Cipralex ist glaube ich die Weiterentwicklung vom Citalopram - oder war es genau umgekehrt?) . Ist also Nebenwirkung vom Citalopram. Appetitlosigkeit habe ich auch, Müdigkeit hatte ich "nur" im Anfang der Einnahme, da aber sehr stark, was aber nicht für mich so das Problem war. Schlimmer ist/war die Appetitlosigkeit und auch die leichte Übelkeit wg. Gewichtsverlust (muß da etwas aufpassen, daß es nicht zu niedrig wird).

Bin auch nicht so der Medi-Fan, aber habe ich vor 3 Wochen dennoch nochmals dazu durchgerungen es damit zu versuchen. Hatte vorher schon anderes Antidepressiva versucht. Das Seroquel sollte Dich vermutlich stabilisieren, hm? Du schriebst, daß sie sonst in der Klinik nicht die Behandlung durchgeführt hätten. In welcher Klinik warst Du?

Zitat:
Und das Paradoxe an dem Medikament: Je höher die Dosierung, desto weniger schlägt es sich auf den Kreislauf nieder.
Erstaunlich, gell? Habe davon auch schon gehört, daß das so sein soll.

Hirto
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Alt 05.07.2006, 16:14   #9
Thoma
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Standard Seroquel

Ich habe Seroquel ein ganzes Jahr genommen.Zuerst 300mg dann 600mg und einmal sogar 900mg. Als ich 900mg nahm wurde mir das Blut abgenommen und die Ärtzte kamen zum Entschluss dass nicht mehr mehr geht da das Blut mit Seroquel schon gesätigt war. Ich kann nur sagen dass es mich auch müde machte immer eine Stunde nach dem ich es einnahm. Geholfen hat es mir aber nicht wirklich. Einige Sachen werden einem vielleicht gleichgültig aber dass es die Stimmung verbessern würde ist sicher nicht ganz richtig.Meistens wenn ich es am Abend Nahm ,schlief ich bis nächsten Tag bis 12 oder 13 Uhr.Ich sah auch nicht bessonders frisch aus obwohl ich ausgeschlafen war.Jetzt bin ich dabei es abzusetzen. Mir kommt es vor als hätte ich leichte Entzugserscheinungen. Handschweis und ein komisches Gefühl im Magen.Noch was dazugesagt: Wie ich noch eine Höhere Dosis nahm hatte ich in der Nacht oft Angstattacken aus heiterem Himmel.Ich bin normal kein ängstlicher Mensch.Jetzt bin ich schon auf 300 mg herunter.
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Alt 05.07.2006, 18:19   #10
waholi
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Bin überhaupt kein Freund von solchen Medis.
Und mir läuft die Galle über, wenn so was verordnet wird, damit man nicht so sensibel ist! Dazu noch zwangsweise!
Sensibel sein ist keine Krankheit! Und es gibt, weiß Gott, im Leben ganz andere Probleme.
Probleme, diie jeden Menschen bis an seine Grenzen bringen.

Oft sind Sensible sogar besser beim Problem lösen als andere.
Es ist keine Krankheit und deshalb braucht man keine Medis dafür.

Da könnte man ja gleich jede Eigenschaft eines Menschen behandeln wollen, oder?

Es ist eine besondere Gabe, mit der sich sehr gut leben lässt.
Auf die man auch stolz sein kann.
Es ist etwas Positives. Das das nicht endlich mehr Leute verstehen!!!!
ANDERS SEIN!!! Heißt das denn schlechter sein?
Nein, es heißt nur, dass man es selbst, wissen , verstehen u. annehmen muss u. danach lebt.
So lebt, dass es einem gut tut und nicht so sein wollen, wie andere es von einem erwarten.

Ich fühle mich in Kliniken oder Kuren oder...... nicht wohl und das ist keine Krankheit, dass bin ICH!
So war ich immer und da hilft kein Medikament und soll auch keiins helfen.
Einzelgänger, Rückzugsmenschen sind nicht geschaffen für so was, die leiden dort eher.
Behandelt werden sollte nur das, was für die Person selbst zu einem Problem wird, wo jemand nicht mehr zurecht kommt und ihn das selbst stört.

Ansonsten sind nicht alle Menschen gleich.
Zum Glück ist jeder Mensch ein UNIKAT!!!!
Steht dazu wie ihr seit und sprecht es aus, es ist euer Recht.
Niemand kann euch vorschreiben, wie ihr zu denken oder Fühlen habt!

Das wäre, wie wenn jemand mit meinem Charakter nicht klarkommt und mir dafür eine Pille gibt!
Ich muss nicht sein wie alle, nicht sein, wie es jemand gerne hätte,.

ICH bin ICH und nur so muss und will ich sein und bleiben.

Wenn es für 10000000000 andere gut ist sich in einer Klinik zu erholen, so muss das nicht für mich gelten.
Ist doch auch beim Urlaub so, da erholt sich der eine beim Faulenzen am Strand, der andere braucht Aktion und..........

Ihr solltet schauen, was für euch gut ist, was ihr tun wollt und dann danach euer Leben ausrichten.
Und es ist egal, was andere für richtig und gut halten.
Was euch gut tut, wißt nur ihr allein!
´
ICH BIN ICH, da helfen keine unnötigen Pillen und es muss mich auch nicht jeder mögen, ich mag auch nicht jeden.

Sorry, ist ein Thema, das mich ein wenig aus der Reserve lockt und auf die Palme klettern lässt!

waholi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.07.2006, 19:00   #11
Robin
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Zitat:
Zitat von waholi
Wenn es für 10000000000 andere gut ist sich in einer Klinik zu erholen...
er-ho-len.... Verstehst Du, was Du da schreibst?
__________________
Kenntnisse kann jedermann haben, aber die Kunst zu denken ist das seltenste Geschenk der Natur. - Friedrich der Große
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Alt 05.07.2006, 19:28   #12
waholi
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Zitat:
Zitat von Robin
er-ho-len.... Verstehst Du, was Du da schreibst?

Was ich schrebe ja, aber nicht was du jetzt so lustig findest!

Bitte klär mich auf!
waholi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.07.2006, 19:43   #13
Tiro
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Alt 05.07.2006, 19:52   #14
waholi
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Zitat:
Zitat von Tiro
Waholi, Klinik ist kein Urlaub. Da gibt es Behandlungsprogramme, an denen man teilnehmen muß usw.. Man muß selbst tun dort.

Ich hatte das auch nicht geschrieben.

Ich hatte von Erholung in Klinik oder Kur geschrieben und gemeint, das das für viele ein Weg sein mag, aber nicht für alle.

Außerdem hatte ich dann ein weiteres Beispiel für Anders sein gebracht und dass war der Urlaub.
waholi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.07.2006, 19:55   #15
Tiro
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Alt 05.07.2006, 20:03   #16
Pretender
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Ja Tiro, Klinik und Therapie bedeutet verdammt harte Arbeit!
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Alt 05.07.2006, 20:30   #17
Robin
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Zitat:
Zitat von Pretender
Ja Tiro, Klinik und Therapie bedeutet verdammt harte Arbeit!
Sic est.
__________________
Kenntnisse kann jedermann haben, aber die Kunst zu denken ist das seltenste Geschenk der Natur. - Friedrich der Große

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Alt 06.07.2006, 05:06   #18
Tomcat
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Seroquel ist ein sog. Atypisches Neuroleptikum. Das ist eine Substanzgruppe, die bei Psychosen eingesetzt wird, Schizophrenie vor allem. Diese Atypika gibt es seit den 90er Jahren (andere: Zyprexa, Risperdal, Solian, Zeldox, Abilify), und für die Pharmaindustrie sind sie ein gigantisches Geschäft. Als sie auf den Markt kamen, wurde dafür geworben mit der Behauptung, diese neue Gruppe von Neuroleptika sei "nebenwirkungsarm" und "gut verträglich." Die Ärzte glaubten das, und die meisten glauben es bis heute, und begannen dann, diese Mittelchen gegen alle möglichen Beschwerden zu verschreiben - Seroquel z.B. wird am häufigsten bei Schlafstörungen verschrieben, nicht bei Psychosen.

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass diese Medikamente allesamt schwere Nebenwirkungen haben können, weil sie oft den ganzen Hormonhaushalt/Stoffwechsel durcheinanderbringen, z.B. Insulin, Prolaktin, Cholesterin, Blutfette usw. Folgen, wenn man Pech hat: Diabetes, starke Gewichtszunahme, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, (gutartige) Hypophysen-Tumoren (also Hirn) u.v.m. Bei den meisten Ärzten ist diese Information allerdings leider noch nicht angekommen.

Ich bin da ein gebranntes Kind: Ich habe durch ein anderes Atypisches Neuroleptikum einen leichten Diabetes gekriegt sowie eine nicht behandelbare Bewegungsstörung im Fuß. Letzteres gilt als typische Nebenwirkung der alten Neuroleptika, doch inzwischen weiß man, dass diese Schäden (Spätdyskinesien) auch bei den neuen Atypika auftreten können (nur bei Seroquel hat man noch nie Bewegungsstörungen beobachtet).

Von daher halte ich die Einnahme dieser Medikamente wirklich nur bei Psychosen für gerechtfertigt.
__________________
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Alt 08.07.2006, 09:12   #19
hummel
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Alt 01.04.2007, 13:41   #20
noma2007
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Pfeil AW @ Hirto und @ Mericil: Seroquel Langzeiteinnahme hat viele Vorteile!

Zitat:
Hi Mericil...

Seroquel ist ein Neuroleptikum. Habe es vor einigen Tagen verschrieben bekommen um Schlafen zu können. Es ist schlaffördernd/einleitend etc.. Also Deine Müdigkeit war somit schon seroquel-normal, zumindest in Niedrigdosierung kann/wird es zur Schlafförderung verschrieben werden (auch wenn man keine Psychose hat).

Bisher habe ich es nicht genommen. Mein Schlafdefizit beginnt gerade langsam sich wieder von selbst zu verabschieden. Ich beobachte das noch, solange es ohne Medi Seroquel geht, nehme ich es nicht ein.

Hirto
:::::::::::::::::::::::::::::::::..

Hallo, Mericil!

Fürchte Dich nicht vor Neuroleptika der modernsten Generation -
sie sind so arm an Nebenwirkungen wie noch gar nichts davor!

Ich nehme Seroquel seit 3 Jahren im Anschluss an Risperdal und kann nur sagen Risperdal ist "ein Hammer", der einen ruhig stellt (dafür ist die Psychose rasch vorbei), Seroquel dagegen lässt mich senbsibel, und intellektuell aktiv, tagsüber meistens energiereich und nachts durchschlafend leben, ich kann mich freuen und ich bin glücklich damit - nach einer paranoiden Psychose vor fünf Jahren, die ich auf gar keinen Fall noch einmal bekommen will.

Wichtig, Mercil, ist die Einsicht, dass man eine Heilbehandlung braucht und Seroquel ist zur Zeit das beste Medikament am Markt (Nicht geeignet ist es bei Altersdemenz, die es beschleunigt.).

Ich spüre selbst, dass mein Nervenkostum kompakter und belastbarer ist, wenn ich Seroquel in ausreichender Dosierung einnehme - ich habe "ein dickeres Fell"
und rege mich nicht über jeden Schmarrn auf:
es ist nicht günstig "innerlich aufgewühlt" zu sein!
Es hilft auch gegen Gedankenperseveration, das ist das Nicht-Loskommen von einem bestimmten Gedanken (grollen, grummeln, sich giften, 30 Jahre jemandem etwas nachtragen, etwas arbeitet dauernd in mir, andauernd schwarz sehen zu einem bestimmtem Inhalt, brüten über Problemen: mein Mann hat vor 31 Jahren zu mir gesagt, dass ich eine blöde Kuh bin ), sodass man sich schon am liebsten selbst eins auf den Kopf hauen möchte, damit "endlich ein anderes Programm" im Hirn abläuft.
Seroquel verpasst mir innere Ruhe, und ich kann in mir selbst ruhen und ich habe meinen Kopf frei für wichtige oder kreative Gedanken!.
Die Müdigkeit tagsüber verschwindet, wenn man Seroquel einige Monate täglich abends eingenommen hat.
Ich nehme um 21 oder 22 Uhr (je nachdem, wann ich morgens aufstehen muss) so viel, das ich nächtens durchschlafe: 100mg reichen meistens, wenn ich aber nach 3 Stunden schlafen wieder aufwache, nehme ich sofort - es liegt auf meinem Nachtkästchen - noch einmal 100mg.
Einen Abend bevor ich mich unter vorhersehbare Belastung begebe nehme ich immer 200mg.
Geschieht etwas Unvorhergesehenes Belastendes - ein Streit oder eine belastende Begegnung, dann nehme ich - so wie ich mittels Auto wieder zuhause bin - 100mg bis 200mg extra dazu.
In akuten Krisenfällen kann man in Eigenregie bis zu 700mg auf 24 Stunden verteilt einnehmen. - Das habe ich mit Abstand (mehr als 400mg in 24 Stunden habe ich noch kein einziges Mal genommen!) noch nie gebraucht - aber - sogar 700mg intus wären besser, als mit einer Psychose in eine Klinik eingeliefert zu werden!!!!!!!!!!

Liebe/r Mericil - heute braucht niemand mehr psychisch krank herumrennen:
Dank guter Psychopharmaka in Dauermedikation und richtiger Selbstdosierung.

Was erkrankte HS'ler brauchen: die Einsicht, dass ihnen ein Medikament gut tut!

noma2007

Geändert von noma2007 (01.04.2007 um 19:10 Uhr)
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